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Benutzername: Wuestentraum
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Bewertungen

Insgesamt 322 Bewertungen
Bewertung vom 12.11.2018
H wie Habicht
Macdonald, Helen

H wie Habicht


ausgezeichnet

Helen Macdonald's Traum als kleines Mädchen ist es, Falknerin zu werden. Ihr Vater bringt ihr viele Dinge bei, vor allem Geduld und Selbstvertrauen. Er ist eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben. Als ihr Vater stirbt, beginnt eine lange Trauerphase für Helen. Dann entschließt sie sich, ihren eigenen Habicht abzurichten. Alle ihr bekannten Falkner raten ihr von einem Habicht ab, da sie launisch und nicht zu zähmen seien. Doch sie ersteht ein beeindruckendes Habichtweibchen, welches sie auf den Namen Mabel tauft. Eine lange und abenteuerliche Reise beginnt, dieses tolle Tier zu zähmen.

Helen hat viele Bücher über Falkner, aber auf eines kommt sie immer wieder zu sprechen, nämlich ein Buch von T.H. White "The Goshawk". Er lebte vor Hunderten vor Jahren, war Homosexuell und einsam und hatte sich in den Kopf gesetzt, einen Habicht abzurichten. Doch er machte viele Fehler, schrieb seine Erfahrungen aber alle in dem Buch auf, und Helen war wie hypnotisiert von diesem Buch und es kamen immer wieder Ausschnitte daraus zur Sprache.

Besonders eindrücklich in "H wie Habicht" ist, dass viele Dinge, die mit der Zähmung des Habichts zu tun haben, Parallelen aus dem menschlichen Leben sind und damit verbundenen Weisheiten, die einem sehr zu Herzen gehen.

Helen beschreibt ihren Weg der Zähmung von Mabel, der sehr detailliert und interessant beschrieben ist. Gleichzeitig geht es um die Trauer um ihren Vater und ihre Erinnerungen an ihn.

Der Schreibstil war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber Helen hat durch die Geschichte selbst mich gefangen genommen, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wissbegierig und interessiert las ich alles, was es über Habichte zu wissen gab. Gefühlvoll und sensibel würde ich die Erzählweise benennen.

Obwohl es schon eher an eine Art Sachbuch erinnerte, hatte ich nicht eine Minute das Gefühl, dass es sich hierbei um ein Sachbuch für Habichte handelte. Im Gegenteil, es war für mich die Lebensgeschichte von Helen und ihrem Habicht Mabel, wie sie ihn erwarb, sich ihr annäherte, die beiden sich vertrauten und eins wurden.

Fazit:

Eine beeindruckende und interessante Geschichte von Helen Macdonald und ihrem Habicht Mabel, gefühlvoll, sensibel und wunderschön erzählt, die mich sehr ergriffen und berührt hat.

Bewertung vom 12.11.2018
Sag den Wölfen, ich bin zu Hause
Brunt, Carol Rifka

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause


gut

June Elbus ist fünfzehn Jahre alt, als ihr geliebter Onkel Finn an AIDS stirbt. Sie hat sich eng mit ihm verbunden gefühlt und sein Tod reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Sie konnte mit ihm alles teilen und vertraute ihm blind. Sie hat zwar eine ältere Schwester, mit der sie in letzter Zeit aber nicht mehr viel verbindet. June's Mutter ist ebenso traurig über den Tod ihres Bruders.

June glaubt, allein mit ihrer Trauer zu sein. Doch dann begegnet sie Toby. Er war der Lebensgefährte von Finn und hat ihn, laut June's Familie, mit AIDS infiziert und ihn damit getötet. Somit ist ihre Familie nicht gut auf Toby zu sprechen. Als Toby Kontakt zu June aufnehmen will, ist sie anfangs verstört und zurückhaltend. Doch bald beginnt sie zu begreifen, dass Toby ebenso wie sie selbst um Finn trauert und er seinen Lebensinhalt mit ihm verloren hat. Die beiden schwelgen in Erinnerungen an Finn und Toby schenkt June nach und nach Dinge, die Finn gehört hatten, damit sie Andenken an ihn hat.

Der Schreibstil ist wunderschön und passend zur traurigen Stimmung der Geschichte. Im letzten Teil des Buches konnte man die Tränen nicht verstecken, es war sehr berührend. Trotzdem war mir die gesamte Story zu langatmig, besonders die Dialoge zwischen den einzelnen Personen waren mir zu ausschweifend und langweilig erzählt. Auch die Protagonisten waren nicht besonders sympathisch dargestellt.

Um diesen Roman gab es einen großen Hybe und ich hatte große Erwartungen an ihn, wurde aber leider enttäuscht. Trotz interessantem Thema war es für meinen Geschmack nicht perfekt umgesetzt.

Fazit:

Interessantes Thema, für mich leider zu langatmig und mit unsympathischen Protagonisten umgesetzt.

Bewertung vom 12.11.2018
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11
Maurer, Jörg

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11


sehr gut

Kommissar Jennerwein will am ersten Weihnachtsfeiertag mit seinem gesamten Team auf seiner verschneiten Berghütte feiern. Sie haben sich alle fest vorgenommen, über keine Fälle oder Ermittlungen zu sprechen. Außer dem Team sind zwei Überraschungsgäste mit dabei.

Die Gerichtsmedizinerin hat ihren neuen Freund mitgebracht. Die Austauschkollegin aus Recklinghausen ist spontanverliebt und die Psychiaterin kabbelt sich mit einem Kollegen, da die beiden sich noch nie leiden konnten, was der Stimmung in der Runde keinen Abbruch tut.

Plötzlich gibt es Blutspuren in Schnee, eine Drohne, die über der Hütte kreist und unheimliche Nachrichten und Schatten. Jennerwein, der wegen einer schweren Erkältung Medikamente einnimmt, glaubt anfangs, das Gesicht, welches er durch eines der Fenster schauen sieht, ist eine Halluzination. Doch schon bald verhärtet sich der Verdacht, dass hier einiges nicht stimmt und Jennerwein und sein Team sich in großer Gefahr befinden.

Dieses war mein erster Jörg Maurer Krimi. Er war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da viele Seiten gefüllt waren mit Dingen, die absolut nichts mit der Feier auf der Berghütte sowie den dortigen Gefahren und Vorfällen zu tun hatten. So z.B. Geschichten aus Jennerwein's Schulzeit 1980, wo ein unbekannter Täter jeden Tag ab dem 01. Dezember eine Stinkbombe in der Schule loslässt. Dies war keineswegs langweilig sondern eher belustigend.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch die Nebenschauplätze waren interessant dargestellt. Die Charaktere waren authentisch und sympathisch und die Handlung sowie die einzelnen Ereignisse mit durchgehender hoher Spannung sehr gut erzählt.

Fazit:

Ein interessanter Krimi mit spannender Handlung, überraschenden Ereignissen und anderen Nebenschauplätzen, der mir sehr gut gefallen hat.

Bewertung vom 12.11.2018
Der letzte Schrei / Franziska Hausmann Bd.4
Gerwens, Katharina

Der letzte Schrei / Franziska Hausmann Bd.4


sehr gut

Gottfried Hirschfeld's Ehefrau Roswitha ist verschwunden. Merkwürdig ist nur, dass zum einen die Frau innerhalb von 12 Jahren nie gesehen hat, noch wusste überhaupt jemand von ihr. Weiterhin kommt heraus, dass sie fast vollständig gelähmt war. Wie soll sie also aus dem 1. Geschoss ihres Hauses alleine plötzlich verschwunden sein? Oder hat etwa ihr Ehemann selbst etwas mit ihrem Verschwinden zu tun?

Viele Fragen, die Kriminalhauptkommissarin Franziska Hausmann versucht, zu beantworten. Es kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht, vor allem geht es auch um die Vergangenheit von Roswitha Hirschfeld. Und der Fall dreht sich am Ende nicht nur um sie.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, besonders der bayerische Dialekt. Die Handlung ist im ersten Teil ruhig und solide, steigert sich aber im zweiten Teil des Buches. Es gibt viele Informationen, falsche Fährten und Wendungen sowie wesentlich mehr Spannung.

Fazit:

Ein solider bayerischer Krimi, der im ersten Teil ruhig dahinfloss, dafür aber im zweiten Teil des Buches Fahrt aufnahm. Er hat mir sehr gut gefallen.

Bewertung vom 25.10.2018
Hippie
Coelho, Paulo

Hippie


ausgezeichnet

Der junge Paulo Coelho macht sich auf eine Sinnsuche auf und landet 1970 in Amsterdam, wo er die Holländerin Karla trifft. Die beiden verlieben sich ineinander und Paulo wirft seine eigenen Reisepläne über Bord, als Karla ihn bittet, sie im Magic-Bus nach Nepal zu begleiten. Weiterhin ist eine Gruppe Gleichgesinnter mit im Bus und sie lernen sich näher kennen. Alle mit dem gleichen Hintergrund: Sie suchen nach neuen Werten für ihr Leben.

Ich bin ein großer Paulo Coelho-Fan und finde seine Bücher mit den immer wieder neuen Lebensweisheiten toll. Deshalb war ich auch sehr neugierig auf dieses neue Buch von ihm. Noch dazu autobiographisch.

Paulo Coelho erzählt hier in der dritten Person. Sein Schreibstil ist wie immer klar und flüssig. Die Geschichte, wie er Karla kennenlernt und sie sich gemeinsam auf die Reise mit dem Hippie-Bus machen war interessant und voller Abenteuer. Auch in diesem Buch kommen wieder tolle Weisheiten des Autors zur Sprache, was mir ansonsten auch wirklich gefehlt hätte. Auch wie die Gruppe im Bus sich kennenlernt, sich näher kommt, gemeinsam neue Werte für ihr Leben sucht, feiert und einige Abenteuer erlebt war fesselnd und berührend.

Fazit:

Ein toller Roman über den Autor aus jungen Jahren, der mich begeistert hat.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.10.2018
Cyrus Doyle und die Kunst des Todes / Cyrus Doyle Bd.3
Lucas, Jan

Cyrus Doyle und die Kunst des Todes / Cyrus Doyle Bd.3


sehr gut

Eine tote Frau wird in der malerischen Rocquaine Bay aufgefunden. Auf ihrer Haut ist eine beleidigende Botschaft geschrieben worden. Wie sich gleich am Anfang der Ermittlungen von Cyrus Doyle und seinem Team herausstellt, war die Tote wahrlich kein Engel. Ihr Ehemann und ihre Schwägerin sind von ihrem Tod nicht sonderlich betroffen und auch andere Leute sprechen nicht nur positiv von ihr. Es gibt viele Verdächtige, von denen einer ein schwarzes Ungeheuer gesehen haben will, welches Lizzy getötet haben soll. Weiterhin erscheinen zwei reiche Damen auf der Bildfläche, es gibt viele Affären und verzwickte Bekanntschaften und anfangs laufen die Ermittlungen in viele verschiedene Richtungen. Doyle und Pat kommen immer wieder auf untergegangene Schiffe vor Guernsey zu sprechen, es gibt Hinweise darauf, dass einige Einwohner nach einem bestimmten Schiff und dem darauf befindlichen Schatz suchen.

Als von ganz oben auch noch in die Ermittlungen eingegriffen wird, ermittelt Doyle auf eigene Faust.

Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Das Vorgehen und der Ablauf der Ermittler war realistisch und gut nachvollziehbar. Es wurden immer wieder falsche Fährten gelegt, so dass man als Leser immer wieder im Dunkeln tappte. Auch die Charakter waren authentisch dargestellt. Was mit weiterhin gut gefallen hat, war dass die privaten Details der einzelnen Ermittler gut mit eingebunden und interessant verpackt waren, was dem ganzen ein rundes und überschaubares Bild gab.

Leider habe ich die beiden Vorgängerbände noch nicht gelesen, werde dies nun aber auf jeden Fall nachholen. Einziges Manko war für mich, dass ich mir etwas mehr Spannung gewünscht hätte.

Fazit:

Interessanter Krimi mit authentischen Charakteren und toller Handlung, der mir sehr gut gefallen hat.

Autor: Jan Lucas

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2018
Hybris / Lene Jensen & Michael Sander Bd.4
Jacobsen, Steffen

Hybris / Lene Jensen & Michael Sander Bd.4


sehr gut

Kommissarin Lene Jensen hat einen neuen Fall. Eine junge Frau wurde tot aufgefunden, sie hatte sich ihren Namen und ihr Geburtsdatum in die Haut geritzt. Es stellt sich dann heraus, dass die Tote vor 3 Monaten ein Kind zur Welt gebracht hatte. Lene kommt nur langsam voran.

Ermittler Michael Sander ist noch mit Lene verheiratet. Die beiden wollen sich trennen. Er arbeitet für einen Milliardär, der immer wieder neue Aufträge bzgl. Betriebsspionage für Michael hat. Dieses Mal schickt er Michael nach Paris, wo er einer traumhaft schönen Frau begegnet und mir ihr die Nacht verbringt. Dies hat aber schlimme Folgen für ihn, denn die Frau schickt ein Foto von Michael nackt im Bett an Lene. Das ist der Grund, warum die beiden sich trennen, weil Michael Lene betrogen hat. Dann wird Michael von dem Verlobten von Bettina Horst gebeten, sie zu finden. Sie ist seit langer Zeit vermisst und die Behörden haben den Fall zu den Akten gelegt. Sie war eine begnadete Künstlerin und Geigerin und nach einem Konzert spurlos verschwunden. Michael hat nicht viel Hoffnung, etwas ausrichten zu können, begibt sich aber dennoch auf Spurensuche. Bald führen ihn seine Ermittlungen in die Klinik Genova Counseling, eine Geburtsklinik für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Auch Lenes Ermittlungen führen sie in genau diese Klinik.

Dies war mein erster Thriller von Steffen Jacobsen und er hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig und klar. Die Geschichte war interessant dargestellt, die privaten Details um Michael und Lene gut dosiert und toll mit eingebunden. Auch die Charaktere waren authentisch und sympathisch dargestellt, neben Michael und Lene auch Ida und Bjarne. Leider hat mir für einen Thriller nur noch etwas mehr Spannung gefehlt, deshalb vergebe ich nur 4 Sterne.

Fazit:

Interessanter Thriller mit tollem Schreibstil, authentischen Charakteren und gutem Aufbau. Nur hat mir leider für einen Thriller noch eine Portion mehr Spannung gefehlt. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.10.2018
Brennende Cevennen / Tori Godon Bd.2
Chaplet, Anne

Brennende Cevennen / Tori Godon Bd.2


gut

Die ehemalige Anwältin Tori Godon wird mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, weil es brennt. Sie finden einen toten Hund neben den Überresten eines Wohnwagens, sein Besitzer Franco Jeger, ein Schweizer, ist jedoch verschwunden. Tori begibt sich auf die Suche nach Franco, begleitet von dem ehemaligen Drogenfahnder Nico und ihrem Hund July. Als sie dann noch einen Drohbrief erhält und auf sie geschossen wird, ahnt sie Böses. Kurz darauf bricht erneut ein Feuer aus und es gibt weitere Todesopfer.
Man stellte sich sofort viele Fragen, wo ist Franco abgeblieben, wer schießt auf Tori und Jan und was hat es mit den toten Hund von Franco auf sich. Warum brechen die Feuer aus und wer schickt Tori einen Drohbrief?
Die Geschichte ist interessant, im Vordergrund stehend die Geschichte zu den Cevennen sowie die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen. Tori’s Hund July taucht überall auf und ist überall dabei, wobei sie mir zu oft erwähnt, dass es ja eigentlich ein Kampfhund ist, aber lammfromm. Der Schreibstil war klar und flüssig, die Charaktere konnten mich nicht wirklich erreichen.
Die eigentliche Kriminalgeschichte kam mir eindeutig zu kurz, zu flach rüber. Im Vordergrund stehend schienen mir die Landschaftsbeschreibungen und die Geschichte dieses Landesabschnittes in Frankreich. Der Spannungsgrad war für mich eindeutig zu niedrig, ich hatte das Gefühl einen Roman zu lesen und nicht einen Krimi. Dies wäre eher eine nette Urlaubslektüre mit Reiseführer und Landkarten, als ein Kriminalroman.

Fazit:
Für mich leider viel zu wenig Spannung für einen Krimi, es liest sich eher wie ein Roman mit leichten Krimielementen. Viele Landschaftsbeschreibungen inkl. Landkarte sowie ausführliche Geschichte zu den Cevennen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2018
Befreit
Westover, Tara

Befreit


ausgezeichnet

Tara Westover wächst mit ihren 5 Brüdern und einer Schwester in den Bergen Idahos auf. Ihr Blick von zu Hause ist stets gerichtet auf den Berg Buck Peak, auf dem sich jedes Jahr die Umrisse einer Indianerprinzessin abbilden. Ihr Vater ist ein fundamentalistischer Mormone, vom baldigen Ende der Welt überzeugt. Tara muss als junges Mädchen auf seinem Schrottplatz helfen, in eine staatliche Schule dürfen die Kinder nicht, da ihr Vater voller Misstrauen dem Staat gegenüber ist, von dem er sich verfolgt fühlt. Sie bekommen angeblich zu Hause Unterricht, doch die Mutter ist bald nach einem schweren Autounfall mit der ganzen Familie nicht mehr fähig, ihre eigenen Kinder zu unterrichten, was sie auch vorher nur sporadisch tat.

Tara bemüht sich auf Drängen ihres älteren Bruders Tylers, eine Aufnahmeprüfung für das College zu machen und lernt fleißig dafür. Sie wird angenommen und so entwickelt sich ihr Weg zu hoher Bildung und Auszeichnungen, von denen sie nie zu träumen gewagt hätte. Sie studiert letztendlich sogar in Havard. Ihr ganzes Leben, welches sie immer zurück an den Buck Peak zu ihrer Familie führt, führt ihr Bruder Shawn wie ein roter Faden hindurch. Er ist gewalttätig und brutal, er misshandelt seine Freundinnen ebenso wie Tara selbst. Er hat sie geschlagen, an den Haaren gezogen, ihren Kopf in die Kloschüssel gesteckt. Durch Zufall erfährt Tara, dass es auch ihrer älteren Schwester Audrey mit Shawn so ergangen ist. Sie versuchen mit ihren Eltern darüber zu reden, aber die wehren die Vorwürfe nur ab und wollen nichts davon hören. Es kommt dadurch zu einem großen Bruch zwischen Tara und ihren Eltern, da ihr Vater ihr Handeln nicht akzeptiert und nicht für sie einstehen kann und will.

Tara Westover schreibt wundervoll und berührend ihre Geschichte nieder, die beeindruckend ist, was ihre Familie alles erlebt, wie sie mit dem anscheinend bipolar erkrankten Vater leben müssen, dessen Wort gilt und sonst keines, außer dem Gottes natürlich. Wie sie die Gewalttätigkeit und die Demütigungen ihres Bruders Shawn erträgt und es sie trotz allem immer wieder nach Hause zieht. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie nicht im College in England blieb, anstatt immer wieder zu ihrer Familie zu fahren, wo es wieder Streit und Gewalt gab. Tara verachtet ihre Eltern nicht dafür, dass sie ihr keine anständige Bildung zukommen ließen als Kind, sie verachtet sie dafür, dass sie all die Jahre weggeschaut und nichts getan hatten, als Shawn sie quälte.

Beeindruckend ist, wie Tara es selbst geschafft hat, sich durch Lernen und Lesen ihre heutige Bildung anzueignen, sogar ihren Doktortitel zu machen, obwohl sie nie das dafür notwendige, wie sie glaubte, Selbstvertrauen hatte. Es war ein langer und steiniger Weg, den sie gehen musste und dafür verdient sie volle und große Anerkennung, die sie von ihrer eigenen Familie nie bekam.

Fazit:

Ein wunderbarer, faszinierender und berührender autobiografischer Roman, der mir oft den Atem raubte und mich mit Stolz erfüllte, obwohl ich Tara gar nicht kenne, dass sie zu sich selbst gefunden hat und sich ihren Traum von Bildung erfüllen konnte.

Ich bedanke mich herzlich beim Kiepenheuer & Witsch-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Ohne sie hätte ich dieses wunderbare und faszinierende Buch wahrscheinlich nie gelesen.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.09.2018
Bonfire - Sie gehörte nie dazu
Ritter, Krysten

Bonfire - Sie gehörte nie dazu


sehr gut

Abby arbeitet als Anwältin und muss nach vielen Jahren in die Kleinstadt zurückkehren, in der sie aufgewachsen ist. Sie arbeitet mit ihrem Team an einem großen Umweltskandal. Schnell wird klar, dass Abby keine guten Erinnerungen an diesen Ort hat und auch die Menschen dort, vor allem einige Frauen, die sie damals tyrannisiert haben, sich bis heute nicht geändert haben. Es wird nicht einfach für Abby, diesen Fall zu bearbeiten und sich der Vergangenheit zu stellen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Auch die Geschichte um den Umweltskandal war sehr interessant. Für meinen Geschmack war die erste Hälfte des Buches sehr langatmig. Man musste wirklich am Ball bleiben, um dann in der zweiten Hälfte belohnt zu werden. Denn die Geschichte kam eher langsam in Fahrt, aber dann fesselte sie mich richtig und hat mir sehr gut gefallen, vor allem das megaspannende und unvorhersehbare Ende.

Fazit:

Guter Thriller mit interessanter Story und megaspannendem Ende.