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Benutzername: Lilli33
Danksagungen: 38 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 173 Bewertungen
Bewertung vom 01.01.2019
Die Schneeschwester
Lunde, Maja

Die Schneeschwester


ausgezeichnet

Eine wunderschöne Geschichte für Kinder und Eltern

Inhalt:
Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Heiligabend ist für Julian normalerweise der schönste Tag des Jahres, hat er doch an diesem Tag Geburtstag. Dieses Jahr wird er zehn Jahre alt, aber leider hat seine Familie offenbar kein Interesse an Weihnachten oder Geburtstag. Denn Julians Schwester ist gestorben und die Eltern wissen vor Trauer nicht ein noch aus.

Da lernt Julian die lebenslustige Hedvig kennen, ein mysteriöses Mädchen, das Julian eine gute Freundin wird. Doch auch Hedvig kann manchmal traurig werden …

Meine Meinung:
Dieses Buch ist einfach wundervoll. Das beginnt schon mit der äußeren Erscheinung - ein wunderschönes Cover in rot-gold, das nicht nur auf dem Schutzumschlag zu bewundern ist, sondern auch auf dem inneren Bucheinband. Auch das Vorsatzpapier ist allerliebst und erst recht die herrlichen Illustrationen von Lisa Aisato, die die Handlung absolut genial in Farbe umsetzen. Es macht einfach Spaß, die wunderschönen Bilder zu betrachten und immer wieder neue Details darin zu entdecken.

Die Geschichte ist sehr berührend. Es geht um Tod und Trauer, daher sollte man die Altersempfehlung ab 10 Jahren beherzigen und das Kind am besten auch nicht allein mit dem Buch lassen, sondern über das Gelesene sprechen. Da die Geschichte in 24 Kapitel unterteilt und in der Vorweihnachtszeit angesiedelt ist, eignet sie sich hervorragend, um in der Adventszeit jeden Tag ein Kapitel vorzulesen.

Julian wünscht sich so sehr, dass seine Eltern wieder die alten werden. Es kommt ihm so vor, als würden zu Hause nur noch graue Kopien seiner Eltern leben, die nicht mehr lachen können und sich auch nicht wirklich für ihre noch lebenden Kinder interessieren. Der Junge versucht alles, um doch ein bisschen Weihnachtsstimmung zu schaffen.

Obwohl das Buch sehr traurig ist und man die Tränen vielleicht nicht immer zurückhalten kann, ist es doch auch ein Buch, das Mut macht und das Hoffnung gibt.

An dieser ergreifenden Geschichte mit den einzigartigen Illustrationen werden sicher ältere Kinder wie auch Erwachsene gleichermaßen Freude haben.

Bewertung vom 09.12.2018
Das Ende ist erst der Anfang
Baker, Chandler

Das Ende ist erst der Anfang


ausgezeichnet

Ein fesselndes und tiefgründiges Jugendbuch

Inhalt:
Lake ist fast 18 Jahre alt. An ihrem nächsten Geburtstag wird sie die Gelegenheit haben, ihrem schwerstbehinderten Bruder Matt zu einem neuen Leben zu verhelfen. Doch dann geschieht ein Unglück und Lakes Freund Will sowie ihre beste Freundin Penny sterben bei einem Unfall. Lake kann nur einer Person ein neues Leben schenken. Für wen soll sie sich entscheiden?

Bei dem Versuch, herauszufinden, was ihre Freunde sich wünschen würden, muss Lake allmählich erkennen, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen aufgebaut war.

Meine Meinung:
Mich hat die Thematik sehr interessiert. Darf der Mensch über Leben und Tod bestimmen? Wie soll man hierbei gerecht vorgehen? Es steckt sehr viel Philosophie in diesem Roman, das hat mir gut gefallen.

Lake ist eine sehr tiefgründige Protagonistin, nicht immer ganz nett, auch mal egoistisch und eben keine Superheldin. Ich war sehr gern an ihrer Seite unterwegs, als sie in Rückblicken in die Vergangenheit versucht, mehr über Penny und Will zu erfahren, um Klarheit darüber zu bekommen, ob sie beide oder einer von ihnen überhaupt wiederauferweckt werden wollten

D. Denn nicht jeder ist von dieser Möglichkeit begeistert.

Nach und nach lernt Lake viel über ihre Freunde, über ihren Bruder und vor allem über sich selbst, und das ist für sie nicht immer leicht zu verdauen.

Dank des dynamischen Schreibstils von Chandler Baker fliegen die Seiten nur so dahin. Die Kapitel sind mit der Anzahl der Tage versehen, die noch bis zu Lakes 18. Geburtstag bleiben, bis sie eine Entscheidung treffen muss - ein spannender Countdown. Dabei schwankt das Mädchen immer wieder hin und her, und auch wenn ich schon bald meinte, Lakes endgültige Wahl erraten zu können, musste ich mich am Ende eines Besseren belehren lassen. Über den Ausgang des Romans war ich wirklich überrascht, und zwar positiv ;-)

Bewertung vom 18.11.2018
Flucht in die Schären / Thomas Andreasson Bd.9 (eBook, ePUB)
Sten, Viveca

Flucht in die Schären / Thomas Andreasson Bd.9 (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein brutaler und hochspannender Thriller

Inhalt:
Mina Kovač wird von ihrem Mann Andreis fast zu Tode geprügelt - nicht zum ersten Mal. Sie lässt sich von Nora Linde überreden, in ein Frauenhaus im Schärengarten zu fliehen und gegen ihren Mann auszusagen.

Nora will Andreis wegen Steuerhinterziehung anklagen. Für die wesentlich schlimmeren Delikte wie Drogenhandel und Geldwäsche fehlen ihr leider die Beweise.

Doch Andreis Kovač ist notfalls bereit, über Leichen zu gehen, bevor er Mina und das Baby aufgibt.

Meine Meinung:
Ich liebe die Kriminalromane von Viveca Sten sehr. Ich fand es zu Beginn der Reihe toll, dass sie nicht so düster und brutal sind wie skandinavische Krimis sonst. Die ersten Bände verbreiteten immer so eine leicht heitere Stimmung trotz der Verbrechen, die geschahen.

Der neue Band ist da ganz anders. Hier gibt es absolut nichts Heiteres. Der Täter ist äußerst brutal, die Opfer total verängstigt. Thomas Andreasson und Nora Linde sind ständig überarbeitet und im Privatleben gestresst. So gibt es hier keinen Ruhepunkt, an dem man als Leser*in einmal verschnaufen könnte. Wobei man das auch gar nicht unbedingt will, denn die Story ist durchgehend hochspannend und dramatisch.

Thomas Andreasson spielt in diesem Fall gar keine allzu große Rolle. Den Hauptteil trägt Nora, die als Staatsanwältin gegen Andreis Kovač ermittelt und den Fall sehr persönlich nimmt. Erst als es später zu einem Mord kommt, tritt auch Thomas auf den Plan. Zuerst fand ich das etwas schade, aber da mir Noras clevere Partnerin Leila ausgesprochen gut gefiel, war es dann doch gut so.

Wie gewohnt gibt es auch einen Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt. Allerdings wurde mir bis zum Schluss nicht klar, wie er mit der Haupthandlung zusammenhängt. Will die Autorin Andreis’ Brutalität damit entschuldigen, dass er als Kind schlimme Dinge gesehen hat? Das wäre mir doch zu einfach.

Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte ein hochspannender Thriller, den man durchaus auch ohne Vorkenntnisse der Reihe lesen kann.

Die Fälle von Thomas Andreasson:
1. Tödlicher Mittsommer
2. Tod im Schärengarten
3. Die Toten von Sandhamn
4. Mörderische Schärennächte
5. Beim ersten Schärenlicht
6. Tod in stiller Nacht
7. Tödliche Nachbarschaft
8. Mörderisches Ufer
9. Flucht in die Schären

Bewertung vom 30.10.2018
Verloren in Eis und Schnee
Morosinotto, Davide

Verloren in Eis und Schnee


ausgezeichnet

Super spannend und beeindruckend

Inhalt:
Die Zwillinge Nadja und Viktor sind dreizehn Jahre alt, als 1941 ihrer Heimatstadt Leningrad droht, von den Deutschen eingenommen zu werden. Die Kinder werden zusammen mit vielen anderen aus der Stadt geschickt, um weit weg das Ende des Krieges in Sicherheit abzuwarten. So der Plan - doch es kommt natürlich ganz anders. Bereits am Bahnhof werden Viktor und Nadja getrennt und in verschiedene Züge gesteckt. Viktor landet in einer Kolchose in Sibirien, während Nadjas Zug gar nicht weit kommt. Dieses Buch erzählt nun, was die Zwillinge erleben, während sie auf der Suche nacheinander sind.

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr liebevoll und detailliert gestaltet. In der Rahmenhandlung muss Oberst Waleri Gawrilowitsch Smirnow darüber entscheiden, ob sich Viktor und Nadja schuldig gemacht haben oder nicht. Zur Entscheidungsfindung dienen ihm die Tagebücher, die die Zwillinge während ihrer Odyssee durch die Sowjetunion geschrieben haben. Er versieht sie mit Randnotizen, Kommentaren und vor allem Paragraphen, gegen die die Kinder angeblich verstoßen haben. Die Akribie, mit der er nach Verstößen sucht, wirkt zuweilen fast schon lächerlich. Neben Oberst Smirnows Randnotizen enthalten die Tagebücher auch z.B. Fotos, Zeichnungen und Zeitungsausschnitte, die die Kinder eingeklebt haben. Das Papier ist auf alt getrimmt und die Schriftfarben in den Tagebüchern sind unterschiedlich: Viktor schreibt rot, Nadja blau. Alles in allem also eine sehr aufwändige Gestaltung, die mit zum Lesevergnügen beiträgt.

Abwechselnd bekommt der Leser Abschnitte aus Nadjas und Viktors Tagebüchern zu lesen. Es sind haarsträubende Dinge, die die beiden schildern. Vieles davon ist sicherlich realistisch, anderes frei erfunden. Tatsächliche historische Ereignisse und Personen kommen ebenso vor wie fiktive. Man bekommt einen guten Eindruck vom Leben in Kriegszeiten, aber auch von der Eiseskälte des Winters 1941/42, der viele Menschen das Leben gekostet hat.

Davide Morosinotto schreibt sehr fesselnd. Ich kann mich für historische Romane sonst nicht begeistern, aber er hat es geschafft, mich von Anfang bis Ende für seine Geschichte einzunehmen. Zwar kann man sich nicht unbedingt mit den Protagonisten identifizieren - das ist meiner Meinung nach bei einem solchen Roman aber auch gar nicht nötig. Da betrachte ich die Ereignisse doch lieber aus der Distanz. Trotzdem ist die Erzählung wahnsinnig spannend, aber auch ein wenig gefühlvoll. Die innige Verbindung der Zwillinge ist beeindruckend sowie auch ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihr außerordentlicher Mut.

Für junge Leser ab ca. 12 Jahren ist dies die perfekte Lektüre, um sich „unterhaltsam“ mit dem 2. Weltkrieg in Russland zu beschäftigen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.10.2018
Die wundersame Mission des Harry Crane
Cohen, Jon

Die wundersame Mission des Harry Crane


gut

Leider ziemlich vorhersehbar

Inhalt:
Als Harry Crane seine geliebte Frau Beth durch einen Unfall verliert, fällt er in ein schwarzes Loch. Er zieht sich in die Wälder der Endless Mountains in Pennsylvania zurück, wo er die neunjährige Oriana und ihre Mutter Amanda kennenlernt, die ebenso wie Harry trauern, denn vor einem Jahr ist Amandas Mann Dean ganz plötzlich verstorben.

Oriana hat ihre ganz eigene Art, mit dem Tod ihres Vaters umzugehen - eine Art, die Amanda sehr beunruhigt. Doch in Harry findet das Mädchen einen Menschen, der bereit ist, sich auf Märchen einzulassen. So erleben die beiden ein ganz besonderes Abenteuer und wachsen daran.

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches hat mich stark begeistert. Die große Liebe zwischen Beth und Harry war in allen Sätzen spürbar und ging mir unter die Haut. Leider driftete die Geschichte dann aber ziemlich schnell ins leicht Kitschige und vor allem leicht Vorhersehbare ab. Zwar gibt es immer wieder mal gefühlvolle Stellen, aber wirklich verzaubern konnte mich der Roman nicht.

Der Schreibstil gefiel mir ganz gut. Er war flüssig zu lesen und es gab einige Sätze, die ich mir merken wollte. Allerdings musste ich mich auch durch manche Längen quälen. Hier hätte man die Beschreibungen durchaus rigoros straffen können.

Mit den Charakteren kam ich nicht so gut klar. Harry ist ein durch und durch guter Typ, während sein großer Bruder Wolf der Böse ist. Das war mir zu sehr schwarz-weiß. Bei Oriana störte mich, dass sie manchmal wie ein kleines Kind ist, dann aber wieder mehr Durchblick hat als die Erwachsenen. Und die Männer in dem kleinen Städtchen werden mir einfach zu platt und hinterwäldlerisch dargestellt. Hier hat der Autor etwas zu heftig in die Klischeekiste gegriffen.

Die Handlung ist bald vorhersehbar und kann nicht wirklich überraschen. Schnell ahnt man, wie die Story enden wird. Am besten gefiel mir, wie gezeigt wird, dass man auf unterschiedliche Arten trauern kann, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, mit einem Verlust und Schuldgefühlen fertig zu werden.

Bewertung vom 10.10.2018
Piccola Sicilia
Speck, Daniel

Piccola Sicilia


gut

Eine lesenswerte Familiengeschichte - leider mit Längen

Inhalt:
Ein alter Freund von Nina will ein Flugzeugwrack bergen, das den berühmten Rommelschatz enthalten soll. Da Ninas verschollener Großvater auf der Passagierliste stand, reist Nina zum Bergungsort vor Sizilien. Hier trifft sie auf die ältere Joëlle, die ihr eine faszinierende Familiengeschichte erzählt, nämlich die von Ninas Großvater Moritz, der nie aus dem Krieg heimgekehrt ist …

Meine Meinung:
Leider bildet die Geschichte um Nina und Joëlle nur die Rahmenhandlung für die vergangene Familiengeschichte. Mich interessiert nämlich meistens die Gegenwart viel mehr als das Vergangene. Insofern hat mich die Leseprobe ziemlich in die Irre geführt, denn diese erzählt praktisch nur von Nina. Mit ihr konnte ich mich gleich anfreunden, ich hätte gerne noch viel mehr von ihr gelesen, aber leider blieb sie im Verlauf des Romans dann doch recht blass.

Den weitaus größten Teil der Erzählung nimmt die Geschichte von Moritz, Yasmina und Victor ab 1942 in Tunis ein. Yasmina und Victor leben in Piccola Sicilia, einem bunten Einwandererviertel in Tunis, wo Muslime, Juden und Christen in friedlicher Nachbarschaft wohnen. Man hilft sich gegenseitig während des Kriegs, versteckt die Verfolgten, wischt alle Unterschiede beiseite, sieht nur den Menschen. Eigentlich ein Paradies. Doch es wird auch gezeigt, wie der Krieg die Menschen verändert - nicht immer zum Guten. Es gibt hier vieles, worüber es sich nachzudenken lohnt. Einiges empfand ich allerdings auch als etwas kitschig.

Daniel Speck hat es leider nicht geschafft, mich durchgehend zu fesseln. Viele Passagen empfand ich als ermüdend ausführlich, teilweise auch mit Wiederholungen. Hier kommt die Handlung nicht recht vom Fleck. In meinen Augen hätte dem Buch eine ordentliche Straffung gutgetan.

Normalerweise mag ich offene Enden gar nicht. Hier hat es mich nicht gestört - im Gegenteil, ich fand es sehr gut, dass nicht alle losen Fäden aus erzählt wurden, sondern dass der Autor sich auf den Kern beschränkt hat.

Bewertung vom 10.09.2018
Das Mädchen, das in der Metro las
Féret-Fleury, Christine

Das Mädchen, das in der Metro las


gut

Eine märchenhafte Idee

Inhalt:
Juliette arbeitet als Immobilienmaklerin, aber die Arbeit erfüllt sie nicht. Ihre Leidenschaft gilt dem geschriebenen Wort - Büchern. Und so liest sie Tag für der Tag in der Metro auf dem Weg zur Arbeit oder beobachtet, was die Menschen um sie herum lesen. Als ein glücklicher Zufall sie in das Büro von Soliman führt, der mit seiner kleinen Tochter Zaïde inmitten von Bücherstapeln lebt, ändert sich Juliettes Leben von heute auf morgen.

Meine Meinung:
Die Idee, dass ein Buch einen Menschen verändern kann, wenn es das richtige ist, finde ich sehr schön. Ausgehend von dieser Idee erzählt Christine Féret-Fleury eine märchenhafte Geschichte. Die Atmosphäre hat mir dabei sehr gut gefallen, auch der Schreibstil ist sehr ansprechend. Doch während ich die kleine Zaïde und auch ihren Vater Soliman schnell ins Herz schloss, wurde ich mit Juliette einfach nicht warm.

Obwohl aus Juliettes Sicht in der 3. Person erzählt wird, konnte ich viele ihrer Handlungen nicht gut nachvollziehen. Einiges geschieht einfach zu sprunghaft, anderes ohne überhaupt eine Erklärung.

Auch die Handlung, die zunächst sehr interessant ist und mich begeistern konnte, tritt schon bald auf der Stelle. Es passiert nicht viel, es fehlt an Tiefe. In einem Buch über Bücher hatte ich damit gerechnet, dass etliche Buchtitel erwähnt werden, was auch tatsächlich der Fall ist. Aber dabei bleibt es auch schon: Sie werden einfach nur erwähnt, ohne einen Bezug zur Geschichte zu haben.

Fazit:
Leicht poetischer Schreibstil, märchenhafte Grundidee, aber leider zu oberflächlich und wenig überraschend.

Bewertung vom 26.08.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


gut

Viel Geschmachte, wenig fundierte Handlung

Inhalt:
June verbringt das letzte Schuljahr als Austauschschülerin bei ihrem Onkel Edgar in Cornwall, der sie freundlich aufnimmt. Ganz anders seine Söhne Blake und Preston, die June einerseits den Kopf verdrehen, andererseits sehr abweisend sind. Dann entdeckt June auch noch eine ganz neue Fähigkeit an sich, die sie sich nicht erklären kann …

Meine Meinung:
Hinter dem Pseudonym Rose Snow verbergen sich die Autorinnen Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit. „Ein Augenblick für immer“ ist das erste Buch der Autorinnen, das ich gelesen habe. Obwohl ich sehr gerne Jugendbücher lese, kam ich mir hier aber leider zu alt vor. Mit dieser oberflächlichen teeniehaften Schwärmerei, die einem praktisch auf jeder Seite begegnet, kann ich einfach nichts mehr anfangen. Blaue Augen, blaue Augen und noch mal blaue Augen machen einfach noch keine gute Geschichte, auch nicht gepaart mit durchtrainierten Muskeln. ;-) Schon gar nicht, wenn der Typ das Mädchen wie den letzten Dreck behandelt und ständig nur rumkommandiert.

Klar, Bad Boy Blake wirkt durch sein widersprüchliches Verhalten mysteriös und interessant, aber eben auch ein bisschen, um nicht zu sagen total, daneben. Sein Zwillingsbruder Preston scheint auf den ersten Blick schon sympathischer, aber irgendwie dann doch auch nicht so richtig. Und June fühlt sich mal zum einen, dann wieder zum anderen hingezogen, je nachdem, wer gerade neben ihr steht. Da hätte ich schon ein wenig mehr Rückgrat von dieser Protagonistin erwartet, denn eigentlich wirkt sie recht tough. Aber sie hat nicht viel anderes im Sinn, als sich über das hammermäßige Aussehen ihrer Cousins Gedanken zu machen, über ihre Muskeln und ihren Duft.

In der zweiten Hälfte des Buches wird es dann ein wenig aufregender. June entdeckt eine Gabe an sich, die ihr eine gewisse Macht über andere Personen gibt. Das fand ich ganz interessant und deshalb hätte ich darüber auch noch gerne mehr gelesen. Doch bevor es so weit kommt, hört das Buch einfach auf. Quasi mitten in der Geschichte. Und nun soll ich warten, bis im Mai 2019 der 2. Band der Reihe erscheint? Bis dahin habe ich garantiert die ganze Handlung schon wieder vergessen. Obwohl - so viel Handlung ist es ja gar nicht.

Was mir aber ganz gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Er ist sehr lebendig und setzt das Kopfkino in Gang. Man kann sich zum Beispiel die beschriebene Landschaft sehr gut vorstellen. Das Buch lässt sich flott lesen, und so konnte es mich doch einigermaßen unterhalten.

Die Reihe:
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit
Ein Augenblick für immer. Das zweite Buch der Lügenwahrheit (ET voraussichtlich 1. Mai 2019)
Ein Augenblick für immer. Das dritte Buch der Lügenwahrheit (ET voraussichtlich 1. Oktober 2019)

Bewertung vom 03.08.2018
Undying - Das Vermächtnis
Spooner, Meagan; Kaufman, Amie

Undying - Das Vermächtnis


ausgezeichnet

Aufregende Sci-Fi-Romanze

Inhalt:
Die Erde ist vom Untergang bedroht, und die Menschen setzen alle Hoffnung in den Planeten Gaia, von dem vor vielen Jahren eine Nachricht kam, mit deren Hilfe es möglich war, ein Portal nach Gaia zu bauen. Der Wissenschaftler Elliott Addison behauptet allerdings, dass die Nachricht auch eine Warnung enthielt. Sein Sohn Jules reist nun nach Gaia, um die Aussage seines Vaters zu bestätigen. Aber auch Plünderer suchen den Weg nach Gaia, wo sie auf wertvolle Technik und Schätze hoffen. Unter ihnen ist die sechzehnjährige Amelia (Mia), die dringend Geld braucht, um ihre kleine Schwester freikaufen zu können.

Obwohl sie total unterschiedlich sind und ganz verschiedene Ziele haben, müssen Jules und Amelia sich schon bald zusammentun, um auf dem unwirtlichen Planeten Gaia gegen die übrigen Invasoren zu bestehen …

Meine Meinung:
Mir fiel es sehr leicht, mich in die Handlung einzufinden. Die dargestellte Welt ist gut vorstellbar. Mit den beiden Protagonisten konnte ich mich schnell identifizieren, sie wirken so authentisch und auf ihre Art auch sympathisch. Jules ist ein siebzehnjähriges Genie aus Oxford, das etliche Sprachen spricht und die Schriftzeichen der sogenannten Unsterblichen (die mittlerweile ausgestorbenen Bewohner von Gaia) lesen kann. Amelia musste die Schule abbrechen, um Geld zu verdienen, doch hat sie eine enorme mathematische Begabung. Zusammen können die beiden Jugendlichen allerhand Rätsel lösen, die die Unsterblichen zurückgelassen haben. So dringen sie immer weiter zum Kern der Sache vor, ohne zu wissen, was sie eigentlich suchen. Die Überraschung ist am Ende umso größer.

Auf ihrer Quest müssen die beiden es mit verschiedenen Gegnern aufnehmen, geraten immer wieder in höchste Gefahr oder werden getrennt. Doch ganz allmählich entwickelt sich zwischen den zweien, die sich anfangs nur zu einer Zweckgemeinschaft zusammenschlossen und sich gegenseitig misstrauten, eine zarte Romanze. Wie sich die Gefühle so langsam entwickeln, hat mir sehr gut gefallen. Es wirkt glaubhaft und trotzdem gefühlvoll.

Der Schreibstil ist schön lebendig und sorgt für ein buntes Kopfkino. Wechselweise wird von Amelia und Jules jeweils in der Ich-Form im Präsens erzählt. So kann man sich gut in beide hineinversetzen und bekommt ihre Gedanken und Gefühle hautnah mit. Man fühlt sich beim Lesen, als wäre man mittendrin in der Handlung

Mir hat diese actionreiche Geschichte sehr gut gefallen. Besonders die vielen Rätsel, die es zu lösen galt, fand ich toll, auch wenn man als Leser nicht wirklich miträtseln konnte.

Dieser Roman ist der 1. Band einer Dilogie. Der Abschlussband ist für Frühjahr 2019 geplant.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.07.2018
Kampfsterne
Hennig von Lange, Alexa

Kampfsterne


sehr gut

(K)eine heile Welt

Inhalt:
Drei Familien in einer Vorstadtsiedlung, wohlhabend, Akademiker, intelligente und musikalische Kinder. Alles könnte so schön sein, doch hinter der Fassade brodelt es. Neid, Machtgier und falsch interpretierte Signale lassen die Idylle zerbrechen.

Meine Meinung:
Zwar ist die Handlung im Jahr 1985 angesiedelt, aber von ein paar Umständen abgesehen, ist sie doch ziemlich zeitlos und könnte genauso gut in der aktuellen Gegenwart stattfinden. Dass Ehepaare sich auseinanderleben und Menschen neidisch auf das schauen, was der Nachbar vermeintlich besser hat, gibt es schließlich zu jeder Zeit.

Mir gefiel bei diesem Gesellschaftsroman sehr gut die äußere Form. In sehr kurzen Kapiteln, die zwischen nur einem Satz und wenigen Seiten lang sind, kommen abwechselnd Mitglieder der drei Familien zu Wort, und zwar Erwachsene wie auch die Kinder. Anfangs braucht es ein paar Seiten, bis man die Kinder den jeweiligen Eltern zugeordnet hat, aber das Beziehungsgeflecht ist doch schnell durchschaut. Durch die Ich-Erzählung aller Personen kann man gut in deren Inneres blicken und die Handlungsweisen zumeist nachvollziehen.

In klaren Worten erzählt Alexa Hennig von Lange von Sehnsüchten und Hoffnungen, von Neid und Missgunst. Mit jeder Seite spürt man die drohende Katastrophe näher kommen. Auch wenn gar nicht so wahnsinnig viel passiert, war ich doch gefesselt und wollte wissen, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Der Schluss ist mir ein wenig zu offen. Aber natürlich kann sich so jeder seine eigenen dazu Gedanken machen, wie es nun in der Vorstadt weitergeht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.