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Benutzername: Wuestentraum
Danksagungen: 455 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 302 Bewertungen
Bewertung vom 05.06.2018
Die letzte Stunde
Walters, Minette

Die letzte Stunde


gut

Klappentext:
Südengland, Juli 1348: An der Küste ist die Pest ins Land gekrochen. Binnen kürzester Zeit entvölkert sie ganze Landstriche, Angst und Panik regieren. Allein Lady Anne, die Herrin von Develish, nimmt das Heft in die Hand. Sie bringt all ihre Schutzbefohlenen auf ihrem Anwesen in Sicherheit und lässt die Zugangsbrücke verbrennen. In ihrem kleinen Reich zählen nicht mehr gesellschaftliche Konvention und Rang, sondern Einsatz für die anderen. Als neuen Verwalter setzt Anne Thaddeus ein, den niedrigsten, aber klügsten ihrer Diener. Doch kann sich die Schicksalsgemeinschaft gegen die schreckliche Krankheit behaupten, die vor ihren Toren tobt? Gegen die Verzweifelten und Raffgierigen, die Develish angreifen? Werden die kargen Vorräte reichen? Dann geschieht ein grausamer Mord und droht Lady Annes Gemeinschaft endgültig zu zerreißen ...
Ich lese gerne mal zwischendurch historische Romane und dies war mein erster von Minette Walters. Den Schreibstil habe ich als anspruchsvoll empfunden, so hatte ich teilweise Mühe, mich durch die vielen Seiten zu lesen.

Die Charaktere waren mir nicht alle sympathisch und weder Lady Anne noch Thaddeus noch Eleanor konnten mich emotional erreichen. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, waren die Auswirkungen der Pest zur damaligen Zeit, vor allem die wirtschaftlichen Aspekte. Auch die Standesunterschiede und deren Auswirkungen waren sehr interessant.

Ausführlich und teilweise schonungslos wird über die Pest berichtet. Was und wen sie alles zerstört, vor allem aber, wie die Menschen damit umgehen und wie sich selbst und anderen versuchen, zu helfen.
Meine Enttäuschung war am Ende groß, als ich feststellen musste, dass die Geschichte hier nicht endet, sondern es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Leider konnte mich dieser historische Roman nicht erreichen.

Bewertung vom 05.06.2018
Unter der Mitternachtssonne
Higashino, Keigo

Unter der Mitternachtssonne


ausgezeichnet

Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet aufgefunden. Es ist das Jahr 1973 in Osaka. Detektiv Sasagaki übernimmt den Fall, der ihn dann 20 Jahre lang beschäftigen soll.

Ryo, der Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Selbst als Sasagaki pensioniert wird, lässt ihn dieser Fall nicht los. Und so ermittelt und forscht er weiter, steigt tief in die soziopathischen und kriminellen Tiefen der Menschen hinab, um endlich den Mörder zu finden.

Keigo Higashino fügt in über 700 Seiten diese Geschichte zusammen. Anfangs werden ausführlich die einzelnen Charaktere beschrieben, die Handlung wird nach und nach aufgebaut. Man überlegt am Anfang, ob diese Informationen wirklich alle nötig sind, doch am Ende des Buches fügt sich alles perfekt zusammen und man ist froh darüber, selbst die kleinsten Details erfahren zu haben. Die Spannung wird stetig aufgebaut.
Der Schreibstil ist flüssig und man kann über die Seiten fliegen. Da ich persönlich keine Bücher mit über 700 Seiten mag, war ich angenehm überrascht, da hier keine unnötigen Längen oder langatmige und langweilige Handlungen vorkamen. Da die Spannung sich immer weiter steigerte, und der Autor es geschickt verstand, den Leser zu fesseln, sei es mit alltäglichen Erlebnissen oder kriminellen Handlungen war ich bis zum Ende, in dem sich alles perfekt zusammenfügte, als stille Ermittlerin begeistert dabei. Auch die japanische Kultur wurde immer wieder hervorgehoben und so konnte man auch diese in diesem fesselnden Krimi toll mit aufnehmen und kennenlernen.

Als einziges Manko möchte ich die vielen japanischen Namen anmerken, mit denen ich mich besonders am Anfang des Buches schwer getan habe.

Fazit:
Ein spannender und interessanter Krimi, mit toller Handlung und japanischer Kultur, der mich sehr begeistert und gefesselt hat. Absolute Leseempfehlung.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.05.2018
Der Augenblick
Matt, Irene

Der Augenblick


ausgezeichnet

Dass dies kein normaler „Krimi“ ist, war im Vorfeld bekannt. Es geht um Schuld und Sühne. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie dies im Buch umgesetzt wird.
Die Täterin soll vor Verurteilung an einer Studiengruppe teilnehmen. In dieser wird nicht die Tat selbst, sondern das Warum und die Hintergründe der Tat in einer Gruppentherapie besprochen.
Interessant vor allem war, wie so eine Gruppentherapie funktioniert und der Einblick in das tiefenpsychologische Geschehen. Welche Auswirkungen verdrängte Erinnerungen und vieles andere verursachen können, wie man diese be- und verarbeitet, damit man am Ende nicht Täter einer schlimmen Straftat wird. Was sind die eigentlichen Gründe für eine Tat, was war der Auslöser?
In den Gesprächen wird vieles offenbart, man lernt die Charaktere und vor allem die Hauptkommissarin Alexandra Keller genauer kennen. Alle Charaktere sind realistisch dargestellt. Die Autorin vermittelt mir als Laien auf dem Gebiet der Psychologie einen fundierten und verständlichen Einblick, so dass ich als Leser alles gut verstehen und umsetzen konnte.
Besonders der Anfang des Buches mit dem Fall des kleinen Babys sowie das Ende waren sehr spannend kreiert. Alles weitere, was die Hintergründe einer Tat, die Gruppentherapie, die Umstände jedes Einzelnen betraf, waren überaus interessant und fesselnd dargestellt.

Fazit:
Ein überaus interessanter und auch mit Spannung versehener „Krimi“, der eigentlich kein Krimi ist. Aber mindestens genauso spannend und fesselnd. Die Hintergründe und das Warum einer Tat ist ebenso interessant, wie einen Täter zu jagen und bei den Ermittlungen der Kommissare dabei zu sein. Dieses Buch hat mich gerade wegen der tiefenpsychologischen Thematik so gefesselt und begeistert. Selten ein so lehrreiches und interessantes Buch gelesen, welches gleichzeitig so spannend und fesselnd war.
5 Sterne von mir und absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 22.05.2018
Schwarzes Watt / Theo Krumme Bd.4
Berg, Hendrik

Schwarzes Watt / Theo Krumme Bd.4


ausgezeichnet

Die Kölnerin Ina macht mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern Urlaub an der Nordsee. Eines Tages macht sie auf dem Rückweg vom Strand eine Entdeckung, die ihr fast den Atem raubt. Sie erkennt den Mörder ihrer Schwester Nelly.

Vor knapp 20 Jahren waren Ina und ihre Schwester auf einem Fest in Hamburg. Ina wollte es etwas zu trinken holen, vergaß die Zeit, weil sie sich mit einem netten jungen Mann unterhielt und erschrak, als plötzlich ein heftiges Gewitter kam. Schnell rannte sie zu ihrer Schwester, doch die lag erschlagen mit einem Stein am Elbstrand da, ein Mann war über sie gebeugt. Als er wegrannte und ein Blitz die Nacht erhellte, konnte Ina das Gesicht des Mannes sehen. Dieses Gesicht hat sie nie vergessen können. Und nun war sie sich sicher, dass es dieser Mann war, den sie gerade erblickt hatte.

Krumme und seine Kollegin Pat gehen der Sache nach, sie können sogar feststellen, wer dieser Mann ist, den Ina gesehen und beschuldigt hat. Er ist ein angesehener Pastor aus einer Nachbargemeinde, Jonas Hartung, und alle halten große Stücke auf ihn, sogar Krummes Chef. Es steht ein DNA-Test aus, denn damals konnte von dem Stein trotz des Gewitters eine DNA-Probe genommen werden. Alle warten gespannt auf das Ergebnis. Ina’s Ehemann macht sich große Sorgen um seine Frau, da dies nicht der erste Mann ist, den Ina als Mörder ihrer Schwester beschuldigt. Er hat Angst, dass Ina wieder in ein tiefes Loch fallen wird, so wie bei den anderen Beschuldigten sich immer herausstellte, das sie nicht als Mörder in Frage kamen.

Ich bin immer wieder von Hendrik Berg’s Schreib- und Erzählstil begeistert. Klar und flüssig erzählt er die Geschichte um Ina. Spannend beschreibt er die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester Nelly, obwohl der Fall bereits 20 Jahre zurückliegt. Spannend und interessant der Verlauf bis zum Ende. Auch die privaten Ereignisse um Krumme und Marianne, seiner Vermieterin sind toll und gut dosiert mit eingefügt, ebenso private Erwähnungen von Pat, seiner Kollegin. Auch die Urlaubstage und Unternehmungen von Ina und ihre Familie sowie Ina’s Gemütszustand werden bildhaft und emotional beschrieben. Bei Krummes’s Erlebnissen mit Watson, seinem Pflegehund, kann man herzlich lachen und hat diese Szenen bildhaft vor Augen.

Fazit:
Ein rundum toller und spannender Krimi, mit super Schreib- und Erzählstil, der mich, wie die vorherigen 3 Bände bereits, wieder gefesselt und begeistert hat.
Herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bewertung vom 30.04.2018
Was nie geschehen ist
Spiegelman, Nadja

Was nie geschehen ist


gut

Nadja Spiegelmann erzählt in diesem Roman ihre Familiengeschichte, die Geschichte dreier Frauen, ihre eigene, die ihrer Mutter Francoise und ihrer Großmutter Josette. Die männlichen Familienmitglieder werden eher am Rande erwähnt, obwohl ihr Vater, Art Spiegelmann, der bekannte Autor der berühmten Comic-Maus-Bücher ist. Ihre Mutter ist Art Direktorin beim New Yorker. Es mutet für mich eher wie eine Familienbiographie an, als ein Roman.
Als Nadja klein ist, glaubt sie ihre Mutter sei eine Fee. Weil ein Zauber sie umgibt. Doch als sie älter wird, trifft sie immer öfter die Wut und Zurückweisung ihrer Mutter. Sie möchte wissen, woher das kommt und warum ihre Mutter ein schlechtes Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter hat. Sie beginnt, der Vergangenheit nachzuspüren und stößt auf unsagbaren Schmerz.
Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven und verschiedenen Sichtweisen der drei Hauptprotagonistinnen erzählt, was sehr verwirrend für mich war. Die Erinnerungen der einen widersprachen sich teilweise mit denen der anderen beiden Frauen. Unangekündigte Zeitenwechesel machten das Lesen dieses Romans nicht leichter. Ich empfand es als verwirrend und anstrengend, es war kein Buch klarer Linien oder eines klaren Konzepts. Es wurden interessante und auch sehr private Dinge erzählt, doch durch die verschiedenen Sichtweisen und Perspektiven kam bei mir alles eher verworren an, deshalb konnte meine Begeisterung für diesen Roman leider auch dadurch nicht geweckt werden. Es sollten Konflikte gelöst werden, blinde Flecken gefunden werden, doch es taten sich eher neue Konflikte auf. Es werden so private Dinge der Familie erzählt, dass man das Gefühl hat, es ist einem peinlich dies alles zu erfahren und dass es doch eigentlich nur für die Familie bestimmt ist.
Ich bin mit sehr großen Erwartungen an diesen Roman herangegangen, doch leider konnten diese nicht erfüllt werden.

Fazit:
Ein Roman, der eher wie eine Familienbiographie erscheint, und mich beim Lesen durch ständig wechselnde Perspektiven, Zeiten- und Sichtweisen eher verwirrt als begeistert hat. Die Idee und der Ansatz überaus interessant, aber die Umsetzung für mich leider nicht gelungen.

Bewertung vom 23.04.2018
Ein Lied für die Geister
Erdrich, Louise

Ein Lied für die Geister


ausgezeichnet

Landreaux und Emmaline Iron sind Nachbarn und Freunde von Peter Ravich und seiner Frau Nora. Nora ist die Halbschwester von Emmaline, doch die beiden stehen sich nicht sehr nahe. Landreaux und Emmaline haben 3 eigene Kinder, Snow, Josette, Chooky und La Rose. Bei ihnen lebt auch Hollis, der Sohn von Romeo, der ihn selbst nicht erziehen kann, da er nur Gelegenheitsjobs und Probleme mit Drogen hat. Nora und Peter haben zwei Kinder, Maggie und Dusty.
Eines Tages erschießt Landreaux unbeabsichtigt Dusty bei der Jagd auf einen Hirsch. Unvorstellbar ist die Trauer, die Peter und Nora ertragen müssen. Auch Maggie leidet sehr unter dem Tod ihres Bruders, sie wird rebellisch und kommt mit ihrer Mutter nicht mehr zurecht, die sich in ihrer Trauer nicht mehr um sie kümmern kann.
Emmaline und Landreaux beschließen, ihren eigenen kleinsten Sohn, La Rose, zu opfern und ihn den Raviches als Ersatz für ihren toten Sohn zu übergeben. Dies ist eine uralte indianische Tradition. La Rose hilft Nora sehr bei ihrer Trauer, doch sie kämpft jeden Tag damit, sich nicht in der Scheune zu erhängen. Emmaline und Landreaux leiden wiederum sehr über den Verlust ihres eigenen Sohnes. Doch nach 3 Jahren beschließen sie, sich La Rose zu teilen und so lebt er eine Zeit bei den Raviches und eine Zeit bei seiner eigenen Familie. Eines Tages beschließt Emmaline, La Rose soll nicht mehr zu den Raviches, doch La Rose bringt das durcheinander, ist er es doch gewohnt, die letzten Jahre von einem zum anderen zu wandern. Er möchte weiterhin zu Nora und Peter und so geht die Vereinbarung weiter.
Emmaline und Landreaux sind aus dem Stamm der Ojibwe und sie leben sehr nach der indianischen Tradition. La Rose hießen bereits die Vorahnen von Emmaline, denen eine außergewöhnliche Gabe zugesprochen wird, nämlich dass sie die Geister ihrer Urahnen sehen können. La Rose soll alle wieder zusammenführen und er schafft dies auch, weil alle ihn einfach lieben und er etwas ganz Besonderes ist.
Louise Erdrich beschreibt das Drama des Todes von Dusty, die Trauer der Familie, die Schuldgefühle von Landreaux sowie Emmalines eigene Trauer über die Weggabe ihres geliebten Sohnes La Rose sehr einfühlsam und bewegend. Die Traditionen der Indianer sowie deren Alltag, die Erlebnisse der Kinder sind überaus interessant und liebevoll dargestellt. Der Schreibstil ist außergewöhnlich, mal mitreißend und berührend, dann wieder distanziert, je nach Situation und Gefühlszustand. Perfekt umgesetzt und bewegend erzählt, hat mich dieser Roman sehr eingenommen und zutiefst berührt.
Ein Roman über Verlust, Hass, Trauer und Liebe, darüber wie man wieder zueinander finden kann durch die Liebe, egal was vorher passiert ist.
Fazit:
Ein vom Schreib- und Erzählstil großartiger Roman, bewegend und einfühlsam, der mich tief berührt hat.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.04.2018
Engel berühren meine Fingerspitzen
Byrne, Lorna

Engel berühren meine Fingerspitzen


ausgezeichnet

Lorna Byrne beschreibt in diesem Buch „Engel berühren meine Fingerspitzen“ sehr eingehend und sensibel, wie man die Engel in sein Leben mit einbeziehen kann, sie in sein Leben lassen kann, sich von ihnen helfen lassen kann und wie man Kontakt zu seinem Schutzengel aufnehmen kann.

Da dies mein erstes Buch von Lorna Byrne war, welches ich gelesen habe, war ich sehr beeindruckt. Zum einen, wie sie dem Leser dieses Thema nahebringt ohne aufdringlich zu wirken, sondern der Leser kann für sich selbst bestimmen, was er annehmen oder glauben möchte und was nicht. Auch die Übungen, wie man Zeichen der Engel wahrnehmen kann, sind leicht auszuüben für den Leser, der diese Übungen machen möchte. Zum anderen von dem leichten und detailreichen Scheibstil.

Die Beschreibung der Kreuzigung von Jesus war nichts für zartbesaitete Gemüter. Es war sehr berührend.

Fazit:
Ein wunderschönes, informatives und berührendes Buch, welches ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich für das Thema Engel und Schutzengel interessiert.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.04.2018
Auf immer verbunden
Starnone, Domenico

Auf immer verbunden


sehr gut

Vanda und Aldo sind viele Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. Die Ehe plätschert eher vor sich dahin, als dass große Gefühle noch eine Rolle spielen. Eines Tages verlässt Aldo Vanda für die jüngere Lidia. Nach Jahrzenten der Getrenntheit kehrt Aldo zu Vanda zurück. Nicht aber, weil er sie liebt oder vermisst hat, sondern eher aus dem Grund, weil Lidia sich von ihm getrennt hat.
Der Romanaufbau ist in 3 Teile gesplittet, in denen verschiedene Lebensphasen sowie nacheinander die Betroffenen Familienmitglieder zu Wort kommen.
Im ersten Teil erzählt Vanda, die, nachdem sich Aldo von ihr getrennt hat, und sie die Fehler bei sich sucht.
Dann wird aus der Sicht von Aldo erzählt, der Lidia immer noch zu lieben scheint und eigentlich mit ihr zusammen sein möchte, als mit seiner Frau Vanda.
Der letzte Teil, geschildert von den beiden Kindern, war für mich der einschneidenste. Die ganze Wut der Kinder kommt nun zum Ausdruck, die ihre Eltern dafür verachten, was sie mit ihrer Trennung bei ihnen ausgelöst haben. Sie verwüsten am Ende in ihrer ganzen Wut die Wohnung der Eltern.
In diesem Roman wird erzählt, wie Eheleute an ihrer Ehe krampfhaft festhalten, obwohl keine Liebe mehr vorhanden ist. Sie verletzen und kränken nicht nur sich gegenseitig, sondern auch ihre Kinder bekommen alles ab und mit. Dadurch bekommen sie einen regelrechten Hass auf ihre Eltern und verwüsten am Ende die ganze Wohnung.
Domenico Starnone’s Roman „Auf immer verbunden“ ist ein leises, aber eindringliches Werk mit tollem Schreibstil und einer fordernden und direkten Sprache, die einen durch dieses Buch zieht. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen, das Verständnis hat mir dennoch gefehlt, wie manche Menschen mit allem Zwang versuchen, ihre Ehe aufrecht zu erhalten, obwohl sie längst vorbei und am Ende ist. Und die Leidtragenden dabei sind wie so oft die Kinder, an die diese Eltern nicht gedacht haben.
Fazit:
Eine eindringliche Geschichte mit tollem Schreib-und Erzählstil. Für alle die Familiengeschichten mögen, sehr zu empfehlen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.04.2018
Alles was glänzt
Gamillscheg, Marie

Alles was glänzt


gut

In diesem Debütroman der Autorin geht es um ein kleines Dorf am Fuße eines großen Berges. Das Dorf lebte lange Zeit gut vom Erzabbau, doch nun ist das Erz versiegt und die Stollen stillgelegt. Tief im Berg tut sich etwas und die Natur bedroht die Menschen.
Es ist ein Museum entstanden. Es geht das Gerücht herum, dass der Berg einstürzen wird, welches ein Journalist noch schürt. Daraufhin bleiben die Besucher aus und die jungen Einheimischen verlassen den Ort. Die Alten bleiben.
Die Geschichte erzählt von denen, die aufgegeben haben und das Dorf verlassen und von denen, die geblieben sind, um zu sehen, was passieren wird. Von der einzigen Kneipe im Ort, dem einen oder anderen Dorfbewohner.
Die Autorin Marie Gamillscheg beschreibt die Stimmung in diesem Dorf sehr trostlos und schwermütig. Es werden Erlebnisse der einzelnen Bewohner geschildert, die eigentlich nicht wirklich aufregend sind.
Der Schreibstil hat mir persönlich nicht zugesagt, melancholisch mit zum Teil aufgelisteten Tatsachenberichten, die mich emotional nicht erreichen konnten. Man hatte das Gefühl, nur einen Teil der Geschehnisse zu erfahren und sich den Rest selbst zusammenreimen zu müssen. Hinzu kamen viele Perspektiv- und Zeitenwechsel. Es war für mich kein Buch, welches man locker und einfach durchlesen kann.

Fazit:
Leider konnte mich dieser Roman nicht erreichen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.04.2018
Eine Liebe, in Gedanken
Bilkau, Kristine

Eine Liebe, in Gedanken


sehr gut

Im Jahr 1964 in Hamburg sind Antonia und Edgar ein Paar. Sie lieben sich und wollen heiraten. Dann bekommt Edgar die Chance, in Hongkong ein Büro für seine Firma zu eröffnen und er reist dorthin. Antonia soll nachkommen, sobald er dort alles geregelt hat. Doch nach einer gewissen Zeit kann Edgar sich ein Leben mit Antonia in Hongkong nicht mehr vorstellen und so lässt er sie am langen Arm verhungern, nein, er lässt ihre Beziehung sozusagen auslaufen. Antonia wartet auf ein Flugticket von Edgar, damit sie ihm endlich nachreisen kann. Doch es kommt keines. Irgendwann hat sie die Warterei satt und entscheidet sich für ein anderes Leben, als das zuvor geplante mit Edgar. Sie findet eine neue Liebe und bekommt eine Tochter. Doch Edgar kann sie ihr Leben lang nicht vergessen.

Nach Antonias Tod macht sich ihre Tochter auf die Suche nach Edgar. Sie will ihm begegnen, nur einmal, um zu verstehen, warum ihre Mutter diesen Mann so geliebt hat und warum er sie ihr ganzes Leben lang nicht losgelassen hat. Die Briefe, die die tiefe Liebe zwischen Antonia und Edgar deutlich macht, überraschen auch ihre Tochter. Die Sehnsüchte, Wünsche und Träume ihrer Mutter zur damaligen Zeit macht die Situation der Frauen in der Nachkriegszeit sehr deutlich, was ich sehr interessant fand und nachdenklich machte.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war anfangs kühl, ohne große Emotionen, die mir als Leser diese große Liebe etwas distanziert erscheinen ließ. Doch später im Buch ändert sich dies und die Emotionen erreichten dann auch mich. Die Form der Ich-Erzählung hat mir auch sehr gut gefallen.

Fazit:

Ein toller Roman, der zeigt, dass man auch ein anderes Leben führen kann, als das anfangs gedachte.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.