Nicht lieferbar

Sam Savage
Broschiertes Buch
Firmin
Ein Rattenleben. Roman
Übersetzung: Aeckerle, Susanne; Balkenhol, Marion; Gieselbusch, Hermann
Versandkostenfrei!
Nicht lieferbar
'Boston in den 60er Jahren. Im schäbigen Keller der Buchhandlung am Scollay Square wird Rattenjunge Firmin geboren. Er ist der Kleinste im Wurf und kommt immer zu kurz. Als der Hunger eines Tages zu schlimm wird, knabbert er die in den Regalen lagernden Bücher an. Eines nach dem anderen wird gefressen, bis Firmin entdeckt, dass auf dem Papier etwas steht, was ihn sein Elend vergessen lässt: Ob Lolita oder Ford Madox Ford, ob Moby Dick oder Cervantes, die Welt der Menschen verspricht Abenteuer und Liebe, Krieg und Frieden, kurz: alles, was eine Ratte nicht hat. Voller Neugier sucht Firmin di...
'Boston in den 60er Jahren. Im schäbigen Keller der Buchhandlung am Scollay Square wird Rattenjunge Firmin geboren. Er ist der Kleinste im Wurf und kommt immer zu kurz. Als der Hunger eines Tages zu schlimm wird, knabbert er die in den Regalen lagernden Bücher an. Eines nach dem anderen wird gefressen, bis Firmin entdeckt, dass auf dem Papier etwas steht, was ihn sein Elend vergessen lässt: Ob Lolita oder Ford Madox Ford, ob Moby Dick oder Cervantes, die Welt der Menschen verspricht Abenteuer und Liebe, Krieg und Frieden, kurz: alles, was eine Ratte nicht hat. Voller Neugier sucht Firmin die Freundschaft zu Buchhändler Norman. Als dieser einen Giftanschlag auf ihn verübt, muss Firmin einsehen, dass er in den Augen der Menschen wohl doch nichts weiter ist als ein lästiges Tier. Wie so oft im Leben zeigt sich aber gerade in den dunkelsten Stunden ein Licht am Ende des Tunnels. Sam Savages Roman erzählt von den Hoffnungen und Idealen der Beat-Generation und von der Fähigkeit, immer wieder aufzustehen, möge es noch so hart kommen.
Sam Savage wurde in South Carolina geboren und lebt heute in Madison, Wisconsin. Er promovierte in Philosophie, unterrichtete auch kurzfristig, arbeitete als Tischler, Fischer, Drucker und reparierte Fahrräder.
Produktdetails
- List Taschenbücher Nr.60921
- Verlag: List TB.
- Originaltitel: Firmin. A Metropolitan Lowlife
- Seitenzahl: 208
- Erscheinungstermin: 9. September 2009
- Deutsch
- Abmessung: 187mm x 125mm x 19mm
- Gewicht: 234g
- ISBN-13: 9783548609218
- ISBN-10: 354860921X
- Artikelnr.: 26380658
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Firmin wächst als 13. Ratte eines Wurfs in einer Bostener Buchhandlung der 60´er Jahre auf. Seine Mutter ist Alkoholikerin und seine Geschwister sind auch nicht viel anders. Um sich halbwegs über Wasser zu halten, isst Firmin die Bücher. Doch als er erkennt, dass dort etwas …
Mehr
Firmin wächst als 13. Ratte eines Wurfs in einer Bostener Buchhandlung der 60´er Jahre auf. Seine Mutter ist Alkoholikerin und seine Geschwister sind auch nicht viel anders. Um sich halbwegs über Wasser zu halten, isst Firmin die Bücher. Doch als er erkennt, dass dort etwas geschrieben steht und er es lesen kann, wird er zur Leseratte, die die Bücherei nicht mehr verlassen will. Und so lebt er dahin, mit immer neuem Wissen, beobachtet die Menschen und kann sich doch nicht verständlich machen, reden kann er nämlich nicht.
Ein doch nachdenkliches Buch über den Sinn des Lebens, Freundschaft und Einsamkeit.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Firmin wird als letzter eines aus 13 kleinen Ratten bestehenden Wurfes geboren und muss sich von Anfang an schon durchboxen. Sei es, um eine Zitze bei seiner Mam zu erwischen oder sich gegen seine Geschwister durchzusetzen. Um nicht zu verhungern, fängt er an, Teile des Nestes zu fressen. Und …
Mehr
Firmin wird als letzter eines aus 13 kleinen Ratten bestehenden Wurfes geboren und muss sich von Anfang an schon durchboxen. Sei es, um eine Zitze bei seiner Mam zu erwischen oder sich gegen seine Geschwister durchzusetzen. Um nicht zu verhungern, fängt er an, Teile des Nestes zu fressen. Und das besteht aus zerrissenen Buchseiten. Firmin merkt, dass verschiedene Buchseiten unterschiedlich schmecken und macht sich an die Erkundung seiner Umgebung, einem riesigen Buchladen. Und so lernt Firmin lesen. Nichts ist vor im sicher. Aber seine größte Liebe gilt den Menschen. Und diesen nähert er sich Schritt für Schritt.
Der Klappentext verspricht einen Roman, der sich um das Leben einer Ratte dreht, die Bücher – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Fressen gern hat.
Und er hält dies auch. Jedoch nicht in witziger, sondern in philosophisch-nachdenklicher Form.
Erzählt wird aus der Sicht von Firmin, der sich mehr und mehr zu den Menschen hingezogen fühlt und sich auch teilweise wie einer verhalten möchte.
Seine zweite große Liebe neben dem Entdecken des Menschseins sind wohl die Bücher. Unzählige verschlingt er in seinem kurzen Leben. Von Charles Dickens über Jane Austen bis hin zu Fachbüchern aus dem Bereich der Medizin, Bergbau und anderen für ihn relevanten Themen.
Selbst die Gebärdensprache bringt er sich zu kleinen Teilen bei.
Die Geschichte Firmins lässt sich in relativ kurzer Zeit lesen, doch macht dies auch Spaß. Denn was ist interessanter, als eine bibliophile Ratte durch ihr Leben zu begleiten?
Eigentlich kennt man es ja, dass gerade sehr philosophisch angehauchte Romane sehr anstrengend zu lesen sind, doch ist hier der Gegenteil der Fall. In einem flüssig zu lesenden Schreibstil wird man durch die Klassiker der Literatur geführt und auch durch Firmins Rattenleben.
Interessanterweise hat es mich sehr berührt zu lesen, wie sich der Autor vorstellt, wie sich eine Ratte verhält, was sie denkt und vor allem wie sie versucht, Anschluss an einen Menschen zu finden.
Die leisen Untertöne, die manchmal zwischen den Zeilen herauszuhören bzw. zu lesen sind, sind fein und vermitteln eine unterschwellige Botschaft. Welche, muss selbst herausgefunden werden.
Fazit:
Eine kleine, aber feine Geschichte.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Firmin kommt als 13. Rattenjunges in einer Buchhandlung zur Welt, im Vergleich zu seinen Geschwistern körperlich eher zurückgeblieben und wenig durchsetzungsstark. Statt sich mit ihnen ums Fressen zu streiten, frisst er sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Bücher um ihn herum. …
Mehr
Firmin kommt als 13. Rattenjunges in einer Buchhandlung zur Welt, im Vergleich zu seinen Geschwistern körperlich eher zurückgeblieben und wenig durchsetzungsstark. Statt sich mit ihnen ums Fressen zu streiten, frisst er sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Bücher um ihn herum. Und stellt zu seiner eigenen Verwunderung eines Tages fest, dass er lesen kann. Um sich die geistige Nahrung zu erhalten, hält er sich beim Fressen nunmehr an die Ränder und Einbände - und verschlingt zusätzlich den Inhalt mit den Augen in großen Mengen. Durch all das Wissen das er auf diese Art und Weise ansammelt, fühlt er sich den Menschen immer mehr verbunden und wünscht sich nichts sehnlicher als von ihnen als einer der ihren anerkannt zu werden. Firmin versucht mit dem Buchhändler in Kontakt zu treten, doch all seine Bemühungen scheitern: Zeichensprache, Schreibmaschine, Blickkontakt (Computer gab es noch nicht). Als er in einer gefährlichen Situation von einem anderen Menschen gerettet und 'adoptiert' wird, hat Firmin zwar den gewünschten direkten Kontakt, doch die Anerkennung als Wesensgleicher bleibt ihm weiterhin versagt. Er arrangiert sich mit der Situation, spielt das putzige Haustier und erträumt sich seine Welt...
Zu Beginn ist man verwundert: Der Sprachstil ist für eine Ratte doch sehr gewählt, wenn nicht sogar gelegentlich etwas geschraubt. Doch bald wird einem bewusst, wieviel Firmin in seinem doch recht kurzen Leben bereits gelesen hat. Und dass er mit diesem Wissen und der sich angeeigneten Bildung so manchen Menschen weit übertrifft. Dennoch: Eine Ratte ist eine Ratte ist eine Ratte.
Eine moderne Fabel die mit etwas Nachdenken klar macht, wie wenig äußere Attribute doch etwas über das aussagen, was dahinter steckt. Und das alles ohne moralischen Zeigefinger. Lesenswert!
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Firmin, eine kleine magere Ratte, wird im feuchten Keller einer Buchhandlung in Boston Mitte der 60er Jahre geboren.
Als kleinster im Wurf kommt er nie an etwas Milch von seiner trinkenden Mutter, und so sieht er nur jedes Mal zu, wie seine Geschwister angetrunken, durch die alkoholisierte Milch, …
Mehr
Firmin, eine kleine magere Ratte, wird im feuchten Keller einer Buchhandlung in Boston Mitte der 60er Jahre geboren.
Als kleinster im Wurf kommt er nie an etwas Milch von seiner trinkenden Mutter, und so sieht er nur jedes Mal zu, wie seine Geschwister angetrunken, durch die alkoholisierte Milch, in ihrem Nest aus zerrissenen Buchseiten, herumlaufen. So kommt es das Firmin sich langsam selbst durch die Seiten frisst.
Als seine Mutter dann meint, dass sie ihre Kinder gut genug ausgebildet hat verlässt sie alle und geht wieder raus auf die Straße, und auch keiner von Firmins Rattengeschwistern bleibt bei ihm in der Buchhandlung.
Er erkundet den Keller und etwas später wagt er sich durch die Rohre die durch die Wände laufen auch in die oberen Stockwerke.
Langsam ließt er sich durch die Bücher, doch was soll er mit seinem Wissen anfangen?
Auf der Suche nach Verständnis und Erwiderung begibt er sich raus auf die Straße. Doch lange übersteht er nicht, hungrig und ausgelaugt ließt ihn jemand auf, ein Schriftsteller…<br />Ich fand das Buch sehr schön und einfallsreich geschrieben, es ist lustig und spiegelt manchmal auch das eigene Leben wider, ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Firmin kommt in Boston in einem Buchladen zur Welt - sein Schicksal ist damit eigentlich schon besiegelt. Die kleine Ratte Firmin ist das schwächste von 13 Kindern der dicken, saufenden Ratte Flo und wird von seinen Geschwistern weggejagt, wenn es Essen gibt. Um nicht zu hungern, fängt er …
Mehr
Firmin kommt in Boston in einem Buchladen zur Welt - sein Schicksal ist damit eigentlich schon besiegelt. Die kleine Ratte Firmin ist das schwächste von 13 Kindern der dicken, saufenden Ratte Flo und wird von seinen Geschwistern weggejagt, wenn es Essen gibt. Um nicht zu hungern, fängt er an Bücher zu essen. Er futtert sich durch die Bücher wie ein Bücherwurm. Doch irgendwann beginnt er zu lesen, hier einen Absatz dort eine Seite, dann ganze Bücher. Die Bücher werden alles, was ihm etwas bedeutet und so kämpft er sich durch seine kleine, aber anstrengende Welt- alles aus der Rattenperspektive. Er muss lernen, dass die Menschen es nicht immer gut meinen mit ihm, dass aber nicht alle Menschen schlecht sind. Am Ende findet er sogar einen Freund, der ihn aufnimmt und ihn ein Stück durch sein Leben begleitet.
„Firmin“ wirkt auf den ersten Blick wie ein fröhlicher, witziger Tierroman, ist aber eigentlich eine traurige Geschichte über Einsamkeit, den Wunsch geliebt zu werden und die Suche nach einer Heimat. Firmin fühlt sich immer allein, als kämpfe er gegen die ganze Welt und kleine Hoffnungsschimmer werden meist schnell wieder vernichtet. Weil sein Leben ihm so düster und traurig erscheint, beginnt er, sich ein anderes Leben zu träumen, es immer wieder umzudichten, zu erweitern und zu verschönern. Daher weiß man als Leser auch gar nicht, welche Fassung dieser Dichtung man gerade liest. Ist es das Original, das wirkliche Leben von Firmin? Oder ist es schon erfunden? Welche Personen gab es wirklich in seinem Leben, welche hat er dazu gesponnen, um die düsteren Seite der Geschichte abzumildern? Der Roman ist sehr nachdenklich, doch stellenweise auch witzig, wenn zum Beispiel die Ratte uns Leser direkt anspricht, uns vorwirft, ihm nicht zu glauben, ihn auszulachen, Vorurteile zu haben. Wir sollen ihn so nehmen wie er ist und seine Geschichte so, wie er sie uns erzählt- ob wahr oder nicht, ist egal. Es ist sein Leben wie Firmin es haben will, und damit ist es für ihn so wichtig als wäre es die Wahrheit.
Sam Savages Debütroman „Firmin“ kann man jedem empfehlen, der ein besonderes Buch sucht, etwas, das in Erinnerung bleibt und einen länger begleitet, weil es immer wieder gelesen wird. Vielleicht findet man zwischen den Zeilen dann irgendwann doch noch Firmins wahre Geschichte.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Als die Ratte Firmin das Licht der Welt erblickt, ist er das dreizehnte Rattenkind und damit auch der Kleinste und Schwächste des Wurfes. Er wächst in einer Bostoner Buchhandlung auf und entdeckt schnell die Faszination der Bücher. Wo er sich zuerst noch bei den Werken durchfuttert, …
Mehr
Als die Ratte Firmin das Licht der Welt erblickt, ist er das dreizehnte Rattenkind und damit auch der Kleinste und Schwächste des Wurfes. Er wächst in einer Bostoner Buchhandlung auf und entdeckt schnell die Faszination der Bücher. Wo er sich zuerst noch bei den Werken durchfuttert, liest er nach kurzer Zeit schon alles, was er bekommen kann, durch.
So entdeckt er nicht nur spannende Geschichten, sondern lernt auch die Menschen um sich herum kennen und ist fasziniert von dessen Leben.
„Firmin – Ein Rattenleben“ von Sam Savage ist ein Buch, welches mich persönlich schon durch seine Aufmachung neugierig machte. Bei unserer Ausgabe handelt es sich um die, dessen Deckblatt mit kleinen Knabberspuren verziert wurde. Dies allein ist ja schon etwas besonderes und leider ist dieses „Extra“ in den neueren Auflagen auch nicht mehr vorhanden. Zusätzlich finde ich Firmin auf dem Cover einfach interessant und ich war gespannt auf seine Geschichte.
Bei dem Buch an sich bin ich dann etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite hatte ich meine kleinen Probleme in das Buch zu finden. Dies ging nach kurzer Zeit und mir gefiel Firmins Geschichte immer besser, was dann wiederum zum Ende deutlich abschwächte.
Firmins Leben sind halt Bücher und als Leser verfolgt man ihn und teilt seine Erlebnisse. Wobei es auch um die Menschen und deren Umgebung geht, die komplett im Aufbruch ist.
Der Schreibstil von Sam Savage war für mich nicht so flüssig, wie ich es gerne habe. Zwar kann man das Buch locker lesen, aber mir fehlte noch der letzte Kick.
Und das war auch das Problem für mich. Es gab immer wieder Stellen, die ich unterhaltsam und gut geschrieben fand, aber auch einige anderen, die mich etwas langweilten und in denen meine Gedanken daraufhin abdrifteten. Das war schon schade!
Mein Fazit:
„Firmin – Ein Rattenleben“ war für mich ein nettes Buch für zwischendurch, allerdings ist es keines, das mir lange in Erinnerung bleiben wird. Mir fehlte noch der spannende bzw. fesselnde Moment im Buch.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
„Ich liebe alle Geschichten. (…) Die einzige Literatur, die ich nicht ausstehen kann, ist Rattenliteratur einschließlich Mäuseliteratur. Ich verabscheue die gutmütige alte Ratty in Der Wind in den Weiden. Mickey Mouse und Stuart Little finde ich zum Kotzen.“ (S. …
Mehr
„Ich liebe alle Geschichten. (…) Die einzige Literatur, die ich nicht ausstehen kann, ist Rattenliteratur einschließlich Mäuseliteratur. Ich verabscheue die gutmütige alte Ratty in Der Wind in den Weiden. Mickey Mouse und Stuart Little finde ich zum Kotzen.“ (S. 59)
Boston, 1960: im Keller des Buchladens „Pembroke Books“ erblickt die kleine Ratte Firmin das Licht der Welt. Die Rattenmutter entpuppt sich als alkoholabhängige Rabenmutter, der Rest des Wurfes ist größer und stärker als Firmin und so braucht er bald die Bücher sprichwörtlich zum Überleben; schließlich ist ein bisschen Papier durchaus nahrhaft. Doch bald lernt Firmin lesen und liest sich durch die Kleinen und Großen der Weltliteratur. Doch das bleibt nicht seine einzige Entdeckung, denn Firmin erkennt, dass er sich den Menschen wesentlich näher fühlt als den eigenen Artgenossen.
Sam Savage hat hier mit Sicherheit kein lustiges Kinderbuch über eine Leseratte geschrieben. Wer mit dieser Erwartungshaltung ans Buch herangeht, wird unweigerlich enttäuscht werden. Es ist vielmehr eine melancholische, nachdenkliche und auch traurige Gesellschaftsstudie über ein paar menschliche Existenzen, die dem drohenden Verfall ihres Lebens zu trotzen versuchen. Egal ob der Buchhandlungsbesitzer Norman oder der absolut unerfolgreiche Schriftsteller Jerry, bei dem Firmin im Rattenhotel Unterschlupf findet, Savage fängt ihre Probleme gut ein und lässt sie uns durch die schwarzen, blanken Augen von Firmin entdecken.
Savages Stil ist nicht immer einfach zu lesen, oft schweift er ab oder verheddert sich gerade gegen Ende des Buches auch mal in seiner Geschichte. Trotzdem gefällt mir seine Art zu erzählen sehr gut, der nüchterne, melancholische Ton passt einfach perfekt zu dem oft tragischen Inhalt. Trotzdem zaubert so manch tragisch-komisches Ereignis dem Leser ein Lächeln ins Gesicht z.B. versucht Firmin Gebärdensprache zu lernen um sich endlich mit seinen Mitmenschen unterhalten zu können. Doch leider kann er nur einen Satz sagen, nämlich „Auf Wiedersehen Reißverschluss“. Hilft bei der Mission Freundschaft mit dem Menschen leider nur bedingt weiter.
Fazit: Mir haben die Memoiren dieser bibliophilen Ratte gut gefallen, das Buch lebt sowohl von seiner Sprache als auch von den tragischen Existenzen.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Die Bezeichnung "Leseratte" allein macht es nicht:
Nachdem ich das Buch "Firmin - Ein Rattenleben" von Sam Savage im neuen Ullstein-Katalog entdeckt und auch eine Leseprobe gelesen hatte, war ich mir ganz sicher: Dieses Buch muss ich lesen.
Leider war ich aber von Seite zu …
Mehr
Die Bezeichnung "Leseratte" allein macht es nicht:
Nachdem ich das Buch "Firmin - Ein Rattenleben" von Sam Savage im neuen Ullstein-Katalog entdeckt und auch eine Leseprobe gelesen hatte, war ich mir ganz sicher: Dieses Buch muss ich lesen.
Leider war ich aber von Seite zu Seite enttäuschter. Die Geschichte der Ratte Firmin, die die schwächste des Wurfes ist und aus der Not heraus beginnt Buchseiten zu essen, fängt noch vielversprechend an, zumal ich es als interessant empfand wirklich mal ein Buch aus Sicht einer echten Leseratte zu lesen. Denn Firmin isst die Seiten nicht nur, nein er beginnt auch sie mit Begeisterung zu lesen und ist schon bald um einiges intelligenter als alle anderen Ratten. Auch die Tatsache, dass er in einer Buchhandlung lebt, machte das Buch für mich reizvoll.
Aber sonst passiert im Buch nicht wirklich viel! Firmin beschreibt die Kunden und den Besitzer der Buchhandlung, sowie einige Begebenheiten mit anderen Ratten bzw. mit seiner Familie. Alles ist dabei sehr trocken und langweilig erzählt, ohne Humor oder besonderen Charme. Spannung kommt nichtmal ansatzweise auf. Wirklich schade, dass der Autor wohl der Meinung ist, es würde ausreichen einen neuartigen Hauptcharakter für sein Buch zu wählen, ohne selbst ein besonderes schreiberisches Talent zu besitzen. Schon mit dem Anfang macht er es sich schwer, wenn darauf hingewiesen wird, dass ein gutes Buch immer mit einem bedeutungsvollen/einprägsamen Satz beginnen sollte, denn dieses Buch selbst tut dies nicht.
Mit der Aufmachung, die wirklich sehr gelungen ist (schöne(r) Covergestaltung/Einband, Buchschnitt im Rough Cut) soll das Buch wohl einen bibliophilen Eindruck bekommen, was ja auch prinzipiell zum Thema passen würde. So sollen Liebhaber bibliophiler Bücher gelockt werden (und bei mir hat es ja auch geklappt), aber dies kann nicht über die Belanglosigkeit des Inhalts und den faden Schreibstil hinwegtäuschen. Firmin wird somit keinen bleibenden Platz in meinem Regal erhalten.
Weniger
Antworten 2 von 2 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 2 von 2 finden diese Rezension hilfreich
„Firmin – Ein Rattenleben“ von Sam Savage überzeugt vor allem durch seine Originalität. Das Leben einer Ratte, aus Sicht einer Ratte, die jedoch so gar kein typischer Vertreter ihrer Art ist. Dieses Buch wird besonders für alle Leser faszinierend sein, die ebenfalls …
Mehr
„Firmin – Ein Rattenleben“ von Sam Savage überzeugt vor allem durch seine Originalität. Das Leben einer Ratte, aus Sicht einer Ratte, die jedoch so gar kein typischer Vertreter ihrer Art ist. Dieses Buch wird besonders für alle Leser faszinierend sein, die ebenfalls begeisterte Buchliebhaber sind.
Firmin wirkt in seinen Beobachtungen und mit seinem Intellekt sehr menschlich. Mit einem Leben als Ratte kann er sich schon lange nicht mehr abfinden. Gerne würde er nicht nur Lesen, sondern sich auch seiner Umwelt mitteilen. Doch hier steht ihm die Rattenanatomie im Weg. Zu klein für übliche Schreibwerkzeuge, zu unbeweglich für die Gebärdensprache und mit keinen Stimmbändern ausgestattet, die ihm eine verständliche Sprache ermöglichen würden. Und so ist dies auch Firmins großes Leid, dass er seine großen Erkenntnisse mit niemandem teilen kann und auch nicht als intellektuelles Wesen wahrgenommen wird. Für den Leser führt dies jedoch auch zu einigen humorvollen Passagen. In seinen Gedanken ist Firmin sehr direkt und schreckt auch nicht vor direkter Kritik an sich selber zurück. Sei es nun sein eigenes groteskes Äußeres, oder auch die negativen Veranlagungen seines Wesens.
Hierbei möchte ich auch die hervorragende Covergestaltung hervorheben, die Firmin genau so darstellt, wie er auch beim Lesen bildhaft vor den Augen erscheint. Auch insgesamt kann die Buchgestaltung überzeugen durch die passende Farbgestaltung und den absichtlich zerfetzt wirkenden Seitenschnitt.
Das einzige was mir am Buch „Firmin“ nicht gefallen hat, sind die Nacherzählungen einiger Groschenromane im Text. Darauf hätte gut verzichtet werden können.
Firmin ist bereit jeden zu lieben, der ihm nur ein wenig Aufmerksamkeit gibt und sei es auch nur in seiner eigenen Vorstellung. Dieser Wunsch nach Geltung ist es, die ihn für mich besonders menschlich erscheinen lässt und so kann durch Firmins Analyse und Selbsteinsicht vielleicht noch so mancher Mensch etwas von einer Ratte lernen.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Die kleine Ratte Firmin kommt im Keller einer Buchhandlung zu Welt. Da Firmin als jüngster aus seinem Wurf nicht genug Muttermilch bekommt, hält er sich mit Büchern am Leben. Bald wird aber nicht das mehr Material, aus dem die Bücher sind, sondern deren Inhalt für in das …
Mehr
Die kleine Ratte Firmin kommt im Keller einer Buchhandlung zu Welt. Da Firmin als jüngster aus seinem Wurf nicht genug Muttermilch bekommt, hält er sich mit Büchern am Leben. Bald wird aber nicht das mehr Material, aus dem die Bücher sind, sondern deren Inhalt für in das Wichtigste. So lernt er die Welt der Menschen kennen, auch wenn das Leben ihn auf mehrere harte Proben stellt.
Liebevoll melancholisch erzählt der Autor vom Leben der kleinen Ratte. Er verbindet ihr Schicksal mit dem zweier Menschen und einem sanierungsbedürftigen Platz.
Der Schreibstil ist recht gut zu lesen, auch wenn es kein reißerischer Pageturner ist. Die wenigen Charaktere sind aus der Sicht der Ratte hervorragend dargestellt. Geschickt setzt Savage seinen Protagonisten in die Menschenwelt und lässt ihn sich dort zurecht finden. Naiv und doch intelligent meistert Firmin sein Leben. Am liebsten möchte man die Ratte bei sich aufnehmen, aber auch alle Bücher, die hier Erwähnung finden, direkt selber lesen. Ein Buch mit sehr viel Gefühl, das zum Nachdenken über die Werte des Lebens anregt.
Weniger
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 1 von 1 finden diese Rezension hilfreich