Léon und Louise - Capus, Alex

Alex Capus 

Léon und Louise

Roman

Gebundenes Buch
 
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Léon und Louise

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen. Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt. Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 314 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23630
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 32mm
  • Gewicht: 482g
  • ISBN-13: 9783446236301
  • ISBN-10: 3446236309
  • Best.Nr.: 32531455
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.04.2011

Schwanger und kein Englisch
Alex Capus in der Frankfurter Romanfabrik

Erst einmal gibt es etwas zu erzählen in der Romanfabrik, denn dass Alex Capus' neuer Roman "Léon und Louise" in Paris spielt, hat nicht zuletzt mit der Mutter des Autors zu tun. Die blieb auf dem Weg von der Schweiz nach Oxford, wo sie einen Sprachkurs gebucht hatte, auf halber Strecke in Paris hängen, was mit einem kleinen, unsicheren Auto, viel Regen und einem geheimnisvollen Fremden zu tun hatte. "Einen Monat später war sie immer noch in Paris", berichtet Capus, "schon schwanger, und kann bis heute kein Wort Englisch." Der Vater des geheimnisvollen Fremden, Alex Capus' Großvater, hatte zudem ein Geheimnis, eine Geliebte nämlich, mit der er nach dem Tod seiner Frau die letzten 20 Jahre seines Lebens verbrachte. Und daraus, aus Paris, dem Großvater und dem Geheimnis, entstand der Liebesroman um Léon und Louise, die sich in den Wirren zweier Weltkriege immer wieder verlieren und finden.

In seinen bisherigen Romanen nahm sich der Schweizer Autor oft fester umrissene Biographien oder überlieferte Ereignisse zur Vorlage. Diesmal jedoch fabuliert er frei um die dürren …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Mehr als eine Liebesgeschichte hat Kristina Maidt-Zinke da gelesen. Nichts Geringeres als eine gelungene Ergänzung ihres Bildes der Jahre 1940 bis 1945 im besetzten Paris vermag Alex Capus mit seinem Roman der Rezensentin zu schenken. Dabei kommt das unter den Flaggen von Krieg, Liebe und Familienchronik segelnde Buch als rückwärtsgewandte Utopie daher und rauscht hin und wieder nur knapp an den Kitschklippen vorbei, meint Maidt-Zinke. Wie sich zwei finden, in den Wirren des Krieges verlieren, um sich wieder zu finden, sieht sie, vermittelt durch des Autors leichte Hand, bei aller Unwahrscheinlichkeit doch als glaubwürdige Geschichte an, die sofern sie nicht wahr, doch sehr gut erfunden ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.07.2012

Unsterbliche
Romanze
Fast zu schön, um wahr zu sein, und doch nur teilweise erfunden ist diese Liebesgeschichte, die im vorigen Jahr Rezensenten wie Bestseller-Leser gleichermaßen beglückte. Der Schweizer Schriftsteller Alex Capus porträtiert darin seinen französischen Großvater, folgt seinem Lebensweg durch die Wirren des 20. Jahrhunderts und verstrickt ihn in eine hinreißende, tragische, nicht selten komische und, vor allem, unsterbliche Romanze.   „Léon und Louise“ verlieben sich kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs und werden bei einem Fliegerangriff auseinandergerissen, aber ihre Zuneigung überdauert jahrzehntelange Trennungen, den nächsten Krieg, Léons Ehe, Louises Exil und den Zahn der Zeit. Kunstvoll schlicht und bewegend erzählt, ist dieser Roman einer Amour fou zugleich eine Liebeserklärung an das alte Frankreich.
Kristina Maidt-Zinke
Alex Capus:
Léon und
Louise.
Roman.
dtv Verlag,
München 2012.
316 Seiten,
9,90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

"Das Buch des Frühjahrs: Eine wunderschöne Geschichte, bei der man zutiefst bedauert, dass sie schon zu Ende ist. Und sich heimlich wünscht, dass einem im nächsten Leben einer wie Léon begegnen möge. Oder eine wie Louise." Christine Westermann, WDR, 27.02.11 "Die Geschichte einer Liebe, die sich gegen die Weltgeschichte durchsetzen muss. ... Ein fein gearbeitetes Stück Literatur über Glücksverlangen, Sich-Bescheiden und Davonkommen." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 22.02.11 "Dieses Buch wählt sich seine Leser aus: Alex Capus hat mit "Léon und Louise" die bezaubernde Geschichte einer Liebe über die Zeiten hin geschrieben. ... Es geht um viel mehr als eine Liebe im besetzten Paris. ... Eine wunderschöne Geschichte, deren Kraft in ihrer Sprache liegt, zugleich jedoch in all den Dingen, die nicht in die Sprache gezerrt sind." Rose-Maria Gropp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.11 "Alex Capus schildert diese ebenso tragischen wie komischen Begebenheiten vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte ... Es gelingen ihm fabelhafte Charakterzeichnungen, und mit Feingefühl erkundet sein Roman die traurige Geometrie einer Dreiecksgeschichte, die sogar Léons zart-robuster Ehefrau ein kleines Glücksgefühl beschert." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 19.03.11 "Ein Paar zum Verlieben." Angela Wittmann, Brigitte, 11/2011 "Unter allen Liebespaaren, glücklichen und unglücklichen, die uns die Literatur je ans Herz gelegt hat, sind Léon und Louise eines der originellsten und überzeugendsten Exemplare." Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung, 07.09.11

"Léon und Louise" von Alex Capus ist eine der Geschichten, von denen man hofft, sie gingen nie zu ende. große gefühle, kein Kitsch-dazu hervorragend gelesen" Stuttgarter Nachrichten

"Die unterkühlte Komik von Capus' Roman teil sich solcherart hervorragend mit. Und viele Zuhörer werden dankbar sein, dass hier ein neutraler Vorleser am Werk ist, der einem keine Interpretationen überstülpt und auch nicht durch rhetorisch-schauspielerische Glanzlichter auf sich aufmerksam machen will."

»Großartig erzählt, wohl komponiert, stilistisch und sprachlich beeindruckend. Lesen, weiterempfehlen, verschenken!« Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 09.08.2012
Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte, Philosophie und Ethnologie in Basel und arbeitete während und nach seinem Studium als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und bei der Schweizer Depeschenagentur. 1994 veröffentlichte Alex Capus seinen ersten Erzählband, dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, historischen Reportagen und Romanen folgten. Capus verbindet sorgfältig recherchierte Fakten mit fiktiven Erzählebenen, in denen er die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten einfühlsam beschreibt. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt; für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er zahlreiche Preise. Daneben hat Capus auch als kongenialer Übersetzer von Romanen des US-amerikanischen Autors John Fante gewirkt. Alex Capus lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in Olten/Schweiz.

Leseprobe zu "Léon und Louise"

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Kundenbewertungen zu "Léon und Louise" von "Alex Capus"

19 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 19 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath am 01.04.2013 ***** ausgezeichnet
Die Liebe seines Lebens

Das Buch beginnt mit dem Ende, mit dem Tod von Léon Le Gall. Im April 1986 versammelt sich die - recht große - Familie in der Kathedrale Notre-Dame in Paris, um Abschied von Léon zu nehmen. Während sie dort sitzen und auf den Pfarrer warten, erscheint eine ältere Dame - eindeutig nicht zur Familie gehörend - um sich ebenso , auf ihre Weise , von dem Toten zu verabschieden. Damit beginnen Spekulationen der einzelnen Familienmitglieder, um wen es sich hier wohl handelt - es ist ein offenes Geheimnis . Und so erfahren wir durch einen Enkel des Verstorbenen die Geschichte von Léon und Louise, insoweit er sie kennt.

Während des ersten Weltkrieges lernt der damals 17-jährige,eher schüchterne Léon die junge, lebenslustige Louise kennen. Zaghaft knüpfen sie erste Kontakte und unternehmen bald einen ersten gemeinsamen Ausflug mit dem Fahrrad ans Meer. Dieser endet jedoch tragisch. Bei einem Bombenangriff werden beide schwer verletzt und auseinandergerissen. Jeder glaubt, dass der andere tot ist. Erst nach zehn Jahren entdecken sie zufällig, dass dies nicht stimmt. Es kommt zu einem erneuten Treffen. Ihre Liebe zueinander ist nach wie vor ungebrochen. Doch da Léon inzwischen verheiratet ist und auch Kinder hat, belassen sie es schweren Herzens bei dieser einen Begegnung. Denn trotz seiner Liebe zu Louise steht Léon loyal zu seiner Familie, er käme nie auf den Gedanken, sie zu verlassen.

So hören sie abermals fast 12 Jahre nichts voneinander. Vergessen können sie sich jedoch nie. Erst als der zweite Weltkrieg ausbricht und Louise für lange Zeit nach Afrika reisen muss, schreibt sie ihrem Léon einige wenige ausführliche Briefe. In dieser Zeit muss die Familie Le Gall im besetzten Paris ums Überleben kämpfen. Eine schwierige Zeit , die sie gemeinsam voller Vertrauen bewältigen. Und schließlich nach Beendigung des Krieges kehrt Louise nach Paris zurück.

Alex Capus hat hier eine wunderbare, stille und dennoch bewegende Liebesgeschichte geschaffen, die fast 70 Jahre umfasst. Die leisen , manchmal schon fast unspektakulären Töne waren sehr berührend. Es geht in diesem Buch aber noch um viel mehr, als nur um diese eine alles umfassende Liebe. Es geht auch um Treue, Respekt, Verlässlichkeit und Verantwortungsgefühl innerhalb einer Ehe bzw. innerhalb einer Familie.

Die Protagonisten sind meines Erachtens sehr glaubhaft dargestellt. Und trotz des Hauptthemas " Liebe " gerät das Buch niemals kitschig oder schnulzig.

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Bewertung von cachingguys aus Jülich am 18.03.2013 ***** ausgezeichnet
Das Buch beginnt mit dem Trauergottesdienst für Léon auf dem eine Frau erscheint, Louise. Leons Enkel beschreibt das Leben aus Sicht von Léon, wie sich die beiden mit knapp 18 kennen und sofort lieben gelernt haben. Es ist das Ende des 1. Weltkrieges, ein Luftangriff trennt sie und sie halten einander für tot. 10 Jahre später sehen sie sich zufällig in Paris wieder. Er hat mittlerweile Familie und nach einer gemeinsamen Nacht beschließen sie, sich nicht wieder zu sehen. Wiederum fast 10 Jahre später und ein erneuter Krieg, schreibt ihm Louise aus Übersee. Ob es zu einem Happy-End kommt möchte ich nicht verraten. Der Schreibstil ist einfühlsam und das Buch lässt sich flüssig lesen. Romantisch ohne sentimental zu werden, besticht es durch seine leisen Töne und eher dadurch was nicht geschrieben steht. Eine wunderbare Liebesgeschichte!

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Bewertung von Nadja aus Jülich am 10.02.2013 ***** weniger gut
Der Roman wird einem als zuckersüße und unkonventionelle Liebesgeschichte angepriesen und stand lang in der Bestsellerliste.
Im 1. Weltkrieg sucht Leon, der Schule und dem engen Regiment der Mutter überdrüssig, sein Glück in der Fremde. Mit dem Fahrrad macht er sich auf den Weg in eine unbekannte Zukunft. Er verdient seinen Unterhalt als Bahnwärter und lernt per Zufall in seinem neuen Wohnort Louise kennen.
Magisch ist er von ihr angezogen, denn sie ist anders als alle Mädchen, die er zuvor kennen gelernt hat.
Und die beiden erleben tatsächlich einige unbeschwerte Stunden, denn der Krieg zog bisher an ihnen vorbei.
Doch in den letzten Kriegstagen dann passiert das große Unglück, sie geraten in einen Fliegerangriff und man findet nur noch Louises Fahrrad, von ihr selbst keine Spur mehr.
Leon sucht und recherchiert, doch alle machen ihn glauben, Louise sei umgekommen.
Und so heiratet er nach dem Krieg und wird Vater einer ganzen Schar von Kindern. Louise vergisst er, bis zu dem Tag, als er sie plötzlich in der Metro wieder entdeckt. Doch bevor er sie ansprechen kann, ist sie auch schon wieder verschwunden und so begibt sich Leon einmal mehr auf die Suche nach seiner Jugendliebe.
Es dauert wieder einige Jahre, bis man sich endlich findet und dann auch ein Stück weit zusammen findet.
Aber Leon ist auch ein guter Vater und Ehemann, der den Konventionen nicht gänzlich entrinnt.
Und bei allem Wohlwollen über dessen Haltung fragt man sich als Leser doch immer mal wieder, ob man hier tatsächlich eine Liebesgeschichte erzählt bekommt, eine große Tragik oder was genau. Ich persönlich fand die Geschichte weder anrührend noch sympathisch, denn in der Ehe ist Leon nicht überzeugend und als Liebespaar sind Leon und Louise nicht überzeugend und auch im Verzicht auf Louise ist er nicht überzeugend - also: Was überzeugt denn überhaupt?

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Bewertung von Leni987 aus Bayern am 29.08.2012 ***** gut
Inhaltlich brauch ich als 17 Bewertung jetzt wohl nicht mehr viel sagen..

Mir persönlich (19 Jahr jung) hat das Buch nicht unbedingt gefallen. Der Klappentext hat mich ein wenig in die Irre geführt. Ich dachte das ist so ne richtige Liebesschnulze die im Krieg sich abspielt.. Da aber Leon und Luise auf den ersten (grob geschätzt) 100 Seiten Kontakt haben und sich dann das ganze Buch gar nicht sehen und sprechen und auf den letzten 2 Seiten nochmal was passiert, ist es meinen Erwartungen nicht gerecht geworden.

Außerdem kam für mich erschwerend hinzu das ich leider von Frankreich und der französischen Sprache absolut keine Ahnung hab. Ab der hälfte des Buches bin ich zurecht gekommen davor las es sich für mich ein bisschen schwierig.

Wer drauf gewappnet ist keine totale Schnulze zu lesen, dem wird das Buch gefallen :)

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Mallon aus Dresden am 22.05.2012 ***** ausgezeichnet
Ich möchte nicht nochmals eine weitere Inhaltsangabe machen, denn diese ist bereits in anderen Bewertung mehrfach vorhanden.
Hier von mir nur so viel: es ist mein absolutes Lieblingsbuch. Die Sprache von Alex Capus ist wunderbar, die Geschichte, obwohl in einer schweren Zeit spielend, traumhaft schön. Ich habe es gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Große Trauer, als das Buch zu Ende war.
Nun lese ich weitere Bücher von Alex Capus, in der Hoffnung, wieder auf so eine wunderbare Geschichte zu stoßen.
Als Geschenk für Freunde, Familienangehörige aller Altersgruppen und natürlich auch zum selberlesen unbedingt zu empfehlen

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Bewertung von Nessi87 aus Ober-Mörlen am 03.01.2012 ***** ausgezeichnet
Zum Inhalt:

Frankreich 1918: Der junge Léon macht sich auf, Richtung Atlantikküste um als Moerseassistent zu arbeitet. Auf dem Weg in das beschauliche Dörfchen begegnet er der kleinen Louise. Sie verlieben sich ineinander. Doch als die Bombenangriffe einsetzen, werden sie getrennt und halten den jeweils anderen für tot.

Zehn Jahre später: Léon ist mittlerweile verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet in einem Labor in Paris. Als er eines Abends mit der Metro nach Hause fährt, glaubt er seinen Augen kaum: Dort in dem anderen Waggon sitzt seine kleine Louise…

Meine Meinung:

„Léon und Louise“ war mein erster Roman vom Autor Alex Capus und ich bin von seinem Schreibstil total begeistert. Er schreibt mit einer Leichtigkeit, dass der Leser sich vorkommt, als würde er das Geschehen von einer kleinen Wolke aus beobachten.

Der Geschichte wird aus der Sicht von Léons Enkel erzählt. Sie fängt eigentlich am Ende an, denn das erste Kapitel beschreibt die Beerdigung von Léon. Der restliche Roman wird dann als Rückblende dargestellt. Der Erzählstil hat mir gut gefallen, da die Geschichte zwar detailliert dargestellt wird, es aber immer wieder Stellen gibt, die dem Leser Raum zur Fantasie lassen, denn Léon hat seinem Enkel nicht die ganze Geschichte um Louise erzählt und so muss er manches Mal Vermutungen über das weitere Geschehen anstellen.

Der Spannungsbogen hat sich für mich kontinuierlich durch die Geschichte gezogen, da man wissen möchte ob, wie und wann sich Léon und Louise endlich wiedersehen. Die Geschichte ist sehr dramatisch und auch ein wenig ungerecht. Man fragt sich als Leser immer wieder „was wäre wenn“. Eine Aneinanderreihung von schicksalhaften Ereignissen führt dazu, dass die beiden sich für tot halten und so ihre Leben getrennt voneinander fortführen.

Die beiden Protagonisten sind sehr starke Charaktere. Gerade Louise macht eine starke Wandlung aus. Zu Beginn ist sie eine freche, junge Frau, die absolut nicht auf den Mund gefallen ist und sogar ein wenig gefühlskalt wirkt. Sie dominiert die Beziehung der beiden. Im Laufe der Geschichte wandelt sie sich sehr und lässt auch Emotionen zu.
Bei Léon ist es genau umgekehrt. Er ist zu Beginn der Geschichte der gefühlvolle, warmherzige Charakter, der sich nach Louise verzehrt. Im späteren Verlauf gerät er immer wieder in den moralischen Konflikt zwischen seinen Gefühlen für Louise und seinen Pflichten gegenüber seiner Familie.
Auch die Nebencharaktere sind sehr liebevoll gestaltet und auch deren Schicksal lässt den Leser nicht unberührt.

Die Geschichte spielt sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg. Die Grundstimmung ist deshalb generell eher düster und verzweifelt. Der Autor hat es geschafft mich direkt in diese Welt hineindenken zu können. Ich habe mich mitten im Geschehen befunden.
Gerade in dieser hoffnungslosen Zeit wirkt die Liebe zwischen Léon und Louise wie ein keines Pflänzchen, dass den grauen Alltag ein bisschen heller erscheinen lässt.

Die Geschichte von Léon und Louise hat mich wirklich tief bewegt. Der Roman handelt von Leidenschaft, ewiger Sehnsucht, dem Getrenntsein obwohl man doch so nah ist und vom Schicksal, dass es manchmal gut und manchmal schlecht mit einem meint. Für mich schon jetzt ein Highlight meines Lesejahres!

Bewertung: 5/5 Sterne!

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Bewertung von Stricktante aus Aachen am 31.08.2011 ***** sehr gut
Die Leichtigkeit - ohne Pathos - der Darstellung persönlicher und weltgeschichtlicher Ereignisse und ihre Verknüpfung scheint mir sehr gelungen. Viele Fragestellungen werden angerissen, z.B. Welche Formen der Liebe gibt es? Was bedeuten die sogenannten Leerstellen in meinem Leben? Welchen Einfluss haben sie auf meine (Identitäts-)Entwicklung? Was gibt mir Glück?
Die nicht uninteressante Beziehung zwischen dem Besetzer Knochen und Leon und ihre Darstellung in ihren Dialogen beeindrucken und erschüttern.
Es gibt noch viele andere Aspekte.
Es hat mir Freude bereitet das Buch zu lesen. Es hat mich berührt im besten Sinne.
Lilian Schalek

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Bewertung von urmeli am 07.08.2011 ***** ausgezeichnet
Der junge Leon hat die Schule und sein Elternhaus in Cherbourg so satt, dass er seinen Koffer packt, auf sein Fahrrad steigt und in einem kleinen Ort im Frühjahr 1918 als Morseassistent seinen Dienst am Bahnhof beginnt. In dem Dorf wird er herzlich aufgenommen, auch als sich herausstellt, das seine Kenntnisse im Morsealphabet sehr begrenzt sind. Ein junges Mädchen fasziniert ihn vom ersten Tag an, die junge Louise. Sie arbeitet als Sekretärin beim Bürgermeister. Zusätzlich hat sie die sehr traurige Aufgabe übernommen, den Hinterbliebenen im Dorf mitzuteilen, dass ihr Mann, Sohn, Bruder im Krieg gefallen ist. Diese sehr schwere Aufgabe meistert sie trotz ihrer Jugend hervorragend. Louise ist sehr willensstark, liebenswürdig, selbstbewusst und direkt. Leon und Louise treffen sich immer öfter - bis sie einen 2-Tagesausflug ans Meer unternehmen. Nach einer schönen Nacht am Strand geht es mit dem Fahrrad wieder zurück, doch dort kommen sie nicht an. Während der Fahrt geraten sie in einen Bombenangriff - einer der letzten des 1. Weltkrieges - und werden verwundet. Leon liegt lange Zeit im Krankenhaus und als er in das Dorf an seinen Arbeitsplatz zurückkommt erfährt er, das Louise in einem Massengrab beerdigt wurde.
Viele Jahre später arbeitet Leon in Paris in der Kriminaltechnik und untersucht Giftmorde. Er ist mit Yvonne verheiratet und bald ist er Vater von 5 Kindern. Er lebt ein ruhiges unspektakuläres Leben, bis er meint Louise in Paris gesehen zu haben. Yvonne drängt ihn, sie zu suchen - und er findet sie! Es bleiben ihnen nur ein kurzes Wochenende , Yvonne ist schließlich seine Frau. Im Jahr 1940 nehmen die Deutschen Paris ein und das Leben von Leon und Louise gehen wieder getrennte Wege. Louise ist Sekretärin bei einer Bank und erhält die Aufgabe, die Goldbarren vor den Deutschen in Sicherheit zu bringen. Werden sie sich wiedersehen, hat diese Liebe eine Zukunft?
Ein hervorragender Liebesroman, aber nicht nur das. Die Schicksale während der beiden Weltkriege, die Sorgen und Versuche, das Leben der eigenen Familie und auch Fremden zu retten, werden eingehend beschrieben. Die Erzählweise wechselt aus der Sicht Leons und Louise, aber auch von Leons jüngstem Enkel. Alex Capus zeichnet eine poetische und dennoch kraftvolle Schreibweise aus.

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Bewertung von Isabel von Belles Leseinsel aus Mainz am 29.07.2011 ***** sehr gut
Die Geschichte von Léon & Louise
Kurz vor Ende des 1. Weltkriegs begegnen sich Léon und Louise in einem kleinen Dorf an der Atlantikküste Frankreichs. Für eine kleine Weile können sie ihre junge Liebe genießen bis ein Fliegerangriff ihr Glück zerreißt. Beide halten sich gegenseitig für tot, erst 1928 begegnen sie sich in Paris durch Zufall wieder. Ihre Liebe zueinander ist nie erloschen, kein Tag verging, an dem der Eine nicht an den Anderen gedacht hatte. Doch das Leben ging für sie Beide weiter und Léon ist mittlerweile verheiratet und Louise tritt kurze Zeit später für ihre Firma eine Schiffsreise mit unbekanntem Ziel an.
Dies ist die Geschichte einer sehr ungewöhnlichen Liebe. Léon ist bei ihrer ersten Begegnung im Jahr 1918 restlos fasziniert von der selbstbewussten, resoluten Louise. Ihr Erkennungszeichen ist ein quietschendes Fahrrad, mit dem sie durch das Dorf fährt und den Angehörigen die Todesnachrichten ihrer gefallenen Familienangehörigen überbringt. Eines Tages fasst sich der Eisenbahnangestellte Léon ein Herz und repariert Louises Fahrrad. Hiervon ist diese jedoch wenig begeistert und tritt ihm ziemlich burschikos und sarkastisch gegenüber. Doch ein erstes Band ist geknüpft und fortan wartet Louise jeden Tag auf Léon, um ihn ins Café zu begleiten. Bei diesen Spaziergängen kommen die Beiden sich näher, doch jede Frage nach ihrem früheren Leben verbittet sich Louise vehement. Bis besagter Bombenangriff ihr junges Glück zerstört und 10 Jahre vergehen müssen, bis sie sich durch Zufall in der Pariser Metro wieder treffen.
Alex Capus erzählt die Geschichte aus Sicht eines Enkels von Léon, der sich 1986 beim Begräbnis seines Großvaters an dessen Leben zurück erinnert. Mit ein Grund für diese Erinnerung ist das geheimnisvolle Erscheinen einer alten Dame, die kurz in Notre Dame bei der Beerdigung erscheint, zum offenen Sarg herantritt und sich von Léon verabschiedet, um dann genauso schnell wieder zu verschwinden.
Der Schwerpunkt der Geschichte liegt auf der Zeit in Paris in den Jahren 1928 bis nach dem 2. Weltkrieg, wobei die Kriegsjahre dominieren. Während die deutschen Besatzer Paris einnehmen, begleitet man den Familienvater Léon bei seiner Arbeit im Kriminallabor der Pariser Polizei, verfolgt seine kleinen Sabotageakte gegenüber den Nazis, erlebt seine Beziehung zu seiner Frau Yvonne und das Heranwachsen seiner vier Kinder. Und immer wieder ist man dabei, wie seine Gedanken um Louise kreisen. So nimmt man sehr stark am Leben von Léon teil, das von Louise erfährt man zumeist jedoch nur durch Briefe, welche sie Léon im Laufe der Jahre immer wieder schreibt. Und natürlich bleibt auch Yvonne dies alles nicht verborgen und Léons Ehefrau wird bei der Beziehung von Léon & Louise noch eine entscheidende Rolle spielen.
So liebevoll die Erinnerungen des Enkels sind, so warmherzig, farbenfroh und lebendig erzählt der Autor die Geschichte von Léon und Louise, die voller Romantik und Lebensfreude ist und über den Tod hinaus reicht. Alex Capus gelingt es mühelos, seinen beiden Protagonisten Léon und Louise Konturen zu geben und so erhält man sehr schnell eine Vorstellung von der resoluten, selbstbewussten, frechen, herrlich unkonventionellen Louise und dem etwas schüchternen, sich selbst genügenden, treuen, geradlinigen Léon.
Fazit: Eine gleichsam wunderschöne wie ungewöhnliche Liebegeschichte, die Alex Capus bildhaft, fesselnd und unterhaltsam erzählt.

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Bewertung von bookorpc aus Kumhausen am 08.06.2011 ***** ausgezeichnet
Léon und Louise von Alex Capus ist ein kleines Kunstwerk. Nicht nur die Aufmachung des Buches, ein malerischer Bucheinband umhüllt ein dunkelrotes Buch mit passendem Leseband, sondern auch die Liebesgeschichte während der Kriege, die mit dem Quietschen ihres Rades beginnt und mit einem Rrii-Rring, Rrii-Rring endet, trägt dazu bei.

Inhalt:
Léons Enkel erzählt vom Leben seines Großvaters. Seiner Liebe zu Louise, wie er sie kennenlernte, von ihr getrennt wird und ihr wieder begegnet. Seine Gefühle zu seiner Frau und seinen Kindern und das Leben während der Kriege. Dazwischen liest man Briefe von Louise an ihn.

Meine Meinung:
Eine wundervoller Roman, der nicht zu sehr auf die Kriegsereignisse eingeht, sie aber auch nicht ausblendet. Im Vordergrund steht die Geschichte von Léon. Amüsant fand ich sein Gespräch mit seiner Frau, als sie unter ihren Hormonen wegen der Schwangerschaft litt. In diesem Buch geht es um wahre Gefühle und Verbundenheit, nicht um ausgekleidete Liebesromanzen.
Fazit: Wenn dieser junge Mann neben mir säße und mir die Geschichte seines Großvaters erzählen würde, zweifelte ich keine Minute an der Wahrheit.

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