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Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
Eine philosophische Reise
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
FAZ-Rezension SZ-Rezension Perlentaucher-Notizen Autorenporträt Richard D. Precht
Produktinformation
- Verlag: (Goldmann)
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2007. 397 S.
- Seitenzahl: 400
- Deutsch
- Abmessung: 217mm x 137mm x 40mm
- Gewicht: 560g
- ISBN-13: 9783442311439
- ISBN-10: 3442311438
- Best.Nr.: 22818132
Leseprobe zu "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"
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Produktbeschreibung zu "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"
Beschreibung
Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch 'Wer bin ich?' ist anders als alle anderen Einführungen. Niemand zuvor hat den Leser so kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam!
- Eine ebenso kompetente wie spielerische Annäherung an die großen philosophischen Fragen
- Ein Buch, das die Lust am Denken weckt!
Leseprobe zu "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"
Die griechische Insel Naxos ist die größte Insel der Kykladen im
Ägäischen Meer. In der Mitte der Insel steigt die Bergkette des Zas
bis auf tausend Meter an, und auf den würzig duftenden Feldern
grasen Ziegen und Schafe, wachsen Wein und Gemüse. Noch in den
1980er Jahren besaß Naxos einen legendären Strand bei Agia Ana,
kilometerlange Sanddünen, in denen nur wenige Touristen sich
Bambushütten geflochten hatten und ihre Zeit damit verbrachten,
träge im Schatten herumzudösen. Im Sommer 1985 lagen unter einem
Felsvorsprung zwei junge, gerade 20-jährige Männer. Der eine hieß
Jürgen und kam aus Düsseldorf; der andere war ich. Wir hatten uns
erst vor wenigen Tagen am Strand kennen gelernt und diskutierten
über ein Buch, das ich aus der Bibliothek meines Vaters mit in den
Urlaub genommen hatte: ein inzwischen arg ramponiertes Taschenbuch,
von der Sonne ausgebleicht, mit einem griechischen Tempel auf dem
Umschlag und zwei Männern in griechischem Gewand. Platon: Sokrates
im Gespräch.
Die Atmosphäre, in der wir unsere bescheidenen Gedanken
leidenschaftlich austauschten, brannte sich mir so tief ein wie die
Sonne auf der Haut. Abends, bei Käse, Wein und …
Leseprobe zu "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"
07.03.2008
So dass man denkt, wie einfach das alles ist
Hier wird nicht lange gefackelt: Richard David Precht bügelt
alle Menschheitsfragen in einem Aufwasch ab
Auf der Suche nach überzeugenden Antworten zu den großen Fragen des
Lebens beschloss Richard Precht, Philosophie zu studieren. Nach dem
Warum wollte er fragen, ohne sich mit schnellen Antworten zu
begnügen. Aber das Leben, das seine Philosophieprofessoren führten,
schien ihm bald erschreckend reizlos. Es waren "langweilige
ältere Herren in braunen oder blauen Busfahreranzügen". Zudem
bedrückte ihn, wie wirkungslos Hochschulphilosophie war. Die
Aufsätze würden lediglich von Kollegen gelesen, und auch das nur,
um sich davon abzugrenzen. Und der fehlende Verständigungswille auf
Symposien und Kongressen desillusionierte den Doktoranden
restlos.
Doch da fiel ihm auf, dass es kaum befriedigende Einführungen in
die Philosophie gibt, solche, die systematisches Interesse an den
großen übergreifenden Fragen haben. Was es gibt, sei zu historisch
orientiert und zu "unkulinarisch" geschrieben. Wie solle
das auch anders sein, bei einer akademischen Lehre, die mehr Wert
auf exakte Wiedergabe als auf …
13.06.2008
Der erste Schritt zum Glück
Sehr kulinarisch: Richard David Prechts Philosophie-Bestseller „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?”
Jetzt ist es also doch passiert. Hape Kerkelings über drei Millionen Mal verkauftes Buch „Ich bin dann mal weg” über seinen Fußmarsch nach Santiago di Compostela steht nach über 100 Wochen nicht mehr auf dem ersten Platz der deutschen Sachbuch-Bestsellerliste. Einzig vorhersehbaren Erfolgen wie dem Jesus-Buch des Papstes und Gerhard Schröders Memoiren gelang es zwischendurch ganz kurz, den Pilger-Bericht des Komikers zu überflügeln. Dass dies nun – mit etwas Hilfe freilich von Elke Heidenreich, der Chef-Multiplikatorin des deutschen Literaturbetriebs („Wenn Sie dieses Buch lesen, haben Sie den ersten Schritt auf dem Weg zum Glück schon getan”) – einem Buch gelang, das im Grunde eine Einführung in die Philosophie ist, war nicht unbedingt zu erwarten. Andererseits: der groß, fett und rot gedruckte Haupttitel des Bandes „Wer bin ich?” verspricht nicht weniger als sein Vorgänger: Orientierung, Lebenshilfe, Trost, Antworten auf letzte Fragen in einer offenbar haltlosen Zeit.
Was ist das für ein …
Kundenbewertungen zu "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"
Bewertung von anne60 aus verden am 29.01.2012
Was ist philosophische Betrachtungsweise im Verlaufe der Jahrhunderte und wie setzt man philosophische Erkenntnisse von heute dann in den Alltag der Leser um?
Er bespricht dabei wirklich fast alles, was in der heutigen Zeit auch einmal unter philosophischen Aspekten betrachtet werden könnte und sollte.
Manches ist im wahrsten Sinne "schwere Kost", z. B.: Darf man Tiere essen oder zu Forschungszwecken quälen?
Der Autor geht dabei an jedes Thema mit einem griffigen Beispiel heran, um dann die Thematik unter vielen Aspekten und verschiedenen Erkenntnissen verschiedener Wissenschaften zu betrachten.
Ich fand den Schreibstil flüssig und das Beleuchten aller möglichen Aspekte zeugt davon, dass der Autor gewiss jahrelang wissenschaftliches Arbeiten gewohnt ist.
Aus meinem Philosophieunterricht an der Schule aber weiß ich noch, dass am Ende aller Abwägungen dann ein philosophisch geklärtes "Ergebnis" stehen sollte.
Die hier hergeleiteten Schlüsse fand ich aber zu häufig enttäuschend (z. B. könnte man ja "seltener" Tiere essen). Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet, fiel mir bei so mancher Schlussfolgerung, die über viele Seiten mühsam hergeleitet wurde, ein.
Das fand ich schade, da hatte ich mir doch irgendwie Überzeugenderes erwartet.
Von einem Buch, dass endlich mal das für die Mehrheit der Menschen völlig fremde Thema der Philosophie aufgreift, hatte ich mir markigere und aufrüttelndere Thesen erhofft.
Aber ich fand das Buch trotzdem prima zu Lesen und kaum bis gar nicht langweilig!
Wer einmal neue Denkanstöße für die Themen unserer Zeit in seine Gedankenwelt aufnehmen möchte, sollte das Buch unbedingt gelesen haben.
Bewertung von Jodeldi aus Münster am 04.10.2011
Man begibt sich auf eine Reise durch das Land der Philosophie, wobei R.D. Precht die Philosophie nicht als einzene Wissenschaft betrachtet, sondern immer mit anderen Wissenschaften verknüpft und vergleicht. Insofern ist es nicht nur eine philosophische Reise, sondern ebenso eine Reise u.a. in die Hirnforschung, Verhaltensforschung und Psychologie.
Auch das Wort Reise finde ich sehr treffend: Das Lesen ist leicht, interessant, bildend und macht Spaß. Alle beschriebenen Philosophen und Theorien werden anhand von "Geschichten" eingeführt und beschrieben, wodurch sie auch für Neulinge auf dem Gebiet verständlich werden. Dabei kann man sich die Theorie zu einem Philosophen viel besser merken, weil man sie mit einem geschichtlichen Ereignis oder einer Eigenschaft der Persönlichkeit verbindet. Schon mal Gehörtes wird mit Neuem verknüpft und in einen Gesamtzusammenhang gestellt.
Natürlich kann man auf so einer Reise nie überall sein oder zu lange an einem Ort verweilen - es handelt sich bei dem Buch nicht um eine vollständige Abhandlung aller philosophischen Fragen. Aber die für den Einzelnen beteutsamen Themen werden ausreichend und vielschichtig beleuchtet, sodass jeder eigene Ansichten entwickeln kann.
U.a. werden folgende Themen angesprochen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet (spannend fand ich immer das persönliche Fazit des Autors):
- Was kann ich wissen? (unser Gehirn, Gefühle, Unterbewusstsein, Gedächtnis, Sprache)
- Was soll ich tun? (Der Mensch als soziales Tier? Moral, Abtreibung, Sterbehilfe, Vegetarier, Naturschutz, Klonen, Was darf die Hirnforschung?)
- Was darf ich hoffen? (Glaube, Sinn, Liebe, Freiheit, Eigentum, Gerechtigkeit, Glück - u.a.: was macht glücklich)
FAZIT: Ich kann das Buch für alle, die auf der Suche sind nach wissenschaftlich fundierter und trotzdem leichter philosophischer Kost, bei deren Lektüre man häufig schmunzeln, lachen oder staunen muss, uneingeschränkt empfehlen! Mich hat es gefesselt und es gehört meiner Meinung nach zu den lesenswerten Werken der Allgemeinbildung!
Bewertung von RTL - NTV--Moderatorinnen-Liebhaber aus Landkreis Hameln-Pyrmont am 10.03.2011
Precht erkennt wie andere Philosophen auch, dass die meisten Menschen Gut und Böse zur Kennzeichnung von Verhalten als Wertmaßstab in sich tragen. Zudem wissen wir, dass wir alle eines Tages sterben werden. Aufgrund dessen meint Precht, dass die Menschen überwiegend sozial eingestellt sind, da dies nützlicher als Schlechtes zu tun ist.
Precht prüft auch das menschliche Verhalten im Hinblick auf den Umgang mit Tieren. Er stellt in Frage, ob es wirklich richtig sein kann, fühlende Mitgeschöpfe zu unserer Nutzung in Käfige zu sperren oder sie im Zirkus oder Tierpark zur Schau zu stellen oder sie für Tierversuche oder anderes zu missbrauchen. Würde man alles bis ins letzte durchdenken, so müsse man zwangsläufig zum Vegetarier werden, wenn einem Tiere und deren Lebensrecht wichtig sind.
Precht verurteilt, dass heute Wale gejagt werden unter dem Vorwand, dass man zu Forschungszwecken jagen würde. Precht erklärt auch, dass wir Menschen auch nicht gerne in Käfigen wie Tiere gehalten werden würden, z.B. von uns in Intelligenz angeblich überlegenen Außerirdischen. Aber in der Menschheit habe es sogar schon Zustände gegeben, in denen Menschen andere Menschen und Kranke als unwertes Leben abgestempelt haben und sie als angeblich minderwertige Tiere abgewertet haben, wie z.B. die Nazis die Juden im Dritten Reich. Die abscheulichsten Verbrechen wurden begangen, für die wir uns bis heute schämen müssen.
Precht kommt dann noch darauf zu sprechen, wie Schwangerschaftsabbrüche, die Präimplantationsdiagnostik und die Versuche der Gentechnik zur Aufhübschung und Verbesserung menschlichen Aussehens oder gar des Verhaltens ethisch zu rechtfertigen sind.
Der Titel seines Buches findet sich nur kurz inhaltich wieder. So sagt Precht, dass wir verschiedene Ich-Zustände haben, uns aber bewusst als ein einziges Ich fühlen, weil dies einfacher für uns ist. Auch im Gehirn sind diese Ich-Zustände an verschiedenen Stellen untergebracht.
Precht sagt desweiteren, dass vieles was wir tun, getan wird, obwohl es uns nicht vollkommen bewusst ist. Sogar die Entscheidungen werden überwiegend unbewusst getroffen. Precht kommt mit dieser Thematik zu Sigmund Freud, der auch das Unterbewusste als überwiegenden Anteil unserer Handlungen angesehen hat. Daher geschehen auch viele unerfreuliche Dinge in der Welt, die uns erst nachher durch unser Gewissen klar werden.
Precht ist sich zuguterletzt (wie auch der berühmte Philosoph Arthur Schopenhauer) nicht ganz sicher, ob es denn nun einen freien Willen gebe oder nicht. Wenn es ihn nicht gäbe, würde das bedeuten, dass die ganze Welt und jede Handlung vorprogrammiert wäre. Dies wäre dem Menschen, der zu meinen glaubt, er wäre in seinen Handlungen frei, insgeheim unangenehm, wenn es so wäre. Doch selbst, wenn es einen freien Willen des Menschen gäbe, so wäre dieser stark eingeschränkt durch äußere und innere Schranken. Nicht alles, was man gerne hätte, passiert dann eben auch. So kann man z.B. eine Bewerbung schreiben und dann dennoch nicht eingestellt werden, oder man kann jemanden bitten sein Freund oder Partner zu werden, dieser lehnt es aber vielleicht ab.
Zuguterletzt kommt Precht dann noch auf den Sinn des Lebens zu sprechen und ob es gut sei zu wissen, was der wirliche Sinn denn nun wirklich ist.
Bewertung von kumiko aus halle am 23.02.2011
Bewertung von Sarah aus Aachen am 13.01.2011
Bewertung von kera aus bayern am 13.11.2010
Bewertung von bbqueen aus Calw am 14.10.2010
Beachten sollte man, dass dieses Buch nicht schnell zu lesen ist. Die Themen dieses Buches hat Precht in viele kleine Kapitel unterteilt. Bestens geeignet als Bettlektüre oder für Wartezeiten im Wartezimmer beim Arzt. So kann man immer ein Thema mit einmal durchlesen und abschließen. In jedem Kapitel steckt so viel Wissen drin, dass ein mehr Lesen als 2 Kapitel, meiner Ansicht nach, nicht möglich ist, mehr ist unser Gehirn nicht in der Lage aufzunehmen.
Hat man dieses Buch erstmal durch bereitet es allerdings großen Spaß einzelne Kapitel nochmals und durcheinander zu lesen.
Den Titel finde ich allerdings ein wenig irreführend. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um leichte Persönlichkeitspsychologie, sondern um Philosophie des Menschen.
Ich kann dieses Buch für jeden empfehlen der sich nicht abgeneigt von Philosophie, Wissenschaft und Psychologie fühlt, aber bisher noch keine Lektüre für einen leichten Einstieg in diese Materie gefunden hat.
Als ich die Hälfte gelesen hatte, kaufte ich mir sofort sein zweites Buch: 'Liebe'
Bewertung von unbekanntem Benutzer am 16.06.2010
Bewertung von R.E.R. am 04.05.2010
Darf man eine hilfsbedürftige Dame einfach stehen lassen, nur weil man seine Straßenbahn noch erreichen möchte? Über Tote darf man nicht schlecht sprechen. Oder vielleicht doch? Kann man guten Gewissens an einem Schnitzelwettessen teilnehmen? Diese und ähnliche Fragen werden seit einigen Jahren im Magazin der Süddeutschen Zeitung beantwortet. Jeden Freitag können Leser ihre “Gewissensfrage” stellen. Der Autor der Kolumne Dr. Dr. Rainer Erlinger antwortet auf lebenskluge, interessante, oft auch sehr überraschende Weise. Immer aber geisteswissenschaftlich bzw. philosophisch fundiert und kurzweilig zu lesen. Ich freue mich jeden Freitag auf diese halbe Seite intelligenten Stoff zum Nachdenken.
Ähnlich geht es mir mit Richard David Prechts Buch “Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?”. Der Unterschied zu oben genannter Zeitungskolumne besteht darin, das Precht selber Fragen formuliert und beantwortet. Seine Fragen lauten zum Beispiel: Woher weiß ich, wer ich bin? Lohnt es sich gut zu sein? Darf man Tiere essen? Jeder dieser Fragen widmet er ein eigenes Kapitel, in dem er den philosophischen Hintergrund der Fragestellung beleuchtet und erklärt. Eingeleitet werden diese kleinen Aufsätze durch eine Geschichte, die auf unterhaltsame Weise zum Kernproblem des Kapitels führt. Daneben erhält der Leser meist noch eine kurzweilige Beschreibung des jeweiligen Philosophen sowie die Beschreibung dessen charakterlicher Besonderheiten und Lebensumstände.
Precht nennt sein Buch eine “philosophische Reise”. Auf Reisen kehrt man oft an einen Urlaubsort zurück, der einem besonders gut gefallen hat. Auch Prechts Buch nehme ich immer wieder gerne zur Hand. Stöbere noch einmal durch die Kapitel, versenke mich in den einen oder anderen Gedankengang und versuche ihn nachzuvollziehen oder anders durchzudenken.
Das große Plus dieses Buches liegt für mich in der Mischung. Die Grundsätze der Philosophie als faszinierend unterhaltsamer Prosa stehen einer wahren Fundgrube nachdenkenswerter Forschungsgegenstände gegenüber. Durch den ausführlichen Anhang hat man überdies die Möglichkeit, sich die eine oder andere Zusatzlektüre zu besorgen um sich intensiver in einzelne Bereiche einzulesen.
Mir kam es nach der Lektüre des Buches so vor, als hätte ich einen kleinen Mann im Ohr. Einen winzigen Philosophen, der mir ständig rät alles zu hinterfragen und die Dinge des Lebens doch auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich finde, das kann nicht schaden!
Bewertung von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 25.11.2009
Das Buch gleicht einem dreieckigen Billardtisch - mit den wesentlichen Eckpunkten Philosophie, Psychologie und Neurobiologie. Dazwischen bewegen sich gut formuliert und fachlich fundiert die Gedankengänge des Autors, wobei der Neurobiologie häufig eine -wenn auch nicht absolute- Vorrangstellung zukommt. Es enthält ein Feuerwerk einprägsam dargestellter, anregender Gedanken. Selektiv und kapitelweise sollte das Buch wohl nicht gelesen werden: Man muss es wirklich von ganz vorne beginnen und bis zum Schluss durchlesen. Dann erst werden die Vernetzungen deutlich, dann erst wird das Gesamtgemälde sichtbar.---
Der Autor schlägt dabei einen riesenhaft erscheinenden thematischen Bogen. Den Atem anhaltend, könnte man glauben, sich auf einer Achterbahnfahrt zu befinden, allerdings teilweise kurz vor dem gedanklichen neurobiologischen Absturz, dann aber sich auch wieder in Details verlierend, die nicht immer für das Große und Ganze wirklich wichtig erscheinen. --
Manche der angesprochenen Themen haben denn wohl auch mit Philosophie im klassischen Sinn kaum noch etwas zu tun, es sei denn, man erklärt eben, alles sei Philosophie. Das Werk befindet sich in der atemberaubenden Gefahr, sich auf der Fahrt zwischen Philosophie, Psychologie und Neurobiologie zu verlieren, zumal dann, wenn Precht noch Etliches zu aktuellen politischen Grundsatzfragen zum Besten gibt oder sich als allgemeiner Lebensratgeber versucht. Dann besteht das Risiko, dass der rote Faden, der große Überblick verloren geht. An diesen Stellen steht der Autor in akuter Gefahr, sich heillos zu verzetteln - irgendwie nachvollziehbar, will doch sein zweifellos großes Universalwissen, wollen doch alle seine Einsichten irgendwie untergebracht sein… Wie, so scheint sich Precht pausenlos gefragt zu haben, soll das bloß auf knapp 400 Seiten gelingen..? Weniger wäre da vielleicht an manchen Stellen mehr gewesen. ---
Zwecks fachlicher Abrundung bleibt dem geneigten Leser am Ende eben doch nichts anderes übrig, als sich etwa in Fragen der Psychologie intensiver mit Freud und C.G. Jung oder zur Neurobiologie mit Antonio Damasio zu befassen, von der Vielfalt der für sich gesehen -eben auch außerhalb Prechts!- durchaus einzigartigen philosophischen Literatur einmal ganz abgesehen. Warum nur muss das Buch in seinem Klappentext einen derart überzogenen Anspruch auf Einzigartigkeit erheben, wo Precht doch gerade die Relativität und Individualität von Erkenntnis und Sinn herausarbeitet?---
Gerade noch bekommt Precht in den Schlusskapiteln des Buches die philosophische Kurve und behandelt in einigen kurzen Abschnitten zentrale philosophische Fragen wie diejenigen nach Gerechtigkeit, Glück und Sinn. Mit dem Verweis auf den rein individuell zu verstehenden Sinn mag für manchen Leser am Ende wohl –außer womöglich ein wenig Ratlosigkeit- doch nicht so viel Verbindliches übrig bleiben.
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13.06.2008
Denken musst du schon selber, rät Jens-Christian Rabe dem Leser.
Nur wer das gegen die Suggestionskraft apodiktisch gefällter
Urteile über Kant und Co zu beherzigen weiß, lässt Rabe uns wissen,
dem wird das Buch zu etwas taugen. Rabe entlarvt den betont
anti-akademischen Gestus, mit dem Richard David Precht in seiner
philosophischen Propädeutik zu Werke geht, als "rücksichtslose
Ranschmeiße", die mitunter in Bildungshuberei und
"kreativer" Auslegung mündet. Andererseits staunt der
Rezensent nicht schlecht, wie ein Buch mit immerhin 15 Seiten
Literaturhinweisen, das die Komplexität der angerissenen Fragen
dann doch nicht allzu sehr eindampft und sogar Fach-Diskussionen
wiedergibt, zum Bestseller werden kann. Ist doch schön.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
Ein gutes Buch: angetrieben von unbändiger Erkenntnislust und
ansteckendem Wissensdurst unternimmt Richard David Precht eine
Rundreise ins Reich der Philosophie und Hirnforschung, verzichtet
dabei wohltuend auf Originalität um der Orginalität willen und hat
gerade deshalb etwas sehr seltenes geschaffen: einen kompetenter
Ratgeber, der seine Leser nicht für dümmer verkauft, als sie
sind.
"Druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck" vom 2. 3.
2008
Rezensionen und Kritik
"Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein philosophisches Werk zum Bestseller wird. Falsch! Denn genau das ist jetzt geschehen: Der Geisteswissenschaftler Richard David Precht hat mit seinem Buch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" das Pilger-Epos "Ich bin dann mal weg" des Entertainers Hape Kerkeling nach hundert Wochen von der Spitze der "Spiegel"-Liste verdrängt. Pole-Position für einen Philosophen. Das hat bisher kein philosophisches Sachbuch geschafft; schon keines, das lieber schwere Fragen stellt, als leichtsinnige Antworten zu geben."
Rezensionen und Kritik
"Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein philosophisches Werk zum Bestseller wird. Falsch! Denn genau das ist jetzt geschehen: Der Geisteswissenschaftler Richard David Precht hat mit seinem Buch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" das Pilger-Epos "Ich bin dann mal weg" des Entertainers Hape Kerkeling nach hundert Wochen von der Spitze der "Spiegel"-Liste verdrängt. Pole-Position für einen Philosophen. Das hat bisher kein philosophisches Sachbuch geschafft; schon keines, das lieber schwere Fragen stellt, als leichtsinnige Antworten zu geben."
Autorenporträt zu "Richard D. Precht"
Richard David Precht, Philosoph, Publizist und Autor, wurde 1964 in Solingen geboren. Er promovierte 1994 an der Universität Köln und arbeitet seitdem für nahezu alle großen deutschen Zeitungen und Sendeanstalten. Precht war Fellow bei der "Chicago Tribune". Im Jahr 2000 wurde er mit dem Publizistikpreis für Biomedizin ausgezeichnet. Er schrieb zwei Romane und drei Sachbücher. Richard David Precht lebt in Köln und Luxembourg.
Mehr von
24 Marktplatz-Angebote für "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" ab EUR 3,99
| Zustand | Preis | Porto | Zahlung | Verkäufer | Rating | |
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| wie neu | 4,90 | 2,00 | Banküberweisung | Book-End | 100,0% | ansehen |
| wie neu | 5,20 | 1,80 | Banküberweisung | Peschi | 100,0% | ansehen |
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| leichte Gebrauchsspuren | 6,80 | 2,00 | Banküberweisung | tempoo | 100,0% | ansehen |
| leichte Gebrauchsspuren | 7,50 | 1,50 | Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung | Dolly | 100,0% | ansehen |
| deutliche Gebrauchsspuren | 7,90 | 2,00 | PayPal | Giggerl2809 | % | ansehen |
| 7,90 | 3,50 | offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Kreditkarte, offene Rechnung | Cottage Antiquariat | 99,6% | ansehen | |
| 8,00 | 2,00 | offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung, PayPal | Antiquariat Hecht UG | 100,0% | ansehen | |
| leichte Gebrauchsspuren | 8,00 | 2,00 | Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung | S.F.J.G. | 100,0% | ansehen |
| wie neu | 9,00 | 2,00 | Banküberweisung | Sabrina213 | 100,0% | ansehen |
| gebraucht; gut | 9,00 | 5,50 | Banküberweisung, offene Rechnung, Kreditkarte, Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) | Antiquariat Buchseite | 99,4% | ansehen |
| leichte Gebrauchsspuren | 9,95 | 2,50 | offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung | ARVELLE Buch- und Medienversand e.K. | 99,6% | ansehen |
| wie neu | 9,99 | 2,00 | Banküberweisung | Hagner | 100,0% | ansehen |
| leichte Gebrauchsspuren | 10,04 | 0,00 | Kreditkarte, offene Rechnung | AHA-BUCH GmbH | 99,5% | ansehen |
| leichte Gebrauchsspuren | 10,04 | 1,20 | moneybookers, PayPal, Kreditkarte, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) | Buchhandlung Hoffmann | 99,3% | ansehen |
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