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Kurt Prinzhorn ist zu einem Schriftstellertreffen nach Innsbruck eingeladen, wo ihm Merkwürdiges widerfährt: Jemand muss während seiner Abwesenheit ein ausgiebiges Schaumbad in der Wanne seines Hotelzimmers genommen und dort bewusst Spuren hinterlassen haben. Die Chipkartenschließanlage der Tür zeigt jedoch kein fremdes Eindringen an. Als nächstes verschwindet der Schlüsselbund des zunehmend ratlosen Autors. Während einer Moskau-Reise wenige Tage später kommt es zu neuen Unerklärlichkeiten, und auch in Madrid, wo Prinzhorn einer früheren Geliebten wiederbegegnet, reißt die Kette seltsamer…mehr

Produktbeschreibung
Kurt Prinzhorn ist zu einem Schriftstellertreffen nach Innsbruck eingeladen, wo ihm Merkwürdiges widerfährt: Jemand muss während seiner Abwesenheit ein ausgiebiges Schaumbad in der Wanne seines Hotelzimmers genommen und dort bewusst Spuren hinterlassen haben. Die Chipkartenschließanlage der Tür zeigt jedoch kein fremdes Eindringen an. Als nächstes verschwindet der Schlüsselbund des zunehmend ratlosen Autors. Während einer Moskau-Reise wenige Tage später kommt es zu neuen Unerklärlichkeiten, und auch in Madrid, wo Prinzhorn einer früheren Geliebten wiederbegegnet, reißt die Kette seltsamer Geschehnisse nicht ab - bis ihm durch Zufall das Puzzle der Erinnerung zu einem Bild zusammenfällt, das ihn weit in die eigene Biographie zurückführt. Am nächsten Morgen klingelt die Polizei an der Tür seiner Berliner Wohnung, denn unter dem Fenster von Prinzhorns Zimmer in Madrid wurde eine tote Frau gefunden.
  • Produktdetails
  • Verlag: (Berlin Verlag)
  • Seitenzahl: 266
  • 2017
  • Ausstattung/Bilder: 2017. 272 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 133mm x 27mm
  • Gewicht: 384g
  • ISBN-13: 9783827013583
  • ISBN-10: 3827013585
  • Best.Nr.: 48037233
Autorenporträt
Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Für seine Novelle »Bruno« bekam er 2008 den Kranichsteiner Literaturpreis. Er gehört zu den meistausgezeichneten deutschsprachigen Autoren mit Aufenthalten in der Villa Massimo (Casa Baldi) und der Akademie Schloss Solitude. Er war 2013 der erste Fellow für Literatur in der neugegründeten Kulturakademie Tarabya in Istanbul und zuletzt, 2014, Stipendiat in der Villa Aurora in Los Angeles, Kalifornien. Er lebt in Berlin und Bayern. Sein Roman »Apollokalypse« wurde für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.
Rezensionen
Besprechung von 19.09.2017
Eine Fremde in der Badewanne
Gerhard Falkner steht mit seinem Roman „Romeo oder Julia“ auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.
Er schickt darin einen Schriftsteller nach Innsbruck, Moskau und Madrid und lässt ihn „unnachgiebiges Schauen“ üben
VON JÖRG MAGENAU
Wenn aus dem UND ein ODER wird, dann ändert sich alles. „Romeo oder Julia“ heißt der neue Roman von Gerhard Falkner. Der Titel legt nahe, dass aus dem Liebespaar zwei Einzelne geworden sind und es noch nicht einmal
sicher ist, um wen von beiden es eigentlich geht. Er oder sie? Die tödliche Leidenschaft der Shakespeare-Tragödie verbindet nicht mehr, sie trennt.
Romeo ist in diesem Fall ein äußerst frauenaffiner Schriftsteller mittleren Alters, der wie die Motte vom Licht von weiblicher Schönheit und erotischem Flirren angezogen wird. Julia aber ist eine Unbekannte, die ihn verfolgt und in ihm auf subtile Weise ein Gefühl der Bedrohung erzeugt. Zunächst hinterlässt sie bloß ein paar lange schwarze Haare in seiner Hotelbadewanne, die sie in seiner Abwesenheit benutzt, nachdem sie in sein Zimmer eingedrungen ist. Nebenbei lässt sie noch einen Schlüsselbund und eine Tasche mit Notizbuch verschwinden. Das ist der Anfang einer dunklen Obsession, für die es zunächst keinerlei Erklärung zu geben scheint.
Romeo heißt in diesem Roman Kurt Prinzhorn. Er stellt sich mit den Worten vor: „Obwohl ich Kurt heiße, bin ich Schriftsteller.“ Da liegt, wie immer, wenn Schriftsteller von Schriftstellern schreiben, der Verdacht nahe, es handle sich um ein wenn auch ironisch gebrochenes Alter Ego des Autors. In einer Nachbemerkung versichert Falkner, dass das Badewannen-Hotelzimmer-Haar-Erlebnis nebst Einbruch zwar tatsächlich so stattgefunden habe, alles andere aber frei erfunden sei. Kurt Prinzhorn reist von einem Literaturkongress in Innsbruck zu einer PEN-Konferenz nach Moskau und von dort weiter nach Madrid. Dabei legt Falkner sehr viel Wert darauf, die gesellschaftliche Smalltalk-Atmosphäre des Literaturbetriebs in aller Ambivalenz abzubilden. So lustvoll die Teilhabe, das Reisen und der eitle Kitzel der eigenen Wichtigkeit auch sein mögen, die Gesellschaft nervt halt auch in ihrer Bedeutungsarmut und lässt die Sehnsucht nach dem abgeschiedenen Schreibtisch wachsen.
Wichtiger ist wohl der Hinweis, der im Namen des Autors steckt, der auf die berühmte „Sammlung Prinzhorn“ verweist: Diese umfasst künstlerisch durchaus eindrucksvolle Bilder von Patienten psychiatrischer Anstalten vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Falkner hat sich vor allem als Lyriker einen Namen gemacht, sei es mit den „Pergamon Poems“, der „Hölderlin-Reparatur“ oder Rilkes Duineser Elegien nachspürenden „Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs“ in dem Band „Ignatien“. Die Randbezirke von Wahn und Wirklichkeit haben ihn immer besonders interessiert. In seinem im Vorjahr erschienen grandios-genialischen Berlin-Roman „Apollokalypse“ setzte er sich auf mehreren Ebenen mit dem Phänomen der Schizophrenie auseinander, brachte darin einen mephistophelischen Verführer, eine dem Künstler Martin Kippenberger nachempfundene Figur und einen heftig libidinös umgetriebenen Helden unter. Das geteilte Berlin der Achtzigerjahre wurde Großmetapher seelischer Zerrissenheit. Kurt Prinzhorn könnte dieser Welt entsprungen sein, und tatsächlich enden auch dessen Reisen schließlich in Berlin, wo er Besuch von der Kriminalpolizei erhält. „Romeo oder Julia“ ist Krimi-Persiflage ebenso wie ein Spiel mit dem Genre des Psychothrillers und liest sich wie eine nachgereichte Single-Auskoppelung aus „Apollokalypse“.
Des Rätsels Lösung liegt – man ahnt es bald – in der Vergangenheit des Frauenhelden, der zwar im Anfangskapitel an den Fundamenten seines Hauses im Fränkischen – woher auch Gerhard Falkner stammt – herumbuddelt und lustvoll im Schlamm versinkt, der aber an den Fundamenten seiner Existenz nicht rühren möchte und deshalb eher ahnungslos durchs eigene Begehren stolpert. So kann er sich überhaupt nicht erklären, was die Zettelchen mit der seltsam gestammelten Geheimsprache zu bedeuten haben, die er in seinem Moskauer Hotelzimmer vorfindet und warum dort jemand nach dem Besuch zweier wirklich grauenerregend abstoßender Prostituierten, die direkt aus der Unterwelt der griechischen Mythologie entsprungen zu sein scheinen, „Romeo Oder Julia: peng, peng“ von außen an die Zimmertür gesprayt hat. Nancy Sinatras somnambuler Song mit der Zeile „Bang, bang, my baby shot me down“ bietet dazu den Soundtrack. Spätestens an dieser Stelle wird die Sache zu einer Frage des Überlebens.
Dabei ist Kurt Prinzhorn ganz und gar ein Mann des Wortes, des originellen Dialogs, der witzigen Unterhaltung, dem in Anwesenheit schöner Frauen die geistreichen Bonmots nur so zufliegen. So sehr er sich auch auf der Oberfläche der Konversation verbergen möchte, bietet er damit aber doch Einblick in seine Psyche und Wahrnehmungsweise. „Am schwierigsten ist es, beim Denken nicht immer nur die eigenen Gedanken zu denken“, denkt er ohne zu ahnen, wie recht er damit hat und wie verhängnisvoll es ist, wenn man am Ende jedes Gedankens und am Ende jeder Schriftstellerreise dann doch bloß wieder bei sich selber landet. Kurt Prinzhorn ist geradezu ein Formulierungslüstling, dem es um nichts anderes geht als ums lustvolle Gespräch. Er weiß, dass Erotik grundsätzlich eine sprachliche Angelegenheit ist und Sprache sich aus dem erotischen Augenblick speist. Die Sprache selber aber kommt aus unbekannten Regionen, und wer die eigenen Abgründe nicht kennt, weiß auch nicht, warum er so spricht, wie er spricht.
So ist es neben all den wunderschönen Frauen – der grünäugigen Sally in Innsbruck, der strengen Berliner Autorenkollegin Erika in Moskau und der Mexikanerin Elsa Maria Anunciación de Chavez, wo schon der Name ein Gedicht ist – ausgerechnet ein struppiger Straßenköter in Moskau, der mit seinem kreatürlichen Schweigen zum Gegenüber des getriebenen Wortmenschen wird und von ihm Raskolnikow getauft wird. „Romeo oder Julia“ ist ein Roman, der mit seinem Helden zu den „Kernmomenten des Wahnsinns“ vordringen möchte. Manchmal verliert Falkner dieses Ziel im Konversations-Pingpong aus den Augen. Er weiß, dass „nur ein unnachgiebiges Schauen zu einem ergiebigen Erblicken“ führt. Dieses unnachgiebige Schauen kann jedoch zu einem erzählerischen Problem werden und bringt vor allem im Moskau-Kapitel einige Längen mit sich.
Da geht der Spannungsbogen dann manchmal verloren und die Detailfreude des Ich-Erzählers ein wenig auf die Nerven. Aber genau das ist ja andererseits sein Problem: dass er sich in der Sprache und in seinen Beschreibungsorgien verliert und den Zusammenhang der Einzelheiten dann viel zu spät begreift. So wie das eben ist in Kriminalromanen – auch dann, wenn wie in diesem Fall das Verbrechen noch bevorsteht.
Gerhard Falkner
Foto: Alexander Paul Englert/Berlin Verlag
Gerhard Falkner: Romeo oder Julia. Roman. Berlin Verlag, Berlin 2017. 270 Seiten, 22 Euro. E-Book 18,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Besprechung von 04.10.2017
Dieses schamlose Obst!
Campus-Krimi ohne Campus: Gerhard Falkners Roman "Romeo oder Julia"

Würde man meinen, ein Mann, der eine Frau schon kurz nach dem Kennenlernen zum "Orgasmusfrühstück" einlädt, sei ein Womanizer? Würde man nicht. Ist aber so. Behauptet jedenfalls der Erzähler dieses zweiten Romans von Gerhard Falkner. Eine Frau, die er damit vor langer Zeit beeindrucken konnte, wird süchtig nach derlei Gaumenfreuden. Wen wundert's? Sie hat "Brustwarzen wie junge Himbeeren". Es nimmt kein gutes Ende mit ihr. Aber wir wollen nicht vorgreifen.

Zunächst einmal wollen wir mit dem Erzähler etwas begreifen. Ein gewisser Kurt Prinzhorn, intertextuellerweise nach einer berühmten Sammlung geisteskranker Kunst benannt, ist Teilnehmer eines Literaturkongresses zwischen Patscherkoferl und Karwendelgebirge. Es geht bei diesem Innsbrucker Gipfeltreffen um das Gehen bei Adalbert Stifter und Thomas Bernhard. Als Kurt Prinzhorn nun am nächsten Morgen aus dem Frühstücksraum in sein Hotelzimmer zurückkehrt, findet er lange schwarze Haare, vermischt mit Seifenschaumresten, in seiner Badewanne vor. Ist jemand bei ihm eingestiegen? Auch sein Schlüsselbund ist perdu. Ebenso eine Mappe mit Notizbüchern. Was ist geschehen? Wohin führt uns diese unerhörte Begebenheit?

Bekannt wurde Falkner in den achtziger Jahren mit experimenteller Lyrik. Seine postmoderne Neigung zum Kalauer fand damals bereits erste treue Anhänger. Dann, elf Jahre nach Rainald Goetz' Klagenfurter Stirnschnitt, rüttelte er den Betrieb mit seinem Thesentext "Vom Unwert des Gedichts" auf, der die rebellische Ankündigung enthielt, sich aus der Literaturwelt zurückziehen zu wollen. Auch Wolf Wondratschek, in seinem literarischen Machismo durchaus ein Seelenverwandter Falkners, hat jüngst noch in einem Interview erklärt, die Leser interessierten ihn nicht, weswegen er nun schon den zweiten Roman unpubliziert in der Schublade liegen habe.

Anders Falkner. Er hat seinen Rückzug irgendwann revidiert. Es folgten zwei Romane. Beide landeten prompt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, der vorliegende nun sogar auf der Shortlist. Beide spalteten die Kritik. Auf der einen Seite die Fans, auf der anderen die Bedenkenträger. Und beide kann man irgendwie verstehen. Denn die Situationsbeschreibungskomik dieses Literaturkongress-Filous, die ist oft wirklich zum Totlachen. Der Himmel, heißt es zum Beispiel einmal - unser Held befindet sich inzwischen auf einer Lesereise in Moskau -, der Himmel wirke so "grün im Gesicht, als sei er noch immer vom Kommunismus verkatert". Lustig ist auch, wie ein Tagungsflirt zu Prinzhorn sagt: "Bin ich für dich jetzt ein bisschen wie ein aufgetauter Fisch, den man nicht aufbrauchen, aber auch nicht wieder einfrieren kann?" Aber lacht man da als Leserin nicht mit dem Gammelfischproduzenten?

Denn das wird schnell klar, Kurt Prinzhorn hat viele Frauen, behandelt sie aber auch nicht anders als die vielen Bücher aus seiner Bibliothek, die er wahllos herauszuziehen scheint, um irgendetwas daraus zu zitieren. Dieses Medley aus hochkulturellen Referenzen (der Straßenhund Raskolnikow!), souveränem Popwissen ("Killing Me Softly") und Pennälerwitz ("Das Obst wurde so schamlos betrachtet, als könnte es jeden Moment abspritzen") liefert den Sound dieser Erzählung, die man besser Novelle, nicht Roman nennen sollte. Für die innere Entwicklung des Helden ist dieser Mehrklang eher irrelevant. Wobei die eigentliche, die literaturkritische Frage wohl die wäre: Gibt es in diesem Buch eigentlich so etwas wie eine Entwicklung?

Gerhard Falkner hat einen Campus-Krimi außerhalb des Campus geschrieben. Es gibt darin reichlich verstockte Intellektuelle, die ihre Libido auf sprachlicher Ebene ausagieren (Sex gleich Schreibtischtätigkeit), und eine Spur, die zunächst ins Leere führt - schließlich aber tief ins sündige Ich der Hauptfigur. Doch als es endlich dazu kommt, ist das Buch auch schon aus. So bleibt ein Held, der seine Leser auf drei Stationen seiner literarischen Drei-Wetter-Taft-Existenz mitnimmt und über dies und das geistreich plaudert, manchmal reflektiert. Seine innere Verfasstheit bezeichnet er als "trans-existenzialistische Baustelle", seine geistige Tätigkeit wird mit dem Falten von Papierschiffchen verglichen.

In Moskau kommt es zu Zwischenfällen. Eine Frau im grauen Hoodie benimmt sich verdächtig. Unter der Hotelzimmertür werden Postkarten mit schweinischen Andeutungen durchgereicht. In Madrid, wo Kurt Prinzhorn auf Einladung des Goethe-Instituts residiert - und von wo aus er seine Leser mit lustigen Seitenhieben gegen die deutsche Exportkultur zum Kichern bringt -, trifft er eine ehemalige Geliebte. Und zwar zum durchaus heiteren Orgasmusfrühstück. Gekränkt, wie offenbar alle Prinzhorn-Frauen, hätte sie dennoch ein Rachemotiv.

Am Ende, so viel darf verraten werden, führt die Spur der Haare aber zu einer viel weiter zurückliegenden Liebesakte. Die betreffende Dame trug früher blond. Es geht emotional zur Sache; von toten Kindern und toten Schwänen ist die Rede. Ausgerechnet im Prado, vor einem der meistdiskutierten Werke der Kunstgeschichte, geht Prinzhorn ein Licht auf. Im Angesicht von Velázquez' "Las Meninas", einem Gemälde, auf dem es sehr verkürzt darum geht, wer wen sieht und damit beherrscht, lebt Gerhard Falkner die sich schon lange anbahnende Erinnyen-Phantasie seines Helden aus. Das rachsüchtige Weib! Verrückt geworden und unberechenbar. Und am Ende auch noch selbstmörderisch.

Doch was ist das eigentlich für ein Frauenbild? Und was für ein Männerbild? Und vor allem: Was folgt daraus für den Helden? Seltsamerweise nichts. Zumindest verheimlicht er es gut vor den Lesern. So ein Orgasmusfrühstück, davon wäre jetzt auszugehen, ist kein Zuckerschlecken.

KATHARINA TEUTSCH

Gerhard Falkner: "Romeo oder Julia". Roman.

Berlin Verlag, Berlin 2017. 272 S., geb., 22,- [Euro].

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ulrich Seidler schwelgt mit Gerhard Falkner in dessen ausgesuchten Formulierungen, verliert sich etwa im "grünen Gebüsch" eines Blicks und lässt sich dann gehörig aufs Glatteis führen durch eine unerklärliche Begebenheit, die das gut getaktete Leben eines Schriftstellers durcheinanderbringt. Schwungvoll ist das zwar, versichert Seidler, doch nicht allzu ennervierend. Zeit genug, Falkners Feinschmeckerprosa zu probieren, hat der Rezensent. Dass das Ende des Buches eher lustlos daherkommt, kann er gar nicht verstehen. Es bleibt ein fader Nachgeschmack, meint Seidler.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Falkners Ton ist schlicht, und schlicht unwiderstehlich. Einprägsame Ortsprofile, ein bedachter aber stetig beschleunigender Erzählrhythmus, feine Ironie und der organische Einsatz von Symbolen und Metaphern machen die Lektüre zu einem außerordentlichen Genuss.«, etc-magazin.com, 21.10.2017