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Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet. Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche W...
Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet. Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern. Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird. Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen ...
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Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Zuletzt erschien sein Songwriter-Album violet tree. Seine Romane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden von der Presse gefeiert, vielfach ausgezeichnet und in 14 Sprachen übersetzt. Die mit Henry Hübchen, Bjarne Mädel und Kim Riedle prominent besetzte Film-Trilogie (Tage des letzten Schnees, Das Licht in einem dunklen Haus und Die Stille am Ende der Nacht) erreichte im ZDF mehr als 7 Millionen Zuschauer.
Produktdetails
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch GmbH
- Seitenzahl: 320
- Erscheinungstermin: 14. August 2025
- Deutsch
- ISBN-13: 9783462310795
- Artikelnr.: 73820711
"Eden" ist ein berührender, hellsichtiger und packender Roman, der - indem er tief in die Psychen einzelner Menschen vordringt - sehr viel über unsere Gesellschaft, ihre Brüche und tiefen Risse erzählt. Absolut lesenswert! NDR 20250904
Jan Costin Wagner erzählt Trauer, Wut und Sprachlosigkeit von Familie und Freund in filmisch präzisen, hart gegeneinander geschnittenen Szenen. Anders als in früheren Romanen weitet er jedoch diesmal den Blick auf eine gesellschaftliche Ebene (...). Nils Kahlefendt FAZ 20251203
Wenn das eigene Kind unerwartet stirbt; literarisch exzellent, aber nur mit starken Nerven und guter Laune ertragbar
Darum geht es
Familie Stenger ist nicht nur von außen betrachtet eine glückliche Familie. Die lebensfrohe Sofie, der hilfsbereite Vater, eine fürsorgliche Mutter. …
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Wenn das eigene Kind unerwartet stirbt; literarisch exzellent, aber nur mit starken Nerven und guter Laune ertragbar
Darum geht es
Familie Stenger ist nicht nur von außen betrachtet eine glückliche Familie. Die lebensfrohe Sofie, der hilfsbereite Vater, eine fürsorgliche Mutter. Bis Sofie bei einem Konzert durch einen Anschlag das Leben verliert. Wie damit umgehen in einer digitalen Welt, in einer Welt voller Ressentiments und Vorurteilen? Eine Zerreißprobe für die Eltern und die Gesellschaft.
Mein Eindruck
Ich habe geweint. Mindestens die Hälfte des Buches über. Jan Costin Wagner schafft es eindrücklich, diesen unfassbaren Verlust in Worte zu fassen, die Trauer, die Gedanken der Familie und der Freunde von Sofie werden so greifbar, fast nicht zu ertragen (für mich als Mutter).
Und dann dringen immer wieder die Meinungen der Gesellschaft in diese Trauer. Ein erschreckender, realer, sozialkritischer Blick, der sich in die Geschichte mischt. Teilweise übergriffig. Kann man der Familie des Täters so begegnen?
Fazit
Die Folgen einer unbegreiflichen Tat und die Hinterbliebenen gehen unterschiedlich mit ihrer Trauer um. Ein literarisches Kunstwerk, das mir tief unter die Haut ging. Am besten zu lesen, wenn man danach jemanden in den Arm nehmen kann. Aber zu 100% lesenswert.
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Verlustbewältigung
Buchmeinung zu Jan Costin Wagner – »Eden«
»Eden« ist ein Roman von Jan Costin Wagner, der 2025 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.
Zum Autor:
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt …
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Verlustbewältigung
Buchmeinung zu Jan Costin Wagner – »Eden«
»Eden« ist ein Roman von Jan Costin Wagner, der 2025 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.
Zum Autor:
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main.
Zum Inhalt:
Markus, Kerstin und ihre Tochter Sophie sind eine glückliche Familie bis Sophie bei einem Anschlag auf ein Konzert getötet wird. Markus und Kerstin stehen vor einem Scherbenhaufen und müssen einen Weg finden, das Geschehene zu verarbeiten.
Meine Meinung:
Dieses Buch widmet sich dem schwierigen Thema der Bewältigung von Verlusten. Zu Anfang erleben wir eine glückliche Familie samt Sophies Schulfreund Tobias. Dann die Fahrt zum Konzert und das Attentat, dass der Vater Markus vor Ort miterleben muss. Wie man später eher beiläufig erfährt, rettet Vater Markus einem Mädchen als Ersthelfer das Leben. Markus ist ein besonderer Mensch, der akkurat das Beste tun will. Der Verlust seiner Tochter trifft ihn so hart, dass er die Auswirkungen auf seine Ehefrau nicht bemerkt und ihr nicht zur Seite steht. Markus und Kerstin finden keinen gemeinsamen Weg, um den Verlust zu verarbeiten. Sie sind noch nicht einmal in der Lage, sich gegenseitig zu helfen. Auch Schulfreund Tobias leidet unter dem Verlust, zumal die Ehe seiner Eltern zerbrochen ist. Er sucht die Nähe zu Markus und beide reden viel miteinander. Diese Abschnitte haben mich berührt und zum Nachdenken angeregt. Markus Annäherung an die Täterfamilie konnte mich hingegen weniger überzeugen.
Die Geschichte wird aus etlichen Perspektiven erzählt, so dass der Leser die Ansichten und Gefühle der Figuren gut nachvollziehen kann. Schwierigkeiten bereitete mir der Erzählstil, der oft Sätze und Gedanken unvollendet lässt.
Fazit:
Mich hat dieser Titel in weiten Teilen zum Nachdenken gebracht und deshalb bewerte ich ihn mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.
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Den Verlust akzeptieren
Kerstin und Markus haben ihre 12jährige Tochter Sofie bei einem Selbstmordattentat verloren. Die vorher glückliche Familie ist zerstört, beide Eltern sind verloren und voller Schmerz. Während Kerstin nach einiger Zeit Sofies Tod akzeptiert und erkennt, …
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Den Verlust akzeptieren
Kerstin und Markus haben ihre 12jährige Tochter Sofie bei einem Selbstmordattentat verloren. Die vorher glückliche Familie ist zerstört, beide Eltern sind verloren und voller Schmerz. Während Kerstin nach einiger Zeit Sofies Tod akzeptiert und erkennt, dass sie sich ein ganz neues Leben aufbauen müssen, auch wenn sie nicht weiß, wie das gelingen soll, ist Markus außerstande, Sofies Tod zu begreifen und wahrzuhaben. Er versucht, die Ereignisse rational zu verstehen, besucht sogar die Familie des Attentäters, um dessen Beweggründe analysieren zu können. In einer Talkshow wehrt Markus sich gegen die politische Instrumentalisierung seines Schicksals.
Jan Costin Wagner widmet sich in 'Eden' erneut einem schwierigen Thema, schreibt über Menschen im Ausnahmezustand. Dabei erzählt er aus den verschiedenen Perspektiven aller Beteiligten, auch der Täter kommt zu Wort, der etwas Großes vollbringen, endlich gesehen und bewundert werden wollte. Der Autor beschreibt, ohne zu werten, wie der jungen Mann zum Attentäter wurde.
Die Charaktere werden lebendig durch ihre Gedanken, Erinnerungen und Dialoge, die Gefühle transportieren. Alle Figuren haben mich berührt, besonders auch Sofies achtsamer Schulfreund Tobias, der durch Sofies Tod verstört ist und der unter der Atmosphäre zu Hause leidet, die sein Vater mit Verschwörungstheorien und rassistischen Gedanken vergiftet.
Jan Costin Wagner schreibt klar und schnörkellos, dennoch intensiv. Er kann mit einfachen, wenigen Worten Gefühle vermitteln, die mich treffen und die ich verstehe. Auch nach Beenden des Buchs bleiben mir Trauer, Mitgefühl und Hilflosigkeit.
Besonders gut gefällt mir die Gestaltung des Covers. 'Eden', das Paradies, ist als Einheit zerstört, in der Mitte durchtrennt und wenn man das Wort unten links entgegen des Uhrzeigersinns zu lesen beginnt, steht da 'Ende' - vielleicht vor dem zarten Schemen der tanzenden Sofie. Sehr gelungen und zum Roman perfekt passend.
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Wut schlägt in Hass um
Wenn Wut in unbändigen Hass umschlägt, drohen alltägliche Situationen zu eskalieren und unbeteiligte Personen können die Leidtragenden sein.
Sofie ist ein lebenslustiges Kind, das stets ein Lächeln in ihrem Gesicht trägt. Mit ihren …
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Wut schlägt in Hass um
Wenn Wut in unbändigen Hass umschlägt, drohen alltägliche Situationen zu eskalieren und unbeteiligte Personen können die Leidtragenden sein.
Sofie ist ein lebenslustiges Kind, das stets ein Lächeln in ihrem Gesicht trägt. Mit ihren zwölf Jahren ist sie in der Lage unter ihren Freunden und Schulkammeraden deeskalierend zu handeln. Ihr Auftreten wirkt lebensbejahend und fröhlich. Tobias aus Sofies Klasse hat sich ein wenig in sie verguckt und ist sehr glücklich nach dem Schulunterricht gemeinsam mit ihrem Vater in deren Zuhause an einem Referat zu arbeiten. Seine Familie kann dem Jungen nicht diese Nestwärme entgegenbringen. Sie ist mit sich, dem Alkoholkonsum und politischen Streitigkeiten befasst.
Ein großer Herzenswunsch geht für das Mädchen in Erfüllung, als ihr Vater ihr eine große Überraschung präsentiert. Er hat Karten für ein längst ausverkauftes Konzert ihrer Lieblingssängerin gekauft und fährt sie gemeinsam mit ihrer Cousine und ihrer Tante, der Schwester des Vaters, zum Ort des Geschehens. Ausgelassen feiern die drei ihren Star, genießen die Zeit und singen jeden Song textsicher mit. Als sie die Konzerthalle verlassen, detoniert eine Bombe im Ausgangsbereich und für Sofie kommt jede Hilfe zu spät. Ihr Vater muss hilflos und völlig neben sich stehend die Situation verkraften.
Jan Costin Wagner beschreibt in seinem Roman ‘Eden‘ wie different drei Menschen, Vater, Mutter und Schulfreund von Sofie, mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen, wie sie verdrängen, akribisch nachforschen, sich zur Wehr setzen, aufklären oder sich einfach um wichtige Dinge kümmern, wie die Grabpflege. Eindrucksvoll erleben wir Leser die bedrückende Stimmung der Trauerarbeit, aber auch die Aufklärung der Hintergründe wie es zu solcher einer ungeheuerlichen Tat kommen konnte, wie wir als Gesellschaft funktionieren und vermeintliche Nebensächlichkeiten sich zu gewaltigen Katastrophen entwickeln können.
Ein Roman, der die Aktualität unserer Zeit in seinem schlimmsten Ausmaß einfängt und versucht einerseits Gefühle und Emotionen einzufangen, andererseits Verhaltensweisen zu hinterfragen. Ein Roman, der gelesen werden sollte.
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Eine Sammlung sensible Themen und Stichworte
Ich fand den Klappentext zu „Eden“ von Jan Costin Wagner sehr spannend.
Nach dem abgesagten Taylor-Swift-Konzert in Wien 2024 und dem Amoklauf 2025 in Graz dachte ich, es wäre passend, ein Buch wie „Eden“ zu lesen. …
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Eine Sammlung sensible Themen und Stichworte
Ich fand den Klappentext zu „Eden“ von Jan Costin Wagner sehr spannend.
Nach dem abgesagten Taylor-Swift-Konzert in Wien 2024 und dem Amoklauf 2025 in Graz dachte ich, es wäre passend, ein Buch wie „Eden“ zu lesen. Persönlich hatte ich mit beiden Ereignissen wenig zu tun – das Konzert in Wien wurde abgesagt, wodurch vielen zum Glück eine Tragödie erspart blieb, und Graz liegt nahe an meinem Wohnort, weshalb sich das Ganze vielleicht noch bedrückender anfühlte, obwohl ich direkt in keiner Weise betroffen war.
So las ich „Eden“ mit großem Interesse und vielen Erwartungen.
Das Hauptthema des Buches ist, wie man mit einem großen Verlust – einem Familiendrama – umgehen kann, wie man solche Ereignisse verarbeitet und wie das Leben danach weitergehen kann. Sofie, die 12jährige Tochter von Markus und Kerstin Stenger, wurde bei einem Anschlag während eines Ariana-Grande-Konzerts getötet, für das sie überraschend Tickets von ihrem Vater bekommen hatte. Für Sofies Familie und Freunde ist das kaum zu verkraften, und jede*r geht auf eigene Weise mit dem Drama um. Ich finde, der Autor hat hier gute Arbeit geleistet (dafür die zwei Sterne aus meiner Bewertung) und sehr eindrucksvoll gezeigt, dass beide Elternteile zwar gleich stark betroffen sind, jedoch sehr unterschiedlich mit dem Verlust umgehen. Diesen Teil des Buches konnte ich sehr gut nachvollziehen, und ich hätte mir gewünscht, dass sich das Buch stärker auf genau diese Themen konzentriert.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Der Autor verwendet kurze Sätze, wodurch sich die Geschichte etwas abgehackt anfühlt. Es gibt einige Wiederholungen, und der Satz „Lächeln ist wichtig“ taucht sehr häufig auf – oft im starken Kontrast zu den übrigen Geschehnissen im Buch. Zwar war dies offensichtlich eine bewusste Entscheidung, allerdings fand ich diesen Satz nicht in jeder Situation passend.
Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive verschiedener Figuren erzählt, allerdings in der dritten Person, was eine gewisse Distanz zwischen den Charakteren und der Leserin bzw. dem Leser schafft. Auch aufgrund dieser Erzählweise war für mich nicht immer klar, ob das Buch eher für Erwachsene oder für ein jüngeres Publikum gedacht ist.
Die Charaktere sind teilweise oberflächlich dargestellt. Kerstin, Sofies Mutter, trauert auf ihre Weise, verfügt aber über erstaunlich viel Kraft, um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern – bis sie eines Tages plötzlich nicht mehr weitermachen kann. Die Kinder, Sofie und Tobias, sind zwölf Jahre alt. Sie halten Referate über Donald Duck, spielen mit Duplo-Steinen und kümmern sich gleichzeitig um Erwachsene. Sofies Freude über das Konzert habe ich nicht gespürt, da sie sich die ganze Zeit Sorgen um Tobias’ Referat gemacht hat. Alle anderen Figuren werden sogar noch oberflächlicher präsentiert.
Was mich an diesem Buch jedoch am meisten gestört hat, waren die unglaublich vielen Themen, die nur oberflächlich angerissen wurden. Von der Darstellung „Muslime sind immer schuld“ über Nationalsozialismus, die Corona-Pandemie, Remigration bis hin zu der Frage, was Menschen im Falle einer Demenzerkrankung verheimlicht wird – all das findet sich in diesem Buch.
Ich habe den Eindruck, dass es in diesem Buch kein „Grau“ gibt – alles wird entweder schwarz oder weiß dargestellt. Sofies Familie erscheint heil und steht im klaren Kontrast zu Tobias’ Familie, in der scheinbar alles schiefläuft. Der Attentäter Ayoub ist Muslim, und in den Augen von Markus Stenger ist nicht nur Ayoub selbst schuldig, sondern auch dessen Familie. Markus nimmt Kontakt zu Ayoubs Angehörigen auf, und mein Eindruck war, dass sein einziger Beweggrund darin bestand, sich davon zu überzeugen, dass alle – insbesondere die Männer – aus dieser Familie schuldig seien.
In einem Abschnitt über Ayoub versucht der Autor, die Gründe für seine Radikalisierung zu beleuchten. Alles, was in diesem Zusammenhang erzählt wird, wird auch über den Attentäter aus Graz berichtet – der allerdings kein Muslim war. Das lässt mich fragen: Musste der Attentäter in diesem Buch unbedingt Muslim sein? Was war der Zweck dieser Entscheidung, wenn ein so sensibles Thema nicht wirklich tiefgründig oder ausgewogen aufgearbeitet wurde?
Fazit:
Das Buch ist zu kurz, um so viele Themen angemessen zu behandeln. Auch wenn sich unsere Gesellschaft heute mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sieht, ist das für mich kein Grund, so viele Aspekte zusammenzutragen und lediglich Schlagworte in einen Topf zu werfen. Es handelt sich dabei um durchweg sehr sensible Themen, bei denen die Haltung des Autors mal gar nicht erkennbar ist – und mal in einem fragwürdigen Licht erscheint.
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Es macht nachdenklich
Eden von Jan Costin Wagner, erschienen im Galiani-Berlin Verlag am 14.08.2025.
Sofie freut sich, als sie von ihrem Vater Konzerttickets für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin bekommt. Als ein Anschlag verübt wird, ist Sofie eines der Opfer. Markus, der …
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Es macht nachdenklich
Eden von Jan Costin Wagner, erschienen im Galiani-Berlin Verlag am 14.08.2025.
Sofie freut sich, als sie von ihrem Vater Konzerttickets für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin bekommt. Als ein Anschlag verübt wird, ist Sofie eines der Opfer. Markus, der Vater, will wissen, wie es dazu gekommen ist die Mutter bleibt stumm.
Es ist eine kleine große Geschichte. Wir erleben hier mehr als nur die üblichen Vorstellungen der Opfer und was für großartige Menschen da aus dem Leben gerissen wurden. Wir arbeiten mit Markus die Entwicklung wie es dazu kommen konnte, wie wir als Gesellschaft damit umgehen und wo wir versagen, auf.
Jan Constin Wagner lässt uns mitleiden. Wir sind gefordert und von den Aussagen berührt und werden nachdenklich gemacht. Es ist kein Buch, nachdem man einfach so wieder in den Alltag abtaucht. Es klingt nach, macht betroffen und lädt uns ein, unsere Gesellschaft und uns darin besser kennen zu lernen.
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*Ein aufrüttelnder Roman*
Mit „Eden“ legt Jan Costin Wagner einen vielschichtigen, nachdenklich stimmenden Roman vor, der sich ebenso eindringlich wie sensibel mit den Folgen einer erschütternden Familientragödie auseinandersetzt. Die zutiefst berührende Geschichte …
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*Ein aufrüttelnder Roman*
Mit „Eden“ legt Jan Costin Wagner einen vielschichtigen, nachdenklich stimmenden Roman vor, der sich ebenso eindringlich wie sensibel mit den Folgen einer erschütternden Familientragödie auseinandersetzt. Die zutiefst berührende Geschichte beginnt mit einem dramatischen Einstiegsszenario: Bei einem Popkonzert kommt es zu einem Anschlag eines jungen Selbstmordattentäters, bei dem die zwölfjährige Sofie ihr Leben verliert.
Wagner gelingt es, existenzielle Fragen von Trauer, Schuld, Vergebung und dem Umgang mit persönlichem Verlust sowie der Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft facettenreich zu beleuchten.
Durch die multiperspektivische Erzählweise lässt er uns unterschiedlichste Sichtweisen auf die Ereignisse und ihre Nachwirkungen erleben. Mit großem Feingefühl zeichnet Wagner das Innenleben vieler seiner Charaktere nach.
Besonders gelungen sind die differenzierten und eindringlichen Schilderungen, wie Sofies Eltern in einen Strudel aus Schmerz, Sprachlosigkeit und Entfremdung stürzen. Besonders überwältigend ist es mitzuerleben, wie beide ganz eigene Wege finden (oder suchen), um mit dem Verlust, ihrer Ohnmacht und Trauer umzugehen und nach Halt zu ringen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang insbesondere Markus’ Entwicklung, der – trotz aller Verbitterung – den Dialog mit der Familie des Attentäters sucht und damit einen ungewöhnlichen Versuch zur Verständigung wagt.
Darüber hinaus richtet Wagner den Blick auf weitere Betroffene, etwa die Familie des jugendlichen Täters. So wird deutlich, dass die Folgen der unfassbaren Katastrophe nicht auf eine einzelne Familie beschränkt bleiben, sondern sich auf das soziale Umfeld und die gesamte Gesellschaft ausdehnen. Geschickt thematisiert Wagner schließlich auch, wie Medien und Politik das Geschehen für eigene Zwecke instrumentalisieren und so zur gesellschaftlichen Spaltung beitragen.
Der Schreibstil des Romans verlangt den Lesenden jedoch einiges ab. Wagners Reduktion auf das Wesentliche, seine distanzierte Erzählweise und die oft knapp gehaltenen, fast fragmentarisch wirkenden Dialoge lassen vieles unausgesprochen und offen. Vieles bleibt im Vagen, wodurch häufig erst die eigene Vorstellungskraft die Leerstellen hinsichtlich Innenleben und Motivationen der Figuren füllen muss.
Der konsequent eingehaltene Blickwinkel der dritten Person erschwert es jedoch, eine echte Nähe zu den Charakteren herzustellen und mit ihnen zu fühlen.
Gerade Sofies Mutter und ihren Freund Tobias blieben für mich überraschend blass und wenig greifbar; auch die Innensicht des Attentäters und die Erklärung für die Hintergründe seiner Tat werden nicht umfassend ausgearbeitet, was zu einer gewissen Distanz führt.
Gleichzeitig sorgen die häufigen Perspektivwechsel und die episodisch strukturierten, kurzen Kapitel für eine spürbare Unruhe, was sehr stimmig das Gefühl von Ohnmacht, Aufgewühltheit und Fassungslosigkeit unterstreicht und hervorragend zur Thematik und den Figuren passt.
Kritisch anzumerken ist allerdings, dass Wagner in seinem Roman eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Themen wie Rassismus, rechtsextremistische Radikalisierung und den Umgang mit Demenzerkrankungen zwar aufgreift, diese aber meist nur andeutet und selten in ihrer vollen Komplexität beleuchtet. Dadurch bleiben manche Aspekte eher an der Oberfläche und werden teilweise nur schlaglichtartig und ohne eingehende Vertiefung gestreift. Die wichtigen Zwischentöne und Ambivalenzen, die gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen gesellschaftlichen Debatte nötig wären, fehlen stellenweise, wodurch der Roman leider etwas von seinem Potenzial einbüßt.
Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass Wagners sachliche Sprache und die klar strukturierte, oft kurze und prägnante Erzählweise den Roman gerade für die jüngere Leserschaft sehr zugänglich machen. Dies prädestiniert „Eden“ als Schullektüre und schafft vielfältige Anknüpfungspunkte für Diskussionen über Schuld, Verantwortung, gesellschaftliches Miteinander und die Rolle der Medien.
FAZIT
Ein bewegender Roman, der viele gesellschaftlich brisante und drängende Themen der Gegenwart aufgreift und zum Nachdenken über Verlust, Schuld und gesellschaftlichen Zusammenhalt anregt. Auch wenn manche Themen nur angerissen und einige Figuren etwas schemenhaft bleiben, beeindruckt der Roman durch seine emotionale Wucht und ist eine bereichernde Lektüre!
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Worte, die bewegen
Stuttgart, 22. Mai
Was soll passieren in einer Konzerthalle voller lachender Menschen, in der Ariana la Vega von Liebe singt? (69)
Markus fühlt sich schuldig. Er hat seiner 12-jährigen Tochter Sofie die Tickets für das Konzert ihrer Lieblingssängerin …
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Worte, die bewegen
Stuttgart, 22. Mai
Was soll passieren in einer Konzerthalle voller lachender Menschen, in der Ariana la Vega von Liebe singt? (69)
Markus fühlt sich schuldig. Er hat seiner 12-jährigen Tochter Sofie die Tickets für das Konzert ihrer Lieblingssängerin geschenkt. Auf dem Konzert wurde ein islamistischer Anschlag verübt; Sofie hat ihn nicht überlebt.
In seinem neuesten Roman schreibt Jan Costin Wagner über den tragischen Schicksalsschlag, der eine glückliche Familie wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat. Ihr Leben gerät aus der Bahn; die vertraute, sichere Welt existiert auf einmal nicht mehr.
Wir begleiten Sofies Eltern in der ersten Tage nach dem Attentat. Markus und Kerstin sprechen abwechselnd über ihr Leben ohne Sofie; beide gehen dabei unterschiedlich mit ihrem Schmerz um. Während Kerstin in ihrer Verzweiflung zu versinken droht, beginnt Markus, der den Anschlag hautnah miterlebt hat, Details zum Tathergang und dem Attentäter herauszufinden. Denn Markus ist überzeugt:
„Der Hass kann die Liebe nicht beseitigen, er kann sie nur in Trauer und in bittere, schöne Erinnerungen verwandeln und damit zum schärfsten Schwert machen, das es gibt.„ (129)
Auch der Attentäter kommt kurz zu Wort. Und auch seine Gedanken erschüttern, denn auch er hat es früh verstanden: „Worte sind niemals nur Worte.“ (96)
Präzise und äußerst einfühlsam schreibt Jan C. Wagner über die dramatischen Ereignisse, die das Leben vielen Menschen verändert haben. Seine Worte bewegen, rühren zu Tränen, machen fassungslos und manchmal sogar wütend.
Denn „Eden“ von Jan Costin Wagner ist die Geschichte unserer Tage; hochbrisant und gegenwärtig. Sie wirkt authentisch und weckt viele Emotionen. Sie regt zum Nachdenken an und liefert einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Themen, die unsere Gesellschaft spalten.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und empfehle es gerne weiter.
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Zum Inhalt:
Eigentlich ist im Leben von Sofie, Vater Markus und Mutter Kerstin die Welt in Ordnung bis zu diesem verhängnisvollen Tag. Sofie besucht ein Konzert auf dass ein Anschlag verübt wird und Sofie ist eins der Opfer. Die Beziehung von Markus und Kerstin gerät ins Wanken, …
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Zum Inhalt:
Eigentlich ist im Leben von Sofie, Vater Markus und Mutter Kerstin die Welt in Ordnung bis zu diesem verhängnisvollen Tag. Sofie besucht ein Konzert auf dass ein Anschlag verübt wird und Sofie ist eins der Opfer. Die Beziehung von Markus und Kerstin gerät ins Wanken, zudem wird ihr persönliches Unglück politisch instrumentalisiert. Markus fasst den gewagten Entschluss die Familie des Täters aufzusuchen.
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch, dass dazu führt, dass man sich damit auseinandersetzen muss wie man selbst wohl in so einer lebensverändernden Situation handeln würde. Extrem nachvollziehbar fand ich, dass Markus und Kerstin Schwierigkeiten miteinander hatten, da natürlich jeder eine andere Herangehensweise mit dem Erlebten hat. Markus ist da auch schon ziemlich extrem unterwegs. Würde ich selbst die Familie des Mörders aufsuchen wollen? Ich glaube es nicht, kann aber so ein Ansinnen verstehen. Viele der Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, muss aber auch nicht, da ja jeder Mensch anders reagiert in Extremsituationen. Was mir gut gefallen hat, dass der Autor wieder den Finger auf Wunden legt und einen zum Nachdenken bringt,.
Fazit:
Gefällt mir gut
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Gebundenes Buch
Das verlorene Eden
Inhalt:
Die zwölfjährige Sofie ist unheimlich empathisch. Sie schafft es, Menschen zu verbinden und für Harmonie zu sorgen. Als ihr Vater Markus sie mit Konzertkarten für ihre Lieblingssängerin Ariana da Vega überrascht, denkt er nicht im Traum …
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Das verlorene Eden
Inhalt:
Die zwölfjährige Sofie ist unheimlich empathisch. Sie schafft es, Menschen zu verbinden und für Harmonie zu sorgen. Als ihr Vater Markus sie mit Konzertkarten für ihre Lieblingssängerin Ariana da Vega überrascht, denkt er nicht im Traum daran, dass dies Sofies Todesurteil ist. Nach dem Konzert zündet ein Selbstmordattentäter eine Bombe. Sofie ist sofort tot. Zurück bleiben die Eltern Markus und Kerstin, der Freund Tobias sowie Sofies Tante Isabel und Kusine Lotte. Für sie alle bricht der Garten Eden auseinander, doch das Leben geht weiter …
Meine Meinung:
Der Roman ist aufgeteilt in relativ kurze Kapitel aus der Sicht der verschiedenen Hinterbliebenen, aber auch des Selbstmordattentäters. Letzteren begleiten wir eine Zeitlang vor der Tat, die anderen einige Tage vor der Tat und einige Monate danach. Jan Costin Wagner versucht zu ergründen, was den Täter zu der Tat veranlasst haben könnte; er lässt uns auch dessen Familie kennen lernen, was ich sehr interessant fand.
Hauptsächlich aber geht es um die verschiedenen Strategien, mit dem Verlust des Kindes, der Freundin klarzukommen und die Trauer zu bewältigen. Kerstin und Markus gehen dabei ganz verschiedene Wege und drohen vollkommen auseinander zu driften.
Jan Costin Wagner schreibt emotional, aber doch distanziert, was bei diesem Thema auch gut ist. Trotzdem flossen bei mir die Tränen. Vieles wird nur oberflächlich angerissen, und dennoch spürt man die ganze Tiefe.
Die Nebenhandlung um Tobias’ Vater, die gesellschaftliche Probleme in Deutschland thematisiert und unter anderem noch einmal Corona verwurstet, hätte ich nicht gebraucht. Es wirkte für mich nicht rund, sondern wie aufgesetzt.
Ansonsten ist „Eden“ eine ergreifende Lektüre, die zum Nachdenken anregt und zu Herzen geht.
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