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Benutzername: Stephie
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Bewertungen

Insgesamt 170 Bewertungen
Bewertung vom 10.10.2012
Kuss des Tigers - Eine unsterbliche Liebe / Tiger Saga Bd.1
Houck, Colleen

Kuss des Tigers - Eine unsterbliche Liebe / Tiger Saga Bd.1


ausgezeichnet

Kuss des Tigers ist eine wundervolle, magische Geschichte, die einen bereits auf der ersten Seite in ihren Bann zieht und bis zum letzten Satz, wenn nicht sogar noch darüber hinaus, zu fesseln vermag. Colleen Houck entführt den Leser in ein atemberaubendes Indien voller Legenden und Geheimnisse, die es zu entdecken gilt und gibt ihm einen interessanten Einblick in die indische Mythologie, die in Jugendbüchern bei weitem noch nicht so häufig thematisiert wurde wie beispielsweise die griechische.

Die Handlung um den indischen Prinzen Ren sowie seinen Bruder Kishan ist absolut faszinierend und lässt einen so schnell nicht wieder los. Obwohl man vielleicht „nur“ eine Liebesgeschichte erwartet hat – die man mehr oder weniger auch bekommt – liest es sich häufig wie ein packender Abenteuerroman, denn Kelsey und Ren müssen auf einigen Missionen vielen Gefahren ins Auge blicken, da ihr gemeinsames Ziel trotz göttlichen Segens keines Falls leicht zu erreichen ist.

Da die Geschichte anfangs eher langsam in Schwung kommt, beginnt auch die Liebesgeschichte erst sehr spät, so wartet man in der ersten Hälfte z.B. vergebens auf den ersten Kuss. Das macht die Beziehung zwischen Kelsey und Ren aber nur umso glaubwürdiger, denn es ist garantiert nicht leicht sich menschlich näher zu kommen, wenn einem dafür nur vierundzwanzig Minuten am Tag zur Verfügung stehen. Außerdem muss Kelsey auch erst einmal verarbeiten, dass ihr weißer Tiger mit den faszinierenden blauen Augen eben nicht einfach nur ein Tier ist.


Kelsey und Ren sind zwei unheimlich sympathische und liebenswerte Protagonisten. Man fiebert mit ihnen mit und sieht gern dabei zu, wie sie sich allmählich näher kommen. Ihre Beziehung zueinander ist, insbesondere zu Beginn, total bezaubernd, vor allem, wenn er ein Tiger ist, da sie dann so entspannt und vertraut miteinander umgehen. Kelsey ist fest entschlossen ihm zu helfen den Fluch zu brechen um ihm die Freiheit zu schenken und öffnet sich dafür sogar Dingen, an die sie vorher nie geglaubt hat.
Obwohl es noch sehr romantische Momente zwischen ihnen beiden gibt, verändert sich ihre Beziehung im Verlauf der Handlung jedoch merklich und wird angespannter, denn Kelsey wird zunehmend bewusst, dass sich hinter Rens Tigergestalt ein Mann verbirgt. Sie kann mit ihren tiefen Gefühlen für ihn nicht umgehen und wegen ihrer großen Verlustängste sowie ihrem mangelnden Selbstbewusstsein stößt sie ihren Prinzen von sich und denkt sich immer wieder neue Gründe aus, warum sie und Ren nicht zusammen sein können oder warum eine Beziehung mit ihm nicht funktionieren würde.
Man kann Kelseys Befürchtungen zwar nachvollziehen, würde sie aber manchmal gern ein wenig schütteln um ihr die Augen zu öffnen und ihr irgendwie klar zu machen, dass sie sich nur selbst im Weg steht und Ren sie aufrichtig liebt.


Kelsey und Ren sind allerdings nicht die einzigen tollen Figuren in Kuss des Tigers. Den etwas großväterlichen Mr. Kadam schließt man ebenfalls schnell ins Herz und Dank Kelseys Neugier erfährt man auch so einiges über ihn und seine jahrhundertelange Vergangenheit.
Auch Rens gegensätzlicher jüngerer Bruder Kishan ist eine sehr interessante Figur. Ihn lernt man aber leider noch nicht allzu gut kennen und bekommt nur selten die Gelegenheit etwas mehr über ihn zu erfahren. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sich das, zum Glück, im zweiten Teil ändern wird.

Das wirklich herzzerreißende Ende rührt zu Tränen und die Mission ist noch längst nicht erfüllt. Genau wie schon der Prolog einen Vorgeschmack auf die kommende Geschichte gegeben und bereits die Neugier des Lesers geweckt hat, gewährt auch der sehr beunruhigende Epilog einen Ausblick auf das kommende Geschehen, verheißt jedoch absolut nichts Gutes, weshalb man sich bis zum Lesen der Fortsetzung nicht viel Zeit lassen wird.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Slide - Durch die Augen eines Mörders
Hathaway, Jill

Slide - Durch die Augen eines Mörders


sehr gut

Slide von Jill Hathaway ist ein interessantes Jugendbuch, das sich, ähnlich wie Bodyfinder von Kimberly Derting, allerdings mit weniger Romantik, durch die Mischung aus packendem Thriller, ein bisschen Fantasy und normalen Teenagerproblemen von der Masse abhebt.

Während der ersten Kapitel ist die Handlung zwar interessant, aber noch nicht besonders spannend, da man erst einmal nur Vee und ihr Leben mit dieser besonderen Fähigkeit, die man sowohl als Gabe als auch als Flucht betrachten kann, besser kennen lernt. Erst ab dem Moment, in dem sie unfreiwillig in den Körper eines Mörders schlüpft, nimmt die Handlung langsam an Fahrt auf. Vee möchte natürlich verhindern, dass der Täter ungestraft davon kommt, weiß aber nicht wie, da sie niemandem sagen kann, woher sie weiß, dass Sophie keinen Selbstmord begangen hat. Sie beginnt verschiedene Leute zu verdächtigen und stellt schließlich Nachforschungen an. Doch Vee muss sich beeilen und darf sich nicht zu sehr von dem attraktiven neuen Schüler Zane ablenken lassen, denn ihre kleine Schwester Mattie könnte das nächste Opfer sein.


Zum Ende hin spitzt sich die Lage immer mehr zu und zusammen mit Vee versucht man verzweifelt die einzelnen Puzzleteile zu einem sinnvollen Bild zusammen zu setzen um die Identität des Mörders endlich aufzudecken. Die Auflösung kommt ziemlich überraschend und die Autorin versteht den Leser mit bestimmten Enthüllungen noch zusätzlich zu schockieren.
Da alle offenen Fragen beantwortet werden und der Fall um Sophies Mord aufgeklärt wurde, ist das Buch zwar in sich abgeschlossen, bietet aber durch Sylvias Gabe noch genug Potenzial für weitere Bände.

Neben dem Mordfall und Vees Fähigkeit geht es aber auch um die normalen Sorgen von Teenagern, die jeder irgendwann einmal durchgemacht hat: Probleme mit den Lehrern und dem Unterricht, Probleme und Streitereien mit Freunden oder anderen Schulkameraden und schließlich auch Probleme mit dem Selbstbewusstsein sowie den eigenen Gefühlen für einen anderen Menschen.


Vee selbst ist eine sehr sympathische Protagonistin, in die man sich, nicht zuletzt wegen der Ich-Perspektive, gut hinein versetzen und mit ihr mitfühlen kann. Man versteht gut, warum sie ihre Gabe eher als Belastung empfindet und dass sie lieber nicht wandern würde. Als das Leben ihrer Schwester in Gefahr schwebt, wehrt sie sich jedoch nicht mehr dagegen, sondern versucht sogar absichtlich und kontrolliert in bestimmte Personen zu schlüpfen um herauszufinden, wer der Mörder ist und ihre Schwester vor ihm zu beschützen. Dabei stellt sie sogar fest, dass sie in gewissem Maße doch Einfluss auf die Handlungen der Personen ausüben kann, wenn sie nur fest genug dazu entschlossen ist.
Allerdings erfährt sie auf diese Weise auch Dinge, die nicht für ihre Augen bestimmt gewesen sind, wodurch sie die Privatsphäre anderer Menschen verletzt, was vor allem ihre Beziehung zu einer ganz bestimmten Person gefährdet.

Die meisten anderen Figuren, sei es nun ihre Schwester Mattie, ihr Vater oder ihr bester Freund Rollins, lernt man leider nur eher oberflächlich kennen. Man erfährt nur sehr wenig über sie und ihre wahren Gefühle, was aber daran liegen kann, dass es Vee bis zum Schluss sehr schwer fällt sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen, nachdem sie in ihrem Leben schon mehrmals sehr enttäuscht und verletzt wurde. Das ändert sich hoffentlich in der Fortsetzung, denn insbesondere Mattie und Rollins sind zwei interessante Charaktere, die man gerne etwas besser kennen lernen würde.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Fallender Himmel / Legend Trilogie Bd.1
Lu, Marie

Fallender Himmel / Legend Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Legend – Fallender Himmel zählt zwar zu den vielen Dystopien, die den Buchmarkt zurzeit geradezu überfluten, gehört aber definitiv zu den besseren. Die Zustände in Marie Lus Republik Amerika sind auf vielfältige Weise so erschreckend und abscheulich, dass es einem kalt den Rücken herunter läuft und man oftmals gar nicht fassen kann, was man liest.

Da sich das Land im Krieg befindet, über dessen Beginn oder Ursache man allerdings leider noch nichts erfährt, ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass das Regime erbarmungslos gegen ihre Feine vorgeht und gegnerische Gefangene foltert um an Informationen zu gelangen. Dass es sich jedoch auf grausame Weise sogar gegen seine eigene Bevölkerung, natürlich betrifft das nicht den wohlhabenden Teil, richtet, dagegen schon.
Im Alter von gerade mal zehn Jahren müssen alle Kinder den Großen Test machen, der ihre Fähigkeiten beurteilen soll und den weiteren Verlauf ihres Lebens bestimmt, z.B. ob sie in die Highschool gehen dürfen oder nicht. Er entscheidet jedoch nicht nur über ihre Zukunft, sondern auch über Leben und Tod, denn wer, wegen seiner schlechten Gene, durchfällt, wird nicht, wie von der Republik behauptet, in ein Arbeitslager geschickt, sondern für schreckliche Experimente missbraucht. Und das ist noch lange nicht das einzige, was diese totalitäre Diktatur ihren Bewohnern antut.

Die gesamte Handlung wird abwechselnd aus den Perspektiven von Day und June erzählt, sodass man dank des jeweiligen Ich-Erzählers beide Protagonisten sehr gut kennen lernen und sich gut in sie hinein versetzen kann. Man kennt ihre Gedanken und Gefühle und kann ihre Handlungen dadurch stets gut nachvollziehen.
Die zwei verschiedenen Blickwinkel ermöglichen es dem Leser zwei, zunächst voneinander mehr oder weniger unabhängige, Handlungsstränge parallel zu verfolgen, ehe sie dann durch das Aufeinandertreffen von Day und June mehr und mehr miteinander verschmelzen, auch wenn sich beide Perspektiven weiterhin mit dem Erzählen abwechseln. Da man beide Blickwinkel kennt, hat man manchmal auch einen kleinen Wissensvorsprung vor einer der Figuren. So hat man z.B. schon lange vor June den Verdacht, dass Day eine gewisse Person nicht getötet, sondern die Republik irgendwie ihre Finger im Spiel hat um June auf ihn anzusetzen. Das mindert die Spannung jedoch nicht, da es bis zur endgültigen Auflösung nur ein Verdacht bleibt und man es eben nicht mit Sicherheit weiß.

Da Day und June erst relativ spät das erste Mal richtig aufeinander treffen und es insgesamt weniger um ihre Beziehung zueinander und dafür mehr um die schockierenden Machenschaften der Republik, also die dystopischen Elemente, geht, kann man Legend – Fallender Himmel (noch) nicht wirklich als große Liebesgeschichte bezeichnen, wodurch es sich vermutlich auch gut für das männliche Geschlecht eignet. Es dauert lange bis die Beiden sich wirklich nahe kommen und ernste Gefühle füreinander entwickeln, was ihre Beziehung dafür aber sehr glaubwürdig macht.

Die eigentliche Handlung nimmt zu Beginn nur langsam an Fahrt auf, wird dafür dann aber noch so richtig spannend, sodass man das Buch vor allem in der zweiten Hälfte förmlich verschlingt.
Am Ende überrascht die Autorin den Leser dann noch mit einer ungeahnten und vor allem sehr traurigen Wendung, die kein Auge trocken lässt. Nach der letzten Seite hat man auf jeden Fall Lust auf die Fortsetzung, und das sogar ohne einen aufreibenden Cliffhanger.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Das göttliche Mädchen
Carter, Aimée

Das göttliche Mädchen


ausgezeichnet

Das göttliche Mädchen ist eine fantastische Fantasy-Liebesgeschichte, die insbesondere Fans von griechischer Mythologie begeistern wird, zumindest sofern sie offen für neue Interpretationen sind. Aimée Carter hatte die tolle Idee die griechische Mythologie mit anderen Religionen zu verknüpfen, sodass die Unterwelt z.B. Elemente aller Glaubensrichtungen in sich trägt. Ferner spielen auch die 7 Todsünden eine gewisse Rolle. Die Autorin bietet dem Leser außerdem eine ansprechende Variante über die wahre Persephone, die sich allerdings nicht gerade beliebt macht, und schafft gleichzeitig eine schöne und einzigartige Fortsetzung des Mythos.

Der ziemlich rätselhafte Prolog stellt einen interessanten Einstieg dar, da man dessen Handlung und Bedeutung noch nicht richtig einzuordnen vermag. Richtige Spannung kommt eher selten auf, trotzdem bleiben die Geschehnisse fesselnd, sodass man sich nie langweilt und immer das Bedürfnis hat weiter zu lesen. Unterschwellig spürt man zudem oftmals die Gefahr, in der Kate sich befindet, da es jemand auf sie abgesehen hat und sie aus dem Weg räumen will. Wer diese Person ist und was sie vor hat, wissen auch die Götter nicht und die Auflösung kommt für den Leser völlig unerwartet, da man diese Person nie verdächtigt hätte.

Der Roman lebt vor allem von den liebenswerten Figuren sowie ihren Beziehungen zueinander. Kate und Henry sind zwei unheimlich sympathische Charaktere, mit denen man mitfiebern kann. Aber auch einige andere Götter, z.B. James und Ava, schließt man, trotz ihrer Fehler, schnell ins Herz.

Kate ist eine sehr glaubwürdige und liebenswerte Protagonistin, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Deshalb hält sie Henry anfangs ziemlich lange für verrückt und fängt erst sehr spät, sowie nach etlichen Beweisen, an zu glauben, dass er die Wahrheit sagt und tatsächlich ein Gott ist. Sie hat aber auch ein sehr großes Herz und setzt sich für andere ein, vor allem für die, die sie liebt. Zunächst ist sie nicht gerade von der Idee begeistert Persephones Platz einzunehmen um an Henrys Seite mit ihm über die Unterwelt zu herrschen und willigt nur ein um als Gegenleistung mehr Zeit mit ihrer Mutter verbringen zu können, die sie nachts in ihren Träumen trifft, solange Henry sie am Leben erhält. Je mehr Zeit sie mit Henry verbringt und je besser sie ihn kennen lernt, desto mehr fängt sie aber an auch für ihn zu kämpfen.

Während ihrer Zeit bei Henry muss Kate mehrere Prüfungen bestreiten um sich der zukünftigen Aufgabe als würdig zu erweisen und in den Kreis der Unsterblichen aufgenommen zu werden. Manche Prüfungen sind leicht, andere dagegen sehr schwer und Kate erfährt nicht, worin die Prüfungen bestehen oder wann sie stattfinden. Wenn sie versagen sollte, würde sie ohne Erinnerungen an diese Zeit in ihr altes Leben zurückkehren, allerdings ohne ihre Mutter. Henry würde jedoch sterben, weil er nicht mehr allein über die Unterwelt herrschen kann. Auch aus diesem Grund bemüht sie sich so entschlossen für Henry alles richtig zu machen, mit der Zeit aber weniger aus ihrem starken Verantwortungsbewusstsein heraus und immer mehr, weil sie den Gedanken an ein Leben ohne Henry nicht mehr ertragen kann. Es ist schön zu sehen wie Kate eine Beziehung zu ihm aufbaut und sich langsam in ihn verliebt.

Henry ist ebenfalls ein toller Charakter und stellt einen total interessanten sowie faszinierenden Hades dar, den man einfach lieben muss. Neben seiner bedrohlichen Seite ist er eine zutiefst traurige Figur. Er macht deutlich, dass Götter nicht nur einsam sein können, sondern trotz allem und egal wie lange sie schon existieren immer noch eine menschliche, verletzliche Seite haben. Erst Kate gibt ihm neue Hoffnung und seinem Dasein wieder einen Sinn, weshalb er sie um jeden Preis beschützen und vor dem tragischen Schicksal ihrer Vorgängerinnen bewahren will. Auch er verliebt sich in Kate und erfährt nach seiner äußerst unglücklichen Ehe zum ersten Mal wie es sich anfühlt geliebt zu werden.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Die Entführung / Dustlands Bd.1
Young, Moira

Die Entführung / Dustlands Bd.1


ausgezeichnet

Müsste man Dustlands – Die Entführung in einem Wort beschreiben, gäbe es eigentlich nur ein passendes: fesselnd. Moira Young hat mit diesem Trilogieauftakt ein Buch geschrieben, dass den Leser wirklich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen in seinen Band zieht und welches man aus diesem Grund zwischendurch kaum aus der Hand legen kann bzw. will.

Immer wieder wird Saba vor neue Herausforderungen gestellt oder in irgendeiner Form aufgehalten. Da Lughs Entführer einen großen Vorsprung haben kann sie nicht einfach ihren Spuren folgen, sondern muss zunächst herausfinden, warum sie gerade Lugh entführt haben und was sie von ihm wollen, wenn sie ihn jemals wieder finden will. Doch wem kann sie trauen? Je mehr Zeit vergeht, desto mehr fragt man sich, ob sie es überhaupt noch rechtzeitig schaffen kann.

Doch Saba gibt niemals die Hoffnung auf und wartet selbst in anscheinend ausweglosen Situationen geduldig auf ihre Chance. Ihre Stärke und ihre Beharrlichkeit sind einfach bewundernswert und machen sie zu einer wahrhaft einzigartigen Protagonistin. Sie zählt nicht unbedingt zu den total sympathischen Heldinnen, die man einfach gern haben muss, ist aber dennoch eine Figur, in die man sich gut hinein versetzen kann und mit der man bis zum Schluss mitfiebert.

Gegen ihren Willen wird Saba auf der unermüdlichen Suche nach ihrem Zwillingsbruder von ihrer kleinen Schwester Emmi begleitet, die manchmal genauso stur ist wie Saba und die man als Leser schon bald sehr ins Herz schlossen hat. Saba gibt Emmi die Schuld am Tod ihrer Mutter und lässt sie das, zumindest zu Beginn, auch deutlich spüren. Mit der Zeit muss sie aber einsehen, dass sie Emmi damit Unrecht getan und ihre kleine Schwester ganz schön unterschätzt hat. Es ist sehr schön zu beobachten, wie Emmi für Saba von einem Klotz am Bein zu einer geliebten Schwester wird um die sie sich genauso sorgt wie um Lugh.

Saba und Emmi sind jedoch nicht die einzigen nennenswerten Figuren in Dustlands – Die Entführung. Im Verlauf der schwierigen Reise kommen immer wieder neue Charaktere hinzu, sowohl liebenswerte als auch verabscheuungswürdige, die Saba entweder helfen wollen oder ihr im Weg stehen. Viele von ihnen, sowohl Freund als auch Feind, sind auf ihre Weise äußerst interessant und man erfährt gern, was es mit ihnen auf sich hat. Während man einigen auf keinen Fall im nächsten Teil wieder begegnen möchte und andere schmerzlich vermissen wird, gibt es aber auch solche, die man unbedingt wieder sehen und noch besser kennen lernen möchte. Zu letzteren zählen allerdings nicht nur die Figuren, die man gern hat, sondern auch eine, die nur ein paar seltene Auftritte hatte und eigentlich ein Feind sein müsste, aber irgendeine besondere Verbindung zu Saba zu haben scheint und daher ziemlich faszinierend ist.

Das Buch hat aber leider auch einen Mangel, zwar nur einen, aber dafür ist es einer, der sich unglücklicherweise durch die gesamte Geschichte zieht: der eigenartige und recht gewöhnungsbedürftige Schreibstil. Mit der Umgangssprache und der Tatsache, dass die Endungen etlicher Wörter, insbesondere der Verben, ständig verschluckt werden, könnte man sich ja noch anfreunden. Wirklich verwirrend ist es aber, jedenfalls am Anfang, dass Moira Young die direkte Rede nie durch Anführungszeichen kennzeichnet, sondern diese einfach weglässt.
Der Roman enthält viele Dialoge, was eigentlich sehr schön ist, aber es ist äußerst schwierig diese als solche bzw. deren Anfang und Ende, schnell zu erkennen. Außerdem nutzt sie fast ausschließlich das Verb ‚sagen’ für Gespräche anstatt auch mal eines der unzähligen anderen Verben für den Ausdruck von Sprache zu verwenden, was auf Dauer ziemlich nervig sein kann.
Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch ein wenig an diesen merkwürdigen Stil und kann wegen der außerordentlich spannenden Handlung sowie der anderen Qualitäten des Buches darüber hinwegsehen. Man empfindet ihn also nicht durchgehend als störend.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Die Flucht / Cassia & Ky Bd.2
Condie, Ally

Die Flucht / Cassia & Ky Bd.2


ausgezeichnet

Die Flucht kommt, genau wie schon Die Auswahl, eher in leisten Tönen daher. Es ist nicht wirklich spannend und verzichtet auf viel Action, dennoch wird einem nie langweilig und man hat andauernd das Bedürfnis weiter zu lesen, weil einen die Handlung auch so genug fesselt.

Man leidet sowohl mit Ky als auch mit Cassia mit, die eine ganze Menge durchstehen muss um zu Ky zu gelangen. Sie wird auf dem Weg vor einige Herausforderungen gestellt und muss mehr als einmal eine schwere Entscheidung treffen. Dadurch entwickelt sich Cassia aber auch weiter und hinterfragt schließlich nicht nur andere, sondern auch ihr eigenes Verhalten sowie ihre Beweggründe.

Im zweiten Teil der Trilogie erfährt man des Weiteren nach und nach mehr über die Erhebung, die sich gegen die Zwänge und Kontrolle der Gesellschaft wehrt. Dabei muss man sich im Laufe der Geschichte aber auch die Fragen stellen, ob diese Erhebung wirklich so gut ist, wie die meisten, einschließlich Cassia, sie sich vorstellen und sogar, ob nicht auch das Leben innerhalb der Gesellschaft mit all ihren Regeln trotz allem gewisse Vorteile hat.
Natürlich wird die Gesellschaft, verständlicherweise, immer noch stark kritisiert, man muss jedoch erkennen, dass eben nicht alles nur schwarz/weiß ist, sondern es dazwischen auch Grautöne gibt. Die Furcht vor und der Hass auf die Gesellschaft bleiben allerdings nicht gänzlich aus angesichts der Tatsache, dass die Gesellschaft offenbar alle Aberrationen, selbst die Kinder, auszulöschen versucht indem sie sie als Lockvögel und Konenfutter in die äußeren Provinzen schickt, wo niemand lange überlebt.


Das Besondere an dieser Fortsetzung ist allerdings vor allem der ständige Perspektivwechsel zwischen Cassia und Ky, die das Geschehen abwechselnd aus ihrer jeweiligen Sicht erzählen. Obwohl man dadurch schon lange vor Cassia weiß, dass Ky noch lebt, bleibt die Handlung trotzdem interessant, da man ja nicht weiß, ob und wann die Beiden sich wieder sehen werden und gerade das möchte man erfahren.
Durch die zwei verschiedenen Blickwinkel, jeweils in Form eines Ich-Erzählers, kann man verfolgen, was mit ihnen geschieht und sie Beide gemeinsam auf ihrem beschwerlichen Weg begleiten. Außerdem lernt man so auch endlich Ky etwas besser kennen und kann sich zum ersten Mal richtig in ihn hineinversetzen. Über seine Gedanken und Gefühle erfuhr man ja im ersten Teil noch nicht sonderlich viel bzw. nur das, was er Cassia gegenüber preisgab.

Xander taucht im zweiten Band zwar leider nur einmal persönlich auf, spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle, und das nicht nur in Cassias Gedanken, sondern auch in Kys.

Das letzte Kapitel, das sich eher wie ein Epilog liest, lässt einen, im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches, aber etwas unbefriedigt und vielleicht sogar ein wenig unglücklich zurück, zumal es wieder sehr offen gehalten ist.
Den nächsten und damit letzten Teil der Serie wird man jedoch auf jeden Fall lesen, insbesondere um zu erfahren, wie die Geschichte um Cassia und Ky ausgeht, aber auch um zu erleben, ob es der Erhebung gelingen wird etwas gegen die Gesellschaft auszurichten. Wie gut, dass der Abschlussband der Trilogie schon Anfang 2013 erscheint.

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Die Bestimmung / Die Bestimmung Trilogie Bd.1
Roth, Veronica

Die Bestimmung / Die Bestimmung Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Die Bestimmung ist ein unheimlich fesselnder Jugendroman, der sich trotz seiner Länge von fast fünfhundert Seiten total schnell lesen lässt. Die dystopische Zukunft, die Veronica Roth kreiert hat, ist interessant und in vielerlei Hinsicht unterscheidet sich diese Welt sehr von der uns bekannten, in manchen Punkten aber auch nicht. Besonders die fünf Fraktionen, die teilweise sehr unterschiedlich sind, teilweise aber auch viel gemeinsam haben, sind sehr faszinierend. Eigentlich wurden sie geschaffen um weitere Kriege zu verhindern, aber auch sie können auf Dauer keinen Frieden bewahren und auf Abwege kommen. Vor allem die Tatsache, dass Mitglieder unterschiedlicher Fraktionen keinen engen Kontakt zueinander haben sollen, trägt nicht gerade zum Frieden bei, sondern vergrößert nur die Kluft zwischen ihnen.
Manche Fraktionen, insbesondere Ferox und Altruan, lernt man sehr gut kennen, über andere, z.B. Amite, erfährt man dagegen leider nur sehr wenig. Hoffentlich werden die restlichen Fraktionen in den Fortsetzungen dann näher beleuchtet.

Faszinierend sind auch die verschiedenen Charaktere, die wirklich sehr facettenreich sind, insbesondere Beatrice bzw. Tris, wie sie sich bei den Ferox nennt, Four, Eric, Tris’ Eltern und Caleb. Viele von ihnen sind, gerade zu Beginn der Handlung, wirklich schwer zu durchschauen und vor allem die Mitglieder von Tris’ Familie sind des Öfteren für eine Überraschung gut.

Die wohl interessanteste Figur, neben der Protagonistin, ist der geheimnisvolle Four. Er ist sehr vielschichtig und zeigt immer wieder eine andere Seite von sich. Er ist sehr intelligent, aber hat, trotz der Härte, die er manchmal ausstrahlt, ein gutes Herz.


Tris selbst ist von Anfang an sehr sympathisch. Durch die Ich-Perspektive ist man ihr sehr nahe und fühlt sich mit ihr verbunden. ‚Unbestimmt’ zu sein mag in ihrer Welt zwar negativ belastet sein, sie und die anderen Unbestimmten machen allerdings besonders deutlich, dass ein Mensch niemals nur eine Eigenschaft in sich trägt, sondern immer mehrere vereint, die teilweise miteinander verschmelzen oder auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Kein Mensch ist vollkommen und daher kann auch niemand alle Ideale einer Fraktion erfüllen, zumal manche Traditionen – z.B. dass die Altruan sich nur alle paar Monate im Spiegel anschauen dürfen – nur schwer Sinn ergeben.
Man kann gut verstehen, dass es ihr schwer fällt eine Fraktion zu wählen, denn wer möchte schon mit sechzehn entscheiden, wie das ganze restliche Leben verlaufen soll oder sogar seine Familie verlassen, obwohl man nur einen tieferen Einblick in das Leben der Fraktion erhalten hat, in der man wegen der Eltern aufgewachsen ist, und nicht wirklich viel über das innerhalb der anderen weiß?
Im Endeffekt hat Tris aber wohl die richtige Wahl getroffen, denn auch wenn das Leben bei den Ferox sehr hart und gefährlich sein kann, ist es dafür nicht so voller Entbehrungen wie das der Altruan und sie wächst an den Herausforderungen. Sie entwickelt sich weiter und wird stärker. In der Angstlandschaft möchte man zwar nicht unbedingt in ihrer Haut stecken, aber Tris hat nun mal nicht den leichtesten Weg gewählt und beweist damit allein schon viel Mut. Außerdem ist sie sehr willensstark, was vermutlich die Hauptursache dafür ist, dass sie so gefährlich für die Anführer ist, die natürlich lieber willenlose, schwache Mitglieder wollen, die sie einfach kontrollieren können. Doch Tris mag zwar klein und schwach aussehen, aber innerlich ist sie eine sehr starke Persönlichkeit und einen ziemlich ausgeprägten Beschützerinstinkt.


Letzteres gilt aber wohl auch für Four, was vielleicht auf ihre gemeinsame Verbindung zu den Altruan zurückzuführen ist. Ihre Beziehung zueinander sorgt für einen gewissen Anteil an Romantik in der Geschichte und ist durch ihre langsame Entwicklung, die ihre Lebe wesentlich glaubwürdiger macht, sehr schön zu beobachten.

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.10.2012
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett / Finley Jayne Bd.1
Cross, Kady

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett / Finley Jayne Bd.1


ausgezeichnet

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett ist der erste Band der Steampunk Chronicles und, wie dieser Titel schon vermuten lässt, ein wirklich tolles Beispiel für ein gelungenes Jugendbuch des Steampunk Genres - das heißt, die Handlung ist zwar im viktorianischen Zeitalter angesiedelt, wird aber mit modernen und futuristischen technischen Erfindungen verknüpft, die eigentlich nicht in diese Zeit gehören – und eignet sich auch gut für Neulinge dieses Genres.

Die Autorin hat eine äußerst interessante Welt erschaffen und mit London einen perfekten Schauplatz dafür ausgewählt. Es macht Spaß die vielfältigen Erfindungen und Entwicklungen, die größtenteils – wie es eben dem Genre entspricht – nicht richtig zur der Zeit passen, zu entdecken und herauszufinden, was genau sich hinter bestimmten Bezeichnungen verbirgt.

Die Geschichte ist sehr spannend gestaltet und bietet mehrere Handlungsstränge, die aber alle gleichermaßen interessant sind. Zum einen geht es um die von Automaten durchgeführten plötzlichen Angriffe auf Menschen, hinter denen der so genannte Maschinist steckt. Er muss aufgehalten und sein furchtbarer Plan vereitelt werden. Dazu müssen Finley, Griffin und der Rest der Truppe allerdings erst einmal in Erfahrung bringen, wer genau der Maschinist eigentlich ist.
Zum anderen geht es natürlich um Finley selbst, insbesondere die Tatsache, dass sich im Grunde zwei Personen in ihrem Körper befinden, die aber nicht miteinander harmonieren. Damit Finley nachts wieder ruhig schlafen kann und nicht immer wieder die Handlungen ihrer dunklen Hälfte ausbaden muss, müssen diese verschiedenen Seiten irgendwie miteinander in Einklang gebracht werden, wobei Griffin ihr helfen möchte. Hierzu müssen sie und Griffin allerdings zuerst herausfinden, was diese Zwiespältigkeit in Finley ausgelöst hat und stoßen dabei auf Geheimnisse aus der Vergangenheit, die nicht nur sie beide miteinander verbinden, sondern indirekt sogar mit dem Maschinisten zusammen hängen.
Außerdem spielen auch Finleys romantische Gefühle eine gewisse Rolle, zumal sie auf Grund ihrer gespaltenen Persönlichkeit natürlich mit Problemen verbunden sind. Denn während sich eine Seite von ihr immer mehr zu Griffin hingezogen fühlt, empfindet die andere etwas für den geheimnisvollen und zwielichtigen Jack Dandy, der in der Londoner Unterwelt alles andere als unbekannt ist.
Des Weiteren bringen auch die restlichen Figuren um Griffin, sowie deren Vergangenheiten und Fähigkeiten, alle eigene interessante Aspekte in die Handlung ein, die nach und nach näher beleuchtet werden.

Die Figuren sind es auch, die dieses Jugendbuch zu etwas ganz besonderem machen. Sie sind alle sehr unterschiedlich und ihre jeweils ganz eigene, großartige, faszinierende Art macht sie zu eigenständigen Charakteren, die man einfach gern haben muss.
Das betrifft nicht nur die facettenreiche Finley und den überaus reichen und mächtigen Griffin, der sich, zum Glück, häufig gar nicht so verhält, wie man es von einem Mann seines Standes erwartet, sondern auch die extrem intelligente Emily, den scheinbar stets mies gelaunten Sam, den charmanten Amerikaner Jasper, Griffins Gedanken lesende Tante Cordelia und den undurchschaubaren Jack Dandy. Jeder von ihnen trägt in irgendeiner Form zur Handlung bei und macht die Geschichte einzigartig. Das gilt nicht nur für ihre besonderen Fähigkeiten, deren Ursache es noch herauszufinden gilt, sondern auch für ihre Persönlichkeiten, sodass man auf keinen von ihnen in den folgenden Bänden, in denen man sie hoffentlich noch besser kennen lernt, verzichten möchte!
Vor allem die tiefen Beziehungen, sei es nun Freundschaft, Verwandtschaft oder Liebe, zwischen den Figuren untereinander kommen besonders gut zur Geltung und sind ebenfalls sehr unterschiedlich gestaltet. Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Autorin gerade den romantischen Beziehungen genügend Zeit gibt um sich langsam zu entwickeln und nichts überstürzt, wodurch sie wesentlich glaubwürdiger und authentischer werden

6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.