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Benutzername: leserattebremen
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Bewertungen

Insgesamt 478 Bewertungen
Bewertung vom 13.04.2018
Böse Schatten / Stachelmann Bd.7
Ditfurth, Christian von

Böse Schatten / Stachelmann Bd.7


gut

Als in Hamburg eine zwanzig Jahre alte Leiche gefunden wird, steht die Polizei vor einem Rätsel. Ein Papierschnipsel bei dem Opfer verweist auf einen historischen Bezug, Professor Stachelmann von der Uni Hamburg soll wieder helfen können. Doch der Fall scheint auch für ihn unlösbar und als seine Freundin und ihr Sohn auch noch in eine bedrohliche Lage geraten, wird auch sein Privatleben auf den Kopf gestellt. Dieser Fall ist für Stachelmann ein besonders schwieriger – beruflich wie auch privat.
Ich habe bereits einige Stachelmann-Krimis gelesen und sie haben mir immer sehr gut gefallen. Mit dem neuesten Band „Böse Schatten“ hatte ich jedoch so meine Probleme, die Perspektivwechsel waren mir teilweise zu abrupt und nicht gut gekennzeichnet. Dadurch wurde die Lektüre etwas verwirrend, auch wenn ich den Fall an sich und den Lösungsweg sehr spannend fand. Die privaten Einlassungen des Professor Stachelmann nahmen hier meiner Meinung nach einen etwas zu großen Raum ein, das hätte die Geschichte nicht gebraucht und weniger wäre mehr gewesen. Zudem fehlte mir teilweise etwas der rote Faden für eine klare und stringente Kriminalhandlung, zu viele Nebenbereiche spielten eine Rolle.
In „Böse Schatten“ reaktiviert Christian v. Ditfurth seinen ermittelnden Geschichtsprofessor Stachelmann, der seine Fälle auf unkonventionelle Art und Weise zu lösen vermag. Dieser Fall war zwar spannend, mir aber zu strukturlos, um richtig überzeugen zu können.

Bewertung vom 12.04.2018
Das Lied des Nordwinds
Kabus, Christine

Das Lied des Nordwinds


sehr gut

Karoline glaubt zunächst, mit der Hochzeit mit dem adeligen Moritz großes Glück zu haben. Doch schon bald stellt sich heraus, dass ihr Gatte kein liebender Ehemann werden wird und er sie nur wegen der finanziellen Möglichkeiten ihres Vaters geheiratet hat. Fast zeitgleich kämpft die junge Liv in Norwegen mit ihrer neuen Arbeitsstelle als Hausmädchen bei einem strengen Lehrer, der seinen Sohn drangsaliert. Die Rolle der Frau in der damaligen Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts lässt beiden wenig Handlungsspielraum, doch beide kämpfen für sich und die, die sie lieben, um ein glückliches Leben führen zu können. Über viele Umwege führt diese Geschichte die beiden Frauen zusammen.
Christine Kabus hat mit „Das Lied des Nordwinds“ einen schönen Roman über zwei starke Frauenfiguren geschrieben, die sich in schweren Zeiten durchsetzen und vielen Frauen der damaligen Zeit ein großes Stück voraus sind. Eindrucksvoll beschreibt sie das Leben der beiden, ihre Schwierigkeiten und Kämpfe. Doch auch die Nebenfiguren sind sehr gut und detailliert dargestellt, besonders die emanzipierte Frau Betge ist mir schnell ans Herz gewachsen. Die Geschichte fliegt beim Lesen nur so dahin und man kann gar nicht mehr aufhören. Die Erzählung springt immer hin und her zwischen dem Leben von Karoline und Liv, was die Spannung zusätzlich erhöht. Hat man sich gerade widerwillig von der einen Geschichte verabschiedet, wird man sofort in den nächsten Handlungsstrang hineingezogen und lebt wieder voll und ganz im zweiten Teil der Story. Diese Wechsel treiben die Geschichte kontinuierlich voran und lassen die Zeit regelrecht verfliegen.
Mir hat „Das Lied des Nordwinds“ von Christine Kabus ausgesprochen gut gefallen, die Geschichten waren spannend und kurzweilig geschrieben und dass die beiden Erzählungen erst so spät zusammenfinden, hat die Spannung zusätzlich gleichbleibend hoch gehalten. Ein tolles Buch für alle, die starke Frauengeschichten vor historischer Kulisse zu schätzen wissen.

Bewertung vom 10.04.2018
Blasse Helden
Isarin, Arthur

Blasse Helden


ausgezeichnet

Nach dem Ende der Sowjetunion begibt sich Anton in das aufstrebende Russland, um dort als Geschäftsmann zu arbeiten. Es gefällt ihm dort, es gibt viel Geld zu verdienen, viele schöne Frauen und das kulturelle Umfeld mit Bolschoi Theater, Ballet, Theater, Oper und vielem mehr begeistert ihn. Es ist eine wilde und unruhige Zeit in Russland unter Jelzin. Die Zeit, bevor Putin an die Macht kam, es wenig Regeln gab und sich nach dem Umbruch und dem Untergang der Sowjetunion alles finden musste. Und Anton nimmt alles mit, was sich bietet. Bis sich das gesellschaftliche Klima zu ändern beginnt.
Es ist ein bizarres Leben, dass Arthur Isarin seinen Protagonisten, den „Blassen Helden“ wie er im Titel heißt, leben lässt. Alles scheint möglich und passiert entweder aberwitzig schnell oder über hunderte Umwege in schleichendem Tempo, Korruption und Bestechung finden sich an jeder Ecke. Obwohl einem Anton eigentlich unsympathisch sein müsste, wie er als westlicher Kapitalist nach Russland kommt und mit seinem Chef die Kohlebranche regelrecht an sich reißt, ich konnte nicht anders, irgendwie wurde er im Laufe des Romans sympathisch. Seine Sicht auf das damalige Russland wirkt so ungefiltert, die 90er Jahre durch seine Augen so wild und fast schon romantisch verklärt, dass man sich von ihm mitreißen lässt in seine Welt und „sein Russland“. Die Geschichte entwickelt schnell einen Sog, man kann nicht mehr aufhören, man muss weiterlesen, weiterleben in dieser chaotischen Welt voller Willkür, aber auch voller Chancen und Möglichkeiten.
Es ist wie ein Blick durch ein Schlüsselloch, eine kurze Zeit sieht man einen eingeschränkten Ausschnitt eines größeren Bildes und lässt sich davon faszinieren. Arthur Isarin ist mit „Blasse Helden“ ein spannender Roman gelungen, der einem Russland und die herrschende Mentalität in den 90er Jahren näherbringt. Aber auch etwas das Verständnis für den danach stattfindenden Wandel nährt und die Folgen, die er mit sich brachte. Auf alle Fälle ist es ein großartiger Roman, der einen als Leser anspricht und mitnimmt.

Bewertung vom 09.04.2018
Die geliehene Schuld
Winter, Claire

Die geliehene Schuld


ausgezeichnet

Veras Freund Jonathan arbeitet wie sie Ende der vierziger Jahre in Berlin bei dem Magazin „Echo“. Als er für eine Geschichte über die Flüchtlingsströme in Europa recherchiert, muss er einer großen Story auf der Spur gewesen sein, denn aus Sorge, dass ihm etwas passieren könnte, schickt er Vera seine Unterlagen, verbunden mit der Bitte, die Recherche fortzuführen, wenn ihm etwas passieren sollte. Eigentlich wollte Vera die Vergangenheit voller Krieg, Hass und Verlust nur hinter sich lassen, doch als Jonathan tödlich verunglückt, ist es damit vorbei: Sie muss seine Geschichte zu Ende bringen und herausfinden, wer für seinen Tod verantwortlich ist.
Selten habe ich ein Buch so verschlungen wie „Die geliehene Schuld“ von Claire Winter. Der Aufbau des Romans mit Rückblenden zu Jonathans Recherchen im Wechsel mit der Gegenwart des Romans ein halbes Jahr später und Veras Recherche, sorgt für eine hohe Spannung und die Fakten, die die beiden über das Ende des Nationalsozialismus und handelnde Akteure aufdecken, lassen einen teilweise wirklich gruseln. Vera kämpft mühsam mit sich, um von einer antrainierten unpolitischen Haltung, in der sie einfach nur ihre Ruhe haben will, zu einer aktiven politischen Journalistin zu werden, die auch versteht, wofür Jonathan die ganze Zeit gestritten hat. Langsam tut sich ein Geflecht alter Mächte auf, die die Bundesrepublik keineswegs aus ihren Fängen gelassen hat, was auch Vera letztlich darin bestärkt, nicht aufzugeben. Sie ist eine starke Figur, die die Leser mitnimmt und berührt, was auch ein Grund dafür ist, dass einen diese Geschichte so angreift und bewegt, dass man nicht mehr aufhören kann. Man muss einfach immer weiterlesen.
Claire Winters historischer Roman „Die geliehene Schuld“ ist ein außergewöhnlich spannendes und mitreißendes Buch, das sich mit den Schattenseiten der Anfangszeit der Bundesrepublik beschäftigt. Es glänzt mit einer großartig durchstrukturierten Romanhandlung und lädt zum Nachdenken und Recherchieren buchstäblich ein, so unglaublich ist die Geschichte.

Bewertung vom 03.04.2018
Der Vater, der vom Himmel fiel
Henderson, J. P.

Der Vater, der vom Himmel fiel


ausgezeichnet

Nach dem Tod ihres Vaters müssen Greg und Billy sich wieder zusammenraufen. Sieben Jahre haben sie nach einem Streit nicht miteinander gesprochen, doch nach der Beerdigung gilt es, das Erbe zu klären. Greg zieht zunächst in das Haus seines verstorbenen Vaters und soll auf dessen Wunsch die Familie wieder zusammenbringen. Gar nicht so leicht, bei all den Verrücktheiten, die hier ans Tageslicht kommen.
„Der Vater, der vom Himmel fiel“ ist eine schöne, lustige und gleichzeitig traurige Geschichte über Familienzusammenhalt und Vergänglichkeit. J. Paul Henderson beschreibt eine Familie, die eher nebeneinander als miteinander lebt, der plötzliche Tod rüttelt sie jedoch auf. Nicht alle, aber doch einige, wie die Brüder Greg und Billy, beginnen sich Gedanken über das Leben zu machen und darüber, dass man manchmal einfach machen sollte, was einem Spaß macht und den Menschen, die man liebt, das auch besser rechtzeitig sagt. Denn das Leben kann schnell vorbei sein. All das klingt jetzt sehr weise und tragend, wird aber vom Autor auf äußerst kurzweilige Art und Weise beschrieben, mit viel Witz und Humor an den richtigen Stellen. Meine absolute Lieblingsfigur war der einen Banküberfall planende Onkel Frank, dessen größter Traum es ist, als Cowboy in Montana seinen Lebensabend zu verbringen. Greg versucht, ihm wenigstens einen Teil seines Traums zu erfüllen – möglichst ohne dafür kriminell zu werden.
J. Paul Henderson hat mit „Der Vater, der vom Himmel fiel“ eine perfekte Mischung aus kurzweiliger Unterhaltung und höchst lesenswerter Literatur geschaffen, die auf leichte Art ein ernstes Thema aufbereitet – einfach großartig. Dies ist ein Buch, das definitiv in Erinnerung bleibt.

Bewertung vom 03.04.2018
Eierlikörtage, 8 Audio-CDs
Groen, Hendrik

Eierlikörtage, 8 Audio-CDs


ausgezeichnet

Das Leben im Seniorenheim kann trist sein. Hendrik Groen hat keine Lust mehr, sich vom Heim hin und herschieben zu lassen. Er beginnt, Tagebuch zu führen über all die Dinge, die ihm falsch vorkommen und findet schnell Mitstreiter. Gemeinsam gründen sie den „Alt, aber nicht Tod Club“, machen Ausflüge und kämpfen im Kleinen für eine Verbesserung der Lebenssituation der Senioren.

Das Hörbuch zu „Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“, gelesen von Felix von Manteuffel ist eine äußerst kurzweilige und witzige Unterhaltung, die stellenweise aber auch tragische Elemente hat. Zum Beispiel die schweren Erkrankungen, die langsam unter Hendriks Freunden um sich greifen und ihr Leben radikal verändern. Doch Hendrik ist ein wahrer Freund, tapfer stellt er sich all diesen Widrigkeiten und bleibt an der Seite seiner Freunde. Familie, die ihn besucht, hat er selber nicht, dafür aber viel Zeit für seine Freunde. Besonders gut hat mir bei dem Hörbuch auch der Sprecher, Felix von Mateuffel gefallen, er gibt Hendrik Groen einen ganz eigenen Charme, der renitente Rentner muss einem so einfach ans Herz wachsen.

Das Hörbuch „Eierlikörtage“ von Hendrik Groen ist perfekt für alle, die kurzweilige Unterhaltung suchen, bei der man jederzeit gut ein- und aussteigen kann, ganz wie es zeitlich passt. Und man sollte gewarnt sein, der „Alt, aber nicht Tod Club“ wächst einem schnell ans Herz und es bleibt eine kleine Lücke zurück, wenn das Hörbuch beendet ist.

Zum Glück gibt es mit „Tanztee“ bereits den zweiten Band von Hendrik Groens Tagebüchern, ebenfalls gelesen von Felix von Manteuffel, es geht also weiter mit der Seniorenbande.

Bewertung vom 28.03.2018
Der Schattengarten
Romer, Anna

Der Schattengarten


gut

Vor Jahren ist Lucy aus Melbourne, ihrer Heimatstadt, geflohen, weil sie von ihrer großen Liebe abgewiesen wurde. In London hat sie sich ein neues Leben aufgebaut und ist inzwischen verlobt. Doch ein Brief ihres Großvaters holt sie zurück. Er müsse ihr etwas zeigen, was alles erklären würde. Etwa auch den Tod ihrer Mutter, den Lucy nie verwinden konnte? Sie kommt zurück, doch bevor sie mit ihrem Großvater sprechen kann, verstirbt er. Lucy muss sich jetzt selbst auf die Suche nach den Hintergründen ihrer Familiengeschichte machen.
„Der Schattengarten“ von Anna Romer ist eine schöne Familiengeschichte, die mich jedoch einfach nicht richtig packen konnte. Lucy ist zwar die Hauptfigur und die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt, dennoch war sie für mich die ganze Zeit nicht richtig greifbar. Die Rückblenden, die die Autorin immer wieder einschiebt, haben mir weitaus besser gefallen als die aktuelleren Stellen. Auch wenn die Story in der Vergangenheit spannend beschrieben wurde, fehlte mir ein wenig der rote Faden, mehrere Elemente liefen hier für mich durcheinander. Einmal der Tod von Lucys Mutter, der in den 70ern passierte, dann aber auch das Verschwinden ihrer Großmutter in den 30ern und das plötzliche Auftauchen eines Mädchens, ebenfalls in den 30er Jahren. Hier hätte ich mir eine straffere und klarere Struktur gewünscht, die deutlich zu einer Auflösung geführt hätte. So waren mir alle Elemente der Erzählung zu wenig miteinander verbunden.
Leider konnte mich „Der Schattengarten“ von Anna Romer nicht richtig überzeugen, besonders die Hauptfigur war mir einfach zu unscharf. Die Story an sich hätte mit einer klareren Struktur sehr spannend sein können, so tröpfelt mir die Handlung einfach etwas zu sehr dahin. Kein schlechtes Buch, aber in dem Genre gibt es weitaus besseres zu lesen.

Bewertung vom 28.03.2018
Der Präsident
Bourne, Sam

Der Präsident


gut

Ein US-Präsident der narzistisch ist, leicht größenwahnsinnig und zu Kurzschlussreaktionen neigt – dass uns das bekannt vorkommt, ist sicher kein Zufall. Nachdem er in einer Nachtaktion beinahe Nordkorea mit Atomsprengköpfen bombardiert hätte, beschließen der Verteidigungsminister und sein Stabschef, dass sie diesen Präsidenten ausbremsen müssen, wenn er nicht die ganze Welt in die Zerstörung treiben soll. Als ihr erster Plan scheitert, scheint ein Attentat die einzige Lösung, um Schlimmeres zu verhindern. Doch das ist nicht so einfach, wie es vielleicht klingen mag – auch nicht für den Verteidigungsminister.
Sam Bourne schreibt seinen Thriller sehr offensichtlich in Anlehnung an die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. In seinem fiktiven Roman lässt er den namenlosen Präsidenten die Atomcodes aktivieren, erst in letzter Minute kann ein Unglück verhindert werden, die Öffentlichkeit erfährt davon natürlich nichts. Die Story ist sehr spannend angelegt und auch die Figuren sind eigentlich gut eingeführt in die Geschichte und bieten viel Potential. Leider hat mich die Zusammenführung der beiden Erzählstränge um den Stabschef und den Verteidigungsminister und andererseits eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses, die Ermittlungen anstellt, nicht überzeugt. Ihre Figur war einfach nicht stark und selbstbewusst genug, um als Rechtsberaterin im Weißen Haus zu überzeugen. Mir fehlte als Leser ein Protagonist, mit dem ich mich in irgendeiner Weise identifizieren konnte, leider hat Bourne es nicht geschafft, diese Figur in die Story einzubinden. Alle waren mir durchweg eher unsympathisch und so konnte mich die Geschichte nicht richtig mitnehmen. Zudem fand ich es etwas zu einfach, so offensichtlich Präsident Trump als Charakter zu kopieren und als Romangrundlage zu verwenden.
Ich hatte mir von „Der Präsident“ etwas mehr erwartet, mir fehlten die Spannung und eine Hauptfigur, die die Story für den Leser nachvollziehbar macht, indem er mit ihr sympathisiert. Vom Ansatz her finde ich Sam Bournes Idee ganz gut, bei der Umsetzung wäre aber mehr drin gewesen.

Bewertung vom 28.03.2018
Hamburg Reiseführer Michael Müller Verlag
Kröner, Matthias

Hamburg Reiseführer Michael Müller Verlag


ausgezeichnet

Der nächste Städte-Trip steht an und für die Reiseplanung musste mal wieder ein Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag her. Matthias Kröner hat für den Verlag alles Wissenswerte rund um die Hansestadt Hamburg zusammengeschrieben und in einem sehr übersichtlichen und interessanten Reiseführer zusammengefügt.
Neben dem Klassiker, die Stadtspaziergänge, die einem die einzelnen Stadtviertel mit ihren Sehenswürdigkeiten, aber auch Essens- und Shoppingtipps näher bringen, gefällt mir hier besonders der Einführungsteil. Man bekommt einen tollen Überblick, was die Highlights der Stadt sind, wo man gut essen kann und was man vielleicht lieber auslassen sollte, wenn man sich nicht mit Massen von anderen Touristen durch die Gegend schieben will. Die Kritik an der Hafenrundfahrt kann ich gut nachvollziehen – wir werden sie trotzdem machen, einfach weil es für uns dazu gehört. Aber die Tipps sind toll gestaltet und bringen auf sehr gut lesbare und übersichtliche Art und Weise einen Überblick, was man in Hamburg machen kann. Auch das Material an Stadtplänen und die Übersicht zum öffentlichen Nahverkehr ist wie immer dabei, man findet sich also problemlos in der Stadt zurecht, auch wenn man vorher noch nicht in Hamburg war.
Ein besonderer Bonus ist abschließend der Teil „Nachlesen & Nachschlagen“, der zum Schmökern einlädt und sicher auch schon die Zugfahrt bei der Anreise durch kurzweilige Lektüre verkürzen kann. Der Hamburg-Reiseführer von Matthias Kröner überzeugt durch tolle Tipps und Übersichtlichkeit, das kann ich nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 21.03.2018
Der Pub der guten Hoffnung
Zöbeli, Alexandra

Der Pub der guten Hoffnung


sehr gut

Sam und Hannah erhalten eine Nachricht, die schlimmer kaum sein könnte: Ihr Sohn Felix ist Amok gelaufen, hat zwei Menschen mit in den Tod gerissen und sich selbst das Leben genommen. Hannah verliert jeglichen Lebensmut und sucht psychologische Hilfe. Sam hingegen flieht vor den Reportern und Bekannten nach Wales in das Cottage eines Freundes, um Abstand zu gewinnen. Dort lernt er die lebenslustige Hope kennen, die sich mit viel Energie um die Kinder ihrer Schwester kümmert. Hope, Finn und Sian bringen wieder Licht in Sams Leben – doch die Frage, wie es mit Hannah weitergehen soll, kann er nicht vergessen. Irgendwann muss er sich seinem alten Leben stellen.
Alexandra Zöbeli ist eine Garantin für schön geschriebene Wohlfühlliteratur. Sie schreibt Liebesgeschichten, die einen bewegen und Freude machen. Ihr neuer Roman „Der Pub zur guten Hoffnung“ hebt sich davon jedoch etwas ab, die Geschichte ist komplexer und auch die Figuren sind tiefer angelegt als bisher. Das wirkt sich alles sehr positiv auf die Handlung aus. Auch wenn ich die vorhergehenden Romane der Autorin schon sehr mochte, gefällt mir dieser noch besser. Der Schicksalsschlag macht es Sam und Hannah sehr schwer, sich in ihrem Leben zurechtzufinden und beide hadern mit ihrer Ehe und wie es weitergehen soll. Weder Sam, noch Hope oder Hanna machen es sich leicht mit ihren Entscheidungen und als Leser hat man stets das Gefühl, das Handeln der Protagonisten gut nachvollziehen zu können.
„Der Pub zur guten Hoffnung“ ist nicht nur eine leichte Liebesgeschichte, es ist ein Roman über eine Ehe, die mit einer großen Krise fertig werden muss, der sie vielleicht nicht gewachsen ist. Die Figuren wachsen einem sofort ans Herz und man gibt sich von der ersten Seite an mit allen auf eine bewegte Reise. Mir hat der neue Roman von Alexandra Zöbeli ausgesprochen gut gefallen, ich kann ihn nicht nur Fans von leichter Unterhaltung ans Herz legen, im Pub der guten Hoffnung ist für alle Leser was dabei.