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Der Schlafmacher / Joe O'Loughlin & Vincent Ruiz Bd.10
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Dass Michael Robotham in der ersten Liga der Krimi- und Thrillerautoren spielt, wissen alle, die jemals einen Robotham gelesen haben. Er versteht es wie kaum ein anderer, Figuren aus Fleisch und Blut zu erschaffen - echt, glaubwürdig und mit einer psychologischen Tiefe, die man in diesem Genre so nicht allzu oft findet. Und er hat diesen ganz eigenen Beat, den Robotham-Drive, mit dem er seine Geschichten schnell und hämmernd vorantreibt. Diesmal allerdings, in "Der Schlafmacher", schaltet der australische Autor mindestens einen Gang zurück und erzählt ruhig und konzentriert eine Story, die es in sich hat. Und natürlich kommen auch die Fans von Joe O'Loughlin, dem Psychologen, und Vincent Ruiz, dem Ex-Cop, wieder einmal voll auf ihre Kosten!

Die Wut des Täters: Er hat 36-mal auf Elizabeth Crowe eingestochen

Der Plot: Eine Mutter, Elizabeth Crowe, 43, und deren Tochter Harper, in der Tatnacht 18 geworden, werden in einem abgelegenen englischen Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, der "Windy Hill Farm", ermordet. Auf den Körper der Mutter wurde 36-mal eingestochen, der Täter muss eine ungeheure Wut auf sie gehabt haben. Das Buch allerdings beginnt damit, dass wir zunächst den Täter kennenlernen. Wer er ist, das erfahren wir zwar bis zum ungemein spannenden Finale nicht, aber immer wieder berichtet er uns von seinem Innenleben, seinen Gedanken, Gefühlen und seiner Wut. Seine Mutter starb bei einem Autounfall - den Kopf im Schoß eines anderen Mannes, dessen "bestes Stück" im Mund. Dies hat ihr ihr Mann nie verziehen. Für ihn schmort sie in der Hölle, und das erzählt er so auch dem neunjährigen Jungen, der unser Täter damals war. Keiner hat ihm gesagt, warum sein Vater so denkt. Doch alle wussten es und zerrissen sich hinter vorgehaltener Hand den Mund darüber ...

Er nennt sich "Mindhunter" und hat das Vertrauen der Polizei missbraucht ...

Schnitt. Professor Joe O'Loughlin, forensischer Psychologe und …mehr
Autorenporträt

Seine Bestseller heißen "Amnesie", "Der Insider", "Todeswunsch" oder "Bis du stirbst" (2013) und selbst Nichtkrimileser können mit dem Namen Michael Robotham etwas anfangen. Seine (Polit-)Thriller werden von Lesern wie Kritikern gelobt: Viele lieben den Robotham-Stil, diesen schnellen, harten "Beat", mit dem er einen in seine Geschichten hineinzieht, hineinreißt - zu einer atemlosen und bis zuletzt spannenden Fahrt.


Dass er dabei auch seinen Figuren große Aufmerksamkeit schenkt und stimmige Charaktere wie den (mittlerweile) Expolizisten Vincent Ruiz oder dessen guten Freund, den Psychotherapeuten Joe O'Loughlin, erschaffen kann, beweist sein Können als Autor. Robotham, 1960 in Australien geboren, hat das Schreiben von der Pike auf gelernt. Seit 1979 arbeitete er als Journalist in Sydney und London, u. a. für The Daily Telegraph, die Sunday Times oder den Tatler. 1993 stieg er aus dem Tagesgeschäft aus, blieb aber dem Schreiben treu: Er arbeitete als Ghostwriter und verfasste Biografien von Politikern oder Prominenten wie z. B. Geri Halliwell. Auch hier brachte er es schon zum Bestsellerautor - allerdings zu einem "ohne Namen".


Wie gut, dass sich Robotham dafür entschieden hat, selbst ins Rampenlicht zu treten und als Schriftsteller zu arbeiten. Sein erstes Buch unter seinem Namen erschien 2004, hieß "The Suspect" ("Adrenalin"), wurde sofort ein Bestseller und verkaufte sich auf Anhieb in 22 Ländern - der Erfolg hat ihn und seine Bücher seither nicht verlassen. Robotham lebt mit seiner Frau und drei Töchtern in der Nähe von Sydney.


Das meint die buecher.de-Redaktion: Intelligente Thriller mit glaubwürdigen Figuren und der schnelle Robotham-"Beat" überzeugen Buch für Buch. Er kann es einfach!

Eine Mutter und ihre Tochter werden tot in der abgelegenen "Windy Hill Farm" in der Nähe von Clevedon gefunden. Chief Superintendent Ronnie Cray schafft es, Joe O'Loughlin zum Tatort zu locken, obwohl Joe nicht mehr als Profiler arbeitet. Wie?

Michael Robotham: Cray "überzeugt" Joe mit dem Thema "Schuld", in die Ermittlungen einzusteigen: Einer von Joes ehemaligen Studenten, Milo Coleman, der sich als Profiler unter dem Namen THE MINDHUNTER selbstständig gemacht hat, hat Informationen an die Medien weitergegeben und so die Ermittlungen gefährdet. Und Ronnie Cray sagt Joe, er habe die moralische Verpflichtung, das wiedergutzumachen.

Die zwei ermordeten Frauen bleiben nicht die einzigen Opfer - allen gemeinsam ist, dass sie ein "A" auf die Stirn geritzt bekommen haben. In diesem Fall scheint nichts so zu sein, wie man glaubt, und Joe bittet seinen Freund, den Ex-Cop Vincent Ruiz, um Hilfe. Das Dreamteam ermittelt also wieder gemeinsam. Was ist das eigentlich, das Joe und Vincent so eng verbindet?

Michael Robotham: Kennengelernt haben Joe und Vincent sich in meinem ersten Roman ADRENALIN - zunächst waren sie allerdings alles andere als Freunde. Vincent verdächtigte Joe, eine ehemalige Patientin ermordet zu haben, und war fast das ganze Buch über damit beschäftigt, Beweise dafür zu sammeln. Als am Schluss aber klar wird, wer wirklich der Mörder ist, schließen Joe und Vincent Waffenstillstand. Freunde werdendie beiden dann im zweiten Buch AMNESIE: Vincent wird niedergeschossen, leidet unter Gedächtnisverlust und kann nur mit Joes Hilfe herausfinden, was passiert ist.

Ihre Psychothriller spielen in einer ganz eigenen Liga, weil Sie es schaffen, all Ihre Figuren glaubwürdig zum Leben zu erwecken. Hochspannung trifft bei Michael Robotham immer auf psychologisch fein austarierte Charaktere. Wie wichtig ist Ihnen die Entwicklung Ihrer Figuren?

Michael Robotham: Viele Leute glauben fälschlicherweise, dass es bei Thrillern vor allem um den Plot geht - ich finde, dass die Figuren an erster Stelle stehen sollten, denn an sie erinnern sich die Leser auch dann noch, wenn sie die Story des Buches schon lange wieder vergessen haben. Und es sind die Figuren, die Leser immer wieder zu den Büchern eines bestimmten Autors greifen lassen. Ich bin sonst kein Freund von Mottos, aber über meinem Schreiben stehen die drei Worte MAKE THEM CARE.

Dann stimmt es also, dass die Worte "MAKE THEM CARE" über Ihrem Schreibtisch hängen?

Michael Robotham: Ja, das stimmt. Wie schon erwähnt, sind diese drei Worte so etwas wie einMotto für mein Schreiben. Wir alle kennen sicher die Situation, dass wir ein Buch lesen oder einen Film oder eine Fernsehsendung sehen und dass uns eine bestimmte Figur völlig gleichgültig bleibt. Es ist uns egal, ob er seine Angebetete erobert, ob er den Fall löst, den Berg besteigt oder bis an sein Ende glücklich und zufrieden ist. Ich aber will, dass meine Figuren dem Leser nicht egal sind. Ich möchte, dass sie über sie lachen, ihretwegen weinen, von ihnen zum Nachdenken angeregt werden und sich an sie erinnern.

"Ich hege keinen Groll gegen irgendwen. Nachdem ich so viel unterschiedliches Leid gesehen habe, frage ich mich allmählich, ob das vielleicht meine Aufgabe ist, den Schmerz aufzusaugen, damit andere ein angenehmeres, glücklicheres Leben geschenkt wird", sagt Joe O'Loughlin im Buch ... Muss er diesmal noch mehr einstecken als in den Thrillern vorher?

Michael Robotham: In "Der Schlafmacher" muss Joe sich mit seiner wohl größten Angst auseinandersetzen, und auch wenn er ein tiefes Verständnis für die menschliche Natur hat, können doch nicht alle, die er liebt, gerettet werden. Joe ist eine wunderbare Figur, aber als ich ihn damals in meinem ersten Buch einführte, wollte ich diese Figur eigentlich gar nicht weitererzählen. Ich gab ihm damals Parkinson und damit gewissermaßen ein Verfallsdatum - es gibt also eine Grenze, wie lange Joe noch weitermachen kann, und jedes Buch könnte das letzte für ihn sein.

Gleich zu Anfang erfahren wir auch etwas über das Kindheitstrauma des Täters: Seine Mutter starb bei einem Autounfall. Das pikante Detail, das dem Sohn lange verschwiegen wurde: Die Mutter saß mit einem anderen Mann im Wagen, dessen bestes Stück im Mund. So starb sie auch. Der Vater erzählte dem Sohn daraufhin, dass seine Mutter nun in der Hölle schmort und das auch verdient hat. Wie kommen Sie auf solche Settings - irgendwo gelesen oder ausgedacht?

Michael Robotham: Wie alle Schriftsteller schöpfe ich aus den unterschiedlichsten Quellen. Ich habe viele Jahre als Journalist gearbeitet und dabei eine Menge Geschichten gesammelt. Auch heute noch bin ich ein Nachrichten-Junkie, lese jeden Tag mindestens drei Zeitungen und höre morgens zum Wachwerden immer den Newskanal im Radio. Außerdem sammle ich Gesprächsfetzen und Anekdoten von Freunden, Familienangehörigen, Kollegen und auch Lesern. Also immer schön vorsichtig sein, was man einem Schriftsteller so erzählt - es könnte sich in seinem nächsten Buch wiederfinden.

Joe O'Loughlin lebt getrennt von seiner Frau Julianne. Seine ältere Tochter Charlie geht bald aufs College in Oxford und behauptet, sie wolle Psychologie studieren und wie Joe auch als forensische Psychologin arbeiten. Sie will in "Der Schlafmacher" unbedingt bei den Ermittlungen helfen. Erlaubt Joe ihr das?

Michael Robotham: Wie Charlie Joe in "Der Schlafmacher" erklärt, hat er gar keine andere Wahl. Sie ist 18 und kann selbst entscheiden, was sie studiert - und sie will verstehen, warum ein Mann sie viele Jahre zuvor entführt und gefangen gehalten hat. Joe hat immer gehofft, dass Charlie diese Erlebnisse vergessen hätte und über sie hinweggekommen wäre, doch nun wird er mit der Erkenntnis konfrontiert, dass ein solches Trauma niemals verschwindet.

Interview: Literaturtest