Benutzername: Karthause
Danksagungen: 367 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 146 Bewertungen
Bewertung vom 06.01.2017
Im ersten Licht des Morgens
Baily, Virginia

Im ersten Licht des Morgens


gut

„Im ersten Licht des Morgens“ war für mich ein sehr gelungener Auftakt meines Lesejahres. Die Autorin Virginia Baily erzählt von einer ganz besonderen Liebesgeschichte. Ihren Ursprung nimmt die im Jahr 1943 im besetzten Rom, als Chiara den kleinen Daniele vor der Deportation rettet. Dreißig Jahre später arbeitet sie als Übersetzerin und steht mitten im Leben, in dem Daniele keine Rolle mehr zu spielen scheint. Doch dann trifft sie die junge Maria…

Von Kapitel zu Kapitel wechselt die Autorin den Handlungsort und/oder die Zeit. Dadurch ist es manchmal etwas schwierig, z. B. nach einer längeren Lesepause, sich zu orientieren. Hilfreich sind dabei die Ort- und Zeitangaben am Kapitelbeginn.

Mit viel Empathie erzählt die Autorin Chiaras Geschichte. Dabei gleitet sie nie in zu viel Sentimentalität oder gar Gefühlsduselei ab. Alle Gefühle wirken echt und nachvollziehbar. Einzig mit dem Schluss habe ich gehadert. Die spannende Lebensgeschichte wurde ruhig und sehr angenehm erzählt. Diesen Erzählstil brach die Autorin am Ende und es wirkte auf den letzten Seiten etwas schnell erzählt.

Ich mochte diesen Roman recht gern, er hat mich berührt und nachdenklich gemacht.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.10.2016
Das Buch vom Meer
Strøksnes, Morten A.

Das Buch vom Meer


weniger gut

Dass ich Bücher mag ist kein Geheimnis, am Meer verbringe ich gern meinen Urlaub. Doch für das „Buch vom Meer“ konnte ich mich nicht überzeugen. Die von Verlag erstellte Inhaltsangabe ist recht ausführlich und gibt eigentlich die gesamte Handlung wieder. So trugen mich die Längen durch das Buch wie die Wellen die Protagonisten über das Meer. Der Atem wurde mir, entgegen der Ankündigung , nicht genommen. Im Gegenteil, es gab immer wieder ein Aufatmen von mir, wenn der Handlungsfaden wieder aufgenommen wurde. So fällt es mir schwer, in diesem Roman einen Abenteuerroman zu sehen. Zwei Männer in einem Boot, umgeben von einem Meer aus Mythen und Sachgeschichten sind mir dafür etwas zu wenig.

Wo ich gerade die Mythen und Sachgeschichten anspreche, mit ihnen ist Morten A. Strøksnes eine beeindruckende Zusammenstellung gelungen. Diese hätte mir in einem (vielleicht auch unterhaltenden) Sachbuch jedoch besser gefallen.

Ich mag keinem von diesem Buch abraten. Vielleicht habe ich mit völlig falschen Erwartungen dazu gegriffen.

Bewertung vom 02.08.2016
Albert muss nach Hause
Hickam, Homer

Albert muss nach Hause


sehr gut

"Ich oder der Alligator!"Das ist die Frage aller Fragen, die Homer der Ältere, Vater des Erzählers, seiner Ehefrau Elsie stellt. Dabei ist Albert nicht der Liebhaber Elsies, sondern der 1,5 m große Alligator, den sie von ihrer Jugendliebe, der sie noch immer hinterher trauert, zur Hochzeit als Geschenk erhielt.

So kam es, dass sich im Jahr 1935 Homer und Elsie mit Albert in einer Wanne auf dem Rücksitz des alten Buick und einem Huhn auf den Weg nach Florida machten, um Albert nach Hause zu bringen. Von Coalwood in West Virginia begleitet der Leser das seltsame Quartett durch North und South Carolina und Georgia nach Florida und erlebt mit ihnen die unglaublichsten Abenteuer.

In die Geschichte musste ich mich zunächst etwas einlesen und mich an den Stil gewöhnen. Aber dann war ich in der Geschichte und die Frage was ist wahr und was nicht stellte sich für mich recht schnell nicht mehr. Die ganze Geschichte ist so skurril wie unglaublich. Aber darauf verweist auch schon der Untertitel: Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators.

Ein wenig störte ich mich an der Geschichte die ständig nörgelnde Elsie, ich hätte sie zu gern irgendwann auf der Reise des Buches verwiesen. Aber das steht dem Leser nun einmal nicht zu. Neben den zu bestehenden Abenteuern gab es auch immer wieder Gedanken, die einen zum Nachdenken anregten und die das Buch aus der Trivialität hoben.

Das Buch war witzig und sehr unterhaltsam. An keiner Stelle kam beim Lesen Langweile auf. So wurde die Reise von West Virginia nach Florida zu einem rasanten abwechslungsreichen Leseerlebnis. Stellen, die unglaublich grotesk waren, wechselten mit glaubhafteren. Einzig eine Entwicklung der Personen fehlte mir ein wenig, diese blieben die eigenwilligen, kauzigen Charaktere, die sie schon zu Beginn waren.

Wer an Romanen wie „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ Gefallen gefunden hat, wird sicher auch „Albert muss nach Hause“ mit viel Freude lesen.

Bewertung vom 03.06.2016
Im unwahrscheinlichen Fall
Blume, Judy

Im unwahrscheinlichen Fall


gut

Judy Blume baut ihren Roman um eine selbsterlebte Begebenheit auf, drei Flugzeugabstürze unweit des Örtchens Elizabeth in New Yersey im Winter 1951/52. Dadurch bekommt der Roman eine gewisse Authentizität. Um diese reale Geschichte webt sie ein fiktives Konstrukt, in dem sie eine Vielzahl von Personen agieren lässt. Meines Erachtens sind es ein paar zu viele. So bleiben die meisten nur oberflächlich charakterisiert.

Dieses Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Die die Flugzeugabstürze direkt betreffenden Szenen fand ich recht gelungen, andere waren mir zu gefühlsbetont, da hätte ich mir etwas mehr Sachlichkeit im Erzählstil gewünscht, dann hätte der Roman an Tiefe gewonnen.

Gelungen fand ich, wie die Perspektive aus Sicht verschiedener Personen dargestellt wurde.

Dem Buch liegt ein Personenverzeichnis in Form eines Lesezeichens bei.

So ganz konnte mich das Buch nicht begeistern, obwohl es kein wirklich schlechtes ist.

Bewertung vom 24.03.2016
Neuntöter
Hansen, Ule

Neuntöter


sehr gut

Emma Carow ist Fallanalystin der Berliner Kripo. Schatten der Vergangenheit lasten auf ihrer Seele. Vor 10 Jahren wurde sie vergewaltigt. Der Täter wurde verurteilt und hat seine Strafe verbüßt. Danach hat er jedoch ein von den Medien viel beachtetes Buch geschrieben und nimmt auf subtile Art und Weise wieder Kontakt zu Emma auf.

Auch beruflich stößt Emma an ihre Grenzen. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Seine Opfer lässt er in einem Kokon aus Panzertape langsam und qualvoll sterben. Aber auch die Konkurrenzsituation um die vertretungsweise Übernahme des Abteilungsleiterpostens im Dezernat setzt ihr heftig zu.

Das Autorenduo Astrid Ule und Eric T. Hansen gibt unter dem Pseudonym Ule Hansen ein gelungenes Debüt. Im Thriller agieren eine Vielzahl von Personen, die gut gezeichnet und mehr oder weniger sympathisch sind. Emma ist ein sehr spezieller Charakter, der mich als Leser mehr als einmal um Verständnis ringen ließ. Als sie selbst dann auch noch persönlich in die Morde involviert war, wurde mir die Sache sehr durchschau- und vorhersehbar.

Die Idee zu diesem Thriller fand ich sehr gelungen, allerdings war in der Umsetzung wenig Neues und Überraschendes. Zu sehr bewegten sich die Autoren in bekanntem Fahrwasser. Eine etwas weniger mit den eigenen Problemen belastete Ermittlerin und ein paar mehr unverhoffte Wendungen hätten dem Thriller gut getan. Aber ich sehe durchaus Potential für weitere spannende Thriller aus der Feder von Ule Hansen. Ich bewerte diesen Thriller mit 3,5 von 4 Sternen, die ich gern hier vier Sterne aufrunde.

Bewertung vom 04.02.2016
Die Ungehörigkeit des Glücks
Downham, Jenny

Die Ungehörigkeit des Glücks


sehr gut

Katie, 17 Jahre alt, Chris, 3 Jahre jünger, deren Mutter Caroline und Mary, die Großmutter der beiden, sind die Protagonisten dieses zweiten Romans der Autorin Jenny Downham. Aus der Sicht von Katie und Mary erzählt sie die anrührende, aber nur wenig rührselige Geschichte der drei Frauen, die zwar durch Blutsbande eng miteinander verbunden sind, voneinander aber nur wenig wissen.

Als Marys Lebensgefährte stirbt und Mary verwirrt im Krankenhaus sitzt, wird Caroline angerufen, sie solle ihre Mutter abholen. Diese ist wenig begeistert, denn sie wurde von Marys Schwester Patty aufgezogen und hatte zu ihrer Mutter keinen Kontakt. Aber nicht nur wegen beider Vergangenheit sind Probleme vorprogrammiert. Marys Verwirrtheit zeigt immer deutlicher Anzeichen einer heimtückischen Krankheit: Alzheimer. Während Caroline verbissen einen Heimplatz für ihre Mutter sucht, nähern sich Katie und Mary an. Katie kämpft um die Erinnerungen ihrer Großmutter, führt eine Art Tagebuch, um die Gedächtnislücken aufzufüllen und um sich Antworten auf ihre eigenen Fragen zu erarbeiten. So kommen sich beide sehr nahe und Katie erkennt, dass sie mit Mary viel gemeinsam hat.

Alle drei Frauen wurden von Jenny Downham liebevoll in Szene gesetzt und charakterisiert. Sie sind Persönlichkeiten mit ihren liebenswerten Eigenschaften, den ihnen innewohnenden Widersprüchen und Vorurteilen. Es sind Menschen mit Schicksalen, die man nachvollziehen kann. So versteht man letztlich auch die Verbitterung, die Caroline so hartherzig gegenüber ihrer Mutter werden ließ und den Ehrgeiz, mit dem sie insbesondere Katies Leben plant.

Die abwechselnd aus Katies und Mary Perspektive erzählte Geschichte ist trotz ein paar weniger Längen und Redundanzen angenehm zu lesen und auch das sensible Thema der Alzheimererkrankung wird von der Autorin mit viel Empathie verarbeitet, es beschwert den Roman nicht. Er bleibt leicht und unterhaltsam zu lesen.

So hat mich dieser Roman doch sehr angenehm überrascht, nach dem Lesen des Titels und des Klappentextes hatte ich eher ein leichtes, seichtes und oberflächliches Rührstück erwartet, wie sie austauschbar massenhaft in den Regalen des Buchhandels zu finden sind. Ich wurde eines Besseren belehrt und freue mich, mit diesem Roman mein Lesejahr begonnen zu haben.

Bewertung vom 20.10.2015
Was uns bleibt ist jetzt
Wolitzer, Meg

Was uns bleibt ist jetzt


sehr gut

Jam wurde wegen traumatischer Störungen auf ein Internat für „fragile hochintelligente Teenager“ geschickt. Sie berichtet, sie hätte nur 41 Tage mit Reeve gehabt. Nach diesen 41 Tagen, die für eine junge Liebe ein Nichts sind, war er tot…

Trauer ist ein schwieriges Thema, besonders für Jugendliche. Auch für Autoren ist es sicher nicht immer leicht, dafür die richtigen Worte zu finden. Meg Wolitzer gelingt dies ausgesprochen gut. So wie Jam haben alle Schüler der Schule tiefgreifende, erschütternde Erlebnisse zu verarbeiten. Ihre Schicksale kommen nach und nach zur Sprache und werden von den Jugendlichen ihren Tagebüchern anvertraut.

Die Protagonisten sind gut und mit ihren persönlichen Schicksal glaubwürdig beschrieben worden. Dabei greift die Autorin eine Reihe von Themen auf, ohne damit das Buch oder den Leser zu sehr zu belasten. Auch findet sie genau das Richtige Maß an gefühlvollem Beschreiben von Situationen. Sie wird zu keinem Zeitpunkt rührselig und drückt nicht auf die Tränendrüsen.

Einige Passagen waren in dem Roman für meinen Geschmack etwas fantastisch angehaucht. Zwar dienten sie als Mittel zum Zweck, ganz glücklich war ich mit dieser Art der Darstellung aber nicht.

Meg Wolitzer geht mit dem Thema Trauer und Trauerbewältigung sehr sensibel um. Der Verlust der ersten Liebe ist schwierig, besonders, wenn diese mit dem Tod des geliebten Menschen abrupt endet. Trotz dieser Thematik wirkte der Roman nicht düster und hoffnungslos .

Überraschend war dann das Ende des Romans, das ich mich anders, konsequent dem Plot folgend, gewünscht hätte. Die von der Autorin gewählte Auflösung der Geschichte kam mir etwas ausweichend und simpel vor.

Meg Wolitzers erstes Jugendbuch habe sehr gern gelesen und möchte es nicht nur jungen Lesern empfehlen.

Bewertung vom 12.08.2015
Deadline
Knight, Renée

Deadline


gut

„Deadline“ ist der erste Roman der britischen Autorin Renée Knight, die sich zuvor mit BBC-Dokumentationen einen Namen gemacht hat. In diesem Debüt erzählt sie die Geschichte von Catherine, die auf subtile Weise von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Ein von ihr streng gehütetes Geheimnis findet sie sehr detailliert in einem Roman niedergeschrieben. Nach und nach wird dieses Buch Catherines erwachsenem Sohn, ihrem Mann ihren Kollegen zugespielt.

Es dauert recht lange, ehe man als Leser einen kleinen Lichtschein in seinem Lesetunnel erkennt und erahnen kann, worin das Geheimnis Catherines besteht, wessen der der Autor des sie belastenden Buches sie bezichtigt und was wirklich geschah. Viele Rückblenden lassen das Bild der Vergangenheit nach und nach komplexer erscheinen. Mich hat dieser Stil einerseits gestört, andererseits bin ich nur deshalb dem Buch treu geblieben, weil ich wissen wollte, ob das Ende, das der Autor des von ihr gelesenen Buches Catherine vorherbestimmt, letztlich von Renée Knight ebenso umgesetzt wird. Darüber hinaus fand ich „Deadline“ nicht außergewöhnlich spannend.

So ganz konnte ich mit diesem Buch nicht warm werden, es war aber wiederum auch nicht wirklich schlecht. Für weitere Thriller der Autorin sehe ich durchaus Entwicklungspotential, wenn sie ein paar mehr Wendungen einbauen und die Figuren ein wenig diffiziler charakterisieren würde.

Kurzum, mit „Deadline“ habe ich einen soliden Erstling gelesen, der mich etwas zwiegespalten zurücklässt.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.06.2015
Die Widerspenstigkeit des Glücks
Zevin, Gabrielle

Die Widerspenstigkeit des Glücks


sehr gut

Nach dem Tod seiner Ehefrau öffnet sich der passionierte menschenscheue Buchhändler A. J. Fikry nur noch den Büchern. Erst die kleine, in seinem Laden ausgesetzte 2-jährige Maya berührt sein Herz wieder, er nimmt sich ihrer an und adoptiert sie später. Aber auch Amelia Loman, Verlagsvertreterin, schleicht sich im Laufe der Zeit immer mehr in sein Leben...

Sympathisch war mir der Protagonist zu Beginn nicht wirklich, als Kunde hätte ich die Buchhandlung dieses mürrischen Mannes eher ungern besucht. Aber mit dem Auftauchen von Maya und der immer mehr in die Handlung involvierte Amelia brach nicht nur der weiche Kern in Fikrys Seele hervor, beide weckten auch zunehmend mein Interesse an dem Roman.

Jedem neuen Kapitel waren Notizen des Buchhändlers zu Romanen aus dem englischen Sprachraum vorangestellt, mit welchen er die Neugier der Tochter auf die Literatur wecken wollte. Die Kleine war ein aufgewecktes Mädchen, die in meinen Augen für ihr Alter immer über etwas überdurchschnittliche Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügte. Da blitzte dann doch der Wille der Autorin möglichst viele Literaturempfehlungen an den Leser oder eher die Leserin zu bringen. Für mich war ein Teil der angesprochenen Romane bekannt oder ich hatte sie bereits gelesen, andere wanderten direkt auf meine Wunschliste. Für mich lebte dieser Roman vorrangig durch diese diversen Lesetipps und leider nicht durch die Protagonisten, die mir durch fast die gesamte Handlung zu farblos und eindimensional erschienen. Erst ganz zum Ende konnte mich die Autorin zumindest ein wenig auf emotionaler Ebene erreichen.

„Die Widerspenstigkeit des Glück“ ist ein kurzweilig und leicht zu lesender Roman, der mich zwar nicht vollständig überzeugte, aber doch recht gut unterhalten hat. Es ist schon ein wenig gewagt, so viele Romane im Roman anzusprechen, meinen Buchgeschmack hat die Autorin damit aber auf jeden Fall getroffen.

Bewertung vom 22.05.2015
Das Labyrinth
Eklund, Sigge

Das Labyrinth


weniger gut

Die Handlung. dieses Romans wird von vier Personen getragen. Martin und Åsa Horn sind die Eltern der vermissten Magda. Beide sind recht stark mit sich selbst beschäftigt, ein Wir existiert nur scheinbar. Auch bei der Suche nach ihrer Tochter stehen sie nicht zusammen, sondern entfernen sich noch mehr von einander . Tom ist Martins untertäniger und kriecherischer Mitarbeiter und Katja ist als Schulkrankenschwester an Magda Schule tätig und bemerkt einige Auffälligkeiten an dem Mädchen. Zwischen diesen vier Personen gibt es etliche Querverbindungen, zu viele für meinen Geschmack. So wird das Konstrukt des Romans sehr deutlich.

Der Autor legt den Fokus in den einzelnen Abschnitten immer auf eine einzige Person und lässt den Leser durch den Blick derer das Geschehen erleben. Jeder der Protagonisten tritt in diesem Roman zweimal in den Mittelpunkt. Dabei ist der Titel des Romans Programms. Man las sich wie durch ein Labyrinth, allerdings verspürte ich mit jeder erreichten Sackgasse immer weniger den Wunsch, weiterzulesen und den richtigen Weg aufzuspüren. Ich fand nichts Fesselndes an dem Roman. Die Personen blieben mir trotz aller psychologischer Detailfülle fremd und eigentlich wollte ich sie und ihre Motivationen zu Handeln irgendwann auch nicht mehr näher erkunden.

Sprachlich ist „Das Labyrinth“ sehr einfach gehalten, die Dialoge empfand ich oft als oberflächlich.

Mit skandinavischen Romanen tue ich mich oft es schwer, aber diesen hätte ich nicht zu Ende gelesen, wäre er nicht als Rezensionsexemplar zu mir gekommen. Dabei kann ich keinen Hauptgrund für mein Missfallen nennen, es ist eher die Fülle der Kleinigkeiten, die meine Lesefreude bremsten.