Der alte König in seinem Exil - Geiger, Arno

Arno Geiger 

Der alte König in seinem Exil

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Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 188 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23634
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 133mm x 23mm
  • Gewicht: 328g
  • ISBN-13: 9783446236349
  • ISBN-10: 3446236341
  • Best.Nr.: 32513712

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Dieses Buch kann eine Menge. Zum Beispiel lehrt es den Rezensenten Franz Haas mit aller Bescheidenheit das Glück eines intakten Gedächtnisses. Oder es erzählt leise absurde Szenen aus dem Leben ohne Gedächtnis. Beides zusammen, der Blick auf die Krankheit und der Blick auf das eigene (noch) unversehrte Leben, den heilen Körper, den funktionierenden Geist, macht für Haas den besonderen Reiz des Buches von Arno Geiger aus, der seinen Vaters auf dem Weg in die Demenz begleitet. Über das Taktvolle und die Einfachkeit des Textes ist der Rezensent froh. Und dass zum Peinvollen auch etwas Tröstliches kommt, wenn manche Stelle im Buch ihm auch ins Gebein fährt. Alles ist Bericht und nicht Fiktion, weiß Haas, ist Umwertung der Werte aus einer besonderen Erfahrung, die er dankbar ist, als Leser mit dem Autor zu teilen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.02.2011

Wenn einer nichts weiß und doch alles versteht

Arno Geiger hat ein Buch über seinen dementen Vater geschrieben. Vor allem aber handelt "Der alte König in seinem Exil" vom guten Leben. Es ist die wertvollste Lektüre des Frühjahrs.

Hier sind einige Dinge, die ich über August Geiger weiß. Geboren 1926 als drittes von zehn Kindern, lebt der Dreiundachtzigjährige seit einem knappen Jahr in einem Pflegeheim im österreichischen Wolfurt, seiner Heimat. Er ist der Vater von Peter, Helga, Werner und Arno. Sein jüngstes Enkelkind heißt Eva. Seine Frau hat sich vor vielen Jahren von ihm getrennt, aber sie haben sich nie scheiden lassen. Wenn sie ihn besucht, schneidet sie ihm die Haare. Mit siebzehn war August im Krieg, mit achtzehn kam er an die Ostfront. In russischer Kriegsgefangenschaft erkrankte er an der Ruhr und magerte bis auf die Knochen ab. Als Junge, vor der Einberufung, hätte er gern Elektromechanik studiert; er war immer sehr geschickt mit den Händen. Später wurde er dann Beamter in der Gemeindeverwaltung. Er hat eine Frau gefunden, ein Haus gebaut, eine Familie gegründet. Sein Lieblingsroman war "Robinson Crusoe". Rituale sind ihm schon …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.02.2011

Die Krone des Sohnes
Falsche Idylle: Arno Geiger hat ein rührseliges Buch über seinen demenzkranken Vater geschrieben
Sehr unterschiedliche Autoren haben die Alzheimerkrankheit ihrer Väter literarisch verarbeitet, mal anklagend, mal klinisch und mal romantisierend. Tilman Jens’ Buch „Demenz“ war eine Abrechnung mit seinem Vater Walter, dem er vorwarf, er habe sich aus Scham über seine Mitgliedschaft in der NSDAP in die Demenz geflüchtet. Jonathan Franzens Essays „Das Gehirn meines Vaters“ war der Versuch, „die individuelle Einzigartigkeit von Earl Franzen vor der Generalisierung durch einen benennbaren Befund zu schützen“. Und Martin Suters Kriminalroman „Small World“ war eine poetische Wiedergutmachung für die Ungerechtigkeit des Lebens.
Nun hat auch Arno Geiger ein Buch über seinen dementen Vater geschrieben, ein Buch, das auf eine Gattungsbezeichnung verzichtet und gegen Ende immer mehr ausfranst, als habe Geiger den Verlauf der Krankheit in der Struktur des Buches nachbilden wollen. Mit der offenen Form scheint Geiger auf den ersten Blick seinen Respekt vor dem Vater zu bezeugen, dessen Geschichte öffentlich zu machen den Sohn mit …

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"Ein taktvolles, filigranes und fabelhaft einfaches Buch, ein Monument für einen Lebenden. ... 'Der alte König in seinem Exil' ist nicht nur ein berührendes Buch, es ist auch eine glänzende Zwischenbilanz des Autors und manches mehr - Familiengeschichte, Kindheitserinnerung und Autobiografie, Dorfchronik und Weltbetrachtung." (Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung, 09.02.11)

"'Der alte König in seinem Exil' ist nicht nur ein berührendes 'document humain', sondern auch ein Kunstwerk. Denn es ist eine Kunst, das Persönliche nicht als Privatsache zu behandeln, sondern exemplarisch zu gestalten. ... Vor allem ist dieses Buch eine Liebesgeschichte. Sie beschreibt eine Nähe, die aus der Bereitschaft hervorrührt, sich ganz auf die Welt des Vaters einzulassen." (Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 08.02.11)

"Arno Geiger hat ein sehr schönes, ganz und gar unsentimentales Buch über die Demenzerkrankung seines Vaters geschrieben. ... "Der alte König in seinem Exil" ist ein grandios gelungenes Buch." (Denis Scheck, ARD druckfrisch, 27.02.11)

"Taktvoll, filigran, aber auch sehr lebendig und oft sogar komisch beschreibt er das sich verändernde Leben mit seinem Vater - und seine sich verändernde Sichtweise, die nicht nur den Vater, sondern auch das eigene Leben betrifft."
Annette Stolz, Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln 02.11.2012

»Taktvoll, filigran, aber auch sehr lebendig und oft sogar komisch beschreibt er das sich verändernde Leben mit seinem Vater - und seine sich verändernde Sichtweise, die nicht nur den Vater, sondern auch das eigene Leben betrifft.« Annette Stolz, Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln 02.11.2012
Arno Geiger, geboren 1968 in Bregenz, Vorarlberg, wuchs in Wolfurt/Österreich auf. Er studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Seit 1993 ist er freier Schriftsteller. 1986 - 2002 war Arno Geiger im Sommer auch als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen tätig. 1996 und 2004 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. 2008 wurde Arno Geiger mit dem "Johann-Peter-Hebel-Preis" geehrt und 2011 mit dem "Friedrich Hölderlin-Preis" für sein bisheriges literarisches Werk sowie mit dem "Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2011" ausgezeichnet. 2012 erhielt er den "Literaturpreis der Österreichischen Industrie - Anton Wildgans".

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Kundenbewertungen zu "Der alte König in seinem Exil" von "Arno Geiger"

7 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.9 von 5 Sterne bei 7 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Norah aus Freising am 18.01.2013 ***** ausgezeichnet
Als meine Mutter mir erzählte, draussen im Garten sitzen Männer auf den Bäumen, wusste ich noch nicht was auf sie und uns zukommen würde. Sie war in Taufkirchen in der Psychiatrie und wurde mit Medikamenten "eingestellt". Ein Wort dass ich nicht kannte und ablehnte. Nicht meine Mutter, sie hat nie viel Medikamente genommen. Was ist nur los mit ihr? Demenz, Ahlsheimer usw. alles Worte die ich nicht akzeptierte, auf die Seite schob. Nicht meine Mutter. Nun, sie ist
jetzt in einem Seniorenheim, fühlt sich mehr oder weniger wohl dort, geht alleine spazieren und findet auch wieder zurück. Noch immer meine ich "nicht meine Mutter”. Mit 92Jahren müssen wir allerdings doch damit rechnen, dass sie eines Tages total abtrifftet, sich ausblendet, uns vergisst und in ihrer eigenen Welt leben will oder muss. Dieses Buch hilft mir gerade einiges zu verstehen und ich muss leider lernen: Auch meine Mutter. Das tut weh.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig am 25.11.2011 ***** sehr gut
Die eigene Herkunft, die eigenen Erfahrungen bestimmen, wie wir ein Buch lesen. Eine Binsenweisheit? Ja, aber wahr.

Meine Mutter hat seit Jahren Demenz. In den 47 Jahren, die ich sie mittlerweile kenne, war sie nie so glücklich wie in diesen letzten Jahren. Sie hat das Negative vergessen. Sie lebt hier und jetzt. Und hier und jetzt erfährt sie Achtung, Liebe, menschliche Wärme, Essen und Trinken - das ist, was sie braucht, um glücklich und in Würde zu leben. Mit dieser Erfahrung gesegnet, finde ich Arno Geigers Erzählung über seinen demenziell erkrankten Vater und seine pflegende Familie ganz wunderbar. Geiger schildert die unverbrüchliche Menschenwürde. Er zwingt uns literarisch, Würde wahrzunehmen, auch wenn sie nicht im schönen und wohlhabenden Gewande daher kommt. Unbedingt lesenswert für jeden, der mit Demenzpatienten umgehen darf oder muss.

Hanser Verlag 2011

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Bewertung von m.w.ling aus Nordhorn am 23.08.2011 ***** ausgezeichnet
ARNO GEIGER schuf eine dynamisch-zarte Suite voller Empathie über Wiedergeburt der Freundschaft und über selbst geschaffene Achtsamkeit. Sein Werk machte mir Mut zu Geduld, Gelassenheit, Frohsinn beim neugierigen Erkunden einer geheimnisvoll-poetischen Sprache. In tiefer Dankbarkeit - m.w.ling

6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Karthause am 19.05.2011 ***** ausgezeichnet
Es ist ungemein schmerzhaft, mitzuerleben, wie ein Vater ins Vergessen sinkt und auch seine Kinder nicht mehr erkennt. Für Arno Geiger ist dies Anlass, offen über die Krankheit, aber auch über seine Familie zu schreiben. Er nutzt die Gelegenheit, das Leben seines Vaters aufzuarbeiten, erzählt aus dessen Leben, von den Höhen und Tiefen der väterlichen Krankengeschichte, sehr warmherzig von schweren, aber notwendigen Entscheidungen, die die Familie treffen musste und von dem schlechtem Gewissen der Angehörigen dem Kranken gegenüber. Durch diese Auseinandersetzung mit der Krankheit, dem Vater und letztlich mit sich selbst, kommen sich Vater und Sohn wieder näher, sie lernen einander auf eine andere, freundschaftliche Weise neu kennen. Geiger erzählt viele Geschichten und Anekdoten, anhand derer sich der Leser ein eigenes Bild vom Menschen August Geiger machen kann. Er ist nicht ohne Fehler, aber er ist wohl das, was man einen guten Menschen nennt. Obwohl der Leser deutlich spürt, die Krankheit hat den Vater voll im Griff, wirkt dieses Buch nie mitleidhaschend oder gar weinerlich geschrieben, sondern eher unterhaltend und erstaunlich leicht. "Der alte König in seinem Exil" habe ich trotz der ernsten Thematik von Beginn an genossen. Besonders beeindruckt bin ich wieder von Geigers Einfühlungsvermögen und der Art wie es ihm gelingt, mit Worten Emotionen zu transportieren. Das Buch verströmte für mich von der ersten Seite an eine große Ruhe und Wärme und obwohl er das Schicksal des Vaters der Öffentlichkeit preisgab, hat er ihm seine Würde belassen und ihn nie bloß gestellt.

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Bewertung von Margarete Noack aus Berlin am 10.05.2011 ***** ausgezeichnet
Ich war neugierig genug das Buch in die Hand zu nehmen. Es zeigt einen alten Mann, der seinen Weg durch wuchernde Blätter geht, langsam ein wenig verloren, suchend, wie Robinson Crusoe, ohne die Kraft der Jugend, ohne einen Freund.
Schaut man zu lange darauf spürt man den Druck des aufstrebenden Grüns, wie es den Wanderer einschließen will. Der Mann scheint es nicht zu bemerken. Unbeirrt läuft er weiter. Ich denke: Jemand sollte ihm den Weg frei machen, damit er nicht verloren gehen kann.

Arno Geigers Buch „ Der alte König in seinem Exil“,
ein Bestseller. Leicht liest es sich, leicht und originell, sind die Dialoge zwischen Vater und Sohn, jeweils am Beginn eines Abschnitts der 188 Seiten, oder im biographisch, erzählten Text eingestreut. Leicht kommt es daher und wird wohl darum gern angenommen, gelobt. Es ist Lebensgeschichte des an Demenz erkrankten Vaters.

Demenz, eine Bedrohung, die ein Markenzeichen des „zu lange lebenden Menschen“ geworden ist, die eine Sozialindustrie entstehen lässt und dem Arbeitsmarkt dient.
Demenz, ein Aufruf an den Leser das eigene Leben zu reflektieren!
Arno Geiger ließ sich Zeit, um das Bild seines Vaters zu zeichnen, ein Vater, der dem Leben nie auswich, sondern zupacken konnte, zupacken als würde es immer so weiter gehen, kraftvoll im Alleingang neben seiner jungen Frau, der Mutter seiner Kinder.
Familie war ihm wichtig. Er brauchte sie für seine Geborgenheit. Wie viele andere, der vom 2. Weltkrieg Traumatisierten, hatte er in der Erinnerung an Ausgeliefertsein und Ohnmacht, das Gefühl für Geborgenheit und Vertrauen verloren.
„Meinen Eltern, so Arno Geiger ( S. 81), war vor der Hochzeit nicht in den Sinn gekommen, was passiert, wenn zwei unterschiedliche Vorstellungen vom Glück aufeinandertreffen. Die Zutaten vom möglichen Glück brachten beide mit. Doch bei näherer Betrachtung...“
Später auf S. 88 / 89:
„Wenn jemand wissen wollte: „Wo ist Papa?“ /Hieß es meistens: / „Vermutlich in der Werkstatt.“ /
„Was tüftelt er wieder aus?“ / „Irgendeinen Blödsinn.“

Sie fühlten sich trotz des Vaters Abwesenheit, wenn auch nur in seiner Werkstatt, gestört.
Dann gesteht der Sohn:
„Sogar meine anfänglichen Gefühle, als der Vater krank wurde, folgten diesem Muster – ich dachte, ich möchte nicht, dass sich der Vater mittels einer Krankheit in die Abwesenheit zurückzieht und gleichzeitig aus der Abwesenheit heraus mein Leben beeinträchtigt...“
S. 89

Geiger beschreibt es als ein anfängliches Gefühl, das sich ihm aufdrängte. Was aber, wenn es nicht erforschtes Wissen ist? Mit Tilman Jens, der in seinem Buch „Demenz“ seine Gedanken öffnete, ging man sehr empört um.
Arno Geigers Buch entgeht dieser Kritik. Sein Buch über den Vater, ist eine biografische Skizze, die an den Kreislauf des Lebens erinnert, an Kommen und Gehen, vom aneinander vorbeisehen.
Die junge Frau verlässt den Vater.
„Nach vielen Jahren der Trennung und der Selbständigkeit hat ihm seine Frau die missglückte Ehe verziehen.“ S.186
Durch die Diagnose, Demenz, wird der Vater gezwungen seine Selbstbehauptung aufzugeben, sich anzupassen, um vielleicht Frieden zu finden.
Er bleibt ein einsamer König, der mit seinem Überlebensmuster im Altenheim angekommen ist.

„Im Altenheim“, so der Sohn,“ ist nicht mehr viel zu erwarten - kleine Annehmlichkeiten -lachende Gesichter - herumstreichende Katzen- ein gelungener Scherz - . Mir gefällt es, dass die Menschen, die hier wohnen, aus der Leistungsgesellschaft befreit sind. S.187
So also ist das Paradies für das Alter, frage ich mich nachdenklich.
Wer die neu gefundene Zuneigung eines Sohnes zu seinem Vater spüren will, sollte an einer Lesung Arno Geigers teilnehmen.
Jede noch so gut gemeinte Rezension verblasst, wenn der Sohn selbst von seinem Vater erzählt.
„Der alte König in seinem Exil“, eine Geschichte vom Sohn, vom Zeithaben, Zuhören, wenn der andere seine Geschichte erzählt und sie so vor dem Verlorengehen bewahrt wird.
© Margarete Noack

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Bewertung von Blaubär X aus Köln am 06.05.2011 ***** ausgezeichnet
Hier wird sehr eindrucksvoll ein Älterwerden mit der Alzheimer-Krankheit beschrieben, und zwar aus der Perspektive des Sohnes, der sich um seinen pflegebedürftigen Vater kümmert.
Mir hat das Buch gut gefallen, da der Vater in seiner Persönlichkeit vorgestellt wird, und nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt steht. Der Sohn lernt den Vater eigentlich erst durch die Krankheit richtig kennen. Man erfährt, dass ein Leben mit Alzheimer immer noch Freude machen kann, und genau das macht Betroffenen hoffentlich Mut.

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Bewertung von Max aus Penzberg am 07.03.2011 ***** ausgezeichnet
Ein anrührendes Buch hat Arno Geiger mit "Der alte König in seinem Exil" geschrieben. Er beschreibt den Verlauf der Alzheimer-Krankheit seines Vaters, eines ehemals kleinen städtischen Beamten in einem Städtchen in Vorarlberg, der im Krieg durch Verwundung und Gefangenschaft erhebliche seelische Schäden davontrug. In der nicht sehr chronologischen Schilderung zeigt er, wie anfangs die Verwandten, der Autor und seine Geschwister zunächst nicht erkannten, dass der Vater erkrankt ist, sondern ihn eher schimpften, wenn er etwas vergessen hatte oder sich hängen ließ. Der schmerzliche Prozess des Erkennens, der Umstellung und des so möglichen Umgangs wird sehr einfühlsam geschildert.
Das buch lässt sich auch sehr gut als Buch über eine Vater-Sohn-Beziehung lesen und ist somit nicht nur für Leser, die selbst einen Demenzkranken in ihrem Umfeld haben, interessant.

Es gibt 1 Kommentar zu dieser Bewertung
  • skaffale aus Wegberg am 18.04.2011
    Klar verständliche Inhaltsangabe. Die Beschreibung zeigt, dass man
    ein Buch eben auch auf unterschiedliche Weise interpretieren kann,
    man könnte auch sagen, jeder Leser schreibt auf seine Weise …mehr

    (Inhalt anstößig?)

10 von 11 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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