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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Mara
Danksagungen: 11 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 59 Bewertungen
Bewertung vom 29.07.2016
Dem Horizont so nah
Koch, Jessica

Dem Horizont so nah


ausgezeichnet

Eines vorweg: Eigentlich bin ich gerade"Bestseller-Büchern und Listen" gegenüber sehr misstrauisch und kann oftmals nicht wirklich nachvollziehen, wieso ein bestimmtes Buch dort landet ... So hatte ich auch keine allzu hohen Erwartungen bezüglich dieser Geschichte und habe aus reiner Neugier mal in die Leseprobe reingelesen ...
Wow! Zur eigentlichen Geschichte und deren Ausgang werde ich mich an dieser Stelle nicht äußern, da ich keinem Leser die Spannung verderben möchte und die vom Verlag zur Verfügung gestellte Zusammenfassung, sowie die für jeden einsichtige Leseprobe für sich sprechen. Nur soviel: Selten hat mich eine Geschichte so erreicht, wie die von Jessica, Danny und Tina. Was eigentlich ganz harmlos und seicht beginnt, entwickelt sich bald zum Sturm der Gefühle, man fieber mit, hofft und bangt, dass die "Sache" doch noch irgendwie "gut" ausgeht ... wie ein Roman eben. Wie die meisten Romane, denn das trägt zu Beruhigung bei ...

Der Fehler in diesem Fall ist vielleicht, dass es sich um das wahre Leben handelt, um eine wahre Geschichte! Und dass es dort, wie Danny es formuliert "kein Happy-End" gibt. Dennoch gibt es das ... wenn auch ganz anders, als man es erwartet.
Denn für Jessica ändert sich alles, ihr gesamtes Leben und auch der "Plan", den sie ursprünglich davon hatte ... Sie wird ein vollkommen anderer Mensch, erfährt neue Tiefen und erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben. Und das ist letztlich Dannys Vermächtnis.

An die Autorin, sollte sie diese Rezension lesen: Absolut mutig, dass Sie diese Dinge zu Papier gebracht haben. Großartig geschrieben, fesselnd, nachdenklich machend ... ich war dem Horizont noch nie so nahe (und den Tränen am Ende) ... Danke!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2012
Wolfsspuren
Askani, Tanja

Wolfsspuren


ausgezeichnet

Ein tolles Buch, empfehlenswert für alle Wolfsfans und solche die es werden wollen...und vielleicht auch für alle diejenigen, die immer noch behaupten, dass Hunde den Wölfen sehr ähnlich sind. Nach der Lektüre dieses Werkes muss man eindeutig sagen, dass die Evolution Grenzen gezogen hat und auch, dass man sehr gut überlegen sollte, ob man diese, etwa durch Rückzüchtung von Wolfshunden, unbedacht zurückdrehen oder überschreiten darf. Ein Wolf ist ein Wolf und ein Hund ein Hund, das sollte man akzeptieren, und ganz bestimmt eignet sich ein Wolf nicht als Haustier, wie die Autorin an dieser Stelle eindringlich erklärt!
Tanja Askani macht sehr deutlich und schildert mit großem Sachverstand und aus eigener Erfahrung heraus, was es bedeutet, ein "wilder" Wolf zu sein. Sie legt hierbei kein theoretisch anstudiertes Fachwissen zugrunde, sondern persönliche Erfahrungen und Erlebnisse, die sie mit diesen faszinierenden und für uns Menschen immer noch geheimnisvollen und mythischen Tieren hatte.
Die Episoden, wie Flocke, das Polarwölfchen sich entwickelt, die Erlebnisse im Umgang mit den Wölfen, die Beobachtungen im "eigenen" Rudel des Wildparks...sind viele ganz neue und faszinierende Einblicke in wölfisches Verhalten...ein Denkmal für diese wunderschönen und oftmals völlig verkannten Tiere, garniert mit fantastischen Fotographien. Absolute Kaufempfehlung...und sollte ich einmal in der Nähe des Parkes sein, findet man mich bestimmt unter den Besuchern!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2012
The New World

The New World


gut

Ein Film, an dem sich die Geister scheiden...man mag ihn, oder eben eher nicht. Ich liege mit meiner Bewertung (3 Sterne) im Mittelfeld.
Zum "Mögen"! Ich mag diesen Film, weil er wunderschöne Bilder zeigt, unberührte Landschaften, von der sogenannten "Zivilisation" noch nicht verdorbene Naturvölker, eine sehr einfühlsame und gefühlvolle Filmmusik hat und letztlich doch das Aufeinandertreffen der Kulturen in seiner ganzen Härte und Grausamkeit zeigt. Und das dann, im Gegensatz zu der sonst eher verträumten "Grundstimmung" des Films, sehr realistisch. Ja, so könnte es wirklich gewesen sein, als die "ignoranten" Europäer Nordamerika für sich entdeckten. Eine "Neue Welt" hingegen haben sie dort nicht aufgebaut, sondern statt dessen Hass, Tod und Verderben gebracht!
Zum "weniger Mögen"! Etwas weniger mag ich die Darstellung der Liebesgeschichte um Pocahontas und ihre beiden "Engländer", die Tatsache, wie man sie schließlich "zivilisiert" und auch, dass die wirkliche "Schuld" der Europäer an den Veränderungen in der Neuen Welt nicht hinreichend zur Sprache kommen. Historisch ist dieser Film eher ein Flop, dazu ist er letztlich dann zu "gekünstelt" bzw., wie ein Vorrezensent es ausdrückt, zu "künstlerisch".
Ja, ich denke, das wird es sein...der Regisseur hat versucht, ein von der realen Welt etwas abgehobenes Stück Filmgeschichte zu schreiben...auch eine Form, eine "Neue Welt" zu erschaffen...man mag es dann, oder eben weniger.
Wer hier einen historisch korrekten Film, eventuell sogar "Action" vermutet, wird bitter enttäuscht. Wer sich auf wunderschöne Bilder, Landschaften, untermalt von traumhafter Musik einlässt, wenige Dialoge, dafür aber Stimmen aus dem Hintergrund, der genießt den Film...
Wie schon einleitend bemerkt, ein Film, der die Meinungen auseinandergehen lässt, dennoch sehenswert und einprägsam.

Bewertung vom 26.03.2012
Julie von den Wölfen
George, Jean Craighead

Julie von den Wölfen


ausgezeichnet

Ein wirklich tolles Buch, unbedingt lesenswert!
Miyax/ Julie, ein dreizehnjähriges Inuitmädchen flieht aus der Kinderehe mit Daniel. Sie läuft in die arktische Tundra hinaus und verirrt sich, beinahe wäre sie verhungert, denn das Leben hier ist hart. Nur die Stärksten und Anpassungsfähigsten überleben, ein uralter Grundsatz der Natur, der in dieser Umgebung besonders gilt.
Aber Miyak hat viel von dem, was man für ein Überleben benötigt, von ihrem Vater Kapugen gelernt, und so findet sie einen Weg...sie sucht die Nähe eines Wolfsrudels, beobachtet die Tiere genau und lernt, sich mit ihnen zu verständigen. Als der Anführer des Rudels sie schließlich akzeptiert, teilen die Wölfe ihre Jagdbeute mit ihr.

In diesem Jugendbuch erfährt man sehr viel...über Wölfe und ihr Verhalten, über die Arktis, die Tier und Pflanzenwelt dort und auch, wie die dort ursprünglich lebenden Menschen, die Inuit, es geschafft haben, hier zu (über)leben.

In diesem Zusammenhang kommt es einem dann auch ein wenig komisch vor, wenn in der Geschichte über ein Forschungslaboratorium berichtet wird. Die Blassgesichter, wie die Inuit die Weißen nennen, studieren dort die Arktis. Aus aller Welt kommen Wissenschaftler dorthin, um die Welt des Ewigen Eises zu erforschen. Man weiß schon eine ganze Menge über das Leben bei polaren Temperaturen...
Wirklich? Wenn man nur einige Seiten vorher im Buch erfahren hat, wie genau die Ureinwohner ihre Umgebung, ihren Lebensraum "erforscht" haben. Wie es selbst ein dreizehnjähriges Mädchen, ohne Hilfe anderer Menschen schafft, dort zu überleben. Welche genaue Beobachtungsgabe dazu gehört, die Dinge und Zusammenhänge zu verstehen (etwa wenn Miyak weiß, dass es Lemminge nur in gewissen Zyklen gibt, etc.)
Ein tolles Buch, mit sehr viel Fachwissen über die arktischen Bewohner, geschrieben, welches wieder einmal deutlich macht, wie wenig wir Blassgesichter wirklich von der Welt verstehen!
Einziger, winziger Kritikpunkt in diesem Fall wäre, dass hier im Zusammenhang mit den Inuit über "Eskimos" gesprochen wird. Diese Bezeichnung ist heutzutage sicher nicht mehr zeitgemäß. Gut, das Buch wurde bereits in den siebziger Jahren erstmals veröffentlicht, aber solche "Fehler" hätte man bei einer Neubearbeitung vielleicht entfernen können!
Noch eine kurze Anmerkung...der Stil, in dem dieses Buch geschrieben ist, wirkt vielleicht zunächst etwas ungewohnt. Man benötigt einige Seiten, um "hereinzukommen". Aber es lohnt sich wirklich, unbedingt weiterlesen!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.03.2012
Rico, Oskar und die Tieferschatten / Rico & Oskar Bd.1
Steinhöfel, Andreas

Rico, Oskar und die Tieferschatten / Rico & Oskar Bd.1


ausgezeichnet

Also eigendlich habe ich dieses Buch gar nicht für mich, sondern für meine Tochter gekauft...es soll als Schullektüre in ihrer sechsten Klasse (Gymnasium) gelesen werden, und ich bin bereits jetzt sehr gespannt, wie ihr Kommentar dazu lauten wird!
Na ja, wie der Zufall es will...Mutter muss das Buch besorgen, liest die ersten Seiten und bleibt hängen. Etwas, was mir noch nie vorher bei einer "Schullektüre" passiert ist. Habe die gesamte Geschichte an einem Nachmittag gelesen und kann nur wiederholen: genial!
Nun, über die Handlung wurde von anderen Rezensenten an dieser Stelle bereits einiges geschrieben...Forrest Gump für Kinder und Jugendliche, in einer Sprache, die einfach phänomenal ist. Locker und flockig erzählt, aus der Sicht eines "tiefbegabten" Kindes. Ricos Erklärungen der Welt um ihn herum sind wunderbar, treiben einem manchmal einfach nur die Lach-Tränen in die Augen ...manchmal muss man auch einen Moment überlegen, bevor man es erfasst. Und dann das absolute Gegenstück zu Rico..sein Freund Oskar. "Hochbegabt", also unheimlich schlau, aber ebenso einsam und lebensuntüchtig...eine tolle Paarung, eine wundervolle Geschichte über eine Freundschaft unter Aussenseitern, die am Ende sogar noch sehr spannend ist, als Oskar entführt wird und Rico sich als Detektiv versucht.
Ich will an dieser Stelle nicht mehr verraten, einfach kaufen und selbst lesen. Es ist ein Vergnügen, ein Spiel mit der Sprache und ein besonderer Blick auf diese Welt und ihre Bewohner. Für alle Kinder ab etwa zehn, elf Jahren, auch und besonders für Erwachsene, denen viele Situationen seltsam bekannt vorkommen mögen. Absolute Kaufempfehlung!
Ach ja, weil man kritisieren könnte, dass Kinder diese Art von Geschichte noch nicht verstehen, ihnen manche Zusammenhänge fehlen ...ich denke, das ist genau so, wie es auch mit den zahlreichen animierten Filmen von Pixar, Dreamworks o.ä. funktioniert. Es gibt immer verschiedene Ebenen des Verstehens. Die Kinder werden ihren Spass haben, Erwachsene lachen dann eben an anderen Stellen!

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.02.2012
Wölfe
Zimen, Erik

Wölfe


ausgezeichnet

Wer könnte sich dieses Themas besser annehmen, als der leider inzwischen verstorbene Erik Zimen?
Seine früheren Bücher "Der Wolf" und "Der Hund" sind Standardwerke zu diesem Thema und auch für junge Leser findet er die passenden Erklärungen...
Toll aufgemachtes Buch, klare Strukturierung, reich bebildert (sowohl Fotos, als auch farbige Zeichnungen) und sehr verständlich vermitteltes Wissen. Ein großes Kompliment an den Autor und eine klare Kaufempfehlung für alle Wolfsliebhaber und solche, die es werden wollen. Auch und sicher besonders geeignet als begleitendes Buch im Unterricht (Biologie oder auch Sachkunde an Grundschulen). Und vielleicht führt das hier vermittelte Wissen dann dazu, dass wir endlich bereit sind, den Wölfen freundlicher und verständnisvoller zu begegnen, als dies bisher geschehen ist. Es wäre wünschenswert!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.