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Benutzername: Ritja
Wohnort: Deutschland
Über mich: Bücher, Bücher, Bücher...viele Träume und Geschichten, die einem atemlos, traurig, fröhlich oder nachdenklich machen. Sie sind gute und geduldige Begleiter durch das Leben und schaffen Platz für Kreativität und Ruhe. http://buchstabenfestival.blogspot.de/
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Bewertungen

Insgesamt 351 Bewertungen
Bewertung vom 17.06.2018
Provenzalische Schuld / Pierre Durand Bd.5
Bonnet, Sophie

Provenzalische Schuld / Pierre Durand Bd.5


sehr gut

Pierre Durand ist wieder da. Mit Freude lehnt man sich im Sessel zurück und reist direkt nach Frankreich. Die Beschreibungen der Natur, der Umgebung und des kleinen Dorfes sind jedes Mal ein Vergnügen und man möchte direkt seine Koffer packen und losfahren. Wären da nicht die grausamen Morde und die Entführung von Nanette.

Eigentlich wollten Pierre und Charlotte endlich einmal zusammen in den Urlaub fahren und dann wird Pierre vom Bürgermeister mit einem heiklen Auftrag versehen. Anfangs wirkt alles noch recht harmlos und es sieht eher nach einem Ehekrach aus. Aber es kommen kleine Hinweise und es gibt Verbindungen, die nichts Gutes erahnen lassen.

Pierre ist in diesem Fall häufig abgelenkt, denn mit Charlotte läuft es nicht gut wie erhofft. Immer wieder gibt es Rückblenden aus der Vergangenheit von Pierre. Es wird diesmal recht persönlich und so erfährt man einiges von dem sympathischen Dorfpolizisten.

Während man lange nicht weiß, warum und wie so manches geschieht, ging mir diesmal das Ende zu schnell über die wenigen Seiten. Es wirkte irgendwie gehetzt. Trotzdem schaffte Sophie Bonette wieder eine spannende und interessante Geschichte zu schreiben, die man auf keinen Fall im hungrigen Zustand lesen sollte. Denn auch diesmal kommen die Gerichte aus der Region nicht zu kurz. Für Freunde des Nachkochens gibt es im Anhang ein paar Rezepte, die Lust auf mehr Frankreich machen.

Bewertung vom 17.06.2018
Kleinstadtaffäre
Kettenbach, Hans Werner

Kleinstadtaffäre


sehr gut

Das Buch von Hans-Werner Kettenbach lag sieben Jahre auf meinem SUB und nun endlich wurde es gelesen. „Kleinstadtaffäre“ war für mich eine kleine Perle der guten Unterhaltung. Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Man glitt über die Zeilen und die Seiten und saugte ganz nebenbei diese tolle Geschichte auf. Es gibt Charaktere, denen man im Leben immer wieder begegnet und manche davon mag man, andere eher nicht. So ist es auch hier mit den Figuren. Sie sind lebensnah und doch ein ganz klein wenig speziell. Die Atmosphäre der Kleinstadt hat Kettenbach sehr gut widergespiegelt.

Wer selbst in einer Kleinstadt aufgewachsen ist und vielleicht dort noch wohnt, wird viele Dinge wiedererkennen und verstehen. Die Geschichte beginnt recht harmlos und wird auch im Laufe der Zeit nicht laut und reißerisch, obwohl einiges geschieht und das lange Versteckte sich an die Oberfläche kämpft. Auch die Mordermittlungen sind eher leise, aber deswegen nicht ungefährlich. Die Schlinge zieht sich immer mehr zu und am Ende steht die Überraschung.

Das nächste Kettenbach-Buch liegt schon bereit...

Bewertung vom 17.06.2018
Wahrscheinlich ist es Liebe
Reizin, Paul

Wahrscheinlich ist es Liebe


weniger gut

Das Liebesgeschichten nicht immer einfach und ohne Missverständnisse sind, weiß man. Was aber macht man, wenn an dieser Geschichte nicht nur zwei Menschen, sondern auch noch 3 KI verwickelt sind?

Dann wird es chaotisch, undurchsichtig und teilweise doch etwas abstrakt und anstrengend.

Nachdem die KI Aidan und Aisling in das große WWW ausgebüxt sind, wird das KI-Leben erst spannend und aufregend. Doch sie sind nicht allein und bald schon werden sie von einer dritten KI verfolgt. Und dazwischen sind die frisch verliebten und unglücklichen Menschen, die nicht ahnen, dass ihr Leben gerade von der Künstlichen Intelligenz (KI) durcheinandergebracht wird.
Es fing ganz witzig an und man konnte sich auch das Leben mit dieser KI vorstellen. Die Arbeit von Jen mutet zwar etwas eigenartig an, aber man kann sie sich (in Zeiten von Alexa, Siri & Co.) vorstellen. Sowohl Jen als auch Tom sind symphatische Charaktere.

Doch die Geschichte wird immer unglaubwürdiger und leider dadurch auch zäher. Ab der Mitte des Buches war bei mir die Puste etwas raus, denn dann verlor sich die Geschichte etwas. Der Charme, der Witz gingen unter und konnten mich leider nicht mehr so stark an das Buch fesseln. Das Ende war mir zu klischeehaft und dadurch etwas enttäuschend.

Bewertung vom 17.06.2018
Sommerglück und Blütenzauber
Schilling, Emilia

Sommerglück und Blütenzauber


gut

Rita hat einen kleinen und feinen Blumenladen, der ihr sehr am Herzen liegt. Sie hat keinen Freund, weil sie zu anspruchsvoll ist (laut ihrem Vater und ihrem Bruder) und sie lebt mit dem Bruder in einer gemeinsamen Wohnung. Sie könnte zufrieden sein, wenn sie nicht auf eine Hochzeit eingeladen wäre und ihr nun der Singletisch droht. Sie braucht einen Mann…in vier Monaten. Und so kennt jeder aus ihrer Familie einen geeigneten Kandidaten und preist ihn an. Rita versucht es und muss enttäuscht feststellen, dass Empfehlungen auch nicht immer das Gelbe vom Ei sind. Doch dann lernt sie Marcel kennen. Eigentlich hat dieser Mann alles, was sie will. Und er will sie, wenn da nicht Amor mit seinen Pfeilen wäre und diese auch noch so unkoordiniert und großzügig verteilt hätte.

Es kommt wie es kommen muss, die Liebe ist nicht so einfach und nimmt manchmal Umwege und so erlebt Rita, dass es doch einen Unterschied zwischen Traum und Realität, auch in der Liebe, gibt.

Es ist eine leichte Liebesgeschichte mit netten Charakteren, die keinen Tiefgang haben (und wahrscheinlich soll das auch so sein). Die Geschichte lädt zum Zurücklehnen und Entspannen ein, denn man weiß recht schnell, wie es ausgehen wird. Die Aufregung hält sich also etwas in Grenzen, aber weil die Charaktere so herrlich klischeehaft und unterhaltsam sind, kann man mit ihnen ein schönes Wochenende verbringen.

Bewertung vom 17.06.2018
So bitter die Rache, 1 MP3-CD
Berg, Eric

So bitter die Rache, 1 MP3-CD


sehr gut

Wer hier einen harten, actionreichen Thriller erwartet, wird enttäuscht werden. Es ist eher eine recht verzwickte Geschichte rund um eine kleine Community, die von einem einzelnen Mann erschaffen wurde. Er hat sich seine eigene kleine Welt bzw. Familie geschaffen, ohne dass dies den anderen Personen bewusst war. Die Familien leben in ihren Häusern in einem gesicherten Areal und fühlen sich dabei sicher und anscheinend auch wohl. Diese Familien wollen die heile Welt leben und achten genau darauf, dass nichts nach außen dringt.

Doch dann ziehen neue Hausbesitzer ein und das Unheil nimmt seinen Lauf. Mit jedem Vorfall bröckelt die Fassade mehr und es zeigen sich die dunklen Seiten der Familien. Jeder hat sein Geheimnis, jeder hat schmerzhafte Erfahrungen gemacht und nicht jeder ist frei von Schuld. Neben den Hausbesitzern und den gut behüteten Personen gibt es noch einen albanischen Jungen, der mit seiner Schwester versucht in Deutschland zu überleben. Doch auch ihnen geschieht böses und er muss sich entscheiden, was er tun soll.

Eric Berg hat eine interessante Geschichte geschaffen, die erst zum Schluss ihr Geheimnis offenbart und so manchen überraschen wird. Das Tempo ist recht langsam und manchmal fand ich es auch etwas langatmig. Trotzdem wollte ich gern wissen, wer nun Rache an wen ausgeübt hat.

Spannende und kluge Geschichte, die etwas mehr Tempo gebraucht hätte, aber trotzdem hörenswert ist.

Bewertung vom 17.06.2018
Falsche Austern / Kommissar Leblanc Bd.4
Simon, Catherine

Falsche Austern / Kommissar Leblanc Bd.4


sehr gut

Ein Kommissar mit Liebeskummer statt mit einem Alkoholproblem ist selten und deshalb mal eine angenehme Abwechslung. Kommissar Leblanc muss gegen Napoleon, pardon gegen Hippolyte, antreten und das wird nicht einfach - wie so vieles in Liebesdingen.
Aber nicht nur Leblanc wird von Amor mit Pfeilen beschossen. Seine junge Kollegin Nadine verliebt sich und verliert dadurch etwas den Durchblick und die Weitsicht. Und genau diese beiden sollen nun einen Mord aufklären.

Albert Barats Fassade beginnt durch die Recherche der Ermittler zu bröckeln und hervor kommen viele Verwicklungen, eine Moschee, angestauter Frust und der Algerienkrieg. Es wird teilweise recht politisch und man erfährt viel über das Verhältnis zwischen Algerien und Frankreich und den immer wieder aufkommenden Konflikten.

Es ist die Mischung aus Humor, vielen kleinen privaten Momenten und dem Ernst der Ermittlung, die die Geschichte so interessant macht. Die Spannung hält bis zum Schluss und auch das Ende fand ich gelungen. Es ist ein guter Regionalkrimi, diesmal aus der Normandie, der Lust auf Frankreich macht, aber auch dem Leser die Probleme des Landes zeigt.

Bewertung vom 17.05.2018
Die störrische Braut
Tyler, Anne

Die störrische Braut


gut

Als furios würde ich die Neuinterpretation nicht bezeichnen, aber sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Ideal, um mit Kate und ihrer Familie ein Wochenende zu verbringen.

Kate ist sehr direkt, herrlich sturr und eigenwillig und doch ein Mensch mit einem großen Herzen. Sie hat einen Job, der sie nicht wirklich ausfüllt und für den sie auch nicht so richtig gut geeignet ist. Sie hat einen Vater, der sie als kostenlose Reinigungskraft und Haushaltshilfe ansieht und ihre Schwester ist nur da, wenn sie etwas will. Sie kann nur begrenzt kochen (schauderhaftes Wochengericht) und hat auch sonst schon etwas den Spaß am Leben verloren. Doch dann kommt ihr Vater mit einem Mann nach Hause und das eingefahrene Leben bekommt auf einmal eine ganz andere Richtung. Die Sticheleien und Verwirrungen (aufgrund von Sprachbarrieren) zwischen dem Vater, Kate und Pjotr sind teilweise wunderbar, teilweise bekannt und etwas abgenutzt. Mich hat die ganze Geschichte an den Film "Green Card" erinnert.

Es ist eine leichte und sehr gut geschriebene Geschichte, die nicht viel vom Leser fordert, außer etwas Zeit und Muse.

Bewertung vom 17.05.2018
Sehnsucht Israel
Franz, Tom

Sehnsucht Israel


gut

Eine Reise durch die Kulturen und mitten hinein in eine Religion, die in der heutigen Zeit häufig missverstanden wird. Tom Franz erzählt von seinem Weg zum Judentum und vom Juristen zum Koch.

Seine Biografie hatte viele spannende und interessante Seiten, die mir neues aufgezeigt und nahe gebracht haben. Besonders hatte ich mich auf das Kochen und seine Teilnahme an der Show MasterChef gefreut. Leider war dieser Abschnitt relativ kurz (für mich zu kurz). Ich fand es interessant zu erfahren, was sich hinter dem Schabbat und dem koscheren Essen verbirgt und was man alles dabei beachten muss.

Was meine Begeisterung etwas ausgebremst hat, war nicht nur der geringe Kochanteil, sondern auch der etwas träge und schleppende Schreibstil. Phasenweise meint man den Juristen sehr stark herauszulesen. Das Buch ist leider nicht so flüssig zu lesen, was ich etwas anstrengend und schade fand.

Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen zu lesen, um neue Einblicke in das Land und das Leben in Israel und das Judentum zu erhalten.

Bewertung vom 17.05.2018
Belgravia. Zeit des Schicksals
Fellowes, Julian

Belgravia. Zeit des Schicksals


gut

"Belgravia" ist eine Geschichte, die zwei Familien miteinander verbindet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide Familien wurden durch ihre Vergangenheit miteinander verbunden und diese holt sie nun nach 25 Jahre im Jahr 1841 wieder ein. Ein junger Mann sorgt für Intrigen, Neid, Eifersucht, Irritation und Versöhnung bei den beteiligten Personen.

Julian Fellowes hat eine leicht zu lesende Geschichte geschrieben, die sehr detailliert auf das Leben 1841 eingeht. Den Anfang der Geschichte fand ich nicht so gelungen und auch etwas verwirrend, so dass ich eigentlich erst ab Seite 75 so richtig in die Geschichte reinkam. Die Charaktere sind teilweise recht gut gelungen. Die Geschichte ist nicht neu, aber der Autor versucht durch kleine Wendungen und Irrungen Spannung aufzubauen. Leider wiederholt sich der Autor recht häufig, so dass phasenweise auch etwas Langeweile entstehen konnte. Er bedient sich fast allen Klischees aus dieser Zeit und leider ist seine Welt auch stark in schwarz und weiß eingeteilt. Zudem weiß man recht schnell wie die Geschichte ausgehen wird.

So, richtig überzeugt hat mich seine Geschichte nicht. Als Serie mit großer Ausstattung und Kulisse könnte die Geschichte jedoch funktionieren.

Bewertung vom 17.05.2018
Wahrheit gegen Wahrheit
Cleveland, Karen

Wahrheit gegen Wahrheit


gut

Wahrheit gegen Wahrheit ist für mich jetzt kein Thriller gewesen, aber ein Buch, welches man durchaus lesen kann. Die Autorin hat einen guten Schreibstil und es lässt sich schnell und flüssig lesen.

Die Geschichte hat mich anfangs gut mitgenommen und ich fand die kleinen Überraschungen auch recht gelungen. Leider hat die Autorin das Tempo und die Spannung nicht über die ganze Geschichte halten können. Zwischendurch kamen immer wieder leicht zähe Phasen, wo man einfach nur die Geschichte wieder anschieben wollte. Ich hatte auch das Gefühl, dass sich manches wiederholt und dadurch wirkte die Geschichte etwas aufgebläht.

Mit den Charakteren bin ich nur schwer warm geworden. Sie waren nicht unsympathisch, aber auch nicht wirklich greifbar. Ich kam mir immer wie ein Zaungast vor, der nicht hereingelassen werden soll. Die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren war irgendwie nicht so richtig stimmig und wirkte etwas gestellt.

Das Ende (die letzten drei -vier Seiten) war wiederum überraschend und gut gemacht. Sie lässt sich den Freiraum am Ende anzuknüpfen und eine Fortsetzung starten zu können.
Für mich ist jedoch die Geschichte vollständig erzählt.