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Man soll sich selbst nicht in die Karten schauen, sagt Hannah Arendt, aber im Sommer 1975 tut sie es trotzdem. Sie reist ein letztes Mal in das Tessiner Dorf Tegna, um Urlaub zu machen. Im Tessin fliegen ihre Gedanken nach Paris, Berlin, New York und Jerusalem, zurück an den Eichmann-Prozess im Jahr 1961. Die Kontroverse um ihr Buch Eichmann in Jerusalem forderte einen Preis, über den sie nie gesprochen hat. In ihrem letzten Sommer denkt sie an die prägenden Begegnungen ihres Lebens und auch an die Poesie, die wieder zu ihr zurückkehrt.»Das ist ja das Einzige, was wir fürchten, wenn wir ...
Man soll sich selbst nicht in die Karten schauen, sagt Hannah Arendt, aber im Sommer 1975 tut sie es trotzdem. Sie reist ein letztes Mal in das Tessiner Dorf Tegna, um Urlaub zu machen. Im Tessin fliegen ihre Gedanken nach Paris, Berlin, New York und Jerusalem, zurück an den Eichmann-Prozess im Jahr 1961. Die Kontroverse um ihr Buch Eichmann in Jerusalem forderte einen Preis, über den sie nie gesprochen hat. In ihrem letzten Sommer denkt sie an die prägenden Begegnungen ihres Lebens und auch an die Poesie, die wieder zu ihr zurückkehrt.
»Das ist ja das Einzige, was wir fürchten, wenn wir uns vor dem Ende bangen. Nicht den Tod, sondern diese Welt zu verlieren.«
Der Roman einer großen Lebensreise.
Mehr zum Buch und seiner Entstehungsgeschichte finden Sie hier .
»Das ist ja das Einzige, was wir fürchten, wenn wir uns vor dem Ende bangen. Nicht den Tod, sondern diese Welt zu verlieren.«
Der Roman einer großen Lebensreise.
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Hildegard E. Keller lebt in Zürich. Literaturprofessorin und -kritikerin. 2009-2019 Jurorin beim Bachmannpreis in Klagenfurt, 2012-2019 im Literaturclub des Schweizer Fernsehens. Weniger bekannt sind ihre eigenen Werke als Autorin (Hörspiele, Theater) und Dokumentarfilm-Regisseurin. Sie wirft einen frischen Blick auf Frauenleben (u.a. Hildegard von Bingen). Was wir scheinen ist ihr erster Roman.
Produktdetails
- Verlag: Eichborn
- Seitenzahl: 569
- Altersempfehlung: ab 16 Jahre
- Erscheinungstermin: 26. Februar 2021
- Deutsch
- ISBN-13: 9783751704083
- Artikelnr.: 60458526
»Als Leser sitzt man mit Hannah Arendt und ihren wechselnden Gesprächspartnern am Tisch und hört ihren Gesprächen zu. Weil diese überaus gescheit und anregend sind und auch den Humor nicht missen lassen, lohnt sich die Lektüre sehr.« Heribert Prantl im SZ-Newsletter »Die große Stärke dieses zudem unterhaltsam geschriebenen Romans ist es, dass man Hannah Arendt beim Zweifeln, beim Begreifen, beim Selberdenken eng begleiten darf.« Jens Uthoff, taz »Hildegard E. Keller ist mit WAS WIR SCHEINEN das Kunstwerk gelungen, einen Roman über Hannah Arendt zu schreiben, der sich leicht lesen lässt, ohne das Thema auf die leichte Schulter zu nehmen.« Eva Bachmann, Kulturmagazin Saiten »Was für ein Buch! Es fordert Aufmerksamkeit und schenkt Wissen, es
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ermuntert zum Denken, zur Teilnahme an einem ungewöhnlichen Leben, in das der Leser eintaucht, als wenn er der nun verstorbenen Frau persönlich begegnet. Welch eine literarisch-stilistische Leistung, ich bin wirklich begeistert.« Rita Hoffmann, Kultur »Es verwischen sich Fakten und man erlangt mit den Erinnerungen der fiktiven Hannah Arendt einen enormen Eindruck von Wirken und Leben der realen Persönlichkeiten und Ereignisse. Hildegard E. Keller schreibt mit viel Wissen und Empathie, Hannah Arendt kommt durch Quellen gestützt selbst zu Wort.« Hauke Harder, Leseschatz »Keller hütet sich davor, ins Voyeuristische abzugleiten, sondern bleibt mit ihrer Figur auf Augenhöhe. Ein einfühlsames Portrait einer Denkerin zwischen den Stühlen, das Authentizität schafft und Stärke beweist.« Anika Waldorf, literaturkritik.de »Keller gelingt mit der Anlage ihres Buchs ein Überraschungscoup. Denn selbst vielen Arendt-Kennerinnen und -Kennern ist oft nicht bewusst, welche Rolle die Schweiz und das Tessin im Leben dieser Frau spielten, die lange in New York lebte.« Jürg Steiner, Bündner Tagblatt »Hildegard Keller bringt die Frau, die in die Abgründe eines Jahrhunderts geschaut hat, zurück ins Leben.« Stefan Busz & Priska Amstutz, Tagesanzeiger Porträt im Schweizer Fernsehen: SRF Gesichter und Geschichten Buchvorstellung auf SRF Kulturplatz: Macht und Gewalt
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Zum Inhalt:
Im Sommer des Jahres 1975 reist Hannah Arendt von New York in die Schweiz in das Tessiner Dorf Tegna, Sie erinnert sich an die Zeiten in Berlin, Paris, Israel und Rom und nicht zuletzt an den Eichmann-Prozess. Das Buch über den Eichmann-Prozess forderte einen Preis, über den …
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Zum Inhalt:
Im Sommer des Jahres 1975 reist Hannah Arendt von New York in die Schweiz in das Tessiner Dorf Tegna, Sie erinnert sich an die Zeiten in Berlin, Paris, Israel und Rom und nicht zuletzt an den Eichmann-Prozess. Das Buch über den Eichmann-Prozess forderte einen Preis, über den sie nie gesprochen hatte.
Meine Meinung:
Ich fand das Buch sehr anspruchsvoll und echt schwer zu lesen. Wenn man über Hannah Arendt nicht so sehr viel weiß und ich weiß nicht viel über sie, dann hat man echt Mühe, überhaupt nachvollziehen zu können, worum es gerade geht, wo sie gerade ist. Das machte das Buch echt anstrengend zu lesen. Dennoch hat es einen gewissen Reiz und der liegt für mich tatsächlich im Schreibstil begründet, der gut ist, teilweise sogar sehr gut ist. Mal etwas hart geschrieben, dann wieder mit einer gewissen Leichtigkeit. Das hat mich dann doch bei der Stange gehalten.
Fazit:
Anspruchsvoll
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Im Sommer 1975 reist Hannah Arendt ein letztes Mal von New York in die Schweiz. In dem kleinen Tessiner Dort Tegna erinnert sie sich an die Vergangenheit und reist gedanklich an unterschiedliche Stationen: Berlin, Paris, New York, Israel und Rom. Natürlich kommen auch die Erinnerungen an den …
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Im Sommer 1975 reist Hannah Arendt ein letztes Mal von New York in die Schweiz. In dem kleinen Tessiner Dort Tegna erinnert sie sich an die Vergangenheit und reist gedanklich an unterschiedliche Stationen: Berlin, Paris, New York, Israel und Rom. Natürlich kommen auch die Erinnerungen an den Eichmann-Prozess im Jahr 1961 hoch und damit an ihr Buch „Eichmann in Jerusalem“, das bis heute umstritten ist.
Dier Autorin Hildegard Keller erzählt mit Sachverstand über Hannah Arendt. Ich denke, dass dieses Buch nicht jedermanns Sache ist. Mann muss sich schon für Hannah Arendt und die deutsche Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts interessieren. Der Erzählstil ist anspruchsvoll und nicht ganz einfach zu lesen, so dass ich für das Buch eine Weile gebraucht habe. Ich hatte auch erwartet, mehr über ihre Internierung und den Eichmann-Prozess zu erfahren, doch das wird relativ kurz abgehandelt. Dafür lernt man die lyrische und philosophische Seite von Hannah Arendt besser kennen. Sie hat viele berühmte bekannte Persönlichkeiten kennengelernt und sie erinnert sich an diese Kontakte zurück.
Sie war eine eigensinnige und kämpferische Frau, die häufig angeeckt ist.
Dieses Portrait über Hannah Arendt ist ein Roman der ruhigen Töne. Mit hat es gefallen.
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Mit „Was wir scheinen“ hat die Literaturwissenschaftlerin Hildegard E. Keller den ersten Roman über das Leben der politischen Philosophin Hannah Arendt verfasst.
Fast liebevoll und mit fundiertem Hintergrundwissen, zeichnet die Autorin das Porträt einer freiheitsliebenden Frau …
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Mit „Was wir scheinen“ hat die Literaturwissenschaftlerin Hildegard E. Keller den ersten Roman über das Leben der politischen Philosophin Hannah Arendt verfasst.
Fast liebevoll und mit fundiertem Hintergrundwissen, zeichnet die Autorin das Porträt einer freiheitsliebenden Frau und großen Denkerin.
In dem Buch begleiten wir Hannah Arendt auf ihre letzte Reise in das Schweizerische Tegna, den Ort, an dem sie so gerne ihren Urlaub mit ihrem geliebten zweiten Ehemann Heinrich verbrachte.
Von hier aus lässt Hannah Arendt gedanklich Teile ihres Lebens Revue passieren.
Wir folgen Ihrem Weg von Deutschland nach Paris, Lissabon bis nach New York, wo sie zeitlebens ihren Wohnsitz haben wird.
Thematisiert wird auch der Eichmann-Prozess, den Arendt 1961 in Jerusalem als Journalistin begleitete.
Berichtet wird ebenfalls von ihren vielen intensiven und lebenslangen Freundschaften.
Mit viel Detailliebe und auf ruhige Art und Weise, zeigt die Autorin die weiche und private Seite einer starken Frau.
Ein gelungenes Porträt, dass in manchen Passagen, für meinen Geschmack leider ein paar Längen hatte.
Das Buch ist definitiv sehr informativ und lesenswert!
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Schreibstil:
Der Schreibstil war nicht unbedingt leicht zu lesen für einen Roman. Es war schon etwas anspruchsvoller, aber auch nicht schwer. Nach einiger Zeit war das Buch dann doch leichter zu lesen gewesen.
Meinung:
Ich hatte vor dem Beginn des Buches etwas Angst, dass man etwas …
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Schreibstil:
Der Schreibstil war nicht unbedingt leicht zu lesen für einen Roman. Es war schon etwas anspruchsvoller, aber auch nicht schwer. Nach einiger Zeit war das Buch dann doch leichter zu lesen gewesen.
Meinung:
Ich hatte vor dem Beginn des Buches etwas Angst, dass man etwas Hintergrundwissen zu Hannah Arendt brauch, welches ich leider nicht großartig besaß. Dieses war zwar nicht für den Verlauf der Geschichte notwendig, aber wäre trotzdem etwas gut gewesen um das Buch leichter lesen zu können.
Das Portait über Hannah Arendt hat mir sehr gut gefallen. Es war sehr schön zu lesen und auch berührend.
Was ich schön fand war, dass einzelne Gedichte und Ausschnitte aus Briefen in das Buch eingearbeitet worden sind. Dadurch hat sich das Lesen etwas leichter und abwechslungsreicher gestaltet.
Fazit:
Ein gutes Buch, welches die Geschichte einer starken Persönlichkeit erzählt. In dem Buch gibt es einige Dinge, die man für sein eigenes Leben mitnehmen kann.
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„Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller ist ein Roman, in dem in fiktionaler Form „mit viel künstlerischer Freiheit“ die Lebensgeschichte von der jüdischen US-amerikanischen Theoretikerin Hannah Arendt dargestellt wird.
Während ihres Urlaubs im Tessiner …
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„Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller ist ein Roman, in dem in fiktionaler Form „mit viel künstlerischer Freiheit“ die Lebensgeschichte von der jüdischen US-amerikanischen Theoretikerin Hannah Arendt dargestellt wird.
Während ihres Urlaubs im Tessiner Dorf Tenga in der Schweiz im Sommer 1975 erinnert sich Hannah an die verschiedenen Jahrzehnte ihres bisherigen Lebens zurück. Die verschiedenen Stationen ihres Lebens werden den Leser*innen durch beispielsweise Briefe näher gebracht. Sie blickt dabei nicht nur auf die - der Öffentlichkeit bekannten - Stationen ihres Lebens zurück, sondern unter anderem auch auf unbekanntere Lebensstationen.
Allerdings wird das Gesamtbild des Romans durch die unkommentierte Verwendung von rassistischen Wörtern wie das N-Wort und das Z-Wort betrübt.
Falls in einer weiteren Auflage das N-Wort und das Z-Wort gestrichen werden, ist der Roman ein aufschlussreicher Zeitvertreib für Menschen, die sich bereits mit Hannah Arendt auseinandergesetzt haben, um weitere Winkel der Lebensgeschichte Hannah Arendts kennenzulernen.
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„Hannah Arendts Leben, ihr Werk, ihr Temperament, ist Kraftnahrung vom Feinsten.“ So äußert sich die Autorin Hildegard E. Keller über ihren Roman „Was wir scheinen“. Auf über 550 gehaltvollen Seiten werden wesentliche Episoden und Begegnungen der …
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„Hannah Arendts Leben, ihr Werk, ihr Temperament, ist Kraftnahrung vom Feinsten.“ So äußert sich die Autorin Hildegard E. Keller über ihren Roman „Was wir scheinen“. Auf über 550 gehaltvollen Seiten werden wesentliche Episoden und Begegnungen der Protagonistin Hannah Arendt eindrücklich und frisch geschildert. Schon der Titel verrät, dass es dabei darum geht, unter die Oberfläche zu schauen. Und das tut die Autorin. Sie macht das Leben, Schreiben und Denken von Hannah Arendt in einer Weise lebendig, dass man als Leser*in glaubt, unmittelbar dabei zu sein.
Die 69-jährige Hannah Arendt fährt im Sommer 1975 zur Erholung ins Tessin nach Tegna, wo sie bereits viele Jahre ihren Urlaub verbracht hat. Es wird ihr letzter Urlaub dort sein, doch das weiß sie nicht. Obwohl sie bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, bleibt sie dabei, eine starke Raucherin zu sein und vertritt das offensiv ihrem Herzspezialisten gegenüber, der neben seiner Profession als Kardiologe auch Interesse an philosophischen Fragestellungen zeigt. Das Gespräch und die weitere Korrespondenz zwischen ihm und Hannah Arendt ist nur ein Beispiel für viele weitere Kontakte und Unterhaltungen in diesem Buch.
In Rückblenden scheinen viele Begegnungen mit interessanten Gesprächspartner*innen, Freund*innen und Bekannten auf. Nicht wenige davon sind für Hannah Arendt lebenslange Begleiter*innen geworden, die immer wieder in ihren Reflexionen und Erinnerungen eine Rolle spielen. Angefangen von ihren beiden Ehemännern, über ihre Hochschullehrer Martin Heidegger und Karl Jaspers bis zu Kurt Blumenfeld, um nur einige zu nennen. Daneben viele andere weniger wichtige, die jedoch dazu dienen, ihr Denken sichtbar zu machen. Eine besondere Stellung und den anteilig größten Raum im Buch nehmen die Auseinandersetzung mit Adolf Eichmann und die darauf folgenden Anfeindungen und Sanktionen ein, die Hannah Arendt treffen.
Die personale Erzählweise erlaubt es Hildegard E. Keller, die Innensicht ihrer Protagonistin, ihre Gefühle, ihre Erfahrungen und ihre Gedanken darzustellen. Fiktion ist mit historisch verbürgten und gut recherchierten Tatsachen zu einer untrennbaren Einheit verbunden, die auch nicht durch die Originalzitate gestört wird, die im Druck abgesetzt an vielen Stellen den Persönlichkeiten ihre eigene Stimme geben.
In geschickter Weise wird die Gegenwart in Tegna im Jahre 1975 mit vergangenen Jahren von 1941 bis 1969 verknüpft. Die Kapitel wechseln sich in den Zeitebenen ab. Ausgespart wird bei diesem reichen Leben alles, was vor der Landung in den USA geschah. Vertreibung, Internierung, Flucht, liegen bereits hinter ihr und werden nur am Rande erwähnt.
Die Fülle des Stoffs sowie der Personen ist zugleich die Schwäche des Romans, der auf die Dauer immer zäher erscheint. Um das Buch mit Gewinn zu lesen, braucht es ein solides Hintergrundwissen. Ein*e Leser*in muss bereits mit dem Leben und den Gedanken von Hannah Arendt vertraut sein, um die vielen Anspielungen und Vorausdeutungen zu verstehen, die den Lesefluss sonst leicht hemmen oder unterbrechen könnten. Kenntnisse im Bereich von Philosophie und Zeitgeschichte sind hilfreich.
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Ein Leben in zarten Tönen wiedergegeben
Hannah Arendt reist 1975 ein letztes Mal von New York in die Schweiz. Hier möchte sie noch einmal ihr bewegtes Leben Revue passieren lassen. Die Flucht aus Deutschland nach Frankreich und schließlich in die USA, sowie der Eichmann-Prozess in …
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Ein Leben in zarten Tönen wiedergegeben
Hannah Arendt reist 1975 ein letztes Mal von New York in die Schweiz. Hier möchte sie noch einmal ihr bewegtes Leben Revue passieren lassen. Die Flucht aus Deutschland nach Frankreich und schließlich in die USA, sowie der Eichmann-Prozess in Jerusalem spielen eine tragende Rolle.
In ruhiger, ja teils poetischer Sprache, lässt Hildegard E. Keller die Leser teil an Ausschnitten aus Hannah Arendts Leben haben. Sie blickt immer wieder auf Gespräche mit ihr wichtigen Personen zurück. So trifft sie zum Beispiel auf die junge Ingeborg Bachmann und lädt sie zum Kaffee ein.
Ich persönlich fand den Roman etwas langatmig. Das wirklich Interessante im Leben von Hannah Arendt, wie der Eichmann-Prozess oder ihre Flucht aus einem Internierungslager in Frankreich, spielen nur am Rand eine Rolle. Es wird sehr viel gesprochen und reflektiert. Das kann ganz schön ermüdend sein.
Wer aber die poetische Seite von Hannah Arendt zu schätzen weiß, wird bei dem Roman auf seine Kosten kommen. Die Autorin zitiert immer mal wieder aus den Gedichten und zeigt somit auch die eher unbekannte Seite Arendts.
Auf Spannung wird in diesem Buch weitgehend verzichtet. Es sind eher die poetischen, leisen Töne, die Hildegard E. Keller hier anklingen lässt.
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Eine Lebensreise
„Was wir scheinen“ ist das Debüt der Schweizer Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Hildegard E. Keller.
Ich lese sehr gerne Biografien über starke Persönlichkeiten und das ist Hannah Arendt definitiv. Eine Frau, die als …
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Eine Lebensreise
„Was wir scheinen“ ist das Debüt der Schweizer Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Hildegard E. Keller.
Ich lese sehr gerne Biografien über starke Persönlichkeiten und das ist Hannah Arendt definitiv. Eine Frau, die als Querdenkerin wahrgenommen wurde, bekannt wurde mit ihrer Berichterstattung über den Eichmann-Prozeß und heute eine der bedeutendsten Frauen des 20. Jahrhunderts ist.
In diesem Roman gibt die Autorin intensive und intime Einblicke in das Leben von Hannah Arendt. Sie berichtet nicht chronologisch, sondern springt zwischen den Zeiten und Orten hin und her. Die Handlung beginnt 1975 auf der Reise nach Tegna in einem Zug. Man durchlebt mit ihr die verschiedensten Stationen ihres Lebens, reist von Königsberg über Berlin und Paris nach New York und Jerusalem, Zürich, Basel und Rom wieder nach Tessin. Hannah Arendt wird in diesem Roman lebendig und ihr Drang unabhängig und frei zu sein ist spürbar. Dabei findet der Eichmann-Prozess natürlich auch Platz und man begegnet weiteren bekannten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.
Der Erzählstil ist lebendig, Dialoge, Zitate und kurze Gedichte sorgen für Abwechslung.
Genau wie das Buch begann, endet es auch: in einem Zug. Damit hat die Autorin einen wunderbaren Bogen gespannt und das Leben von Hannah Arendt geschickt eingerahmt.
Ich habe mit diesem Roman eine ganz neue Seite von der unbequemen Querdenkerin und Philosophin kennengelernt. Sie hatte auch eine verletzliche und sanfte Seite, die die Öffentlichkeit nicht zu sehen bekam.
Man merkt, dass Hildegard E. Keller für ihr Buch ausgiebig recherchiert hat und wer sich für interessante Persönlichkeiten des 20 Jahrhunderts interessiert, sollte dieses Buch lesen.
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"Was wir scheinen" von Hildegard E. Keller ist ein fiktiver Roman, basierend auf bekannten Fakten über das Leben der Professorin Hannah Arendt.
Der Ich-Erzähler ist Hannah selbst, der Leser begleitet sie, ausgemalt mit einer wunderbaren, wortmalerischen Sprache, durch einen …
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"Was wir scheinen" von Hildegard E. Keller ist ein fiktiver Roman, basierend auf bekannten Fakten über das Leben der Professorin Hannah Arendt.
Der Ich-Erzähler ist Hannah selbst, der Leser begleitet sie, ausgemalt mit einer wunderbaren, wortmalerischen Sprache, durch einen Rückblick auf ihr Leben. Beginnend mit ihrer Reise in das italienische Tegna im Juli 1975, zurück in den 2. Weltkrieg, die Flucht über Paris nach Manhattan, Reisen nach Deutschland, Jerusalem und die Schweiz. Es endet mit ihrer Heimreise im August 1975. Dabei wechselt die Autorin mehrfach die Zeitebenen.
Die Erzählung basiert zum Grossteil aus Dialogen, Auszügen aus Briefen, Gedichten und Werken von Hannah Arendt.
Sie hat eine Vorliebe für Kant- und Brecht, und bevorzugt die Kreise Intellektueller (beispielsweise Walter Benjamin, Ingeborg Bachmann, Gerhard Scholem, Kurt Blumenfeld, Uwe Johnson, Martin Heidegger und Karl Jaspers). Da ich bisher von Frau Arendt nicht mehr kannte als ihr Buch zum Eichmann-Prozess, den sie als Reporterin begleitete, sagten mir diese Namen erstmal nichts und regten mich dazu an, die Zusammenhänge und Hintergründe nachzulesen.
Ich habe einen guten Einblick in die Person Hannah Arendt erhalten und kann den Roman jedem an's Herz legen, dercsich mit ihrem Leben und Wirken beschäftigen möchte.
In anderen Rezensionen habe ich Kritik an der unkommentierten Verwendung des "N-" und "Z-Wortes" gefunden. Ich persönlich kann mich dieser Kritik nicht anschliessen. In dem Buch geht es um eine Frau, in deren Generation beide Worte ganz selbstverständlich benutzt wurden, und alltäglichen Sprachgebrauch darstellten. Das sollte einem schon klar sein, auch ohne eine expliziete Kommentierung des Verlags. Man muss m. E. nicht alles Selbstverständliche noch lange zusätzlich breit treten.
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Das Leben der Hannah Arendt
Hildegard E. Keller ist eine bekannte Literaturkritikerin und hat auch ein beträchtliches Werk an literaturwissenschaftlichen Veröffentlichungen, aber Was wir scheinen ist ihr erster Roman. Er erzählt von Hannah Arendt, die eine bedeutende Denkerin und …
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Das Leben der Hannah Arendt
Hildegard E. Keller ist eine bekannte Literaturkritikerin und hat auch ein beträchtliches Werk an literaturwissenschaftlichen Veröffentlichungen, aber Was wir scheinen ist ihr erster Roman. Er erzählt von Hannah Arendt, die eine bedeutende Denkerin und Stimme in der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts war.
Ich glaube, dass der Roman über Hannah Arendts Lebens mit Schwerpunkt nach dem Krieg bis 1975, auch für Leser geeignet ist, die Hannah Arendt nicht kennen. Obwohl es natürlich von Vorteil ist, Arendts Leben und Werk zumindest in groben Zügen zu kennen. Komplex und relevant genug ist es.
Entscheidend ist, das hier schwerpunktmäßig Hannah Arendt in erste Linie als Mensch gezeigt wird.
Als Jüdin flüchtete Hannah Arendt erst nach Paris, später in die USA. Erst war sie noch staatenlos, später bekam sie die US-Staatenschaft und fühlt sich auch als Amerikanerin.
Der nicht linear erzählte Roman wechselt in Zeiten und Orten. Das funktioniert sehr gut.
Hildegard E.Keller hat einen angenehmen Stil.Meisterhaft kann sie die Gedanken der Hauptfigur darstellen und auch die Dialoge sind gro0artig.
Eine wichtige Passage im Buch ist Arendts Besuch in Jerusalem, wo sie den Prozess gegen Adolf Eichmann verfolgt und darüber ein bedeutendes, aber umstrittenes Buch schreiben wird.
Sehr gefallen haben mir die Passagen mit Arendt als Dozentin in Berkeley.
Hannah Arendt hatte Freundschaften mit bekannten Leuten wie Martin Heidegger, Karl Jaspers; Walter Benjamin, Ingeborg Bachmann und Mary McCarthy.
Überraschend sind die Gedichte von Hannah Arendt, die im Buch verstreut auftauchen. Das gibt ihrer Persönlichkeit eine weitere, sanftere Note hinzu.
Obwohl Hannah Arendts kämpferische und widerspenstige Art im Buch insgesamt vielleicht etwas zu wenig betont wird.
Insgesamt entsteht ein gutes Gesamtbild der Persönlichkeit Arendts und ein Buch, das ich mit Vergnügen gelesen habe.
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