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Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, die auf ihre beiden kleinen Kinder aufpasst, in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Sie ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich Louise zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso ...
Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.
Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, die auf ihre beiden kleinen Kinder aufpasst, in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Sie ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich Louise zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.
Ausstattung: mit Lesebändchen
Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch, die auf ihre beiden kleinen Kinder aufpasst, in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Sie ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich Louise zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.
Ausstattung: mit Lesebändchen
Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Für den Roman 'Dann schlaf auch du' wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. 'All das zu verlieren', ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern. 'Das Land der Anderen' stand wochenlang auf Platz 1 der französischen Bestsellerliste. Der Roman basiert auf der Geschichte ihrer Großeltern. Leïla Slimani lebt mit ihrer Familie in Paris.
Produktdetails
- btb 77055
- Verlag: btb
- Originaltitel: Dann schlaf auch du
- Geschenkausgabe
- Seitenzahl: 286
- Erscheinungstermin: 11. Oktober 2021
- Deutsch
- Abmessung: 144mm x 93mm x 17mm
- Gewicht: 153g
- ISBN-13: 9783442770557
- ISBN-10: 3442770556
- Artikelnr.: 59133087
Herstellerkennzeichnung
btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
produktsicherheit@penguinrandomhouse.de
»Virtuos inszeniert Leïla Slimani die unselige Verflechtung von unstillbaren Begierden und sozialer Not. Ein Roman von umwerfender Ambivalenz.« Meike Feßmann / Süddeutsche Zeitung
»Es ist klar, es ist schmerzhaft, es ist großartig.« Annabelle Hirsch / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Keine einfachen Wahrheiten
Die gebürtige Marokkanerin Leïla Slimani hat mit ihren zweiten Roman «Dann schlaf auch du» - als jüngste Preisträgerin bisher - 2016 den in Frankreich hoch angesehenen Prix Goncourt gewonnen. Es dreht sich, wie schon in ihrem ersten, …
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Keine einfachen Wahrheiten
Die gebürtige Marokkanerin Leïla Slimani hat mit ihren zweiten Roman «Dann schlaf auch du» - als jüngste Preisträgerin bisher - 2016 den in Frankreich hoch angesehenen Prix Goncourt gewonnen. Es dreht sich, wie schon in ihrem ersten, ebenfalls erfolgreichen Roman, um das Thema Frausein und Muttersein in der modernen Gesellschaft. Mit ihrem knallhart an den Beginn gesetzten ersten Satz «Das Baby ist tot» nimmt sie das Unerhörte vorweg, ein an Musils «Strudelhofstiege» erinnernder, dramaturgischer Kniff, der dann auf den folgenden knapp drei Seiten einen Lesesog erzeugt, dem man sich bis zum Ende kaum noch entziehen kann.
Erzählt wird die Geschichte eines Paares Anfang dreißig in Paris, das nach dem zweiten Kind versucht, Karriere und Familie gleichermaßen zu optimieren. Paul ist als Musikproduzent häufig auf Reisen, Myriam hat der Kinder zuliebe bisher auf eine Karriere als Juristin verzichtet. Als ein ehemaliger Studienfreund ihr eine Stellung in seiner Kanzlei anbietet, ergreift sie die einmalige Gelegenheit, dem Alltagstrott als Mutter zu entkommen, nachdem sie eine perfekt scheinende Kinderfrau engagieren konnte, die Mitte vierzigjährige Louise. Und in der Tat hat sie das große Los gezogen, die Kinder sind begeistert von der neuen Nanny, die sich als Inkarnation von Mary Poppins erweist. Zudem bringt Louise bienenfleißig auch die chaotische Wohnung der jungen Eltern auf Vordermann und kann wunderbar kochen, eine geradezu ideale Konstellation, alle sind zufrieden. Sie hält schon bald die Fäden in der Hand und macht sich unentbehrlich für die kleine Familie, nicht lange, dann fahren sie sogar gemeinsam in den Urlaub mit ihrer inzwischen auch zur Haushälterin gewordenen ‹Perle›. Besser kann es gar nicht laufen, scheint es ihnen, - nur der Leser weiß es besser!
Nach und nach erst erfährt man dann in einigen Rückblenden von der Vorgeschichte der Nanny. Deren nichtsnutziger Mann ließ sich jahrelang von ihr durchfüttern und hat ihr bei seinem frühen Tod auch noch einen Berg von Schulden hinterlassen. Die missratene Tochter hat sich im Streit früh aus dem Staub gemacht und den Kontakt zur Mutter völlig abgebrochen. Louise vegetiert nun in einer winzigen, möblierten Wohnung dahin, ihre nur noch Rechnungen und Mahnungen enthaltende Post öffnet sie nicht mehr, auch die Miete ist schon lange rückständig. Die immer adrett und pieksauber auftretende Frau, die alles perfekt im Griff hat, verbirgt geschickt ihre prekäre Situation vor ihren familiären Arbeitgebern. Die einsame Frau offenbart sich auch niemand anderem in ihrer Not, und das Ehepaar ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um auch nur das Geringste zu merken von der Verzweiflung ihrer Nanny.
Der Roman, für den es gleich mehrere authentische Vorlagen gibt, beschreibt sehr eindringlich, wie sich die Verzweiflung von Louise immer mehr steigert, weil sie kommen sieht, dass sie mit dem Älterwerden der Kinder schon bald entbehrlich sein wird. Ein von ihr erträumtes drittes Kind will sich nicht einstellen, eine Zeitlang hat sie sich an diese Hoffung geklammert wie eine Ertrinkende an den Strohhalm. Ihre Angst nimmt wahrhaft groteske Züge an, die soziale Kluft zwischen ihrer zutiefst prekären Lage und dem wohlgefälligen Leben als geliebte Nanny ist aberwitzig, innerlich zerrissen sieht sie irgendwann keinen Ausweg mehr. Leïla Slimani enthält sich jedweder psychologischen Deutung des Geschehens und seiner Vorbedingungen. Ihre holzschnittartige Figuren-Zeichnung trägt zum Verständnis leider wenig bei, die emotionale Tiefe fehlt, und auch der Plot erscheint in mancherlei Hinsicht kaum plausibel. Die Autorin bleibt vielmehr als Berichterstatterin diskret im Hintergrund und lässt die Fakten für sich sprechen. Das im Buchtitel anklingende, sanfte Wiegenlied jedenfalls mutiert in diesem bedrückenden Roman zum reinen Horror. Kein Wunder also, dass der brisante Stoff, in dem es einfache Wahrheiten nicht gibt, inzwischen auch verfilmt wurde.
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Bereits die ersten Sätze verraten das Ende der Geschichte: die beiden kleinen Kinder sind tot, sie wurden ermordet. Ein ganz wenig Unklarheit herrscht noch darüber, wer die Tat begangen hat, die zentrale Frage des Romans ist aber das Warum. Um das zu erzählen macht die Autorin nach …
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Bereits die ersten Sätze verraten das Ende der Geschichte: die beiden kleinen Kinder sind tot, sie wurden ermordet. Ein ganz wenig Unklarheit herrscht noch darüber, wer die Tat begangen hat, die zentrale Frage des Romans ist aber das Warum. Um das zu erzählen macht die Autorin nach dem brutalen ersten Kapitel einen Sprung zurück und erzählt wie Myriam und Paul ihre Nanny Louise kennenlernten, einstellten und immer mehr von ihr abhängig wurden. Auch Louises Vergangenheit findet nach und nach Platz in der Geschichte. Und so kann der Leser mitverfolgen, wie die Ereignisse ihren Lauf nehmen und schließlich im fatalen ersten Kapitel enden.
Slimanis Roman ist kein Thriller. Das Buch erzählt von sozialem Elend, einem Leben das nicht wie geplant verlaufen ist und schleichender Perspektivlosigkeit. Die Handlung besteht oft aus Nebensächlichem, doch dort sind kleine Irritationen enthalten, Reaktionen und Worte, die den Leser stutzen lassen und andeuten, dass sich hinter der Fassade eines Menschen etwas versteckt. Die Steigerung des sich kümmernden und sorgenden Menschen bis zur krankhaften Besessenheit ist faszinierend und zugleich bedrückend zu beobachten.
Fazit
Slimanis Roman ist die Studie einer sich langsam anbahnenden Tragödie. Das ist spannend zu lesen, aber zugleich auch sehr belastend, so dass man sich vor der Lektüre überlegen sollte, ob man einen Roman über einen Mord an zwei kleinen Kindern lesen möchte.
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Ich empfehle dieses hochspannende Buch jedem, der gerne psychologische Romane liest und sich zudem für Klassenunterschiede in der modernen französischen Gesellschaft interessiert. Wer zartbesaitet ist, sollte allerdings lieber auf diese Lektüre verzichten, denn Slimanis virtuose …
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Ich empfehle dieses hochspannende Buch jedem, der gerne psychologische Romane liest und sich zudem für Klassenunterschiede in der modernen französischen Gesellschaft interessiert. Wer zartbesaitet ist, sollte allerdings lieber auf diese Lektüre verzichten, denn Slimanis virtuose Sprache geht unter die Haut.
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Gebundenes Buch
Beklemmend
Myriam und Paul, stolze Eltern zweier Kinder, führen in Paris ein glückliches, ausgefülltes Leben. Um Beruf bzw. Karriere und Kinder unter einen Hut bringen zu können, engagieren sie die fünfzigjährige Louise als Nanny. Sie scheinen einen wahren …
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Beklemmend
Myriam und Paul, stolze Eltern zweier Kinder, führen in Paris ein glückliches, ausgefülltes Leben. Um Beruf bzw. Karriere und Kinder unter einen Hut bringen zu können, engagieren sie die fünfzigjährige Louise als Nanny. Sie scheinen einen wahren Glücksgriff mit ihr getan zu haben. Die Kinder lieben ihre Nanny und Louise macht sich sehr schnell unentbehrlich. Immer mehr steigert sie sich in ihre Rolle hinein und so schleicht sich still und leise das Unglück ins Haus.
Die Geschichte beginnt mit dem Ende: Die beiden kleinen Kinder wurden von Louise umgebracht. Schon der allererste Satz ist schockierend und ein wenig verstörend: " Das Baby ist tot " . Im Anschluss an die kurze Einleitung wird die ganze Geschichte nach und nach aufgerollt. Es wird erzählt, warum und wie die Eltern eine Kinderfrau suchen, wie sie sie einstellen und wie sich sehr schnell ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Man erfährt aber auch Schritt für Schritt mehr über Louises bisheriges Leben und ihre Sorgen und Nöte und erhält schließlich Einblicke in die Abgründe, die in ihr lauern.
Dabei wirkt die Erzählweise in meinen Augen recht distanziert und beinahe schon emotionslos. Daher ist es mir nicht gelungen, für irgendeinen der Protagonisten Sympathie oder Verständnis aufzubringen. Besonders auch die Eltern sind mir seltsam fremd geblieben.
Dennoch entwickelt die Geschichte einen ganz eigenen Sog und sie bleibt bis zum Schluss interessant und auf ihre Art spannend. Als Leser/in möchte man unbedingt verstehen, was diese scheinbar so perfekte Nanny zu ihrer Tat getrieben hat. Allerdings hat mich das Ende nicht wirklich zufrieden gestellt. Zu viele Aspekte sind für mich offen geblieben.
Während der Erzählung selbst springen zeitliche Abläufe und Blickwinkel häufiger hin und her, was in dieser Hinsicht schon ein konzentrierteres Lesen erforderlich macht.
Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Sie sticht meines Erachtens durch ihren Stil und die Erzählweise aus der Menge heraus und macht das Buch dadurch zu etwas Besonderem. Allerdings wirkt die ganze Atmosphäre recht bedrückend und beklemmend.
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Gebundenes Buch
Chronologie eines menschlichen Absturzes
Das Buch beginnt mit der Tötung zweier Kinder durch ihr Kindermädchen. Im weiteren Verlauf wird geschildert, wie sich das Drama entwickeln konnte.
Die Mutter der Kinder bekommt die Chance zum Wiedereinstieg in ihren Beruf als …
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Chronologie eines menschlichen Absturzes
Das Buch beginnt mit der Tötung zweier Kinder durch ihr Kindermädchen. Im weiteren Verlauf wird geschildert, wie sich das Drama entwickeln konnte.
Die Mutter der Kinder bekommt die Chance zum Wiedereinstieg in ihren Beruf als Rechtsanwältin (der Vater arbeitet als Musikproduzent) geboten und ergreift diese. Da beide Eltern berufstätig sein wollen und die Kinder noch sehr klein sind ergibt sich der Wunsch nach einem Kindermädchen. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen finden sie Louise. Scheinbar ein Traum - zu schön um wahr zu sein! Louise betreut nicht nur die Kinder, sondern wird so etwas wie die gute Seele des Haushalts, während die Eltern sich jeder für sich beruflich "entfalten".
Der Rest des Buchs beschreibt den Weg bis zur Eskalation. Steinchen für Steinchen wird aus der (fast) perfekten Mauer entfernt, die Louise umgibt. Beleuchtet wird dabei nicht nur das frühere Leben von Louise, sondern auch ihr Weg in die absolute Einsamkeit. Wenn man das Buch liest, sind auch im Vorfeld schon deutliche Risse erkennbar, die teils aus Bequemlichkeit, teils aus Unachtsamkeit ihrer Mitmenschen nicht zur Kenntnis genommen werden. Dadurch, dass man schon von Anfang an weiß, worauf es hinausläuft, erkennt man die Zeichen wahrscheinlich wesentlich besser.
Leila Slimani fügt in einem meiner Meinung nach sehr sensiblen und berührenden Schreibstil die einzelnen Schritte bis zu der Tötung der Kinder mosaikartig zusammen. Ein Buch das nachhaltig beeindruckt und m. E. auch so verstanden werden kann, dass mehr Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit im täglichen Leben durchaus eine gute Idee sind - nicht nur, wenn es solche Taten zu verhindern gilt.
Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, wenn auch nicht herausragend. Aber in dieser Hinsicht bin ich zugegebenermaßen in letzter Zeit etwas verwöhnt worden.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Nur einen Krimi oder gar Thriller darf man hier nicht erwarten, nur weil 2 Kinder ermordet wurden.
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Gebundenes Buch
Die Geschichte beginnt mit dem Schlimmsten, was sich Eltern vorstellen können. Die Nanny hat ihre beiden Kinder ermordet. Einfach nur entsetzlich und grausam.
Myriam und Paul sind glückliche Eltern von Mila und Adam. Doch Myriam sehnt sich danach, wieder arbeiten zu gehen, Karriere als …
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Die Geschichte beginnt mit dem Schlimmsten, was sich Eltern vorstellen können. Die Nanny hat ihre beiden Kinder ermordet. Einfach nur entsetzlich und grausam.
Myriam und Paul sind glückliche Eltern von Mila und Adam. Doch Myriam sehnt sich danach, wieder arbeiten zu gehen, Karriere als Anwältin zu machen und wie es der Zufall will, trifft sie zufällig Patrick, einen früheren Kommilitonen wieder, der eine Kanzlei eröffnet hat. Am nächsten Tag ruft er sie an und bietet ihr an, bei ihm zu arbeiten. Myriam ist überglücklich. Doch was soll tagsüber mit ihren beiden Kindern geschehen? Sie suchen eine Nanny und es stellen sich einige Damen vor, von denen Myriam keiner ihre Kinder anvertrauen möchte. Doch dann kommt Louise. Myriam spürt sofort, sie ist perfekt, wie für ihre Familie gemacht. Louise zieht nach und nach die Fäden und macht sich unentbehrlich. Mit ihrer unterwürfigen, perfektionistischen Art kümmert sie sich nicht nur um die Kinder, sondern um den gesamten Haushalt in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Sie verbringt auch einen traumhaften Urlaub mit der Familie in Griechenland und möchte am liebsten Tag und Nacht bei ihnen sein.
Es wird im Rückblick von ihrem Ehemann Jaques und ihrer Tochter Stephanié erzählt, Jaques ist gestorben, ihre Tochter verschwunden, sie hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Außerdem kommt langsam ans Licht, dass Louise überhaupt nicht mit Geld umgehen kann, keine Steuern zahlt, mit der Miete im Rückstand ist, anscheinend geht es um alte Schulden von Jaques, doch Louise hat keine Ahnung von solchen Dingen und öffnet Umschläge nicht, die per Post an sie gesendet werden. So kommt es, dass sie aus ihrem Einzimmerappartement ausziehen muss und auch ansonsten sich ihr Gesamtzustand verschlechtert. Sie war schon einmal im Hospital wegen affektiver Störungen. Und es scheint, als wenn diese wieder aufkommen. Sie hat wirre Gedanken, kranke Gedanken und driftet immer mehr in negative Empfindungen ab. Sie hat sich wahnhaft in die Idee hineingesteigert, dass Myriam noch ein Baby bekommen soll, damit Louise für sie ganz unentbehrlich wird.
Leila Slimani hat mit ihrem besonderen, ausdrucksstarken und flüssigen Schreibstil mich als Leser sehr beeindruckt. Die Geschichte um Louise ist wirklich schlimm. Eine scheinbar starke Frau, die immer Haltung bewahrt, den Schein wahrt und sich niemals hinter die Fassade blicken lässt. Bis alles zusammenbricht und sie durchdreht. Ein Albtraum für alle Eltern.
Fazit:
Dieser Roman ist mit wunderbarem und ausdrucksstarkem Erzählstil vereint in eine grauenhafte Geschichte einfach nur Bestens umgesetzt. Fesselnd, schockierend, berührend, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
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+++Eine Tragödie biblischen Ausmaßes+++
Myriam, Rechtsanwältin und Mutter zweier kleiner Kinder, beschließt, wieder arbeiten zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Mann sucht sie nach der perfekten Kinderfrau. Nach langer Suche entscheiden sie sich für Louise, eine zierliche Frau …
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+++Eine Tragödie biblischen Ausmaßes+++
Myriam, Rechtsanwältin und Mutter zweier kleiner Kinder, beschließt, wieder arbeiten zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Mann sucht sie nach der perfekten Kinderfrau. Nach langer Suche entscheiden sie sich für Louise, eine zierliche Frau Anfang fünfzig, deren Tochter bereits erwachsen und deren Mann verstorben ist. Louise erobert auf Anhieb die Herzen der Kinder und macht sich schnell unentbehrlich: Sie ist Köchin, Haushaltshilfe, guter Geist. Was sie verheimlicht: ihre Einsamkeit, ihre Geldnot, ihre Verzweiflung. Die gegenseitige Abhängigkeit wird immer größer, bis irgendwann eine Tragödie über die Familie hereinbricht.
Gelesen von Constanze Becker.
(5 CDs, Laufzeit: 5h 26)
Über Leïla Slimani (Autorin)
Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als die aufregendste literarische Stimme Frankreichs. Slimani wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Nach dem Studium an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po arbeitete sie als Journalistin für die Zeitschrift »Jeune Afrique«. »Dann schlaf auch du« wurde mit dem höchsten Literaturpreis des Landes, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet und erscheint in 32 Ländern. Ihr ebenfalls preisgekröntes literarisches Debüt »Dans le jardin de l’ogre« wird derzeit verfilmt. Leïla Slimani ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie lebt in Paris.
Über Constanze Becker (Sprecherin)
Constanze Becker, geboren 1978 in Lübeck, erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Sie spielte in Leipzig, Düsseldorf und am Deutschen Theater Berlin und arbeitete u. a. mit Jürgen Gosch, Michael Thalheimer und Karin Henkel zusammen. 2008 wurde sie von „Theater heute“ zur „Schauspielerin des Jahres“ gewählt. Seit 2009 ist sie Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt, wo sie u. a. in „Medea“, „Penthesilea“ und „Zwei Uhr nachts“ zu sehen ist. Für ihre Darstellung der Medea erhielt sie den Gertrud-Eysoldt-Ring und den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“.
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Gebundenes Buch
Ich habe den Roman vor einer Weile gelesen, und sacken lassen. Aber leider, hat sich meine Einstellung zu dem Buch dadurch nicht geändert. Ich dachte: Da musst du drüber nachdenken, da hast du sicher was falsch verstanden, die Prämisse nicht gefunden. Bei all den Lobeshymnen muss …
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Ich habe den Roman vor einer Weile gelesen, und sacken lassen. Aber leider, hat sich meine Einstellung zu dem Buch dadurch nicht geändert. Ich dachte: Da musst du drüber nachdenken, da hast du sicher was falsch verstanden, die Prämisse nicht gefunden. Bei all den Lobeshymnen muss doch... Nein, es muss nicht und es tat nicht.
Dann schlaf auch du ist ein gut gewählter Titel. Das Cover bedrückend. Dadurch dass der Klappentext schon verrät, was zwangsläufig passieren muss, spiegelt das Cover die perfekten Gefühle wider. Direkt zu Beginn wird einem die ungeschönte Wahrheit an den Kopf geworfen. Was bringt mich also jetzt noch dazu, das Buch zu lesen? Die Frage, nach dem Warum? Was geht in einem Menschen vor, was hat er erlebt, dass er zu so einer Tat fähig ist? Bis heute frage ich mich das, denn die Antwort gab es am Ende nicht. Man erfährt einiges aus dem Leben der Familie, aus Louises Leben, aber nicht genug. Die Geschichte wird aus einigen verschiedenen Perspektiven geschrieben, ist mit ihren damit verbundenen Zeitsprüngen anstrengend zu lesen. Immer wieder denkt man, nun kommt sie, die Lösung. Jetzt erfahren wir, was es mit der Frau auf sich hat. Aber selbst einblicke in andere Familien, in denen sie die Kinder gehütet hat, Rückblenden auf ihr Leben, ihren Mann, ihre Tochter, bringen keinen genauen Aufschluss. Man kann munkeln, wieso sie in einer heruntergekommenen Baracke haust, in ihrem Alter noch arbeiten geht und so unglaublich fit ist. Sie arbeitete ihr Leben lang, der Antrieb dazu wird auch schnell klar, aber wo ist das Geld? Es ist einfach zu unlogisch. Sie zeigt der Familie und den Kindern gegenüber hin und wieder ein Verhalten, das mich gruseln lässt, das mich den Begriff: Psychopathin denken lässt. Aber weder die Kinder wehren sich dagegen, noch die Eltern. Unlogisch! Ich verstehe den Zwiespalt der Familie. Paul und Myriam wollen arbeiten, eigenständig sein, aber wenn ich mitbekomme, dass die Kinder vergammeltes Fleisch essen, damit sich Louise an der Mutter "rächen" kann, dann wird mir ganz schlecht dabei wenn ich sehe, dass nichts getan wird.
Leider kein Buch, das mich begeistert zurück lässt. Eher leer und unbefriedigt.
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Gebundenes Buch
Wer ist Louise?
Das Buch beginnt mit dem Satz: „Das Baby ist tot.“ Als ich das gelesen habe, dachte ich, wie soll denn jetzt noch Spannung aufkommen, wenn ich das Ende der Geschichte schon weiß. Doch ich hab schnell gemerkt, dass sich hinter diesem Satz eine unglaubliche Story …
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Wer ist Louise?
Das Buch beginnt mit dem Satz: „Das Baby ist tot.“ Als ich das gelesen habe, dachte ich, wie soll denn jetzt noch Spannung aufkommen, wenn ich das Ende der Geschichte schon weiß. Doch ich hab schnell gemerkt, dass sich hinter diesem Satz eine unglaubliche Story versteckt, die einen nicht mehr loslässt.
Myriam und Paul sind ein typisches Karrierepaar. Sie wollen beide erfolgreich im Beruf sein aber trotzdem nicht auf eine Familie verzichten. Und so beschließen sie eine Nanny für die Kinder einzustellen. Als sie dann Louise einstellen scheint die einem Sechser im Lotto zu gleichen. Nicht nur dass die Kinder sie vergöttern, sie bringt auch den Haushalt auf Vordermann, kocht für Gäste und beschwert sich auch nicht, wenn sie länger arbeiten muss, als ausgemacht. Alle ihre Freunde beneiden das Paar um diese unglaubliche Nanny. Doch langsam aber sicher bekommt die perfekte Fassade kleine Risse. Louise übernimmt die Kontrolle über die Wohnung und die Familie, macht sich aber gleichzeitig unentbehrlich. Kleine Vorkommnisse, die erste Zweifel an Louise wecken müssten, werden ignoriert. Und so nimmt eine Tragödie ihren Lauf, die nicht mehr aufzuhalten ist.
Ein tolles Buch, spannend geschrieben, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Als Leser ist man Paul und Myriam zwar um einiges voraus, da man immer wieder Einblicke in das Leben und die Vergangenheit von Louise bekommt, die das Paar nicht hat, aber dennoch gibt es genug Anzeichen, dass mit Louise was nicht stimmt. Aber die beiden genießen viel zu sehr ihre neu gewonnene Freiheit und Bequemlichkeit, was sie nicht gerade sympathisch macht. Bis sie endlich den Entschluss fassen, sich von der Nanny zu trennen ist es längst zu spät. Und dafür bezahlen sie einen hohen Preis.
Louise ist toll dargestellt. Obwohl sie diese unfassbare Tat begeht, tat sie mir irgendwie leid. Sie hat soviel durchgemacht und hat irgendwann die Kontrolle über sich selbst verloren, was keinem aufgefallen ist, weil es eigentlich auch keinen interessiert hat, solange Louise funktioniert hat.
Ein tiefgründiges Buch das zum Nachdenken anregt.
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Broschiertes Buch
Bitter
Zum Inhalt:
Myriam und Paul sind beide beruflich erfolgreich – sie als Anwältin, er als Musikproduzent – und gönnen sich für ihre beiden kleinen Kinder den Luxus eines Kindermädchens. Keines mit Migrationshintergrund, sondern Louise, eine Blondine mit guten …
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Bitter
Zum Inhalt:
Myriam und Paul sind beide beruflich erfolgreich – sie als Anwältin, er als Musikproduzent – und gönnen sich für ihre beiden kleinen Kinder den Luxus eines Kindermädchens. Keines mit Migrationshintergrund, sondern Louise, eine Blondine mit guten Referenzen. Doch schleichend beginnt Louise, sich in dem Leben der Familie einzunisten. Als sie bemerkt, dass Myriam und Paul das nicht länger dulden werden, kommt es zur Katastrophe.
Mein Eindruck:
Das Buch beginnt direkt mit dem Paukenschlag des Doppelmordes an zwei kleinen Kindern und dem Selbstmordversuch der Mörderin. Danach gleitet die Geschichte in ein ruhigeres Fahrwasser und Slimani führt ihre Leser ganz behutsam in den Abgrund. Durch die Kenntnis des Schlusses stellt sich gleich zu Beginn ein unbehagliches Gefühl ein, - egal, wie viel Liebe, Zärtlichkeit und Rosenduft Louise versprüht. Als dieses Gefühl irgendwann auch das glückliche Paar erfasst, ist es schon zu spät. Und obwohl Slimani eindringlich schildert, lässt sie viel im Unklaren. Zum Schluss bleibt man genauso fassungslos wie zu Beginn, ungeachtet dessen, dass man meint, eine ganze Menge über Louises Gefühle und ihr Leben mit und abseits der Kinder gelesen zu haben. Doch alles ist an der Oberfläche, in die Tiefe gelangt man nicht und ist trotz der 200 Seiten Text und den Einblicken in die Vergangenheit und die Gedanken der Täterin so fassungslos, wie zu Beginn des Buch. Warum die Verzweiflung Louises an ihrem Dasein in einen erweiterten Suizid mündet, bleibt unklar, - ebenso wie der Verbleib der Menschen, die bis dahin in ihrem Leben eine Rolle spielten. Dass man sich dennoch nicht von der Autorin verschaukelt fühlt, ist die große Kunst Slimanis. Denn wie sie die immer größer werdende dunkle Wolke über dem vermeintlich glücklichen Leben malt, ist meisterhaft.
Mein Fazit:
Unsagbar traurig
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