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Benutzername: Dreamworx
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Bewertungen

Insgesamt 174 Bewertungen
Bewertung vom 17.03.2019
Wie Gräser im Wind
Zeiss, Ella

Wie Gräser im Wind


ausgezeichnet

1930. Als das stalinistische Regime auf der Krim Enteignungen von Deutschstämmigen vornimmt, trifft es auch die Familie Scholz. Wilhelm weigert sich vehement, seinen Grund und Boden an den Staat abzugeben. Als Folge davon werden er, Ehefrau Anna und die drei Kinder Yvo, Erich und Rita nachts von Bewaffneten aus ihrem Haus geworfen und fernab ihrer Heimat gewaltsam ins kalte Sibirien umgesiedelt, wo sie wie viele andere Vertriebene in Arbeitslagern untergebracht werden. Familie Scholz kämpft in eisiger Kälte nicht nur gegen Hunger, sondern wie viele andere auch ums Überleben. Der im Nordkaukasus lebenden deutschstämmigen Familie Pfeiffer ergeht es 1937 nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ebenso wie den Scholzes, allerdings gelingt es dem Lehrer Samuel Pfeiffer und seiner Familie, bei einem nächtlichen Fluchtversuch dem Erschießungskommando zu entgehen. Doch die Verfolgung und der Hass auf die Familie begleitet sie auf ihrer Flucht quer durch die Sowjetunion…
Elvira Zeißler hat unter dem Pseudonym Ella Zeiss mit ihrem Roman „Wie Gräser im Wind“ den ersten Band ihrer zweiteiligen Serie „Tage des Sturms“ vorgelegt und erzählt darin die Geschichte ihrer Großeltern, die ursprünglich aus Kasachstan stammen. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und emotional zugleich, der Leser rutscht von der ersten Seite an in eine vergangene Zeit, die von Grausamkeit, Hoffnungslosigkeit, Entbehrungen, Hunger und Krieg geprägt ist und darf dabei zwei Familien kennenlernen, die fast den gleichen Leidensweg erfahren müssen. Sehr berührend vermittelt die Autorin die damaligen Zustände, unter denen die Vertriebenen leben mussten und alles zeigt Parallelen zu den Nazis auf, die damals die Juden enteigneten, während die Russen den deutschstämmigen Siedlern ihre Identität und ihr Eigentum entrissen und sie innerhalb des Landes verschleppten, wobei nicht wenige spurlos verschwanden oder exekutiert wurden. Besonderen Respekt muss man den Menschen zollen, die dieses Märtyrium durchgestanden haben und dabei nie die Hoffnung verloren, immer nach ihren Angehörigen suchten und ihre Familien zu beschützen versuchten. Sie waren Quälereien, Hohn und Spott ausgesetzt, nirgendwo waren sie willkommen und lebten in ständiger Angst. Sehr lebhaft und mit einer bildreichen Sprache bringt die Autorin auch die schlimmsten Momente und die größte Kälte dem Leser so nah, dass man während der Lektüre konstant Gänsehaut hat.
Den Charakteren wurde auf liebevolle Art Leben eingehaucht, sie wachsen dem Leser schnell ans Herz und lassen ihn Teil der Verfolgten werden, immer mit einer kleinen Distanz, um darüber nachzudenken, wie man selbst in solchen Situationen handeln oder ob man sie überhaupt überleben würde. Dabei wächst der Respekt ins Unermessliche, wenn man sich vor Augen führt, was die Protagonisten alles am eigenen Leib erfahren haben und dass es sich um eine autobiografische Darstellung handelt. Der Mut, die Stärke und vor allem die Kraft, sich immer wieder zu mobilisieren, auch wenn die politische Situation aussichtslos erscheint, sie keine wirkliche Heimat mehr haben und sie immer wieder gegen Windmühlen oder um ihr Leben kämpfen, macht diese Menschen zu den wahren Helden der damaligen Zeit. Aufgabe war für sie nie eine Option, sie haben immer wieder mit wenigen Dingen aufs Neue versucht, ihr Leben wieder in normale Bahnen zu lenken und dabei auch anderen Gleichgesinnten noch zu Hilfe zu kommen.
„Wie Gräser im Wind“ ist ein sehr gelungener Serienauftakt, voller Emotionen, gesellschaftlicher und politischer Hintergründe und viel Stoff, den Leser zum Nachdenken anzuregen und eigene Recherche zu betreiben. Man darf auf die Fortsetzung sehr gespannt sein. Verdiente Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.03.2019
Zehn Wünsche bis zum Horizont
Heatherington, Emma

Zehn Wünsche bis zum Horizont


sehr gut

Das Leben meint es gerade nicht gut mit der 33-jährigen Maggie, denn nur ein Jahr nach der Hochzeit möchte ihr Ehemann Jeff die Scheidung, um mit einer anderen Frau ein neues Leben zu beginnen. Auch im Job läuft ist nicht gerade optimal, denn durch die Enttäuschung arbeitet Maggie nur auf Sparflamme und versucht, ihre Enttäuschung durch Alkohol zu betäuben. Dabei sollte Maggie dankbar sein für ihr Leben und sorgsam damit umgehen, denn seit 17 Jahren trägt sie das Spenderherz der 16-jährigen Lucy Harte in sich. Dann nimmt überraschenderweise Lucys Bruder Simon Kontakt mit Maggie auf und möchte sie kennenlernen. Bei ihrer Begegnung übergibt Simon Maggie eine Liste von Lucy, in der sie alle ihre Wünsche aufgeschrieben hat, die sie unbedingt tun möchte und wozu es ja leider nicht mehr kam. Irgendwie rührt Maggie diese Aufstellung und sie macht sich daran, an Lucys Stelle diese Liste in Angriff zu nehmen als Dank für das Spenderherz. Wird dies Maggie neuen Lebensmut geben?
Emma Heatherington hat mit ihrem Buch „Zehn Wünsche bis zum Horizont“ einen interessanten und anrührenden Roman vorgelegt, der sich mit dem schwierigen Thema Organspende und dem Leben damit beschäftigt. Der Schreibstil ist flüssig und leicht, mit einem recht emotionalen Prolog wird der Leser sogleich in die Geschichte gebeamt, um sich dort an der Seite von Maggie wiederzufinden, die anscheinend in einem Meer von Problemen buchstäblich ertrinkt. Die Geschichte wird in der ersten Person aus Sicht von Maggie erzählt, was einem die Protagonistin noch näher bringt, weil der Leser gleichzeitig Einblick in ihre Gedankenwelt erhält. Lucy lernt der Leser durch eingeschobene Tagebuchseiten kennen, wo sie als 16-jährige ihre Träume und Wünsche für das Leben festgehalten hat, die berühren. Das Leben mit einem Fremdorgan bedeutet immer, tagtäglich und auf Jahre hinaus Medikamente zu nehmen, um ein Abstoßen des Organs zu verhindern. Insofern ist es doch etwas befremdlich, wenn man als Leser lesen muss, dass die Hauptprotagonistin ihren Kummer mit Alkohol betäubt. Die Lebenszeit des Organs bestimmt auch immer die des Empfängers und ist nur begrenzt, so dass eine erneute Transplantation erforderlich wird, und die Wartezeiten dafür sind heute sehr lang, vor allem für Herztransplantationen. Der Empfänger sollte sich immer bewusst sein, welch großes Geschenk ihm da zuteilwird und dass es oftmals mit dem Tod eines anderen Menschen zusammenhängt.
Die Charaktere sind sehr individuell und lebendig ausgearbeitet. Sie wirken durch ihre Ecken und Kanten sehr authentisch und machen es dem Leser leicht, sich in sie hineinzuversetzen, ihre Handlungsweisen nachzuvollziehen und mit ihnen zu fiebern. Maggie lebt seit ihrem 14. Lebensjahr mit einem Spenderherz, das hat ihr Leben bis heute geprägt. Durch die nun auftretenden Schicksalsschläge suhlt sie sich in Selbstmitleid, geht recht fahrlässig mit ihrem geschenkten Leben um und wirkt eher wie ein Kind, das seinen Willen nicht bekommt. Das macht sie erst einmal nicht gerade sympathisch. Erst nach und nach schleicht sie sich ins Leserherz, als sie erkennt, welch große Chance sie doch eigentlich bekommen hat und das Leben durch Lucys Wünsche wieder neu für sich entdeckt. Sie wird immer offener, fröhlicher und genießt jede Minute, die sie erleben darf. Lucy ist ein Teenager, der sich das Leben bunt und aufregend vorstellt. Sie ist liebenswert und sprüht vor Ideen. Ihr Bruder Simon ist ein toller Kerl, ehrlich, offen und sensibel. Maggies Vater ist ein liebenswerter Mann, der nur das Beste für seine Tochter will. Die Mutter dagegen ist ein Drachen. Auch die weiteren Protagonisten wie Gerard oder auch Flo und Billie überzeugen mit ihren kleinen Episoden.
„Zehn Wünsche bis zum Horizont“ bietet neben einer emotionalen Reise zu sich selbst auch eine geografische, um die Wunschliste abzuarbeiten. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und berührt, was eine Leseempfehlung verdient!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.03.2019
Mit James auf Sylt
Thesenfitz, Claudia

Mit James auf Sylt


sehr gut

Nele spannt ihre 43-jährige Schwester Jana für zwei Monate als Hundesitterin für ihren Neufundländer James ein, nachdem Jana gerade ihren Job und ihren Freund verloren hat. Eigentlich keine schlechte Beschäftigung und die Unterbringung in einer Ferienwohnung auf Sylt ist auch nicht zu verachten. Aber Jana kann Hunde nun einmal nicht ausstehen, was James natürlich merkt und ihr das Leben zur Hölle macht. Da er nicht gerade der folgsamste Hund ist, muss Jana mit ihm auch noch einmal die Schulbank in einer Hundeschule drücken. Der Trainer geht Jana völlig auf die Nerven, wer will schon dauernd hören, dass man völlig betriebsblind ist, wenn es um Hunde geht. Einzig die Spaziergänge mit Frank und dessen Hündin Paula genießt Jana in vollen Zügen. Doch James hat mal wieder anderes im Sinn und macht Zicken, denn Paula gefällt ihm, und das war so gar nicht geplant und bringt alles durcheinander…
Claudia Thesenfitz hat mit ihrem Buch „Mit James auf Sylt“ einen sehr unterhaltsamen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist locker-flüssig und sehr humorvoll, der Leser lässt sich schnell auf die Nordseeinsel Sylt entführen und darf an einem wunderschönen Set sowohl Jana als auch James näher kennenlernen. Während der Leser Einblick in Janas Gedankenwelt erhält, sind es ausgerechnet die Verhaltensweisen und die Körpersprache von James die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen. Wer Hunde liebt und selbst einen besitzt, wird die eine oder andere Marotte sicherlich wiedererkennen. Die Autorin versteht es sehr gut, hier den Vierbeiner in den Vordergrund zu stellen und die eigentliche Hauptprotagonistin zur Nebendarstellerin zu degradieren. Allein die Tatsache, dass Jana mit Hunden nichts anfangen kann und am liebsten keinen in ihrer Nähe hätte, lässt die aufkommenden Schwierigkeiten schon erahnen und das Herz höher schlagen. Auch Hunde haben Charakter und merken schnell, wenn man Angst vor ihnen hat, was den eigenwilligen von ihnen natürlich Tür und Tor öffnet für so manche Schandtat.
Die Charaktere sind sehr lebensecht ausgestaltet und geben mit ihren individuellen Eigenschaften dem Leser die Möglichkeit, sich ihnen zu anzunähern. Jana ist zu Beginn eine etwas unterkühlte Frau, die viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Man braucht eine Weile, um hinter ihre Fassade zu blicken und sie von einer anderen Seite kennenzulernen. Der Star der Geschichte ist eindeutig James, der den Leser mit seiner Authentizität und seinem Verhalten begeistern kann. Er hat seinen eigenen Kopf und je nach Stimmung wird es schwer, ihn zu bändigen. Er weiß genau, welche Knöpfe er drücken muss und nutzt jede Gelegenheit aus, die man ihn nicht im Auge hat, um sich seinen Freiraum zu verschaffen und den Dingen nachzugehen, die ihn interessieren, ohne Rücksicht auf Verluste.
„Mit James auf Sylt“ ist ein lustiger und unterhaltsamer Roman, der die Lachmuskeln strapaziert und für angenehme Lesestunden sorgt. Besser kann man eine Leseempfehlung nicht verdienen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.03.2019
Sehnsucht nach Mill River (eBook, ePUB)
Chan, Darcie

Sehnsucht nach Mill River (eBook, ePUB)


sehr gut

Die kleine Stadt Mill River in Vermont war schon immer das Zuhause der über 80-jährigen Mary McAllister. Als Tochter eines Pferdezüchters hat sie es weit gebracht, denn nun lebt sie auf einem Hügel in einer Marmorvilla mit Blick auf die Stadt. Seit mehr als 60 Jahren, seit dem Unfalltot ihres Ehemannes, lebt Mary durch eine Sozialphobie abgeschottet und isoliert von der Außenwelt, denn seit sie als junges Mädchen misshandelt und vergewaltigt wurde und auch noch in einer Ehe voller Gewalt gefangen war, traut sie niemandem mehr. Einzig in Father Michael O‘Brien sieht sie einen Vertrauten und Freund, der sie bei ihren heimlichen Wohltaten für ihre Mitmenschen unterstützt. Nun ist Mary vom Bauchspeicheldrüsenkrebs gezeichnet und setzt mit Tabletten ihrem Leben ein Ende. Father Michael kommt die Aufgabe zu, Marys Vermächtnis öffentlich zu machen…
Darcy Chan hat mit ihrem Buch „Sehnsucht nach Mill River“ einen sehr einfühlsamen und fesselnden Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und gefühlvoll, der Leser wird schnell in die Geschichte hineinkatapultiert und darf regen Anteil an Marys Leben nehmen, wobei er sie sehr gut kennenlernt. Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, die berichtet von der Gegenwart, die andere lässt den Leser durch die Gedanken von Father Michael auf eine junge Mary treffen und darf sich in ihrer Vergangenheit in den 40er Jahren umsehen. Durch den regen Perspektivwechsel bekommt der Leser schnell ein gutes Bild über die zwischenmenschlichen Verhältnisse innerhalb der Kleinstadt sowie die Schicksalsschläge, die Mary erdulden musste. Sehr gekonnt führt die Autorin die beiden Ebenen am Ende zusammen und lässt die Zusammenhänge und das Handeln der Protagonistin noch deutlicher zu Tage treten. Ebenso gefühlvoll werden die Kleinstadtbewohner mit ihren eigenen Geschichten thematisiert, um aufzuzeigen, wie Mary mit ihrem unsichtbaren Handeln in ihre Leben eingreift. Das Geheimnis von Mary verwahrt sich die Autorin bis zum Schluss, so bleibt die Handlung unterschwellig spannend.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich angelegt und lassen dem Leser die Wahl, seine Sympathien gerecht zu verteilen. Mary ist eine Frau, die in ihrem Leben einiges ertragen musste. Schon als junge Frau vergewaltigt, verliebt sie sich ausgerechnet in einen brutalen und arroganten Schnösel, der sie heiratet und zu einer gut situierten Frau macht. Doch das Leben mit ihm ist ein Märtyrium, Schläge und Demütigungen an der Tagesordnung, was Mary so sehr traumatisiert, dass sie am Ende nicht mehr in der Lage ist, zu Menschen in ihrem Umfeld Kontakt zu wahren. Sie isoliert sich völlig von der Außenwelt, lebt einsam und allein in ihrem Haus und beobachtet die Menschen der Stadt. Father Michael ist über Jahre ihre einzige Bezugsperson. Dabei hat Mary ein großes Herz, ist hilfsbereit und selbstlos. Patrick ist ein brutaler Mann, der immer bekommt, was er will. Aber er weiß nichts zu schätzen, sondern ist schnell gelangweilt. Father Michael ist ein sympathischer Mann mit einer Marotte für Silberlöffel, die er überall mitgehen lässt. Aber auch Protagonisten wie die Lehrerin Claudia, Daisy Delaine oder Kyle Hansen geben der Handlung immer wieder ein neues Gesicht.
„Sehnsucht nach Mill River“ ist ein wunderschöner und unterhaltsamer Schmöker, der die verschiedensten Themen anpackt. Hier hat die Liebe ebenso Platz wie Schicksalsschläge, Einsamkeit, oder auch Geheimnisse. Erzählerisch schön und einfühlsam verpackt in eine sehr kurzweilige Lektüre. Verdiente Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.03.2019
Sommerflimmern
Merburg, Marie

Sommerflimmern


sehr gut

Ariane nennt die Urlaubsinsel Rügen ihr Zuhause, doch wäre sie liebend gern woanders, denn ihr Leben ist momentan der pure Stress, was allerdings weniger an den Hochzeitsplanungen für ihre Freundin liegt, sondern eher an ihrer eigenen Mutter, die sie unbedingt an den „Mann“ bringen will. Als die alte Trudi mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus kommt, soll Ariana deren Tochter Astrid benachrichtigen, doch die scheint spurlos von der Insel verschwunden zu sein. Nachdem Ariane herausgefunden hat, dass Astrid nunmehr auf Usedom ihre Zelte aufgeschlagen hat, versucht Ariane, sie zu kontaktieren. Allerdings antwortet nicht Astrid, sondern deren Sohn David, der ziemlich geheimnisvoll tut, um dann kurze Zeit später überraschend im Rügener Krankenhaus aufzutauchen, damit er sich um seine Großmutter Trudi kümmern kann. Dabei bringt er Ariane ziemlich aus dem Tritt…
Marie Merburg hat mit ihrem Buch „Sommerflimmern“ einen sehr unterhaltsamen und warmherzigen Liebesroman vorgelegt, der durch ein altes Familiengeheimnis für Spannung sorgt und den Leser mit seinem flüssigen, gefühlvollen und bildhaften Schreibstil direkt abholt, um ihn in die Handlung hinein zu bugsieren. Fortan steht er an Arianes Seite und darf sie aus nächster Nähe bei ihrem Alltag begleiten, ihr in Herz und Seele schauen und dabei ihre Gedanken lesen, die sie umtreiben. Schon die farbenprächtigen Beschreibungen der Insel geben dem Leser die richtige Einstimmung für einen kleinen Urlaub vom Alltag. Die Bilder vom Strand und der Ostsee lassen die Gedanken wandern, während man der Geschichte von Ariane folgt und versucht, den dem Geheimnis um die Misstöne zwischen Oma Trudi und Tochter Astrid auf den Grund zu kommen.
Die Charaktere sind durchweg lebensecht skizziert und überzeugen durch Authentizität. Dem Leser wird die Möglichkeit gegeben, sich in sie hineinzuversetzen, ihre Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen und sich ihnen nahe zu fühlen. Ariane ist eine offene und ehrliche junge Frau. Sie ist beruflich zwar nicht gerade erfolgreich, aber durch ihre sympathische, mitfühlende und hilfsbereite Art wächst sie vielen schnell ans Herz. Bisher konnte sie sich gegen ihre Mutter nicht durchsetzen, doch im Verlauf der Geschichte gewinnt sie immer mehr an Selbstbewusstsein und lernt, sich zur Wehr zu setzen. David ist ein interessanter und geheimnisvoller Mann, der für einige Aufregung sorgt. Auch die weiteren Protagonisten können mit ihrem Auftritt überzeugen und machen die Handlung rund.
„Sommerflimmern“ ist eine schöne Lektüre für den Urlaub oder einen verregneten Sonntag auf der Couch, mit der man dem schnöden Alltag entfliehen und sich wunderbar unterhalten kann. Schön erzählt und mit einer Leseempfehlung versehen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.03.2019
Madame Piaf und das Lied der Liebe
Marly, Michelle

Madame Piaf und das Lied der Liebe


ausgezeichnet

1944 Paris. Nachdem die Besatzung durch die Deutschen beendet ist, wird die 29-jährige Chanteuse Édith Piaf wie viele damalige Künstler als Kollaborateurin angeklagt, was ein Auftrittsverbot zur Folge hätte. Ihre Sekretärin half ihr, ihre Unschuld zu beweisen, mit deren Hilfe hatte sie sogar während des Krieges einigen gefangengehaltenen französischen Soldaten zur Flucht verholfen. Während eines Engagements im Moulin Rouge begegnet ihr Yves Montand, der heute noch als einer der berühmtesten Chansonnier und Schauspieler Frankreichs gilt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Liebesbeziehung, aber auch beruflich waren sie gemeinsam recht erfolgreich. Aus dieser Zeit stammt das Lied „La vie en rose“, welches neben „No, je ne regette rien“ Édith Piaf bis heute unsterblich macht.
Michelle Marly, besser bekannt als Micaela Jary, hat mit ihrem Buch „Madame Piaf und das Lied der Liebe“ einen sehr interessanten und fesselnden Roman mit autobiografischen Zügen vorgelegt, in der die unvergessene französische Chanteuse Édith Piaf wieder zum Leben erweckt wird. Der Schreibstil ist flüssig und lädt den Leser ein, schnell in die Geschichte einzutauchen, um sich heimlich und leise an die Fersen der nur 1,47 m kleinen Édith Piaf zu heften und sie und ihr Leben genauer kennenzulernen. Obwohl hauptsächlich die Jahre von 1944 bis 1947 thematisiert werden, bekommt der Leser durch eingeschobene Rückblenden einen guten Einblick in die Vergangenheit Édiths. Von der Mutter, die als Sängerin arbeitete, bereits kurz nach der Geburt verlassen und bei der Großmutter untergebracht, begleitet sie ihren Vater ab ihrem 10. Lebensjahr auf der Straße, wo er als Akrobat bei einem Wanderzirkus arbeitet und seine Tochter zur Straßensängerin drillte. Die Alkoholsucht ihres Vaters und auch die Gewalttätigkeit, die ihr Vater an ihr ausließ, haben Ediths Leben geprägt und ihren Willen gestärkt, so dass sie sich als 15-jährige von ihrem Vater trennte und allein nach Paris ging, wo sie anfangs noch als Straßenmusikerin auftrat, bevor sie ein Engagement an einem kleinen Kabarett bekam. In Raymond Asso fand sie in den 30er Jahren ihren Mentor, der ihrer Karriere zum Aufstieg verhalf. Einige Jahre später tat Édith Piaf dann dasselbe für Yves Montand. Die Autorin hat sehr gute Recherchearbeit geleistet und das Leben der Sängerin wunderbar nachgezeichnet. Der Leser bekommt während der Lektüre das Gefühl, Teil der damaligen Zeit zu sein, bekannte Persönlichkeiten kennenzulernen und Anteil an ihrem Leben zu haben. Zudem gibt die Autorin mit farbenfrohen und detaillierten Beschreibungen dem Leser die Möglichkeit, alles vor dem inneren Auge vor sich zu sehen gleich einem wunderschönen Kopfkino.
Die Charaktere sind detailliert ausgestaltet und geben dem Leser durch ihre individuellen Eigenschaften die Möglichkeit, sich ihnen anzunähern und sich in sie hineinzuversetzen. Édith ist eine Frau, die bereits von frühester Kindheit an durch eine harte Schule gehen musste. Von den Eltern verlassen und bei der Großmutter abgegeben, hat sie Stabilität nie erfahren. Der Alkoholkonsum ihres Vaters, der auch Gewaltausbrüche zur Folge hatte, hat Èdith stark werden lassen und mit dem nötigen Kampfgeist ausgestattet. Sie ist von kleiner Statur, doch ihre Persönlichkeit besitzt eine Größe, der sich viele nicht entziehen können. Für zahlreiche amouröse Abenteuer sowie ihre Großzügigkeit ist sie ebenfalls bekannt. Leider verfällt sie zeitweise ebenso dem Alkohol wie ihr eigener Vater. Yves Montand wirkt eher zurückhalten und schüchtern, da kommt die willensstarke Édith gerade recht, um ihn aus der Reserve zu locken, sein Talent zu erkennen und ihn dabei zu unterstützen, mehr aus sich herauszugehen.
„Madame Piaf und das Lied der Liebe“ ist ein sehr schöner Roman über die unsterbliche Édith Piaf, eine Frau, die sich nicht verbiegen ließ und das Leben in allen Facetten zu nehmen wusste. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 15.03.2019
Mühle mit Meerblick
Henry, Kim

Mühle mit Meerblick


ausgezeichnet

Die Mittzwanzigerin Caroline „Line“ kommt mit ihrem Rucksack voller Habseligkeiten auf der dänischen Insel Strynø, denn auf einem Foto von ihrer Mutter ist eine alte Mühle abgebildet, die hier stehen soll. Insgeheim erhofft sich Line Informationen über ihre Mutter, die sie nie kennengelernt hat, stattdessen von einer Pflegefamilie in die nächste durchgereicht wurde, bis sie am Ende im Waisenhaus landete. Auf Strynø fällt Line mit ihrem rabenschwarzen Haar und der bunten Strähne sowie ihrem eigenwilligen Kleidungsstil sofort auf. Schnell steht sie vor ihrer Großmutter Louise, die sie herzlich bei sich aufnimmt, wenn sie sich einen Job sucht. Den hat sie auch bald als Aushilfe auf der Fähre gefunden und nebenbei jede Menge neuer Freunde in den kauzigen Inselbewohnern. An ihrem ersten Tag auf der Insel hat sie auch bereits Bekanntschaft mit dem „Insel-Ripper“ gemacht, der 16 Jahre ältere wortkarge Adam Steinbach ist Deutscher und ehemaliger Lehrer, der sich in der Mühle ein neues Zuhause eingerichtet hat. Anfangs sind Line und Adam noch auf Distanz, doch sie kommen sich schnell näher. Adam wird durch Line immer mehr in die Inselgemeinschaft aufgenommen. Doch Line will noch mehr…
Kim Henry hat mit dem Roman „Mühle mit Meerblick“ einen sehr unterhaltsamen und berührenden Roman vorgelegt. Der Erzählstil ist locker-flüssig und gefühlvoll, der Leser darf als unsichtbarer Gast an Lines Seite auf der kleinen dänischen Insel verweilen, Teil der Inselgemeinschaft werden und Lines Gedanken- und Gefühlswelt kennenlernen. Schnell fühlt man sich zwischen den zusammengeschweißten Inselbewohnern pudelwohl, trifft sich mal in der einen Küche, mal vor dem Gemischtwarenladen mit dem Insel-Trio oder bekommt Einlass in die wunderschön restaurierte Mühle, die innen einem Paradies gleich bis obenhin mit Büchern gefüllt ist. Hier geht jeder jedem zur Hand – der Spruch „geteiltes Leid ist halbes Leid“ stimmt hier wirklich. Besonders schön ist das Autorenduo das Problem der Legasthenie angegangen. Behutsam zeigen sie auf, dass man sich dessen nicht schämen muss, sondern dass dieses Problem ganz viele Menschen betrifft. Die Landschaftsbeschreibungen sind durch schöne Details wunderbar bildhaft, die Insel ersteht vor dem inneren Auge und man fühlt sich sofort heimisch, fühlt die Meeresbrise in den Haaren und den Salzgeruch in der Nase.
Die Charaktere sind liebevoll ausstaffiert, sie bestechen durch Individualität und Authentizität. Der Leser fühlt sich von Beginn an wohl mit den Insulanern und innerhalb ihrer Gemeinschaft. Line ist eine herzliche, offene und ehrliche junge Frau, die schon so einiges in ihrem Leben erlebt hat. Doch das hat ihren Optimismus nicht getrübt. Sie geht ohne Scheu auf die Menschen zu und trägt ihr Herz auf der Zunge, was ihr den Respekt und die Anerkennung der Einwohner sichert. Sie ist zielstrebig, allerdings wirkt sie manchmal auch etwas zaghaft, doch sie geht die Dinge an, die ihr wichtig sind. Adam wirkt zuerst wie ein Eigenbrötler, abgeschottet von allem und jedem lebt er schon seit Jahren auf der Insel, vor allem, um einen Schicksalsschlag zu verdauen. Doch mit Line weht frischer Wind in sein Leben, er taut auf, lässt die Menschen in sein Haus und in sein Herz. Die Veränderungen sowohl bei Line als auch bei Adam sind wunderschön zu beobachten. Aber auch die Inselbewohner, allen voran Oma Lou, das Insel-Trio oder auch Kaspar schleichen sich schnell in des Lesers Herz und machen den Abschied von Strynø wahrlich schwer.
„Mühle mit Meerblick“ ist ein rundum gelungener Roman über das Inselleben, die Gemeinschaft, die Liebe und das Suchen und Finden von Dingen, die man vielleicht nicht einmal auf dem Zettel hatte. Unterhaltsam und mit viel Herz sorgt das Buch für wunderschöne Lesestunden und hat dafür die absolute Leseempfehlung verdient!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.03.2019
Das kleine Café am Meer
Beyer, Anja Saskia

Das kleine Café am Meer


gut

Als die Modeassistentin Hannah Blumberg von ihrer spanischen Freundin Lucia eine Einladung nach Mallorca erhält, kommt diese ihr gerade sehr gelegen, denn nach dem überraschenden Ende ihrer Beziehung per E-Mail und dem ausgelaufenen Arbeitsvertrag benötigt Hannah erst einmal Zeit, sich zu sortieren und zu überlegen, in welche Richtung ihr Leben weitergehen soll. Lucia hat ein Café eröffnet und mit einem herrlichen Blick aufs Meer kann man dort einfach nur genießen. Kaum auf Mallorca angekommen, vermittelt Lucia Hannah einen Job in der Pension ihres Freundes Sam, wo sie als Allrounderin für alles zuständig ist. Hannah hat während der Arbeit ausreichend Zeit zum Nachdenken, doch ihre Gedanken drehen sich auch verdächtig oft um Sam, der geheimnisvoll und unnahbar zugleich ist. Wird Hannah in Mallorca die Richtung für ihre Zukunft finden?

Anja Saskia Beyer hat mit ihrem Buch “Das kleine Café am Meer” einen recht unterhaltsamen Liebesroman vor der wunderbaren Kulisse Mallorcas vorgelegt, der dem Leser schnell gedanklich in die Ferien schickt und ihn dabei an die Seite von Hannah stellt, um sie bei einer für sie ereignisreichen Zeit zu begleiten. Die Handlung wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und lässt so dem Leser die Gelegenheit, alle Protagonisten kennenzulernen. Die Beschreibung der Örtlichkeiten ist farbenfroh und plastisch, wer die Insel bereits besucht hat, wird sich schnell “zuhause” fühlen und das mediterrane Flair beim Lesen genießen, wobei man von Zitronen- und Olivenbäumen träumt und den Sommer kaum noch erwarten kann, um das azurblaue Meer endlich wiederzusehen. Die Geschichte plätschert leider etwas seelenlos vor sich hin, ein ständiges Hin und Her, dem man nach einiger Zeit müde wird zu folgen. Einen Spannungsbogen gibt es so gut wie gar nicht, auch wenn sich die Autorin vieler verschiedener Themen bedient, die durchaus einiges an Potential gehabt hätten, wenn man sie weiter verfolgt hätte. So verläuft vieles im Sande und macht beim Lesen unzufrieden.

Die Charaktere wären ebenfalls ausbaufähig gewesen, sie bleiben hinter den Erwartungen zurück, wirken blass und auf Distanz, so dass es dem Leser schwer fällt, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen zu fiebern. Hannah wirkt eher oberflächlich und etwas naiv. Für eine Assistentin der Modebranche ist sie ziemlich weltfremd. Freundin Greta hat sich einen ziemlich Fauxpas geleistet und wirkt ebenfalls etwas aus dem Leben gefallen. Man hat das Gefühl, es hier nicht mit Erwachsenen, sondern eher mit Teenagern zu tun zu haben. Lucia ist die einzige, die einigermaßen zielgerichtet wirkt, sie ist offen, freundlich und selbstbewusst. Sam ist der geheimnisvolle und eher undurchsichtige Typ, er gibt sich unnahbar, hat aber so seine eigenen Problemchen.

“Das kleine Café am Meer” ist ein mittelmäßiger Roman über Freundschaft, Liebe und Beziehungsstress, der leider auch nicht interessanter wird ob der wunderschönen Hintergrundkulisse. Von der Autorin darf man sich nach den letzten wunderschönen Romanen mehr erwarten. Dieses Buch ist leider gerade mal noch Durchschnitt - leider. Eingeschränkte Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.03.2019
Mond über Sudeley Castle
Kretz, Ingrid

Mond über Sudeley Castle


ausgezeichnet

England 1813. Mit einem Brief kündigt die gerade zur Witwe gewordene Lilian ihren Besuch bei ihrer verheirateten Cousine Louise an, was diese mehr als befremdlich findet, da Lilian ihr vor Jahren den Verlobten ausgespannt und einen Skandal heraufbeschworen hat, von dem sich Louise nur langsam erholte. Kaum ist Lilian auf Sudeley Castle angekommen, nisten sich deren Bruder Bradley und einige seiner Freunde uneingeladen ebenfalls dort ein, um einen Ausgangspunkt zu den Pferderennen und Kricketspielen zu haben. Als Louise eines Tages feststellen muss, dass Lilian ihrem Ehemann Peter schöne Augen macht und der sich nicht dagegen wehrt, ist sie völlig am Boden. Dann wird in der dem Anwesen zugehörigen Kapelle auch noch der Sarkophag beschädigt und eine wertvolle Bibel der Witwe des Königs Henry VIII, Catherine Parr, gestohlen. Am nächsten Tag sind Bradley und seine Freunde verschwunden. Louise, aber auch Peter und dessen Vater, Lord Cherlein, nutzen sämtliche Kontakte, um die gestohlene Bibel wieder in ihren Besitz zu bekommen und der Diebe habhaft zu werden…
Ingrid Kretz hat mit ihrem Buch „Mond über Sudeley Castle“ einen sehr unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, der den Leser mit einem farbenprächtigen und flüssigen Schreibstil in das 19. Jahrhundert zurückversetzt, um dort auf einem ansehnlichen Anwesen in Gloucestershire Louise mitsamt ihrer Familie zu besuchen und als unsichtbarer Gast die Vorkommnisse mitzuverfolgen, die dort stattfinden. Sehr einfühlsam lässt die Autorin den Leser an der Gefühls- und Gedankenwelt sowohl von Louise als auch von Lilian teilhaben. Dieser erfährt in immer wieder eingefügten Rückblenden das ganze Ausmaß des Zerwürfnisses zwischen Lilian und Louise, aber auch, wie sich Louise und Peter kennengelernt haben. Sehr schön sind auch die bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen, die den Leser per Kopfkino auf ein idyllisches Schloss führen umgeben von Gärten und Wäldern. Die Themen sind sehr breit gefächert, da geht es um Wettbetrug, Diebstahl, Lügen, zwischenmenschliche Spannungen und alte Ressentiments. Interessant auch die Tatsache, dass die Hauptprotagonisten über die wirklich wichtigen Dinge kaum miteinander sprechen, um jegliche Missverständnisse aus der Welt zu räumen.
Die Charaktere sind liebevoll und detailliert ausgearbeitet und mit Leben versehen worden. Sie bestechen durch ihre individuellen Ecken und Kanten und geben dem Leser die Chance, seine Sympathien gerecht zu verteilen, sich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen zu leiden, zu hoffen und zu bangen. Louise ist eine ruhige und freundliche Frau, die mit ihrem Ehemann, Schwiegervater und ihrem kleinen Sohn ein glückliches und beschauliches Leben führt. Sie ist hilfsbereit und mitfühlend, aber sie ist auch nachtragend, denn ein Ereignis aus ihrer Vergangenheit brennt ihr auch noch nach Jahren auf der Seele. Lilian ist zwar eine Schönheit, aber sie ist auch eine oberflächliche, selbstverliebte und egoistische Frau, die alles tut, um sich daraus einen Vorteil zu erwirken. Sie lügt und besitzt oftmals eine Arroganz, dass einem die Luft wegbleibt. Peter ist ein liebevoller Ehemann, der immer ein offenes Ohr hat. Louises Schwiegervater Lord Cherlein beeindruckt durch seine ehrliche und gastfreundliche Art, man sollte ihn allerdings nicht unterschätzen, denn er ist ein Mann, der sich nichts vormachen lässt. Ebenso überzeugen die weiteren Nebendarsteller durch ihre Handlungen und ihren Beitrag zur Geschichte.
„Mond über Sudeley Castle“ ist ein schöner Lesegenuss mit einem großartigen Setting, der mit seiner Lektüre nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Absolute Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.03.2019
Meeresrauschen im Herzen (eBook, ePUB)
Beermann, Sontje

Meeresrauschen im Herzen (eBook, ePUB)


sehr gut

Carina wollte eigentlich nie wieder in ihre Heimat Rügen zurückkehren, doch als ihre Tante stirbt, muss sie deren Nachlass regeln. So kommt sie nicht drum herum, nach Rügen zu reisen, um alles zu veranlassen und auch das Haus zum Verkauf anzubieten. Ausgerechnet dabei trifft sie Lars wieder, ihre unerfüllte Liebe von damals, denn er soll als Immobilienmakler das Haus verkaufen. Zur gleichen Zeit befindet sich Monika in Juist zur Kur, um von ihrer lieblosen Ehe und auch den Sorgen um ihren Arbeitsplatz etwas Abstand zu bekommen. Sie trifft dort nicht nur auf den gebeutelten Thies kennen, sondern lernt auch auf Carina zufällig in einem Bahnhofscafé kennen. Obwohl die beiden Frauen altersmäßig mehr als ein Jahrzehnt trennen, verstehen sie sich auf Anhieb und beschließen, die Verbindung zueinander zu halten, wenn man sich mal aussprechen muss oder einen Rat braucht. Denn beide stehen vor einem Umbruch in ihrem Leben…
Sontje Beermann hat mit ihrem Buch „Meeresrauschen im Herzen“ einen unterhaltsamen und teils humorigen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist locker angenehm und gefühlvoll, der Leser findet sich bereits nach wenigen Seiten mitten in der Geschichte wieder und darf sowohl Carina als auch Monika gut kennenlernen, sie bei ihrer Gefühls- und Gedankenwelt, die sie umtreibt, begleiten. Die Autorin beweist ein angenehmes Fingerspitzengefühl und kann dem Leser das Gefühlschaos der beiden Protagonistinnen gut übermitteln, so dass man sich nachdenklich einige Fragen stellt, wie man selbst in den Situationen entscheiden würde. Die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen den beiden Frauen wird sehr schön geschildert. Da gibt es die Ältere, die mehr Lebenserfahrung hat, aber auch die Jüngere kann aufgrund ihrer Sichtweise Ratschläge geben, so dass beide davon profitieren. Auch die Beschreibung der Örtlichkeiten sind der Autorin gut gelungen, sie sind bildhaft und farbenfroh, der Leser kann sich auf der Insel wohlfühlen, sich den Wind um die Nase wehen lassen und dabei so einige interessante Menschen kennenlernen.
Die Charaktere sind liebevoll mit Leben versehen worden, sie bestechen durch individuelle Eigenschaften und lassen sie authentisch und real wirken. Der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Gedankengänge nachvollziehen. Carina ist eine Frau, die immer noch mit den Dingen aus ihrer Vergangenheit hadert. Nun ist sie gezwungenermaßen wieder in ihrer alten Heimat, als wenn das Schicksal ihr einen Schubs geben will, endlich den Dingen ins Auge zu blicken und sie ins Reine zu bringen. Monika steht ebenfalls an einer Lebensschwelle, denn sie ist in einer langjährigen und nun lieblosen Ehe gefangen, fühlt sich wertlos und einsam. Sie wünscht sich mehr vom Leben und braucht Stärke, um die Weichen für sich neu zu stellen. Auch die Nebendarsteller geben der Geschichte zusätzlichen Input und Tiefe, was die Handlung rundum gelungen macht.
„Meeresrauschen im Herzen“ ist ein schöner Frauenroman über die Liebe, die Freundschaft, neue Lebenswege und das nötige Quäntchen Mut, etwas zu verändern. Verdiente Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.