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Ein Mann wird in seiner Wohnung in Reykjavik ermordet aufgefunden. Auf seinem Schreibtisch liegen Zeitungsausschnitte aus den Kriegsjahren, die von einem brutalen Mord berichten: Ein Mädchen wurde damals mitten in der Stadt erdrosselt, dort, wo in jener Zeit das Lager des amerikanischen Militärs war. Konráð, ein pensionierter Polizist, erfährt davon. Er erinnert sich genau an den unaufgeklärten Mord. War der Ermordete nach so vielen Jahrzehnten dem Täter von damals auf die Spur gekommen?…mehr

Produktbeschreibung
Ein Mann wird in seiner Wohnung in Reykjavik ermordet aufgefunden. Auf seinem Schreibtisch liegen Zeitungsausschnitte aus den Kriegsjahren, die von einem brutalen Mord berichten: Ein Mädchen wurde damals mitten in der Stadt erdrosselt, dort, wo in jener Zeit das Lager des amerikanischen Militärs war. Konráð, ein pensionierter Polizist, erfährt davon. Er erinnert sich genau an den unaufgeklärten Mord. War der Ermordete nach so vielen Jahrzehnten dem Täter von damals auf die Spur gekommen?
  • Produktdetails
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.17559
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Originaltitel: Skuggasund
  • 1. Aufl.
  • Seitenzahl: 427
  • Erscheinungstermin: 29. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 125mm x 35mm
  • Gewicht: 423g
  • ISBN-13: 9783404175598
  • ISBN-10: 340417559X
  • Artikelnr.: 46930099
Autorenporträt

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten. Seine Kriminalromane "Nordermoor" und "Todeshauch" wurden mit dem "Nordic Crime Novel's Award" ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt der meistverkaufte isländische Autor für "Todeshauch" 2005 den begehrten "Golden Dagger Award" sowie für "Engelsstimme" den "Martin-Beck-Award", für den besten ausländischen Kriminalroman in Schweden. Arnaldur Indriðason ist heute der erfolgreichste Krimiautor Islands. Seine Romane werden in einer Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit ihm hat Island somit einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.

Krimi des Monats Dezember 2015
Arnaldur Indriðason kennen viele schon von seiner "Kommissar Erlendur"-Reihe. In diesen Kriminalromanen erzählt Indriðason meist von Kriminalfällen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Nun präsentiert der isländische Autor einen neuen Ermittler: den pensionierten Kommissar Konráð. Dessen erster Fall, "Schattenwege", stand in Island monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Kein Wunder! Denn die reduziert erzählte Geschichte zieht einen so in Bann, wie es nur gute Literatur vermag - egal ob Kriminalroman oder nicht.

Und so beginnt es: Birgitta meldet sich bei der Polizei in Reykjavik, weil sie von ihrem betagten Nachbarn - sie sind freundschaftlich verbunden - ein paar Tage nichts mehr gehört und ein ungutes Gefühl hat. Dies bestätigt sich: Beim Nachsehen in der Wohnung finden die Beamten Stefán Þórðarson tot in seinem Bett. Sie tippen auf Herzstillstand, schließlich war er um die 90 Jahre alt. Doch Stefán wurde erstickt, wie die Pathologin herausfindet.

Ein Rätsel für die isländische Polizei: Wer sollte einen gut 90-jährigen Mann ermorden?

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Wer sollte einen sehr alten und sehr zurückgezogen lebenden Mann ermorden und warum? Die Antwort darauf soll Kommissarin Marta finden. Nachdem ihre Lebensgefährtin sie verlassen hat, fühlt sie sich einsam und trifft sich so gern mit ihrem Exkollegen Konráð oder ruft ihn zu unmöglichen Nachtzeiten an. Der pensionierte Kommissar erfährt durch den Kontakt mit Marta von dem seltsamen Fall, in dem es keinerlei Anhaltspunkte für den Mord gibt. Doch als Konráð hört, dass in Stefáns Wohnung alte Zeitungsausschnitte gefunden wurden, wird er hellhörig. Denn die Artikel beschäftigen sich mit einem Mädchenmord von 1944. Konráð kennt diesen Fall, den Fall von Rósmunda, deren Leiche damals hinter dem Nationaltheater gefunden worden war. Sie war morgens zur Arbeit in einer Schneiderei gegangen und nie mehr zurückgekommen.

Ein totes Mädchen von 1944 führt Kommissar Konráð in die Vergangenheit

Konráð katapultiert dieser Hinweis auf Rósmunda auch in seine Vergangenheit zurück: Sein Vater war am Rande in den Fall verwickelt gewesen. Unschön verwickelt, denn Konráðs Vater hielt sich mit unseriösen Geschäften über Wasser. Eines davon waren spiritistische Sitzungen, Séancen. Auch wenn es meist auf Betrug hinauslief - die Menschen wurden einfach vorher gut ausgefragt, hereingelegt und abkassiert -, ab und an war jemand zusätzlich anwesend, der von sich behauptete, ein Medium zu sein. So auch bei der Séance, in der Rósmundas Eltern in Kontakt mit ihrer Tochter treten wollten. Die Sitzung fand in dem Teil von Reykjavik statt, der das Schattenviertel genannt wurde. Dort wuchs Konráð auf, und sein Vater war davon überzeugt, dass irgendein amerikanischer Offizier Rósmunda auf dem Gewissen hatte und die Sache während der Besatzung Islands einfach vertuscht wurde. Die Sitzung mit Rósmundas Eltern sorgte für Aufsehen, weil diese sich betrogen fühlten und dieser Betrug auch die Runde machte. Doch das beteiligte selbst ernannte Medium, ein Mann, beteuerte, es habe etwas gesehen und auch noch Kontakt zu einem anderen toten Mädchen gehabt ... und er habe große Kälte gespürt.

Elfen und Unholde - verborgene Wesen sollen Rósmunda Gewalt angetan haben

Stefán, der Tote, wuchs in Kanada als Stephan Thorson auf, seine Eltern stammten aus Island. Während der Besatzung kam Stefán auf die Insel und untersuchte als Militärpolizist den Mord. Ohne Erfolg beziehungsweise mit einem tragischen Misserfolg, der ihn vermutlich all die Jahrzehnte nicht losgelassen hatte. Nun versucht Konráð, Licht ins Dunkel der Mädchenmorde zu bringen. Was der Kommissar herausfindet, macht ihn hellhörig: Sowohl Rósmunda als auch die zweite im Norden verschwundene junge Frau - sie hieß Hrund - haben angeblich etwas von verborgenen Wesen erzählt, die ihnen Gewalt angetan hätten; verborgene Wesen wie Elfen oder Unholde, von denen Islands Sagenwelt voll ist. In vielen dieser Sagen geht es um die "schwierige soziale Stellung von Frauen". In diesen Geschichten bekommen Frauen dann Kinder mit "wunderschönen, zärtlichen Elfenmännern" - das genaue Gegenteil der realen menschlichen Grobiane, mit denen sie lebten: Bauern, ungebildet, patriarchalisch und oft gewalttätig ...

Wie Arnaldur Indriðason es schafft, die Zeit des besetzten Islands lebendig werden zu lassen, die Zeit, in der viele Soldaten mit isländischen Frauen liiert waren - auf der Insel nannte man diese Tatsache "der Zustand" und es wurde ganz und gar nicht gern gesehen - und gleichzeitig die kleinteilige Suche nach dem Mörder von Stefán zu begleiten, ist faszinierend. Still und geradlinig erzählt, entwickelt dieser Kriminalroman eine Dichte, die berührt. Denn Indriðason gelingt es nicht "nur", einen Kriminalfall zu erzählen, sondern er schreibt über das Leben an sich und darüber, dass alles, was wir tun oder unterlassen - aus Feigheit oder Gleichgültigkeit - Auswirkungen hat auf unser Leben und auf das von anderen.

Alles zum Krimi des Monats
Rezensionen
"Ein Krimi, der eher verhalten beginnt, aber dann eine so enorme Sogkraft entwickelt, dass man ihn nicht mehr weglegen mag." freundin, 13.01.2016 "Wie immer erzählt Arnaldur Indridason ruhig, subtil, ohne Effekthascherei. Seine Sätze sind klar und gerade, manchmal erinnern sie in ihrer adjektivlosen Trockenheit an Hemingway." Stefan Keim, WDR 3, Kultur am Sonntag, 7. Januar 2016 "Wer spannende Kriminalgeschichten mit Tiefgang, großer atmosphärischer Dichte und sprachlicher Reinheit mag, dem sei der isländische Bestseller wärmstens empfohlen." Ruhr Nachrichten, 18.01.2016