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Benutzername: Kate
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Bewertungen

Insgesamt 252 Bewertungen
Bewertung vom 03.06.2021
Hard Land
Wells, Benedict

Hard Land


gut

„Hard Land“ war mein erstes gelesenes Buch von Benedict Wells und ich muss leider sagen, dass es mich nicht gänzlich überzeugen konnte. Vielleicht habe ich das Buch zu einem für mich falschen Zeitpunkt gelesen, aber ich konnte keinen Bezug zu der Geschichte finden. Besonders der Mittelteil zog sich über weite Strecken.

Ich kann durchaus die vielen begeisterten Stimmen zum Autor nachvollziehen, denn sein Schreibstil ist durchaus sehr einnehmend und hat einen Wiedererkennungswert. Der Schreibstil von Benedict Wells hat eine gute Portion Melancholie. Er ist teilweise recht schwer, als schwebe eine Decke über allem. Gepaart allerdings mit der fehlenden Spannung der Geschichte war es leider zu erdrückend und teilweise anstrengend zu lesen.

Die Charaktere waren sehr gut gezeichnet und vielfältig dargestellt. Dennoch hat mir etwas gefehlt, dass ich die Figuren spüren konnte. Sie waren für mich nicht vollständig greifbar. Im Mittelteil bis kurz vom Schluss war ein großes Loch. Denn obwohl vieles passiert ist insbesondere bei Sam, erzeugte bei mir das Geschehene kein großes Interesse. Es plätscherte eher so dahin und konnte mich nicht wirklich berühren.

Auch wenn mich „Hard Land“ nicht vollständig überzeugen konnte, werde ich dennoch sicherlich weitere Werke des Autors lesen, wie „Vom Ende der Einsamkeit“. Nur „Hard Land“ hat mir leider eine harte Zeit beim Lesen beschert.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.11.2020
Wenn du mich heute wieder fragen würdest
Keane, Mary Beth

Wenn du mich heute wieder fragen würdest


ausgezeichnet

„Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ von Mary Beth Keane ist eines dieser Bücher, die einen ganz bestimmten Punkt beim Lesen treffen. Das gelingt nur wenigen Büchern. Die Autorin erzählt auf solch eine eindringliche Art und Weise, ohne dabei aufdringlich zu sein. Man versinkt in der Geschichte, die solch eine Tiefe hat und viele verschiedenen Emotionen beim Lesen hervorruft. Ich habe das Buch, wie in einem Rausch gelesen, sobald man einmal anfängt, kann man sich nur sehr schwer wieder davon losreißen.

Die Geschichte der Stanhopes und Gleesons hat mich emotional sehr berührt. Es waren viele unterschiedliche Einzelschicksale, die eine Geschichte mit vielen Facetten erzählt. Der Vergleich mit Romeo und Julia ist nicht gänzlich zutreffend, auch wenn man vielleicht weit entfernt ein paar Parallelen hineininterpretieren könnte. Die Geschichte von Peter und Kate ist deutlich vielschichtiger und obwohl die Geschichte viel Tragik zu bieten hat, wirkt es nicht zu dramatisch. Und es geht auch gar nicht nur um Kate und Peter. Hinter den Liebenden stecken noch viele andere Charakter, die nicht minder interessanter sind und ihre Kämpfe austragen müssen.

„Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ zu lesen, war wie einen Film zu schauen, der eindeutig einen Oscar verdient hätte. Erst nach und nach kristallisiert sich ein Bild heraus, wobei die Puzzleteile erst nach und nach zusammen gelegt werden. Mir hat beim Lesen stellenweise das Herz geblutet und ich konnte das Geschehen kaum mit ansehen. Es war aber ein innerer Drang unbedingt weiter lesen zu wollen, hatte aber auch gleichzeitig ein wenig Angst davor. Die Geschichte hat mich sehr mitgenommen.

Die Autorin hat es zudem geschafft die Charaktere wachsen zu lassen und zwar so, dass es nachvollziehbar und nicht erzwungen war. Ohne Hast und ohne ein künstliches Happy End am Ende. Denn das Ende ist ein relativ offenes Ende, was aber für mich hundert Prozent zu der Geschichte gepasst hat. Dieses Buch zu lesen ist intensiv, weil es einfach großartig geschrieben ist. Es berührt auf vielen Ebenen und ist eines meiner Highlights in diesem Jahr und absolut lesenswert.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.11.2020
Wenn das Dunkel erwacht / Crescent City Bd.1
Maas, Sarah J.

Wenn das Dunkel erwacht / Crescent City Bd.1


gut

Meine Vorfreude auf „Crescent City“ war groß, um nicht zusagen enorm. Sowohl „Throne of Glass“ als auch „Das Reich der sieben Höfe“ gehören zu meinen absoluten Lieblingsreihen. Ich habe Sarah J. Maas bewundert für ihren Ideenreichtum bei diesen Büchern. Und für ihren Schreibstil. Und dann kam „Crescent City“. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass jemand anderes dieses Buch geschrieben hat. Es ist so anders, als alles, was ich von der Autorin so liebe. Und mich konnte „Crescent City“ leider nicht überzeugen.

Der Anfang dieses Buches hat mich verwirrt und ein wenig ratlos zurück zugelassen. Da wird mit Begriffen, Bezeichnungen und Namen um sich geworfen, das man sich abstrampelt, um nicht völlig unterzugehen und den Überblick zu verlieren. Stellenweise als würde man ein Buch in einer Fremdsprache lesen. So fiel es natürlich schwer einen Bezug zu der Story und vor allen Dingen zu den Charakteren herzustellen.

An sich die Grundidee des Buches fand ich toll. Alle möglichen Wesen waren vertreten. Alle möglichen magischen Fähigkeiten waren vertreten. Das Worldbuilding war ganz nach meinem Geschmack. Und vielleicht war auch das das Problem. Denn so konnte die Autorin irgendwie keinem wirklich gerecht werden. Obwohl das Buch über neunhundert Seiten hatten, ist vieles zu unausgereift erschienen. Oder das komplette Gegenteil, es war zu perfekt. Der Anfang zog und zog sich und das bis ungefähr der Hälfte des Buches. Dann kam ein Plottwist, der einem ein Schleudertrauma beschert hat. Weil er aus dem Nirgendwo kam und daher auch nicht wirklich überzeugend war. Es hat sich angefühlt, als müsste die Autorin an dem Punkt einen Cut machen, um die Geschichte an einen bestimmten Punkt zu bringen. An sich nicht verkehrt, aber dadurch hat die Glaubwürdigkeit der Charaktere gelitten.

Dementsprechend war auch die Handlung der Charaktere nicht nachzuvollziehen. Innerhalb von ein paar Seiten haben die Figuren Wendungen genommen, die entweder überzogen erscheinen sind oder schlicht und ergreifend unauthentisch waren. Generell waren die Figuren im direkten Vergleich blas und unausgereift. Nur weil man eine Figur ständig Alpha-Ar* nennt, macht ihn das nicht automatisch zu einen. Hunt war leider alles andere als das. Bryce war dagegen schon fast zu perfekt gezeichnet. Auch die Chemie zwischen Bryce und Hunt hat sich für mich nur sehr fad und teilweise erzwungen angefühlt. Es gab immer mal wieder ein paar Stellen, besonders zu Anfang, da war dann eine Verbindung da, aber die großen Gefühle, die es dann zum Schluss gab, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, woher die kamen.

Auch der Bösewicht des Buches war nicht besonders gut verborgen. Der erste Verdacht kam schon wirklich zu Anfang und hat sich zwischendurch immer mal wieder bestätigt. Daher kam die große Überraschung zum Ende nicht wirklich überraschend. Was allerdings gut gemacht war, war das Ende. Die Kampfszenen und das Kampfgeschehen kann SJM wirklich gut. Und auch hier war das der Fall. Wobei sie es sich auch teilweise einfach gemacht hat, das Geschehen nur aus einer Beobachtersicht zu erzählen. Andersherum wären es dann aber noch deutlich mehr Seiten geworden.

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, „Crescent City“ war für mich leider nur mittelmäßig und für mich persönlich auch das schwächste Buch der Autorin. Aber der erste Teil von „Throne of Glass“ konnte mich ebenfalls nicht gänzlich überzeugen und hat sich anschließend zur Lieblingsreihe entwickelt. Vielleicht passiert das bei „Crescent City“ ebenfalls.

Bewertung vom 20.10.2020
Das Buch Ana
Kidd, Sue Monk

Das Buch Ana


ausgezeichnet

„Das Buch Ana“ von Sue Monk Kidd hat mich tief beeindruckt und mir viele Denkanstöße verpasst. Die Geschichte um die fiktive Ehefrau von Jesus von Nazareth ist keine leichte Kost, die man nebenbei lesen kann. Es ist eine Geschichte, die teilweise sehr anspruchsvoll ist und dabei wichtige Themen umfasst, wie Selbstbestimmung und Emanzipation in einer Zeit, in der Frauen zum Schweigen gebracht werden. Sue Monk Kidd hat in diesem Buch vielen außergewöhnlichen Frauen eine Stimme gegeben. Und ich habe zugehört.

Während des Lesens musste ich mir immer wieder vor Augen führen, dass ich hier gerade eine fiktive Geschichte lese. Die Autorin hat so einnehmend geschrieben, dass ich völlig in die Seiten versunken war. „Das Buch Ana“ ist keine Geschichte, die man zwischendurch lesen kann. Die Geschichte erfordert Aufmerksamkeit, aber sie ist es auch absolut wert. Der Originaltitel des Buches „The Book of Longings“ trifft hier vielleicht besser zu. Es ist ein Buch der Sehnsüchte. Der Sehnsucht nach sich selber. Frei zu sein. Sich selbst sein. Und das in einer Zeit, wo es fast unmöglich erscheint. Und die Geschichte scheint dabei so real und nah zu sein, als hätte sie wirklich so stattgefunden.

Ein weiterer Punkt, der mich beeindruckt hat und den ich so nicht erwartet hätte. Ich bin kein strenggläubiger Mensch. Und doch hat die Autorin es geschafft mir Jesus von Nazareth näher zu bringen. Man fängt an zu hinterfragen und nachzudenken. Obwohl die Geschichte um ihn von Kindesbeinen an bekannt ist, verspürt man während des Lesen das große Bedürfnis nun doch mehr über diese Person zu erfahren. Und auch wenn dieses Buch wirklich nur eine fiktive Geschichte ist, hat man dennoch das Gefühl Jesus besser zu verstehen.

„Das Buch Ana“ von Sue Monk Kidd ist eine Geschichte über die fiktive Ehefrau von Jesus von Nazareth. Und doch ist dieses Buch so viel mehr. Es ist ein beeindruckendes Buch mit einnehmenden Schreibstil, das viele Saiten während des Lesens zum Klingen bringt und noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben wird. Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.09.2020
Meine dunkle Vanessa
Russell, Kate Elizabeth

Meine dunkle Vanessa


ausgezeichnet

„Meine dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russell ist eines dieser Bücher, die einen genau dort treffen, wo es unangenehm ist. Dieses Buch ist verstörend, es verschönert nichts, es zwingt den Leser ganz genau hinzuschauen, auch wenn man es gar nicht möchte. Und es ist einfach so verdammt gut geschrieben.

Die Thematik von „Meine dunkle Vanessa“ ist definitiv keine leichte Kost, es ist stellenweise sogar nur wirklich schwer verdaulich. Und es ist auch nur schwer in Worte zu fassen, was man beim Lesen fühlt. Vanessas Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt, der Gegenwart und der Vergangenheit. Nach und nach erfährt der Leser, was damals passiert ist und welche Folgen durch den Missbrauch entstanden sind. Besonders den inneren Konflikt von Vanessa hat die Autorin in meinen Augen überzeugt dargestellt. In wie weit ist man Opfer, wenn eine vermeintliche Zustimmung erfolgt ist oder trägt man eine Mitschuld? Dieser Zwiespalt der Protagonistin zieht sich, wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Und es ist schockierend, aber auch gleichzeitig fesselnd, weil es einfach so verdammt gut geschrieben ist.

„Meine dunkle Vanessa“ trifft Stellen beim Lesen, die wirklich sehr tief gehen und noch sehr lange Zeit nachklingen werden. Selten hat mich eine Story so sehr zum Nachdenken angeregt, es war ein ständiger Begleiter. Die Geschichte zu lesen war nicht leicht, teilweise richtig unangenehm. Aber ich liebe solche Geschichte, die eben nichts verschönern und die hässlichen Seiten des Lebens zeigen. Kate Elizabeth Russell packt den Leser ab der ersten Seite und zieht ihn hinab in den Strudel der Gefühle, die Vanessa seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr begleiten. Auch wenn es unvorstellbar ist, kann man dennoch Vanessas Abhängigkeit und wie sie da hinein geraten ist, verstehen. Es gab einige Stellen oder Passagen, die sich mir ins Gedächtnis gegraben haben. Ich bin mir sicher, dass ich „Meine dunkle Vanessa“ ein zweites Mal lesen werde.

„Meine dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russell ist wahrlich ein Debüt, das es versteht den Leser in den Bann zu ziehen. Es ist ein Buch, dass dich abends weiter lesen lässt, obwohl in ein paar Stunden der Wecker klingelt. Die Geschichte von Vanessa wird mich noch einige Zeit begleiten und gehört definitiv zu meinen Highlights in diesem Jahr.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.08.2020
Writers & Lovers
King, Lily

Writers & Lovers


sehr gut

Ich habe mich sehr auf das Lesen von „Writers & Lovers“ von Lily King gefreut. Die Kurzbeschreibung klang schon fast autobiografisch zu meinem eigenen Leben. Daher waren die Erwartungen hoch an dieses Buch. Nach einem holprigen Start konnte mich die Story aber dann doch packen.

Der Anfang von „Writers & Lovers“ war leider doch recht ernüchternd. Ich kam nur schwer in die Geschichte rein. Casey macht es dem Leser anfangs nicht unbedingt leicht. Vielleicht lag es an dem Schreibstil, aber ich konnte nur schwer einen Bezug zu ihr finden und habe auch nach dem ersten Kapitel erstmal ein paar Wochen Pause mit dem Lesen gemacht. Beim zweiten Anlauf konnte der Funke dann aber doch überspringen.

Die Reise, die Casey in diesem Buch unternimmt, ist inspirierend. Ihre Reise zu sich selber und zu ihren Träumen ist keine schöne Reise, sondern eher im Gegenteil. Lily King zeigt hier die äußerst hässliche Seite davon, was es heißt, seinen Traum zu verfolgen. Wie oft man scheitern kann, wie oft einem Steine in den Weg gelegt werden. Wie oft man verzichten und entbehren muss und das Wichtigste überhaupt, wie man einfach nicht aufgibt, auch wenn es Jahre dauert, bis der Traum in greifbarer Nähe ist. Das man ein Stück von sich selber aufgeben muss und wenn man denkt, dass es tiefer nicht geht, dass sich dann doch noch ein Loch von einer anderen Seite auftut.

Ich habe Casey dafür bewundert, dass sie trotz jeder teilweise heftigen Niederlage, wieder aufsteht und auch wenn sie davon ramponiert war, ist sie dennoch ihren Weg gegangen. Sie hat bei manchen Entscheidungen Fehler gemacht, aber so ist das Leben. Allerdings muss ich auch sagen, dass sich das Ende von „Writers & Lovers“ fast schon zu glatt angefühlt hat. Die Story hat vorher so viele Ecken und Kanten gezeigt und am Ende war es einfach zu rund.

Die große Thematik von „Writers & Lovers“ ist natürlich das Schreiben. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich dieses Buch so sehr mochte. Es war auf vielen verschiedenen Ebenen inspizierend. Weil auch vielen großen Namen Steine in den Weg gelegt wurden und sie trotz diesen an ihrem Traum festgehalten haben und etwas Großartiges daraus entstanden ist. Ein lesenswertes Buch, nicht nur für Schreibende.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.06.2020
Daisy Jones and The Six
Jenkins Reid , Taylor

Daisy Jones and The Six


ausgezeichnet

„Daisy Jones & The Six“ ist anders, äußerst speziell und genau deswegen auch so großartig. Taylor Jenkins Reid hat mit diesem Buch eine Geschichte geliefert, die ich aufgesogen habe wie ein Schwamm das Wasser. Bis auf den letzten Tropfen. Ich kann jetzt schon sagen, dass „Daisy Jones & The Six“ zu meinen Highlights in diesem Jahr zählen wird.

Der Hype um Daisy Jones ist mir bereits im Vorfeld entgegen geschwappt, aber ich war auch skeptisch, ob eine Story, die im Interviewform erzählt wird, mich richtig packen konnte. Ob ich nicht das Gefühle hätte, dass mir etwas fehlte. Zum Beispiel Tiefgang. Konnte solch eine Story wirklich die Stellen erreichen, die mein Leserherz und Verstand brauchte? Nach dreißig Seiten konnte ich bereits sagen - und wie sie das konnte.

Daisy Jones ist großartig. Auf ihre eigene kaputte und verdrehte Art und Weise. Sie ist wild, unberechenbar, aber auch immer sich selber treu. Ich habe selten das Bedürfnis Stellen in Büchern zu markieren, aber bei „Daisy Jones & The Six“ hätte ich ganze Passagen mit meinem Marker bunt malen können.

Aber ist nicht nur Daisy, sondern auch der Rest - The Six. Sie sind nicht minder erwähnenswert. Billy Dunne und sein Kampf mit seinen inneren Dämonen und seinem begnadeten Talent. Es ist die Mischung aus Daisy Jones und The Six. Es sind die wilden 70er und 80er. Es ist Musik und Rock’n’Roll. Es ist die Liebe. Die Liebe, in ihren vielen Facetten. Die Schönen und die hässlichen. Und die hässlichen Facetten der Liebe zeigt hier Reid auf eine auf den ersten Blick vermeintliche einfache Art und Weise, dennoch schlägt es in genau den richten Tönen ein und klingt noch sehr lange nach. Das Drama, die Emotionen, all das geht auf den Leser über. Und es waren verdammt viele Emotionen.

Was mich besonders fasziniert hat, dass Taylor Jenkins Reid eine Geschichte präsentiert, die so authentisch dargestellt ist, dass ich mich mehrmals dabei ertappt habe, wie ich über die Band nachforschen wollte. Wie ich ihre Songs hören wollte. Eine fiktive Band, die wirklich zum Leben erweckt wurde. Und das alleine nur anhand eines geführten Interviews. Chapeu, Frau Reid.

Was ebenfalls großartig ist, „Daisy Jones & The Six“ wird als Serie verfilmt und ich feiere das bereits jetzt, da Sam Claflin die Rolle als Billy Dunne übernehmen wird.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.05.2020
Liebe mich, töte mich
Hillier, Jennifer

Liebe mich, töte mich


ausgezeichnet

Ich habe schon sehr lange keinen solchen Pageturner mehr, wie „Liebe mich, töte mich“ von Jennifer HIllier gelesen. Schon die Inhaltsangabe hat mich super neugierig gemacht und als ich angefangen habe zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören.

„Liebe mich, töte mich“ ist heftig. Besonders zum Ende hin musste ich teilweise richtig schlucken und ich bin, was das angeht, recht abgehärtet. Es gab sogar ein paar Stellen, die fast zu viel waren. Jennifer Hillier spielt hier definitiv mit Grenzen und balanciert haarscharf auf der Linie. Malt sogar bewusst darüber, um vielleicht zu schockieren. In dem Buch wird nichts nur angedeutet, sondern bewusst bildlich dargestellt. Hier gehören eigentlich einige Triggerwarnungen rein.

Die Geschichte um Geo wird auf zwei Zeitebenen erzählt und erst nach und nach erhält der Leser ein klares Bild. Es werden viele Andeutungen gemacht und man versucht selber das gesamte Rätsel zu lösen, aber es gelingt einem nicht. Weil Frau Hillier etwas Neues einbaut, was der Story eine andere Richtung bringt.

Schon nach den ersten Seiten hat sich ein regelrechter Sog auf mich ausgewirkt und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Die Autorin spielt mit menschlichen Abgründen, verpackt diese auf eine schockierenden Art und Weise und dennoch verspürt man beim Lesen eine gewisse Faszination. Besonders das Verhalten von Geo lässt einen sehr zwiespältig zurück. Es gab ein paar Punkte, die nicht gänzlich überzeugen konnte.

Aber im Großen und Ganzen war „Liebe mich, töte mich“ ein Thriller, den ich schon lange gesucht habe, weil es quasi von der ersten Seite an ein wahrer Pageturner war. Ungemein fesselnd, schockierend und einfach verdammt gut geschrieben.

Bewertung vom 01.03.2020
Knochengrab / Sayer Altair Bd.2
Cooper, Ellison

Knochengrab / Sayer Altair Bd.2


sehr gut

Der erste Band „Todeskäfig“ von Ellison Cooper hatte mir wirklich gut gefallen. Daher war ich gespannt, ob der zweite Band „Knpchengrab“ da mithalten konnte. Und ja, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die mich nicht gänzlich überzeugen konnten, konnte mich der Folgeband sehr gut unterhalten.

Ich mag den Schreibstil von Ellison Cooper. Der zweite Fall für Sayer liest sich sehr flüssig und ich bin innerhalb weniger Seiten in die Story abgetaucht. Die Autorin versteht es gekonnt den Spannungsbogen konstant oben zu halten, ohne zu überladen zu wirken. Lediglich ein paar Szenen konnten mich nicht gänzlich überzeugen, weil sie für mich zu gestellt gewirkt hatten. Die Szenen waren auf die Identität des Mörders bezogen und meiner Meinung nach wirkte es nicht authentisch genug.

Ellison Cooper spielt natürlich mit dem Leser, was den Täter anbelangt. Man rätselt mit, stellt Theorien auf und verwirft diese dann wieder. Der Schluss überrascht am Ende dann doch nochmals. Das macht unter anderem den Reiz ihrer Bücher aus. Zudem haben sich einige Sachen angedeutet, die im nächsten Band womöglich eine Rolle spielen und ich denke, dass diese Entwicklung eine vielversprechende Story wird. Daher freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Mit „Knochengrab“ liefert Ellison Cooper einen unterhaltsamen zweiten Fall, der den Leser auf Trab hält. Ich bin gespannt, was die Autorin sich als nächstes ausgedacht hat und kann die Reihe um FBI-Agentin Sayer Altair nur empfehlen.

Bewertung vom 01.03.2020
Je tiefer das Wasser
Apekina, Katya

Je tiefer das Wasser


weniger gut

„Je tiefer das Wasser“ ist wahrlich ein gelungener Titel für das Debüt von Katya Apekina. Denn genauso habe ich mich beim Lesen auch gefühlt, als würde ich immer tiefer ins Wasser eintauchen und dabei völlig die Orientierung verlieren. Das Buch war leider nicht mein Buch.

Der Einstieg gefiel mir sehr gut. Ich mochte den Schreibstil der Autorin, zumindest zu Anfang. Die Thematik war keine leichte Kost, das war klar. Dennoch hatten die ersten Kapitel einen ziemlich starken Sog auf mich. Ich wollte unbedingt wissen, was genau passieren wird. Zumal die Autorin auf unterschiedlichen Zeitebenen die Geschichte erzählt und sich erst nach und nach ein klares Bild herausstellt.

Leider verging meine anfängliche Euphorie ziemlich schnell. Je mehr ich las, desto weniger konnte mich die Geschichte packen oder begeistern. Eher im Gegenteil, ich hatte das Gefühl völlig die Orientierung zu verlieren, weil alles verschwommen und unwirsch wurde. So als würde ich immer tiefer ins Wasser eintauchen. Auch die anfängliche Begeisterung für die Charaktere schwand immer mehr, da ich teilweise absolut kein Verständnis für die Handlungen hatte. Es wirkte alles sehr konfus und auch zu gewollt von der Autorin. So als wolle sie den Leser unbedingt schocken, überlässt dabei aber vieles der Fantasie der Leser.

Das Ende ist recht offenes Ende. Auch die Entwicklung der Schwestern zum Ende hin, war für mich nicht glaubwürdig oder überzeugend. Ich konnte überhaupt keinen Bezug zu ihnen finden. „Je tiefer das Wasser“ ist leider einfach nicht mein Buch gewesen, auch wenn der Einstieg vielversprechend war.