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Benutzername: lissi91
Wohnort: Cottbus
Über mich: Ich lese sehr gerne und versuche meine Zeit immer so einzuteilen dass ich jeden Tag Zeit habe ein paar Seiten zu lesen. Ich sag immer, von einem Buch habe ich 10mal mehr als wenn ich mir einen Film ansehen würde. Es gibt mir ein unglaubliches Hochgefühl zuhause Bücherpakete auszupacken oder mir mein Bücherregal anzusehen!
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Bewertungen

Insgesamt 105 Bewertungen
Bewertung vom 20.09.2018
Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1
Adeyemi, Tomi

Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1


gut

In diesem außergewöhnlichen Buch geht es um die Protagonistin Zélie. Zélie ist in einer Welt voller Magie aufgewachsen und auch Zélie’s Mutter war magisch begabt. Sie wachte als Seelenfängerin über Leben und Tod, bis eines Nachts ihre Kräfte versiegten und der grausame König von Orisha jeden einzelnen Magier töten liess, auch Zélie’s Mutter. Die sogenannte Blutnacht nahm nicht nur Zélie’s Familie alles, sondern einem ganzen Volk. Viele Jahre später bietet sich Zélie die Chance, die Magie zurückzuholen, wobei ihre Feinde ihr dicht auf den Fersen sind. An vorderster Front dabei ist Inan, der Kronprinz, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie zurückkehrt …

Ich kam gut in dieses Buch hinein, denn Tomi Adeyemi hat einen leicht zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Ein paar Stolperfallen gab es für mich bei den Fremdsprachlichen Anteilen, die leider nicht immer erklärt oder auch übersetzt worden sind. Im Endeffekt konnte ich dann darüberhinweglesen, sodass es nicht allzu störend war, aber doch den Lesefluß behindert hat. Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven, jeweils in Ich – Form. Schön wäre es gewesen auch noch Tzain’s Perspektive zu erfahren. Die Wechsel zwischen den Erzählsträngen sind weitestgehend regelmäßig und ich hatte immer Lust zu erfahren, wie es weitergehen würde. Durch diese Wechsel wurde auch der Spannungsbogen recht gut gehalten, auch wenn ich einige Passagen eher interessant, als spannend empfunden habe. Im letzten Drittel gibt es dann aber ein zwei Momente in denen eine größere Spannung aufkommt und das hat mir sehr gefallen.

Die Handlung hat mir eigentlich gut gefallen, auch wenn manche Entwicklungen ein bisschen zu glatt und manchmal auch nicht unbedingt logisch nachvollziehbar vonstatten gingen. Die Buchidee hat mir gut gefallen und nach dem weitestgehend offenen Ende könnte ich mir vorstellen, dass es noch einiges an Potenzial für die Folgebände gibt. Der Weltenentwurf wurde von der Autorin gut dargestellt und durch die schönen Beschreibungen konnte ich mir einiges auch gut vorstellen. Die Ausarbeitung der Charaktere war, in meinen Augen, nur teilweise gelungen. Bei Tzain und Amari haben mir die Facetten und ihre jeweiligen Entwicklungen sehr gut gefallen, wogegen Inan und Zélie etwas blasser und leider auch vorhersehbarer auf mich wirkten.

Generell würde ich sagen, dass der Einstieg zu diesem ersten Teil wirklich gut gelungen ist. Ob ich den 2. Teil auch noch lese wird sich zeigen.

Bewertung vom 30.06.2018
36 Fragen an dich
Grant, Vicki

36 Fragen an dich


gut

Ich durfte das Buch ‚36 Fragen an dich‘ von Vicky Grant im Rahmen der Buchflüsterer-Aktion von buecher.de lesen. Auf diesem Wege ‚Herzlichen Dank‘ für das zur-Verfügung-Stellen des Buches.
Das Buch fällt in das Genre ‚Jugendliteratur‘ und zeigt dies auch durch die Aufmachung des Covers. Es ist bunt und in einem lockeren Stil gehalten. Durch den gelben Buchrücken fällt es im Bücherregal sofort auf.
Die Geschichte ist größtenteils im Protokoll-Stil geschrieben und handelt von den 18-jährigen Hildy und Paul, die beide an einem psychologischen Experiment teilnehmen. Die beiden sollen sich 36 vorgegebene Fragen stellen und damit testen ob sich zwischen zwei völlig fremden Personen doch noch Liebe entwickeln könnte.
Beide sind in ihrem Wesen komplett unterschiedlich und nehmen an diesem Experiment aus ganz unterschiedlichen Gründen teil. Letztendlich nimmt dieser Versuch eine Wendung, die vielleicht nicht jeder vorausgesehen hätte.
Mir hat bei diesem Buch leider die Dialog-Form gar nicht gefallen. Das ist aber mein persönlicher Geschmack, denn es las sich leider sehr abgehackt und eben in typischer ‚Protokoll-Form‘.
Mit den Protagonisten wurde ich nicht wirklich warm, vor allem Paul war mir anfangs unglaublich unsympathisch. Dieser öffnete sich allerdings zum Ende der Geschichte und zeigte weichere Seiten.
Positiv empfinde ich aber die Geschichte. Die Idee zu so einem Experiment ist interessant und die Erwartung an das Ende macht es sehr spannend.
Ich falle allerdings auch nicht unbedingt in das Alter dieses Genres und ich kann mir gut vorstellen, dass mir das Buch 10 Jahre eher dann doch gut gefallen hätte.

Bewertung vom 21.02.2018
17 Erkenntnisse über Leander Blum
Kramer, Irmgard

17 Erkenntnisse über Leander Blum


sehr gut

Das Buch ‚17 Erkenntnisse über Leander Blum‘ wurde mir im Rahmen der Buchflüsterer-Aktion von buecher.de zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank!
Es handelt von den beiden jungen Freunden Leander und Jonas aus Österreich. Sie sind gemeinsam völlig verrückt nach Graffiti und Streetart-Malerei. Ein eingespieltes Team mit einem Doppelleben - denn niemand darf wissen, dass das Synonym ‚Blux‘ für die beiden Freunde steht.
Gemeinsam planen sie ihr Masterpiece, suchen die perfekte Fläche und das perfekte Motiv. Doch dann verliebt sich Leander Hals über Kopf in die schöne Rapunzel und Jonas verliert sich in der Geschichte der wertvollen Jade-Pinsel. Sie driften auseinander, doch sie wollten immer zusammenhalten. Ein Schicksalsschlag verändert alles.

Der erste Eindruck:
Da ich vorher nicht wusste, welches Buch mich erreichen wird, war ich natürlich dementsprechend aufgeregt. Als ich sah, dass es ein Jugendroman ist, war meine Freude gedämpft. Zudem sagte mir der Klappentext, als auch das Cover noch nicht zu.
Ich bin leider nicht mehr die altersmäßige Zielgruppe.
Trotz allem ging ich unvoreingenommen an die Geschichte heran.
Die Handlung wurde in zwei Strängen erzählt, die sich teilweise kapitelweise abwechselten, teilweise verfolgten mehrere Kapitel hintereinander nur einen Strang. Dass diese allerdings in 2 Zeitebenen geschrieben sind, fiel mir erst später auf und verwirrte mich demzufolge anfangs sehr. Ein kleiner Hinweis wäre hilfreich gewesen, zumal ich zb. Lila fast bis zum Ende nicht zuordnen konnte.
Spannend war es trotzdem von Anfang an und der Schreibstil war sehr leicht, es ließ sich sehr flüssig lesen.
Die Hauptcharaktere waren mir sehr sympathisch, wobei mir Lila im Gegensatz zu Rapunzel etwas blass erschien. Man hätte die Beschreibung der Person ruhig so weiterführen können.

Abschluß:
Generell kann ich dem Buch 4 Sterne geben. Der eine Stern Abzug ist für die Verwirrung durch die Zeitebenen am Anfang und weil man aus Lilas Person in der ‚aktuellen‘ Zeitform etwas mehr hätte rausholen können.
Es ist ein typischer Jugendroman, der aber auch eine schöne leichte Zwischenlektüre für Erwachsene sein kann.

Bewertung vom 18.01.2018
Alle sehen eine Katze
Wenzel, Brendan

Alle sehen eine Katze


gut

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Nord Süd Verlag zur Verfügung gestellt. Ich habe es mit meiner 2-jährigen Tochter und meinem 5-jährigen Sohn gelesen.

Da ich mich am Anfang nicht darüber informiert habe, worum es in dem Buch geht, bin ich ohne große Erwartungen herangegangen und wusste nicht was mich erwartet.

Das Buch 'Alle sehen eine Katze' wurde von Brendan Wenzel geschrieben und illustriert.

Es handelt von einer Katze die verschiedenen Tieren und einem Kind begegnet. Es wird auf jeder Seite deutlich, dass jedes Tier eine andere Sicht auf die Katze hat. Nicht nur rein optisch, sondern auch aus Sicht der Emotionen. So zb. sieht das Kind die Katze als Schmusetier, wohingegen der Floh nicht viel mehr als das Fell der Katze erkennt. Eine Maus sieht eine Katze ganz anders als ein Hund.

Die Seiten sind wunderschön gestaltet, durch verschiedene Arten der Gestaltung und Malerei. Allerdings hätte ich mir manchmal etwas mehr Text gewünscht. Ich denke, dass der Autor damit schon etwas bezwecken wollte, doch meine Kinder empfanden es nach dem 3. Mal vorlesen eher als langweilig. Sie schauen es sich gern an, ohne Frage. Aber ich finde für ein Buch, dass dann eher zum Anschauen reicht, ist der bestehende Preis nicht wirklich gerechtfertigt.
Und durch den wenigen Text, kann ich leider nicht viel mehr als die Gestaltung bewerten.

Daher kann ich leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Bewertung vom 16.09.2017
Heule Eule - Wo ist Mama?
Friester, Paul

Heule Eule - Wo ist Mama?


ausgezeichnet

Das Buch 'Heule Eule - Wo ist Mama?' von Paul Friester und Phillippe Goossens wurde mir freundlicherweise vom Nord Süd Verlag zur Verfügung gestellt.

Das Cover des Buches kommt wieder in alter Heule Eule - Manier daher. Doch diesmal wundert man sich über ein neues Tier, dass man bisher in den Geschichten noch nicht gesehen hat.

Diese neue Geschichte spielt im Winter. Die Eule erwacht und sieht zum ersten Mal Schnee und ist völlig erstaunt. Leider muss sie sich noch etwas gedulden, denn erst gibt es Frühstück und dann geht es raus in den 'Zucker'.
Dort lernt man dann auch die neuen Gefährten kennen. Es sind die Eichhörnchen-Nachbarn, Mutter und Kind.
Während den Müttern das Toben der Kinder zu wild wird, schicken sie sie zum Spielen ein Stück weiter weg. Doch leider verlierten die Kinder in ihrem Spieltrieb die Orientierung und suchten nach einer Weile verzweifelt ihre Mütter.
Von diesem Krach erwachten dann auch unsere altbekannten Freunde - der Maulwurf, der Igel und der Hirschkäfer - aus ihrem Winterschlaf.Doch von denen wollten die beiden sich nicht helfen lassen. Sie heulten lauter und lauter um ihre Mütter zu finden.
Der Erfolg zeigte sich bald und die Mamas tauchten hinter einen Hügel wieder auf. Sie stellten fest, dass sie sich gegenseitig verloren hatten. Niemand wusste wo der jeweils andere war.
Am Ende des Tages wurde noch eine schöne Schlittenfahrt gemacht und somit der Hirschkäfer von seinem Winterschlaf abgehalten.

Dieses Buch spielt in einer neuen Jahreszeit, im Winter. Daher finde ich es perfekt als Geschenk zum Nikolaus oder Weihnachten, da es, gerade für Heule Eule-Fans mal etwas Neues darstellt.
Auch dass 2 neue Figuren hinzu kamen, gefiel mir sehr gut. Allerdings finde ich die Illustration etwas schwierig, da ich am Anfang dachte es wären Füchse anstatt Eichhörnchen.

Dieses Buch war das Erste bei dem meine Kinder nicht nur Spannung verspürten und zwischendurch über das Geheule lachten. Zwischenzeitlich verspürten sie auch ein wenig Angst, denn auch sie wussten ja nicht wo die Mamas sind. Allerdings wird dieser Spannungsbogen nicht zu weit gespannt und die Mütter tauchen nach 2 Seiten wieder auf, also super gelöst!

Auch die Verteilung vom Text auf den Seiten war wieder vollkommen ausreichend und die Geschichte nicht zu lang. Somit ist es immer wieder die perfekte Lektüre, sowohl für unsere knapp 2 und dem knapp 5-Jährigen!

Bewertung vom 11.08.2017
Heule Eule - Ich will mein BUMM!
Friester, Paul; Goossens, Philippe

Heule Eule - Ich will mein BUMM!


ausgezeichnet

Dieses Buch ist der 3. Teil der Geschichte um die kleine Heule Eule, die mit ihrer Mama und anderen Waldbewohnern im Wald lebt.
Geschrieben und illustriert wurde das Buch von Paul Friester und Philippe Goossens.

Am Titelbild erkennt man schon, dass sich die Geschichte um die kleine Eule und einen roten Luftballon dreht. Mehr verrät es dem Leser noch nicht.

Die kleine Eule wartete im Wald auf ihre Mama und sah einen Luftballon vorbeischweben. Sie fängt lautstark an zu weinen, weil sie nicht rankommt und alle Tiere des Waldes kommen nach und nach vorbei um zu helfen.
Leider wissen die Tiere nicht was das Eulenkind meint. Denn die einzige Erklärung die sie abgeben kann ist, dass ihr 'Bumm' weg ist.
Die Tiere rätseln allesamt herum, doch keinem mag die Lösung einfallen.
Der Hirschkäfer versucht auf seine altbekannte Art die Eule zum Schweigen zu bringen und richtet damit mal wieder noch mehr Geheule an.
Erst der Rabe kann helfen und findet das 'Bumm'. Als die Heule Eule diesem entgegen fliegt, löst sich für die Waldbewohner auch das Rätsel um den Namen auf.

Wir haben uns über dieses Buch sehr gefreut. Die kurzen Dialoge auf jeder Seite machten das Vorlesen kurzweilig, spannend und lustig.
Die Heule Eule scheint etwas kindlicher geworden zu sein. Sie versucht sich mitzuteilen, doch es will noch nicht recht klappen. Sie verzweifelt beinah daran, dass sie niemand versteht.
Auch dass alle Waldbewohner wieder ihren Platz in der Geschichte bekommen, freute uns.
Das Ende ist für Erwachsene natürlich vorhersehbar. Für meine kleinen Kinder allerdings nicht. Sie haben sich kaputt gelacht und lachen mittlerweile schon vor dem Ende der Geschichte und können gar nicht genug davon bekommen. Zudem wird die Heule Eule bei uns schon beinah als Familienmitglied angesehen.

Bewertung vom 24.07.2017
Armstrong
Kuhlmann, Torben

Armstrong


ausgezeichnet

Dieses Buch habe ich freundlicherweise vom NordSüd-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, nachdem ich schon 'Lindbergh' und 'Maulwurfstadt' von Torben Kuhlmann überragend fand. Hierfür noch einmal herzlichen Dank!

Auf diese Bücher bin ich ehrlich gesagt nur gekommen, weil mein Sohn immer größer wird und wir nun auch schon nach längeren und anspruchsvolleren Geschichten suchen. Da sind mir die Bücher von Kuhlmann ins Auge gesprungen und ich dachte mir 'Mensch, das ist doch auch mal was für die Mami!'.

(ACHTUNG, kann Spoiler enthalten)
Die Geschichte handelt von einer kleinen Maus, die unentwegt den Nachthimmel, die Sterne und den Mond betrachtet und völlig fasziniert von den Veränderungen ist, die der Mond vollzieht. Als sie sich allerdings mit ihren Mäusefreunden trifft, steht sie ganz allein da. Denn sie ist die Einzige die nicht an die Theorie glaubt, der Mond wäre aus Käse. Doch niemand mag ihr zuhören.
Als sie jedoch eine geheime Nachricht erhält, reist sie von New York nach Washington. Dort trifft sie eine Maus die an sie glaubt und sie ermutigt weiter zu forschen.
Heimlich besucht die Maus Menschenseminare über Astronomie, beginnt sich einen Raumanzug zu bauen und tüftelt an einem Raketenschlitten. Oft scheitert sie, stürzt sogar ab, doch sie lässt sich nicht aufhalten. Bald werden auch die Menschen auf sie aufmerksam. Sie wundern sich, suchen sie, denn was dort vor sich geht ist ihnen nicht geheuer. Doch kurz bevor sie erwischt wird, kann sie ihre Rakete starten und fliegt in Richtung Weltall.
Dort endet die Geschichte ähnlich wie die des Herrn Armstrong höchstpersönlich. Doch kein Mensch auf der Welt weiß, was der erste Mensch auf dem Mond dort fand....

Ich denke jeder bewundert bei diesem Buch zu allererst die Zeichnungen. Egal ob die gezeichneten Konstruktionen oder die Umgebung. Detailgetreue Zeichnungen der Maus, von Hallen, Läden und Weltall. Jedesmal schlägt man eine neue Seite auf und beginnt zu staunen. Auch mein Sohn wollte gar nicht dass nach dem Vorlesen die Seite umgeblättert wird - nein, erstmal wird gestaunt, geschaut und viel gefragt. Wir haben unglaublich lang gebraucht um das Buch durchzulesen, da wir währenddessen immer wieder viel gesprochen haben.

Dieses Buch hilft auch sehr Kindern ein wenig das Weltall näher zu bringen. Wir kamen oft auf Themen zu sprechen, zb. Schwerelosigkeit und Erdanziehungskraft, Planeten, Tüftelei usw. Dieses Buch hat auf jeden Fall das Interesse meines Sohnes geweckt, so dass wir uns schon nach Sachbüchern über den Kosmos umschauen.

Was ich an den beiden Büchern (Lindbergh und Armstrong) von Torben Kuhlmann auch sehr schön finde, sind die Anmerkungen und Biografien am Ende. So kann man selber noch mal sein Wissen auffrischen oder den Kindern die Geschichte der Raumfahrt näher bringen.

Ich würde das Buch keinesfalls nur in die Kinderbuch-Sparte rücken, denn auch Erwachsene haben ihren Spaß daran. Ich schaue es mir sehr gerne an, auf Reisen ist es das perfekte Buch (gut, etwas groß vielleicht) denn man liest mit Kindern etwas länger dran - man kann es sich aber auch einfach nur anschauen. Und die Großeltern waren davon auch begeistert und neugierig was wir denn da für ein tolles neues Buch haben.
Der Preis klingt für ein 'Kinderbuch' ja erstmal recht viel, aber es lohnt sich allemal!

Bewertung vom 19.06.2017
Die Terranauten
Boyle, T. C.

Die Terranauten


gut

Auf das Buch 'Die Terranauten' von T.C. Boyle bin ich durch den Literatursalon auf Lovelybooks aufmerksam geworden.
Es beruht auf wahren Begebenheiten und spielt in den 90'er Jahren. 8 Terranauten lassen sich für 2 Jahre in ein in sich abgeschlossenes Ökosystem einschließen. Alles was sie essen und trinken müssen sie selbst anbauen, füttern und schlachten und aufbereiten. Der Sauerstoffgehalt ihrer Luft hängt stark von den meteorologischen Gegebenheiten ab, genau so wie die Photosynthese ihrer Pflanzenwelt. Deo und Parfum ist tabu, denn dies landet zu 100% ungefiltert in ihrer Atemluft.

Die Geschichte wird aus 3 Perspektiven erzählt. Zum einem aus Dawn Chapmans Sicht, Ramsay Rothroop und Linda Ryu. Letztere befindet sich außerhalb des Ökosystems.

Positiv an diesem Buch ist der Einstieg und die Beschreibung der Personen. Teilweise hatte man das Gefühl, man säße mit den Terranauten gemeinsam am Tisch. Auch die Vielfalt wurde sehr gut beschrieben und das Zusammenleben der Terranauten, mit allen positiven und negativen Aspekten.
Außerdem auch die verschiedenen Erzählperspektiven, sodass man einen guten Einblick in die Kuppel hatte, als auch was außerhalb geschah.

Negative Punkte wären, dass mir zu sehr der Fokus auf dem Thema Sex lag. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass das Thema mehrmals aufgegriffen wird. Wer 4 Männer und 4 Frauen für 2 Jahre lang ohne Privatsphäre einsperrt, der rechnet mit Annäherungen. Allerdings drehte es sich ja teilweise nur noch darum wer mit wem ins Bett steigt, wer wen mustert und abcheckt, innen wie außen. Mich interessierte tatsächlich überhaupt gar nicht, mit wem Linda einen One-Night-Stand oder ähnliches hat. Diese Frau hat mich generell mit ihrem Selbstmitleid und ihrer Gehässigkeit in den Wahnsinn getrieben. Am Ende übersprang ich sogar eines ihrer Kapitel komplett, weil ich es nicht ertragen hätte.

Dass Dawns Schwangerschaft schon auf dem Buchrücken ersichtlich ist, ist sehr schade. Dass wäre ansonsten sehr überraschend gewesen. Auf diese Weise hat man sich allerdings schon vorher Gedanken gemacht, wie es dann weitergehen soll und war von ihrem Entschluß nicht mehr wirklich überrascht.

Das Ende hat mir leider gar nicht zugesagt. Ich habe am Ende sogar einige Seiten überspringen müssen, weil es mir quälend langweilig wurde.

Schade, aus dem Buch hätte man so unglaublich viel machen können.
Die Punktevergabe fiel mir sehr schwer.

Bewertung vom 10.05.2017
Marlene / Honigtot-Saga Bd.2
Münzer, Hanni

Marlene / Honigtot-Saga Bd.2


sehr gut

Das Buch besticht durch seine schlichte, aber edle Aufmachung.

Es handelt von der Lebensgeschichte der Marlene Kalten, geborene Anna von Dürkheim, die sich während des 2. Weltkrieges im Widerstand gegen die Nationalsozialisten befindet. Sie muss nach Polen um im Widerstand zu kämpfen. Auf dem Weg dorthin folgt ihr die jugendliche Trudi, die sie mehr als einmal in brenzlige Situationen bringt. Allerdings endet ihre Reise bei einem Nazischergen, der sie aufgrund ihrer aristokratischen Familiengeschichte zur Hochzeit zwingt. In der Hochzeitsnacht wird er durch Trudi ermordet, die sich unter dem Ehebett versteckt hat. Marlene und Trudi hoffen zu entwischen, doch Marlene wird von Albert Brunnmann und seinen Gehilfen gefasst und landet im KZ Auschwitz. Dort muss sie sich einem Lager-Bordell unterordnen um zu überleben. Sie schließt Freundschaft mit dem Lagerarzt Peter Friehling und verliebt sich in ihn. Mit ihm und ihren ehemaligen Freund Ernst plant sie einen Anschlag auf Hitler und seine Gefolgsleute. Bei diesem Anschlag wird Peter in einem Zugtunnel verschüttet.
Sie kann aus dem Lager Auschwitz fliehen und versteckt sich mit Ernst in einer Kirche. Als das Lager von der Roten Armee befreit wird, zieht es Marlene dort hin zurück um Trudi zu suchen und sich um die Organisation zu kümmern.
Später flüchtet sie nach Deutschland und landet in Wiesbaden. Von dort sucht sie ihre Großmutter und lernt einen amerikanischen Allierten kennen, der sie aushorcht und ihre Vergangenheit zu Brunnmann wieder hervorholt. Sie hat das Gefühl die Vergangenheit wendet sich gegen sie, denn die Amerikaner glauben ihr nicht. Sie vermuten Marlene stecke mit den Nazis unter einer Decke. Außerdem taucht Deborah wieder auf und Trudi macht in ihrer pubertären Leichtsinnigkeit nur Ärger...

Das Buch ließ sich wunderbar leicht lesen. Allerdings gab es wieder dasselbe Problem wie bei 'Honigtot', nämlich dass der Anfang etwas zäh war. Die gesamte Geschichte der Zugfahrt ging mir etwas zu lang und unspektakulär. Allerdings lohnt sich das weiterlesen, denn ab ihrer Gefangenschaft und der Hochzeit mit dem Nazi-Schergen lief die Handlung sehr flüssig und spannend. Hanni Münzer hat einen angenehmen Schreibstil und ich liebe Ottilies Bayrisch!

Man merkt wie die Kaltblütigkeit und Abgestumpftheit von Marlene nach und nach abflaut. Sie ist im Laufe der Geschichte in der Lage sich komplett zu verlieben und ruhiger zu denken. Man merkt dass sie der Krieg und das Leben im Lager langsam zermürbt. Und trotzdem ist sie eine unglaublich starke Frau, bis zum Ende ihres Lebens. Sie war mir sehr sympathisch. Auch Jolanta und Peter habe ich sehr ins Herz geschlossen und die Person um Albrecht Brunnmann ist sehr gut beschrieben.

Für das Buch vergebe ich 4 von 5 Sternen, da mir leider der Einstieg zu zäh war. Im Großen und Ganzen war die Geschichte tatsächlich ein wahres Kopfkino, dass einen nicht so schnell loslässt.

Bewertung vom 02.06.2016
Die Töchter der Tuchvilla / Tuchvilla Bd.2
Jacobs, Anne

Die Töchter der Tuchvilla / Tuchvilla Bd.2


sehr gut

!Achtung, kann Spoiler zu Band 1 'Die Tuchvilla' enthalten!

Das Buch 'Die Töchter der Tuchvilla' von Anne Jacobs wurde mir freundlicherweise vom blanvalet-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür noch einmal herzlichen Dank!

Das Cover zu diesem Buch orientiert sich natürlich stark am ersten Band und zeigt die eindrucksvolle Tuchvilla mit dem imposanten Garten, sowie 2 Damen des Hauses. Wer das ist kann der Leser selbst entscheiden.

Mittlerweile ist der Erste Weltkrieg ausgebrochen und sämtliche wehrfähige männliche Angehörige der Tuchvilla-und Fabrik werden eingezogen. Nach langen Diskussionen mit dem Hausherrn Johann Melzer können Elisabeth und Alicia Melzer ein Lazarett in der großen Eingangshalle eröffnen. Maria versucht ihrem Schwiegervater in der Fabrik zur Hand zu gehen, da es um diese nicht sehr rosig bestellt ist. Die kräftigen, jungen männlichen Arbeitskräfte fehlen und Baumwolle kann nicht mehr importiert werden. Marie muss sich durchsetzen, damit immerhin Papierstoffe hergestellt werden, damit die Fabrik nicht still stehen muss. Doch guter Lohn kann an die Arbeiterinnen kaum gezahlt werden, dies führt zu Tumulten.

Zudem wachsen Maries Zwillinge ohne Vater auf, denn der kämpft genauso wie ihre Schwager und der Hausdiener Humbert im Krieg. Nur selten kommt Feldpost und die Damen der Villa hoffen und bangen.

Dann kommt auch noch der elegante Ernst von Klippstein in die Villa und interessiert sich sehr für Marie Melzer.

Meine Meinung:

Dieses Buch beginnt direkt zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Paul wird eingezogen, nachdem die Zwillinge geboren sind.
Dass wir direkt wieder in das Geschehen hineingeworfen wurden, hat mir sehr gefallen. Vor allem weil ich den 2. Band nahtlos an den Ersten lesen konnte.
Marie und Paul waren mir schon von Anfang an ans Herz gewachsen. Sie wirken wie das perfekte Paar, ohne dabei zu romantisch zu werden.

Anne Jacobs hat eine tolle Art dem Leser alles zu schildern. Ich hatte teilweise das Gefühl selber bei Familie Melzer am Tisch zu sitzen, so nah waren mir die Charaktere, zumal jeder seine eigene wundervolle Art hatte.

Man konnte lachen, weinen, sich mit-ärgern. Vorallem die Dreistigkeit von Familie von Klippstein hat mich betroffen und ärgerlich gemacht. War Elisabeth im ersten Teil noch das 5. Rad am Wagen, entwickelte sie sich in diesem Band zu einer standhaften, imposanten Frau, die in der Lage war für sich selbst zu sorgen und ein Lazarett aufzubauen und zu organisieren.

Die beschriebenen Kriegsszenen wurden mir leider stellenweise etwas zu langatmig, auch waren mir zeitweise die Beschreibungen der Natur, Gerüche und Farben etwas zu lang. Da musste man leider einige Zeilen überlesen.
Auch habe ich zum Lesen diesen Bandes längere Zeit benötigt. Das kann allerdings auch an der Sprache liegen, die ja Anfang des 20. Jahrhunderts etwas zäher war als heutzutage.

Ich bin sehr gespannt auf den 3. Band, denn man möchte gerne noch mehr von den Töchtern des Hauses, sowie deren Kindern Leo, Dodo und Henni erfahren. Die hat man ja praktisch aufwachsen sehen während des Buches.

Das Ende fand ich sehr zwiespältig. Man hoffte seitenweise darauf dass Paul zurückkehrt, immer wieder fieberte man mit. Und dann wird das Wiedersehen am Ende innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Auch der Treffpunkt an dem Marie ihren Mann wiedersieht fand ich nicht gut gewählt und das Wiedersehen mit den Kindern zu schnell erzählt. Ich hatte das Gefühl dass die Autorin entweder keine Zeit, Lust oder keine Seiten mehr zur Verfügung hatte. Schade!

Den guten Gesamteindruck konnte es jedoch nicht trüben. Gute 4 von 5 Sternen, der Abzug erfolgt eben nur wegen der teilweise langatmigen und zähen Erzählweise und dem schnellen Ende!