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Nachttod / Hanna Duncker Bd.1
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Johanna Mo: Nachttod

Kann man vor der eigenen Vergangenheit fliehen, dem dunklen Familienerbe davonlaufen? Hanna Duncker hat es versucht und ihre Heimat Öland verlassen. Jahre lebte die Ermittlerin in Stockholm. Doch nun beschließt sie, wieder zurückzugehen: dorthin, wo der Name Duncker Abscheu hervorruft. Dorthin, wo ihr Vater Lars nur „das Monster“ genannt wird – verurteilt wegen des bestialischen Mordes an einer Frau. Nach seiner Haft soff er sich langsam ins Grab. Aber auch wenn Lars nun tot ist, klebt die grausame Tat des Vaters wie Pech an Hanna. Dem muss sie sich bei ihrer Rückkehr stellen. Eine Stütze ist ihr dabei ihre Nachtigall: Das Tattoo des Vogels sitzt auf ihrem Handgelenk. Weil die Nachtigall nachts singt, soll sie die Dunkelheit und die Albträume vertreiben. Die Berührung des Tattoos gibt Hanna wenigstens für eine Weile ein Gefühl der Sicherheit. Und das braucht sie auch.

Denn kaum ist sie auf Öland angekommen, wird auf einem Rastplatz ein ermordeter Junge gefunden: Joel Forslund. Den Namen kennt Hanna nur zu gut, Rebecka Forslund war einmal ihre beste Freundin. Doch Hanna brach nach der Sache mit ihrem Vater alle Kontakte ab und ging fort. Auch Rebecka ließ sie ohne ein Wort im Stich. Nun muss Hanna sich beweisen. In ihrem neuen Team um Chef Ove Hultmark ruft der Name Duncker heftige Reaktionen hervor. Dann fangen die anonymen Anrufe an: Hanna soll verschwin-den, sonst sei ihr Leben in Gefahr. Und auch die Begegnung mit ihrer einst besten Freundin wird zu einer Herausforderung. Als Hanna erfährt, wer Joels Vater ist, ruft auch das böse Erinnerungen wach. Im Lauf der Ermittlungen wird immer klarer: Alle hier scheinen ein Geheimnis mit sich zu tragen – Joels Mutter, sein Stiefvater, Joels leiblicher Vater Axel und auch Joel selbst. Der Teenager kämpfte mit etwas, das für ihn unsagbar war: „Wie soll er in Worte fassen, dass er nicht der ist, für den sie ihn halten?“

In ihrem Heimatland …mehr
Autorenporträt
Johanna Mo wuchs in Kalmar/Südschweden auf und lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Stockholm. Neben dem Schreiben arbeitet sie seit zwanzig Jahren als Redakteurin, Übersetzerin und Literaturkritikerin. Die Reihe um die Polizistin Hanna Duncker ist ihr großer internationaler Durchbruch und erscheint in siebzehn Ländern.
Interview mit Johanna Mo zu „Nachttod“

Die schwedische Insel Öland scheint ein ganz besonderer Schauplatz zu sein. Warum haben Sie sie für Ihren Roman gewählt?

Johanna Mo:
Meine Großeltern hatten einen Bauernhof auf Öland und ich verbrachte als Kind und Jugendliche viel Zeit da. Aber für mich ist Öland auch ein perfekter Ort für einen Krimi: Es leben nicht sehr viele Menschen dort und es gibt diese karge Schönheit der Insel.

Was für ein Typ von Ermittlerin ist Hanna Duncker?

Johanna Mo:
Sie ist empathisch und klug und sehr gut darin, Menschen zu lesen. Außerdem lebt sie sehr zurückgezogen, denn sie tut sich schwer, Menschen zu vertrauen.

Wie hat sich die Figur Hanna entwickelt und gab es Vorbilder für Hanna?

Johanna Mo:
Zum einen würde ich sagen, dass Hannas Familiengeschichte sie sehr geprägt hat. Ihre Kindheit war die ersten zwölf Jahre glücklich. Doch dann starb ihre Mutter, ihr Vater fing an zu trinken und als sie ihren Schulabschluss machte, wurde ihr Vater wegen Mordes verhaftet. Von außen ist Hanna für mich groß und blond – und ich dachte ein wenig an Brienne of Tarth aus „Game of Thrones“, als ich ihre Figur entwickelt habe.

Was braucht es, um eine erfolgreiche Ermittlerin zu sein?

Johanna Mo:
Hanna Duncker hat das, was eine wirklich erfolgreiche Ermittlerin am nötigs-ten braucht: Sie ist sehr gut darin, Menschen zu lesen. Und natürlich hilft eine gute Portion logi-sches Denken auch enorm. Ich würde sagen, beides ist wichtig fürs Ermitteln – und das gilt für Männer wie für Frauen.

Im Epilog Ihres Buches „Nachttod” schreiben Sie über einen Mordfall, der geschah, als Sie Teenager waren. Wie hat diese Tat Ihr Leben beeinflusst, Ihr Schreiben und dieses Buch?

Johanna Mo:
Dieses Verbrechen hat meine Familie sehr betroffen gemacht, denn der Freund meiner Schwester wurde wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Als ich mit dem Schreiben von Krimis anfing, interessierten mich nicht die bestialischen Serienkiller, sondern die Mörder, die „normal“ scheinen. Das Psychologische hinter einer Tat interessiert mich, das will ich erforschen – aber auch, was so eine Tat mit all den Menschen macht, die irgendwie darin verwickelt wurden. Für mich war immer klar, dass ich dieses Verbrechen, das geschah, als ich jung war, irgendwann einmal in einem Buch verarbeiten würde. Aber ich brauchte Zeit, um das zu verarbeiten und auch um gut genug im Schreiben zu werden und dem Stoff gerecht werden zu können. Mit einem Mörder in Verbindung gebracht zu werden, ist wahnsinnig schwierig und belastend – und so mache ich es auch für Hanna Duncker so schwer wie möglich: Ihr Vater wurde verurteilt – ein Vater, zu dem sie früher mal eine wirklich gute Beziehung hatte …

Sie widmen Ihr Buch „allem, was nie sein durfte“. Was meinen Sie damit?

Johanna Mo:
In „Nachttod” folgen wir unter anderem auch den letzten Tagen des Opfers Joel, seinen Gedanken – dafür stehen die Zeilen der Widmung für mich: dafür, wie abscheulich und furchtbar ein Mord, ein realer Mord, wirklich ist. Dafür, dass ein Leben beendet wurde. Eine Zukunft. Und dafür, dass es eine Menge Dinge gibt, die nicht sein dürfen.

Die Geschichte in „Nachttod“ springt immer wieder 16 Jahre zurück in die Vergangenheit. Wo sehen Sie sich, wenn Sie an die Zukunft denken, in 16 Jahren?

Johanna Mo:
Ich hoffe, dass ich in 16 Jahren immer noch Geschichten schreibe. Vielleicht sitze ich dabei in einem Cottage am Ostseestrand auf Öland. Ich hätte wirklich gerne so einen Ort ganz für mich auf der Insel.

Interview: Literaturtest, 2021