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Benutzername: Igelmanu
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Bewertungen

Insgesamt 585 Bewertungen
Bewertung vom 10.02.2019
Hafenmord in Carolinensiel. Ostfrieslandkrimi
Uliczka, Rolf

Hafenmord in Carolinensiel. Ostfrieslandkrimi


gut

»Ganz klein und elendig kam er sich vor, wenn er nur daran dachte. Er war sich sicher, Wibke würde es ihm ansehen, wenn sie morgen wieder nach Hause käme. Und er fühlte sich jetzt schon wie ein Angeklagter, über den dann seine Frau und ihre Mutter zu Gericht sitzen würden. Dabei sollte er schon bald vor einem ganz anderen Richter stehen. Aber davon hatte er in diesem Moment auch noch nicht den Hauch einer Ahnung.«

Ein Mord im beschaulichen Carolinensiel sorgt für reichlich Aufregung und Entsetzen. Der Tote war der Jugendtrainer des lokalen Fußballvereins, bei allen bekannt und beliebt. Wobei – irgendwen muss es gegeben haben, bei dem es mit der Beliebtheit doch nicht so weit her war ;-)
Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Kripo Wittmund nehmen die Ermittlungen auf und stoßen schon bald auf so einiges Interessante…

Mordermittlungen in einem Ort, in dem jeder jeden kennt, sind schon immer etwas Spezielles. Da werden Gerüchte verbreitet, Vorurteile gepflegt und die Ermittler stehen vor der Frage, was davon tatsächlich verwertbar ist. Gespräche mit Zeugen und möglichen Verdächtigen haben in diesem Buch einen ordentlichen Umfang, was mir recht gut gefiel, da das sehr lebendig und realistisch wirkte.

Den Anfang fand ich allerdings etwas schleppend, das war mir zuviel Geplänkel und hätte vom Umfang her mehr zu einem Buch mit mindestens der doppelten Seitenzahl gepasst. Die lokalen Besonderheiten sind durchgehend gut rausgearbeitet, atmosphärisch ist alles stimmig. Die Personen blieben hingegen charakterlich leider an der Oberfläche, was aber auch mit dem geringen Umfang des Buchs zusammenhängen kann.

Fazit: Ordentlicher Regionalkrimi mit guter Atmosphäre, schnelle und leichte Kost für zwischendurch.

Bewertung vom 10.02.2019
Die Fahrt der Beagle
Darwin, Charles

Die Fahrt der Beagle


sehr gut

»6. Dezember – Die Beagle verließ den Rio Plata, um niemals wieder seine trüben Wasser zu befahren. Wir nahmen Kurs auf Port Desire an der Küste Patagoniens. Bevor ich fortfahre, möchte ich hier einige Beobachtungen zusammenfassen, die ich auf See gemacht habe.
Mehrmals, wenn das Schiff einige Meilen vor der Mündung des Plata war, und auch andere Male vor der Küste Nordpatagoniens waren wir von Insekten umgeben. Eines Abends, als wir ungefähr zehn Meilen vor der Bucht von San Blas lagen, waren wir inmitten einer riesigen Menge Schmetterlinge, Scharen oder Schwärme unendlicher Myriaden, so weit das Auge reichte. Selbst mithilfe eines Teleskops vermochte man unmöglich einen von Schmetterlingen freien Raum zu sehen.«

Im Jahr 1831 ging der gerade 22jährige Charles Darwin, ein junger, talentierter Wissenschaftler, an Bord der HMS Beagle, um mit ihr 5 Jahre lang um die Welt zu reisen. Die Route führte rund um Südamerika, über Tahiti, Neuseeland und Australien und durch den Indischen Ozean. Während der gesamten Fahrt führte er Tagebuch, hielt akribisch seine Beobachtungen fest. Diese wurden später zur Quelle für sein großes Werk „Die Entstehung der Arten“ und er zu einem der bedeutendsten Naturwissenschaftler und berühmt für seine Beiträge zur Evolutionstheorie.

Wer jetzt dieses Buch aufschlägt und fortwährende Berichte über die beobachteten Tiere erwartet, wird womöglich enttäuscht sein. Diese Berichte gibt es natürlich, aber der Reisebericht ist noch wesentlich umfangreicher und erstreckt sich ebenso auf die bereisten Landschaften, die Geologie, das Klima und die angetroffenen Menschen. Ich fand diesen Mix sehr interessant und war bei jedem neuen Kapitel gespannt, was Darwin wohl zu berichten hatte.

Schön war dabei, das ständige Staunen und Bewundern aus dem Bericht herauszulesen. Deutlich sah ich den jungen Mann vor mir, der mit offenen Augen und staunend durch die Welt reist und überall neue Erfahrungen aufsaugt wie der sprichwörtliche Schwamm. Ein Pionier, der neue Dinge entdeckte und davon berichtete, der nicht alles verstand, was er sah, Fragen stellte und einige Schlussfolgerungen zog.

Zugleich ist der Bericht ein Dokument seiner Zeit, was man sich als Leser auch immer wieder vor Augen führen muss, wenn von „Wilden“ berichtet wird. Die Erforschung fremder „Rassen“ wurde teils mit ähnlicher Akribie betrieben wie die von Tierarten. In einem Kapitel stockte mir schon der Atem, als ich von Kindern las, die „zwangsadoptiert“ wurden und die man dann höchst interessiert beobachtete und dokumentierte, wie sie aßen, wie sie in Kleidung aussahen, wie sie sprachen usw. An anderer Stelle zeigte sich Darwin für seine Zeit recht fortschrittlich, wenn er beispielsweise über das Verschwinden / Aussterben bestimmter Arten nachdachte. Sein Schreibstil konnte mich nicht durchgehend begeistern, vielen Passagen merkte man doch an, dass ihr Autor kein Literat, sondern Naturwissenschaftler war.

Darwins Aufzeichnungen werden ergänzt durch einige Auszüge aus dem Reisebericht des Kapitäns oder aus seinem Werk „Die Entstehung der Arten“. Die ganze Aufmachung des Buchs ist prächtig, voll mit tollen Illustrationen, Zeichnungen und Abbildungen von Original-Karten oder -Handschriften. In der Mitte findet sich eine schöne, große Übersichtskarte, auf der alle Routen und Stationen eingezeichnet sind. Das Buch ist allerdings nicht geeignet, um es unterwegs zu lesen, Format und Gewicht erfordern ein gemütliches Lesen zuhause.

Fazit: Wissenschaftlicher Reisebericht, prächtig aufgemacht und zugleich ein Zeitdokument.

Bewertung vom 10.02.2019
ArtenSchatz
Elstner, Frank; Reinschmidt, Matthias

ArtenSchatz


ausgezeichnet

»Ich hielt das kleine Tier ganz vorsichtig still und hauchte es sanft an, um ihm ein bisschen Wärme zu geben. … Ein unbeschreibliches Gefühl, ein solches in der Natur ausgestorbenes Wesen in seinen Händen halten zu dürfen – es steht für die große Hoffnung, dass es uns vielleicht eines Tages gelingt, diese Art vor dem endgültigen Verschwinden von unserem Planeten zu bewahren. Was sonst ist eigentlich unsere Verantwortung als zivilisierte, vernunftbegabte Wesen, als der unbedingte Schutz der schwächeren, in der natürlichen Kräfte-Hierarchie unter uns Stehenden?«

Ich gestehe: Bevor ich dieses Buch entdeckte, war Frank Elstner für mich nur ein Showmaster. Von seinem Engagement für die bedrohte Tierwelt hatte ich keine Ahnung. Natürlich hatte ich, da ich auch nur wenig fernsehe, absolut keine Ahnung, dass es eine Reihe „Elstners Reisen“ gibt, bei der er mit dem Biologen Matthias Reinschmidt zusammen in Ecken der Welt reist, in denen es in Sachen Artenschutz gewaltig brennt. Dieses Buch beschreibt einige dieser Reisen.

Die Texte sind sehr schön zu lesen, leicht verständlich, sehr persönlich und intensiv erzählt. Man steht gemeinsam mit den Autoren staunend vor den Wundern der Welt, ist entsetzt über die oftmals katastrophale Situation von Tierarten und erfreut über den großen Einsatz mancher Menschen, die ihr Leben dem Schutz bedrohter Tiere verschrieben haben.
Die beschriebenen Reisen gingen nach Brasilien, Indonesien, Australien und Sri Lanka. Neben atemberaubenden Landschaftsbeschreibungen erfährt man als Leser viel über die dort lebenden Tiere und vor allem darüber, was sie bedroht, was zu ihrem Aussterben führen kann. Es wird nicht überraschen, dass immer wieder der Mensch als Hauptursache allen Übels auftaucht. Umso schöner, dass es ebenfalls Menschen gibt, die tagein tagaus vor Ort um jedes einzelne Tier kämpfen. Im Fokus der Berichte stehen immer wieder Auffangstationen, die sich um verwaiste, verletzte oder fast verhungerte Tiere kümmern mit der Zielsetzung, sie sobald wie möglich wieder auszuwildern. An einigen Stellen waren die Autoren bei solchen erfolgreichen Auswilderungen anwesend, das waren stets sehr emotionale Abschnitte.
Im Mittelteil finden sich zahlreiche prächtige Fotos, zu denen ich während des Lesens immer wieder hingeblättert habe. Einige Szenen waren sehr grausam und gingen mir als tierliebendem Menschen wirklich nah. Aber es ist leider notwendig, den Finger in solche Wunden zu legen, denn der Schutz der Tierwelt ist eine immens wichtige Sache, die die ganze Menschheit angeht und zu der jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann und sollte.

Fazit: Eindringlicher Appell zum Artenschutz, leicht zu lesen, sehr persönlich und voller Liebe zum Tier.

»Wir müssen alles daransetzen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es hier um kostbare Schätze geht, die wir nicht einfach verspielen dürfen.«

Bewertung vom 01.02.2019
Die bessere Hälfte
Hirschhausen, Eckart von; Esch, Tobias

Die bessere Hälfte


sehr gut

»Aber es ist schlichtweg Quatsch, dass es nach der Jugend nur noch bergab geht. Klar kann einem in der Mitte des Lebens schon mal die Puste ausgehen. Alles stresst gleichzeitig: Beruf, Kinder, Eltern und die ersten körperlichen Macken, die nicht mehr weggehen. Aber haben wir deshalb unseren Zenit schon überschritten?
Nein, sagen wir. Im Gegenteil. Die meisten sind mit 57 zufriedener als mit 17 oder mit 27. Lassen Sie sich überraschen, warum das so sein kann und was dabei hilft.«

Als ich die Beschreibung dieses Buchs las, fühlte ich mich sofort angesprochen. Eigentlich ging man doch immer davon aus, dass es ab der Hälfte des Lebens stetig nur noch abwärts geht – und nun soll das Gegenteil der Fall sein? Offen gesagt, aktuell, mit Anfang 50, geht es mir eigentlich nur mies und von Zufriedenheit kann ich nur träumen. Aber vielleicht darf ich das ja? Vielleicht kommt ja viel Besseres auf mich zu? Neugierig begann ich zu lesen…

Schon nach kurzer Zeit erfuhr ich, dass mein derzeitiges Befinden vollkommen normal ist. Mit Anfang 50 befinde ich mich in der »Rushhour des Lebens«, bin »eingepfercht zwischen all den verschiedenen Rollen, Erwartungen und Verpflichtungen«, und folglich im »Tal der Tränen«. Ich merkte, die beiden Autoren sind nicht nur im ähnlichen Alter wie ich, machen ähnliche Erfahrungen wie ich, sondern haben dies auch auf breiter Ebene erforscht. Insbesondere Tobias Esch. Er hat zahlreiche Forschungen gemacht und/oder ausgewertet, in denen es unter anderem darum ging, wie sich das Glücksempfinden, die Zufriedenheit, im Laufe des Lebens entwickelt und verändert. Deutlich lässt sich dabei eine Kurve feststellen, die nach einer Glücksphase in der Jugend durch das Tal der Tränen hindurch erneut zu einer Glücksphase im Alter führt. Eine angenehme Vorstellung.

Aber stimmt das auch? Woran liegt denn das? Und wie kann man das erklären? Die beiden Mediziner haben sich für eine sehr unterhaltsame Art der Darstellung entschieden. Der Leser verfolgt die Unterhaltung zweier Freunde, von denen der eine (Eckart von Hirschhausen) regelmäßig die bekannte Dosis Humor beisteuert und der andere (Tobias Esch) die meisten Fakten präsentiert. Sein Gesprächspartner übernimmt die Rolle des Nachfragenden, des gelegentlichen Zweiflers. Er führt die Argumente ins Feld, die einem selber beim Lesen durch den Kopf gehen. Beide ergänzen zudem persönliche Erlebnisse, aus der Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis. Alles liest sich leicht, amüsant und gut verständlich.

Der Inhalt ist in zehn übersichtliche Kapitel unterteilt. Zu Beginn werden jeweils die darin vorkommenden Punkte/Fragen kurz stichpunktartig aufgezählt. Das ist sehr hilfreich, man kann so interessante Dinge, die man noch mal nachlesen möchte, leicht wiederfinden und zudem macht es neugierig auf das Folgende. Dazu trägt auch ein passender Sinnspruch, ein treffendes Zitat bei, das zu Beginn jedes Abschnitts steht. Mir gefiel zum Beispiel sehr: »Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir älter werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen.« (George B. Shaw) Ansprechende, teils witzige Fotos der beiden Autoren, vervollständigen alles.

Das flott zu lesende Buch hat mir einigen Stoff zum Nachdenken beschert. Viele der Erklärungen leuchteten mir ein, an anderen Stellen habe ich immer noch Zweifel. So richtig entspannt zurücklehnen kann ich mich noch nicht, dazu steht mir das Tal der Tränen noch zu sehr bis zum Hals. Aber ein wenig Hoffnung ist jetzt da – und das ist schon mal sehr schön.

Fazit: Ein flott zu lesendes, unterhaltsames und informatives Buch mit positiver Grundstimmung. Regt zum Nachdenken an und macht Hoffnung.

Bewertung vom 29.01.2019
Das Hannibal-Syndrom
Harbort, Stephan

Das Hannibal-Syndrom


ausgezeichnet

»An dem Verlauf einer mörderischen Karriere sind viele Menschen beteiligt, nicht nur der Täter. Viele aus dem sozialen Umfeld der Täter tragen ihren Teil dazu bei – auf die eine oder andere Weise. Serienmörder spiegeln durch ihre Taten also nicht nur ihr eigenes Unvermögen. Auf die moralische Anklagebank gehört auch das soziale Umfeld der Täter. Solange wir Ursache und Wirkung dieses Gewaltphänomens nicht verstehen wollen, wir uns weigern, auf menschliche Unzulänglichkeiten rechtzeitig und folgerichtig zu reagieren, bringen wir uns in Gefahr – in tödliche Gefahr.«

Serienmord – das ist der Stoff, aus dem Thriller gemacht werden. Ob auf der Leinwand oder im Buch, die Faszination des Schreckens sorgt für gesteigertes Interesse. Für Stephan Harbort ist die Beschäftigung mit Serienmorden Realität und er setzt seine Energie dafür ein, künftige Taten möglichst zu verhindern.
Indem er erforscht, wie ein Mensch zum Serienmörder wurde, was in ihm vorgeht, wie er denkt und fühlt, kurz: wieso er „es“ getan hat, hofft er Ansatzpunkte herauszuarbeiten, die zum einen die Identifizierung der Täter erleichtern sollen und zum anderen helfen können, einen potentiellen Täter zu erkennen, bevor er aktiv wird.

Stephan Harbort ist Kriminalkommissar, Verhaltenswissenschaftler und führender Serienmord-Experte. Unter anderem entwickelte er eine empirische Methode der fallorientierten Rasterfahndung.
Im Rahmen seiner Forschung beschäftigte er sich mit allen zwischen 1945 und 1995 in Deutschland verurteilten 75 Serienmördern, besuchte und interviewte zahlreiche davon. Er wertete Unmengen von Gerichtsakten aus, immer auf der Suche nach Fakten.
Eine möglichst objektive Schilderung ist ihm wichtig, das merkt man immer wieder. Dem forschenden Ermittler gelingt es, menschlich zu bleiben, entsprechende Gefühle und Empfindungen auszudrücken und gleichzeitig den Täter weder als Monster darzustellen, noch ihn zu entschuldigen. (An dieser Stelle: Ich schreibe „der Täter“, weil sich unter den 75 untersuchten 67 Männer und nur 8 Frauen befinden. Diese kommen im Buch aber ebenfalls zu Wort.)

Es ist genau diese Art der Darstellung, die mir an den Büchern von Harbort zusagt. Natürlich werden die Schilderungen teils sehr grausam und blutig, sind definitiv nicht für empfindliche Gemüter geeignet, aber sie wirken nicht reißerisch.
Was seine Ausarbeitungen ein wenig unangenehm macht, ist die Verantwortung der Gesellschaft, die immer wieder anklingt und die man kaum abstreiten kann. Wenn man sich die Werdegänge der Täter anschaut, gibt es Dinge, die immer wieder ins Auge springen. Dinge, bei denen man sich als Leser fragt, wieso niemand etwas bemerkt, niemand etwas gesagt hat. Mehr Hin- und weniger Wegsehen könnte womöglich das ein oder andere verhindern.
Fazit: Heftige Thematik, objektiv dargestellt. Die sorgfältigen Recherchen und Ausarbeitungen bieten zahlreiche Infos und regen zum Nachdenken an.

»Auch der grausamste Täter hat ein Recht darauf, dass Menschen da sind, die versuchen, ihn zu verstehen. Um solche Verbrechen zu begreifen, müssen wir in die dunkelsten Gefilde der menschlichen Seele vorstoßen. Das bedeutet emotionale Schwerstarbeit. Das kann nicht jeder, das möchte nicht jeder. Versuchen wir uns dennoch diesen Menschen zu nähern, ihre Taten zu deuten. Blicken wir in den Abgrund, ins Herz der Finsternis.«

Bewertung vom 25.01.2019
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11
Maurer, Jörg

Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt / Kommissar Jennerwein ermittelt Bd.11


sehr gut

»Das alles ging Verena Vitzthum … durch den Kopf, als sie die beiden Drähte sah, deren lose Enden nun gefährlich nahe beieinanderlagen. Der Sprengstoff reichte aus, um alles im Umkreis von zehn Metern zu pulverisieren. Sie blickte nervös zu Jennerwein und hoffte inständig, dass er einen Plan hatte.«

Es hätte ein gemütlicher Hüttenabend werden sollen. Kommissar Jennerwein und sein Team haben sich in Jennerweins abgelegener Berghütte getroffen, einen Abend lang soll es nur um Erinnerungen, Anekdoten, Glühwein und lustiges Beisammensein gehen. Ein schöner Plan, doch dann kommt alles ganz anders und nur noch eins ist wichtig: Überleben!

Die Alpenkrimis rund um Kommissar Jennerwein haben ja immer einen besonderen, eigenen, Stil. Dieser elfte Band der Reihe ist aber noch mal besonders ungewöhnlich. Statt wie sonst einen Mörder zu jagen, steckt das ganze Team in einer Situation, in der es ums reine Überleben kämpfen muss. Zudem wird in einem zweiten Handlungsstrang in Jennerweins Schulzeit zurückgeblendet, man verfolgt im Grunde seine erste Ermittlungstätigkeit. Hier hat man es mit einer regelrechten Detektivgeschichte zu tun, die sich auch erst zum Ende hin auflöst.

Die Spannung entwickelt sich langsam aber stetig. Durch raffinierte kurze Einschübe, die auf spätere Ereignisse im Buch hindeuten, ahnt man, worauf alles hinausläuft. Und dieses Wissen um die Gefahr, selbst zu einem Zeitpunkt, als die Protagonisten noch nichts davon ahnen, ist wirklich klasse! Und das Finale wird richtig furios.
Auch weitere Gestalten tauchen in Einschüben auf – wie gehören sie zur Handlung? Sind sie Freund oder Feind? Viele Fragen tauchen auf, die meisten (aber nicht alle) werden gelöst. Natürlich sind die altbekannten und liebgewonnenen Charaktere dabei, auch die reichlich unkonventionelle Bestatterfamilie Grasegger hat wieder einen angemessenen Auftritt.

So ungewöhnlich wie die Handlung ist auch der Schreibstil, unterhaltsam, witzig, mit Wortspielen und vielen kleinen kreativen Einfällen. Ich mag diese Krimireihe und hatte wieder viel Spaß. Ich hoffe, Jörg Maurer lässt sich mit dem nächsten Band nicht zu lange Zeit!

Fazit: Eine Krimireihe mit ganz eigenem Stil – auch dieser Band hat mir wieder sehr gefallen.

Bewertung vom 25.01.2019
Hochamt in Neapel
Lahr, Stefan von der

Hochamt in Neapel


ausgezeichnet

»Der dumpfe Aufschlag war selbst in dem Polizeiwagen noch zu hören. Doch der Lieferwagen, der sein Opfer weit durch die Luft geschleudert hatte, bremste nicht, sondern beschleunigte und zog leicht hinüber zum Mittelstreifen, so dass er mit dem linken Reifen das Opfer überrollte und die Polizisten das Geräusch brechender Knochen vernahmen.«

Ein als Verkehrsunfall getarnter brutaler Mord beschäftigt Commissario Bariello von der römischen Polizei. Bei seinen Ermittlungen merkt er schnell, dass er es nicht nur mit einem Mord zu tun hat, sondern dass ihn bei diesem Fall noch ganz andere Dimensionen erwarten.
Zeitgleich sind in Neapel Weihbischof Montebello und einige Vertraute auf der Spur einer spektakulären Entdeckung. Dabei stoßen sie zu ihrem Entsetzen auf ein Verbrechen ungeheuren Ausmaßes. Montebello muss nicht nur das große Fest zu Ehren des Stadtheiligen San Gennaro vorbereiten, sondern auch verhindern, dass Neapel auf eine Katastrophe zusteuert.

Meine Güte, war das spannend! Ein großartiger und intelligenter Krimi, der mich von Anfang bis Ende fasziniert hat. Die zunächst zweigleisige Handlung läuft irgendwann zusammen, die „Guten“ kämpfen gemeinsam gegen die „Bösen“, wobei Letztere sehr stark sind und sich auf allen erdenklichen einflussreichen Positionen befinden. Camorra, korrupte Kirchenvertreter und reichlich skrupellose Menschen mit Macht und Geld spielen ein Spiel, das sie noch reicher machen soll und dafür vor allem unter der armen Bevölkerung Neapels Opfer fordert. Die Handlung ist fiktiv, aber man ahnt, dass so etwas geschehen könnte und vielleicht sogar geschieht – wer weiß das schon? Alles ist so gut und intensiv geschrieben, dass es höchst realistisch wirkt.

Auch die Geschichte rund um die spektakuläre Entdeckung ist sehr interessant. Sie würde Kirchenkreise, Geschichte und Archäologie betreffen, ist ebenfalls fiktiv, aber in einen Rahmen echter historischer Personen und Ereignisse so eingefügt, dass sie ebenfalls vorstellbar erscheint.

Bei den Charakteren der bösen Seite kann man sich beim Lesen fortwährend überlegen, wer von ihnen am schlimmsten, gemeinsten und skrupellosesten ist. An einigen Stellen bin ich richtig wütend geworden!
Die Charaktere der guten Seite sind vielschichtiger, sie haben menschliche Schwächen, einige auch Humor, sind teils sehr verschieden, aber alle recht sympathisch. Bei ihrem Bemühen, das Richtige zu tun, treffen sie manchmal fragwürdige oder nicht zu Ende gedachte Entscheidungen, auch das macht sie sehr menschlich.

Der Krimi ist durch die vielfältigen Verstrickungen, historischen Exkurse und immer wieder einfließenden fremdsprachigen Begriffe und Formulierungen durchaus anspruchsvoll zu lesen. Im Anhang finden sich neben Übersetzungen und Begriffserklärungen auch ein Personenverzeichnis, das Infos zu allen fiktiven und historischen Persönlichkeiten gibt und ein umfangreiches Quellenverzeichnis, das aufzeigt, wie gründlich der Autor recherchiert hat.

Fazit: Ich hatte großen Spaß an diesem Buch! Ein hochspannendes und raffiniertes Szenario im Umfeld von Kirche, Camorra, Politik und Kapital, das erschreckend vorstellbar erscheint.

Bewertung vom 14.01.2019
Pfeif drauf - morgen hast du's eh vergessen!
Brater, Jürgen

Pfeif drauf - morgen hast du's eh vergessen!


sehr gut

»Verstohlen blicke ich mich um. Wenn ich Glück habe, bin ja gar nicht ich gemeint. Vielleicht klammert sich ja hinter mir ein humpelnder Fünfundneunzigjähriger krampfhaft an seinem Rollator fest, oder der Bauch einer Hochschwangeren schwuppt in jeder Kurve gegen die Stehnachbarn. Doch nichts dergleichen! Das Sitzplatz-Angebot gilt zweifelsfrei mir.«

Was für ein Schock! Gerade war man selbst noch derjenige, der rücksichtsvoll älteren Menschen seinen Platz im Bus anbot – und nun findet man sich plötzlich auf der Gegenseite wieder. Offenbar ist man nun alt. Aber was bedeutet das eigentlich? Und ist das überhaupt schlimm?

Auf höchst amüsante Weise hat sich Jürgen Brater (nachdem er sich von dem Schock erholt hatte ;-) mit dem Thema „alt werden“ auseinandergesetzt. Wer selber nicht mehr taufrisch ist, erkennt mit Sicherheit viele der geschilderten Situationen und Gedankengänge wieder. Angefangen bei dem klassischen Gedanken, dass jeder älter werden, aber niemand alt sein will. Weshalb eigentlich nicht? Auf sehr lebensbejahende Art stellt Brater seine grundlegende Lebensauffassung dar, bei der jedes Lebensalter seine Vor- und Nachteile hat. Der Trick ist nun der, die Vorteile so gut wie möglich auszukosten und die Nachteile so gut es geht hinzunehmen.

Damit auch jeder versteht, was er damit meint, zählt er jede Menge Vorteile auf, die er jetzt im Alter hat und genießt. Da kann man, wenn man noch einige Arbeitsjahre zu absolvieren hat, schon manchmal neidisch werden. Ausführlich wird als erstes das Luxusproblem »Wohin mit der vielen Zeit?« behandelt und auch das Folgekapitel »Die Überlegenheit der Alten: Gelassenheit« zeigt diverse Vorteile auf.

Die Kapitel »Schöner werden wir alle nicht: Äußere Erscheinung« und »Ab sechzig geht’s bergab: Altersbeschwerden« beleuchten nun die Dinge, die einem im Alltag oft so zusetzen. Hier wird, je nach Thema, entweder zu Gelassenheit geraten oder es werden konkrete Tipps gegeben. Alles meist eingebettet in persönliche Anekdoten, die mich nicht selten schmunzeln ließen. In den folgenden Kapiteln geht es dann um »Glücklich altern«, um das Fit bleiben, um soziale Kontakte und die Familie. Und ja, auch der Tod wird nicht verschwiegen.

In der Summe ergibt das ein flott und unterhaltsam zu lesendes Buch, das wirklich gute und wichtige Gedanken aufwirft und damit wertvolle Hilfe geben kann. Aber natürlich sind Menschen und Ansichten verschieden und ich kam mit einigen davon nicht gut klar. Der Autor wirkte auf mich manchmal egoistisch und intolerant. Mich störten abwertende Äußerungen gegenüber Senioren, die sich zum Beispiel in Vereinen engagieren, Kurse belegen, einen vollen Terminkalender haben. Wenn sie so zufrieden sind, ist doch alles wunderbar in Ordnung! Und wenn er selber kein Ehrenamt ausüben will, bitte, das ist seine Sache. Aber offen gesagt finde ich nicht, dass man darauf so stolz sein muss. Und wie kann er sagen, dass ihn nicht mehr tangiert, was Menschen wie Trump tun? Er hat doch Kinder und Enkel, deren Zukunft kann ihm doch nicht gleichgültig sein? Und vielleicht sollte er auch noch ein wenig mehr bedenken, dass es ihm persönlich finanziell sehr gut geht, dass es aber auch ältere Menschen gibt, die immer noch arbeiten müssen, die sich keine seniorengerechte tolle Wohnung leisten können und auch nicht dann verreisen können, wenn sie Lust dazu haben.
Aber abgesehen von diesen kleinen Aufregern habe ich im Text so manche Anregung für mich gefunden. Und die Grundaussage, die jeweiligen Vorteile zu nutzen und den Nachteilen nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, ist auf jedes Alter übertragbar - ich werde mich gleich mal in der Umsetzung üben.

Fazit: Tipps zum entspannteren Umgehen mit dem Älterwerden. Unterhaltsam zu lesen und mit ein paar wirklich guten Anregungen.

Bewertung vom 12.01.2019
Formula - Tunnel des Grauens / Pendergast Bd.3
Preston, Douglas; Child, Lincoln

Formula - Tunnel des Grauens / Pendergast Bd.3


sehr gut

»Zögernd streckte ich die Hand aus, um den Körper umzudrehen und zu sehen, wie weit die Leichenblässe fortgeschritten war.
Die Haut fühlte sich elastisch und das Fleisch warm an, was allerdings an der schwülen, feuchten Luft im Keller liegen mochte. Während ich noch dabei war, den Körper umzudrehen, sah ich zu meinem namenlosen Grauen, dass ihm ein mit Blut getränkter Fetzen Stoff in den Mund gestopft worden war.«

Grauen – das ist genau der passende Begriff. Nichts anderes befällt den Erzähler und auch den Leser an dieser Stelle, war doch der mit Blut getränkte Fetzen Stoff nichts anderes als ein Knebel, der die Schreie des Opfers ersticken sollte, an dem bei lebendigem Leib eine fürchterliche Operation durchgeführt wurde.

Bei Bauarbeiten in New York wird ein verschütteter unterirdischer Gang entdeckt, in dem die Gebeine zahlreicher Opfer eines Serienmörders aus dem 19. Jahrhunderts gefunden werden. Der Killer arbeitete offenbar an einer Formel zur Verlängerung seines eigenen Lebens, wozu er das Rückenmark anderer Menschen benötigte.
Während die alten Morde auf lediglich Interesse in der Bevölkerung stoßen, bricht kurz danach Panik aus, als aktuelle Mordopfer mit exakt den gleichen Verstümmelungen gefunden werden. Vermutlich ist ein Nachahmungstäter aktiv. Oder könnte es am Ende sein, dass der Mörder aus dem 19. Jahrhundert bei seiner Forschung erfolgreich war und immer noch lebt?
Ein Fall für Special Agent Pendergast!

Der dritte Fall für Pendergast und zugleich sein bislang schwierigster. Mir hatte schon in den ersten beiden Büchern der Reihe der Mix aus Wissenschaft und Thriller sehr gefallen, der dadurch so gut zustande kommt, dass einer der Autoren am Naturhistorischen Museum in New York arbeitete und der andere als Verlagslektor.

Das Naturhistorische Museum spielt auch diesmal wieder eine wichtige Rolle und auf die Hilfe einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Museums (diesmal die Archäologin Dr. Nora Kelly) kann Pendergast ebenfalls nicht verzichten.
Preston und Lincoln greifen noch auf weitere bewährte Bausteine zurück. Da gibt es einen sympathischen Cop, der die Ermittlungen unterstützt und mehr als einen unsympathischen, die das eben nicht tun. Da gibt es ebensolche Sympathieträger und Gegenspieler aus den Reihen des Museums und natürlich Reporter Smithback, sogar mit recht umfangreicher Rolle.
Pendergast ist wie immer ein Unikat, er hat etwas von Sherlock Holmes, etwas von James Bond – tja, und ganz viel von eben Pendergast. Ich mag ihn und habe immer Spaß an seinen Auftritten. Diesmal wird der Fall allerdings für ihn besonders schwierig werden!
Weil ich Pendergast so mag, nehme ich vermutlich den ebenfalls zur Reihe gehörenden übernatürlichen Anteil in Kauf. Ich bin ja normalerweise Fan von möglichst realistischen Handlungen und das meiste kann man sich (zum Glück) auch hier real vorstellen. Aber eben nicht alles. Nun gut, dadurch bekommt die Geschichte einen weiteren Gruselfaktor.

Der wissenschaftliche Anteil gehört diesmal größtenteils in den medizinischen Bereich. Empfindlichen Lesern könnten die Beschreibungen der Opfer und der Operationen auf den Magen schlagen, sie sind schon sehr detailliert und blutig. Medizinische Fachausdrücke gibt’s ebenfalls reichlich und man muss sich, wenn man nicht vom Fach ist, beim Lesen an einigen Stellen entscheiden, ob man jedes zweite Wort nachschaut oder ob man sich einfach von den beeindruckend klingenden Sätzen „erschlagen“ lässt. Letzteres ist möglich, denn worum es im Großen und Ganzen geht, ist ja klar.

Zum Schluss hin wird es sehr spannend. Mir war natürlich klar, dass es aus logischen Gründen zumindest für Pendergast gut ausgehen müsste (es gibt schließlich noch reichlich Folgebände), aber wie das geschehen sollte, war mir ein Rätsel und hat mich ans Buch gefesselt. Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt und werde mit der Reihe gerne weitermachen.

Bewertung vom 05.01.2019
Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld (eBook, ePUB)
Aeschbach, Silvia

Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

»Was, um Himmels willen, geschah mit mir? Die Farben des Himmels und der Bäume erschienen mir unerträglich grell, die Grillen zirpten nicht mehr melodisch, sie kreischten richtiggehend. Der Waldboden, der eben noch so gut nach Moos gerochen hatte, stank plötzlich nach Moder. Ich nahm alles wie durch einen Filter wahr, einen Filter, der die Umgebung nicht in ein angenehmes, weiches Licht tauchte, sondern die Bilder verzerrte. Eine Kälte, wie ich sie vorher nicht kannte, erfasste mich. Noch vor fünf Minuten war mir der Schweiß in Strömen heruntergelaufen, und jetzt hatte ich das Gefühl, in einem Eisblock zu stecken. Für einen Moment schien mein Herz stehen zu bleiben, doch dann begann es noch wilder zu rasen.«

Silvia Aeschbach ist siebzehn, als sie die erste Panikattacke ihres Lebens vollkommen unvorbereitet trifft. Sie fühlt sich wie in einem Horrorfilm, glaubt zu sterben. Ein Erlebnis, das sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte zigfach wiederholen wird…

Sehr viele Menschen leben so wie Silvia mit einer Angsterkrankung, etwa jeder fünfte leidet zumindest zeitweise unter Angstzuständen. Und die Dunkelziffer ist hoch, denn noch immer trauen sich viele nicht, über ihre Ängste zu reden. Oder sie versuchen es, versuchen bei einem Arzt Hilfe zu erhalten, doch dieser behandelt lediglich die Symptome und erkennt nicht die Ursache dahinter.

In einer leicht zu lesenden, humorvollen und selbstironischen Art, schreibt Silvia über ihre Angst und ihr Leben mit ihr. Alles wirkt sehr ehrlich und offen, wer selber betroffen ist, erkennt sich an vielen Stellen wieder. Mir jedenfalls ging es so.
Ich fand das Buch enorm berührend, ich konnte so gut nachfühlen, was Silvia empfand und gleichzeitig gingen mir beim Lesen so viele Situationen aus meinem eigenen Leben durch den Kopf, ich erinnerte mich an die ersten Attacken, die ich bereits als Kind erlebte, an all das, was danach kam… Ich glaube, ich könnte auch ein Buch füllen. Nur ohne Leonardo ;-) Jedenfalls bin ich sicher, dass es mir sehr geholfen hätte, wenn ich dieses Buch früher gelesen hätte. Als Betroffener erkennt man, dass man es schaffen kann, ein gutes und erfolgreiches Leben zu führen. Mit und trotz der Angst.
Zusätzlich zu ihren eigenen Erlebnissen vermittelt Silvia viel Wissen rund um die Panik. Angefangen bei ganz allgemeinen Dingen wie dem Fakt, dass man Panik, im Gegensatz zur „normalen“ Angst, nicht durch Mut oder Willen überwinden kann. Es gibt medizinische Hintergrundinfos und einige interessante (oft auch unterhaltsame) Listen mit „Top Ten“, zum Beispiel die Top Ten der Symptome oder der Dinge, die man als Paniker wissen sollte. Sehr treffend auch die Liste der Sätze, die man während einer Panikattacke nicht hören will! Und schließlich Silvias persönliche Tipps – eine tolle Liste!

Nun sind zum Glück die meisten Menschen nicht betroffen. Für sie wird dieses Buch sicher auch hilfreich sein, denn vermutlich können sie sich nicht vorstellen, was ein Paniker durchmacht. Womöglich glauben sie, dass sie jemandem mit einer Panikattacke helfen könnten, wenn sie ganz ruhig auf ihn einreden. Dass alles nur eine Frage der Beherrschung ist und sicher nicht so schlimm. Wer dieses Buch liest, wird hoffentlich mehr Verständnis entwickeln und darf sich im Gegenzug über die sehr selbstironischen Schilderungen amüsieren. Denn ganz ehrlich: Wenn man nicht selbst betroffen ist, ist so einiges wirklich unfreiwillig komisch.

Fazit: Vielen Dank Silvia Aeschbach für dieses informative, ehrliche und mutmachende Buch! Sehr lesenswert für jeden, der selber unter Ängsten leidet und für jeden Interessierten.