Autor im Porträt

Toptitel von Sibylle Berg

RCE

Broschiertes Buch
Manchmal gibt es diese historischen Momente, in denen Mauern eingerissen werden, Frauen studieren und wählen dürfen, Rassismus nur noch in einigen Köpfen existiert, Geschlechter keine Rolle mehr spielen, in denen verschwindet, was Menschen hunderte Jahre lang für ein Naturgesetz hielten. »RCE« erzählt von einem davon.
Sibylle Bergs großer neuer Roman setzt da an, wo der erste Band der Trilogie, »GRM«, endete - in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das beste aller Systeme hat wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand, Ausbeutung heißt nicht mehr »Kolonialismus«, sondern »Förderung strukturschwacher Länder«. Inflation, Seuchen, Kriege, Diktatoren, Naturkatastrophen, Müllberge. Und die Menschheit vereint nur noch in ihrer Todessehnsucht. Die Lage scheint ausweglos. Aber in einem abhörsicheren Container brennt noch Licht. Fünf Hacker programmieren die Weltrettung ...
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Statt 26,00 €****

16,00 €

RCE

Gebundenes Buch
»Eine Pause im Irrsinn.
Noch eine Anstrengung, das Aussterben zu verhindern,
in einer seltsamen Entschlossenheit vereint.
Es ist der letzte Versuch.«
Sibylle Bergs neuer Roman setzt da an, wo »GRM« endet - in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das beste aller Systeme hat wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen. Die Krise ist der Normalzustand, Ausbeutung heißt nicht mehr »Kolonialismus« sondern »Förderung strukturschwacher Länder«. Inflation, Seuchen, Kriege, Diktatoren, Naturkatastrophen, Müllberge. Und die Menschheit vereint nur noch in ihrer Todessehnsucht. Die Lage scheint ausweglos. Aber in einem abhörsicheren Container brennt noch Licht. Fünf Hacker programmieren die Weltrettung.
Manchmal gibt es diese historischen Momente, in denen Mauern eingerissen werden, Frauen studieren und wählen dürfen, Rassismus nur noch in einigen Köpfen existiert, Geschlechter keine Rolle mehr spielen, in denen verschwindet, was Menschen für hundert Jahre für ein Naturgesetz hielten.
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26,00 €

Sibylle Berg

Die deutsch-schweizerische Kolumnistin, Romanschriftstellerin, Theaterautorin und Misanthropin Sibylle Berg ist bekannt für ihre provokanten, bissigen, ironischen Texte und ihren bewusst "bösen Blick" auf ihre Figuren und Sujets sowie ihre grandios pessimistischen literarischen Geschichten. In zahlreichen Romanen, Theaterstücken, Essays und Reportagen beschreibt Berg die Befindlichkeiten der Menschen und deren Alltag auf ihre unnachahmliche, einzigartige Art. Ihre Kolumne "S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle", die sie seit Januar 2011 für Spiegel Online schreibt, spaltet die Gemüter und löst regelmäßig heftigste Kontroversen im Internet aus. Bergs Texte werden gehasst, geliebt, in jedem Fall diskutiert.Geboren wurde Berg 1962 in Weimar, der Vater war Musikprofessor, die Mutter Bibliothekarin. Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Puppenspielerin. 1984 beantragte sie die Ausreise aus der DDR und lebte zuerst in Berlin, dann in Hamburg, wo sie Ozeanografie und Politikwissenschaften studierte. Berg veröffentlichte bald Magazinbeiträge und Reportagen in verschiedenen Publikationen wie Marie Claire, Allegra oder der Neuen Zürcher Zeitung. Bekannt wurde sie hierzulande einem breiten Publikum mit ihrer regelmäßigen Kolumne im Zeit-Magazin. 1996 zog sie in ihre Lieblingsstadt Zürich, seit 2004 ist sie verheiratet. Sibylle Berg lebt heute in der Schweiz, manchmal auch in Tel Aviv; sie besitzt die schweizerische Staatsbürgerschaft.
Ihr erster Roman "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" erschien 1997 im Reclam Verlag. Nur kurz nach der Veröffentlichung schrieb sie ihn zu einem Theaterstück um, das 1999 in Stuttgart Premiere feierte. Die Arbeit am und für das Theater ist seither wichtiger Bestandteil von Bergs Schaffen, das Stück "Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen" (2013) wurde 2014 von der Zeitschrift Theater heute zum "Stück des Jahres" gekürt. Auch zahlreiche weitere Romane hat sie seither veröffentlicht, zuletzt erschienen "Der Mann schläft" (2009), "Vielen Dank für das Leben" (2012) und "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand" (2015).Viel Lob gab es beispielsweise von Kritikern für Bergs Roman "Der Mann schläft", eine Liebesgeschichte, die den Widerstreit zwischen einer trocken-zynischen Icherzählerin und der Sehnsucht nach etwas zeigt, was man bei Berg kaum für möglich gehalten hat: der romantischen Liebe. Stellenweise liest sich das Buch wie ein heiterer Liebesroman, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, indem sich allerdings auch hier wieder die unversöhnliche Haltung der Autorin zeigt, weil bei ihr "Leben Demütigung heißt".Sibylle Bergs Werke wurden in 34 Sprachen übersetzt, für ihre Lesungen kooperiert sie oftmals mit Schauspielern, Musikern und anderen Künstlern. 2016 lief in den deutschen Kinos der Film "Wer hat Angst vor Sibylle Berg?", ein Porträt über die streitbare Autorin.

Literaturfestival - Wunderbare Jahre

Andere Zeiten, anderer Blick



1. Januar 2016, Sibylle Berg besucht ihre Familie in Tel Aviv. Die Böller gehen los. Moment mal, denkt sie sich, Böller gibt es nicht zu Neujahr in Israel, zu angespannt ist die Lage. Kurz darauf sieht sie schreiende Menschen und weinende Kinder die Straße entlanglaufen, die sich ducken und in Hauseingänge flüchten. Das ist kein Fest da unter dem Balkon, sondern ein Anschlag. Berg ist in ihrem Leben im Auftrag von Zeitungen und Zeitschriften viel auf Reisen gewesen, der damit verbundene Spaß ist für sie jetzt endgültig vorbei. In ihrem neuen Buch "Wunderbare Jahre. Als wir noch die Welt bereisten" präsentiert sie insgesamt 19 Texte aus den Jahren 1994 bis zu eben jenem Moment in Tel Aviv über das Reisen. Darunter finden sich Erzählungen, Beobachtungen, Reportagen, ja, auch Texte mit fiktiven Figuren. Sie berichtet einerseits von einer Welt, als die Menschen Fernweh hatten, als das Reisen noch unbeschwert, schön, abenteuerlich und romantisch war, und zeigt andererseits, wie sehr die Welt sich doch bis heute verändert hat.



Wer den Untertitel allerdings allzu wörtlich nimmt und darauf hofft, in dem Buch einemehr