© G. Digiglio, Acidicolori Bari
Donato Carrisi
Das Böse in uns allen interessiert Donato Carrisi vor allem Anderen. Er wurde 1973 in Apulien geboren und lebt heute in Rom. Nach dem Abitur entschied er sich für ein Jurastudium und wählte Kriminologie und Verhaltensforschung als Spezialgebiete. Zwar versuchte sich Carrisi nach Abschluss des Studiums auch als Anwalt, doch die Leidenschaft und der Wunsch, seine Phantasie ausleben und ausdrücken zu können, waren stärker. Er ließ die Juristerei hinter sich, arbeitete als freier Drehbuchautor für das Kino oder Fernsehproduktionen - und schrieb nebenher sein Debüt: "Der Todesflüsterer". Damit gelang ihm auf Anhieb, wovon so viele Autoren träumen: Der Thriller um einen psychopathischen Serienkiller, der Mädchen ermordet, wurde ein internationaler Erfolg und stand wochenlang in den Bestsellerlisten. 2012 erschien sein zweiter Thriller, "Der Seelensammler".
Das meint die buecher.de-Redaktion: Carrisi schafft die Verbindung zwischen Hochspannung und psychologisch gut gezeichneten Figuren und lässt uns in Abgründe blicken.
Das meint die buecher.de-Redaktion: Carrisi schafft die Verbindung zwischen Hochspannung und psychologisch gut gezeichneten Figuren und lässt uns in Abgründe blicken.
Kundenbewertungen
Ein hochspannender Thriller, dessen Ende für mich allerdings zu offen war
Inhalt: Toskana. Ein Junge wird allein in einem Waldstück gefunden. Schnell wird offenbar: Es handelt sich um den zwölfjährigen Nico, der seit Monaten spurlos verschwunden war. Äußerlich scheint es Nico verhältnismäßig gut zu gehen, doc...
Ein hochspannender Thriller, dessen Ende für mich allerdings zu offen war
Inhalt: Toskana. Ein Junge wird allein in einem Waldstück gefunden. Schnell wird offenbar: Es handelt sich um den zwölfjährigen Nico, der seit Monaten spurlos verschwunden war. Äußerlich scheint es Nico verhältnismäßig gut zu gehen, doch er ist verstummt. Um zu erfahren, was mit Nico geschehen ist, wird der renommierte Kinderpsychologe Pietro Gerber hinzugezogen, der Nico unter Hypnose ein Geständnis entlockt: Nico behauptet, seine Mutter, die mit ihm verschwunden war, getötet zu haben – doch Pietro Gerber ist sich sicher, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Vielmehr vermutet Gerber, dass Nico – während er verschwunden war – von einer Person manipuliert worden ist, die Nico als Sprachrohr für ihre Botschaften nutzt…
Persönliche Meinung: „Haus des Vergessens“ ist ein Thriller von Donato Carrisi. Es handelt sich nach „Haus der Stimmen“ um den zweiten Band, in dem Pietro Gerber die Hauptrolle spielt. Zwar wirken die Ereignisse aus Band 1 auf das Leben von Gerber ein, allerdings spielt die Handlung des ersten Bandes ansonsten kaum eine Rolle im aktuellen Fall, sodass man die Bände auch unabhängig voneinander lesen kann. Wie im Inhaltsteaser bereits angedeutet, erwartet die Lesenden mit „Haus des Vergessens“ ein fesselnder wie komplexer Thriller, der mit mehreren Erzählstrangen auftrumpft: Im Haupthandlungsstrang begleiten wir in personaler Perspektive Gerber, der – einer Schnitzeljagd gleich – Hinweise sucht, mit denen er Nico die Botschaft, die ihm von seinem Entführer einprogrammiert worden ist, entlocken kann. Diese Botschaft des Entführers, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird, bildet den zweiten Handlungsstrang: Hier behauptet der namenlose Entführer Nicos, ein Fremder habe vor Jahrzehnten – als der Entführer selbst noch ein Kind war – seine Eltern ermordet und ihn gefangen gehalten. Diese Erzählung des Entführers ist wirklich spannend, da sie einem Vexierspiel gleicht, bei dem man nicht weiß, was gelogen und was real ist. Zudem finden sich innerhalb der Handlung mehrfach Cliffhanger und überraschende Wendungen, sodass man den Thriller kaum weglegen kann. Soweit also eine perfekte Thrillerlektüre – und jetzt kommt leider, leider, leider das „aber“: für mich nicht bis zum Schluss. Das Ende schließt nicht alle Handlungsfäden ab, nicht jede ausgelegte Brotkrume wird schlussendlich wieder aufgesammelt, sodass man als Lesender zuletzt stellenweise ein bisschen ratlos zurückbleibt. Meine Hoffnung ist hier, dass der dritte Band, den das Ende des 2. Bandes anteasert, etwas mehr Klarheit schafft, sodass auch die Handlung von „Haus des Vergessens“ runder wird. Insgesamt ist „Haus des Vergessens“ ein fesselnd geschriebener, komplexer und hochspannender Thriller, dessen Auflösung leider für mich hinter der fulminanten Handlung zurückbleibt.
Der Müllmann ist für die meisten Menschen unsichtbar und das gefällt ihm sehr gut, denn er hat viele Geheimnisse und bleibt lieber im Hintergrund. Als er während seiner Arbeitszeit ein Mädchen vor dem Ertrinken rettet, wird seine Routine gestört und er in dessen Angelegenheiten verwickelt. Gleichzeitig nimmt die ...
Der Müllmann ist für die meisten Menschen unsichtbar und das gefällt ihm sehr gut, denn er hat viele Geheimnisse und bleibt lieber im Hintergrund. Als er während seiner Arbeitszeit ein Mädchen vor dem Ertrinken rettet, wird seine Routine gestört und er in dessen Angelegenheiten verwickelt. Gleichzeitig nimmt die Fliegenjägerin Witterung auf und ist dem Müllmann auf der Spur. Das klingt ganz schön abgefahren und geheimnisvoll.
Der Klappentext verrät einerseits viel, andererseits aber eigentlich gar nichts, ich bin also total unvorbereitet ins Buch eingetaucht. Bereits das erste Kapitel hat mich verstört, ein Ausflug in die Vergangenheit, der perfider und abscheulicher nicht hätte sein können. So richtig geht die Geschichte erst los, als alle Figuren ihren Auftritt hatten; der Müllmann, das Mädchen mit der lila Haarsträhne und die Fliegenjägerin. Letztere hat ihren Spitznamen nicht ohne Grund, aber natürlich werde ich diesen nicht verraten. Durch Rückblicke erfuhr ich immer mehr zu den drei Personen, sodass sich nach und nach ein klareres Bild ergab. Dies hielt die Spannung konstant oben, eine Pause war mir unmöglich und so legte ich das Buch nicht weg, bevor ich am Ende angekommen bin. Die Auflösung war grandios und die abschließende Erklärung hat mich vollends umgehauen. Dieser Thriller ist einer der besten, den ich in letzter Zeit gelesen habe. Wieder einmal hat Donato Carrisi mich in dunkle Abgründe geführt und großartig unterhalten. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine unbedingte Leseempfehlung.
Inhalt:
Ermittler Vogel – einer der besten Ermittler – scheint verwirrt zu sein. Erst ermittelt er in einem Vermisstenfall und dann ist er blutüberströmt und gibt an, einen Unfall gehabt zu haben, obwohl die Beweise etwas anderes sagen. Was genau passiert ist, soll ein Psychiater herausfinden …
Stil:
Die G...
Inhalt:
Ermittler Vogel – einer der besten Ermittler – scheint verwirrt zu sein. Erst ermittelt er in einem Vermisstenfall und dann ist er blutüberströmt und gibt an, einen Unfall gehabt zu haben, obwohl die Beweise etwas anderes sagen. Was genau passiert ist, soll ein Psychiater herausfinden …
Stil:
Die Geschichte ist zu Beginn etwas wirr, aber nach ein paar Minuten können die Figuren gut eingeordnet und auch die Handlung gegriffen werden. Der Plot ist spannend und bis zum Ende undurchsichtig. Die Figuren vielschichtig und geheimnisvoll. Die Ausdrucksweise ist distanziert und passt perfekt zum Psychiater sowie zum Ermittler, welche beide die Dramatik gut darstellen. Der Haupttenor dient den Medien, welche Ereignisse so wenden und stellen, wie es für die Masse am besten passt. Über Hetzjagden und Verdrehungen der Tatsachen bis hin zu skrupellosen Lügen ist alles dabei und ist nicht genau dies auch immer wieder in der realen Welt das Problem? In diesem Krimi werden die Schattenseiten der Medien dargestellt – ja sie können helfen, müssen es aber nicht! Uve Teschner haucht der Geschichte zudem eine gute Atmosphäre ein, seine Stimme passt zu der beklemmenden Situation in der Klinik und auch die Schilderungen des Ermittlers wirken perfekt, durch die ruhige und situierte Art der Aussprache.
Figuren:
Alle sind auf ihre Art einzigartig. Sie reagieren und agieren, wachsen in der Geschichte und verhalten sich menschlich. Das macht sie sympathisch und in einigen Fällen auch zu gut angepassten Psychopathen.
Cover:
Das Cover passt zur Geschichte, unscheinbar, nicht greifbar, gefährlich.
Fazit:
Ein guter Krimi, welcher die Gefahren von Medien und Psychopathen aufzeigt. Mit viel Spannung und Kopfkino absolut überzeugend, daher 5 Sterne und absolute Hörempfehlung für Krimi / Thrillerfans.
Klapptext:
Eine Reise in den Abgrund in jedem von uns. Der Müllmann lebt ein Leben der Gewohnheit und Routine, mit Ausnahme des gelegentlichen, aber denkwürdigen besonderen Abends. Was er nicht weiß, ist, dass alles in wenigen Stunden auf den Kopf gestellt werden wird – durch die Begegnung mit einem Mädchen mi...
Klapptext:
Eine Reise in den Abgrund in jedem von uns. Der Müllmann lebt ein Leben der Gewohnheit und Routine, mit Ausnahme des gelegentlichen, aber denkwürdigen besonderen Abends. Was er nicht weiß, ist, dass alles in wenigen Stunden auf den Kopf gestellt werden wird – durch die Begegnung mit einem Mädchen mit einer lila Haarsträhne. Er, der sich entschieden hat, unsichtbar zu sein, ein kaum wahrnehmbarer Schatten am Rande der Gesellschaft, wird in die unsägliche Geschichte dieses Mädchens verwickelt werden. Und noch etwas weiß der Müllmann nicht: dass da draußen schon jemand nach ihm sucht. Die Fliegenjägerin hat sich eine Mission gesetzt: den Schatten im Herzen des Abgrunds zur Strecke zu bringen.
Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an diesen Thriller und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.Der Autor hat mich mit dieser Lektüre sofort in den Bann gezogen.
Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen.Auch die kurzen Kapitel haben dazu beigetragen das sich die Lektüre sehr angenehm lesen lies.
Die Protagonisten wurden sehr gut beschrieben.Ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche Charaktere welche bestens ausgearbeitet wurden.
Donato Carrisi har hier wirklich einen tollen Thriller geschrieben.Schon der Prolog geht unter die Haut und so blieb es bis zum Ende.Vieles in diesem Roman ist undurchschaubar.In mir war Kopfkino.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich mitten im Geschehen dabei.Durch die sehr fesselnde und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Es gab so viele bedrückende und mitreissende Erlebnisse und ich durfte hautnah dabei sein.Der Autor lies mich tief in die Seelen einiger Menschen blicken.Das hat mich emotional sehr berührt und bewegt.Teilweise war ich auch schockiert und sprachlos.Immer wieder gab es unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse.Die Spannung blieb durchweg erhalten und zu keiner Zeit wurde mir langweilig.Viele Themen hat der Autor in dieser Lektüre angesprochen.Da geht es um Gewalt,Hörigkeit und Einsamkeit.Geschickt baute er sie in die Lektüre ein.Viel zu schnell war ich am Ende des Buches angekommen.Der Abschluss hat mich auch sehr begeistert.
Das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das Meisterwerk ab.
Ich hatte viele interessante und spannende Stunden mit dieser Lektüre und vergebe glatte 5 Sterne.
Donato Carrisi ist Spezialist auf den Gebieten der Kriminologie und der Verhaltensforschung, so lese ich über ihn. Inspiriert zu seinem neuesten Thriller „Ich bin der Abgrund“ wurde er vom Monster von Foligno, so hatten die Medien den Serienmörder Luigi Chiatti genannt.
Der 5jährige Junge geht mit der auffal...
Donato Carrisi ist Spezialist auf den Gebieten der Kriminologie und der Verhaltensforschung, so lese ich über ihn. Inspiriert zu seinem neuesten Thriller „Ich bin der Abgrund“ wurde er vom Monster von Foligno, so hatten die Medien den Serienmörder Luigi Chiatti genannt.
Der 5jährige Junge geht mit der auffallend hübschen Vera am Grand Hotel vorbei, das große Abenteuer wartet auf sie beide. Das Schwimmen will sie ihm beibringen, keine Schmeißfliegen stören, denn heute gehört sie nur ihm alleine. So beginnt die Geschichte und bald spürt man das Unsägliche, der Abgrund ist ganz nah.
Dann begegnen wir dem Müllmann, lernen ihn immer besser kennen. Er liebt seine Arbeit, den Abfall der anderen entsorgt er gewissenhaft. Und da ist noch die Fliegenjägerin – nicht nur sie sieht es als ihre Pflicht an, ganz tief im Abgrund zu wühlen. Auch das Mädchen mit der lila Strähne taucht auf, sie alle werden umschrieben, man braucht keine Namen.
„Ich bin der Abgrund“. Wer reißt wen mit in den Abgrund? Wenn ich mir den Klappentext nochmal durchlese, erwartet mich viel Düsternis, der ich mich, einmal angefangen zu lesen, nicht mehr entziehen kann. Es ist eine traurige Geschichte, die der Autor hier erzählt. Es geht um Gewalt und Vernachlässigung, um Hörigkeit und Einsamkeit. Eine breite Palette inmitten menschlicher Abgründe wird hier dargeboten.
Das Buch ist wie ein Sog, es wird immer gerade so viel erzählt, dass man nicht recht weiß, was genau dahinter steckt. Geschickt bringt der Autor Charaktere ins Spiel, die irgendwie dazugehören, deren Hintergrund aber so gar nicht durchschaubar ist. Die Jägerin ist hier ein gutes Beispiel. Von ihr wissen wir ganz lange nicht, was sie eigentlich antreibt. Eher unterschwellig und bedrückend klingen all diese Abgründe an, die Ausweglosigkeit ist hautnah spürbar.
Donato Carrisi setzt mit seinem meisterlich erzählten Thriller viele Gefühle frei. Neben der Spannung ist ganz viel Abscheu und die Empörung über all die Gewalt und Gefühlskälte dabei. Vieles ist auserzählt, in sich in seiner ganzen Schwärze und Düsternis schlüssig, es bleiben aber Fragen offen. Undurchschaubar bis zum Schluss! Sehr lesenswert!
Grandios, tiefgründig, tragisch, bedrückend und authentisch!
"Ich bin der Abgrund" von Donato Carrisi ist als Hardcover mit 360 Seiten im Februar 2022 beim Atrium Verlag erschienen.
Das Cover sieht nicht nur super aus, es ist sehr hochwertig und hat eine großartige Haptik mit der eingeritzen Schrift - perfekt ...
Grandios, tiefgründig, tragisch, bedrückend und authentisch!
"Ich bin der Abgrund" von Donato Carrisi ist als Hardcover mit 360 Seiten im Februar 2022 beim Atrium Verlag erschienen.
Das Cover sieht nicht nur super aus, es ist sehr hochwertig und hat eine großartige Haptik mit der eingeritzen Schrift - perfekt passend zum Buch!
Zum Inhalt: Der Müllmann bewegt sich gern in seinem gewohnten Rahmen und alles muß seine Ordnung haben. Das Interessanteste für ihn ist es, über den Müll der Menschen so viel wie möglich über ihre Lebensumstände herauszufinden.
Als er eines Tages das Mädchen mit der Haarsträhne eher unfreiwillig vor dem Ertrinken rettet, gerät sein Leben aus den Fugen. Was er da noch nicht weiß - außerdem ist die Fliegenjägerin hinter ihm her...!
Meine Meinung:
Donato Carrisi versteht es meisterhaft, den Leser auf die Seite des Täters zu ziehen und diesem sogar zu gönnen, davonzukommen...
Der Müllmann ist eine wirklich tragische Figur und definitiv nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Nie geliebt und schwer mißbraucht, entwickelt er schwere psychische Störungen, die ihn antreiben. Als er das Mädchen mit der lila Haarsträhne rettet, kommen ganz andere Züge zum Vorschein, die ihm selbst fremd sind.
Auch das Mädchen hat ein schweres Schicksal und es hat mich sehr schockiert, was letztendlich der Grund für ihr beinahe-ertrinken war...!
Die Fliegenjägerin hat es sich selbst zur Aufgabe gemacht, ihre schwierige Mission zu erfüllen, und lässt nicht locker. Kein Wunder, ist doch ihr Leben nach einem erschütternden Ereignis komplett in Scherben gegangen...
Carisi hat mcih von Beginn an mitgerissen und total fasziniert. Durch die Namenlosigkeit seiner Charaktere schafft er eine besondere Art der Distanz aber ebenso die Möglichkeit der Austauschbarkeit. Ein Jeder könnte so geprägt werden, sich ähnlich entwickeln - die Abgründe der menschlichen Psyche sind unendlich, und der Autor gewährt seinen Lesern tiefe Einblicke!
Die Story erschüttert nachhaltig und geht unter die Haut, sie ist bedrückend ohne Ende und sehr authentisch - ist sie doch angelehnt an wahre Begebenheiten!
Die einzelnen Handlungsstränge werden detailliert geschildert und schlüssig zusammengeführt, ich habe permanent mitgefiebert und musste des Öfteren kurz innehalten und das Geschehen erstmal sacken lassen, andererseits konnte ich gar nicht aufhören zu lesen...
Mein Fazit:
Ein grandioser, extrem faszinierender Psycho - Thriller, der uns die seelischen Abgründe der menschen vor Augen führt und noch lange nachhallt. Unbedingte Lesempfehlung!!
Brutal, höchst spannend und verstörend
Den Müllmann, um den es in dieser Geschichte geht, lerne ich bereits im Alter von 5 Jahren kurz kennen, als er von seiner Mutter in eine sehr missliche und schändliche Situation gebracht wird. Mehr will ich hier nicht verraten.
Dann ist er Ende 20 und arbeitet in Como am w...
Brutal, höchst spannend und verstörend
Den Müllmann, um den es in dieser Geschichte geht, lerne ich bereits im Alter von 5 Jahren kurz kennen, als er von seiner Mutter in eine sehr missliche und schändliche Situation gebracht wird. Mehr will ich hier nicht verraten.
Dann ist er Ende 20 und arbeitet in Como am wunderschönen Comer See bei der Müllabfuhr. Sein Tagesablauf ist strukturiert und er verhält sich so unauffällig wie möglich. Jeden Morgen ab 5 Uhr ist er auf den Straßen unterwegs und sammelt den Müll der Menschen ein. Er hat eine sehr gute Auffassungsgabe und liest aus dem Müll allerhand heraus. Informationen, die er braucht, um ab und zu auszubrechen, in die Rolle des Mickey zu schlüpfen und seine Wut und seinen Frust abzulassen.
Da gibt es dann noch die „Fliegenfischerin“ und das Mädchen mit der lila Strähne, die für den Müllmann eine Rolle spielen.
Als Allererstes ist mir, als ich das Buch zur Hand genommen habe, die tolle Aufmachung aufgefallen. Allein die Haptik macht was her, es sieht sehr gut aus und macht einen sehr wertigen Eindruck.
Bereits das erste Kapitel der Geschichte, wo ich den 5-jährigen späteren Müllmann kennenlerne ist erschreckend, packend und spannend. Und genau so geht es weiter. Ich bekomme Einblicke in die menschliche Psyche, die mir sonst lieber verborgen bleiben. Was ich hier sehr dosiert und scheibchenweise vorgesetzt bekomme, ist teilweise sehr verstörend und äußerst bedrückend. Obwohl der Autor die Gewalt gar nicht mal detailliert beschreibt, setzen seine Worte in meinem Kopfkino etwas in Gang, das ich nicht stoppen kann. Ich blicke in Abgründe, erfahre nach und nach von Erlebnissen und Geheimnissen, die mich nicht mehr loslassen.
Was für mich die Spannung auch immer weiter steigert ist, dass der Autor den meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, keine Namen gibt, sondern sie nur mit ihren Tätigkeiten „Müllmann“ oder „Fliegenfischerin“ umschreibt.
Ein Thriller, der es in sich hat, der nichts für schwache Nerven ist und der mich richtig aufgewühlt hat. Vor allem auch, weil die Themen nicht an den Haaren herbeigezogen sind, sondern ich mir gut vorstellen kann, dass es so etwas im realen Leben immer mal wieder so oder in ähnlicher Form wirklich gibt. Einfach schrecklich und unfassbar.
"Ich bin der Abgrund" habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Wer einen spannenden, mit andeutungsweise beschriebener Gewalt durchtränkten Thriller lesen will, der ist hier genau richtig. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung.
Das Cover ist düster, genau wie die faszinierende Geschichte, die der Autor Donato Carrisi in seinem meisterhaften Thriller „Ich bin der Abgrund“ erzählt. Die Schrift auf dem Einband ist schwarz/weiß, die Welt, die uns beim Lesen erwarten wird, nicht, denn hier verschwimmen die Grenzen dessen, was einen guten Me...
Das Cover ist düster, genau wie die faszinierende Geschichte, die der Autor Donato Carrisi in seinem meisterhaften Thriller „Ich bin der Abgrund“ erzählt. Die Schrift auf dem Einband ist schwarz/weiß, die Welt, die uns beim Lesen erwarten wird, nicht, denn hier verschwimmen die Grenzen dessen, was einen guten Menschen von einem Bösen unterscheidet und wir erhalten Einblicke in die menschliche „Seele“, die uns lieber verborgen bleiben würden.
Der Klappentext verrät nicht viel darüber, was die Leser*innen innerhalb der 360 Seiten des Thrillers erwarten wird.
Es ist die Geschichte eines Müllmanns, der aus dem Müll der Menschen Geheimnisse liest, in die dunkelten Geheimnisse verschiedener Menschen verstrickt wird und selbst ein unglaubliches Schicksal in sich trägt. Aber eigentlich geht es um viel mehr.
Das Buch zu rezensieren, ohne zu spoilern, ist nicht einfach. Nur so viel sei gesagt: Der Autor spielt mit den Emotionen der Leser*innen und stürzt sie mit den Protagonisten des Buchs in Abgründe, die erst nach und nach offenbart werden, wobei keine der Haupt- und Nebenfiguren verschont bleibt. Er zieht uns in Spiralen der Gewalt, ohne diese Gewalt besonders explizit darzustellen und dennoch haben seine Worte und Beschreibungen teilweise eine zutiefst verstörende Wirkung. Die einzelnen Figuren entstehen Stück für Stück vor unseren Augen und auf jeder Seite entfalten sie mehr und mehr der düsteren Geheimnisse, die eine jede umgibt und die uns nicht mehr loslassen.
Das Werk ist nichts für schwache Nerven, es handelt von ernsten und leider oftmals all zu realistischen Themen und entlässt und am Ende erstaunt und erschrocken.
Ich habe den Thriller in einem Stück innerhalb weniger Stunden verschlungen und er wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. Die extreme Spannung beginnt auf der ersten Seite und lässt bis zur letzten an keiner Stelle nach.
Noch heute werde ich mich auf die Suche nach weiteren Werken des Autors begeben.
»Der größte Teil kehrt nach achtundvierzig Stunden zurück. Falls es nicht zu einer fatalen Begegnung gekommen oder ein Unfall passiert ist, stehen die Chancen für einen glücklichen Ausgang bis zu zwei Tage nach dem Verschwinden gut.«
»Und danach, was passiert dann?«
»Dann ruft man für gewöhnlich mich.«
...
»Der größte Teil kehrt nach achtundvierzig Stunden zurück. Falls es nicht zu einer fatalen Begegnung gekommen oder ein Unfall passiert ist, stehen die Chancen für einen glücklichen Ausgang bis zu zwei Tage nach dem Verschwinden gut.«
»Und danach, was passiert dann?«
»Dann ruft man für gewöhnlich mich.«
Sonderermittler Vogel kennt seinen Wert. Er ist der Mann für die schwierigen Fälle, er ist erfolgreich und vor allem weiß er, wie man sich selbst verkauft. Bei seinen Ermittlungen setzt er gezielt und unkonventionell die Medien ein, verschafft seinen Fällen und sich selbst große Aufmerksamkeit. Diese öffentliche Aufmerksamkeit scheint auch sinnvoll in Fällen wie seinem aktuellen. In einem kleinen Dorf in den Alpen verschwindet einen Tag vor Heiligabend ein sechzehnjähriges Mädchen spurlos. Pünktlich nach achtundvierzig Stunden ist Vogel vor Ort und beginnt seine Nachforschungen. Wie immer mit enormer medialer Aufmerksamkeit.
Diese Ausgangssituation erfährt der Leser in einem der Rückblicke, die sich durch das ganze Buch ziehen. Im Februar nämlich taucht Vogel mit blutverschmiertem Hemd in dem kleinen Ort auf. Was auch immer in der Zwischenzeit geschehen ist, liegt noch im Dunkeln. Im Gespräch mit einem Psychiater beginnt Vogel dann zu erzählen…
Diesen Thriller habe ich als fesselnd und unterhaltsam empfunden. Ein junges Mädchen, womöglich entführt und ermordet, das Leid der Eltern – das berührt ohnehin. Aber das Buch hat viel mehr Facetten.
Da ist zunächst der Ermittler. Eigentlich sollte er der Gute in einem solchen Szenario sein, mir war er jedoch äußerst unsympathisch, wirkte schlicht kalt, eitel, arrogant und berechnend. Aber nun gut, ich war bereit, das in Kauf zu nehmen, schließlich sollte er ja in erster Linie den Täter und im Idealfall das Mädchen finden. Ein komisches Gefühl blieb.
Dann die Eltern. Trauern natürlich um ihr Kind und tun mir unendlich leid. Aber auch hier nagten Zweifel. Verschwiegen sie nicht irgendetwas?
Der Verdächtige. Schnell hatte ich eine Meinung zu ihm, die aber auch mal ins Wanken geriet.
Die lieben Nachbarn. Sensationslüstern präsentieren sie sich und zeigen überdeutlich, was Scheinheiligkeit und Heuchelei sind.
Und die Presse. Ja, sie ist hilfreich, wenn man ein vermisstes Kind sucht. Die negativen Seiten kommen aber auch mehr als deutlich raus.
Das Buch arbeitet mit diversen Zeitsprüngen und wechselnden Erzählperspektiven. Mir hat das gut gefallen, ich fand den Stil sehr kurzweilig und das Ende gelungen. Natürlich wird man – gerade wenn man schon viele Thriller gelesen hat – von manchen Entwicklungen nicht überrascht, aber mich stört das nicht, wenn es gut gemacht ist. Zudem gefiel mir die ausgeteilte Kritik. Und wenn ein Charakter in der Geschichte sagt: »Es sind die Bösen, die eine Geschichte ausmachen.«, dann muss ich ihm Recht geben. Mir fallen aus dem Stand diverse (Serien-)Mörder ein, aber Namen von Opfern nur wenige.
Fazit: Gute und spannende Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuss breit verteilter Kritik.
Betroffen machend und extrem spannend
„Ich bin der Abgrund“ von Donato Carrisi ist ein Psycho-Thriller im wahrsten Sinne des Wortes: Im Vordergrund steht nicht nur eine geschundene Psyche, sondern mehrere. Sie alle reagieren unterschiedlich auf ihr Trauma. Die Spannung kommt bei diesem Psychogramm nie zu kurz, w...
Betroffen machend und extrem spannend
„Ich bin der Abgrund“ von Donato Carrisi ist ein Psycho-Thriller im wahrsten Sinne des Wortes: Im Vordergrund steht nicht nur eine geschundene Psyche, sondern mehrere. Sie alle reagieren unterschiedlich auf ihr Trauma. Die Spannung kommt bei diesem Psychogramm nie zu kurz, wenngleich der ein oder andere Zufall etwas unglaubwürdig daherkommt.
Der Müllmann, der namenlose Protagonist des Buchs (Namenlosigkeit herrscht im Buch übrigens prominent vor und verleiht ihm damit einen fast parabelhaften Anstrich), tötet Menschen. Aber nicht aus Lust, sondern aus einem Zwang heraus, der aus einem extremen Kindheitstrauma entstanden ist. Als er eines Tages mehr oder minder aus Versehen das Leben einer jungen Frau rettet, beginnt er eine Verbindung zu spüren, wie er sie zuvor nie erlebt hat. Diese Aktion weckt aber die Aufmerksamkeit der „Fliegenjägerin“, die sich auf seine Fersen heftet – eine Frau mit ihren ganz eigenen Dämonen, die sich der Ausrottung häuslicher Gewalt verschrieben hat. Eine spannende Jagd beginnt.
Das vorherrschende Thema im Buch ist Missbrauch – schonungslos wird geschildert, was jungen Menschen widerfährt und sie zu älteren, grausameren, resignierteren Menschen macht. Das macht diesen Thriller zu einem Buch, das nicht einfach auf billige Art schockieren und seinen Lesenden einen kalten Schauer über den Rücken jagen will, sondern betroffen machen, das Leid greifbar machen. „Ich bin der Abgrund“ präsentiert uns keine Monster, sondern vielschichtige, komplexe Charaktere mit echten Biographien, was ihm im Thriller-Genre eine gewisse Sonderstellung einräumt.
Diese Komplexität überträgt sich leider nicht immer auf den Handlungsablauf, der doch häufiger zu recht unglaubwürdigen Zufällen greift, um die Geschichte voranzutreiben. Das sorgt für so manches Stirnrunzeln, tut aber dem deutlich erkennbaren Spannungsbogen nur wenig Abbruch.
„Ich bin der Abgrund“ ist ein Psycho-Thriller, der den Menschen und seine Psyche an sich in den Vordergrund stellt, was ihm – trotz kleiner Schwächen auf Handlungsebene – meisterhaft gelingt.