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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Mara
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Bewertungen

Insgesamt 59 Bewertungen
Bewertung vom 27.01.2012
Geronimo
Adams, Alexander

Geronimo


ausgezeichnet

Wieder einmal Geronimo könnte man denken, was gibt es da noch groß Neues zu berichten?
Nun ja, viel Neues habe auch ich nicht erfahren, denn immerhin beschäftige ich mich schon eine geraume Zeit mit diesem Thema. Aber so, wie es hier dargeboten wird, verdient es durchaus eine Erwähnung.
Vielleicht ist das Ganze der Herkunft des Autors geschuldet( Journalist, FBI Agent, Vizepräsident zweier Banken etc.), oder einfach eine natürliche Begabung...aber ich habe selten ein so unterhaltsames "Geschichtsbuch" gelesen. Und dabei folgt es sehr genau dem, was man in den diversen historischen Quellen finden kann. Nur ist es Alexander B. Adams dabei gelungen, den Text sehr geschickt mit Informationen zu spicken und dabei fast so etwas wie einen Roman entstehen zu lassen. Er beschränkt sich bei seiner Biographie Geronimos auch nicht alleine auf diesen, sondern arbeitet im Grunde die komplette Geschichte der Apachenkriege ab, zumindest was den Zeitraum ab etwa 1800 angeht...bis zum Ende der Auseinandersetzungen.
Und, was mich dann eher an den Journalisten, als an einen Geschichtsbuchautor denken lässt, er geht in seinen Kommentaren zu den damaligen Geschehnissen mit seinen amerikanischen Landsleuten ziemlich hart ins Gericht.
Recht hat er zweifellos, aber es dann auch so niederzuschreiben erfordert sicher ein wenig Mut, zumal das Buch erstmals 1971 erschien, zu einer Zeit also, als das AIM (American Indian Movement) gerade aktiv wurde. Aber vielleicht ist das dann auch kein Zufall? Ich kann diese Lektüre nur empfehlen, sehr unterhaltsam, gut und flüssig zu lesen, deshalb auch fünf Sterne!

Bewertung vom 27.01.2012
An Apache Campaign in the Sierra Madre
Bourke, John G.

An Apache Campaign in the Sierra Madre


ausgezeichnet

Dieses Buch, ein Nachdruck veschiedener Artikel, welche bereits im Jahre 1885 in einer amerikanischen Tageszeitung veröffentlicht wurden, beschreibt sehr gut und natürlich aus der Sicht dieser Zeit einige Ereignisse, die sich schon im Jahre 1883, bei der Flucht eines Teils der Chiricahua-Apachen aus dem Gebiet der ihnen zugewiesenen Reservation ereigneten.
Die Indianer verübten Überfälle und töteten auf ihrem Weg nach Mexiko, mehrere weiße Siedler der Region, also schickte man, wie zu dieser Zeit üblich, die Armee, um ihnen Einhalt zu gebieten.
Leiter der Truppen war General Crook, welcher bereits über viel Erfahrung im Krieg gegen diesen Stamm verfügt, John G. Bourke,der Verfasser des Buches, diente unter seinem Kommando.
Beeindruckend an diesem nicht allzu ausführlichen Bericht des Feldzuges, sind vor allen Dingen die genaue Beschreibung des damaligen Vorgehens, die recht detailierten Schilderungen der beteiligten Apache-Scouts, Anmerkungen über die Apachen, ihre Kultur, Lebensweise und auch Bekleidung und Bewaffnung. Natürlich war Bourke in diesem Fall nicht nur (neutraler) Beobachter, sodass er manche Dinge sicher von seinem Standpunkt aus beurteilt, dennoch ist zu erkennen, dass er ein recht großes Verständnis, manchmal sogar so etwas wie Sympathie für seine "Gegner" aufbringt, auch wenn es natürlich seine Aufgabe ist, gegen sie in den Kampf zu ziehen.
Aus meiner Sicht ein unverzichtbares historisches Dokument, unbedingt empfehlenswert, wenn man mehr über die Geschichte der Apachenkriege des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts wissen will.

Bewertung vom 08.12.2011
Aurora Crossing: A Novel of the Nez Perces
Schlesier, Karl H.

Aurora Crossing: A Novel of the Nez Perces


ausgezeichnet

Dies ist die Geschichte des letzten Kampfes der Nez Percé, eines Indianerstammes, der eigentlich niemals einen Krieg mit den Weißen geführt hatte...solange nicht, bis man diesen Menschen keine Wahl ließ. Schon früh hatte ein Teil dieses Volkes Verträge geschlossen, ein Reservat akzeptiert. Ein anderer Teil lebte noch in der alten Weise, außerhalb der von den Weißen festgelegten Reservatsgrenzen, aber auch sie blieben friedlich, suchten keine Auseinandersetzung.
Auch als ihnen im Jahr 1877 durch die Generäle der US-Armee mitgeteilt wurde, dass sich bis zu einem bestimmten Termin alle Nez Percé auf dem Gebiet des Reservate ansiedeln sollten, gaben die Anführer zunächst nach, wollten einen bewaffneten Konflikt vermeiden. Wahrscheinlich wäre es auch nie dazu gekommen, hätten nicht einige der jungen Männer bei einem Überfall, Weiße getötet...in der Folge dieses Zwischenfalls kam es zu den Ereignissen, die Karl H. Schlesier in diesem Buch schildert. Es handelt sich um einem Roman, einige der darin erscheinenden Personen sind fiktiv, aber die Handlung und der Verlauf der Flucht des Stammes der Nez Percé, wurden mit großer Genauigkeit recherchiert, Schilderungen der Gebräuche dieses Volkes immer wieder geschickt in die Handlung eingewoben.
Die Hauptperson dieser Geschichte ist der achtzehnjährige Seton, ein Halbblut, dessen Mutter eine Nez Percé war, der Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hat, ein Weißer. So kennt der junge Mann beide Seiten...die Welt der Weißen, in der er einige Zeit gelebt hat und die des Volkes seiner Mutter, bei dem er zu Beginn der Erzählung lebt, und dem er sich zugehörig fühlt.
Dem Autor ist es gelungen, das Leben und Denken der Nez Percé, aber auch das ihrer weißen Gegner, sehr gut darzustellen. Man beginnt schnell zu verstehen, welche Beweggründe die Indianer dazu veranlassten mit ihrer gesamten Habe, ihren Familien und vielen tausenden von Pferden eine aberwitzige Flucht von nahezu 2900 Kilometern zu wagen, immer dicht gefolgt von Truppen der US-Armee, denen sie im Verlauf dieser Zeit mehr als einmal eine empfindliche Niederlage beibrachten. Und das, obwohl sie den Weißen zahlenmäßig unterlegen waren. Besonders tragisch ist es am Ende, dass diese Flucht in die Freiheit, nach Kanada, nur wenige Kilometer südlich der Grenze endet...die Nez Percé müssen aufgeben und werden später als Kriegsgefangene in Reservationen gesprerrt. Ihre alte Heimat haben sie für immer verloren.
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Bewertung vom 06.10.2011
Indianer / memo - Wissen entdecken Bd.18

Indianer / memo - Wissen entdecken Bd.18


ausgezeichnet

Ich muss vorausschicken, dass ich diese Serie bislang noch nicht kannte, erst durch die Möglichkeit online einen "Blick ins Buch" zu werfen, wurde ich aufmerksam.
Kein Abklatsch von "Was ist was" oder ähnlichen Reihen, nein, etwas deutlich anderes! Bilder, Bilder, Bilder!
Ich war und bin begeistert, denn so etwas fehlte mir bislang in meiner Indianerbibliothek. Hier wird wirklich nahezu jedes Volk Nordamerikas abgehandelt, jeder Region mindestens eine Doppelseite gewidmet. Einfach klasse, denn so hat man, wenn man sich für die verschiedenen Indianervölker interessiert auch gleich das passende Bild bezüglich Waffen, Kleidung, Alltagsgegenstände etc. vor Augen. Und das in einem Umfang und zu einem Preis, der seinesgleichen sucht. Wirklich empfehlenswert, für alle Indianerfreunde oder solche, die es werden wollen. Und...vielleicht ein Geheimtipp für Lehrer, die das Thema in ihrem Unterricht behandeln!

Bewertung vom 20.09.2011
Barfuß durch das Horn von Afrika
Natiwi, Luisa

Barfuß durch das Horn von Afrika


ausgezeichnet

"Sie sollen aussehen wie Menschen, nur ganz weiß, das hat mir Großmutter einmal erzählt."
In diesem Buch schildert die Autorin Luisa Natiwi Begebenheiten aus ihrer eigenen Kindheit, in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Sie wächst als Tochter eines Clanführers und dessen sechster Frau inmitten ihres Volkes, der Karamojong , eines Nomadenvolkes im Nordosten Ugandas auf.
Sie berichtet darin über ihr Leben innerhalb des Clans, die anderen Clanmitglieder, ihre Erlebnisse in den Weiten der Steppe, über die Tiere, die man dort antrifft und auch über die ersten Begegnungen mit weißen Menschen, Missionaren, die in der Nähe ihres Dorfes leben.
Dieses wunderbar geschriebene Buch, welches man sowohl für Kinder ab etwa zehn Jahre, als auch für "etwas" größere Kinder empfehlen kann, schildert all das aus der Sicht des Mädchens Natiwi, welche zu Beginn etwa vier Jahre alt ist und im Laufe der Geschichte dann heranwächst. Natiwi begleitet uns unwissende Europäer durch ihren Alltag, erklärt Bräuche ihres Volkes, beschreibt, welche Nahrungsmittel angebaut und gegessen werden, wie man sich um die Tiere kümmert, welche Aufgaben jedes Clanmitgleid hat, wie eine Geburt vorbereitet wird, wie man heiratet und wie man bestattet wird. Die enge Verbindung der Menschen zu ihrer Umwelt und den Mitgeschöpfen wird hier klar, der Wert des lebenserhaltenden Wassers deutlich!
Und auch die Konflikte, die dadurch auftreten, dass man zunehmend in Kontakt mit fremden Menschen und Bräuchen kommt...so gibt es innerhalb des Clans schon bald unterschiedliche Ansichten darüber, wie man mit diesen "Fortschritten" umgehen soll.
Ein tolles Buch, sehr zu empfehlen, für alle, die sich ein wenig für Afrika und seine Menschen interessieren und zugleich ein tiefer Einblick in eine Nomadengesellschaft, den selbst ein Ethnologe nicht besser hätte geben können. Und das alles in einer wundervollen, auch für Kinder verständlichen Form...absolut lesenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.08.2011
Geronimo: Young Warrior
Stanley, George E.

Geronimo: Young Warrior


ausgezeichnet

Leider, leider, so muss ich es wohl ausdrücken...gibt es fast kein vergleichbar gutes Kinderbuch dieser Art in deutscher Sprache. Bisher kannte ich diese englischsprachige Serie noch nicht, die in verschiedenen Büchern die Jugendzeit berühmter geschichtlicher Persönlichkeiten darstellt. Aus Neugier erwarb ich dann diesen Band, der die Kindheit und Jugend Geronimos, des berühmten Anführers der Apachen schildert. All das in Form einer netten Erzählung, genau richtig für Kinder ab etwa neun bis zehn Jahren. Und dabei, soweit ich das beurteilen kann, historisch fast immer korrekt. Geschildert wird das Heranwachsen des Jungen Goyahkla, aus dem in späteren Jahren dann der berühmte Geronimo werden soll, sein Zusammenleben mit seiner Familie, mit Freunden, seine Ausbildung zum Krieger, Jagdgebräuche der Apachen zur damaligen Zeit...kurz gesagt, alles, was ein Kind in Hinblick darauf interessieren wird. Wie gesagt...ein wirklich tolles, empfehlenswertes Buch. Meiner Meinung nach auch für deutsche Kinder gut lesbar, wenn man etwa zwei bis drei Jahre Schulenglich voraussetzt...nur Mut hierzu, es lohnt sich!