Autor im Porträt

Toptitel von Rachel Joyce

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Gebundenes Buch
Der gefeierte neue Roman der Autorin des Weltbestsellers 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry'
Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Straße und hören Klassik und Jazz, Pop und Punk. Keiner weiß, wie lange sie hier noch überleben können. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt ...
"Wenn Sie Worte lieben, wenn Sie Musik lieben, wenn Sie irgendetwas lieben, dann müssen Sie diesen Roman lesen!" Book Page
"Rachel Joyce trifft jeden Ton: ein Tribut an Freundschaft, Liebe und die Kraft von großartigen Songs." Washington Post
"Dieser Roman ist so wunderbar und tiefgründig wie die Musik, die jede Seite davon durchdringt." The Boston Globe
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Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Broschiertes Buch
Der gefeierte neue Roman der Autorin des Weltbestsellers 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry'."Wenn Sie Worte lieben, wenn Sie Musik lieben, wenn Sie irgendetwas lieben, dann müssen Sie diesen Roman lesen!" Book Page
"Rachel Joyce trifft jeden Ton: ein Tribut an Freundschaft, Liebe und die Kraft von großartigen Songs." Washington Post
"Dieser Roman ist so wunderbar und tiefgründig wie die Musik, die jede Seite davon durchdringt." The Boston Globe
Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Straße und hören Klassik und Jazz, Pop und Punk. Keiner weiß, wie lange sie hier noch überleben können. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt ...
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10,99 €

 

Rachel Joyce

Rachel Joyce hat über 20 Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. Ihr erster Roman, "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry", wurde für den Booker-Preis nominiert, mit dem Specsavers National Book Award für das beste Debüt prämiert, eroberte in über 30 Ländern die Bestsellerlisten und wird verfilmt. Auch ihre Romane "Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte" und "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry - Das Geheimnis der Queenie Hennessy" sind internationale Bestseller. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.

Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Rührend, aber nicht rührselig - ein Buch über das Leben und die Liebe



Mit "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" landete Rachel Joyce einen internationalen Bestseller. Alle liebten die Geschichte von Harold Fry, der eigentlich nur einen Brief an seine krebskranke und dem Tod geweihte ehemalige Kollegin Queenie Hennessy einwerfen wollte. Auf dem Weg zum Briefkasten aber merkt er: Es geht nicht, ein Brief ist einfach zu wenig. Und er geht los, mit Segelschuhen, so wie er ist. Mehr als 1.000 Kilometer marschiert er zu Fuß in das Hospiz, in dem Queenie nun lebt. Er lässt ihr ausrichten, sie solle auf ihn warten, er sei unterwegs zu ihr ...



Das Geheimnis der Queenie Hennessy: ihre Liebe zu Harold Fry



Nun erfahren wir also das Geheimnis der Queenie Hennessy. Alles steht in dem zweiten Brief, dem Brief, in dem sie Harold all das sagen will, was sie ihm schon lange hatte sagen wollen. Zum Beispiel, dass sie ihn liebt:



"Dies ist mein zweiter Brief an dich, Harold, ein ganz anderer diesmal. Keine Lügen. Jetzt werde ich dir alles gestehen, denn du hattest recht damals: Es gibt so viel, wasmehr

Autorenbrief von Rachel Joyce

Brief von Rachel Joyce zu
"Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry - Das Geheimnis der Queenie Hennessy"



Liebe Freunde von Harold Fry,



als "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" herauskam, fragten mich einige Menschen, ob ich eine Fortsetzung schreiben würde. Ich versicherte ihnen eilig, das würde ich nicht tun. Denn ich hatte das Gefühl, dass ich alles über Harold und Maureen gesagt hatte und es an der Zeit war, sie ihr Leben weiterleben zu lassen, ohne mich als stetige Beobachterin dabei, die sich Notizen machte. Aber an wen ich dabei nicht dachte, das war Queenie Hennessy: die Frau, durch deren Brief Harold Fry zu der Wanderung inspiriert worden war, die sein Leben veränderte - und in gewissem Ausmaß auch meines. Queenie blieb ganz still (was gut zu ihr passte), bis sie dann einiges Tages ganz plötzlich ausrief: "Hier bin ich!"



Mein Timing war nicht besonders gut: Ich hatte gerade mit einem neuen Buch begonnen und arbeitete auch noch an einem Radio-Hörspiel. Das Letzte, was ich gebrauchen konnte, war ein weiteres Schreibprojekt. Aber da stand ich nun in der Küche, mit meinen Kindern, alsmehr

Kundenbewertungen

Bewertung von Mel.E aus L. am 04.11.2014
Als ich in der Vorschau des Verlages las, dass es zu einem meiner Lieblingsbücher "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry " eine Fortsetzung aus der Sicht von Queenie Hennessy geben wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich habe das Buch gestern beendet und musste es erst einmal sacken lassen, denn das Ende hat mich zutiefst berührt und regelrecht erschüttert. Im Nachhinein habe ich mich auch ein klein wenig darüber geärgert, das ich den ersten Band nicht zuvor erneut gelesen habe, denn vieles geriet in Vergessenheit und bedurfte meine ganze Konzentration um mich zu erinnern, was Harold auf seiner Pilgerreise, die ja nun einmal komplett aus seiner Sicht erzählt wird, erlebt hat. Natürlich könnte man theoretisch beide Bände unabhängig voneinander lesen, aber da wird meiner Meinung nach sehr viel von dem Zauber verloren gehen, den diese beiden Bücher in sich haben. Auch "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry: Das Geheimnis der Queenie Hennessy" ist ein Roman der wirklich fesseln kann und mich dadurch begeistern konnte, dass ich Harold um einiges besser kennen gelernt habe und durch Queenies Lebensbeichte, die im ersten Band ja eher eine Nebenrolle spielt, nun den Sinn der Pilgerreise erkennen durfte. Queenie ist eine wahre Freundin, ein echter Schatz und ihr Brief an Harold machte mich mitunter wirklich traurig und berührte mich zutiefst. Man will die vertraute Richtung erzwingen und entdeckt, dass man sich stattdessen in neue Räume begeben muss. Der Weg, auf dem man weitergeht, verläuft dann nicht geradeaus nach vorn, sondern schwenkt seitlich ab zu einem Ort, der einem noch nie aufgefallen ist. " Zitat Queenie S. 270 Queenie, die ihr Dasein in einem Hospiz verbringt ist todkrank und jeder Tag könnte ihr letzter sein. Lediglich der Abschiedsbrief an Harold gibt ihr genügend Überlebenswillen, um diesen unbedingt zu beenden. Ihren Frieden zu machen und lange ungesagtes endlich auszusprechen. Ich empfand es als sehr intensiv Queenies Sicht der Dinge zu lesen und auch zu erkennen, was für eine prachtvolle Frau sich hinter Queenie verbirgt. Niemals hätte ich durch die kurzen Einblicke, die in der Pilgerreise über Queenie geschrieben waren, so eine herzzerreißende Geschichte erwartet. Für mich war es eine Freude Queenie zu begleiten, die voller Vorfreude auf Harold das bisschen Leben was ihr bliebt, in Erinnerungen zu beschließen. "Warte auf mich, Queenie" ist das, was Harold ihr immer wieder zuruft und Queenie wartet. Je mehr Erinnerungen Queenie offenbart umso mehr wird bekannt, welch einsames Leben sie geführt hat und über viele Aussagen musste ich schwer schlucken. "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry: Das Geheimnis der Queenie Hennessy" ist ein Buch was danach verlangt zwischen den Zeilen zu lesen und sich nicht einfach nur berieseln zu lassen. Oberflächliche Bücher gibt es in der breiten Masse genug, aus der dieser Roman meiner Meinung nach wirklich heraussticht. Auf den beiden Covern sind jeweils Schuhe abgebildet. Für Harold stehen die Segeltuchschuhe, die ihn die ganze Pilgerreise über begleitet haben, so lange, bis sie quasi auseinander gefallen sind und in ihre Einzelteile zerlegt wurden. Queenies Leidenschaft ist das Tanzen und daher vermute in den Schuhen auf ihrem Cover die Schuhe die sie zurückgelassen hat, als sie weggelaufen ist. Weg aus der Brauerei und ganz weit weg von Harold, um ein neues Leben zu beginnen. Die Tanzschuhe werden im Roman immer wieder erwähnt und sind für die Story auch wichtig genug, um sie anschaulich zu betrachten. Ich bin auch dieses Mal vom Schreibstil von Rachel Joyce sehr angetan und begreife erst nach und nach die Tiefe, die aus diesem Buch hervorgegangen ist. Wie schon erwähnt, war das Ende für mich bitter, aber dennoch in seiner Einzigartigkeit wundervoll. Es passte einfach alles zusammen und letztendlich blieben keine Fragen offen, nur noch ganz viel Frieden und Wärme! LESEEMPFEHLUNG!

Bewertung von Meggie aus Mertesheim am 14.01.2015
Queenie Hennessy befindet sich im Endstadium ihrer Krankheit. Ihre letzten Tage verbringt sie im Bernadino-Hospiz, umgeben von anderen Patienten, die ebenfalls auf ihren Tod warten. Es scheint keine Hoffnung zu geben. Bis Queenie erfährt, dass ihr Brief an Harold Fry diesen dazu bewogen hat, sich auf den Weg zu ihr zu machen. Zu Fuß, quer durch England. Doch nicht nur Queenies Hoffnung steigt dadurch, auch die der anderen Patienten. Und Queenie entschließt sich, endlich die Wahrheit zu sagen, inform eines Briefes an Harold Fry. Dieser Brief beinhaltet alles, was Queenie Harold nie sagen konnte. Und je näher Harold kommt, umso mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht. Schon „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ hat mich dermaßen in den Bann gezogen, dass ich mit Spannung an das neue Werk der Autorin ging. Ich wollte mehr wissen. Mehr von Harold, mehr von Queenie. Während „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ Harolds Gedanken, Ängste und Sorgen widerspiegelt, wird sich im vorliegenden Roman ganz Queenie gewidmet. Ihr Leben ist nicht einfach, ihr Art aber auch nicht. Sie ist zwar klug, doch weiß sie nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anstellen soll. Eine Rastlosigkeit bestimmt ihr Leben. Sie hält es eigentlich nirgends lange aus. Und wenn Probleme auftauchen, entschließt sie sich, es an einem anderen Ort neu zu versuchen. Und sie zieht das Unglück an, wie ein Magnet Metall. Es fängt alles damit an, dass sie sich unglücklich verliebt. In Harold, der verheiratet ist, seinen eigenen Problemen versucht aus dem Weg zu gehen und mit seiner ruhigen, gelassenen Art schon mal drauf und dran ist, einem auf die Palme zu bringen. Queenie nimmt alles als gegeben hin und so quält sie sich selbst damit, Harold einfach nur jeden Tag zu sehen, mit ihm zu arbeiten und hin und wieder Gespräche mit ihm zu führen, die eigentlich sehr nichtssagend sind. Trotz dieser sehr negativen Eigenschaften ist es so, dass einem alle Charaktere sofort ans Herz wachsen. Insbesondere die Patienten, die im Hospiz zusammen mit Queenie auf ihren Tod warten. Sie alle hatten keine Hoffnung mehr, haben jeden Tag vor sich hin gelebt und keine Freude mehr empfunden. Bis die Nachricht kam, dass Harold unterwegs zum Hospiz ist. Ab da geht es ein klein wenig bergauf. Patienten kommen, Patienten gehen – und zwar endgültig. Gerade diese Passagen gingen mir sehr ans Herz und mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen, weil die Autorin es auch schafft, diese Szenen mit einer so wahnsinnig wunderbaren Art zu erzählen, dass es schon Stiche versetzte. Wer „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ schon begeistert gelesen hat, kommt um dieses Buch einfach nicht herum. Es ist rührend, traurig, witzig, fröhlich, tiefgründig und am Ende einfach nur eins: wunderschön! Fazit: Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry wurde endlich veröffentlicht.

Bewertung von Wortschätzchen aus Kreis HD am 24.11.2014
Als Harold Fry Queenie per Brief mitteilt, dass er zu ihr laufen wird und sie durchhalten soll, fängt Queenie Hennessy an, ihm einen Brief zu schreiben. In diesem sehr langen Brief will sie ihm eigentlich nur zwei Dinge sagen, aber es fällt ihr nicht leicht. Deshalb wächst er immer mehr und sie erzählt darin ihre Lebensgeschichte vom dem Tag an, an dem sie Harold das erste Mal begegnet ist. Eine Rezension dazu zu schreiben, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten, ist nicht leicht. Der Leser begleitet Queenie durch zwanzig Jahre, erfährt von ihrer Liebe zu Harold und ihren Schuldgefühlen. Man darf ihren Garten am Meeer besuchen und mit ihr auch die humorvollen Momente in einem Hospiz miterleben. Aber man verabschiedet sich auch immer wieder von anderen Patienten. Wie kann ein solches Buch dann schön sein? Ich kann es nicht erklären. Man muss es einfach lesen, sich darauf einlassen und nichts erwarten, aber vieles bekommen. Rachel Joyce hat es geschafft, die Gedanken und Gefühle einer sterbenden Frau zu Papier zu bringen. Einer Frau, die unter starken Medikamenten steht. Vielleicht muss man jemanden Nahestehenden auf ähnliche Weise verloren haben, um zu sehen, wie großartig das ist und die verworrenen Momente auch verstehen zu können. Vielleicht macht das für andere keinen Sinn. Ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass mich dieses Buch unendlich tief berührt hat und ich sehr oft eine länger Pause eingelegt habe, weil ich nicht wollte, dass es zu Ende geht – in jeder Hinsicht. Mir gefällt der Stil von Rachel Joyce sehr gut. Ihre Bücher haben alle diesen leisen, melancholischen Unterton, ohne depressiv zu wirken. Auch schafft sie es immer wieder, mit ihren Worten in noch so traurigen Situationen Hoffnung aufzuzeigen. Jeder einzelne Satz ist ein kleines Kunstwerk, denn zu jedem Protagonisten findet sie die passende Sprache, die perfekte Beschreibung und das exakte Gefühl. Immer wieder tauchen Anregungen auf, die zunächst atemlos machen, aber wirklich gute Gedanken sind. Wer mag schon gern seine eigene Beerdigung planen? Eigentlich niemand. Aber warum denn nicht, wenn man in einem Hospiz ist – also weiß, dass der Tod näher als das Leben ist? Was ist so schlimm daran, selbst die Lieder auszuwählen? Ich denke, im Grunde bringt das ein wenig Frieden in die Seele. Aber natürlich stutzt man bei der Vorstellung. Doch Rachel Joyce zeigt uns, dass es gut und richtig ist. Außerdem zeigt sie uns immer wieder, dass nicht immer das das Richtige ist, was man zunächst annimmt. Es gibt einfach keine Schablone für das Leben. Für mich ist dieses Buch ein Highlight des Jahres. So liebevoll und voller kleiner, besonderer Weisheiten für das ganze Leben. Und auch für das Sterben. Das finde ich fast noch wichtiger. Volle fünf Sterne – alles andere wäre falsch!

Bewertung von Buchdoktor aus Deutschland am 04.01.2017
Die Frau, die nie etwas für sich forderte Qeenie liegt im äußersten nördlichen Zipfel Großbritanniens in einem Hospiz im Sterben, während Harold in einer teils grotesken Pilgerwanderung quer durch das Land zu ihr wandert. Queenies Zustand ist so ernst, dass es schwer fällt an ihr Ausharren zu glauben, bis Harold endlich bei ihr eintrifft. Mit der Hilfe einer Schwester bringt Queenie nun unter enormen körperlichen Schwierigkeiten die über 20 Jahre zurückliegende Vorgeschichte ihrer Beziehung zu Harold zu Papier, da sie sich an den vorhergehenden Ereignissen schuldig fühlt. So erfahren die Leser, wovor sie praktisch in den Norden flüchtete und wie sie vor ihrer schweren Erkrankung lebte. Parallel dazu findet die tägliche Pflege der Sterbenden statt ' und sehr realistisch für ein Hospiz, stirbt nahezu jeden Tag einer der anderen Patienten. Allein Queenie harrt bis zu Harolds Ankunft aus. Rachel Joyce beherrscht perfekt die Kunst, auf mehreren Ebenen ganz verschiedene Leserinteressen zu berühren. Man kann das Buch als religiöser Mensch oder als Agnostiker lesen, als Interessierter an der Hospizbewegung, am Pilgern oder am Prozess des Sterbens bis zu dem Punkt, an dem ein Sterbender endlich sein Leben loslassen kann. Die Szene, in der Queenie als eine Frau, die nie etwas für sich forderte, endlich ausspricht, wie sie sich ihre Beisetzung wünscht, gehörte für mich zu den stärksten Momenten des Buches. 'Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry' fügt sich mit 'Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry' zusammen zu einer runden Geschichte.

Bewertung von Winfried Stanzick am 13.01.2015
Rachel Joyce, Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry, Krüger 2014, ISBN 978-3-8105-2198-9 Ihr Roman „Die unwahrscheinliche Reise des Harold Fry“ war eine literarische Offenbarung. Niemals hätte ich es damals für möglich gehalten, dass die Engländerin Rachel Joyce nach einem weiteren Roman („Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“), eine Art Fortsetzung folgen lassen würde, die man auch als eine Ergänzung bzw. Vervollständigung bezeichnen könnte. Zwanzig Jahre ist es nun her, dass Queenie Hennessy den Ort Knightsbridge und damit ihre große Liebe Harold Fry verlassen hat, nachdem dessen Sohn David ums Leben kam und Harolds Ehe auseinanderbrach. Nun liegt sie todkrank in einem katholischen Hospiz. Das Leben und der Alltag all dieser todgeweihten Menschen, die aufopfernden Pflege der Schwestern, der permanente Umgang mit den nahen Tod (es sterben nicht wenige der zu Beginn vorgestellten Patienten während des Zeitraums, den das Buch umfasst) ist der eine Strang des berührenden Buches. Der andere ist das Warten von Queenie auf Harold Fry, dem sie einen ersten Brief geschrieben hat, in dem sie ihm mitteilt, dass sie bald sterben wird und ihm für die erfahrene Freundschaft vor 20 Jahren dankt. Wie wir wissen, macht sich Harold danach auf einen fast 1000 Kilometer langen Fußweg von Süd-nach Nordengland. Und während die durch mehrfache Operationen im Gesicht schwer gezeichnete Queenie, die sich nur noch schriftlich und durch Zeichen mit anderen verständigen kann, auf ihn wartet, folgt sie dem Rat einer wunderbaren Pflegerin, und schreibt ihre Geschichte auf. Ihr bisher streng gehütetes Geheimnis, das mit ihrer Beziehung zu Harolds Sohn David zu tun hat. Eine bewegende Geschichte einer tapferen Frau wird da entwickelt, und nebenbei werden sie auf das Sympathischste geschilderten Bewohner des Hospizes immer mehr in den Bann gezogen von Harold und seinem Pilgerweg. Wird er es schaffen? Sie pinnen die immer zahlreicher werdenden Nachrichten der Medien auf eine Wandzeitung, während Queenie sich durch ihre Geschichte schreibt, immer wieder ermutigt und unterstützt von Schwester Mary Inconnue, die Queenies Gekritzel ins Reine schreibt. Ihr geht es immer schlechter und man fragt sich, ob die tapfere Frau ihr Werk wird beenden können? Und wie wird das Wiedersehen mit Harold Fry ausgehen, wenn es je soweit kommen wird? Rachel Joyce schreibt mit einer bezaubernden Poesie von grundlegenden Fragen des Lebens und des Todes, von der Liebe, von Schuld und Vergebung, von Kampf und Ergebung, von Versagen und Erlösung, von Abschied und ersehntem Wiedersehen. Die außergewöhnliche Frau, für die Harold Fry im ersten Roman 1000 Kilometer gelaufen ist, wird lebendig, ihre Geschichte bekommt Gestalt und ihre unerwiderte Liebe einen Sinn, der über den Tod hinausreicht.
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