Schoßgebete - Roche, Charlotte
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Charlotte Roche 

Schoßgebete

Roman

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Schoßgebete

Es ist ein Roman über Ehe und Familie, über Sexualität und die Rolle der Frau, und darüber, wie eine große Katastrophe das Leben für immer verändern kann. Offen und mutig, provokant, abgründig und komisch - vieles und Kontroverses lässt sich über dieses Buch sagen und wird gesagt werden. Eines können wir Ihnen jedoch versprechen: die Lektüre von Charlotte Roches Roman wird sie nicht kalt lassen.

In ihrem Millionenbestseller »Feuchtgebiete« bewies Charlotte Roche neben drastischer Offenheit auch Sensibilität und ungestümen Witz. »Schoßgebete« widmet sich einem unserer letzten Tabus: dem ehelichen Sex. Und der Frage, wie ein Paar es schafft, für immer zusammenzubleiben. Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann's losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Liza, und es gibt den Exmann, Lizas Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören. »Schoßgebete« erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Radikal offen, selbstbewusst und voller grimmigem Humor ist es die Geschichte einer so unerschrockenen wie verletzlichen jungen Frau.


Produktinformation

  • Verlag: (Piper)
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 282 S.
  • Seitenzahl: 288
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 138mm x 28mm
  • Gewicht: 393g
  • ISBN-13: 9783492054201
  • ISBN-10: 349205420X
  • Best.Nr.: 33205738
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.08.2011

Der Riss in der Decke
Ein irre indiskretes Buch hat Charlotte Roche geschrieben, sagen die Kritiker. Die einen feiern, die anderen hassen sie dafür. Dabei ist der Kern des Werks die Stille

Das ist kein Buch über Sex - was man schon daran merken kann, dass es mit Oralsex beginnt, sechzehn Seiten lang, sehr kühl und genau beschrieben, und mit Analsex hört es auf; kurz zuvor war der Text knapp zehn Seiten lang im Bordell, wo die Erzählerin ein paar stimmungsvolle Stunden mit ihrem Mann und einer Prostituierten hatte; und wenn "Schoßgebete", dieser knapp dreihundertseitige Monolog, gerade kein anderes Thema hat, geht es immer wieder um die Frage, ob das Ich des Textes sich demnächst endlich mal trauen werde, den eigenen Mann zu betrügen, obwohl doch dessen Kraft und Kompetenz als Liebhaber dauernd beschworen werden. Wer aber ständig vom Sex spricht, hat eher keinen: Das lehrt das sogenannte Leben. Und wer so viel und so genau über Sex schreibt (und dabei nicht bloß die Lust der Leser stimulieren will), der will anscheinend auf etwas ganz anderes hinaus.

Das ist auch kein Buch über Charlotte Roche - obwohl die Autorin in fast jedem …


Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ehe und Exzess liegen in Charlotte Roches "Schoßgebete" nah beieinander, erfahren wir von Rezensent Ijoma Mangold. Die Heldin des Romans, die 33-jährige Elisabeth hat nur den Wunsch, mit ihrem Mann glücklich bleiben, ein sexuelles Eskapismuskonzept soll die Beständigkeit ihrer Beziehung sichern. Ein "konservativer Sex-Roman" ist Roche mit diesem Buch gelungen, stellt Rezensent Mangold daher fest, der in seinen Ohren wie ein "furios übersteuerter Hilfeschrei nach Verwurzelung" klingt. Denn der Grund für Elisabeths neurotischen Wunsch nach Ehe und Sicherheit liegt in ihrer schlimmen Kindheit. Das Muster Trauma und Triebabfuhr ist dem Rezensenten als Erzählmodell zu schematisch, und die küchenpsychologische Weisheit, unsere Kindheit ist Schuld an unseren Komplexen, scheint Mangold zu wacklig, um daraus einen Roman zu konstruieren. Für "Literatur" reicht Charlottes Roches verbale Direktheit nach Mangolds Meinung nicht, entkrampfend wirkt ihre beziehungsfixierte Redekur in jedem Fall.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.08.2011

Puh!
Was hat eine Blähung mit einem Buch zu tun? Charlotte Roches zweiter Roman „Schoßgebete“ lebt von der Lüge der rettenden Sexualität
In einem der großen literarischen Werke des 19. Jahrhunderts gibt es einen Bericht von einem geselligen Abend, in dem die dabei anwesenden Herren ihre sexuellen Bedürfnisse vergleichen. Den einen drängt es sehr zu den Frauen, mindestens täglich, den anderen weniger. Und einer aus der Runde – es kommt hier nicht darauf an, wer das ist – gibt offen zu: ein Beischlaf im Monat, das sei ihm genug. Gewiss, die Herren sitzen in vertrauter Runde und meinen, sich auf die Diskretion der anderen verlassen zu können. Und doch ist ihre Gelassenheit bemerkenswert. Sie spüren keinen Druck. Niemand bedrängt sie – und schon gar nicht den einen, der einfach nur feststellt, auf dem Markt der Begierden allenfalls ein seltener Besucher zu sein.
Diese Freiheit ging, im westlichen Teil der Welt, im 20. Jahrhundert verloren. Das liegt nicht nur daran, dass der Geist des Wettbewerbs bis in die hintersten Winkel des Privatlebens vorgedrungen ist. Es geht auch nicht nur darauf zurück, dass die Liebe in derselben Zeit zur …


kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Charlotte Roche ist eine Alleskönnerin. Zumindest kann sie all das ziemlich gut, bei dem sie einfach nur Charlotte Roche sein muss. Als Moderatorin war sie grandios, ihr Vortrag einer Doktorarbeit über Masturbationsversuche mit Staubsaugern war das auch, und als Schauspielerin hat es zumindest dann funktioniert, wenn sie möglichst wenig Rollenvorgaben hatte. Jetzt ist Charlotte Roche Romanautorin, und ihr Debüt verkaufte sich mehr als eine Million mal - allerdings aus außerliterarischen Gründen. Der Reiz war die Themenwahl: In "Feuchtgebiete" schreibt Roche über Hämorrhoiden, Smegma, Toilettenexperimente und ausgefallene Masturbationsmethoden. Jetzt liegt der Nachfolgeroman vor, und natürlich gibt es auch hier wieder jede Menge außerliterarische Gründe, die "Schoßgebete" zum Bestseller machen. Roche plündert für das Buch die eigene Biografie bis hin zum tragischen Unfalltod ihrer Brüder. Sie zeichnet eine ebenfalls 33-jährige Heldin, die zwar eine klassische Zweierbeziehung lebt und ihren Partner bedient, dabei aber gleichzeitig emanzipiert und selbstbestimmt sein will. So ist "Schoßgebete" kaum mehr als ein Tagebuch, eine medienwirksam ausgeschlachtete Schrift zur …


»Eine ehrliche, differenzierte und packende Auseinandersetzung mit der Frage, was eine gute Ehe ausmacht ... >Schoßgebete< wird jene, die den Bestseller >Feuchtgebiete< als Schocker ablehnten, positiv überraschen und die Fans des früheren Buches nicht enttäuschen ... Wer geglaubt hat, sie könne nur provozieren, aber nicht schreiben, wird staunen ... >Schoßgebete< will keine stilistische Meisterleistung sein, sondern seine Leser erreichen. Dass die Anliegen des Romans mit entwaffnender Einfachheit vorgetragen werden, sollte niemanden über deren Komplexität und Relevanz hinwegtäuschen. Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben, das uns weit über die Lektüre hinaus bewegt und beschäftigt. Das lässt sich von manch einem literarischen Meisterwerk nicht sagen.« FAZ »Natürlich hat Charlotte Roche nicht die Sprache, mit der Jean Genet oder Josef Winkler über den Zusammenhang von Sex und Tod schreiben. Doch es gibt in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur keinen Autor, der so anschaulich und letztlich liebevoll über Sex schreiben kann ... Die umgangssprachliche Lässigkeit ihrer Rollenprosa setzt sie dabei mit hoher Präzision ein ... Nach diesem verflixten zweiten Buch muss Roche niemandem mehr etwas beweisen - höchstens, ob sie, wenn sie denn weiterschreiben will, in der Lage ist, auch einen nichtautobiografischen Stoff zu bewältigen.« Der Tagesspiegel »Wer den erwachsenen Nachfolger der >Feuchtgebiete< erwartete, wird enttäuscht sein, im positiven Sinn ... So ist Sex für die Protagonistin vor allem die Flucht vor den Dämonen im Kopf - aber keinesfalls der Grund, warum Roche ihr zweites und wesentlich reiferes Buch verfasst hat.« Abendzeitung »... ein verstörend schonungsloses Buch. (...) Das Buch der erst 33- Jährigen ist überraschend lebensweise Bittere Wahrheiten und saftige Stellen im Wechsel. Manchmal könnte man das Buch sogar für den Beginn einer neuen sexuellen Revolution halten.« Stern »Mit >Schoßgebete< hat Roche einen erstaunlich konservativen Sexroman geschrieben ... >Feuchtgebiete< hatte etwas Pubertäres, >Schoßgebete< ist ein erwachsenes Buch, das der klassischen Tragödiendefinition gerecht wird, >Furcht und Mitleid< zu erregen.« Die Zeit »Ein schreckliches Buch. Man muss es lesen.« FAS »Aber das Buch ist kein Roman. Es ist ein Manifest. Es richtet sich hauptsächlich an Frauen und fordert sie auf: Befreit euch von falschen Idealen! Und vor allem: Geh in Therapie!« NZZ am Sonntag »Weshalb die >Schoßgebete< mehr sind als eine Fortsetzung der >Feuchtgebiete<, weshalb sie ein ernst zu nehmendes, heutiges Buch sind, liegt an Roches Fähigkeit, das eigentliche Drama, das hinter dem Alltagsfilm läuft, einzublenden.« Deutschlandradio Kultur »Mit gnadenloser Genauigkeit schildert sie Schock, Schmerz, ihre Lust, Mitleid und - angesichts der Zudringlichkeit von Boulevardmedien - ihre Rachephantasien und Selbstmordpläne. Das Buch wird zu einem Seelenstriptease von beängstigender Radikalität. >Schreiben<, sagte der große Dramatiker Henrik Ibsen einmal, >heißt Gerichtstag halten über sich selbst.< In diesem Sinne ist Roches Roman ein erschütternder Beitrag zur Bekenntnisliteratur.« Focus »Der neue Roman der Fernsehmoderatorin Charlotte Roche lässt den Leser nach Luft ringen, so weit öffnet >Schoßgebete< den Blick in die kalten Abgründe der modernen menschlichen Existenz.« Handelsblatt »In der Tragikomik, mit der sie das macht, und vor allem, indem sie die Schraube unseres täglichen Wahnsinns von politisch korrekter Ernährung über die Ersatzreligion Umwelt, vom Alleswissen aus flachen Sachbüchern und Internet, von Ichzentriertheit und daraus abgeleiteten Formen des Zusammenlebens nur einen Tick weiterdreht, ist dieser Text ein Indikator für viel mehr als nur das, was explizit in ihm steht.« Freie Presse »Dieses Buch kann einen nicht unberührt lassen. Es plätschert nicht so vorbei, es zieht einen hinein. Mit einer Wucht, die selten ist ... Seine Sprache ist ebenso sensibel wie brutal, lakonisch wie kunstvoll komponiert ... Roche gelingt es mit >Schoßgebete<, was selten geworden ist: Sie liefert nach dem Kommerzerfolg ihres Debüts ein viel wichtigeres, schöneres Buch. Allein schon das ist eine Kunst für sich.« Nürnberger Nachrichten »>Schoßgebete< ist keine bloße Aneinanderreihung von Provokationen, sondern das hervorragend geschriebene Porträt einer jungen Frau, die vor allem eins will: gefallen.« dpa  

»Eine ehrliche, differenzierte und packende Auseinandersetzung mit der Frage, was eine gute Ehe ausmacht ... >Schoßgebete< wird jene, die den Bestseller >Feuchtgebiete< als Schocker ablehnten, positiv überraschen und die Fans des früheren Buches nicht enttäuschen ... Wer geglaubt hat, sie könne nur provozieren, aber nicht schreiben, wird staunen ... >Schoßgebete< will keine stilistische Meisterleistung sein, sondern seine Leser erreichen. Dass die Anliegen des Romans mit entwaffnender Einfachheit vorgetragen werden, sollte niemanden über deren Komplexität und Relevanz hinwegtäuschen. Charlotte Roche hat ein Buch geschrieben, das uns weit über die Lektüre hinaus bewegt und beschäftigt. Das lässt sich von manch einem literarischen Meisterwerk nicht sagen.« FAZ »Natürlich hat Charlotte Roche nicht die Sprache, mit der Jean Genet oder Josef Winkler über den Zusammenhang von Sex und Tod schreiben. Doch es gibt in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur keinen Autor, der so anschaulich und letztlich liebevoll über Sex schreiben kann ... Die umgangssprachliche Lässigkeit ihrer Rollenprosa setzt sie dabei mit hoher Präzision ein ... Nach diesem verflixten zweiten Buch muss Roche niemandem mehr etwas beweisen - höchstens, ob sie, wenn sie denn weiterschreiben will, in der Lage ist, auch einen nichtautobiografischen Stoff zu bewältigen.« Der Tagesspiegel »Wer den erwachsenen Nachfolger der >Feuchtgebiete< erwartete, wird enttäuscht sein, im positiven Sinn ... So ist Sex für die Protagonistin vor allem die Flucht vor den Dämonen im Kopf - aber keinesfalls der Grund, warum Roche ihr zweites und wesentlich reiferes Buch verfasst hat.« Abendzeitung »... ein verstörend schonungsloses Buch. (...) Das Buch der erst 33- Jährigen ist überraschend lebensweise Bittere Wahrheiten und saftige Stellen im Wechsel. Manchmal könnte man das Buch sogar für den Beginn einer neuen sexuellen Revolution halten.« Stern »Mit >Schoßgebete< hat Roche einen erstaunlich konservativen Sexroman geschrieben ... >Feuchtgebiete< hatte etwas Pubertäres, >Schoßgebete< ist ein erwachsenes Buch, das der klassischen Tragödiendefinition gerecht wird, >Furcht und Mitleid< zu erregen.« Die Zeit »Ein schreckliches Buch. Man muss es lesen.« FAS »Aber das Buch ist kein Roman. Es ist ein Manifest. Es richtet sich hauptsächlich an Frauen und fordert sie auf: Befreit euch von falschen Idealen! Und vor allem: Geh in Therapie!« NZZ am Sonntag »Weshalb die >Schoßgebete< mehr sind als eine Fortsetzung der >Feuchtgebiete<, weshalb sie ein ernst zu nehmendes, heutiges Buch sind, liegt an Roches Fähigkeit, das eigentliche Drama, das hinter dem Alltagsfilm läuft, einzublenden.« Deutschlandradio Kultur »Mit gnadenloser Genauigkeit schildert sie Schock, Schmerz, ihre Lust, Mitleid und - angesichts der Zudringlichkeit von Boulevardmedien - ihre Rachephantasien und Selbstmordpläne. Das Buch wird zu einem Seelenstriptease von beängstigender Radikalität. >Schreiben<, sagte der große Dramatiker Henrik Ibsen einmal, >heißt Gerichtstag halten über sich selbst.< In diesem Sinne ist Roches Roman ein erschütternder Beitrag zur Bekenntnisliteratur.« Focus »Der neue Roman der Fernsehmoderatorin Charlotte Roche lässt den Leser nach Luft ringen, so weit öffnet >Schoßgebete< den Blick in die kalten Abgründe der modernen menschlichen Existenz.« Handelsblatt »In der Tragikomik, mit der sie das macht, und vor allem, indem sie die Schraube unseres täglichen Wahnsinns von politisch korrekter Ernährung über die Ersatzreligion Umwelt, vom Alleswissen aus flachen Sachbüchern und Internet, von Ichzentriertheit und daraus abgeleiteten Formen des Zusammenlebens nur einen Tick weiterdreht, ist dieser Text ein Indikator für viel mehr als nur das, was explizit in ihm steht.« Freie Presse »Dieses Buch kann einen nicht unberührt lassen. Es plätschert nicht so vorbei, es zieht einen hinein. Mit einer Wucht, die selten ist ... Seine Sprache ist ebenso sensibel wie brutal, lakonisch wie kunstvoll komponiert ... Roche gelingt es mit >Schoßgebete<, was selten geworden ist: Sie liefert nach dem Kommerzerfolg ihres Debüts ein viel wichtigeres, schöneres Buch. Allein schon das ist eine Kunst für sich.« Nürnberger Nachrichten »>Schoßgebete< ist keine bloße Aneinanderreihung von Provokationen, sondern das hervorragend geschriebene Porträt einer jungen Frau, die vor allem eins will: gefallen.« dpa  
Charlotte Roche, 1978 in Lodon geboren, war Moderatorin u.a. für VIVA, 3sat und das ZDF und wurde mit dem Grimme-Preis sowie dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, "Feuchtgebiete", der mit seiner radikalen Offenheit eine gesellschaftliche Debatte auslöste. Charlotte Roche lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Köln.

Leseprobe zu "Schoßgebete" von Charlotte Roche

Dienstag (S. 3)

Wie immer vor dem Sex haben wir beide Heizdecken im Bett eine halbe Stunde vorher angemacht. Mein Mann hat ganz hochwertige Heizdecken gekauft, die reichen auf beiden Seiten vom Scheitel bis zur Sohle. Für mich muss man da etwas mehr investieren. Ich habe wahnsinnige Angst, dass so ein Ding anfängt zu glühen und ich nach dem Einschlafen bei lebendigem Leibe verbrenne oder am Rauch ersticke. Unsere Heizdecken schalten sich angeblich nach einer Stunde automatisch ab. Wir legen uns in das vierzig Grad warme Bett nebeneinander hin und starren an die Decke. Der Körper entspannt sich in der Wärme. Ich fange da schon an, tief zu atmen, und grinse in mich rein, in erregter Vorfreude. Dann drehe ich mich um und küsse ihn, meine Hand fährt sofort in seine XXL-Yogahose. Kein Reißverschluss oder so, wo sich Haare oder Vorhaut verfangen könnten. Erst fasse ich seinen Schwanz nicht an, sondern rutsche weiter in die Hose zu den Eiern. Die halte ich wie einen Beutel voll Gold und wiege sie leicht in der Hand. Ab hier betrüge ich meine männerhassende Mutter. Die hat versucht mir beizubringen, dass Sex etwas Schlechtes ist. Hat bei mir aber nicht gewirkt.

Tief einatmen und ausatmen. Das ist der einzige Moment am Tag, wo ich richtig durchatme. Sonst hab ich nur flache Schnappatmung. Immer auf der Lauer, immer kontrolliert, immer aufs Schlimmste gefasst. Beim Sex verändere ich komplett meine Persönlichkeit. Meine Therapeutin Frau Drescher meint, ich würde mich unbewusst abspalten, weil meine feministische Mutter mich zum asexuellen Wesen erziehen wollte. Und nur um sie nicht zu verraten, müsste ich im Bett jemand anderer werden. Das funktioniert sehr gut. Dann bin ich völlig frei. Mir ist nichts peinlich. Die Geilheit auf zwei Beinen. Ich fühle mich dann nicht mehr wie ein Mensch, eher wie ein Tier. Ich vergesse alle Pflichten und Probleme, bin nur mein Körper und nicht mehr mein anstrengender Geist. Ich rutsche langsam mit dem Gesicht in seinen Schritt. Und rieche seinen männlichen Geruch. Ich finde, der ist nicht sehr weit weg vom weiblichen. Wenn er sich nicht direkt vorm Sex geduscht hat, und wann macht man das schon, wenn man so lange zusammen ist wie wir, hat der eine oder andere Urintropfen schon angefangen zu gären zwischen Eichel und Vorhaut. Es riecht wie die Küche meiner Oma, nachdem sie auf dem Gasherd Fisch gebraten hat. Augen zu und durch. Es ekelt mich ein wenig, gleichzeitig aber erregt mich dieser Ekel.

Wenn ich schnell alles sauber gelutscht hab, riecht da nichts mehr. Wie eine Kuh ihr Kalb sauber leckt. Ich vergrabe mein Gesicht schnuppernd im weichen Hodensack, reibe meine Wange den hochgestreckten Schaft entlang. Steif wird er schon beim Küssen auf den Mund. Mein Mann Georg ist viel älter als ich, bin mal gespannt, wie lange das noch so gut funktioniert mit der Erektion. Ich küsse die Leisten, oder wie das heißt, wo die Beine am Rumpf festgewachsen sind. Spätestens da höre ich ihn leicht stöhnen und nach mehr verlangen. Im Moment geht es nur ums Bedienen. Ich überlege genau, welchen Rhythmus was haben muss, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Erst mal nur ärgern. Bei den Leisten bleiben, die Eier immer noch fest mit der Hand umschlossen. Vom Küssen langsam ins Lecken übergehen. Ich mache laute Schmatzgeräusche, damit er nicht nur fühlt, sondern auch hört, was ich da mache. Unter dem Sack ertaste ich die Verlängerung des Schwellkörpers, der bis zum Damm geht. Sagt man beim Mann überhaupt Damm? Dort ist eine Linie zu erkennen, die aussieht wie zusammengewachsene Schamlippen, ja, ja, alles das Gleiche. Eigentlich befriedige ich ihn, wie ich es gerne mag, ich stelle mir vor, er hätte eine Vagina. Nur eben so lang gezogen und rausstehend, weit rausstehend! Ich drücke fester auf den Sack und massiere den Schwellkörper dahinter.

Damit ich auch was davon habe, reibe ich meine Vagina an seinem Knie. Wenn ich etwas den Rücken wölbe, passt das zentimetergenau. Von den Leisten wandert meine Zunge langsam rüber zum Schaft. Ich lecke ihn komplett feucht und atme darauf, damit er an den feuchten Stellen die Kühle spürt.

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Kundenbewertungen zu "Schoßgebete" von "Charlotte Roche"

25 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.7 von 5 Sterne bei 25 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
 
(5)
***** sehr gut
 
(5)
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
 
(6)
***** schlecht
 
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Bewertung von Isabelle am 14.02.2012 ***** sehr gut
Sehr gutes Buch! Kann ich nur empfehlen

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Bewertung von Elisa aus Wahrenbrück am 02.01.2012 ***** weniger gut
Im Gegensatz zu "Feuchtgebiete" total langweilend...Es wird leichter Bezug auf Feuchtgebiete genommen, allerdings ist es nicht notwendig, es vorher gelesen zu haben. Meine Erwartungen wurden bei diesem Buch nicht erfüllt und ich hab mich geärgert, es gekauft zu haben. Schade!

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von esistwieesist aus Freiburg am 12.12.2011 ***** schlecht
Sehr einfach und primitiv geschrieben, aber nicht weil sie wirklich alles ohne Tabu anspricht ....ich persönlich war nach den ersten Seiten schon verärgert, mir dieses Buch gekauft zu haben!

6 von 12 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Aluna aus Baden-Württemberg am 05.12.2011 ***** schlecht
Ich bin eigentlich ein Charlotte-Roche-Fan, aber dieses Buch fand ich einfach nur öde, langweilig und langatmig. Es passiert eigentlich so gut wie gar nichts, es wird zwar immer wieder versucht ein paar Brocken Unterhaltung reinzuwerfen damit der Leser nicht gleich einschläft, aber wirklich interessant wird die Story deshalb trotzdem nicht. Für mich leider ein totaler Flop :(

9 von 16 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von schnuff aus Oberkotzau am 04.12.2011 ***** weniger gut
Habe mich auf dieses Buch eigentlich gefreut, da ich bei "Feuchtgebiete" nur lustige positive Bewertungen geben würde - wurde aber sichtlich enttäuscht! Dieses Buch ist etwas langweilig, eben nicht so witzig und man muss ja schon sagen detailliert geschrieben. Ständiges Psychogequatsche, Verlustängste, Liebe und gleichzeitiger Hass gegenüber der eigenen Mutter, wechselnde Zeitfolgen von Zukunft, dann Gegenwart dann wieder Vergangenheit......

Leider muss ich wirklich sagen: als so ein "Nachfolgebuch" von Feuchtgebiete - neeeeee!
Hatte mehr und vor allem was anderes erhofft.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: eBook

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Bewertung von eurola am 20.11.2011 ***** weniger gut
Im Verlgeich zum ersten Buch irgendwie langatmig und zäh. Einige Teile sehr unterhaltsam.

7 von 14 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Wolf H. aus Berlin am 17.11.2011 ***** gut
Das Buch ist in weiten Passagen zu langatmig und das Psychogramm zu sehr ausgewalzt. Weniger wäre mehr.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: eBook

5 von 12 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von FallenAngel0210 am 15.11.2011 ***** schlecht
Kein Vergleich zu Feuchtgebiete... Es dreht sich nach der Hälfte des ersten Kapitels nur noch um den Autounfall einer Familie, wobei Verwandte des Erzählers ums Leben kamen... Also hat das Buch mit dem eigentlichen Titel nichts mehr zu tun... Also Charlotte Roche hätte nach Feuchtgebiete besser kein weiteres Buch veröffentlicht!

10 von 18 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Lara15 aus Goslar am 10.10.2011 ***** weniger gut
Ich kann nicht verstehten wie man so eine Buch veröffentlichen kann. Ich fand es im
großen und ganzen langweilig.

14 von 29 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Natalia am 24.09.2011 ***** ausgezeichnet
nichts für Prüde! ich persönlich finde das Buch klasse sogar besser als das erste.
sehr nett geschrieben :)

22 von 33 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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