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Benutzername: Arietta
Danksagungen: 11 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 159 Bewertungen
Bewertung vom 08.12.2018
Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2
Sommerfeld, Helene

Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2


ausgezeichnet

Eine packende und mitreißende Familiengeschichte
Inhaltsangabe: Quelle rororo-verlag
Was die Zeit nicht heilt…
München, 1890: Die junge Ärztin Ricarda führt mit Brauereierbe Georg und Tochter Henny fern der Berliner Heimat ein beschauliches Leben. Mit der Eröffnung einer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen. Doch kaum jemand nimmt die erste Ärztin der Stadt ernst. Als eine Diphteriewelle München erfasst und der 'Würgeengel' Hunderte von Kinderleben fordert, läuft Ricarda gegen Mauern. Denn ihre männlichen Kollegen halten das vielversprechende neue Heilmittel Emil von Behrings für Humbug. Die Ärztin ist entschlossen, für ihre Überzeugung und ihre Patienten zu kämpfen. Bis ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit Ricarda alles zu nehmen droht, was ihr am Herzen liegt. Ein Geheimnis, dessen dunkle Kraft auch die nächste Generation bestimmen wird.

Meine Meinung zur Autorin und Buch:
Es ist mein erster Roman von Helene Sommerfeld, und ich war erst skeptisch, aber schon nach den ersten Seiten die ich las war ich begeistert. Sie hat es geschafft mich an der Hand zu nehmen und mich in den Anfang des 20. Jahrhunderts eintauchen zu lassen. Sehr gut hat sie den damaligen Stand der Frau um 1900 beschrieben, als Studieren für Frauen in Deutschland noch nicht erlaubt war. Die Frau war quasi Eigentum des Mannes, und von seinem Wohl und Wehe abhängig. Ihr Schreibstil ist sehr Bildhaft, lebendig und flüssig, sie lässt einem mitfiebern. Ihre Figuren sind sehr Authentisch und lebendig dargestellt, man konnte leicht in die einzelnen Charaktere und deren Emotionen eintauchen, und hinter manche wahre Maske blicken. Man begegnet so mancher historischer Persönlichkeit.
Besonders Rica hatte es mir angetan, eine mutige und junge Frau, der man schlimmes Angetan hatte. Aber sie fand ihr großes Glück an der Seite ihres Mannes Georg Kögler, der seiner Frau alle Wünsche von den Augen ablas, ihr sogar ermöglichte in München als selbstständige Ärztin zu arbeiten. Aber Rica ist eben nur eine Frau, und als auch noch diese schreckliche Diphtheriewelle in München ausbricht, und sie alle Hebel in Bewegung setzt, glauben ihre Kollegen nicht an das Wundermittel von Dr. Behring, selbst ihre Schwägerin stellt sich gegen sie, als ihre Kinder erkranken. Als dann auch noch Georg ihr Mann tödlich verunglückt, wird ihr dunkles Geheimnis ihr zum Verhängnis, sie muss um das Glück ihrer Tochter Henny und des kleinen Georg kämpfen. Wird man ihr die Kinder nehmen? Henny erweist sich als genauso mutig wie ihre Mutter, es war ein Genuss dieses Mädchen zu begleiten, von der Wiege bis ins Teenager Alter. Eine Familie die steinige Wege für ihr Familienglück gehen muss, denn immer wieder ziehen dunkle und drohende Wolken auf.

Ein Buch das mich vollauf begeistert hat, warte schon mit Sehnsucht auf die Fortsetzung

Bewertung vom 23.11.2018
Die Rose des Herzogs
Spang, Marita

Die Rose des Herzogs


ausgezeichnet

Kurzmeinung: Ein großartiger und facettenreicher Roman, vor großem historischen Hintergrund. Gekonnt und Spannend erzählt.
„ Eine facettenreiche und mitreißende Geschichte"

Meine Meinung:

Zur Autorin:

Marita Spang hat es wiedereinmal verstanden mich mit ihrem neusten und sehr anspruchsvollen Roman zu begeistern. Es geht über die Wirren der Französischen Revolution und deren Auswirkungen und mittendrin, spielt eine starke und mir bis dato unbekannte eine große, kämpferische und starke Frau , Charlotte de Rohan-Rochefort eine große und bedeutende Rolle. Eine Frau der ihr Liebesglück nicht gegönnt ist. Der Geschichtliche Hintergrund ist sehr gut und akribisch recherchiert, auch sind Wahrheit und Fiktion gut miteinander verwoben. Ihr Schreibstil, ist klar, kraftvoll ,sehr bildhaft und mitreißend. Ihr scheinen beim Lesen nur so die Worte aus der Feder zu fließen, man spürt wie viel Arbeit und Herzblut dahintersteckt. Die Figuren und ihre Charaktere sind gut heraus gearbeitet, das man sich in deren Gefühle und Emotionen hinein versetzen konnte. Alles ist sehr Authentisch und real wiedergegeben. Es war einfach wunderbar diesen lehrreichen und Informativen Roman zu lesen, besser als jeder Geschichtsuntersicht.


Zum Inhalt:

Meine Lieblingsfigur war einfach Charlotte, ich habe sie von Anfang an bewundert, ihr Durchsetzungsvermögen, ihre stärke, Tapferkeit und Mut. Eine Frau die für ihre große Liebe den Verlobten Vincent von Carignan kämpft, und der doch aus Loyalität zu seiner Tante der vertrauten von Marie Antionette der Königin , der Französischen Revolution zum Opfer fällt. Ich konnte ihre Trauer und Verzweiflung spüren. Ihre Flucht aus Paris an der Seite ihres Onkels dem Kardinal Louis von Rohan nach Ettenheim in Deutschland, wo er Besitztümer hat. Sie ist Politisch sehr Interessiert , sich für nichts zu Schade, pflegt die verwundete Soldaten, hat keine Dünkel, setzt sich für die bedürftigen und armen ein. Sie hat Pech in der Liebe, alles was sie liebt scheint sie zu verlieren. Der fünf Jahre jüngere Herzog Louis -Antonie von Engheim, verliert sein Herz an sie, und sieht seine Chance gekommen nach dem Tod ihres Verlobten, ob sie ihn erhört und eine Chance gibt, den dunkle Wolken ziehen am Himmel auf, den auch Louis Onkel, hat größeres mit ihm vor.

Eine wirkliche außergewöhnliche und wahre Geschichte über Mut, Verlust und die Kraft der Liebe.

Die mich in den Bann gezogen hat, ich habe gebangt und gehofft mit Charlotte, das ihre Liebe in einer der Welt des Umbruchs gut ausgeht.


„ Ein facettenreicher und bewegender Roman vor großem historischen Hintergrund „

Bewertung vom 05.11.2018
Die Brücke zwischen den Welten
Oelker, Petra

Die Brücke zwischen den Welten


ausgezeichnet

Zur Autorin:
Man spürte beim Lesen wie viel Herzblut und Recherche, Petra Oelker in diesen Roman gesteckt hat. Er ist angelehnt an die Geschichte ihrer Großeltern, die vor und nach dem 1. Weltkrieg dort gelebt am Bosporus gelebt haben, er war Kaufmann und wirkte dort. Ich fand es schön das sie sich hat dazu Inspirieren lassen, auch wenn die Figuren fiktiv sind, ist alles sehr real und Bildhaft erzählt. Man konnte so richtig in diese bunte und pulsierende Metropole eintauchen, ein Schmelztiegel, verschiedener Nation, Kulturen, Religionen und Sprachen. Es geht ja in erster Linie um die kostbaren Orientteppiche, schon allein das hat mich sehr interessiert, da ich mal damit zu tun hatte, war das Buch ein muss, aber auch der große geschichtliche Hintergrund. Ein einfach toller Roman, ihre einzelnen Protagonisten und ihre Charaktere sind sehr gut geschildert, das man sich gut in sie hineinfühlen konnte. Der Schreibstil ist flüssig, mitreißend und schon ein wenig poetisch, sie hat sich hervorragend in die Menschen hineingefühlt. Es ist keine Biografie, aber doch eine sehr wundervolle Geschichte. Ein großartiges und facettenreiches Werk, ein bunter Schmelztiegel voller interessanter Menschen.

Zum Inhalt:
Es fängt schon sehr interessant mit Hans Körner dem sympathischen und kleinen Hochstapler an, der Ludwig Brehm ein reiches Kaufmann Söhnchen kennen lernt und der zu seinem Schicksal wird.
Ludwig hat keine Lust für ein Jahr nach Konstantinopel zu reisen um dort im Orientteppich verkauf bei einem Geschäftsfreund seines Vaters zu arbeiten. Da Hans aus dem gleichen Fach ist, bittet er ihn sich als ihn, Ludwig Brehm auszugeben, er schlüpft tatsächlich in dessen Rolle. Mein Herz hat ganz schön heftig geklopft als er am Bosporus eintraf, und von dem Teppichhändler Alfred Ihmsen in Empfang genommen wird, aber da sich die zwei täuschend echt ähnlich sehen fiel es wirklich nicht auf. Auch die anderen denen er begegnet, merken nichts. Ein neues Leben das auf einer Lüge aufgebaut ist, er lebt sich auch schnell ein. Ihmsen ist begeistert von seinem Fachwissen, den er und sein Kompagnon Witt, solch ein Wissen haben sie nicht erwartet, eher das Gegenteil. Auch die Frauen mögen ihn Edith Witt und auch die Französin Milena, nehmen sich seiner an. Zeigen ihm Land und Leute, bringen ihm auch die Sprache näher. Ich muss sagen er weiß sich gut zu verkaufen, Aber auch Milena die ein Geheimnis zu um wittern scheint fand ich faszinierend, aber auch Edith strahlte so etwas gewisses zerbrechliches aus. Die Zeit verrinnt und am Horizont baut sich ein Unheil auf, gewisser Besuch aus Hamburg hat sich angesagt. Ob Ludwigs Lügengebäude aufliegt, und wird die Bombe hochgehen ? Aber auch Milena ist sehr Geheimnisvoll , was wird Passieren , wie geht das ganze aus. Es wird jedenfalls sehr spannend, den nicht jeder ist der, den er vorgibt, der schöne Schein trügt......

„Ein großartiges und facettenreiches Meisterwerk, vor großem historischen Hintergrund „

Bewertung vom 02.11.2018
Verlust und Aufbruch / Familie Wolkenrath Saga Bd.5
Vesper, Elke

Verlust und Aufbruch / Familie Wolkenrath Saga Bd.5


ausgezeichnet

Wiedersehen mit der Familie Wolkenrath



Meine Meinung:

Zur Autorin:

Elke Vesper ist mit ihrem 5. Band über die Familie Wolkenrath ein krönender Abschluss gelungen, oder gibt es vielleicht doch noch einen 6. den eine neue Generation wächst heran. Es war schön all die vielen Jahre diese Familie begleiten zu dürfen, sich mit ihnen Freud und Leid zu teilen. Sie hat mich vom 1. bis zum 5. Band begeistert beim Lesen, sie nimmt einem Quasi an der Hand und lässt uns in die Welt der Familie eintauchen. Ihr Schreibstil ist wie immer sehr fesselnd, Bildhaft, Kraftvoll und klar. Man spürt wie sie sich in diese Figuren hineinversetzt hat, vielleicht gelingt ihr dies auch deshalb so gut, weil sie selbst einmal in dieser Straße und Haus gelebt hat. Die Politik nimmt viel Raum ein und all das Politische geschehen ob Vergangenheit oder Zukunft ist hervorragen recherchiert. Es geht in der Geschichte nicht nur um die Familie, auch um den Wiederaufbau des Landes, dem Wirtschaftswunder, um Verdrängung der Nazizeit, der Entstehung der DDR und dem Mauerbau. Da ich selbst 1952 geboren bin, wurde vieles beim Lesen wieder lebendig, aber man Erfuhr auch neues, das mir damals als Kind nicht bewusst war. Die Geschichte fängt 1952 an und endet in mitten der 70er Jahre. Es war wundervoll in vergangene Zeiten einzutauchen und vieles nochmal Revue passieren zu lassen.

Zum Inhalt:

Ich habe es genossen den vier Geschwistern wieder zu begegnen und an ihren träumen und Hoffnungen teil zuhaben. Lysbeth die älteste und ihrem jüdischen Mann Aron, sie kann endlich ihren Traum verwirklichen und Ärztin werden, einen Beruf den sie mit Leib und Seele ausführt. Naja Eckhardt und seine Ehefrau Cynthia, sind schon sehr speziell, besonders sie, empfand ich als rechthaberisch und kalt. Dritter eigentlich heißt er Alexander und seine Frau Martha und ihre drei Kinder, Aleander , Wilhelm und Peter, letztere der Liebling von Mama , sie war für mich den Kinder gegenüber nicht sehr mütterlich, eigentlich Zuviel mit sich beschäftigt, ja und ihr Mann scheint ein Versager. Ich fragte mich was soll mal aus den Kindern später werden, kein leuchtendes Vorbild, wenigsten machte sich Martha Sorgen um deren Schulische Laufbahn und Zukunft und setzte sich für sie ein. Ich hoffe Dritter wird noch wach und bekommt endlich die Kurve, ob und wie er es schafft erfährt man beim Lesen. Stella die jüngste hat irgendwie mein Herz erobert und ihren Mann Anthony, aber über deren Glück schwebt eine dunkle Wolke. Politisch wird viel Diskutiert, sehr gut gefiel mir das Streitgespräch über Adenauer, der wurde so richtig von allen Seiten beleuchtet. Aber wir reisen auch vom schönen Hamburg nach Dresden und begegnen dort Stellas Tochter Angela , ihrem Mann Bobby und deren Tochter Roberta, Mutter und Tochter sind überzeugte Anhänger der DDR , ich musste manches mal schmunzeln, wie der Teenager Roberta mit blitzenden Augen, die Ideen der DDR verteidigte, aber da waren die grenzen noch offen und man war noch blauäugig und glaubte an deren Ideale. Irgendwie habe ich Anthony bewundert, er ist Engländer und über die Nazizeit recherchiert und England und Amerika anprangerte und das Schmierentheater über die Nürnberger Prozesse , den es ging dort nicht alles mit rechten Dingen zu. Viele Nazis wurden dort verschont und deren Westen reingewasc

Bewertung vom 29.10.2018
Zeit zu hoffen, Zeit zu leben. / Eine Familie in Deutschland Bd.1
Prange, Peter

Zeit zu hoffen, Zeit zu leben. / Eine Familie in Deutschland Bd.1


ausgezeichnet

Meine Meinung zum Autor:
Peter Prange ist mit dem 1. Teil dieser Familiengeschichte der Isings ein großartiges Meisterwerk gelungen. Er führt uns vor Augen die Politische Weltanschauung innerhalb der Familie, und deren Zerrissenheit. Die einem schwärmen voller Inbrunst für Hitler und beten ihn an, die einen sind voller Zweifel und Angst vor der Zukunft, sie bangen um geliebte Menschen. Es geht um Liebe, Macht, Intrigen und Verrat. Sein Schreibstil ist sehr Bildhaft, Authentisch , real und reißt einem mit, es ist wie ein Sog beim Lesen, man wird teil der Geschichte und hinterfragt vieles. Seine Figuren und deren Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Viele haben zwei Gesichter, hinter die man langsam blickt, auch gewährt er uns tiefe Blicke in deren wahren Seelen. Fiktion und Wahrheit sind wunderbar miteinander verwebt. Sehr viel Herzblut hat er auch in die Geschichte der Entstehung des Volkswagens und der Stadt Wolfsburg gelegt. Hier erfuhr ich zum ersten mal, wer der wahre Produktentwickler des Käfers wahr, eine Jude , Josef Ganz, was für mich hoch interessant war. Ich habe viel neues beim Lesen dazu gelernt, darüber freue ich mich. Ich kann es kaum erwarten den Folgeband lesen, den ich möchte wissen wie es mit den Menschen weitergeht, und ob auch so mancher noch seine gerechte Strafe bekommt.


Zum Inhalt:
Hermann Ising ist mit Leib und Seele seiner Zuckerfabrik und seiner Familie zugetan, sie sind sein Leben. Er hat ein neues Haus für seine Lieben gebaut, und das Richtfest wird groß gefeiert, auch wenn er in den roten Zahlen steckt. Aber hier schon spürt man die Missstimmung in der Familie, Horst der Neidisch auf seine Geschwister ist, besonders auf seinen Bruder Georg, der bei dem Juden Josef Ganz dem Auto Ingenieur, als Assistent arbeitet und mit ihm an der Entwicklung des Käfers beteiligt ist. Horst und seine Frau Ilse sind überzeugte Nazis und verehren Hitler, wie gesagt Horst ist mehr als unsympathisch, er und seine Frau würden sogar ihre eigene Großmutter an den Teufel verkaufen, nur um im guten Licht zu Hitler zu stehen. Er ist ihr Gott, auch Benny der Mann von Charly seiner Schwester einer angehenden Kinderärztin ist ihnen ein Dorn im Auge, den er ist Jude, und könnte Schande über die Familie bringen. Edda seine Schwester arbeitet als Assistentin mit der Film Regisseurin Leni Reifenstahl zusammen , ein Liebling der Nazis, aber beide haben ein dunkles Geheimnis, wenn dieses Platz sehe ich schwarz für sie, den Horst hätte keine Hemmungen sie anzuzeigen. Da ist noch der kleine Willi, mit dem e

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.10.2018
Hemingway und ich
McLain, Paula

Hemingway und ich


ausgezeichnet

Paula McLain, hat mich wieder einmal mit ihrem neusten Roman begeistert, sie versteht es einem mitzureisen und in die Geschichte einzubinden, es ist alles so Bildhaft und lebendig beschildert, das ich das Gefühl hatte dabeizustehen. Erstens bin ich ein Fan von Ernest Hemingway und liebe seine Bücher, aber auch die Kriegsreporterin Martha Gellhorn hat mir imponiert, eine sehr Abenteuerliche, waghalsige , mutige und sehr selbstbewusste Frau , für die damalige Zeit mehr als ungewöhnlich, habe sie geradezu dafür bewundert. Sehr gut hat sie Ernest und Martha , diese zwei sehr starke Figuren beschrieben. Geschickt hat sie Fiktion und Wahrheit miteinander verwebt, ich Recherche war ausgezeichnet, ob es Franco grausames Regime, der spanische Bürgerkrieg, oder der 2. Weltkrieg war, die Kriegsschauplätze sah man deutlich vor Augen. Sie schreibt im Nachwort Martha Gellhorn ist ein Mysterium und sie hat sich wirklich viele Mühe gegeben, alles aus Marthas Sicht zu erzählen und sich in sie hineinzufühlen. Sehr gut sind ihre Protagonisten, ihre Charaktere und Eigenarten beschrieben, Menschen mit Ecken und Kannten. Ein sehr dichter und tiefgründiger Roman.

Zum Inhalt:
Irgendwie war es kein Wunder das die 28 Jährige Martha sich in Ernest verliebte, sein großes Charisma und seine Berühmtheit zog viele Frauen an. Es war Schicksal als sie Hemingway in der Kneipe traff, und sich Hals über Kopf in ihn verliebte. Ich bewunderte sie für ihren Wagemut ihm in den Spanischen Bürgerkrieg zu folgen, mich hat es auch nicht gewundert, das sie gegen alle Widerstände , alle nötigen Papiere , Genehmigungen und einen Auftrag für Collier´s zu schreiben bekam. Sie begleitet ihm im spanischen Bürgerkrieg und schreibt als Kriegsreporterin Artikel und Reporte für Collier´s , besonders „ Der Schlächter Franco“, ist in ihr Kreuzfeuer geraten. E war schon mehr als wagemutig und gefährlich im spanische Bürgerkrieg, vieles was sie sah und erlebte belastete auch ihre Seele, man konnte es spüren. Sie folgt ihm auch nach Kuba, wo sie eigentlich eine glückliche Zeit verbringen, das verwunschene Haus das sie entdeckt und mietet. Es ist ihr Zufluchtsort, hier kann jeder seiner Arbeit nachgehen. Die Heirat kam für mich nicht überraschend, auch das die Ehe keine Zukunft hatte, Martha ist eine getriebene, sie reist weiter zu den Kriegsschauplätzen, es sind zwei zu starke Charaktere und Martha ist aber auch eine Frau, die ihre Unabhängigkeit braucht, kein Heimchen am Herd. Ein Leben voller Leidenschaft, tiefen und Höhen.

„Es war fantastisch in die Welt von Martha abzutauchen und sie kennen zu lernen, voller Intensität und Stärke“

Bewertung vom 24.10.2018
Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1
Nikolai, Maria

Die Schokoladenvilla / Schokoladen-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Es ist mein erster Roman von Maria Nikolai, und sie hat mich verzaubert beim Lesen, ihrer Schokoladenvilla. Das Buch ist ein großartiger Auftakt zu ihrer Romantrilogie, der mich jetzt schon neugierig macht auf die Fortsetzungen. Es ist voller Charme, Wärme und Tiefsinnigkeit, auch sehr gut recherchiert um das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts und die Herstellung der Schokolade. Im Glossar Anhang kann man so einiges Nachlesen. Da ich ein Paar Jahre in einer kleinen aber feinen Schokoladen Confiserie gearbeitet habe,war die Geschichte ein muss für mich und ich wurde nicht enttäuscht. Man roch und Schmeckte die Schokolade und konnte sie in Gedanken auf der Zunge zergehen lassen. Sie nimmt einem an der Hand nach Stuttgart in das Jahr 1903 und dort lernt man das damalige Leben der Bevölkerung und der Familie Rothmann kennen. Aber wir reisen auch nach Italien, streifen Venedig , den Gardasee und reisen auch nach Coblenz an den Rhein. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, Bildhaft und sehr mitreißend, man kann sich einfach dem Geschehen nicht entziehen. Der Spannungsbogen bleibt vom Anfang bis Ende hoch.Auch ihre Charaktere sind sehr gut beschrieben, sie Haucht ihren Figuren leben ein, sie wirken sehr real und Authentisch, auch deren einzelnen Charaktere sind sehr gut heraus gearbeitet, so das man sich spielend in sie hineinfühlt, mit ihnen sich freut und leidet. Reales und Fiktion sind wunderbar miteinander verwoben.

Zum Inhalt:
Mir gefiel die junge Judith Rothmann auf Anhieb gut, sie verkörperte und entsprach gar nicht dem damaligen Frauenbild. Eine Frau die für ihren Traum kämpft einmal die Schokoladenfabrik ihres Vaters zuführen, ihre Leidenschaft gehört der Schokolade und deren Köstlichkeiten die man daraus karieren kann. Aber der Vater hat andere Dinge mit ihr vor, um die Firma steht es nicht gut, die Mutter kränkelt und bereist Sanatorien, also ist sie auf sich allein gestellt. Das schlimme der Vater will sie verheiraten, eine gute Partie ist dabei der Bankierssohn, den er ins Auge gefasst hat, aber für den Judith nichts empfindet. Man konnte es ihr nachfühlen. Ein harter Kampf beginnt, Mutter Krank und auf Reisen ins Ausland, Judith hat es wirklich nicht leicht, dabei hat sie solche hervorragende Ideen und Einfälle. Wie sollte es anders sein, in dieser Rekenern und aussichtslosen Situation, begegnet ihr eines Tages aus gerechnet Victor Rheinberger, der ihr Herz höher schlagen lässt, und der auch beseelt ist etwas neues aufzubauen in seinem Leben. Ob die beiden ihre Träume verwirklichen können, und sich Judith dem Willen ihres Vaters entziehen kann, ist fraglich, zu dieser Zeit hatte eine Frau keine rechte und musste sich beugen. Aber Victor Vergangenheit verbindet sich mit der Festung Ehrenbreitsein in Coblenz, was es damit auf sich hat, erfahren wir beim Lesen, auf jedenfalls wir es sehr spannend.

„ Lesegenuss Pur, eine leidenschaftliche Familiensaga „

Bewertung vom 23.10.2018
Jahre des Aufbaus / Die Schwestern vom Ku'damm Bd.1
Riebe, Brigitte

Jahre des Aufbaus / Die Schwestern vom Ku'damm Bd.1


ausgezeichnet

„ Eine facettenreiche und mitreißende Familiengeschichte"

Meine Meinung: zur Autorin

Man spürt beim Lesen wie viel Mühe, Recherche und Herzblut Brigitte Riebe in den 1. Band ihrer 50er-Jahre Trilogie gesteckt hat. Sie entführt uns ins Berlin nach dem 2. Weltkrieg in die Zeit von 1945-1951. Eine Stadt die in Schutt und Asche liegt, die Angst vor den Russen die in die Stadt einmarschieren. Auch die Narben und Wunden die dieser Krieg auf den Seelen der Menschen hinterlassen hat. Der Hunger der herrscht, der kalte Winter die Menschen frieren, kaum Wohnraum. Alles ist rationiert ob Lebensmittel, Wasser, Strom oder Heizmaterial, selbst für die Essens-oder Kleidermarken, bekommt man kaum etwas, die Menschen stehen in Schlangen an, um etwas zu ergattern, keiner wird satt. Alles das ist so Bildhaft und intensiv geschildert das es einem unter die Haut ging beim lesen. Doch überall keimt der Funke der Hoffnung, die Frauen packen als Trümmerfrauen mit an, eine Knochenharte Arbeit, aber au den Ruinen soll wieder eine Stadt erstehen. Der Schwarzmarkt kommt auch nicht so kurz, das Aushungern der Russen, durch den vier Mächte , der Marshallplan und die Währungsreform, der langsam Aufstieg Deutschlands. Ihre Figuren und Charaktere sind so Authentisch und liebevoll geschildert und beschrieben. Es ist wie ein Sog, man wird beim Lesen in die Geschichte völlig hinein katapultiert. Meine Lieblingsfiguren waren Rike und ihre Freundin Miriam, die musste man einfach lieb gewinnen. Man spürt beim Lesen das hier eine promovierte Historikerin zu Gange war, alles ist sehr gut recherchiert und Authentisch wiedergegeben.

Zum Inhalt:

Der Prolog allein war schon so wundervoll und machte neugierig auf das was auf uns zukommt. Rike Thalheim und ihre zwei Schwestern Silvie und Florentine, stehen mit ihrer Mutter Claire von den Trümmern ihres einst glanzvollen Kaufhauses. Ihr Vater Friedrich ist inhaftiert und Bruder Oskar in Russland vermisst. Man spürte ihren Wehmut und Schmerz, ihre Villa von den Russen beschlagnahmt, Unterschlupf finden sie in Omas Altem Haus, das noch steht. Rike ist es auch die , die Geschick und Fäden der Familie in Händen hält, ich habe sie dafür sehr bewundert. Überhaupt sind die Thalheim Frauen sich für nichts zu Schade, sie packen als Trümmerfrauen mit an. Jede der Frauen so verschieden wie sie sind, tragen dazu bei die Familie über Wasser zu halten. Silvie, beweist ihren Pioniergeist im Schwarzmarkthandel, Rike und ihre Freundin Miriam , entwerfen Mode, Rike ist für den Handel zuständig, während Miriam mit aller Inbrunst näht. Man spürt wie die Menschen den Hunger und die Schrecken des Krieges hinter sich lassen möchten. Der Traum von Rike und ihrer Familie, das Kaufhaus wieder aufzubauen, auch wenn der Weg oft steinig ist, glauben sie an ihre Träume und kämpfen dafür.. Da trifft ein Brief aus der Schweiz von einem Anwalt an Rike ein, der viele Fragen aufwirft und ein Tagebuch von Rikes verstorbener Mutter, das ein großes Familiengeheimnis ans Licht bringt. Was hat es damit auf sich ? Die Wahrheit wirft Rike völlig aus der Bahn. Werden wir das Geheimnis erfahren? Doch nach der Währungsreform scheint alles wieder Möglich, auch wenn es an Geld fehlt, lassen sie sich nicht beirren.

Eine Geschichte voller unerwarteter Wendungen, die viele Erinnerungen wachruft. Die mich völlig begeistert hat, ich warte schon sehr sehnsüchtig auf die Fortsetzung.

Der Versuch vom Aus-hungern Berlins durch die Russen war sehr gut beschrieben, der Hunger, die Kälte und Wohnungsnot, man hat mit den Menschen gelitten.

Diesen Sätze von Friedrich auf Seite 113 fand ich sehr zutreffend, für die damalige Situation.

„ Deutschland liegt am Boden. Fremde Mächte herrschen über uns, Völker und Nationen, die wir erniedrigt und mit allen bekriegt haben, und das werden sie uns noch lange spüren lassen.“



„ Eine facettenreiche und mitreißende Familiengeschichte, voller Träume und Ho

Bewertung vom 29.09.2018
Deutsches Haus
Hess, Annette

Deutsches Haus


ausgezeichnet

„ Dieser Roman kommt genau zur richtigen Zeit“, sagt Iris Berben. Diesen Worten kann ich mich nur anschließen. Wenn ich die Politik beobachte, hier in der Geschichte sind sehr Authentisch die 60 er Jahre wiedergegeben, das Spießbürgertum, der Wirtschaftliche Aufstieg, das misstrauische Vorurteil der Gastarbeiter, die Beatles und das verdrängen der dunklen Nazi Vergangenheit. Ich war teilweise sehr erschüttert und beschämt beim Lesen, als es um die Zeugenaussagen in Frankfurt um die Zeugenaussagen im Auschwitz Prozess ging. Sehr feinfühlig und intensiv beschreibt Annette Hesse diesen ersten großen Jahrhundertprozess um Auschwitz, der in Frankfurt stattfindet, all die Vorbereitungen und Intensive Recherche, bis hin nach Polen, begleiten wir die Figuren bis in das Lager. Sehr großartig und mit viel Fingerspitzengefühl beschreibt sie die junge Dolmetscherin für Polnisch Eva Bruns, die den Prozess begleitet und für die Polnischen Zeugen übersetzt. Gegen all den Widerstand der Eltern, und ihres Verlobten Jürgen, einen reichen Geschäftsmann. Langsam beim Lesen erfährt man warum die Eltern so gegen ihre Arbeit als Dolmetscherin beim Gericht sind, es tun sich dunkle Welten auf, den sie scheinen ein dunkles Geheimnis zu hüten, Eva tritt eine Lawine los, Jürgen möchte nicht das seine Zukünftige Frau arbeitet, er möchte ein Heimchen am Herd, eine Frau die sich ihm unterordnet. Auch ihre Schwester Annegret, scheint Probleme zu haben, aber welche ? Irgend etwas stimmt nicht mit ihr. All dies ist so bildhaft und real beschrieben, hier sind Fiktiven Zeugen und deren wahren Aussagen sehr gut mit einander verknüpft. Besonders diese Zeugenaussagen haben mich tief erschüttert und ich schäme mich dafür was man diesen Menschen angetan hat, sie mussten Leiden und behandelte sie schlimmer als Tiere. Sie gibt diesen Stimmen viel Raum, das spürt man beim Lesen. Auch habe ich Eva für ihre Geradlinigkeit bewundert, wie sie sich ihren Eltern und den Verlobten widersetzte und ihren eignen Weg ging.Schön das sie uns in die Seele der Menschen blicken lies, ,manche schöne Fassade die sich als hässliche Fratze entpuppte. All die traumatischen Erlebnisse der Zeugen die sie sich erneut in diesem Prozess aussetzen mussten,all dem mussten sie sich noch einmal neu stellen und durchleben.

Evas Leben, die ihrer Eltern und Geschwister, das durch den Prozess auf den Kopf gestellt wird, viele vergrabene Erinnerungen kommen hoch, auch bei ihrem verlobten Jürgen, alle müssen sich ihrer Vergangenheit stellen. Ein Aufwühlender Roman, der einem fordert und aufwühlt. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte.

Bewertung vom 20.09.2018
Zeitenwende / Jahrhundert-Trilogie Bd.3
Korn, Carmen

Zeitenwende / Jahrhundert-Trilogie Bd.3


ausgezeichnet

Eine bewegende Familiengeschichte

Meine Meinung:
Zur Autorin:
Carmen Korn ist ein krönender Abschluss mit ihrem letzten Band ihrer Jahrhundert Trilogie gelungen, bewegend und ergreifend erzählt sie die letzten 30 Jahre von 1970 bis zur Jahrtausendwende. Sie erzählt über den Terror, die RAF, die Badearmeinhofbande und der Wiedervereinigung Deutschlands, bewegende Jahre mit vielen Höhen und tiefen. Von den vier Freundinnen, Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und ihren Familien, aber zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Sie lässt uns wieder abtauchen in deren leben, erleben mit ihnen Freude, Sorge, Trauer und Leid. Es wurden Erinnerungen wach an den Terror in Deutschland, geschickt hat sie Politik und Familienleben verbunden. Vieles beim Lesen ruft Erinnerungen hervor beim Lesen, das man glaubte es wäre gestern gewesen. Sie hat mit dem letzten Teil ein sehr facettenreiches Epos geschaffen, vor großem historischen Hintergrund. Der Schreibstil ist sehr Kraftvoll, Klar, fesselnd ohne unnötigen Schnörkel, sie versteht es einem beim Lesen abtauchen zulassen, es ist wie ein Sog dem man sich nicht mehr entziehen kann. Ihre Protagonisten sind sehr Authentisch und real, auch die einzelnen Charaktere und deren Gefühle sind hervorragend beschrieben, so das man sich leicht in sie hineinversetzen konnte. Der Kreis deutscher Geschichte zur Jahrtausendwende schließt gelungen sich zum Schluss. Das Politische Zeitgeschehen kommt nicht zu kurz, sie hat es mit den vier Familienleben wundervoll verwebt.

Zur Inhalt:
Es war schön wieder an der Seite der 4 Freundinnen, Henny, Käthe, Lina, Ida und ihren Familien zu sein und sie noch einmal 30 Jahre zu begleiten. Freude, Kummer, Sorgen und Leid mit ihnen zu teilen. Aus den vieren sind Mütter und Großmütter geworden, dieses Kleeblatt hält zusammen wie Pech und Schwefel, ob Sturm oder Sonnenschein, brenzlige Situationen, man ist für einander da, was ich immer wieder bewundert habe beim Lesen. Gerade als Ruth, die Adoptivtochter von Käthe und Rudi, in den Poltischen Terror Abgrund abrutscht, stehen die Freunde ihnen bei. Oder die Enkelin Katja, von Henny und Theo, die als Reporterin arbeitet, und ausgerechnet sich in Ostberlin in Jon verliebt, eine Liebe die keine Chance hat, außer Katja geht nach Ostberlin, oder Jon und sein Bruder fliehen. Wenn es brenzlig wird, sind alle da, man will den Liebenden helfen, eine gefährliche Situation tut sich auf, die beiden fühlen sich beschattet, ob die Fluchtpläne gelingen ? Jedenfalls habe ich gebangt und gezittert beim Lesen. Mareike die Tochter von Henny , ist Ärztin geworden, ihr Sohn Klaus ist Homosexuell und mit Alex einem Jazzpianisten zusammen, zur damaligen Zeit noch ein großes Makel, aber das ist das schöne an den vier Familien, sie schweißt alle Momente zusammen, ob schöne oder traurige. Auch Florentine, die Tochter von Ida und Tian, hat große Karriere gemacht, sie ist ein gefragtes Fotomodel, ihr Ruhepol ist Robert, selbst als sie schwanger ist, und nach der Geburt von Lorenz immer noch nicht so richtig sesshaft werden will, er ist da und auch die ganze Uhlenhorster Freunde. Mich hat alles sehr bewegt beim Lesen, die Figuren habe ich in mein Herz geschlossen und Liebgewonnen. Eine wunderbare und berührende Geschichte mit vielen unvorhersehbaren Wendungen.