Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Kate
Danksagungen: 81 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 246 Bewertungen
Bewertung vom 03.06.2020
Daisy Jones and The Six
Reid, Taylor Jenkins

Daisy Jones and The Six


ausgezeichnet

„Daisy Jones & The Six“ ist anders, äußerst speziell und genau deswegen auch so großartig. Taylor Jenkins Reid hat mit diesem Buch eine Geschichte geliefert, die ich aufgesogen habe wie ein Schwamm das Wasser. Bis auf den letzten Tropfen. Ich kann jetzt schon sagen, dass „Daisy Jones & The Six“ zu meinen Highlights in diesem Jahr zählen wird.

Der Hype um Daisy Jones ist mir bereits im Vorfeld entgegen geschwappt, aber ich war auch skeptisch, ob eine Story, die im Interviewform erzählt wird, mich richtig packen konnte. Ob ich nicht das Gefühle hätte, dass mir etwas fehlte. Zum Beispiel Tiefgang. Konnte solch eine Story wirklich die Stellen erreichen, die mein Leserherz und Verstand brauchte? Nach dreißig Seiten konnte ich bereits sagen - und wie sie das konnte.

Daisy Jones ist großartig. Auf ihre eigene kaputte und verdrehte Art und Weise. Sie ist wild, unberechenbar, aber auch immer sich selber treu. Ich habe selten das Bedürfnis Stellen in Büchern zu markieren, aber bei „Daisy Jones & The Six“ hätte ich ganze Passagen mit meinem Marker bunt malen können.

Aber ist nicht nur Daisy, sondern auch der Rest - The Six. Sie sind nicht minder erwähnenswert. Billy Dunne und sein Kampf mit seinen inneren Dämonen und seinem begnadeten Talent. Es ist die Mischung aus Daisy Jones und The Six. Es sind die wilden 70er und 80er. Es ist Musik und Rock’n’Roll. Es ist die Liebe. Die Liebe, in ihren vielen Facetten. Die Schönen und die hässlichen. Und die hässlichen Facetten der Liebe zeigt hier Reid auf eine auf den ersten Blick vermeintliche einfache Art und Weise, dennoch schlägt es in genau den richten Tönen ein und klingt noch sehr lange nach. Das Drama, die Emotionen, all das geht auf den Leser über. Und es waren verdammt viele Emotionen.

Was mich besonders fasziniert hat, dass Taylor Jenkins Reid eine Geschichte präsentiert, die so authentisch dargestellt ist, dass ich mich mehrmals dabei ertappt habe, wie ich über die Band nachforschen wollte. Wie ich ihre Songs hören wollte. Eine fiktive Band, die wirklich zum Leben erweckt wurde. Und das alleine nur anhand eines geführten Interviews. Chapeu, Frau Reid.

Was ebenfalls großartig ist, „Daisy Jones & The Six“ wird als Serie verfilmt und ich feiere das bereits jetzt, da Sam Claflin die Rolle als Billy Dunne übernehmen wird.

Bewertung vom 25.05.2020
Liebe mich, töte mich
Hillier, Jennifer

Liebe mich, töte mich


ausgezeichnet

Ich habe schon sehr lange keinen solchen Pageturner mehr, wie „Liebe mich, töte mich“ von Jennifer HIllier gelesen. Schon die Inhaltsangabe hat mich super neugierig gemacht und als ich angefangen habe zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören.

„Liebe mich, töte mich“ ist heftig. Besonders zum Ende hin musste ich teilweise richtig schlucken und ich bin, was das angeht, recht abgehärtet. Es gab sogar ein paar Stellen, die fast zu viel waren. Jennifer Hillier spielt hier definitiv mit Grenzen und balanciert haarscharf auf der Linie. Malt sogar bewusst darüber, um vielleicht zu schockieren. In dem Buch wird nichts nur angedeutet, sondern bewusst bildlich dargestellt. Hier gehören eigentlich einige Triggerwarnungen rein.

Die Geschichte um Geo wird auf zwei Zeitebenen erzählt und erst nach und nach erhält der Leser ein klares Bild. Es werden viele Andeutungen gemacht und man versucht selber das gesamte Rätsel zu lösen, aber es gelingt einem nicht. Weil Frau Hillier etwas Neues einbaut, was der Story eine andere Richtung bringt.

Schon nach den ersten Seiten hat sich ein regelrechter Sog auf mich ausgewirkt und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Die Autorin spielt mit menschlichen Abgründen, verpackt diese auf eine schockierenden Art und Weise und dennoch verspürt man beim Lesen eine gewisse Faszination. Besonders das Verhalten von Geo lässt einen sehr zwiespältig zurück. Es gab ein paar Punkte, die nicht gänzlich überzeugen konnte.

Aber im Großen und Ganzen war „Liebe mich, töte mich“ ein Thriller, den ich schon lange gesucht habe, weil es quasi von der ersten Seite an ein wahrer Pageturner war. Ungemein fesselnd, schockierend und einfach verdammt gut geschrieben.

Bewertung vom 01.03.2020
Knochengrab / Sayer Altair Bd.2
Cooper, Ellison

Knochengrab / Sayer Altair Bd.2


sehr gut

Der erste Band „Todeskäfig“ von Ellison Cooper hatte mir wirklich gut gefallen. Daher war ich gespannt, ob der zweite Band „Knpchengrab“ da mithalten konnte. Und ja, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, die mich nicht gänzlich überzeugen konnten, konnte mich der Folgeband sehr gut unterhalten.

Ich mag den Schreibstil von Ellison Cooper. Der zweite Fall für Sayer liest sich sehr flüssig und ich bin innerhalb weniger Seiten in die Story abgetaucht. Die Autorin versteht es gekonnt den Spannungsbogen konstant oben zu halten, ohne zu überladen zu wirken. Lediglich ein paar Szenen konnten mich nicht gänzlich überzeugen, weil sie für mich zu gestellt gewirkt hatten. Die Szenen waren auf die Identität des Mörders bezogen und meiner Meinung nach wirkte es nicht authentisch genug.

Ellison Cooper spielt natürlich mit dem Leser, was den Täter anbelangt. Man rätselt mit, stellt Theorien auf und verwirft diese dann wieder. Der Schluss überrascht am Ende dann doch nochmals. Das macht unter anderem den Reiz ihrer Bücher aus. Zudem haben sich einige Sachen angedeutet, die im nächsten Band womöglich eine Rolle spielen und ich denke, dass diese Entwicklung eine vielversprechende Story wird. Daher freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Mit „Knochengrab“ liefert Ellison Cooper einen unterhaltsamen zweiten Fall, der den Leser auf Trab hält. Ich bin gespannt, was die Autorin sich als nächstes ausgedacht hat und kann die Reihe um FBI-Agentin Sayer Altair nur empfehlen.

Bewertung vom 01.03.2020
Je tiefer das Wasser
Apekina, Katya

Je tiefer das Wasser


weniger gut

„Je tiefer das Wasser“ ist wahrlich ein gelungener Titel für das Debüt von Katya Apekina. Denn genauso habe ich mich beim Lesen auch gefühlt, als würde ich immer tiefer ins Wasser eintauchen und dabei völlig die Orientierung verlieren. Das Buch war leider nicht mein Buch.

Der Einstieg gefiel mir sehr gut. Ich mochte den Schreibstil der Autorin, zumindest zu Anfang. Die Thematik war keine leichte Kost, das war klar. Dennoch hatten die ersten Kapitel einen ziemlich starken Sog auf mich. Ich wollte unbedingt wissen, was genau passieren wird. Zumal die Autorin auf unterschiedlichen Zeitebenen die Geschichte erzählt und sich erst nach und nach ein klares Bild herausstellt.

Leider verging meine anfängliche Euphorie ziemlich schnell. Je mehr ich las, desto weniger konnte mich die Geschichte packen oder begeistern. Eher im Gegenteil, ich hatte das Gefühl völlig die Orientierung zu verlieren, weil alles verschwommen und unwirsch wurde. So als würde ich immer tiefer ins Wasser eintauchen. Auch die anfängliche Begeisterung für die Charaktere schwand immer mehr, da ich teilweise absolut kein Verständnis für die Handlungen hatte. Es wirkte alles sehr konfus und auch zu gewollt von der Autorin. So als wolle sie den Leser unbedingt schocken, überlässt dabei aber vieles der Fantasie der Leser.

Das Ende ist recht offenes Ende. Auch die Entwicklung der Schwestern zum Ende hin, war für mich nicht glaubwürdig oder überzeugend. Ich konnte überhaupt keinen Bezug zu ihnen finden. „Je tiefer das Wasser“ ist leider einfach nicht mein Buch gewesen, auch wenn der Einstieg vielversprechend war.

Bewertung vom 12.08.2019
Der Gesang der Flusskrebse
Owens, Delia

Der Gesang der Flusskrebse


ausgezeichnet

Mit „Der Gesang der Flusskrebse“ ist Delia Owens ein beeindruckendes Debüt gelungen. Die Autorin schafft es auf eine unaufdringliche Art und Weise eine Geschichte zu erzählen, die sich zutiefst eindringlich auf den Leser auswirkt. Mit leisen Tönen erzählt Frau Owens die außergewöhnliche Geschichte von Kya und baut somit eine intensive Verbindung auf, die schlussendlich in einem lauten Knall endet, die den Leser schon fast bestürzt zurück lässt.

Kyas Geschichte ging mir wirklich unter die Haut. Ihre Lebensumstände, wie sie diese bewältigte und welcher Mensch aus ihr schlußendlich wird, war ein eindringliches und intensives Leseerlebnis. Es war teilweise schwer nachzuvollziehen, wie ein kleines Kind, überhaupt in solch einer Einsamkeit überleben konnte. Ihre Verbundenheit zum Marschland und Owens Schilderungen, haben mich selbst diese innige Liebe, die Kyas verspürte, nachempfinden lassen.

„Der Gesang der Flusskrebse“ wird in zwei Ebenen erzählt, in der Vergangenheit und der Gegenwart. Erst nach und nach kristallisiert sich ein Bild heraus und man leidet und fiebert mit Kya mit, weil man eine solch Ungerechtigkeit kaum ertragen kann. Auch wenn die Autorin eher die leisen und sanften Töne anschlägt, klingen ihre Worte dennoch laut und deutlich nach. Und das Ende ist ein solch lauter Knall, dass es den Leser regelrecht durchschüttelt. Und fast schon fassungslos zurück lässt. Fassungslos und mit sich selbst hadernd.

„Der Gesang der Flusskrebse“ ist eine Geschichte, die eindeutig noch sehr lange nachklingen wird. Delia Owens ist wahrlich ein beeindruckendes Debüt gelungen und ich erwarte gespannt, die weiteren Werke von ihr. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.04.2019
Das Verschwinden der Stephanie Mailer
Dicker, Joël

Das Verschwinden der Stephanie Mailer


sehr gut

„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ war mein erstes Buch von Joel Dicker, aber mit Sicherheit nicht das Letzte. Ich wusste im Vorfeld nicht, was mich bei Dicker erwarten wird, aber ich war quasi ab den ersten Seiten infiziert vom Dicker Fieber. Das Lesen von „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ war eine rasante Fahrt, bei der ich stellenweise fast ein Schleudertrauma davon getragen hätte.

Joel Dicker ist wahrlich ein Erzählkünstler. Ich habe selten einen Roman gelesen, bei dem in den ersten hundert Seiten so viel passiert, dass man zum einen kaum Atem holen konnte. Und zum anderen trotzdem nie den Überblick verliert. Dicker führt den Leser sehr gekonnt und äußerst charmant an der Nase herum. Er wirft mit Theorien um sich, um diese zwei Seiten weiter wieder zu verwerfen. Trotz der Masse an Geschehen, hatte ich nicht das Gefühl erschlagen zu werden. Vielleicht war zwischenzeitlich kurz das Gefühl da, dass man gleich ein Schleudertrauma bekommt, weil so viel geschieht, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll. Aber genau das macht auch den Reiz und wahrscheinlich auch Joel Dicker aus.

Zwischenzeitlich und besonders zum Schluss hin, fand ich die Darstellung der Charaktere sehr speziell. Das war Absicht des Autors die Figuren überspitzt darzustellen, um nicht zu sagen als Karikaturen. Ich empfand es zum Ende hin leider ein wenig zu viel. Es war ein schmaler Grad und irgendwie macht es halt auch den Dicker Charm aus, aber einen Hauch weniger zum Schluss hätte mir persönlich mehr zu gesagt.

Die Auflösung um das Verschwinden von Stephanie Mailer kam wirklich fast ganz zum Schluss. Bis zu diesem Punkt hatte ich gefühlt tausend Theorien gehabt und diese wieder verworfen. Joel Dicker hat es wirklich bis zum Ende spannend gehalten und selbst dann nochmals einen drauf gelegt. Es war eine aufregende Fahrt, das Lesen von „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ und ich kann das Dicker Fieber nun absolut nachvollziehen. Gut, dass die beiden Vorgängerbände schon hier liegen. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 21.04.2019
Nemesis / C.J. Townsend Bd.4
Hoffman, Jilliane

Nemesis / C.J. Townsend Bd.4


sehr gut

Ich habe zuletzt „Insomnia“ von Juliane Hoffman gelesen und das Buch hatte mir richtig gut gefallen. „Cupido“ habe ich vor etlichen Jahren gelesen und kann mich noch dran erinnern, dass es mir ebenfalls gut gefallen hatte. „Nemesis“ ist im Vergleich anders. Nicht unbedingt schlecht anders, aber ich hadere ein bisschen mit dem, was die Autorin mit der Figur C.J. gemacht hat.

Vorneweg, ich habe „Nemesis“ gerne gelesen und auch in einem Rutsch weg. Es war spannend, keine Frage. Dennoch war ich stellenweise manchmal ein wenig ratlos, warum Frau Hoffman diesen Weg eingeschlagen hat für C.J. Einerseits kann ich es verstehen, sie wollte für C.J. einen guten Abschluss finden. Einen, der sie in Ruhe ihr Leben leben lassen kann. Andererseits wirkte es doch wie ein bisschen an den Haaren herbei gezogen. Was wiederum dafür sorgte, dass es für mich unglaubwürdig erschien. Insbesondere das Happy End am Ende war dann einfach zu „einfach“.

Wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt, dann gab es keine wirklichen Überraschungen, da man alles mit C.J. genau verfolgen konnte. Sie war ja stellenweise die treibende Kraft. Ihr Alter Ego Nemesis. Anderseits war es schon hart zu lesen, was es genau mit diesem Club auf sich hat. Ich habe immer wieder geschwankt zwischen, ja dieses Buch ist spannend und also eigentlich ist die komplette Story aber nicht wirklich nötig gewesen und wirkt ein bisschen zu sehr gewollt und alles fügt sich viel zu einfach. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, wie ich C.J. nun betrachten soll und ob mir das gefällt.

Nichtsdestotrotz ist „Nemesis“ durchaus spannend, sonst hätte ich es nicht fast in einem Rutsch gelesen. C.J. hat ihren verdienten Abschluss bekommen, auch wenn mich persönlich der Weg dahin nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte. Aufregende Lesestunden hatte ich dennoch und für Fans ist der vierte Band der Cupido Reihe sowieso ein Muss!

Bewertung vom 21.04.2019
Mein
Butler, J. L.

Mein


sehr gut

Nachdem ich die Kurzbeschreibung zu „Mein - Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?“ gelesen hatte, war ich ziemlich angefixt. Schon im Vorfeld war eigentlich klar, dass es ein einziges großes Rätselraten sein wird, was genau mit Donna Joy geschah. Und ich muss sagen, abgesehen von ein paar Punkten, hat mich der Thriller wirklich gut unterhalten.

„Mein . Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten“ von JL Butler wird sicherlich einige Kontroversen auslösen, ähnlich wie „Gone Girl“ und „The Girl on the Train“. Der Thriller hat einige Aspekte, die mich nicht gänzlich überzeugen konnte, hat aber dennoch eine enorme Sogwirkung auf mich ausgeübt. Ich wollte abends kurz mal reinlesen und zack waren hundertfünfzig Seiten in einem Rutsch verschlungen. Der Schreibstil von Butler ist sehr flüssig und einnehmend. Zwischenzeitlich kam eine kurzweilige Phase, in der ich mir ein schnelleres Tempo gewünscht hätte, aber diese war nicht so stark ausgeprägt, dass ich sagen müsste, der Thriller wäre langatmig.

JL Butler versteht es ziemlich gut mit dem Leser zu spielen. Ich habe während des Lesens mehrmals einen möglichen Täter und Zusammenhang mir ausgedacht, um dann meine Theorie ein paar Seiten wieder über Bord zu werfen. Und das ist mir ein paar Mal passiert. Selten hat es ein Thriller geschafft, dass ich mir so oft neue Theorien überlegt hatte. Ich habe der Auflösung am Ende stark entgegenfiebert, einfach weil ich nicht aufhören konnte zu lesen und einfach endlich wissen musste, wie denn alles zusammen hängt. Das Ende war teilweise wirklich überraschend und JL Butler hat wirklich fast erst ganz zum Schluss endlich preisgegeben, wer es war und wie und warum.

Die Charaktere waren wirklich vielseitig. Butler schreibt teilweise sehr unverblümt, was aber auch den Reiz des Buches ausmacht. Allerdings gibt es eine Stelle im Roman, die mir ein bisschen übel auf den Magen geschlagen hat bzw. wie mit der Situation umgegangen wurde. Fran sah sich gezwungen etwas über sich ergehen zu lassen und wie dann am Ende damit umgegangen wurde, fand ich persönlich zu wenig. Da hätte mehr von Butler kommen müssen.

„Mein - Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?“ von JL Butler hat mir einige spannende Lesestunden beschert und mich in ein großes Rätselraten gestürzt. Auch wenn mich einige Punkte nicht gänzlich überzeugen konnte, wird es mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Butler gewesen sein, das ich lesen werde.

Bewertung vom 14.09.2018
Ein Teil von ihr
Slaughter, Karin

Ein Teil von ihr


sehr gut

Wenn ich an Thriller und Thriller-Autoren denke, dann gehört Karen Slaughter bei mir immer in die Top 5. Ich habe damals ihre Grant County Serie regelrecht verschlungen. Und auch „Pretty Girls“ konnte mich vor kurzem begeistern. Wenn ich sehe, dass ein neues Buch von ihr erscheint, ist es ein absolutes Must-Read. Bei „Die gute Tochter“ hat es sich für mich schon angekündigt und nun nach dem Lesen von „Ein Teil von ihr“ wahrscheinlich bestätigt. Der Stil von Frau Slaughter hat sich für mich schon recht deutlich verändert. Was nicht unbedingt schlechter ist, aber ihre Bücher sind nun anders.

Auch wenn sich das jetzt im Vorfeld vielleicht recht negativ anhört, so hat mich „Ein Teil von ihr“ zu Anfang wirklich gepackt, und zwar so, wie schon sehr lange kein Buch zuvor. Ich habe angefangen zu lesen und konnte einfach nicht mehr aufhören. Innerhalb weniger Stunden war das Buch zur Hälfte in einem Rutsch gelesen. Der Spannungsbogen war für mich wirklich enorm. Und eines kann man Karen Slaughter lassen, sie weiß wirklich, wie man schreibt. Auch die unterschiedlichen Zeiteben empfand ich als gelungen. Denn so hat sich erst nach und nach ein klares Bild zusammen gesetzt. Es gab sogar einen Punkt, an dem ich das Geschehen in der Vergangenheit spannender und interessanter fand, als in der Gegenwart.

Es gab viele verschiedene Figuren in „Ein Teil von ihr“. Mit der Protagonisten Andrea hatte ich Anfangs wirklich ein paar Schwierigkeiten. Nicht so stark, dass es mich in einem Lesefluss gestört hätte, aber so richtig sympathisch war sie mir nicht. Mich hat es vor allen Dingen interessiert, wer Laura Oliver in Wirklichkeit war und was ihre Geschichte ist. Das zu erfahren, hat mich angetrieben, dieses Buch zu lesen. Alles drum herum ist dadurch in den Hintergrund gerückt. Und daran lag es auch wahrscheinlich, dass ich „Ein Teil von ihr“ wirklich gut fand.

Das Ende war nicht das beste Ende. Und nach dem man erfahren hat, wie nun wirklich alles zusammen hängt, war auch ein bisschen die Luft raus. Ich war erstaunt, dass da noch recht viel passiert ist. Als herkömmlichen Thriller, wie man es von Karen Slaughter in ihrer „Grant County Serie“ gewohnt war, würde ich „Ein Teil von ihr“ nicht betrachten. Wenn man sich von den Gedanken löst, erhält man eine interessante Story, die einen für mich recht hohen Spannungsbogen hatte. Nicht der beste Thriller von Frau Slaughter, aber wirklich guter Spannungsroman.

Bewertung vom 01.05.2018
Die Geschichte des Wassers
Lunde, Maja

Die Geschichte des Wassers


sehr gut

„Die Geschichte des Wassers“ ist mein erstes Buch von Maja Lunde. Natürlich habe ich den großen Hype um den Vorgänger „Die Geschichte der Bienen“ mitbekommen. Vielleicht waren deshalb meine Erwartungen an „Die Geschichte des Wassers“ so hoch. Schlussendlich hat mich die Autorin mit ihrer Geschichte unterhalten und zum Nachdenken angeregt, keine Frage. Aber ich habe mehr erwartet, auch im Bezug auf den ökonomischen Aspekt.

Die Botschaft hinter den Büchern von Maja Lunde sind klar und deutlich. Und ist so wichtig, wichtiger als jemals zuvor. Im diesem zweiten Band des Klima-Quartetts widmet sich die Autorin dem Wasser und den katastrophalen Auswirkungen, wenn wir diese Ressource der Erde weiterhin so verschwenderisch behandeln. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an. Über die Erde und sein eigenes Verhalten. Und die absolute Selbstverständlichkeit, die fest in vielen von uns verankert ist, dass eben alles einfach da und vorhanden ist. Dass der Mensch die Erde und ihre Ressourcen bis aufs Letzte ausbeuten wird.

„Die Geschichte des Wassers“ wird in zwei Handlungssträngen erzählt, im Jahre 2017 und 2041. Geschickt verwebt die Autorin beide Stränge, erst ganz leicht um zum Schluss einen großen Knoten darzubieten. Der Schreibstil von Maja Lunde ist nicht einfach, sondern eher poetisch und erscheint stellenweise schon fast wirr. Aber genau diese Mischung hat es für mich so spannend gemacht. Sie verschönert nichts und dennoch baut sich nach und nach eine Sogwirkung auf.

Auch die Charaktere sind alles andere als perfekt. Haben und machen Fehler, wirken vielleicht sogar nicht ganz so sympathisch. Sie sind eben ehrlich und besonders im Jahre 2041 kommen noch die erschwerten Lebensbedienungen hinzu. Und es spricht für Maja Lunde, das mir „Die Geschichte des Wassers“ dennoch gefallen hat, auch wenn die Charaktere nicht immer Sympathieträger für mich waren.

Das Ende von „Die Geschichte des Wassers“ könnte man fast schon als Happy End bezeichnen. Und das war für mich leider nicht gänzlich stimmig. Ich kann die Autorin und ihre Intention dahinter schon nachvollziehen. Man will bei einem ökonomischen Krimi kein solch schlimmes Ende, weil man ja noch Hoffnung haben soll und muss. Um es besser zu machen und es eben nicht so weit kommen zu lassen. Aber ich empfand es als zu schwach. Eine solche Geschichte hätte mehr verdient. Dennoch wird es für mich sicherlich nicht das letzte Buch von Maja Lunde gewesen sein und ich bin auf den dritten Teil des Klima-Quartetts sehr gespannt.