-67%
2,99 €
Statt 9,00 €**
2,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar
0 °P sammeln
-67%
2,99 €
Statt 9,00 €**
2,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln
Als Download kaufen
Statt 9,00 €**
-67%
2,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar
0 °P sammeln
Jetzt verschenken
Statt 9,00 €**
-67%
2,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Broschiertes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln
  • Format: ePub

3 Kundenbewertungen


Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
Mit seinen kühnen Sprüngen in die Bewusstseinsströme der Protagonisten zählt >Mrs Dalloway …mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 0.82MB
  • FamilySharing(5)
Produktbeschreibung
Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Mit seinen kühnen Sprüngen in die Bewusstseinsströme der Protagonisten zählt >Mrs Dalloway< längst zu den Klassikern der Moderne. Ob erotische Phantasien beim Einkauf in der Stadt, ob Todesängste oder die Erinnerung an alte Träume - was den Roman so einzigartig macht, ist Virginia Woolfs wacher Sinn für die Brüchigkeit unserer Existenz.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, CY, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, IRL, I, L, M, NL, P, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 22. Januar 2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104000893
  • Artikelnr.: 37454945
Autorenporträt
Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 als Tochter des Biographen und Literaten Sir Leslie Stephen in London geboren. Zusammen mit ihrem Mann, dem Kritiker Leonard Woolf, gründete sie 1917 den Verlag The Hogarth Press. Ihre Romane stellen sie als Schriftstellerin neben James Joyce und Marcel Proust.
Zugleich war sie eine der lebendigsten Essayistinnen ihrer Zeit und hinterließ ein umfangreiches Tagebuch- und Briefwerk. Virginia Woolf nahm sich am 28. März 1941 in dem Fluß Ouse bei Lewes (Sussex) das Leben.
Rezensionen
"Es hat auch was Berührendes, wenn man 30 Jahre nach der ersten Lektüre wieder in ein Buch schaut und bemerkt, oh, die Figur hat auf dich gewartet, die ist nicht älter geworden."
Ulrike Draesner, Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2019

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.03.1997

Vergangenheit in kleinen Eimern
Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" in neuer Übersetzung / Von Michael Maar

In der Junimitte sprießen die besten Tage für die Weltliteratur. 1904 sproß in Dublin der Tag Leopold Blooms, rund fünfzehn Jahre später in London der Tag der Mrs. Dalloway. Virginia Woolfs Meisterwerk, 1925 in der Hogarth Press veröffentlicht, spielt an einem sonnigen Tag Mitte Juni nach dem Krieg, ein Tag im Leben der vornehmen Clarissa Dalloway, der mit einem Blumenkauf beginnt und mit Clarissas Abendeinladung endet; ein Tag in Westminster, unter den Glockenschlägen von Big Ben, deren bleierne Kreise sich durch das Buch ausbreiten wie konzentrische Kreise um einen ins Wasser geworfenen Stein; ein Tag mit Parkbesuchen, einem reichhaltigen Lunch bei Lady Bruton, dem Wiedersehen dreier Jugendfreunde, dem Selbstmord eines paranoiden Kriegsheimkehrers, der seine kleine italienische Hutmacherin Rezia zurückläßt (große Figur); dem Eintreffen des Premierministers auf Clarissa Dalloways Empfang - vielleicht in dem verhängten Wagen, der zu Beginn die Aufmerksamkeit der Passanten vorm Buckingham Palace erregt. Das Thema des Romans ist die Weltsicht des Gesunden und des Geisteskranken, wie Virginia Woolf im "Notebook" notiert; mit einem "und", das überleitet und verflüssigt, nicht trennt. Der eigentliche Held der "Mrs. Dalloway" ist die Nebenfigur mit dem versteckten Strahlenkranz: der wahnsinnige Septimus Warren Smith, der Stimmen hört und sich in den Tod wirft, wie seine Erfinderin anderthalb Jahrzehnte später. In der Wahnszene, schreibt sie im Tagebuch, in einer Formulierung, deren Komik ihr in diesem Moment nicht vor Augen steht, halte sie sich "so eng wie möglich an die Realität". Ihre Schilderung einer Paranoia, von innen gesehen, ist sowenig übertroffen wie ihre erzähltechnischen Mittel, ihr Tunnelverfahren, wie sie es nennt, mit dem sie die Vergangenheit ihrer Figuren, hinter denen sie "schöne Höhlen" ausgraben will, mit kleinen Eimern portionsweise herausträgt. Sie steigt hinab in ihre Visionen und Abgründe, angeseilt von einer straffen ordnenden Intelligenz, die so "eigenartig & meisterhaft" ist, wie der Plan der Autorin selbst erschien, die dieses eine Mal wußte, daß sie ihre Mine gefunden hatte, aus der sie all ihr Gold herausbekommen würde.

Nichts in diesem Buch, das sich pointillistisch zu zerstreuen scheint, ist zufällig und blind. Ganz am Anfang denkt Clarissa flüchtig an ihre vogelähnliche Gestalt; hundertfünfzig Seiten später erinnert sich Rezia an ihren Mann als an einen jungen Habicht. Nach einem früheren Entwurf hätte die dürre, frigide, von Frauen verführbare, halb teuflische, halb meerjüngferliche Clarissa am Ende sterben sollen wie Septimus Smith. Ihr Geheimnis hätte sie damit nicht mit ins Grab genommen, sondern im Gegenteil offengelegt, das Geheimnis ihrer Identität mit dem Verrückten, der als Untoter, durch einen Gesprächsbrocken angelockt, auf ihrer Abendeinladung erscheint. Als ungeladener Gast ist er ein Phantom wie der zehn Jahre zuvor erschienene Michael Furey des Autors, dessen "Ulysses" Virginia Woolf, als sie ihn 1922 auf Anraten Eliots liest, mit mehr Verachtung als Respekt bedenkt. In "The Dead", der Finalerzählung der "Dubliners", ballt sich wie bei Virginia Woolf alles in einer Abendeinladung, durch die plötzlich der Schatten eines Toten huscht. Auch dort erinnert sich die Frau an eine Jugendliebe, von der ihr Mann nichts ahnt, der sich auch dort mit seiner Zärtlichkeitsaufwallung den ungünstigsten Moment aussucht. Wie dort ist von den Mißgeschicken zumindest eines vielleicht ungewollt - in den "Toten" bringt der vor der Tür des Salons wartende Gabriel die "Schleifen seiner Fliege" in Ordnung und fingert kurz darauf an seiner Krawatte, die damit eine ähnliche Verwandlung erfährt wie das rosa Kleid von Mrs. Dalloways Tochter Elizabeth, das sich am Ende der Erstfassung zum "roten" färbt. Die beiden, Elizabeth und Gabriel, "Mrs. Dalloway" und "The Dead", wenn man sie am Ende des Jahrhunderts so zusammensieht, haben sich kerzengerade gehalten, sind um keinen Tag gealtert und stehen als schönes, dem Zank entrücktes Paar in der schmalen Vitrine der immortals.

Bei aller Ablehnung, die Virginia Woolf dem Autor entgegenbrachte, der sie an einen unreifen Internatsschüler erinnerte und dem sie eine Genialität niederer Art doch nicht absprechen konnte, ist ihre eigene Erzähltechnik der des "Ulysses" nicht fern. In der Nähe wird aber der Unterschied wichtig, das Metaphernglissando, das Eigene, Gleitende ihrer Erzählbewegung, das sie enger an Proust anschließt, den sie in diesen Jahren entdeckt. Das allwissende Ich schwebt elfen-und reigenartig von einem zum andern; ein Ringleinspiel wie in der "Recherche", mit der sie das Kunstsymbol des schwerelos durch die Lüfte steigenden und im Himmel verschwindenden Aeroplans teilt (das die Gaffer vorm Buckingham Palace von dem verhängten Wagen ablenkt). So schwebt es zwischen Clarissa Dalloway, ihrer Jugendliebe und ihrem Mann, der Tochter Elizabeth, der erweckten Miss Kilman und den anderen Nebenfiguren, von denen keine zu gering ist, um dem Geist der Erzählung kurzes Quartier zu bieten, auch eine im Park sich sonnende Mrs. Dempster nicht, in deren Bewußtsein wir für eine halbe Seite eingelassen werden; und keine zu gering, um den Übersetzern alle Instrumente zu zeigen, mit denen scheinschlichte Gedankenprosa sie martern kann.

Eine neue, knapp und gut kommentierte Übersetzung der "Mrs. Dalloway" liegt vor; womit kann eine Mrs. Dempster ihr winken? Verhärmt, mit knotigen Beinen, aber zufrieden, sitzt Mrs. Dempster im Regent's Park, betrachtet ein hübsches Mädchen und sagt sich: "Heirate, dann wirst du Bescheid wissen". "Oh, the cooks, and so on" - "Ach, die Köche und so weiter", die in der Neuübersetzung Walter Boehlichs überraschend Bärte und Geschlecht abwerfen und als "Köchinnen" auftreten. Mit welchem Recht? Vermutlich mit gutem; vermutlich denkt Mrs. Dempster nicht an Köche, die ihr hinterhergestiegen sind, sondern an Mr. Dempster, der den Köchinnen hinterherstieg. Dem Wort selbst ist es nicht anzusehen; die Entscheidung über richtig oder falsch fällt in der Welt, nicht in der Sprache. Der Übersetzer muß Historiker werden und abwägen, ob eine Frau aus der Schicht Mrs. Dempsters in London vor der Jahrhundertwende eher einem Haushalt mit verführbaren Küchenhilfen vorgestanden wäre oder eher als Kneipenaushilfe zudringliche Köche abzuwimmeln gehabt hätte. Würde eine Mrs. Dalloway ihr Dienstmädchen duzen? Nie im Leben; bei Boehlich tut sie es. Was meint Clarissas kritischer Jugendfreund, wenn er ein Buch "sentimental" nennt? Wohl nicht mehr das lessing-sternesche "empfindsam", das Boehlich setzt, sondern eben dies: sentimental, wie in der alten Version von Herberth und Marlys Herlitschka.

Die Vor- und Nachteile der vierzig Jahre alten und dieser Neuversion löschen sich wechselseitig fast aus; es ist schwer, eine Summe zu ziehen, ähnlich schwer, wie es Septimus fällt, die ihm bestimmten Botschaften der Bäume zu deuten, oder den Passanten vorm Buckingham Palace, die verwehende Rauchschrift des Reklameflugzeugs zu entziffern: ",Blaxo', sagte Mrs. Coates mit angestrengter, ehrfürchtiger Stimme (. . .). ,Kreemo', murmelte Mrs. Bletchley wie eine Schlafwandlerin." Ganz so stark differieren die Lesarten der beiden Übersetzungen nicht, aber mit der Sicherheit einer schlafwandelnden Mrs. Bletchley kann keiner von beiden der Vorzug gegeben werden. Als schwache Regel zeichnet sich ab, daß die Version Boehlichs korrekter ist und dichter am Original. Bis jetzt las man, Septimus Smith habe im Moment der trügerischen Genesung das Gefühl, unter einer Blumendecke zu liegen. Im Original steht es anders, dort fühlt Septimus sich selbst als Blumendecke, umnachtet, wie er immer noch ist. In diesem und neun anderen Details der großen Szene vor Septimus' Suizid hat Boehlich eindeutig besser entschieden als seine Vorgänger; in drei Fällen eher schlechter. Die Version seiner Vorgänger ist freier - verändert sogar Namen -, nicht ohne Charme und nicht unmelodiös, aber uneben in der Sprachhöhe; oft origineller, manchmal überoriginell. Clarissas Freundin Sally stellt in der alten Version verrückte Dinge "schier aus Bravade" an - wie dankt man da Boehlich fürs neutrale "nur aus Übermut"; ein Übermut, der aber auch seiner Wortwahl nicht fremd ist, wenn er eine Brise "so sonderlich warm" die Mall hinunterwehen läßt, was so sonderbar klingt wie seine Mrs. Dalloway als Nonne, die sich "abscheidet", statt sich wie früher zurückzuziehen.

Die frühere Übersetzung, sonst oft exaltiert, folgt dem vernünftigen Prinzip, die Gerundium-Ketten aufzulösen; bei Boehlich lasten sie manchmal schwer auf den Seiten, "es erdenkend", "es um sich gründend", "es umstürzend", "es jeden Augenblick neu erschaffend". Wie paßt es zu diesem Deutsch, daß die wohlerzogene Jugend bei ihm "herumhängt" ("hanging about"; nah, aber doch so etwas wie ein falscher Freund) - wie paßt es zum Englisch Virginia Woolfs, daß die "perfect idiocy", früher noch "komplett idiotisch", zum "vollkommenen Schwachsinn" wird, das "allright", in der alten Übersetzung "schon recht", zum "klar!", der "good deal of (. . .) spirit" zu einem "guten Stück Sinn"? Da hat man einmal eine ansprechende und sorgfältige Neuübersetzung, und dann gibt es keinen, der die Trübungen wegpoliert. Es ist doppelt dubios, wenn Lady Bruton, die Hilfe bei der Abfassung eines Leserbriefs an die "Times" sucht, ihren Gästen bei der Begrüßung vor dem Lunch gesteht: "Sie habe sie unter einem falschen Vorwand eingeladen, um ihr in einer Schwierigkeit beizustehen" - der falsche Vorwand ist tautologisch und das "um zu" falsch konstruiert, richtig wäre: "damit sie ihr beistünden". Sir William Bradshaw, der Arzt des armen Septimus, eine Figur, mit der Virginia Woolf an ihren Nervenärzten Rache nimmt, ist ein stumpfer Klotz Holz, aber darf man ihm vorwerfen, daß er "seine Verrückten isolierte, das Kinderkriegen verbot"? Was würde aus dem Empire, wenn das Kinderkriegen generell verboten wäre? Es fehlt ein "ihnen" im Satz; die alte Fassung hat es noch. "What a thing to tell Edith!" - gibt es in dieser Sprach- und Gotteswelt nicht eine elegantere Version dafür als: "Das lohnte sich, es Edith zu erzählen"?

Aber denken wir an die trotz Köchinnen zufriedene Mrs. Dempster. Denken wir an die Fliegenkrawatte des Dubliners Gabriel und das rot-rosa Kleid Elizabeth Dalloways, an den kleinen Makel, der die Schönheit erst ins Bewußtsein treibt, die Virginia Woolf uns in dieser neuen Ausgabe überreich vermacht.

Virginia Woolf: "Mrs. Dalloway". Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Walter Boehlich. Herausgegeben von Klaus Reichert. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1997. 208 S., geb., 32,- DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr