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Gereon Raths fünfter Fall: Flammen über dem Reichstag
Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln. Der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre! Seinen neuen Fall aber erbt Gereon Rath von seinem Vorgesetzten Wilhelm Böhm, der sich unter dem Nazi-Polizeipräsidenten ins politische Abseits manövriert hat: Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden. Dessen Vorgeschichte führt zurück in den März 1917, als deutsche Soldaten während der…mehr

Produktbeschreibung
Gereon Raths fünfter Fall: Flammen über dem Reichstag

Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln. Der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre!
Seinen neuen Fall aber erbt Gereon Rath von seinem Vorgesetzten Wilhelm Böhm, der sich unter dem Nazi-Polizeipräsidenten ins politische Abseits manövriert hat: Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden. Dessen Vorgeschichte führt zurück in den März 1917, als deutsche Soldaten während der "Operation Alberich" in Nordfrankreich verbrannte Erde hinterließen. Rath ermittelt, doch immer wieder funken ihm andere Dinge dazwischen. Da sind die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Charlie Ritter noch das geringste Problem.

David Nathan ist ein richtiger "Berliner Junge". 1971 in Berlin geboren, lebt und arbeitet er auch heute in dieser Stadt. Die Krimis um Gereon Rath liest er mit hörbarem Gespür für Tempo und Tonfall dieser Stadt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Argon
  • Anzahl: 8 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 581 Min.
  • Erscheinungstermin: 27. November 2014
  • ISBN-13: 9783839813355
  • Artikelnr.: 40840352
Autorenporträt
Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman "Der nasse Fisch", dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der 30er-Jahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller.
Krimi des Monats November 2014
Gereon Raths neuer Fall, Berlin 1933: "Märzgefallene"

Die Fangemeinde der Berlin-Krimis um Kriminalkommissar Gereon Rath wächst stetig. Autor Volker Kutscher spricht mit seinen Geschichten aus dem Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre klassische Krimileser, Berlin-Liebhaber und historisch Interessierte an. Seine genauen Recherchen machen jeden Rath-Krimi zu einer spannenden Zeitreise. Diese Mischung aus Lokalkolorit in der Zeit nach dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg, dem Leben damals, den politischen Kämpfen und dem gesellschaftlichen Leben erzählt Kutscher packend und lebendig. Das sieht auch Regisseur Tom Tykwer so: Er verfilmt die Gereon Rath-Reihe unter dem Titel "Babylon Berlin" ab 2015 fürs Fernsehen.

In Gereon Raths Buch Nr. 5, "Märzgefallene", sind wir im unheilvollen Jahr 1933 angekommen. Kriminalkommissar Rath feiert am Rosenmontag gerade noch Karneval in seiner Heimatstadt Köln und wacht neben einer fremden Frau auf, als er zurück in seine Dienststelle nach Berlin beordert wird. Der Reichstag brennt und jede Kraft wird gebraucht. Derweil begutachtet Oberkommissar Böhm, genannt die Bulldogge, einen Toten am Berliner Nollendorfplatz. Der Mann war offensichtlich obdachlos, sitzt an einen Pfeiler gelehnt bei der Hochbahntrasse, sein geflickter Soldatenmantel ist bedeckt mit Taubenkot. Schnell steht fest: Der Mann wurde ermordet, erstochen mit einem dünnen spitzen Gegenstand - durch die Nase ins Gehirn.

Schlechtes Gewissen: Eigentlich wollte Gereon Rath Charly treu sein, eigentlich ...

Ritter, genannt Charly, bald heiraten und hat sich fest vorgenommen, nichts mit anderen Frauen anzufangen ... Die beiden wohnen schon zusammen in der Carmerstraße - für den bindungsscheuen Rath ein ziemlich großer Schritt. Er drückt sich ja lieber vor Auseinandersetzungen und dennoch streiten er und Charly sich ziemlich oft. Wenn es zu doll wird, verbringt Charly die Nacht dann bei ihrer besten Freundin Greta Overbeck in der Spenerstraße und Gereon geht mit Hund Kirie an die Luft und vertreibt sich den Abend in irgendeiner Kneipe. Dass die Nazis nach dem Reichstagsbrand immer mehr die Oberhand gewinnen, die Verfassung praktisch außer Kraft gesetzt wurde, wird in der Dienststelle zuerst Oberkommissar Böhm zum Verhängnis. Der neue Polizeipräsident - ein Nazi - versetzt Sozialdemokrat Böhm in die Pampa und Gereon Rath erbt den Fall des toten Obdachlosen. Der scheint zunächst zwar tragisch, ist aber Alltag in der Mordkommission, ein unspektakulärer Fall. Doch dann sterben weitere Männer auf genau diese Weise, mit einem spitzen Gegenstand durch die Nase ins Gehirn, und ein gewisser Leutnant a. D. Achim Graf von Roddeck meldet sich bei Gereon Rath mit einer seltsamen Geschichte.

Hängen all die Morde mit der "Operation Alberich" zusammen?

Von Roddek glaubt, in Gefahr zu sein und stellt die Verbindung zwischen den Toten her. Sie alle waren Kameraden im Ersten Weltkrieg und sie alle waren an der "Operation Alberich" beteiligt. Der Befehl lautete damals: alles in Nordfrankreich vernichten, was dem Feind nützen könnte. Sprengen, abfackeln, zerstören. Durch besondere Grausamkeit soll sich einer hervorgetan haben: Hauptmann Benjamin Engel, genannt der Todesengel. Als bei einem Einsatz, der Zerstörung eines Gebäudes, ein ziemlich großer Goldschatz in einem versteckten Keller gefunden wird, lässt der Hauptmann das Gold im Wald vergraben, hinter einem riesigen Findling. "Kein Wort zu niemandem", zischt er und knallt eiskalt zwei Jugendliche ab, die zufällig die Aktion im Wald kreuzen. Auch den Rekruten Wegener, einen jungen Burschen, erschießt er, weil der darauf besteht, diesen Vorfall zu melden. Alle, welche die Goldaktion und den Krieg überlebten und davon wussten, werden nun nach und nach ins Jenseits befördert. Und das, obwohl der eiskalte Hauptmann bei einer Explosion ums Leben gekommen zu sein schien. Seine Leiche wurde zwar nie gefunden, aber alle waren sich sicher, dass er so etwas nicht hätte überleben können.

Berlin nach dem Reichstagsbrand: die Nazis übernehmen das Ruder

Gereon Rath hört sich die Geschichte des Leutnants an - dieser hat ein Buch darüber geschrieben, das kurz vor der Veröffentlichung steht -, und für ihn klingt das alles irgendwie überspannt. Doch er wird sowieso erst einmal von dem Fall abgezogen und muss zu den Politischen: helfen, Kommunisten zu verhören. Seit dem Reichstagsbrand und der erstarkten NSDAP wird brutal Hatz auf Andersdenkende gemacht. Damit hat auch Kriminalkommissaranwärterin Charly zu tun. Sie hasst es, irgendwelche Jugendliche zu verhören und wegen Schmierereien an Hauswänden wie Schwerverbrecher behandeln zu müssen. Und die Nazis mag sie sowieso ganz und gar nicht. Da kommt es ihr gelegen, dass sie im Mordfall des Obdachlosen vom Nollendorfplatz ein Mädchen befragen soll. Hannah Singer heißt es und scheint nicht ganz richtig im Kopf zu sein. Hannah soll eine Obdachlosenunterkunft, in der auch sie mit ihrem Vater gelebt hat, angezündet haben. Es gab viele Tote, sie überlebte und spricht seitdem nicht mehr. Doch der Besuch bei Hannah eskaliert - sie scheint den Toten zu kennen und rastet aus. Am nächsten Tag hat sie es geschafft, auszubrechen und sie hat Angst, Todesangst. Ihr Verfolger ist ihr auf den Fersen. Ist es Hauptmann Engel, der die Explosion überlebt hat oder steckt da eine ganz andere Geschichte dahinter?

Das müssen Gereon Rath und Charly nun herausfinden. Hilfe bekommen sie unter anderem auch von Fritze, einem obdachlosen Jungen, so pfiffig und mit allen Wassern gewaschen, dass Charly ihn sofort ins Herz schließt, oder dem Unterweltkönig Johann Marlow. Der bittet Gereon um Hilfe, als einer seiner Jungs von der SA verhaftet wird. Der Fall indes wird immer undurchsichtiger und Gereon wird bald die Hilfe vonMarlow benötigen ...

Alles zum Krimi des Monats
Trackliste
CD 1
1Märzgefallene00:05:43
2Märzgefallene00:04:44
3Märzgefallene00:04:31
4Märzgefallene00:03:40
5Märzgefallene00:06:41
6Märzgefallene00:05:28
7Märzgefallene00:05:18
8Märzgefallene00:05:31
9Märzgefallene00:05:25
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11Märzgefallene00:04:59
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13Märzgefallene00:05:12
14Märzgefallene00:04:35
15Märzgefallene00:04:32
16Märzgefallene00:02:19
CD 2
1Märzgefallene00:05:43
2Märzgefallene00:04:05
3Märzgefallene00:06:01
4Märzgefallene00:04:07
5Märzgefallene00:04:16
6Märzgefallene00:04:27
7Märzgefallene00:06:40
8Märzgefallene00:06:48
9Märzgefallene00:05:47
10Märzgefallene00:05:33
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12Märzgefallene00:06:34
13Märzgefallene00:02:24
14Märzgefallene00:06:11
CD 3
1Märzgefallene00:04:27
2Märzgefallene00:05:19
3Märzgefallene00:02:49
4Märzgefallene00:04:46
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8Märzgefallene00:05:17
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15Märzgefallene00:04:07
16Märzgefallene00:02:56
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.11.2014

1. Wenn der Reichstag brennt

Eher unwahrscheinlich, dass er einem noch mal so sympathisch wird, dass man gern im "Nassen Dreieck" ein Bier mit ihm trinken würde - abgesehen davon, dass es die Kneipe an der Skalitzer Straße schon seit den siebziger Jahren nicht mehr gibt. Aber Gereon Rath, der junge Kommissar, der 1929 aus Köln zur Berliner Mordkommission kam, muss auch kein Sympathieträger sein. Sein Erfinder Volker Kutscher hat etwas viel Schwierigeres geschafft: Er hat Rath in seinen Widersprüchen und Schwächen interessant gemacht. Er hat ihn eingebettet in eine Etappe der Zeitgeschichte mit historischer Langzeitwirkung. Der Untergang der Weimarer Republik ist bei Raths fünftem Auftritt schon so gut wie besiegelt. Die Nazis haben sich an die Macht gedrängt, bürgerliche Politiker und Industrielle mit ihren illusionären Einrahmungsphantasien haben sie ihnen überlassen. Kurz vorm Reichstagsbrand, kurz vor Raths Hochzeit mit Charlotte "Charly" Ritter, an die man kaum noch geglaubt hat, setzt "Märzgefallene" ein. Rath, dessen Ansichten eines Unpolitischen mittlerweile immer kurzsichtiger und bornierter erscheinen, geht einem Fall nach, der in den Ersten Weltkrieg zurückweist. Die von der Kommunistenjagd besessene und dabei von der SA "unterstützte" Berliner Polizeispitze interessiert der Fall nicht, weil es scheinbar nur um eine verrückte Halbwüchsige und um einen toten Obdachlosen am Nollendorfplatz geht. Und weil Rath der Dienstweg schon immer zu umständlich war, nimmt er eine Abkürzung, die ihn bald in ein politisches Minenfeld führt.

Passionierten Kutscher-Lesern muss man gar nicht mehr verraten. Sie lesen das Buch sowieso in einem Atemzug. Für Einsteiger sollte man noch hinzufügen, dass der Plot gewohnt komplex und reich an Überraschungen ist, dass Topographie und Atmosphäre des Berlins der dreißiger Jahre sehr gut recherchiert und in Szene gesetzt sind, weil Kutscher die Nahtstellen zwischen Fiktion und Zeitgeschichte elegant verschwinden lässt. Im nächsten Buch sollte er bloß die Dialektpassagen drastisch reduzieren. Dass Leute reden wie BAP und berlinern wie Juhnke, taugt eher fürs Hörbuch. Es sind ja längst genug Lokalkolorit, Geschichte und Welthaltigkeit da, weil in Deutschland keiner so gute historische Kriminalromane schreibt wie Volker Kutscher.

Peter Körte

Volker Kutscher: "Märzgefallene". Roman. Kiepenheuer & Witsch, 608 Seiten, 19,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wie einen alten Bekannten begrüßt Peter Körte den Helden aus den Krimis von Volker Kutscher. So auch diesmal, wenn Kutscher seinen Berliner Kommissar Gereon Rath mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten 1932 konfrontiert. Das Klima der Weimarer Republik vermag der Autor dem Rezensenten wie schon in den Vorgängerromanen mit der Sachkenntnis des Historikers und der dramaturgischen Kompetenz und der stringenten Figurenregie des erfahrenen Erzählers zu vermitteln. Was den Plot betrifft, möchte Körte nicht zu viel verraten, nur, dass Kutscher komplex, aber nicht kompliziert vorgeht, und dass sein Kommissar sicher kein Nazi wird.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Volker Kutscher erzählt eine spannende, schlüssige Kriminalstory vor dem Hintergrund einer kurzen, äußerst dynamischen und dabei politisch höchst aufgeladenen Zeitspanne." Hamburger Lokalradio 20150201