Grimm - Marzi, Christoph
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Christoph Marzi 

Grimm

Roman

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Grimm

"Wenn Sie Fantasy mögen, müssen Sie Christoph Marzis wunderbare Werke lesen. Eine echte Entdeckung!" -- Stern

"Ein virtuoses Jugendbuch! Ein Kriminal- und Fantasyroman über eine 17-Jährige, die in die archetypische Angstwelt der Gebrüder Grimm gezogen wird." "erlesen" -- mit Heinz Sichrovsky

"Mit lässiger Klugheit lässt Marzi die Mythen der Grimmschen Hausmärchen lebendig werden." -- Phantastik-Couch.de

Vergiss nie die Macht der Worte ...

Es waren einmal zwei Schwestern, die lauschten allabendlich den Worten ihres Vaters: "Mädchen, weicht vom Wege nicht!" Doch die Jahre vergingen, die eine Schwester starb und die andere vergaß Rotkäppchen. Bis sich das Märchen an einem stürmischen Herbsttag mit aller Macht bei der siebzehnjährigen Vesper Gold zurückmeldet.
Plötzlich geschehen seltsame Dinge in Hamburg: Ein Wolf streift durch die Stadt, Kinder fallen in einen rätselhaften Tiefschlaf. Und Vesper allein hält den Schlüssel zu einem düsteren Geheimnis in Händen, das bis zu den Brüdern Grimm zurückreicht.

Der Tag fängt nicht gut an für die siebzehnjährige Vesper Gold. In der Schule gibt es wieder Ärger, und ihre Mutter, eine weltberühmte Pianistin, hat einmal mehr keine Zeit für ihre temperamentvolle Tochter. Auch der schwere Sturm, der über Hamburg tobt, trübt Verspers Stimmung. Doch all das ist mit einem Mal unwichtig: Aus der Zeitung erfährt sie, dass ihr geliebter Vater im fernen Berlin unter rätselhaften Umständen gestorben ist. Wenig später stirbt auch Vespers Mutter, und plötzlich ist Vesper ganz allein auf der Welt. Einzig die Erinnerung an eine glückliche Kindheit, als ihr Vater ihr und ihrer großen Schwester Geschichten erzählte, ist ihr geblieben - und ein uralter goldener Schlüssel. Auf einmal geschehen immer unheimlichere Dinge in der Stadt: Märchenwesen werden lebendig, Wölfe tauchen auf und Kinder fallen in tiefe Träume. Auf der Suche nach Antworten trifft Vesper den geheimnisvollen Leander. Gemeinsam wollen sie das düstere Rätsel lösen. Doch die Zeit läuft, denn nur wenn sie herausfinden, was damals zu Zeiten der Brüder Grimm geschah, kann die Gegenwart gerettet werden ...


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 559 S.
  • Seitenzahl: 560
  • Heyne fliegt
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 135mm x 55mm
  • Gewicht: 816g
  • ISBN-13: 9783453266612
  • ISBN-10: 3453266617
  • Best.Nr.: 31198539
"Mit lässiger Klugheit lässt Marzi die Mythen der Grimmschen Hausmärchen lebendig werden."

"Mit lässiger Klugheit lässt Marzi die Mythen der Grimmschen Hausmärchen lebendig werden."
Christoph Marzi, Jg. 1970, wuchs in Obermending nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland.

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Kundenbewertungen zu "Grimm" von "Christoph Marzi"

5 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.8 von 5 Sterne bei 5 Bewertungen ***** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
 
(1)
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(1)
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(1)
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Bewertung von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath am 03.04.2013 ***** ausgezeichnet
Modernes Märchen oder Fantasy

Egal, welchem Genre man dieses Buch zuordnen möchte, es ist auf jeden Fall lesenswert - für junge und jung gebliebene Leser.

Vesper Gold hat es mit ihren 17 Jahren nicht immer ganz leicht und ist manchmal ein wenig aufsässig, aber hat dennoch das Herz am richtigen Fleck. Innerhalb kürzester Zeit verunglücken beide ihrer geschiedenen Eltern unter merkwürdigen Umständen und das Mädchen ist zunächst auf sich selbst gestellt. Doch schon bald begegnet ihr Leander Nachtsheim, der ein ähnliches Schicksal wie sie erlitten hat. Um sie herum geschehen weiter mysteriöse Dinge. Gemeinsam gehen sie den Geheimnissen auf den Grund und versuchen, des Rätsels Lösung zu finden. Dabei begegnen ihnen seltsame, meist böse gewordene und scheinbar zum Leben erwachte Figuren aus bekannten Märchen.

Die Geschichte liest sich spannend und flüssig; man wird regelrecht mit hineingezogen in die Handlung. Lediglich das Ende hat mich nicht ganz zufrieden gestellt, da es meines Erachtens zu schnell und zu kurz abgehandelt wird. Daher würde ich eigentlich 4,5 Sterne vergeben, da dies aber hier nicht geht, entscheide ich mich für 5 Sterne.

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Bewertung von Stephie am 08.10.2012 ***** gut
Auch Grimm befasst sich, wie viele Jugendbücher, mit Märchen, allerdings in einer etwas anderen Form. Statt ein altbekanntes Märchen neu zu erzählen oder in der modernen Welt spielen zu lassen, stellt Christoph Marzi sich darin die Frage, was wäre, wenn die ganzen Geschichten gar keine Erfindungen gewesen wären und verbindet so ein einzigartige und neue Idee mit verschiedenen Märchenelementen. Dabei greift er sowohl auf die jedem bekannten Märchen, wie z.B. Schneewittchen oder Dornröschen, als auch auf völlig unbekannte, vielleicht sogar ausgedachte, zurück. Dabei ist die Atmosphäre, die er kreiert, nicht unbedingt märchenhaft. Sie ist düster, bitter, teilweise geradezu hasserfüllt, und sehr unheimlich. Die Vorstellung, dass alle Kinder plötzlich einfach einschlafen, ist wirklich sehr Angst einflößend, genau wie auch die meisten seiner (Märchen)Wesen, genannt Mythen, wobei ihr Hass auf die Menschen später sehr gut nachvollziehbar wird.

Die Umsetzung dieser wirklich außergewöhnlichen Idee ist aber leider nicht gänzlich gelungen, denn neben den vielen positiven Aspekten, gibt es auch einige negative.

Die Handlung, die auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt ist, beginnt zunächst langsam und rätselhaft, nimmt aber schließlich an Fahrt auf und wird zum Ende hin immer fesselnder. Sowohl die verschiedenen Verfolgungsjagden bzw. Fluchten als auch die nur langsam vorangehende Auflösung der ganzen Mysterien sorgen für einige spannende Momente und lassen den Leser richtig mitfiebern. Immer wieder tauchen neue Fragen auf, die erst zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden. So fügen sich erst nach und nach die verschiedenen Puzzleteile, die man im Verlauf des Buches gesammelt hat, zu einem Gesamtbild zusammen. Schließlich werden einem alle Zusammenhänge klar und man erkennt, wie eines zwangsläufig zum anderen führte. Dieser Aspekt des Buches ist noch ziemlich gut gelungen, das Ende an sich allerdings weniger.

Es ist so grausam und unlogisch, dass es einem sämtliche Freude am Buch nimmt und den Leser mehr als enttäuscht zurück lässt. Der erforderliche Beweis der wahren Liebe, kommt überhaupt nicht zur Geltung bzw. ist eigentlich nicht einmal wirklich vorhanden und der Tod einer bestimmten Figur ist einfach nur unnötig. Es muss natürlich nicht jedes Buch ein Happy End haben und nicht jeder Charakter kann immer überleben, aber deswegen muss man den Tod eines wichtigen Charakters doch nicht so sinnlos und überflüssig werden lassen. Das ruiniert die ganze Geschichte und zerstört alle Hoffnungen. Eine wirkliche Wendung bringt er nämlich auch nicht und das Ende bleibt danach sogar recht offen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, aber ohne dieses Ende wäre die Bewertung mindestens einen Stern besser ausgefallen.

Positiv zu erwähnen sind dagegen die verschiedenen Charaktere, allen voran Vesper Gold. Im Gegensatz zu vielen anderen weiblichen Hauptfiguren ist sie nicht schüchtern und hilfsbedürftig, sondern sehr tough und ziemlich cool. Sie ist aufsässig und stur, lässt sich nur von wenigen Menschen etwas sagen. Sie ist aber auch stark und mutig. Wegen ihrer eher schlimmen Kindheit, sind viele ihrer Reaktionen und Handlungen sehr verständlich und schon nach kurzer Zeit wirkt Vesper richtig sympathisch.

Auch für Leander, Vespers Mitstreiter, entwickelt man sofort Sympathie. Er ist zwar etwas ungewöhnlich, vor allem was seinen Kleidungsstil betrifft, aber auch sehr charmant. Er bringt sowohl etwas Witz, als auch mehr Gefühl in die Geschichte, denn zwischen ihm und Vesper entsteht schon sehr schnell mehr als nur Freundschaft.

Die Nebencharaktere, darunter Vespers Freundin Ida, deren süße Tochter Greta sowie der mysteriöse Andersen und sein Äffchen bleiben ebenfalls positiv im Gedächtnis.
Dafür erfährt man aber, mit einer Ausnahme, nur sehr wenig über die verschiedenen Mythen, sodass diese sehr blass bleiben. An Stelle einiger Umschreibungen hätte man lieber etwas mehr auf eben jene eingehen sollen.

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Bewertung von Nina [libromanie.de] am 19.02.2011 ***** weniger gut
Seit der Scheidung ihrer Eltern – einem erfolgreichen Regisseur und einer weltweit gefeierten Konzertpianistin – lebt die 17jährige Vesper Gold in ihrer eigenen kleinen Wohnung in Hamburg. Abgesehen von den typischen Problemen, die man als Teenie, der nicht mit dem Strom schwimmen will, eben so hat, kann sich Vesper nicht beklagen – bis sie plötzlich innerhalb weniger Tage beide Elternteile verliert, sämtliche Kinder auf Erden in einen Tiefschlaf fallen und die Erwachsenen von grausamen Albträumen heimgesucht werden.
Mithilfe des Studenten Leander Nachtsheim, (k)einer Zufallsbekanntschaft, macht Vesper sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels und stößt auf einen mysteriösen Geheimbund, deren Mitglieder gnadenlos verfolgt werden…

Es war einmal eine Zeit, da gehörte Christoph Marzi zu meinen Lieblingsautoren. Weil er so fantasievolle Geschichten schrieb und mich mit seinem eigenwilligen, poetischen Stil von der ersten bis zur letzten Seite verzauberte. Wie gesagt, das war einmal.
Heute kann ich mit Beschreibungen wie »ein schneller Schmerz aus Zähnen im Eis« oder Vergleichen wie »wie wütende Eiskristalle im sterbenden Schnee« nicht mehr viel anfangen. Wallendes Greisenhaar, ein junger Mann, der »mit beschwingtem Schritt aus einem Raum latschte« oder ein Boot, »das einzige […], das verlassen auf dem tiefgrauen Wasser schaukelte und einsam, ziellos und verlassen wirkte«… Es mag Absicht gewesen sein, aber mich haben diese Stilblüten reichlich irritiert.

Auch die Charaktere – so schön ihre Namen auch klingen – blieben mir fremd. Zu Beginn war mir Vesper mit ihrer rebellischen Art und der frechen Schnauze zwar durchaus sympathisch. Doch dann tauchte Leander auf und knackte ihre harte Schale mit albernen Sprüchen und einer unzähmbaren Lockentolle.
Und so richtig und wichtig es auch ist, dass man sein Lachen nicht verliert – in manchen Situationen (Tod der Eltern, Bedrohung der Menschheit etc.) ist ständiges Kichern vielleicht nicht ganz die angemessene Reaktion. Mal abgesehen davon, dass jede noch so wilde Verfolgungsjagd an Spannung verliert, wenn die beteiligten Figuren währenddessen ständig Smalltalk betreiben.

Doch es ist nicht alles schlecht in »Grimm«, nein. Es gibt viele (teils recht originelle) Anspielungen auf bekannte Märchen und Mythen, kleine, bezaubernde Geschichten in der Geschichte… Nur die Geschichte selbst ist eben etwas flach, die Idee hinter der Rebellion der Märchenfiguren gut, die Auflösung allerdings zu knapp und das Ende höchst unnötig hochdramatisch. Das ganze Konstrukt wirkte auf mich halbfertig, zu wenig durchdacht.
Erstaunlich auch, dass Christoph Marzi sich nicht an seine eigenen, eigentlich ganz einfachen Regeln hält. Denn, wie hieß es noch in seinem Erstlingswerk? »Die Hölle ist die Wiederholung.« Warum lässt der Autor seine Leser dann aber erneut auf verängstigte Kinderscharen und Spiegelscherben treffen, die wir aus der Uralten Metropole doch bereits kennen?
Große Schrift, kurze, abgehackte Sätze und Absätze, die manchmal nur aus einem einzigen Wort bestehen, bekräftigen den Eindruck, dass hier eine Geschichte, die durchaus ausbaufähig gewesen wäre, künstlich aufgebauscht wurde.

FAZIT: Ein Mädchen, das anders ist. Ein Junge, der sich verliebt. Ein undurchsichtiger Mentor. Eine geheime Gesellschaft. Früher die Zutaten für mein literarisches Leibgericht, an dem ich mich mittlerweile leider satt gegessen habe.
Nach »Somnia« und »Lyra« nunmehr der dritte enttäuschende Marzi und damit mein vorerst letzter.

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Bewertung von horrorbiene am 08.01.2011 ***** sehr gut
Dieses Buch ist ein typischer Marzi – in jeder Hinsicht. Das Buch ist in unserer realen Welt angesiedelt, in der es von iPods, iPads und Facebook nur so wimmelt. Darin eingebettet ist die phantastische Welt der Märchen und diese ist alles andere als nett. „Fairytale gone bad“, wie auch der Titel des Songs der finnischen Band Sunrise Avenue. Dieser Titel wird in letzter Konsequenz auch im Buch erwähnt. Dies ist eine der Elemente des Marzi’schen Schreibstils: Er bettet immer wieder gern einzelne Passagen aus Liedtexten ein, die er der Hauptperson auf den iPod lädt oder im Hintergrund laufen lässt. Wenn man die Lieder kennt, ist dies ein wundervolles Stilmittel, wie ich finde, nur leider trifft das auf die wenigsten Lieder hier in diesem Buch für mich zu. Zudem kamen eine Reihe Stücke vor, unter denen ich mir nicht mal ein Genre vorstellen konnte, da sie so alt waren. Ich habe mich an dieser Stelle dann doch gefragt, wieso die erst 17-järhige Vesper Gold so genau Titel und Interpret benennen kann. Typisch für seinen Schreibstil sind auch kursive Einschübe (Spieglein,Spieglein) und extrem kurze Sätze, wie z.B. „Der Flügel also. Im Salon. Oben.“. Auch Gedanken der Protagonistin werden gern in kursiv eingeschoben und die Stadt, in der die Geschichte spielt, tritt mit Beschreibungen einiger Plätze und Orte sowie vieler Straßennamen in Erscheinung. „Grimm“ spielt in Hamburg, endlich mal eine deutscht Stadt.
Darüber hinaus ist wie in manch anderen seiner Werke wieder ein Mädchen die Haupt-Protagonistin und natürlich verliebt sie sich in ihren männlichen Begleiter.
Diese ganzen Elemente formen sich in „Grimm“ wieder zu einem atmosphärisch dichten Roman zusammen, bei dem der Leser erst spät erahnt, worum es geht und auch wenn er eine Ahnung hat, manche Vorstellungen sich noch verändern werden. Während der Handlung werden immer wieder wichtige Dinge aus der Vergangenheit der Protagonisten aufgegriffen und erzählt und so sammelt der Leser die Informationen zusammen mit Vesper. Dadurch hatte ich das widersprüchliche Gefühl, dass trotz der Spannung, die recht schnell durch das Auftreten der Wölfe und der unheimlichen Begebenheiten entsteht, und des doch recht hohen Tempos, die Geschichte recht spät Fahrt aufnimmt. Ein Beispiel dafür: Die Protagonisten werden von den Wölfen verfolgt und Vesper hat Seitenstechen und schnappt nach Luft. Es ist ihr dennoch möglich sich währenddessen mit Leander zu unterhalten.
Das Finale am Ende war dann erstaunlich kurz. Hier hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, vor allem die Szene nach dem Finale. Alles wirkte wie: Das muss jetzt noch eben fertig. Das ist sehr schade, war doch bis dahin alles so schön ausführlich und voll märchenhafter Atmosphäre.
Ich mag den poetischen Erzählstil von Marzi einfach, er schafft es so zu schreiben, als wäre man in einem Traum gefangen und die vielen kleinen Stilmittel, die er verwendet passen einfach. Das Buch an sich ist einfach märchenhaft. Die eingebetteten Geschichten der Protagonisten werden auch als kleine Märchen erzählt. Hätte ich nicht vorher schon mehrere Bücher bzw. Serien von ihm gelesen, wäre das Buch bei meiner Wertung sicher besser weggekommen, doch ich hatte trotz gänzlich anderer Thematik ständig das Gefühl ich lese eines seiner anderen Bücher. Gerade „Malfuria“ und „Heaven“, haben dasselbe Bild: Mädchen hat ein phantastisches „Problem“, muss dies lösen, begegnet einem Jungen und verliebt sich. Klar ist das ein Hauptbestandteil vieler Bücher, doch wenn dies auch noch gepaart ist mit einem so einzigartigen Schreibstil... Es kommt einem irgendwie alles bekannt vor.

Fazit: „Grimm“ ist ein phantastisches Buch für junge Leser, das einen in seinen Bann zieht und es nicht mehr aus der Hand legen lässt. Dieses Buch trägt ganz eindeutig die Handschrift Marzis: Wer die anderen Bücher von ihm mag, wird auch dieses mögen, oder auch wie ich denken, so etwas habe ich schon mal gelesen.

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Bewertung von Feenfeuer - Fantasy Blog am 20.11.2010 ***** ausgezeichnet
Mädchen, weicht vom Wege nicht! Vesper hatte die Märchen geliebt, welche ihre Schwester vorlas, als diese noch lebte, oder ihr Vater erzählte. Die Familie gibt es nicht mehr, ihre Schwester nahm sich das Leben und hinterließ nur einen Zettel, in dem sie erklärte es sei alles wahr, Vespers Vater wechselt von einer jungen Freundin zu der nächsten und ihre Mutter lebt als berühmte Pianisten auf den Bühnen der Welt. Vesper vergaß mit den Jahren die grimmschen Geschichten von Rotkäppchen, Dornröschen, Goldspinnern, Zwergen und dem bösen Wolf. Es ist ein kalter Herbsttag in der Hansestadt Hamburg, als Vespers Leben aus seiner Bahn geworfen wird und die Mythen von einst zum Leben erwachen.

Es ist ein kalter Herbsttag als Vesper von dem Tod ihres Vaters erfährt. Es ist ein kalter Herbsttag als Vesper von dem Tod ihrer Mutter erfährt und alle Kinder in Europa für fünf Minuten einschlafen. Ohne Vorwarnung. Der Winter kommt und mit ihm die Wölfe…

Christoph Marzi lässt mit Grimm die bekannte Märchen- und Sagenwelt der gleichnamigen Brüder in das Heute hineinbrechen. Durch Aufklärung und Wissenschaft haben die Menschen den Wahrheitskern von Märchen vergessen und sie in das Reich der fantastischen Erzählung verbannt. Christoph Marzi holt sie zurück ins Hier und Jetzt und in Hamburg entbrennt die Jagd auf eine junge Frau und das geheime Erbe ihrer Familie. Neben den sehr schön und passend eingewobenen Märchenelementen, ist es vor allem die Figur Vesper, welche den Leser begeistern wird. Christoph Marzi legt hier eine eigenwillige Hauptfigur vor, die mit Fingerspitzengefühl gezeichnet und behutsam zum Leben erweckt wurde. Ein facettenreicher Charakter mit Tiefgang und Widersprüchen, eine unfreiwillige Heldin, samt Ecken, Kanten, Eigenheiten und einer wundervoll verträumten Note. Neben dieser herausragenden Gejagten alptraumhafter Märchengestalten, beeindruckt Grimm durch den gekonnt eingefangenen Flair und Charme von Hamburg. In diesem Buch – Das wortwörtliche Tor zur Welt.

Als modernes Märchen kommt Grimm mit packender Spannung daher. Mit dem unerklärlichen Einschlafen aller Kinder Europas und den dazu einsetzenden identischen nächtlichen Alpträumen ihrer Eltern, legt der Autor einen fast apokalyptisch-mysteriösen Mantel um seine Geschichte, so düster und einschneidend wie der drohende Winter in dem Roman. Für Vesper beginnt nach dem Tod ihrer Eltern ein spannendes Abenteuer, um zum Leben erweckte Märchenfiguren, eine undurchsichtige Geheimgesellschaft und ihr ganz persönliches Schicksal. Äusserst angenehm entpuppt sich der Umstand, das in diesem Roman eigentlich nicht von einer klar umrissenen Gut-Böse Einteilung gesprochen werden kann, bzw. diese sich nach und nach stetig auflöst. Dazu beitragen tut wesentlich die Tatsache, das die Antagonisten nicht nur handeln, sondern auch deren Motivation offengelegt werden. Ein grandioses Buch in dem, statt herkömmlichem Schwarz-Weiss, ein faszinierend schillerndes Grau vorherrscht.
Neben einer ungewöhnlichen, klischeefreien und rührenden Liebesgeschichte, bietet Grimm zudem eine gute Portion gekonnter Action, mit Wolfsjagden im Herzen Hamburgs, mörderischen Alraunen und einem Spielmann, der den Rattenfänger von Hameln als untalentierten Grünschnabel dastehen lässt. Ein modernes Märchen, das keine Wünsche offen lässt und schlichtweg grossartig geschrieben wurde.
Warum dieses Buch keine vergleichbare Aufmerksamkeit erregen konnte wie Cornelia Funkes Reckless, ist nicht zu erklären und zu verstehen, denn auch Marzi präsentiert märchen- und fabelhafte moderne Fantasy, die sich definitiv nicht vor dem Schaffen einer Cornelia Funke verstecken muss, sondern (auch) für deren Fans ein absoluter Lesetipp ist.

Christoph Marzis „Grimm“ – Was wäre wenn…? Dieser Frage geht der Roman nach und beantwortet sie als modernes Märchen und fesselnde Geschichte. Mit dichter schauriger Atmosphäre, einem spannenden Abenteuer und einmaligen Figuren, ist dies ein Page Turner für jugendliche Leser bis 99 Jahre.

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