Benutzername: Wuestentraum
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Bewertungen

Insgesamt 269 Bewertungen
Bewertung vom 31.08.2017
Dann schlaf auch du
Slimani, Leïla

Dann schlaf auch du


ausgezeichnet

Die Geschichte beginnt mit dem Schlimmsten, was sich Eltern vorstellen können. Die Nanny hat ihre beiden Kinder ermordet. Einfach nur entsetzlich und grausam.

Myriam und Paul sind glückliche Eltern von Mila und Adam. Doch Myriam sehnt sich danach, wieder arbeiten zu gehen, Karriere als Anwältin zu machen und wie es der Zufall will, trifft sie zufällig Patrick, einen früheren Kommilitonen wieder, der eine Kanzlei eröffnet hat. Am nächsten Tag ruft er sie an und bietet ihr an, bei ihm zu arbeiten. Myriam ist überglücklich. Doch was soll tagsüber mit ihren beiden Kindern geschehen? Sie suchen eine Nanny und es stellen sich einige Damen vor, von denen Myriam keiner ihre Kinder anvertrauen möchte. Doch dann kommt Louise. Myriam spürt sofort, sie ist perfekt, wie für ihre Familie gemacht. Louise zieht nach und nach die Fäden und macht sich unentbehrlich. Mit ihrer unterwürfigen, perfektionistischen Art kümmert sie sich nicht nur um die Kinder, sondern um den gesamten Haushalt in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Sie verbringt auch einen traumhaften Urlaub mit der Familie in Griechenland und möchte am liebsten Tag und Nacht bei ihnen sein.

Es wird im Rückblick von ihrem Ehemann Jaques und ihrer Tochter Stephanié erzählt, Jaques ist gestorben, ihre Tochter verschwunden, sie hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Außerdem kommt langsam ans Licht, dass Louise überhaupt nicht mit Geld umgehen kann, keine Steuern zahlt, mit der Miete im Rückstand ist, anscheinend geht es um alte Schulden von Jaques, doch Louise hat keine Ahnung von solchen Dingen und öffnet Umschläge nicht, die per Post an sie gesendet werden. So kommt es, dass sie aus ihrem Einzimmerappartement ausziehen muss und auch ansonsten sich ihr Gesamtzustand verschlechtert. Sie war schon einmal im Hospital wegen affektiver Störungen. Und es scheint, als wenn diese wieder aufkommen. Sie hat wirre Gedanken, kranke Gedanken und driftet immer mehr in negative Empfindungen ab. Sie hat sich wahnhaft in die Idee hineingesteigert, dass Myriam noch ein Baby bekommen soll, damit Louise für sie ganz unentbehrlich wird.

Leila Slimani hat mit ihrem besonderen, ausdrucksstarken und flüssigen Schreibstil mich als Leser sehr beeindruckt. Die Geschichte um Louise ist wirklich schlimm. Eine scheinbar starke Frau, die immer Haltung bewahrt, den Schein wahrt und sich niemals hinter die Fassade blicken lässt. Bis alles zusammenbricht und sie durchdreht. Ein Albtraum für alle Eltern.

Fazit:

Dieser Roman ist mit wunderbarem und ausdrucksstarkem Erzählstil vereint in eine grauenhafte Geschichte einfach nur Bestens umgesetzt. Fesselnd, schockierend, berührend, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.08.2017
Der Preis, den man zahlt
Pérez-Reverte, Arturo

Der Preis, den man zahlt


sehr gut

Die Geschichte beginnt in einem Zug, eine Frau soll sterben, dies erledigt der Spion Lorenzo Falcó jedoch nicht selbst, er soll nur sicherstellen, dass es sich um die richtige Frau handelt. Ein anderer bringt die Frau um und sichert wichtige Dokumente, die sie bei sich trug.
Es ist das Jahr 1936 und der Spion Lorenzo Falcó bekommt einen heiklen Auftrag. Er soll einen hochrangigen politischen Gefangenen im südspanischen Alicante befreien und vor dem sicheren Tod retten. In Spanien herrscht Bürgerkrieg zwischen den konservativen Falangisten und den Republikanern. Und Falcó soll mit Hilfe der Falangisten diesen besagten Gefangenen befreien. Auch mit an seiner Seite ist Eva, die ihn sofort in seinen Bann zieht und einen ganz besonderen Reiz auf ihn ausübt. Doch nach und nach wird klar, dass hier jeder ein doppeltes und gefährliches Spiel treibt.
Lorenzo Falcó ist charismatisch und skrupellos. Er erledigt Aufträge, führt Befehle aus, ohne dass ihn diese groß berühren oder belasten. Doch ab Mitte des Buches tritt eine Wendung ein. Die Geschichte führt zu einem persönlicherem Teil, indem Falcó sich neu orientieren muss. Plötzlich wird durch bestimmte Handlungen, zu denen er gedrängt wird, sein Gewissen belastet. Die Spannung steigt, es geschehen ungeahnte Wendungen und durch einige brutale und gewissenlose Protagonisten ist man plötzlich im Krimi-Rausch und fiebert bis zum Ende vollends mit.
Arturo Perez-Revertes hat mich mit seinem einnehmenden und tollen Schreibstil sofort in seinen Bann gezogen. Obwohl zu Anfang sehr viele politische Abteilungen, Organisationen, Abkürzungen und Fachbegriffe benannt wurden, bei denen ich einige Zeit benötigte, um da durchzusteigen und in die Geschichte hineinzukommen. Doch dann war ich gefesselt von den Ereignissen, den ungeahnten Wendungen und der Spannung, die sich immer weiter steigerte. Die Protagonisten waren rundum authentisch, aber nicht alle von ihnen sympathisch. Ein Roman, der sich zum spannenden Krimi entwickelte und mich gefesselt hat.
Dies ist der Auftakt zu einer Spionagereihe mit Lorenzo Falcó, Wer dieses Buch gelesen hat, wird automatisch neugierig auf weitere Fälle mit ihm. Das i-Tüpfelchen finde ich ist, dass es nach einer wahren Begebenheit geschrieben wurde und auch die Informationen bezüglich des spanischen Bürgerkrieges fand ich mehr als interessant.

Fazit:
Ein überaus interessanter und spannender Auftakt zu einer Spionagereihe mit Lorenzo Falcó. Interessant wegen dem Thema und dem Hintergrund des spanischen Bürgerkrieges und der Entwicklung der ganzen Geschichte und spannend wie ein Krimi bei ungeahnten Wendungen und Ereignissen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.08.2017
Inspektor Takeda und der leise Tod / Inspektor Takeda Bd.2
Siebold, Henrik

Inspektor Takeda und der leise Tod / Inspektor Takeda Bd.2


sehr gut

Inspektor Kenjiro Takeda, eigentlich von der Mordkommission aus Tokio, ermittelt aber im Zuge eines Austauschprogrammes in Hamburg. Er hat leider große Probleme mit dem Wetter in Hamburg sowie mit den deutschen Gepflogenheiten.
Zum einen geht es um Kindestötung, ein Kleinkind wurde von den drogensüchtigen Eltern vom Balkon gestürzt. Und im zweiten Fall wird ein gefeierter Star der Internetszene, Markus Sassnitz, tot aufgefunden. Kenjiro geht mit seiner neuen Kollegin Claudia Harms auf Verbrecherjagd. Der Tote wurde nicht nur überfahren, sondern auch noch erstickt. Sofort verdächtig: Seine Ehefrau. Allerdings übt diese eine besondere Faszination auf Kenjiro aus, er liebt amerikanischen Jazz und europäische Frauen und genau wie er selbst hat Frau Sassnitz eine Vorliebe für japanische Kunst. Neben Jazz und Teezeremonien übt auch Alkohol einen besonderen Reiz auf Kenjiro aus, so dass er oft zu spät bemerkt, dass er nicht allzu viel davon verträgt.
Dies ist der zweite Band mit dem Ermittlerteam Kenjiro Takeda und Claudia Harms. Man muss nicht zwingend den ersten Band gelesen haben, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, klar und flüssig. Ich hätte mir zeitweise etwas mehr Spannung gewünscht. Interessant vor allem war das Kennenlernen der japanischen Kultur und das richtige Zubereiten von Tee. Auch die persönliche Sichtweise von Kenjiro auf die deutschen Gepflogenheiten und die Sprache fand ich sehr interessant. Die dazugehörige Portion Humor rundete alles gut ab, so dass dieser Krimi einen tollen Lesespaß bot.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Bretonisches Leuchten / Kommissar Dupin Bd.6
Bannalec, Jean-Luc

Bretonisches Leuchten / Kommissar Dupin Bd.6


sehr gut

Commissaire Dupin macht mit seiner Freundin Claire bretonische Ferien zwischen rosa Granitfelsen der Côte d’Armor, Sandstrand und Meer. Claire möchte am Strand liegen, faulenzen und alle fünfe gerade sein lassen. Doch Dupin dreht schon bei dem Gedanken durch, nur rumzuliegen und nichts zu tun. Wie praktisch, dass zeitgleich in dem malerischen Örtchen Tregastel, in dem er und Claire urlauben, zuerst eine Frau verschwindet, die auch Gast im gleichen Hotel war wie sie, dann ein Anschlag auf eine regionale Abgeordnete durchgeführt wird und dann noch zwei Morde geschehen. Dupin ist hocherfreut, endlich gibt es etwas zu tun. Dumm nur, dass Claire ihm strikte Urlaubsruhe verschrieben hat. Und auch seine Mitarbeiter aus Concarneau weigern sich strikt, ihm zu helfen, da er sich dringend erholen soll.

Also macht sich der Commissaire heimlich auf Tätersuche und ermittelt mit Hilfe einiger Leute aus dem Dorf, wie z.B. dem Hotelehepaar, der Inhaberin des Presseladens, dem Friseur sowie der Gendarmin aus Tregastel. Der ermittelnde leitende Kommissar aus Lannion bekommt mit, dass Dupin sich einmischen will und will sich direkt bei Dupins Vorgesetzten beschweren und ihm Ärger machen. So macht sich Dupin also auf, Indizien zu sammeln und kauft sich erstmal ein schönes Notizbuch, um alles zu dokumentieren. Im Glauben, Claire würde nichts mitbekommen, wird es für ihn nicht einfach, alle Befragungen und Ortsbesichtigungen der Taten zu koordinieren, denn es ist wirklich viel los zur fraglichen Zeit in Tregastel, was alle aufkommenden Ereignisse betrifft. Zwischen verwunschenen Tälern, traumhaften Stränden und einer leuchtend bizarren Felslandschaft entwickelt sich ein abgründiger Fall.

Humorvoll hauptsächlich in diesem Fall ist, wie Dupin aber auch Claire versuchen, ihre jeweilige Arbeit vor dem anderen zu verheimlichen. Anscheinend kommen beide auch im Urlaub nicht ohne ihre Tätigkeiten aus und so verbringen sie jede freie Minute ohneeinander damit, sich um ihre beruflichen Tätigkeiten zu kümmern, und gehen fest davon aus, dass der andere davon nichts mitbekommt.
Bretonisches Leuchten ist bereits Dupins sechster Fall, aber leider erst mein erster Fall mit Commissaire Dupin. Er war mir auf Anhieb sympathisch, genauso wie fast alle beschriebenen Charaktere in diesem Fall. Auch die Landschaftsbeschreibungen und Köstlichkeiten der Region waren gekonnt mit eingefügt und man bekam sofort Lust, an genau diesen Ort sofort reisen zu wollen.
Fazit:

Ein ruhig dahinfließender Krimi, die Spannung ließ zwar etwas auf sich warten, aber der gelungene Schreibstil sowie der einfließende Humor machten diesen Krimi zu einem tollen Lesespaß.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.08.2017
Ice Limit - Abgrund der Finsternis / Gideon Crew Bd.4
Preston, Douglas; Child, Lincoln

Ice Limit - Abgrund der Finsternis / Gideon Crew Bd.4


sehr gut

Bei einer Expedition in die Antarktis ging vor sechs Jahren ein riesiger Meteorit über Bord. Noch immer liegt er dort in eisiger See auf dem Meeresgrund. Eli Glinn, der Chef von Effective Engineering Solutions (EES), drängt auf eine schnelle Lösung. Er möchte damit nicht zuletzt seine Schuld an der Havarie damals begleichen, bei der über hundert Menschen ums Leben kamen und er selbst schwer verletzt wurde.
Die Zeit drängt: Das Objekt hat sich inzwischen als Alien-Lebensform entpuppt, als Samenkapsel, aus der ein riesenhaftes Gewächs mit Fangarmen geworden ist, das offenbar eine Invasion der Erde im Sinn hat. Um das zu verhindern, rüstet Glinn eine Expedition an die Eisgrenze aus. An Bord des hypermodernen Forschungsschiffs „Batavia" ist auch Agent Gideon Crew.
Dies ist die Fortsetzung des Vorgängers Ice Ship, den ich leider nicht gelesen habe. Agent Gideon Crew soll nun als Nuklearexperte einen Alien vernichten. Mit einer unterseeischen Atombombe.
Die volle Action beginnt etwas später, das eigentliche Thema lässt einen aber neugierig bei der Stange halten. Dann kommt Spannung auf und es geht richtig zur Sache. Purer Sci-Fi-Thriller mit actionreichen und horrorartigen Szenen, den man dann nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Fazit:
Nach anfänglich etwas in die Länge gezogener Handlung kam dann die volle Action, Horror und Spannung auf, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Purer Sci-Fi-Thriller, der mir aufregende Lesestunden bereitet hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.08.2017
In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1
Chaplet, Anne

In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1


ausgezeichnet

Tori Godon, ehemalige Anwältin, 42 Jahre alt und frisch verwitwet lebt in Belleville, wo früher auch die Hugenotten gelebt haben. Ihr verstorbener Mann Carl war ein Nachfahre der Hugenotten und wollte mehr über seine Familiengeschichte erfahren und nachforschen.


Adriaan, ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin Eva einquartiert hat, verschwindet plötzlich. Doch weder Eva noch die Polizei scheinen ein Interesse daran zu haben, ihn zu suchen. Nachdem Didier Thibon, den Tori kennenlernt und der ihr von alten Geschichten der Hugenotten sowie von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den Höhlen erzählt, tot aufgefunden wird, scheint weiterhin niemand Interesse an der Aufklärung der Fälle zu haben. Tori überlegt, was ob das Verschwinden des Holländers und der ungeklärte Tod von Didier zusammenhängen und macht sich eigenmächtig auf die Suche und begibt sich dabei in große Gefahr.


Die Geschichte beginnt mit der Erzählung der einzelnen Personen. Tori empfindet man anfangs noch sehr traurig, verständlich nach dem Tod ihres Mannes. Dann ist da Nicos, ein Ex-Polizist, der zu einem guten Freund von Tori wird. Eva, ein alternder Hippie, die Zimmer vermietet, Jan ein Historiker, der die alte Pfarrkirsche restauriert. Es wird von den Dorfbewohnern erzählt, die keine Fremden, besonders keine Deutschen mögen.


Dieser Krimi ist mal etwas ganz anderes. Das kriminalistische Geschehen rückt eher in den Hintergrund, beginnt auch erst relativ spät. Somit steht im Vordergrund die Geschichte der Hugenotten, Verfolgung, Verrat und Tod dieser in der damaligen Zeit, was ich sehr interessant fand. Außerdem wird die Landschaft sehr ausführlich und bildhaft beschrieben, was mir auch sehr zugesagt hat, da ich noch nie in Frankreich war und so die einzelnen Orte und Landschaften bildhaft vor Augen hatte.


Anne Chaplet hat mit „In tiefen Schluchten“ keinen normwertigen Krimi geschrieben, jedoch eine überaus interessante Geschichte erzählt. Mich hat es in keinster Weise gestört, dass nicht das kriminalistische Geschehen im Vordergrund stand, sondern habe mit Freude und Interesse die Geschichte der Hugenotten verfolgt und die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen genossen. Der flüssige und klare Schreibstil trug dazu bei, dass ich nur so über die Seiten geflogen bin und das Buch von der ersten bis zur letzten Seite wirklich genossen habe.

Fazit:

Ein etwas anderer Krimi, mit der Geschichte der Hugenotten und wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, der sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.08.2017
Wenn der Platzhirsch röhrt
Bleyer, Alexandra

Wenn der Platzhirsch röhrt


sehr gut

Sepp Flattacher, der griesgrämige Mölltaler Aufsichtsjäger, muss handeln. Sein Nachbar Heinrich Belten soll ins Altersheim abgeschoben werden, denn seine Tochter Carola will mitsamt Ehemann Anton und den drei Kindern nebenan in das Haus von Heinrich einziehen. Und da Sepp seine Ruhe heilig ist, muss er Anton weggraulen. Als Heinrich bemerkt, dass ein Schwiegersohn Anton nicht so freundlich und umgänglich ist, wie er gedacht hatte, und dass eigentlich er und nicht seine Tochter das Vorhaben hat, ins Mölltal zu ziehen, schmiedet er zusammen mit Sepp einen Plan, womit sie Anton ärgern und fortjagen könnten.

Anton eröffnet im Dorf einen Jugendtreff, der nicht ganz so harmlos ist, wie er erscheint und somit zieht er damit gewisse ungemütliche Slowaken an, die ihm auf die Pelle rücken. Sepp und Heinrich ahnen von alldem vorerst nichts und üben ihre Streiche aus. Schnell merkt man, dass Anton nicht nur Heinrich im Griff hat, sondern auch den Bürgermeister Müller unter Druck zu setzen weiß. Doch schnell wird aus der Gaudi bitterer Ernst. Und Sepp und Heinrich sind mittendrin.

Dies ist der zweite Band, nach „Waidmannsdank“ mit Sepp Flattacher. Man muss nicht zwingend den ersten Band gelesen haben, jede Geschichte ist in sich abschließend. Der einzige Vorteil: Man kennt den Sepp Flattacher und seine freundliche Art bereits.

Alexandra Beyer versteht es, schwarzhumorig die Verbrechen im Mölltal mit den eigenwilligen und kautzigen Charakteren der Protagonisten zu verbinden. Witzig und mit österreichischem Dialekt kommt der griesgrämige Sepp trotz seines doch sehr ruppigen Verhaltens seinen Mitmenschen gegenüber sympathisch rüber. Heinrich hat es nicht leicht mit ihm als Nachbarn, aber bezüglich der momentanen Sachlage verbrüdern sich die beiden alten Kampfhähne zumindest für eine kurze Zeit. Das Glossar am Ende des Buches als Übersetzung aus dem Österreichischen fand ich sehr hilfreich.

Leider war bis zum Mittelteil des Krimis noch kein Verbrechen geschehen, was meine Aufmerksamkeit etwas einschränkte, doch dann tauchte endlich eine Leiche auf und die Kriminalgeschichte nahm Fahrt auf. Bis zum Ende war dann auch die Spannung vorhanden und man konnte ordentlich mitfiebern.

Der flüssige und lockere Schreibstil gefiel mir wieder, ebenso wie die Protagnisten, sehr gut. Der Humor genauso wie der teilweise verwendete österreichische Dialekt sind toll eingefügt und machten diesen Krimi zu einem Lesevergnügen.

Fazit:
Ein Jägerkrimi vermischt mit viel schwarzem Humor, skurrilen und interessanten Charakteren sowie viel Lokalkolorit , der einen mehr zum Schmunzeln als zum Ermitteln einlädt und viel mir viel Lesespaß bereitet hat.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.08.2017
Todeshaff / Emma Klar Bd.2
Peters, Katharina

Todeshaff / Emma Klar Bd.2


ausgezeichnet

In einer Ferienanlage am Salzhaff werden zwei grausam zugerichtete Leichen gefunden. Emma Klar und das Team sollen Christoph Klausen beschatten. Er hatte zehn Jahre im Gefängnis gesessen, da er bei einem Einbruch überrascht vom Hausbesitzer Krüger überrascht wurde und Klausen diesen bei einem dann folgendem Kampf tötete. Wie sich herausstellt, war der tote Krüger mit den jetzigen beiden Toten, Deinert und Bauer befreundet. Sie haben eine grausame Vergangenheit gehabt. Alle drei haben in einem Jugendwerkhof Sterngau gearbeitet und dort Kinder und Jugendliche gequält, misshandelt und gefoltert. Deshalb vermuten alle, dass die Morde von einem ehemaligen Insassen aus Sterngau durchgeführt wurden, auch anhand der Art, wie die Männer getötet wurden.
Emma setzt sich eigenmächtig mit Klausen in Verbindung, der natürlich längst gemerkt hat, dass er beschattet wird. Sie vermutet bezüglich seiner Vergangenheit Zusammenhänge zu den heutigen beiden Morden. Das ganze Team um Emma, mit Johanna, Florian und Jens ermitteln in alle Richtungen, Familien und Freunde der beiden Toten werden befragt. Doch sie kommen einfach nicht weiter. Bis Emma eine Idee hat und sie der Sache nachgeht und sich mal wieder selbst in große Gefahr begibt.
Dies ist nach „Todesstrand“ der zweite Fall für Emma Klar, die als verdeckte Ermittlerin arbeitet und vorher beim LKA beschäftigt war. Als freie Ermittlerin hat sie mehr Freiraum für eigene Vorgehensweisen und ist niemandem Rechenschaft schuldig. Mit Johanna sowie Florian und Jens, die beide eine Detektei in Rostock führen, sind sie ein bereits eingespieltes und super Team.
Ich mag den Schreibstil von Katharina Peters einfach sehr, flüssig und leicht fliegt man über die Seiten. Gut recherchiert und super durchdacht setzt sich ein Puzzlestück zum anderen und man fiebert wieder mit Emma Klar und ihrem Team mit, um zu erfahren, wer denn nun der Täter ist und was sein Motiv war. Auch die Vorgehensweise der Ermittler sowie die Verhaltensweisen der Protagnisten mit ihren kleinen Macken sind wieder toll mit eingearbeitet. Die Charaktere der anderen Beteiligten in diesem Fall sind so interessant beschrieben, dass man die einzelnen Personen direkt vor Augen hatte.
Spannend und mit vielen Wendungen versehen, ist dieser Krimi wieder ein wahrer Lesegenuss. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall mit Emma Klar.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2017
Das Labyrinth der Lichter / Barcelona Bd.4
Ruiz Zafón, Carlos

Das Labyrinth der Lichter / Barcelona Bd.4


ausgezeichnet

Mauricio Valls, der durch das Franco-Regime Minister wurde, ist plötzlich verschwunden. Er war 5 Jahre lang Direktor des Gefängnisses von Montjuïc, wo Folter und Ermordungen herrschten und nun scheint es so, als würde seine Vergangenheit ihn einholen. An einem Abend 1959 in Madrid erhält Mauricio Valls einen Drohbrief, aufgrund dessen er am nächsten Tag flüchtet. Die Polizei verschweigt der Öffentlichkeit das Verschwinden von Mauricio. Sie waren bereits über mehrere Drohbriefe an ihn informiert und vermuten seine dunkle Vergangenheit damit. Zusätzlich beauftragt die Polizei den Chef der Sicherheitspolizei, Leandro Montalvo, der ihnen bei der Suche helfen soll.

Alicia Gris kehrt von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona, nachdem dort das verlassene Auto von Minister Valls aufgefunden wurde. Sie hat bereits jahrelang für Montalvo gearbeitet und soll nun unter größter Geheimhaltung das plötzliche Verschwinden des Ministers aufklären. Sie findet in seinem Arbeitszimmer ein geheimnisvolles Buch aus der Serie „Das Labyrinth der Lichter“, welches sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne führt. Ihre eigene Vergangenheit holt sie wieder ein. Alicia vermutet Schreckliches hinter dem Verschwinden des Ministers. Und sie vermutet, dass mächtige Personen ihre Finger mit im Spiel haben. Nachdem sie von dem Fall wieder abgezogen wird, macht sie sich trotzdem auf die Suche nach dem Minister auf.

Carlos Ruiz Zafón fesselt den Leser mit seinem außergewöhnlichen Schreibstil. Dieser Roman, der über 900 Seiten beinhaltet, hätte noch doppelt so lang sein können, es wäre nicht eine Minute und eine Seite zu viel gewesen. Leider kannte ich die Vorgängerbände noch nicht, aber das beeinflusste nicht, gut und schnell in die Geschichte hineinzukommen und sich ein tolles Bild der verschiedenen Protagonisten zu machen. Die Charaktere der einzelnen Personen waren so klar und detailreich dargestellt, es wurde durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten und politischen Ämter innehabende Leute und Geschehnisse exakt beschrieben. Die Zeit, in der die Geschichte spielt ist ebenso interessant und fesselnd, wie alles Geschehnisse.

Fazit:
Ein durch außergewöhnlichen Schreib- und Erzählstil fesselnder und mitreißender Roman, der mich einfach nur begeistert hat.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.07.2017
Tödliches Treibgut / DCI Jim Daley Bd.1
Meyrick, Denzil

Tödliches Treibgut / DCI Jim Daley Bd.1


sehr gut

Jim Daley und sein Partner Scott werden in das Fischerdorf Kinloch beordert, da sich die örtliche Polizei mit einer dort angespülten Frauenleiche überfordert fühlt. Schnell stellen sie fest, dass die dortige Dorfgemeinschaft fest zusammenhält und dass sogar jemand bereit ist zu töten, damit keine unliebsamen Fragen gestellt werden.
Jim Daley ist normalerweise in den Straßen von Glasgow zuständig. Sein Kollege Brian Scott reist ihm nach, in das kleine Fischerdörfchen, damit sie beide den Fall schnell lösen können. Die tote Frau, die dort aufgefunden wurde, hatte nicht gerade den besten Ruf. Und schon bald wird eine zweite Leiche gefunden. Doch nun ist es leider so, dass die doch recht skurrilen und eigenbrödlerischen Dorfbewohner wesentlich interessierter an der Weitergabe von Tratsch und Klatsch sind, als bei hilfreicher Beantwortung von Fragen zur Klärung der Fälle. Der Leiter der Polizeistation in ihnen auch nicht behilflich. Zum Glück steht ihnen der Polizist Archie Fraser zur Seite und ist trotz seiner etwas tollpatschigen Art hilfreich. Außerdem hat Jim Daley nicht nur die Todesfälle zu klären, hinzu kommt seine Ehefrau, um die er sich auch noch kümmern muss, da sie eigens angereist ist, um ihre nicht mehr so ganz in Ordnung befindliche Ehe zu retten. Somit gestalten sich die ganzen Ermittlungen mehr als einfach und schnell.
Der Schreibstil ist leicht und locker, sehr einfach und angenehm zu lesen. Die Protagonisten waren sympathisch und realistisch dargestellt und man konnte sich auch durch die privaten Einzelheiten ein gutes Bild machen. Auch die Beschreibung der Landschaft und Orte war detailreich und bildhaft beschrieben. Die Story war gut konstruiert und spannend und mit der gut dosierten Prise Humor einfach klasse. Tolle Wendungen und ein überraschendes Ende rundeten diesen Krimi noch ab. Einziges Manko für mich waren die privaten Probleme und Ereignisse von Jim Daley, die etwas zu viel für einen Krimi erwähnt wurden.
Fazit:
Ein gut konstruierter, atmosphärischer und spannender Auftakt zu einer neuen Krimireihe, mit einer guten Prise Humor und realistischen wie schrägen Protagonisten, der mir sehr gut gefallen hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.