Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
La Calavera Catrina

Bewertungen

Insgesamt 616 Bewertungen
Bewertung vom 27.05.2024
Der große Schleimassel / Schwapp, der Geheimschleim Bd.1
Schilp, Tina

Der große Schleimassel / Schwapp, der Geheimschleim Bd.1


sehr gut

Dieser erste Band der Reihe erzählt von den Geschwistern Lou und Lukas und ihren ersten Erlebnissen mit Schwapp, einem lebendig gewordenem Schleim, der sprechen kann und mit seinem eigensinnigem Charakter die Geschwister auf Trapp hält. Die Verantwortung für einen Geheimschleim zu tragen, der auch geheim bleiben soll, erweist sich als anspruchsvolle Aufgabe für die Kinder.

Mutter, Vater, die drei Kinder, Hund Schneekugel und Co. wohnen in einer Mietwohnung und es gibt vermehrt Ärger mit der Vermietern Frau Krackenburg, die nur nach Gründen sucht, um die Familien rauszuschmeißen. Außerdem erfährt man etwas über den Familien- und Schulalltag und die fiese Mitschülerin Victoria.

Für selbstlesende Achtjährige ist der Text etwas herausfordernd, weil Schwapps Aussprache und Wortkreationen eigenwillig sind und es ein paar schwierige Wörter gibt, aber dafür eignet es sich gut zum Vorlesen, besonders, weil die Kapitel nicht zu lang sind und die Schwarz-Weiß-Zeichnungen für Abwechslung sorgen. Das ist auch doppelt unterhaltsam, denn die kinderechte Geschichte ist voller Humor und Situationskomik. Die Handlung nimmt einen einfallsreichen Verlauf und das Ende ist kindgerecht schön. Die Fortsetzung gibts bereits im August.

Bewertung vom 27.05.2024
Der Angriff / Last Line of Defense Bd.1
Gruber, Andreas

Der Angriff / Last Line of Defense Bd.1


ausgezeichnet

«Last Line of Defense» bietet jede Menge Action und Spannung mit Teenage-Agenten auf hohem Niveau und richtet sich an eine junge Zielgruppe, begeistert aber auch Erwachsene. Als Auftakt einer Trilogie beginnt es rasant, mit einer Verfolgungsjagd, als die neunzehnjährige, argentinische Aktivistin und investigative Journalistin, Sofia González mit gestohlenen, brisanten Daten zur britischen Botschaft in Buenos Aires flieht. Dort lernt sie Jayden kennen, bevor ein Raketenangriff alles in Schutt und Asche legt und sie auf sich gestellt sind.

Zwischendurch erzählen Rückblenden, wie der damals sechzehnjährige Jayden als illegaler Boxkämpfer, vor fünfzehn Monaten, von der verdeckten Spezialeinheit „Last Line of Defense“ rekrutiert wurde. Gerade Jayden familiäre Vergangenheit birgt einige Geheimnisse und es ist absolut fesselnd zu lesen. So junge Agenten und Agentinnen sind natürlich eine Erfindung des Autors Andreas Gruber, aber eine, die Spaß macht, mit tollen Twist und anhaltender Spannung. Alles andere wirkt realitätsnah recherchiert und bietet abwechslungsreiche Unterhaltung an vielen Orten und mit unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln. Toll finde ich, dass « Der Angriff» eine abgeschlossene Geschichte ist, die mit einem gelungenem Finale endet. Der zweite Band erscheint schon im November und hält weitere Enthüllungen und actionreiche Spannung bereit. Ich freue mich drauf!

Bewertung vom 27.05.2024
What We Fear / Lakestone Campus of Seattle Bd.1
Flint, Alexandra

What We Fear / Lakestone Campus of Seattle Bd.1


gut

«Lakestone Campus of Seattle - What We Fear» von Alexandra Flint erzählt von der hochbegabten Harlow, die ein milliardenschweres Bankkonto gehackt hat. Doch Harlow entgeht einer Gefängnisstrafe und wird stattdessen Studentin, weil man ihr Talent fördern will. Doch ihre alten Freunde lassen sie nicht so leicht gehen und so birgt ihre Vergangenheit einiges, was sie erstmal geheim hält. Die Geschichte ist schon ziemlich klischeehaft und realitätsfern, was ihren Reiz ausmachen könnte. Das zeigt schon die erste Begegnung zwischen Harlow und Zack, ein Literaturstudent an der Uni, der mit Gebärdensprache kommuniziert. Unausgesprochenes und Geheimnisse sorgen für Unterhaltung. Die Dynamik der beiden Hauptfiguren war toll und die langsame Liebesgeschichte, die sich daraus entwickelt, ist gelungen. Erzählt wird aus beiden Perspektiven, was es ermöglicht, beide näher kennenzulernen. Das macht die Geschichte sehr nachvollziehbar und mitreißend. Gefallen hat mir das ganze Setting und der Schreibstil, wobei mir manche Dialoge zu platt waren. In der Zielgruppe wird es sicher seine Fans finden, aber mir fehlte es an Spannung und Tiefe, weshalb mich das Buch nicht wirklich packen konnte.

Für alle, die süße Liebesgeschichten mit interessanten Figuren voller Geheimnisse mögen, die sich langsam entfaltet.

Bewertung vom 27.05.2024
Onyekas Superkraft / Academy of the Sun Bd.1
Okogwu, Tolá

Onyekas Superkraft / Academy of the Sun Bd.1


gut

Die «Academy of the Sun» - Reihe mit dem ersten Band «Onyekas Superkraft» erzählt von Onyeka, die als Solari ihre Superkraft in den Haaren entdeckt.

Besonders ist, dass Onyekas ungewöhnliche Gabe in ihren Haaren steckt (und sie sich danach übergeben muss). Allerdings verbirgt sich dahinter eine ganze Gemeinschaft von Solari mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Aufgaben zum Wohl des Landes Nigeria, die an der Academy of the Sun gelehrt werden. Ansonsten ist Onyeka ein ganz normales Mädchen, der es viel ausmacht, was andere über sie denken und die mit ihrer übertrieben beschützenden Mutter in London lebt. Viele Ideen erinnern an bekannte Fantasy-Bücher, wie die vier Häuser, die sich nach dem jeweiligen Ike richten, gemischt mit einer interessanten Lokalität und ein paar neuen Einfällen, wie dem künstlichen Intelligenzsystem, das alles kontrolliert. Geschrieben in der Ich-Perspektive weiß man immer nur so viel wie die Hauptfigur und es sind einige Informationen, die da anfangs auf einen einprasselt, wobei man stets den Eindruck einer langen Einführung hat. Dabei kommt selbst bis zu Hälfte keine richtig Spannung auf, weshalb das Buch einige Wochen nur rumlag und ich mich nicht zum Weiterlesen motivieren konnte. Irgendwie wollte kein Funke überspringen, alles wirkt so austauschbar und die Story war mir zu vorhersehbar. Es gibt ja Jugendbücher, die auch Erwachsene gut lesen können, aber dieses gehört nicht dazu. Die Zielgruppe könnte aber, gerade wegen der Perspektive, Onyekas nachvollziehbaren Gefühlen, und den modernen Einflüssen, ihren Spaß mit dem Buch haben.

Bewertung vom 19.05.2024
Insight - Dein Leben gehört mir
Wesseling, Antonia

Insight - Dein Leben gehört mir


gut

«Insight - Dein Leben gehört mir» zeigt anschaulich, wie die Realität und die Scheinwelt von Social Media aufeinander treffen. Valerie Sophie liefert seit Jahren eine erfolgreiche Show als Influencerin ab, „die nichts von dem zeigt, was in [ihrem] aufgewühlten Inneren tatsächlich vorgeht.“ Ihr neuer Duschschaum wartet auf die große Enthüllung, Verträge sind unterschrieben, aber dann bringt ein Starker sie aus der Balance und droht, ihre Geheimnisse und ihre Vergangenheit öffentlich aufzuwühlen. Schulfreund und Polizist Paul bietet Valerie Unterstützung an. Zwischen den beiden entwickelt sich eine romantische Beziehung, mit erotischen Szenen, die beinahe einen friedlichen Ausgleich schaffen, zu der steten und subtilen Anspannung. Eine gute Mischung, wenn alles gestimmt hätte.

Der einfache, flüssige Schreibstil und die fast ausschließliche Ich-Perspektive von Valerie machen es einfach, der Geschichte zu folgen. Lediglich ein paar Sitzungsprotokolle unterbrechen den Fluss. Dazu trägt auch der geradlinige und teilweise langatmige Handlungsverlauf bei. Man erlebt hautnah mit, wie zermürbend Stalking und Cybermobbing wirkt und bekommt eine Ahnung davon, wie die Social-Media-Bubble funktioniert, inklusive Konkurrenzdenken. Auch andere wichtige Themen finden Zugang, genauso wie ein paar kluge Gedanken, und die Dialoge wirken authentisch. Alles irgendwie solide, zum Ende hin steigt deutlich das Tempo, aber zu vorhersehbar für mich. Zwar gab es da den ein oder anderen Überraschungseffekt, aber der verpuffte schnell. Das Ende konnte mich leider gar nicht überzeugen. Ingesamt gut zu lesen, aber keine Empfehlung.

Bewertung vom 19.05.2024
Die Verlierer
Hammesfahr, Petra

Die Verlierer


sehr gut

Tatsächlich ist hier nichts, wie es scheint. Es ist ein Roman, der einen anderen Blickwinkel aufwirft, indem es um Rache und Gerechtigkeit geht. Die Ermittlungen von Rita Voss stehen nicht im Fokus, denn die Kapitel überwiegen, in denen Carli erzählt, bei dem sich irgendwann vorhersehen lässt, welche Rolle er einnimmt. Da kommt durchaus auch Spannung auf. Mir war gerade dieser Erzählstrang manchmal zu langatmig, andererseits gefällt mir wiederum der Aufbau und die Nachvollziehbarkeit, die durch die vielen Details entstehen. Diese frische Idee und der großartige Schreibstil haben mir gut gefallen. Es ist definitiv nichts, was man nebenbei hören kann, aber Frank Stieren passt mit seiner ausgeglichen Stimme wunderbar. Insgesamt ist es ein unterhaltsamem Spiel mit Vorurteilen, das zum Nachdenken anregt, und einem gelungenem Ende.

Bewertung vom 19.05.2024
Allzumenschliches
Meurisse, Catherine

Allzumenschliches


ausgezeichnet

«Allzumenschliches» ist eine gebundene Sammlung von über vierzig kurzen Graphic Novels von Catherine Meurisse in Großformat, die monatlich im französischen «Philosophie Magazin» erschienen. Sehr heiter, derb, modern und feministisch widmet sie sich, auf je einer Doppelseite, den größten Denkern der Geschichte und ihren bekannten philosophischen Theorien. Während in «Pitch» Aristoteles mit seinem Design begeistert, werden in «Die Schöne und das Biest » wahre Geschehnisse mit Aussagen von Nietzsche neu interpretiert, die Frau bestürzen. Der Schreibstil bringt es präzise auf den Punkt, was durchaus herausfordernd und komplex ist. Die überwiegend textreichen Sprechblasen und Dialoge sind wichtig, aber eigentlich sind es die Zeichnungen, die alle Blicke auf sich ziehen und den Humor unterstreichen. Catherine Meurisse ist es gelungen, in ihrem ganz eigenen Stil, manche philosophischen Ideen genial zu entzaubern und gleichzeitig mit Tiefsinn und Witz einen modernen Blickwinkel festzuhalten. Wunderbar unterhaltsam und ein hochwertiges Geschenk.

Bewertung vom 19.05.2024
A Tempest of Tea / Blood and Tea Bd.1
Faizal, Hafsah

A Tempest of Tea / Blood and Tea Bd.1


gut

„Warum die Welt retten, wenn man auch einfach Tee trinken kann.“

«A Tempest of Tea – Ein Hauch von Tee und Blut» ist der Auftakt einer düsteren Fantasy-Dilogie, und es geht um Rachedurst und einem Raubzug in einer korrupten Großstadt voller Menschen und Vampire. Erzählt wird die Geschichte aus drei Blickwinkeln der Diebe. Eine davon ist Arthie Casimir, der droht, ihr luxuriöses Teehaus „Spindrift“ zu verlieren. Sie stellt eine Crew zusammen, um mit dem Diebesgut ihr Teehaus zu retten.
Der erste Akt beginnt mysteriös und behandelt die Zusammenführung der Crew-Familie, sowie die Planung und Vorbereitung des Raubzugs, was die meisten Seiten des Buches in Anspruch nimmt. Hier kommt selten Spannung auf, vieles ist überflüssig und langatmig. Zumal die Zeit nicht genutzt wird, der Handlung mehr Struktur zu geben. Was die Protagonisten bewegt, bleibt undurchsichtig und geheimnisvoll. Besonders Archie verrät „niemals ein Geheimnis“, wie über die besondere Waffe „Calibore“ (ein cooles Detail). Auch die Motive der Diebe sind nicht ganz nachvollziehbar und so muss man sich einiges zusammenreimen. Ich wurde nicht so ganz warm mit der Handlung und den oberflächlichen Figuren, wobei mir einige Ideen gefallen haben. Auch die Romanzen wirkten unnatürlich konstruiert, was auch für manche Dialoge gilt. Das hinterließ alles einen faden Beigeschmack. Der zweite und dritte Akt sind deutlich temporeicher und halten noch überraschende Wendungen und einen abrupten Ende bereit. Hafsah Faizal überzeugt mit dem Schreibstil, einer düsteren Atmosphäre und einem vielversprechendem Worldbuilding, von dem ich mir noch mehr Details gewünscht hätte. Insgesamt wurde leider viel Potenzial für einen mitreißenden Auftakt, der Lust auf die Fortsetzung machen soll, verschenkt und es bleibt abzuwarten, ob sich der weitere Teil lohnt.

Bewertung vom 19.05.2024
Fest im Sattel
Hicks, Faith Erin

Fest im Sattel


ausgezeichnet

Victoria liebt Pferde und wechselt auf den Edgewood-Pferdehof, nachdem eine Freundschaft in die Brüche ging. Jetzt möchte sie sich nur noch auf ihre Pferdeleidenschaft konzentrieren. Als die quirlige Norrie die Neue willkommen heißen will, stößt sie daher auf Ablehnung und ist tief gekrängt. Gemeinsam mit ihren Freunden Sam und Heizel will sie Victoria fortan meiden. Ob sie trotzdem noch Freunde werden?
Der Zeichenstil überzeugt mit scharfen Linien, schönen Hintergründen und Deutlichkeit, was sich besonders in der Mimik und den prächtigen Pferden zeigt. Es braucht keine zusätzlichen Ergänzungen, die Bilder sprechen für sich. Die Anzahl der Sprechblasen war ausgeglichen und die Druckschrift war leicht zu lesen. Sehr schön fand ich die angenehmen Farbtöne und tollen Charaktere, die alles andere als oberflächlich sind. Besonders die kommunikative Norrie bringt Schwung in die Gruppe, aber ich mochte auch den einfühlsamen Sam, den einzigen Jungen auf dem Pferdehof, der von seinen Brüdern deshalb nicht ernst genommen wird. Es kommen nur wenige Erwachsene vor und alles wird aus der Sicht von Victoria und ihren Freunden erzählt. Dabei werden auch Ängste und Gedanken aufgegriffen, die authentisch sind. Das fand ich sehr gelungen und einnehmend. Auch die Pferde haben ihre schönen Momente. Man kann das Buch gar nicht aus der Hand legen und verschlingt es förmlich.

Fazit: Ein toller Einzelband, nicht nur für Pferdejungs und -mädchen, weil es nicht nur um Pferde und das Reiten geht, sondern vor allem um Freundschaft, Akzeptanz und verbindende Interessen. Vielleicht gibt es sogar irgendwann eine Fortsetzung. Große Empfehlung für Kinder ab 9 Jahren.

Bewertung vom 19.05.2024
Was der See birgt / Ermittlungen am Gardasee Bd.1
Koppelstätter, Lenz

Was der See birgt / Ermittlungen am Gardasee Bd.1


gut

Gianna ist die junge Lokalreporterin, die beim Anblick der Leiche der Schock durchfährt. Sie hat mit dem Opfer noch vor kurzem eine schöne Zeit verlebt und war die Letzte, die ihn lebend gesehen hat. Zwei weitere Erzählstränge umfassen ihren Onkel Francesco „Der Marchese“ und Elvira, ihre Chefredakteurin. Sie recherchieren und stoßen auf dubiose Geschäfte und ein elitären Geheimbund.
»Was der See birgt« erfreut vor allem durch sein authentischen Lokalkolorit. Die Handlung blieb dabei leider zurück, obwohl es sehr vielversprechend klang. Der Krimi gewinnt erst im letzten Drittel an Tempo, weshalb ich einige Kapitel als unnötig langatmig empfunden habe, während der Schluss mehr Seiten verdient gehabt hätte. Es fehlt nicht an Spannung oder Verstrickungen, aber es fehlte mir an Nähe zu den Protagonisten und an erzählerischer Klarheit. Ingesamt eine gemischter Leseurlaub am Gardasee, der mich nicht für die Fortsetzung begeistern konnte.