Autor im Porträt

Toptitel von Volker Kutscher

Marlow / Kommissar Gereon Rath Bd.7

Marlow / Kommissar Gereon Rath Bd.7

Gebundenes Buch
Berlin, Spätsommer 1935. In der Familie Rath geht jeder seiner Wege. Pflegesohn Fritz marschiert mit der HJ zum Nürnberger Reichsparteitag, Charly schlägt sich als Anwaltsgehilfin und Privatdetektivin durch, während sich Gereon Rath, mittlerweile zum Oberkommissar befördert, mit den Todesfällen befassen muss, die sonst niemand haben will. Ein tödlicher Verkehrsunfall weckt seinen Jagdinstinkt, obwohl seine Vorgesetzten ihm den Fall entziehen und ihn in eine andere Abteilung versetzen.
Es geht um Hermann Göring, der erpresst werden soll, um geheime Akten, Morphium und schmutzige Politik. Und um Charlys Lebenstrauma, den Tod ihres Vaters. Und um den Mann, mit dem Rath nie wieder etwas zu tun haben wollte: den Unterweltkönig Johann Marlow.
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24,00
Der nasse Fisch / Kommissar Gereon Rath Bd.1 (Filmausgabe)

Der nasse Fisch / Kommissar Gereon Rath Bd.1 (Filmausgabe)

Broschiertes Buch
Der Auftakt der sensationellen Krimireihe über das Berlin der Zwanziger- und Dreißigerjahre
Berlin 1929: Kriminalkommissar Gereon Rath erlebt eine Stadt im Rausch. Kokain, illegale Nachtclubs, politische Straßenschlachten - ein Tanz auf dem Vulkan. Der junge, ehrgeizige Kommissar, abgestellt beim Sittendezernat, schaltet sich ungefragt in Ermittlungen der Mordkommission ein - und ahnt nicht, dass er in ein Wespennest gestochen hat ...
Der Roman ist die Vorlage für die international erfolgreiche Serie "Babylon Berlin"
Mit Bonusmaterial: Fotos, Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfilmung
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12,00

Volker Kutscher

Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman "Der nasse Fisch", dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der 30er-Jahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller.

Ermittlersteckbrief Gereon Rath

Ermittlersteckbrief Gereon Rath



Er kann unkollegial sein, trinkt zu viel und pflegt privaten Umgang mit dem Unterweltkönig von Berlin: Kriminalkommissar Gereon Rath ist kein Gutmensch, und es scheint lange so, als wäre er auch ziemlich beziehungsunfähig. Doch in Band 5, "Märzgefallene", steht die Hochzeit mit Charly an. Mit Gereon Rath hat Volker Kutscher eine Hauptfigur geschaffen, die sympathisch-unsympathisch ist. Mal kriegt er uns, mal finden wir ihn ziemlich daneben - aber spannend ist sein Leben immer. Raths ausgeprägter Gerechtigkeitssinn sorgt dafür, dass er immer mal wieder Grenzen überschreitet - aber er ist ein vortrefflicher Kriminaler. Was seine Nochverlobte Charly auf die Palme bringt: Er will von den politischen Dingen, die um ihn herum im Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre brodeln, nichts wissen. Er kann seinen Chef, einen Sozi, nicht leiden, weil er glaubt, er sitze nur auf dem Posten, weil er das richtige Parteibuch habe. Mit den Nazis kann er zwar auch nicht viel anfangen, versucht aber dennoch, sich zu arrangieren und sich irgendwie durchzumogeln, auch als sie in "Märzgefallene" 1933 im Polizeipräsidium Einzug halten und z. B.mehr

Kundenbewertungen

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4

Bewertung von Friederike H. aus Hugendubel Berlin am 14.08.2012
Volker Kutscher ist beim vierten Fall seines Kommissars Gereon Rath.
Natürlich sind das spannende Krimis, aber noch interessanter ist der zeitgeschichtliche Hintergrund, dieses Mal, es ist Juli 1932, scheint es eine Mordserie in Berlin zu geben. Die Ermittlungen führen Rath in die Masuren wo er auf heftige Widerstände gegen Berliner Ermittler stößt, alte Geheimnisse sollen Geheimnisse bleiben. In Berlin gibt es ebenfalls Umbrüche, politische und private.
Die Romane von Volker Kutscher erzeugen einen unwiderstehlichen Sog, großartig, immer wieder!

Bewertung von Polar aus Aachen am 23.10.2007
War Volker Kutscher in seinen Krimis bisher dem Bergischen zugewandt, rückt er mit Der nasse Fisch das Berlin der frühen dreißiger Jahre in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Er versteht es, nicht nur den Stallgeruch jener Jahre zu beschwören, auch vernetzt er die politischen Ereignisse, die Wirren der einzelnen Strömungen zu einem spannenden Fall über Waffenschieberei, verstecktes Gold, dem Kampf der Roten gegen die Stahlhelm-Fraktion, den Interessen der Unterwelt durch nutzbringende Morde. Es ist die Geschichte des Kriminalkommissars Gereon Raths, der sich nach Berlin versetzen läßt, um dubiosen Vorkommnissen seiner Amtszeit in Köln zu entkommen, die Geschichte eines Vater-Sohn-Konflikts, wo der Vater ein berühmter Polizist ist, der Sohn seinen übersteigerten Ehrgeiz daraus bezieht, es ihm einerseits gleich tun, andererseits sich ihm entziehen will. Daß Rath nicht mal in der Liebe Grenzen kennt, sich auf Grund seiner Heimlichtuerei plötzlich zwischen alle Stühle gesetzt sieht, ist ebenso ein geschickter Schachzug des Autors, wie das überzeugende Ende, wo die gute Seite sich gezwungen sieht, vieles unter den Teppich zu kehren, um ihrer Sache nicht zu schaden. Kutscher vermag, den großen wie den kleinen Bogen zu ziehen, indem er seine Figuren mit soviel Eigenschaften ausschmückt, daß deren Verhalten, Schweigen überzeugend und nicht konstruiert erscheint. Man kann nur hoffen, daß uns Kommissar Rath wieder einmal begegnet. Ein spannender Kriminalroman, der abseits des Alexanderplatzes Berlin entstehen läßt, als habe es nie eine Mauer, nie zwei Staaten gegeben.

Märzgefallene / Kommissar Gereon Rath Bd.5

Bewertung von Gebine S. aus Hugendubel Landshut am 11.12.2014
Ein verwickelter Mordfall mit falschem Mordopfer und falschem Mörder fordert alle Beteiligten extrem heraus: Für einen Krimi nichts besonderes, natürlich! Was mich an diesem fünften Fall um Gereon Rath fasziniert hat, ist die Geschichte drumherum. Was keiner wirklich wahrhaben wollte, ist geschehen: Die Nazis haben die Macht übernommen und jeder Polizist sieht sich plötzlich vor die Entscheidung gestellt, ob er diesem Staat weiter dienen will. Macht man schnell Karriere, wird man degradiert sogar entlassen, oder zieht man die Konsequenzen und quittiert den Dienst? Seien Sie gespannt und tauchen Sie ein in das hochexplosive Berlin des Jahres 1933, von Volker Kutscher gewohnt gekonnt in Szene gesetzt!

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4

Bewertung von sabatayn76 am 22.03.2013
Ich habe bereits die drei Vorgänger-Romane um Gereon Rath gelesen, somit waren mir Gereon und sein Team bereits bekannt, und ich konnte mich schnell auf die Geschichte einlassen. Der Einstieg ins Buch, der den Leser in eine ländliche Gegend fernab der deutschen Hauptstadt führt, sowie die Reise Gereons nach Ostpreußen haben mir sehr gut gefallen. Egal, wo die Handlung gerade spielt, Kutscher gelingt jedes Mal eine authentische Beschreibung der Orte und Personen und das Aufbauen einer stimmungsvollen Atmosphäre. Der Fall selbst ist spannend und fesselnd, in seiner Komplexität überzeugend und voller Überraschungen. Mein Resümee: 'Die Akte Vaterland' ist perfekt dafür geeignet, in die 1930er Jahre einzutauchen, Berlin vor der Machtergreifung Hitlers zu erleben und nebenbei auch noch spannende Ermittlungen zu verfolgen. Da mir die gesamte Reihe um Gereon Rath sehr gut gefällt, würde ich eine Lektüre in der richtigen Reihenfolge ('Der nasse Fisch' - 'Der stumme Tod' - 'Goldstein' - 'Die Akte Vaterland') empfehlen, obwohl es sich jeweils um abgeschlossene Fälle handelt.

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4

Bewertung von cachingguys aus Jülich am 01.01.2013
Die Akte Vaterland von Volker Kutscher. Das Buch beginnt mit einem Ertrunkenen im Lastenaufzug in einem Vergnügungstempel in Berlin zu der Zeit kurz vor der Machtergreifung Hitlers (Juli 1932). Wie kann jemand im Aufzug ertrinken? Kommissar Gereon Rath soll ermitteln. Private Probleme kommen hinzu. Seine Geliebte, Charly, kommt nach 10 Monaten aus Paris zurück und soll nun als Kommissaranwärterin im Präsidium arbeiten. Die Geschichte führt Rath nach Ostpreußen, genauer nach Masuren an die polnische Grenze. Hier handelte auch schon der Prolog. Der erste Tote scheint die Tat eines Serienmörders zu sein, denn die bizarre Todesart wiederholt sich. Stück für Stück enthüllt Rath Teile der Geschichte und gerät dabei selbst in Gefahr. Der Autor hat interessante Ideen und Wendungen in die Geschichte eingebaut, so dass man wirklich erst ganz zum Schluss des Buches den ganzen Hintergrund versteht. Toll geschriebene Eindrücke auch von dem geschichtlichen Kontext ( der Machtgewinn der Nazis, der Sturz der Polizeispitze, die Probleme zwischen Deutschen und Polen, die Rolle der Frau). Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, haben "Ecken und Kanten" und lassen die Vergangenheit für den Leser auferstehen. Mich hat dieses Buch vollends überzeugt, sowohl die historische Atmosphäre als auch die Verstrickungen des Falles und der Ermittler sind überzeugend und komplex dargestellt ohne in Langatmigkeit zu verfallen.

Märzgefallene / Kommissar Gereon Rath Bd.5

Bewertung von leseratte1310 aus Niederrhein am 28.11.2014
Während Gereon Rath Karneval in seiner Heimatstadt Köln feiert, wird in Berlin im Todesfalle eines obdachlosen Veteranen ermittelt. Als dann auch noch der Reichstag brennt, wird Gereon zurückbeordert. Die Prioritäten für die Ermittlungen haben sich verschoben. Nicht der Mordermittlung wird Vorrang eingeräumt, sondern der Jagd nach Kommunisten, die für den Brand Des Reichstages verantwortlich gemacht werden. Die politische Polizei wird aufgestockt, das Morddezernat wird kleiner. Die Verhältnisse in Deutschland ändern sich sehr schnell. Kaum einer will wahrhaben, wohin die Reise geht. Auch Rath, der unpolitische Mensch, sieht und hofft, dass es schon nicht so schlimm wird und dass der Spuk bald eine Ende hat. Dagegen ist Charly sehr besorgt wegen der Entwicklung. Die politische Situation führt immer wieder zu Diskussionen und Streitereien zwischen den beiden, so dass man fürchten muss, dass die geplante Hochzeit nicht stattfindet. Als Rath auch zu den Politischen versetzt wird, merkt er schnell, dass es nicht um Ermittlungen geht, sondern zunächst um Manipulation der Wahlen. Als ein weiterer Mord geschieht, findet er einen Weg, wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Aber auch dort hat sich schon einiges verändert. Gräf, der homosexuelle Beziehung mit einem SA-Mann hat, ist davon überzeugt, dass unter den Nazis alles besser wird, und will bei den Politischen bleiben. Aber auch andere, unbequeme Personen verschwinden. Raths Vorgesetzter Wilhelm Böhm, zu dem er immer ein angespanntes Verhältnis hatte, wird abgeführt und taucht nicht wieder auf. Dann wird dem Pathologen Schwartz nahegelegt, in den Ruhestand zu gehen. Bei seinen Nachforschungen stößt Rath auf Vorgängen, die bis zurück in den 1. Weltkrieg reichen. Bei der „Operation Alberich“ hinterließen die deutschen Soldaten in Frankreich verbrannte Erde. Ist das Buch von Leutnant von Roddeck Anstoß für diese Morde? Warum ist gerade der März 1917 so interessant? Das Buch zeigt ein sehr düsteres Bild von den Verhältnissen in Deutschland. Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden wird immer offensichtlicher, dass wer nicht das Weltbild der Nazis passt, verfolgt wird. Es ist natürlich aus heutiger Sicht leicht zu sagen, dass die Menschen hätten merken müssen, was da geschieht. Aber sie waren schon so indoktriniert, dass bei der Bücherverbrennung gejubelt wurde. Man kann sich gut in die Protagonisten mit ihren Ängsten und auch Hoffnungen hineinversetzen. Wie in den Vorbänden sorgt Raths Gerechtigkeitssinn dafür, dass er auch schon mal am Rande der Legalität agiert. Charly hat es inzwischen so den Boden unter den Füßen weggezogen, dass sie Gereon bei solchen Aktionen sogar unterstützt. Ein komplexer und spannender Kriminalfall ist eingewoben in die historischen Ereignisse und atmosphärisch sehr dicht geschildert.

Goldstein / Kommissar Gereon Rath Bd.3

Bewertung von meldsebjon aus Hattingen am 08.10.2010
Schwarz-Weiß, Rot-Braun oder doch eher grau? Es ist schon nicht leicht, für diese Rezension einen einleitenden Satz zu finden, denn so ganz deutlich ist es nicht, was Volker Kutscher mit "Goldstein" da eigentlich verfasst hat. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman, ein zeitkritischer Krimi oder gibt es eine bessere Bezeichnung? Es hat von allem etwas, deshalb möchte ich mich lieber nicht festlegen. Ein Teil der Handlung ist ein Krimi: Zwei jugendliche Kaufhausdiebe werden auf frischer Tat ertappt, einer der Täter stirbt, die andere entkommt, nachdem sie zuvor Zeuge wurde, wie ihr Komplize von einem Polizisten getötet wurde. Der Hehler der Beiden wird ermordet. Die Polizei überwacht einen amerikanischen Killer, um zu verhindern, dass dieser seinem Gewerbe auch in Berlin nachgeht. Zwei Tote werden gefunden. Ein alter Mann stirbt in einem Krankenhaus und hat mehr Morphium im Körper, als ihm der Arzt verabreicht hat. Zwei konkurrierende Verbrecherbanden stehen kurz vor einem Krieg. Vieles ist auch Zeitgeschichte: Hohe Arbeitslosigkeit wirkt sich auf die Gesellschaft aus. Kommunisten gehen auf die Straße und demonstrieren nicht immer friedlich. Nationalsozialisten treten in Gruppen auf und sind dann gewaltbereit, wenn sie deutlich überlegen sind. Juden werden von nahezu allen anderen Bürgern als Aussenseiter angesehen, auch die, die in höheren Positionen z.B. bei der Polizei sind. Volker Kutscher ist es gelungen, die Handlung ganz dicht am Geist der damaligen Zeit zu halten. Man spürt so richtig, was sich da entwickelt und man möchte so gerne eingreifen. Ganz deutlich ist die Hilflosigkeit derjenigen, die Gefahren erkennen. Und die Personen sind, wie der Einband: Grau. Es gibt, wie auch in der heutigen Gesellschaft, kein schwarz und weiß, kein richtig oder falsch. In vielen Fällen können die handelnden Personen nur moralisch richtig handeln, indem sie Regeln brechen. Um Zeugen zu finden, muss man einbrechen. Um Zeugen zu schützen, muss man deren Festnahme verhindern. Um Informationen zu erhalten, muss man mit Verbrechern zusammenarbeiten. Insgesamt ist das Buch ganz ausgezeichnet geschrieben, immer spannend, mit vielen Hintergrundinformationen. Die Personen sind vielschichtig und haben Tiefe. Zwar müssen sie sich mit den Problemen ihrer Zeit auseinandersetzen, wie z.B. dem mühseligen Vergleichen von Fingerabdrücken, aber manche Probleme sind auch schon sehr modern, wie z.B. die Frage der Karriere einer Frau in einer Männerdomäne. Besonders gut hat mir gefallen, wie deutlich immer wieder auf die Zeit angespielt wurde. Wenn es die häufig genannten Zigarettenmarken, Tageszeitungen oder Kaufhäuser noch gabe, müsste man schon von "Schleichwerbung" sprechen.

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4

Bewertung von leserattebremen aus Berlin am 09.01.2014
Der neuste Krimi von Volker Kutscher ist spannend und mitreißend wie schon die Vorgänger. Endlich spielt auch Charly Ritter eine größere Rolle, da sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat und als Kommissaranwärterin in der Burg am Alexanderplatz arbeitet. Eigentlich ist sie der Inspektion G zugeteilt, wo alle Frauen arbeiten, doch für den aktuellen Fall wird sie an die Mordinspektion ausgeliehen. Wieder einmal kommt es zu Reibereien mit Gereons lockerer Art und seiner Unzuverlässigkeit. All dies geschieht vor dem Hintergrund der politischen Entwicklungen Anfang der 30er Jahre, die vor der Polizei nicht Halt machen. Die mörderischen Kämpfe zwischen Sozialisten und SS-Truppen verstärken sich und auch die Führungsebene des Polizeipräsidiums wird geradezu weggeputscht. All dies beeinflusst die Arbeit von Gereon und Charly jedoch noch wenig, da ihr Fall wenig politischen Bezüge hat. Ein großes Thema ist auch die Teilung Deutschlands durch die Entstehung des Staates Polen und die Abgrenzung Ostpreußens vom Deutschen Reich. Die ausgeprägte Antipolnische Stimmung und das überall präsente nationale Gedankengut schockieren Gereon Rath und behindern gleichzeitig seine Ermittlungen, da es in dem kleinen ostpreußischen Dorf keiner wagt, gegen Mitglieder von SS oder NSDAP auszusagen. Volker Kutscher zeichnet in seinem Roman ein graues und bedrückendes Bild von den politischen Verhältnissen, die den Hintergrund bilden für Gereon Raths Mordermittlungen bilden. Das gesamte Buch ist so spannend aufgebaut und hervorragend recherchiert, das man es unmöglich aus der Hand legen kann. Ein absolutes Muss für Krimifans.

Goldstein / Kommissar Gereon Rath Bd.3

Bewertung von sabatayn76 am 18.12.2011
'Der blanke Sozialneid, gepaart mit Rassenhass, eine schlimme Mischung.' Inhalt: Zwei obdachlose Jugendliche lassen sich über Nacht im KaDeWe einschließen, um Uhren und Schmuck stehlen und dann an einen Hehler verkaufen zu können. Doch Alex und Benny scheinen verraten worden zu sein, plötzlich ist das Kaufhaus voller Polizisten, Benny stürzt in den Tod, Alex gelingt nur knapp die Flucht. Gereon Rath wird in der Zwischenzeit auf einen neuen Fall angesetzt: Abraham Goldstein, mutmaßliches Mitglied eines New Yorker Gangstersyndikats, hat die USA verlassen, wird in Berlin erwartet und soll von Rath rund um die Uhr beschattet werden. Mein Eindruck: 'Goldstein' beginnt spannend und hält dieses Niveau über 574 Seiten aufrecht. Dabei kann man sich die Schauplätze von der ersten Seite an perfekt vorstellen, sich in die damalige Zeit gut eindenken und einfühlen. Seine Protagonisten hat Volker Kutscher dabei überzeugend charakterisiert - während des Lesens konnte ich mit fast allen Personen sympathisieren, da sie allesamt komplex und mit ihren guten und schlechten Eigenschaften dargestellt wurden. Hervorzuheben ist auch das Geschick des Autors, die zahlreichen Handlungsstränge miteinander zu verbinden, ohne dass man beim Lesen den Eindruck des Künstlichen / des Konstruierten erhält. Sehr gut gefallen hat mir auch der Einblick in die deutsche Geschichte der 1930er Jahre, wobei die Beschreibung der Stimmung im Berlin der erstarkenden SA und die Einbettung in die geschichtliche Epoche vom Autor hervorragend bearbeitet wurde. Mein Resümee: Mein erster, aber sicherlich nicht mein letzter Gereon Rath-Krimi. Sehr empfehlenswert!

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4

Bewertung von Joschne aus Sittensen am 19.12.2012
Ertrunken im Lastenaufzug - unter merkwürdigen Umständen kommt ein Spirituosenlieferant im legendären Berliner Vergnügungstempel »Haus Vaterland« ums Leben. Der rätselhafte Fall kommt Kommissar Gereon Rath mehr als ungelegen, denn er hat schon Ärger genug: Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten auf der Stelle, und dann kehrt seine große Liebe Charlotte »Charly« Ritter aus Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an - ausgerechnet in der Mordkommission. Der Tote im Aufzug scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins »Haus Vaterland« eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht. Volker Kutscher entwirft eine packende und komplexe Geschichte vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des Frühsommers 1932. Während die Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten immer mehr Todesopfer fordern, putscht Reichskanzler von Papen die demokratische Regierung Preußens aus dem Amt und mit ihr die Spitze der Berliner Polizei. Damit verschärft sich die Lage auch für Gereon Rath, der sich bisher der Protektion durch Polizeivizepräsident Bernhard Weiß sicher sein konnte.
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