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Benutzername: nikomiko
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2021
Ein Koffer voller Schönheit
Engel, Kristina

Ein Koffer voller Schönheit


ausgezeichnet

Interessanter Roman über die erste Avon-Beraterin in Deutschland

"Ein Koffer voller Schönheit" von Kristina Engel erzählt die Geschichte der ersten deutschen Avon-Beraterin in Deutschland.
Die Hauptfigur der Geschichte ist Anne Jensen aus Lüneburg, die mit Benno verheiratet und Mutter von den Zwillingen Lili und Leo ist.
Anne scheint gespalten zwischen zwei Welten, auf einer Seite die Welt ihren Eltern, wahrscheinlich die damals etwa "normalere" Welt, wo die Frauen zuhause waren, nur sich um den Kindern und den Männern zu kümmern, und auf der andere Seite die Welt und das Beispiel ihrer Schwiegermutter, die immer voraus ihrer Zeit war. Am Anfang ist Anne sehr unsicher und sie gewinnt mit der Zeit Vertrauen in sich selbst, auch wenn der Weg nicht leicht ist.
Anne hat eine Weile ihr Schwiegermutter in ihre Frisiersalon geholfen, während Benno auf der Front war. Das hat Benno nicht gefallen und als er zurück war hat Anne mit der Arbeit aufgehört. Die Nachkriegsjahre waren nicht leicht, die Frauen durften nicht selber über ihren Beruf entscheiden, sondern mussten die Erlaubnis der Männer haben.

Es werden Themen angesprochen wie Familienleben in der Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder, Kriegstrauma, Frauenrechte, Emanzipation.

Der Schreibstill ist sehr flüssig, das Buch ist sehr angenehm zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut und verständlich beschrieben, manchmal wird auch von Kriegszeiten noch erzählt um das Verhaltensweise der Charaktere zu erklären.

Ich finde ist eine sehr schöne Geschichte über eine Kämpferin (oder sogar zwei, Anne's Schwiegermutter sehe ich auch als mögliches Vorbild für viele Frauen) in Nachkriegszeiten. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, vor allem weil die Frauen immer noch irgendwo auf dieser Erde um das eigene Leben kämpfen müssen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.09.2021
Julius oder die Schönheit des Spiels
Saller, Tom

Julius oder die Schönheit des Spiels


ausgezeichnet

Ein tolles Buch, das man nicht zur Seite legen kann

„Julius oder die Schönheit des Spiels“ ist ein fiktiver Roman inspiriert von der Lebensgeschichte des Tennisspielers Gottfried von Cramm, der auch als „Tennisbaron“ bekannt ist.

Das Buch erzählt die Geschichte von Julius von Berg, ein Tennistalent der Zwanziger- und Dreißigerjahre, aufgewachsen auf einer Burg über dem Rhein in einer wohlhabenden Familie mit zwei älteren Schwestern, wo seine Familie Tennis gerne spielte und sogar ein privater Tennisplatz einrichtete. Julius zieht wegen seinem Jura Studium nach Berlin, Tennis wird aber der Mittelpunkt seines Lebens.
Er wird ein sehr ambitionierter Tennisspieler, aber für ihn ist der Sieg nicht alles. Wichtiger als den Sieg selber (wie für den meisten großen Sportler) sind die Schönheit des Spieles, der Respekt vor dem Gegner und Fairness. Das ist umso schwieriger, wenn man sich nicht von Nazis Instrumentalisieren lassen will.

Das Cover habe ich sofort gemerkt, so bin ich auf das Buch aufmerksam geworden.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen Julius und dem alten Mann, seinem Gegner im legendären Einzel von Wimbledon im Jahr 1937. Der Schreibstil ist flüssig, der Spannung steigt ständig und man kann nicht mit dem Lesen aufhören. Höhepunkt ist die detaillierte Schilderung des Wimbledon-Finales 1937.

Alle Charaktere sind sehr gut beschrieben, vor allem Julius. Man fiebert nicht nur mit dem jungen Julius mit (in den wilden Berlin Jahren), sondern auch mit dem erwachsenen Julius (zwischen den kalten Gefängniswände) mit. Er ist ein ehrenhafter junger Mann und lässt sich nicht von den Nazis einschüchtern.

Das war ein sehr gutes Buch, das viele Themen anspricht, wie zB Homosexualität in der Sportwelt, Verfolgung durch die NationalsozialistInnen in den 20er und 30er Jahren in Deutschland, deshalb würde ich das Buch nicht nur für Tennis Begeisterten empfehlen. Für das Nachwort bin ich sehr dankbar.

Bewertung vom 25.08.2021
Lucy und das Wesen der Dinge
Kaldek, Anya

Lucy und das Wesen der Dinge


ausgezeichnet

In dem Roman "Lucy" von Anya Kaldek begleiten wir die Hauptprotagonistin auf die Reise nach Spanien. Lucy lebt in Deutschland und sie verliert ihren Job. Als ihr Vater stirbt, kann sie gleich nach Spanien zur Beerdigung reisen.

In Spanien bleibt Lucy in Moraira wo sie den grauhaarigen Aramis und den Musiker Eloy kennenlernt. Aramis ist schon in der Alter, wo er seine innere Ruhe schon gefunden hat und versucht allen, die ihm zuhören, etwas beizubringen. Lucy ist eine sehr offene Person, sie hört was Aramis zu sagen hat, versucht zu verstehen und auch anzuwenden.

Das Buch ist sehr schön und flüssig geschrieben, ist in kurzen Kapiteln unterteilt und mit schöne Sprüche am Anfang jedes Kapitels. Man kann sich gleich Gedanken machen, was in jedem Kapitel gemeint ist. Meistens wird alles von Aramis erklärt, in schöne Beispiele, die einem im Kopf bleiben und zu weiteren Nachdenken anregen. Ich musste oft zwischen den Kapiteln Pause machen und noch eine Weile darüber denken, ob mir was Ähnliches passiert ist, oder ob ich mir Ähnliches überhaupt vorstellen kann.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, vor allem weil alle diesen Weisheiten nicht einfach so dort standen, sondern alles in einer Geschichte eingepackt war. Ich empfehle das Buch gerne allen die was Gutes für sich selber tun möchten.