Totenmesse / A-Gruppe Bd.7 (eBook, ePUB) - Dahl, Arne
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Ein brutaler Banküberfall samt Geiselnahme in Stockholms Nobelviertel Östermalm eröffnet für die Sonderermittler um Kerstin Holm und Paul Hjelm die gnadenlose Jagd nach einer geheimen Formel, für die viele Leute über Leichen gehen würden. Der raffiniert verschachtelte Fall, der die geballte Kompetenz des Stockholmer A-Teams erfordert, führt bis nach Wolgograd und zurück in die Zeit des Kalten Krieges.…mehr

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Produktbeschreibung
Ein brutaler Banküberfall samt Geiselnahme in Stockholms Nobelviertel Östermalm eröffnet für die Sonderermittler um Kerstin Holm und Paul Hjelm die gnadenlose Jagd nach einer geheimen Formel, für die viele Leute über Leichen gehen würden. Der raffiniert verschachtelte Fall, der die geballte Kompetenz des Stockholmer A-Teams erfordert, führt bis nach Wolgograd und zurück in die Zeit des Kalten Krieges.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Piper Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 23.03.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783492951159
  • Artikelnr.: 37337813
Autorenporträt
Dahl, ArneArne Dahl, Jahrgang 1963, hat mit seinen Kriminalromanen um die Stockholmer A-Gruppe eine der weltweit erfolgreichsten Serien geschaffen. International mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, verkauften sich allein im deutschsprachigen Raum über zwei Millionen Bücher. Sein Thriller-Quartett um die Opcop-Gruppe mit den Bänden »Gier«, »Zorn«, »Neid« und »Hass« wurde ebenfalls zum Bestseller. Mit »Sieben minus eins« begann Arne Dahl 2016 furios eine neue Serie um das Ermittlerduo Berger & Blom, die ihm international höchstes Lob und großen Erfolg einbrachte. »Sieben minus eins« und »Sechs mal zwei« standen jeweils mehr als ein halbes Jahr in den Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste. »Fünf plus drei« ist Berger & Bloms dritter Fall.Butt, WolfgangWolfgang Butt zählt zu den meistgelesenen Übersetzern aus den nordischen Sprachen, mit Übertragungen von Per Olov Enquist, Henning Mankell, Arne Dahl u._a.
Rezensionen
Es ist eben ein Arne Dahl: Krimi mit Psychologie und Tiefgang., Augsburger Allgemeine 20151120

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.10.2009

Die Weltenergieformel des postfossilen Zeitalters
Hier ist ein schwedischer Spannungs-Könner am Werk: Arne Dahls siebter Krimi „Totenmesse”
Sieben schwedische Schriftsteller – bekannte Krimiautoren waren nicht unter ihnen – haben kürzlich ein „Manifest für ein neues literarisches Jahrzehnt” veröffentlicht. Darin geloben sie unter anderem, niemals („nicht einmal unter Pseudonym”) „Romane über Kommissare oder Journalisten zu schreiben, die auf Öland oder Gotland rätselhafte Morde aufklären”. Die erzählende Literatur, schreiben die sieben, müsse sich aus dem engen Korsett der Genreliteratur befreien.
Das Dumme ist nur, dass, in Schweden noch mehr als anderswo, die erzählende Literatur, sofern sie nicht Krimi heißt, beim Leser kaum noch eine Chance hat. Das Publikum will eben gern von einem Genre unterhalten werden, in dem Kommissare oder Journalisten am Strand rätselhafte Morde lösen, und es erwartet von jedem neuen Roman im Grunde nur, dass er das Gesetz der Serie achtet. So war das immer schon, auch und gerade bei den besten Kriminalromanen, aber früher stand der Krimi noch im Schatten einer nicht an Genrekonventionen gebundenen, „hohen” Erzählprosa, während er heute auf dem besten Weg ist, das ganze Feld der literarischen Prosa zu erobern.
Es geht nicht nur darum, dass der Kriminalroman die übrige Prosa verdrängt. Er nimmt sie vielmehr in sich auf: Der Krimi kann, wie es aussieht, alles, was andere Prosa kann, auch. Und er weiß außerdem noch, wie man Spannung produziert. Der neue Roman von Arne Dahl, „Totenmesse”, sein siebter Krimi, eignet sich, diese These zu bestätigen. Dahl ist einer jener Autoren, die unter Pseudonym von Kommissaren erzählen, wenn auch nicht auf Gotland oder Öland, sondern, in diesem Fall, im Herzen von Stockholm. Unter seinem wahren Namen, Jan Arland, hat Arne Dahl auch Nicht-Krimis geschrieben, aber erst als Arne Dahl hat er ein Millionenpublikum erobert und die mediale Verwertungskette richtig in Betrieb gesetzt.
Wie man den Jackpot knackt
Wer heute als Autor keine populäre B-Produktion in Gang setzt und sich stattdessen ganz auf den guten Ruf der A-Produktion bei ein paar Freunden der Kunstliteratur verlässt, der könnte irgendetwas falsch machen. Man müsste als Jan Arnald den Nobelpreis gewinnen und als Arne Dahl den Krimi-Jackpot knacken – aber das würde nicht funktionieren, denn noch sorgt eine ausgleichende Gerechtigkeit dafür, dass ein Autor seinen literarischen Ruf durch das Krimischreiben verlässlich untergräbt (mit ziemlich genau einer Ausnahme, der von Wolf Haas).
Auch bei Arne Dahl hält der literarische Ruhm mit den Verkaufszahlen nicht ganz Schritt. Dabei ist Dahl ein Könner. Nicht nur ein Spannungs-Könner und „Profi” (wie man gerne von Kriminalautoren sagt), sondern auch ein solider literarischer Handwerker, der sich bei den Kollegen aus dem Nichtspannungsfach einiges abgeschaut hat.
In „Totenmesse” geht es wirklich nicht um Strandleichen, sondern um ein kompliziertes Verbrechen, zu dessen Realisierung einige andere Straftaten vorgeschützt werden müssen. Der Banküberfall mit Geiselnahme in Stockholm bildet nur die Kulisse, zum einen für eine bis nach Stalingrad 1942 zurückreichende Jagd nach einer Weltenergieformel für das postfossile Zeitalter, zum anderen für ein liebevolles Gruppenporträt der ermittelnden Einheit mit den Protagonisten Kerstin Holm und Paul Hjelm. Hjelms Ex-Frau ist eine der Geiseln, die russische Gangster in einer Bank gefangen halten, an der sie offenbar andere Dinge mehr interessieren als das in ihr verwahrte Geld.
Fast mühelos lassen sich die Täter überrumpeln, merkwürdig nur, dass sie bei der Festnahme plötzlich verschwunden sind, und die Ex-Frau ein paar Nächte später zu Hause von einem Mann überfallen wird, der offenkundig keiner der beiden Bankräuber ist. Die Spuren führen in die Welt der Geheimdienste, in den Kalten Krieg, also in die Zeit, in der Stockholm eine Drehscheibe zwischen östlichen und westlichen Diensten war. Und sie führen tiefer in das Gebäude in Södermalm, in dem nicht nur die überfallene norwegische Internetbank ihren Sitz hat, sondern auch eine obskure Sicherheitsfirma, deren Personal sich aus Stasi-Kadern speist.
Das alles ist sehr „Genre”, aber dafür dann doch vielschichtig, überraschend und schlau – auch wenn man den Griff in die Weltkriegskiste und die Suche nach der geheimen Formel nicht ganz ernst nehmen kann. Der zeitgenössische Schwedenkrimi nach der Methode Dahl kann vieles; er kann vor allem auch (und das muss die Krimi-Gegner mehr beunruhigen als irgendetwas sonst) richtig gute Literatur.
Dahl beherrscht das multiperspektivische, vektorielle Erzählen, er fügt aus Splittern und Stimmen behutsam ein Bild der Situation zusammen, er kann die Dinge geheimnisvoll aussehen lassen („Fossilien, dachte er, überall Fossilien”) und dann wieder Dialoge und Charaktere aus präziser Kenntnis bestimmter Milieus schöpfen. Diese „Totenmesse” sieht „richtiger” Literatur in vielem täuschend ähnlich, und man würde sich nicht wundern, wenn der Unterschied zwischen dieser und jener Literatur, zwischen Jan Arnald und Arne Dahl, irgendwann in Vergessenheit geriete. CHRISTOPH BARTMANN
ARNE DAHL: Totenmesse. Kriminalroman. Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt. Piper Verlag, München 2009. 403 S., 19, 95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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