Autor im Porträt

Toptitel von Titus Müller

Einfach mal spazieren gehen

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Wer spazieren geht, ist unterwegs und nicht auf Facebook. Wer spazieren geht, ist gelassen und kommt voran. Wer spazieren geht, ist einfach glücklich.
Immer mehr Menschen beschließen, abzuschalten - und trotzdem nicht stehen zu bleiben. Sie gehen offline, lassen das Smartphone liegen und schlendern hinaus ins echte Leben. Sie gehen spazieren. Sie pfeifen darauf, besonders schnell, besonders cool oder besonders spekta kulär unterwegs zu sein. Sie sind um die Welt geflogen, haben Berge bestiegen und Städte im Marathon durchquert. Doch jetzt entdecken sie die schönste aller Tugenden neu. Sie entdecken die Gelassenheit. Deshalb gehen sie spazieren. Denn sie wissen: Wer spazieren geht, muss einfach mal kein Ziel erreichen.…mehr

 

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Das kleine Buch vom Alltagsglück

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Der Alltag muss nicht grau sein! Titus Müllers Erlebnisse und Plaudereien sind der Beweis. Sie verleiten zum Schmunzeln und regen zum Nachdenken an: über sich selbst und die Menschen, die einem viel bedeuten, über das Leben, die Liebe, den Glauben. Und er gibt Tipps, wie und wo man im Alltag kleine, glückliche Entdeckungen macht.…mehr

 

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Titus Müller

Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 begründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 war er Mitbegründer des Autorenkreises Historischer Roman "Quo vadis". Im gleichen Jahr veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman. Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis- Preis und den Sir Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.

Kundenbewertungen

Nachtauge

Bewertung von Kerstin aus Rheinland Pfalz am 02.01.2015
'Nachtauge' von Titus Müller, erschienen im Blessing-Verlag, hat mich absolut begeistert, fasziniert und nachdenklich gestimmt.  Es geht weniger um die Schuldfrage in diesem furchtbaren Krieg,  sondern vielmehr um den Mensch als Einzelnen, wer bleibt Mensch, wenn nichts mehr menschlich scheint. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zur Story: Nazideutschland und England zur gleichen Zeit. Die Agentin 'Nachtauge' versucht dem Geheimnis einer besonderen Fliegerstaffel in England auf die Spur zu kommen, ihr Gegenspieler ist der MI5 Agent Eric. Der ehemalige Lehrer George leitet das Zwangsarbeiterinnen-Lager in der Nähe der Möhnetalsperre. Dort verliebt er sich in die Ukrainerin Nadjeschka und setzt sich damit einer Gefahr für Leib und Leben aus, denn diese Rassenschande wird mit dem Tod bestraft. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die regelmäßigen Szenewechsel zwischen Nazideutschland und England, sowie die 4 Hauptprotagonisten machen dieses Buch zu einem Geflecht aus Agententhriller, Liebesgeschichte und historischem Tatsachenroman. Auf 479 Seiten folgt man diesen Vieren durch die Kriegswirren und den Gefahren der damalige Zeit. Besonders hervorgehoben sind die unterschiedlichen Ansichten der in diesem Roman vorkommenden Menschen zum Thema Krieg, Rasse, Schuld und Schande. Auch wenn der Roman getragen wird durch die Hauptprotagonisten, so sind es die einzelnen kleinen Nebenrollen, die wiedergeben wie schwer und auch gefährlich, aber auch alltäglich, das Leben im 3. Reich war. Sei es der Blockwart, der Alles und Jeden im Auge hatte, der Gestapomann, der nicht mal vor der eigenen Familie Halt machte oder der kriegsversehrte Lageraufseher den eine besondere Tat zum Helden macht. Die kleinen detailreichen, fast zufällig wirkenden, Beschreibungen von alltäglichen und manchmal simpel erscheinenden Begebenheiten (zum Beispiel ein Spiel, ein Lied, ein Gebet...) sind damals absolut real gewesen und hervorragend recherchiert in diesem Buch wiedergegeben. Der Schreibstil ist wunderbar unkompliziert, sehr flüssig zu lesen und genauso informativ wie auch spannend. Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen, plus einen extra, da mich dieses Buch von Anfang bis Ende faszinierte und ich die kleinen unterschiedlichen Geschichten in diesem Gesamtwerk als ganz großes Kino empfand. c)K.B.

Der Kuss des Feindes

Bewertung von dietergoebler aus essen -kray am 30.06.2012
Mit dieser Erzählung hat Titus Müller bewiesen, dass er auch im Jugendbuchbereich einer der ganz Großen ist. Die Thematik - Islam und Christentum zieht dich durch diesen genau recherchierten ,historischen Roman. Die Christin Savina und der Moslem Arif und ihre aufkeimende Liebe , die Ängste und Zweifel werden eindrücklich geschildert. Zitate aus Bibel und Koran machen deutlich , wo Übereinstimmung oder Ferne dieser beiden Religionen sind. Die Geschichte wird spannend und flüssig erzählt . Viele Nebenfiguren -z.B. behinderte Bruder , schwarzer Freund/Feind ,Alter Christ ,weiser Scheich, machen das Buch so besonders liebenswert! Eine Brücke von der Vergangenheit zur heutigen Situation erscheint zwangsläufig! Das verbindende suchen und Gott/Allah entscheiden lassen. Das Buch ist ein eindringlichen Plädoyer für Nächstenliebe, Toleranz und Mitmenschlichkeit! Sehr zu empfehlen. d.g.

Nachtauge

Bewertung von Karthause am 12.03.2013
In „Nachtauge“ gibt es zwei, lange Zeit parallel verlaufende Handlungsstränge, die der Autor geschickt miteinander verknüpft. Lesern, denen die Geschehnisse des 16./17. Mai 1943 im Kreis Soest nicht geläufig sind, erschließt sich erst recht spät der Zusammenhang der beiden Geschichten, so ist Spannung garantiert.. Vor 100 Jahren wurde die Möhnetalsperre erbaut und vor 70 Jahren von der britischen Luftwaffe bombardiert und zerstört. Die Ereignisse im deutschen Neheim und den verzweifelten Kampf der britischen Spionageabwehr thematisiert Titus Müller in diesem Roman. Sehr bildhaft schildert er das Leben und den Alltag im Lager der ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und die Versuche Georg Hartmanns, ihnen das Leben wenigstens ein kleines bisschen zu erleichtern. Er versucht, so unauffällig wie möglich Vorschriften zu umschiffen, schmuggelt Romane russischer Klassiker ins Lager, bittet um größere Essensrationen und bessere medizinische Betreuung. Sein Tun bleibt aber nicht lange unbemerkt. Den Blockwart hat er bereits verärgert, weil er es bisher umgehen konnte, zu spenden. Als dieser in daraufhin denunziert, wurde es auch für Axel Rottländer schwer, seine schützende Hand über den Schwager zu halten. Als dieser sich dann auch noch mit der Ukrainerin in der Öffentlichkeit zeigt, läuft die Gestapo-Maschinerie an. Auch der in England angesiedelte Teil der Romanhandlung um die Jagd auf die kaltblütige deutsche Agentin war durchaus überzeugend. Die Angst vor dem Scheitern der kriegsentscheidenden Operation wurde sehr glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben. Durch seine gekonnte, der Zeit angemessene Wortwahl und die angenehme sprachliche Gestaltung des Romans bekommt der Leser ein gutes Gefühl für die Zeit. Seine Protagonisten hat Titus Müller sehr facettenreich charakterisiert. Alle hatten Stärken und Schwächen. Ihr Handeln war nachvollziehbar und, was ich ganz besonders schätze, sie machten im Laufe der Handlung eine Entwicklung durch. Sowohl die Operation Chastise als auch die Liebesgeschichte von Georg und Nadjeschka haben einen wahren Hintergrund. Letztere wurde sehr gefällig in die Romanhandlung eingefügt und wirkte weder aufgesetzt noch in irgendeiner Weise kitschig, sondern einfach sehr natürlich. Die Angst und Zweifel waren logisch und nachvollziehbar. „Nachtauge“ las ich fast an einem Stück. Ich konnte den Roman nicht aus der Hand legen bevor die letzte Seite gelesen war. Er war spannend und hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Ich hatte das Gefühl, dem Bericht von Zeitzeugen zu lauschen. In dem Buch sind noch Anmerkungen des Autors zu den historischen Ereignissen und Hintergründen enthalten. Dadurch wird die wirklich spannende Lektüre abgerundet. Ich empfehle diesen Roman sehr gern weiter.

Tanz unter Sternen

Bewertung von Joschne aus Sittensen am 08.01.2013
Als Barfußtänzerin auf die Titanic Für Nele Stern wird ein Traum wahr: Als Barfußtänzerin feiert sie ihren ersten Auftritt im renommiertesten Varieté ihrer Zeit, dem Berliner Wintergarten. Doch sie fällt beim Publikum als zu prüde durch. Da beschließt sie, nach Amerika auszuwandern: Das Geld reicht gerade für eine Fahrt in der 3. Klasse der Titanic. An Bord des Luxusliners lernt sie Matheus kennen, einen Pastor aus Berlin. Er reist mit Frau und Kind, durchlebt aber gerade eine Ehekrise. Ungeniert flirtet seine Frau, eine Tochter des kaiserlichen Hofbankiers, mit einem Engländer, der sich höchst verdächtig benimmt. Tatsächlich ist er ein Spion der britischen Krone. Der Zusammenstoß der Titanic mit einem Eisberg stürzt die Reisenden in einen Mahlstrom aus Wasser und Eis und setzt Liebe und Freundschaft einer weiteren Zerreißprobe aus. Zu Titus Müller Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 begründete er die Literaturzeitschrift Federwelt. 2002 war er Mitbegründer des Autorenkreises Historischer Roman QUO VADIS. Im gleichen Jahr veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman. Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis- und dem Sir Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.

Der Kuss des Feindes

Bewertung von Fabella von BuchZeiten aus Neuss am 03.05.2012
Inhalt: Wir schreiben das Jahr 800. Savina lebt in der unterirdischen Stadt Korama. Ihr Volk war zur Flucht in die Höhlen gezwungen, da sie Christen sind. Verfolgt von den Arabern, die sie als Feinde betrachten. Und das nur, weil sie den "falschen" Glauben haben. Doch nachts schleicht sich Savina aus den Höhlen um die Sterne zu betrachten, um Freiheit zu fühlen. Dort lernt sie Arif kennen - den Sohn des arabischen Hauptmanns, der ihr Volk bedroht. Doch von Arif geht für Savina keine Gefahr aus, im Gegenteil. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, zu seiner Andersartigkeit, seiner Ruhe. Und sie risikiert eine Menge, um Arif zu helfen. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Und dann gibt es auch noch Jonathan. Er liebt sie. Er ist aus ihrem Volk. Und er beobachtet Sie. Kann sie auch ihm vertrauen? Meine Meinung: Der Kuss des Feindes ist ein sehr ungewöhnliches Buch finde ich. Es behandelt ein immer wieder auftretendes, bzw. nie endendes Streitthema: Glauben. Wer hat den Richtigen, welcher ist der Richtige? Eine Frage, die sich mir persönlich nie stellt. Ich glaube an keine Religion, ich glaube nicht, dass es dutzend verschiedene Götter gibt .. ich denke, sie haben nur unterschiedliche Namen. Ich sage das jetzt, weil ich damit eigentlich ausdrücken möchte, dass ich dadurch diesem Buch bzw. seinem Thema sehr offen gegenüberstehe, ohne für eine Seite zu symphatisieren. Ich empfand das Buch als etwas bedrückend und düster. Passend zu dem Thema. Und doch - auch offen und hoffnungsvoll. Denn so schlimm der Krieg zwischen den zwei Völkern ist, so schön ist es, dass sich die Liebe scheinbar immer einen Weg bahnt. Und die Geschichte zeigt uns, dass es sich immer lohnt gegen den Strom zu schwimmen und das auf mehrere Arten. Wer sich nicht sicher ist, ob er dieses Buch lesen soll, den kann ich beruhigen. Es ist nicht eine einzige Schlacht um Glauben und Sieg. Ja, es spielt eine wichtige Rolle, aber mehr im Hintergrund. Vordergründig sind die Personen das wichtigste. Arif und ein paar seines Volkes und Savina und ein paar ihres Volkes. Wie sie die Tage erleben, mit den Schwierigkeiten umgehen, das Unmögliche möglich machen. Wie sie ihre Liebe finden - ohne dass es ein Liebesroman ist oder kitschig wird. Eigentlich ist es ein Buch, das Hoffnung spendet. Das Mut macht. Das Grenzen auflöst und zeigt, es geht auch anders. Ein kleiner Schritt ist manchmal ein unendlich großes Geschenk. Ich kannte bislang noch kein Buch des Autors. Wirklich eine Lücke wie ich feststellen mußte. Denn ich mochte die ruhige, oft ein bisschen sachliche Art des Autors, ohne dass er dabei gefühllos oder kalt das Geschehen vermittelt. Und trotz dieser Art hatte ich einige Male einen Kloß im Hals und war ergriffen von den Kleinigkeiten. Ein Beispiel, wie schön er mit Worten umgehen kann: "Ihre Umarmung berauschte ihn. Er war eins mit dem Pferd und mit dem Mondmädchen, die Nachtluft fuhr ihm wild ins Gesicht, und er hielt es ihr glücklich hin." Es ist doch toll, wie man mit so wenig Worten so viel erzählen, so viel ausdrücken kann, oder? Mir jedenfalls gefiel es sehr gut. Fazit: Ein ernstes und doch so viel Hoffnung gebendes Buch. Ihm fehlt zwar Leichtigkeit, dafür überzeugt es mit Eindringlichkeit und Gefühl, ohne einen Moment kitschig zu sein. Sehr empfehlenswert!

Nachtauge

Bewertung von Florianimgarten aus Kamp-Bornhofen am 18.02.2015
Dieser Roman beruht auf historischen Zeugnissen. Im Anhang des Buches kann man den historischen Hintergrund nachlesen. Der britische Geheimdienst MI5 jagd Jahrelang eine deutsche Spionin mit Codename "Nachtauge". Sie ist so gerissen, dass sie ihnen immer entwischt. Doch nun sind sie ihr ganz nahe auf den Fersen. Eine Operation der britischen Luftwaffe , Ziel die Möhnetalsperre, ist gefährdet. Georg Hartmann, Leiter im Lager der ukrainischen Frauen, die in der Munitionsfabrik arbeiten, ist eigentlich Lehrer. Er ist dem Einsatz an der Front nur entkommen, weil sich sein Schwager, der bei der Gestapo arbeitet für ihn eingesetzt hat. Die Ungarin Nadjeschka wird ihm neu zugeteilt. Georg verliebt sich in sie und stellt zum widerholten Male das System in Frage. Dieser Roman liest sich wunderbar. Die Atmosphäre der damaligen Zeit ist gut eingefangen. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen, auch für die Zivilbevölkerung ist greifbar nahe. Es ist eine Zeit, die wohl keiner von uns so wieder erleben möchte und doch gibt es in dieser Welt immer wieder Krieg, der ähnlich schlimm ist, wie die hier beschriebenen Zustände. Immer wieder sind unschuldige Menschen Opfer in einem Kampf mit sinnloser Gewalt. Der Angriff auf die Möhnetalsperre ist ein Ereignis, das aus dem Kriegsgeschehen herausragt. Unvergessen bleibt die Flut, die über die Stadt Neheim hereinbrach und die unzähligen Menschen das Leben gekostet hat. Der Roman zeigt auch deutlich, wie die Ideologie das Gehirn der Menschen umnebelt hat und sie falschen Werten gefolgt sind. Aber auch das ist nichts Neues. Um sich vor falscher Ideologie zu schützen, muss man wachsam sein und darf nicht nur danach schauen, ob es einem selbst gut geht. Nur wenige Menschen stellen daher das System in Frage und überlegen, was sie dagegen tun können. Heute, viele Jahre nach diesen Ereignissen kann man behaupten, man hätte es anders gemacht. Ist es wirklich so ? Auch heute sind viele Dinge im Gange und die Menschen merken es nicht, bis es zu spät ist. Was mich in diesem Roman auch etwas erschreckt hat, dass ein Menschenleben teilweise nichts zählt. Um Ziele zu erreichen, werden Menschen einfach getötet, manchmal im Vorbeigehen. Die Spionin "Nachtauge" ist so ein Beispiel. Immer wieder tötet sie Menschen, um ihrem Land zu dienen. Ihre Vorgeschichte ist vielleicht der Grund dafür, dass sie so geworden ist. Und Georgs Schwager Axel, der bei der Gestapo arbeitet. Zunehmend identifiziert er sich mit der Ideologie und vergißt dabei das Wichtigste im Leben. Hinter jeder Person steht eine Geschichte, die uns zusammen mit unserem Handeln und Denken zu dem macht, was wir sind. Manchmal muss man eine schreckliche Vergangenheit begraben , um ein anderes Leben führen zu können. Man muss vergeben. Sonst schürt Hass immer wieder neuen Hass. Fazit: Es erwartet euch ein einfühlsamer Roman, der auch zum Nachdenken anregt. Die Spionageschichte steht nicht im Vordergrund sondern bildet mit der Geschichte um Georg Hartmann und Nadjeschka und den allgemeinen Kriegsereignissen ein harmonisches Ganzes. Die Tatsachen im Anhang sind erschreckend.

Der Kuss des Feindes

Bewertung von Claudias Bücherregal aus Schleswig-Holstein am 30.04.2012
Um 800n Chr. in Kappadokien sind Christen und Araber aufgrund ihrer unterschiedlichen Religionsansichten extrem verfeindet. Um Angriffen der kampferprobten Araber zu entgehen, ziehen sich die Christen immer wieder in unterirdische Städte zurück. Doch das Leben unter der Erde ist besonders für Savina oft eine Qual, da sie die Natur liebt. Als sie sich eines nachts erneut heraus schleicht, lernt sie Arif kennen. Er ist nicht nur Araber und somit der Feind, sondern auch noch der Sohn des arabischen Hauptmannes, sein Vater führt die Gruppe an. Obwohl die beiden sich gegenseitig bekämpfen und verraten müssten, verlieben sie sich ineinander, aber wie soll diese Liebe je eine Chance erhalten... "Der Kuss des Feindes" führt den Leser in eine Welt, die mir recht unbekannt war. Bisher hatte ich keine Ahnung davon, dass um 800n Chr. in Kappadokien zum Teil Städte mit 10.000 Menschen unterirdisch existierten und die Bevölkerung sich so vor Angriffen schützen konnte. Wie man im Anhang des Romans erfährt, war Titus Müller selbst vor Ort und hatte die Gelegenheit Teile einer unterirdischen Stadt selbst zu besuchen und diese Erfahrung und das damit verbundene Wissen hat er gekonnt in seinen Jugendroman einfließen lassen. Mit seiner bildhaften Sprache schafft er es, diese Welt dem Leser näher zu bringen, so dass man sich das Setting sehr gut vor Augen führen kann. "Die ganze Hässlichkeit des Krieges lag zwischen den Häusern: Menschen, die gestern noch gesprochen hatte, geatmet, gegessen, gewünscht hatten, die gelaufen waren und den Wind auf der Haut gespürt hatten - sie rührten sich nicht mehr, waren zu leblosen Formen geworden." (Seite 167) Sehr gut gefällt mir auch, wie der Autor mit den unterschiedlichen Religionen umgegangen ist. Er vergleicht die Bibel und den Koran, lässt seine Charaktere manchmal objektiv, manchmal aber auch subjektiv über die Unterschiede diskutieren, stellt jedoch auch Gemeinsamkeiten heraus und schafft es nie abwertend über eine der beiden Religionen zu urteilen. Diesen Religionspart fand ich sehr interessant, da er erstens sich nicht anfühlt wie Religionsunterricht, sondern diese Informationen geschickt in die Handlung eingearbeitet wurden, und ich mich bisher noch nicht so intensiv mit dem Koran auseinander gesetzt hatte. Der Roman ist sehr flüssig geschrieben und es macht Spaß die Handlung zu verfolgen. Neben der glaubhaften Liebesgeschichte zwischen Savina und Arif, welche natürlich sehr sehr schnell entstanden ist, war es auch interessant weitere Handlungsstränge zu verfolgen. Das Finale war nicht wirklich überraschend, aber das vorhersehbare Ende gehört einfach zu dieser Art von Geschichte dazu und ist somit auch absolut zufrieden stellend. Wie der Klappentext bereits verrät ist der Roman ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit und dieses Ziel wird im Roman gut vermittelt und ich finde es sehr unterstützenswert. Liebe kennt halt keine Grenzen und so soll es auch sein! Fazit: Romeo und Julia in der Religions-Edition ist Titus Müller sehr gut gelungen und sorgt dafür, dass man sich weitere Jugendbücher von ihm wünscht. Gebundene Ausgabe: 282 Seiten Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (2. April 2012) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3596854458 ISBN-13: 978-3596854455 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre

Bewertung von writingmom am 21.05.2011
Das Buch hat 144 Seiten, wovon allerdings knapp 40 leer gehalten wurden, um Raum für eigene Notizen zu bieten. Somit besteht der Ratgeber effektiv aus 106 Seiten, die in folgende 9 Kapitel unterteilt sind: Kapitel 1 Einleitung, oder: Zehn Arten sich zum Schreiben zu motivieren. Kapitel 2: Wie erzeuge ich Spannung? Kapitel 3: Das Überarbeiten Kapitel 4: Die Sprache Kapitel 5: Figur und Identifikation Kapitel 6: Das Veröffentlichen Kapitel 7-9: Interviews mit Andreas Eschbach, Rebecca Gablé und Kai Meyer Jedem Kapitel ist ein Zitat eines bekannten Autors oder einer wichtigen Persönlichkeit vorangestellt. Das Buch ist sehr gut und unterhaltsam geschrieben und man glaubt öfter mal während des Lesens, sich selbst in diesen Zeilen wiederzuerkennen. Das Cover besteht aus hochwertigem Leinen und sogar ein Lesebändchen ist dabei. Trotzdem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis angesichts der Seitenzahlen und des kleinen, wenn auch handlichen Formats eher fraglich. Ob man sich diesen Ratgeber dennoch zulegen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Inhaltlich ist er auf jedenfall eine Empfehlung.

Tanz unter Sternen

Bewertung von sonjaliest aus Hannover am 03.09.2013
INHALT: Die Tänzerin Nele Stern ist enttäuscht von ihrer bisherigen Karriere in Berlin und beschließt auszuwandern. Der Pastor Matheus will seiner Frau Cäcilie und seinem Sohn Samuel endlich etwas bieten und nimmt eine Einladung nach New York an. Die Reise wird von allen mit der Titanic angetreten und das Schicksal führt alle zusammen. Spionage, Betrug, Leidenschaft, Verrat, Unglück und Nächstenliebe treffen geballt aufeinander. Wer hat eine Chance? FAZIT: Man merkt dem Schreib- und Erzählstil des Autors an, dass dies nicht sein erster Roman mit historischem Hintergrund ist. Denn hier erfährt der Leser ganz nebenbei die politische Lage, die Konstruktion der Titanic und einige Abläufe. Der Schreibstil lässt sich trotz "schwerer" historischer Kost gut lesen. Hier wurde gut recherchiert. Leider habe ich keine richtige Verbindung zu den Hauptfiguren aufbauen können. Sie waren mir teilweise sogar richtig unsympathisch. Das Zusammenspiel der Figuren fand ich teilweise etwas lieblos. Spannender wurde die Handlung natürlich ab dem Zeitpunkt der Kollision der Titanic mit dem Eisberg. Denn auch in diesem Buch geht das Schiff unter ;) . Interessant fand ich auch die separat an den Roman angefügten historischen Hintergründe. Ich vergebe daher 3 von 5 Punkten. http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/09/titus-muller-tanz-unter-sternen-von.html

Der Kuss des Feindes

Bewertung von Eva L. aus Osnabrück am 19.07.2012
In seinem ersten Jugendroman setzt sich Titus Müller mit einem für Jugendbücher eher ungewöhnlichen Thema, der Verfolgung der Christen durch die Araber im ersten Jahrtausend nach Christus, auseinander und platziert darin eine Romeo- und Julia- Geschichte. Eine Christin und ein Araber verlieben sich ineinander und müssen gegen große Widerstände kämpfen, denn ihre Religionen sind seit langer Zeit verfeindet und bekämpfen sich mit großer Gewalt. Gewalttätig geht es auch bei den Arabern untereinander zu, ihr Alltag ist geprägt von Verleumdungen und sie schrecken auch vor Mord nicht zurück, um sich selbst besser dastehen zu lassen und einen Konkurrenten auszuschalten. Diese Gewalt hat es mir besonders zu Beginn des Buches etwas schwer gemacht, es zu mögen. Stellenweise mochte ich gar nicht weiterlesen weil so grausame Pläne geschmiedet wurden, dass ich gar nicht wissen wollte, wie es weiterging. Natürlich erhöhen die Pläne und Intrigen aber auch die Spannung und damit den Sog, den diese Geschichte ausübt, so dass man letztendlich nicht umhin kann, das Buch doch zu ende zu lesen. Weniger spannend für mich, die mit Religion wenig am Hut hat, waren die Passagen, in denen es um die Feindschaft zwischen Christentum und Islam oder um die Religionen als solches geht. Manchmal lesen sie sich noch recht interessant und versorgen den Leser mit Informationen, manchmal verleiten sie aber auch dazu, diese Stellen nur zu überfliegen und erst konzentriert weiter zu lesen, wenn die Geschichte weitergeht. Ich sehe ein, dass Religion für „Der Kuss des Feindes“ eine große Rolle spielt, aber mir hätte nichts gefehlt, wenn es an wenigeren Stellen um sie gegangen wäre. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dieses Buch jemandem, der sich für Religion interessiert, viel Stoff zum nachdenken und diskutieren liefert. Sehr begeistert haben mich die Figuren, die Titus Müller für seine Geschichte geschaffen hat. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, die Charaktere sind äußerst facettenreich und zeigen sich sowohl von ihrer guten als auch von ihrer schlechten Seite. Niemand ist perfekt, alle haben ihre Fehler, der eine mehr, der andere weniger. Es gibt einige wenige Reizfiguren, die man vom ersten Augenblick an hasst, beim größten Teil der Figuren benötigt man jedoch das ganze Buch, um sich ein Bild von ihnen machen zu können. Besonders Arif kann immer wieder überraschen. Das, was sich zwischen ihm und Savina entwickelt, ist nicht immer ganz nachvollziehbar, verleiht der Geschichte aber einen sehr romantischen Touch und vermittelt das Gefühl, dass alles möglich ist, wenn man nur fest daran glaubt. Überhaupt ist dies der Grundton des ganzen Buches und macht es somit zu einer Hommage an die Freundschaft über alle Widrigkeiten hinaus. „Der Kuss des Feindes“ konnte mich aufgrund der für meinen Geschmack zu sehr im Vordergrund stehenden Religionen nicht 100%ig überzeugen. Trotzdem halte ich es für ein gutes und durchaus wichtiges Buch, denn die Nachricht, die es vermittelt, sollte sich jeder Mensch zu Herzen nehmen.
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