© Jochen Schneider
Ines Thorn
Thorn, InesInes Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Im Aufbau Taschenbuch sind lieferbar: "Die Walfängerin", "Die Strandräuberin" sowie "Ein Stern über Sylt". Bei Rütten & Loening sind zudem erschienen "Ein Weihnachtslicht über Sylt" und "Der Horizont der Freiheit".
Kundenbewertungen
Ein fesselnder Roman zwischen Tradition und Moderne
Im Rowohlt Verlag erscheint der historische Roman "Töchter des Nordmeeres – Livs Weg" von Ines Thorn.
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, im Norden der Inselgruppe Smola, wurden vor 15 Jahren zwei Säuglinge ausgesetzt, die von den Bewohnern angenommen wurden. Es...
Ein fesselnder Roman zwischen Tradition und Moderne
Im Rowohlt Verlag erscheint der historische Roman "Töchter des Nordmeeres – Livs Weg" von Ines Thorn.
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, im Norden der Inselgruppe Smola, wurden vor 15 Jahren zwei Säuglinge ausgesetzt, die von den Bewohnern angenommen wurden. Es liegt der Verdacht nahe, dass sie Schwestern sein könnten, dabei sind sie grundverschieden und haben konträre Vorstellungen von ihrem Leben. Lucia träumt von einer traditionellen häuslichen Rolle als Ehefrau. Liv dagegen, ist wissbegierig, interessiert sich für die Tiere und die Wissenschaft und setzt nach einem Treffen mit dem Polarforscher Fridtjof Nansen alles daran, den für Frauen ungewöhnlichen Weg eines Studiums aufzunehmen.
Diesen Roman habe ich angelesen und konnte ihn nicht wieder aus der Hand legen. Es ist eine fesselnde Geschichte über zwei Findelkinder, die in unterschiedlichen Familien groß wurden und nun ihren Weg im Leben gehen wollen. Die Geschichte entwickelt einen fesselnden Sog und spielt mit der nordischen Atmosphäre und dem Rollengefüge der damaligen Zeit.
Liv ist ganz anders als die Mädchen im Ort, sie ist wissbegierig und erstaunlich intelligent, interessiert sich für Vögel und die Natur und untersucht Kleinstlebewesen unter dem Mikroskop. Der Traum von einem Studium treibt sie an und damit ist sie das ganze Gegenteil der häuslichen Lucia, die stickt, kocht und für die Führung eines Haushaltes vorbereitet wird. Als der junge Lasse in den Ort kommt, interessieren sich beide junge Frauen für ihn und ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt.
Livs Ziehvater ist ein Same, der sich rührend um Liv kümmert und die Familie stets gut bekocht. Der Rabe, Livs Lieblingsvogel, gilt bei den Samen als Glücksbringer. In der Handlung werden die Vorurteile der Bewohner Veiholmens gegenüber der samischen Volksgruppe sichtbar. Leider erfährt man kaum etwas über das traditionelle Leben der Samen.
Ines Thorn lässt ihre Leser in das Leben auf einer kleinen Insel Norwegens vor 1900 eintauchen, sie beschreibt die nordische Kulisse, die Landschaft und das Leben der Bewohner. Das Frauenbild der damaligen Zeit war geprägt vom Haushalt und der Versorgung der Familie. Die schulische Ausbildung endete mit jungen Jahren in der Verheiratung. Doch die Intelligenz und die Wissbegier einiger Frauen war nicht zu stoppen, genau wie Liv, die sich für die Wissenschaft interessiert und nach der Begegnung mit dem Polarforscher Fridtjof Nansen unbedingt studieren möchte. Mutig und mit ganzer Kraft strebt sie nach diesem Ziel und wird von ihrer Familie und Freunden unterstützt. Diese familiäre Bindung verliert sie aber sie aus den Augen und setzt dabei sogar fast ihre Zukunft aufs Spiel.
Der einnehmende, ruhige Erzählstil passt in Kombination mit der bewegenden Entwicklung der Charaktere hervorragend zur Story. Dieser Roman versetzt vor der nordischen Kulisse hautnah in eine Zeit, in der Frauen noch viel mehr um ihren Lebenstraum kämpfen mussten.
Ein eindrücklicher, fesselnder Roman, der mich von Anfang bis Ende gepackt hat.
Rune Boys war praktisch der Herrscher der Insel. Und er stand auf der Düne ganz oben, und beobachtete die Menschen aus Rantum, wie sie die Äpfel auflasen, die von einem gestrandeten Schiff stammten. Doch im Grunde beobachtet er nur eine: Maren…..
Maren fühlte sich mit Thies Heinen verlobt, auch wenn es noch nicht...
Rune Boys war praktisch der Herrscher der Insel. Und er stand auf der Düne ganz oben, und beobachtete die Menschen aus Rantum, wie sie die Äpfel auflasen, die von einem gestrandeten Schiff stammten. Doch im Grunde beobachtet er nur eine: Maren…..
Maren fühlte sich mit Thies Heinen verlobt, auch wenn es noch nicht offiziell war. Doch auch Grit, Wilms erhob Anspruch auf Thies, und das obwohl sie verheiratet war. Die beiden Frauen waren sich nicht grün…
Doch eines Tages kam Rune Boys zu Maren und machte ihr einen Heiratsantrag, den Maren sofort ablehnte, denn sie gehörte ja zu Thies. Doch ein Sturm zerstörte Teile ihres Elternhauses und das Schiff ihres Vaters. Ihre Eltern waren arm. Da ging Grit zu Rune Boys und bat um einen Kredit….. Doch Rune Boys gab ihn nicht umsonst….
Maren arbeitete sich u. A. mit Gänse rupfen die Finger blutig um den Kredit zurückzahlen zu können…
Als dann nicht viel später, sie wollte am nächsten Tag heiraten, doch statt der Hochzeit und fand eine Beerdigung statt….
Und genau zu diesem Zeitpunkt trug Rune Boys Maren nochmals die Ehe an. Doch Maren sagte abermals nein. Und dann verlangte Rune Boys den Kredit zurück. Maren sprach noch einmal mit Boys wegen des Kredits. Er ließ sich dazu erweichen, ihr einen Job auf seinem Walfänger anzubieten. Wenn sie mit ihm und seinen Männern rausfahre, sei der Kredit getilgt, so Boys……
Doch da Maren um die Gefahren der Seefahrt wusste, und sie wenigsten einmal die Liebe erleben wollte, schlief sie am letzten Abend, bevor sie wegfuhr mit Thies…
Warum beobachtete Rune Boys Maren? Warum wollte Grit Maren den Freund ausspannen, sie hatte doch schon einen Mann? Und sie war ja auch noch nicht allzu lange mit ihm verheiratet. Welche Bedingungen knüpfte Rune Bays an den Kredit? Was musste Maren tun? Verdiente Maren genug, um den Kredit zurückzahlen zu können? Welche Beerdigung fand statt der Hochzeit statt? Wie verkraftete Rune Boys die erneute Zurückweisung Marens? Würde Maren mit Boys auf dem Walfänger mitfahren? Hatte Marens Zusammensein mit Thies Folgen? Diese – und noch viele andere – Fragen beantwortet dieses Buch.
Meine Meinung
Es ist das erste Buch das ich von dieser Autorin gelesen habe. Aber ich hatte schon öfter von ihr gehört. Und ich hatte Erwartungen, die auch nicht enttäuscht wurden. Das Buch fing ja auch schon fesselnd an. Ich fragte mich, was Maren tun würde, sie war doch erst sechzehn. Auch wenn zu dieser Zeit früher geheiratet wurde. Und ich fragte mich, ob Thies wirklich warten würde bis sie wieder vom Walfang zurückkäme. Er war nicht reich und musste Mutter und Schwester unterhalten, und Grit wäre reich, sollte ihr Mann, der sehr viel älter war als sie und gesundheitlich angeschlagen, sterben. Und sie riss sich um Thies. Doch was passierte, das soll der geneigte Leser selbst lesen. Es ist ein sehr unterhaltsames und fesselndes Buch. Und am Ende wird auch noch ein Geheimnis gelüftet. Mit hat es sehr gut gefallen.
Sehr fesselnder Roman der aufzeigt wie hart und ungerecht das leben damals war.
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, einer Inselgruppe im Norden von Smola, werden zwei ca. eine Woche alte Säuglinge vor Türschwellen abgelegt. Ein Baby wird vor der Tür des Pfarrers gefunden und da es der Tag des Lucia-Festes ist, wird das Mädchen Lucia genannt. Das Mädchen Liv wird vor der Tür der örtlichen Gastwir...
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, einer Inselgruppe im Norden von Smola, werden zwei ca. eine Woche alte Säuglinge vor Türschwellen abgelegt. Ein Baby wird vor der Tür des Pfarrers gefunden und da es der Tag des Lucia-Festes ist, wird das Mädchen Lucia genannt. Das Mädchen Liv wird vor der Tür der örtlichen Gastwirtschaft gefunden. Ein Rabe hatte sich am Fenster merkbar gemacht und die Wirtin veranlasst vor die Tür zu gehen. Die Raben werden weiterhin den Weg des Mädchens begleiten. Spuren im Schnee lassen sich zum Meer verfolgen. Die Mädchen könnten Zwillinge sein, da sie identisch gekleidet sind. Ansonsten entwickeln sie sich sehr unterschiedlich. Während Lucia heiratet und aufs Festland zieht, möchte ihr Examen machen und Zoologie studieren.
Die Protagonisten und das Leben der damaligen Zeit sind sehr authentisch beschrieben. Die Probleme der Frauen in der damaligen Zeit sind bekannt aber erschreckend. Der Zusammenhalt der Inselbewohner hat mich sehr beeindruckt. Die Beobachtungen in der Natur und die Wissenschaft der Forschungen sind sehr interessant. Insgesamt liest sich die Geschichte sehr flüssig und ich freue mich schon auf die Fortsetzung diese Romans.
Im Jahr 1876 werden in einer stürmischen Nacht auf der norwegischen Insel Smöla zwei neugeborene Babys ausgesetzt. Das eine Mädchen liegt vor dem Gasthaus, das andere Mädchen vor dem Pfarrhaus. Die Dorfgemeinschaft geht davon aus, daß die Kinder Zwillinge sind. Die Wirtin nennt ihre Ziehtochter Liv und läßt ihr ...
Im Jahr 1876 werden in einer stürmischen Nacht auf der norwegischen Insel Smöla zwei neugeborene Babys ausgesetzt. Das eine Mädchen liegt vor dem Gasthaus, das andere Mädchen vor dem Pfarrhaus. Die Dorfgemeinschaft geht davon aus, daß die Kinder Zwillinge sind. Die Wirtin nennt ihre Ziehtochter Liv und läßt ihr viele Freiheiten. So wird aus Liv ein aufgewecktes Kind und schnell wird allen klar; daß sie außergewöhnlich Intelligent ist. Liv möchte Forscherin werden und verbringt ihre Zeit am liebsten bei ihren geliebten Raben. Das andere Mädchen wird Lucia genannt. Sie wächst im Pfarrhaus auf und möchte nichts anderes als Hausfrau und Mutter werden. Doch so unterschiedlich die Mädchen auch sind, ihre tiefe Freundschaft bleibt bestehen. Da ein Schulabschluss und ein Studium auf der Insel nicht möglich ist, muß Liv ihre Heimat verlassen. Sie muß hart kämpfen, damit ihr Traum von einem Leben als Wissenschaftlerin in Erfüllung gehen kann.
Mit ihrem Roman "Töchter des Nordmeeres" schickt Ines Thorn ihre Leser in die rauhe Welt einer norwegischen Insel. Im ersten Teil "Livs Weg" beschreibt die Autorin die Menschen auf der Insel sehr lebendig und man lernt so die Dorfgemeinschaft schnell kennen. Durch die langen, harten Winter ist der Zusammenhalt der Bewohner enorm, denn nur so können sie überleben. Beim Lesen dieser Geschichte wird man sofort darin gefangen und fühlt sich bald als Teil davon. Die krassen Unterschiede zwischen dem Leben auf der Insel und der ganz anderen Welt in der Hauptstadt werden überdeutlich dargestellt. Man kann sich gut vorstellen, wie es für ein Mädchen von der Insel sein muß, plötzlich in so eine Stadt katapultiert zu werden. Das Buch hat mich begeistert, weil es eine Tür in eine fremde Welt geöffnet hat. "Livs Weg" ist hoffentlich noch nicht zu Ende.
30.09.2023
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, im Norden der Inselgruppe Smøla, werden zwei Säuglinge vor unterschiedlichen Türen abgelegt. Das eine Kind liegt vor Frias Gästehaus und das andere vor der Tür von Pfarrer Fenris und seiner Frau Runi. Alle im Ort gehen davon aus, dass es Zwillinge sein müssen, denn es ist ja unwahrs...
Norwegen, 1893: Auf Veiholmen, im Norden der Inselgruppe Smøla, werden zwei Säuglinge vor unterschiedlichen Türen abgelegt. Das eine Kind liegt vor Frias Gästehaus und das andere vor der Tür von Pfarrer Fenris und seiner Frau Runi. Alle im Ort gehen davon aus, dass es Zwillinge sein müssen, denn es ist ja unwahrscheinlich, dass zwei Mütter ihre Kinder gleichzeitig weggeben. Außerdem deuten die Fußspuren zum Strand darauf hin, dass es ein Paar war.
Mir diesem Roman hat mich die Autorin Ines Thorn wieder packen können. Der Schreibstil ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. Die Handlungsorte sind sehr bildhaft beschrieben, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte.
Auch die Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt. Liv und Lucia sind zwei starke und sympathische junge Frauen. Die naturliebende, wissbegierige und ehrgeizige Liv ist mir dabei aber näher gewesen als ihr Schwester Lucia, die sich nach einer Familie sehnt. Toll fand ich es auch, wie Fria sich um ihre Ziehtochter kümmert. Sie unterstützt Liv, auch wenn sie manchmal Bedenken hat. Aber auch der geheimnisvolle Same, der in Frias Gästehaus die Küche führt, kümmert sich rührend um Liv. Lucia muss die Liebe ihrer Zieheltern mit ihren Brüdern teilen und hat es daher nicht so leicht wie Liv. Als Liv sich entschließt das Examen zu machen und bei Fridtjof Nansen zu studieren, kann sie sich auf die Hilfe von vielen – wie den Bürgermeister Bjarni, den Lehrer Arni, Fischer Chrisander und natürlich ihrer Schwester – verlassen. Dennoch wird es nicht leicht für sie, denn sie muss gegen viele Widerstände kämpfen. Aber sie lernt sich durchzusetzen. Auch Lucia muss Enttäuschungen wegstecken, zum Glück aber kann sie auf Livs Unterstützung bauen.
Die Männer jener Zeit tun sich schwer mit Frauen, die mehr wollen als nur Hausfrau und Mutter sein. Auch Liv sehnt sich nach einer Beziehung, aber sie will auch ihren Weg gehen und forschen. Ob es ihr gelingt, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten?
Mir hat dieser interessante und spannende historische Roman sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es weitergeht auf Smøla.
Dieser historische Roman entführt die Leser in den Polarkreis. Hier leben die Samen, in Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Es ist ein karges Leben, das jahrein und jahraus immer die gleichen Wege und Pfade geht. Hier lebt die Familie Krysi in engem Familienverband. Miija ist noch sehr jung als sie und ihre F...
Dieser historische Roman entführt die Leser in den Polarkreis. Hier leben die Samen, in Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Es ist ein karges Leben, das jahrein und jahraus immer die gleichen Wege und Pfade geht. Hier lebt die Familie Krysi in engem Familienverband. Miija ist noch sehr jung als sie und ihre Familie erkennen, dass sie die Kräfte einer Heilerin, einer Schamanin in sich hat. Ihre Mutter, selbst Schamanin, ist sich sicher, dass Miijas Fähigkeiten weit über ihre eigenen hinausgehen. Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin das Miteinander zwischen Menschen, Tier und Natur wie auch die Traditionen der Samen beschrieben hat. Auch ganz menschliche Gefühle innerhalb der Dorfgemeinschaft und Fehlverhalten Einzelner fließen in die Handlung mit ein, lassen ein lebendiges Bild des Lebens der Samen im 19. Jahrhundert entstehen. Mich hat es sehr berührt, mit wie wenig diese Menschen auskommen. Aber besonders habe ich Miija bewundert wegen ihrer Großzügigkeit und ihrer Spendenbereitschaft gegenüber allen, denen es noch schlechter geht. Immer wieder wir Miija bewusst, dass ihr Einsatz für andere aber auch eines mit sich bringt – Einsamkeit. Gleichzeitig erkennt diese junge Frau aber auch, wie ungerecht es ist, dass ihre Kinder keine Bildung erhalten, die Samen keine Steinhäuser bauen dürfen, als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Sie ist nicht die Einzige, die diese Missstände erkennt, aus denen mit Eintreffen eines Missionars im Winterquartier blanker Hass und Gewalt entsteht. Es hat mich alles macht ganz wunderbar unterhalten, so dass ich gerne 5 Lese-Sterne gebe.
Welcher Lebensweg ist der Richtige?
Auf einer Insel in Norwegen werden in der gleichen Nacht zwei Babys ausgesetzt. Vor unterschiedlichen Türen. Die beiden Mädchen wachsen in unterschiedlichen Familien zu jungen Frauen heran. Immer in dem festen Glauben Schwestern zu sein....
Während Lucia davon träumt zu heira...
Welcher Lebensweg ist der Richtige?
Auf einer Insel in Norwegen werden in der gleichen Nacht zwei Babys ausgesetzt. Vor unterschiedlichen Türen. Die beiden Mädchen wachsen in unterschiedlichen Familien zu jungen Frauen heran. Immer in dem festen Glauben Schwestern zu sein....
Während Lucia davon träumt zu heiraten, will Liv studieren. So führen ihre Wege sie nach Christiana doch werden sich in der Stadt ihre Wünsche erfüllen?
Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen. Er zeigt zum einen die Rolle die einer Frau um das Jahr 1900 zugedacht war, zum anderen den Kampf einiger mutiger Frauen daraus auszubrechen. Vor allem Livs Weg war sehr detailliert beschrieben und ich konnte mir ihre innere Zerrissenheit gut vorstellen. Ihr Weg war sicher nicht leicht, und doch hat sie nie aufgegeben. Andererseits hat sie aber auch nie ihre Wurzeln vergessen. Mir hat es außerdem gut gefallen, das mit Lucia aber auch ein ganz anderes Leben dargestellt wurde. So konnte ich in ganz verschiedenen Leben hineinblicken. Auch die Vorurteile gegenüber den Menschen von den Inseln waren Thema des Romans.
Eine sehr gelungene Reise in den hohen Norden.
23.11.2012
Gustelies, eine Frau jenseits der 50, ist mit sich und der Welt unzufrieden. Als Witwe eines Richters führt sie nunmehr ihrem Bruder, Pater Nau, den Haushalt und fungiert als Pfarrhausköchin.
Auch von ihrer Tochter fühlt sie sich als Köchin und Babysitter ausgenutzt. Sie hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu we...
Gustelies, eine Frau jenseits der 50, ist mit sich und der Welt unzufrieden. Als Witwe eines Richters führt sie nunmehr ihrem Bruder, Pater Nau, den Haushalt und fungiert als Pfarrhausköchin.
Auch von ihrer Tochter fühlt sie sich als Köchin und Babysitter ausgenutzt. Sie hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und das lässt sie mürrisch werden.
Als sie auf dem Friedhof eine weibliche Leiche in einem weißen Kleid mit einem Aschekreuz auf der Stirn in einem ausgehobenen Grab liegen sieht, glauben ihr weder ihr Schwiegersohn, der Richter ist, noch ihr Bruder. Sie reden solange auf sie ein, dass sie selbst anfängt zu zweifeln.
Dann aber tauchen weitere tote Frauen auf, ebenso gekleidet wie die erste Tote.
Gustelies fühlt sich berufen, den Morden auf den Grund zu gehen und unterstützt ihren Schwiegersohn bei den Ermittlungen.
Schnell werden Vermutungen angestellt, dass es sich um den Prediger handeln könne, der gerade in Frankfurt jeden Tag aufrührerische Reden führt, dass das Leben hier auf Erden bereits die Hölle wäre. Die Damenwelt Frankfurts strebt zu dem attraktiven Prediger hin, der der Meinung ist, die Lösung wäre die Liebe und der im Anschluss seiner Predigt Küsse verteilt.
Gustelies hat das Gefühl, dass alle Frauen verrückt geworden sind, was auch ihre beste Freundin Jutta mit einschließt.
Sie lässt sich jedoch nicht beirren und schenkt ihre ganze Aufmerksamkeit der Aufklärung der seltsamen Morde. Wird es ihr gelingen, die Gemeinsamkeiten zwischen den Toten zu erkennen und den Mörder zu finden? ...
Obwohl es schon der 4. Teil um Gustelies und ihre Familie ist, ist es für mich das erste Buch, das ich von der Autorin überhaupt gelesen habe.
Sie führte mich in das mittelalterliche Frankfurt, wo man anhand der Namen noch die Berufe der Leute erkannte. Mit klaren und einfachen Worten ließ sie mich am Leben in Frankfurt teilhaben. Die Atmosphäre auf dem Römer, auf dem der Prediger seine Reden hielt, war förmlich zu spüren.
Die Protagonistin Gustelies, an den Namen musste ich mich erst mal gewöhnen, ist eine Frau über 50, die inzwischen mit ihrem Alter Probleme hat. Sie fühlt sich alt und hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, was sie unzufrieden werden ließ. Ihre Ängste und Auseinandersetzung damit kann man sehr gut nachvollziehen.
So beschließt sie von einem Tag auf den anderen, mal nur an sich zu denken und stellte das Kochen und Bemuttern von Pater Nau und der Familie ihrer Tochter ein, sehr zum Entsetzen aller Beteiligten.
Mit großem Einsatz widmet sie sich der Aufklärung der Mordfälle, die nur Frauen betrafen. Mit ihrem eigenen Charme, ihrem großen Herzen und Engagement holt sie sich die Informationen, die sie braucht und hilft somit ihrem Schwiegersohn, der die Mordfälle eigentlich ermitteln sollte. Oftmals ist sie ihm einen Schritt voraus.
Im Laufe ihrer Ermittlungen trifft Gustelies auch auf ihre erste große Liebe.
Zu der damaligen Zeit wurden die Ehen zweckmäßig von den Eltern arrangiert, so dass ihre Liebe damals keine Chance hatte.
Obwohl der Goldschläger der Vater eines der toten Mädchen ist, fängt das alte Herz von Gustelies wieder an in seiner Gegenwart schneller zu schlagen.
Sehr einfühlsam hat die Autorin diese damalige Liebe wieder erweckt und als Leser hofft man für Gustelies, dass daraus mehr werden würde.
Ines Thorn hat einen leicht flüssigen Schreibstil. Es ist leicht, die verschiedensten Protagonisten ins Herz zu schließen, mit ihren verschobenen Macken und Kanten.
Auch wenn es ein Krimi ist, findet man hier Humor, Trauer, Liebe, mit liebenswerten und teils auch mit gestörten Charakteren. Es ist eine ausgewogene Mischung, die uns das Leben zu der damaligen Zeit in Frankfurt näher bringt.
Die Sámi zwischen Tradition und Moderne
Im Rowohlt Verlag erscheint der historische Roman Die Heilerin des Nordens von Ines Thorn.
1833 im Norden Norwegens: Ines Thorns historischer Roman spielt in den eisigen Weiten Lapplands bei den Samen im 19. Jahrhundert. In dieser kargen Natur ziehen die Familien mit ihren...
Die Sámi zwischen Tradition und Moderne
Im Rowohlt Verlag erscheint der historische Roman Die Heilerin des Nordens von Ines Thorn.
1833 im Norden Norwegens: Ines Thorns historischer Roman spielt in den eisigen Weiten Lapplands bei den Samen im 19. Jahrhundert. In dieser kargen Natur ziehen die Familien mit ihren Rentierherden umher und trotzen den Jahreszeiten. Es ist ein karges Leben, das jahrein und jahraus immer die gleichen Wege und Pfade geht. Miija Krysis Mutter Schamanin und früh zeigt sich, dass auch Miija diese außergewöhnliche Gabe besitzt und in die Fußstapfen treten wird. Doch die Zeiten ändern sich und die traditionelle Welt der Sámi wird in Frage gestellt, denn die Norweger wollen ihren christlichen Glauben durchsetzen und moderne Methoden der Heilkunst stehen den schamanischen Methoden gegenüber.
Ines Thorn versetzt uns in eine andere Zeit, sie stellt uns die junge Miija und ihre Familie vor und lässt uns am Leben der Sámi inmitten der kargen Natur teilhaben. Das bescheidene Zusammenleben zwischen Mensch, Tier und Natur war geprägt von gegenseitiger Achtsamkeit, von Einfachheit und vom Zusammenhalt innerhalb der Familienverbände. Denn bedingt durch die Naturgewalten und Widrigkeiten dieser Einöde war man aufeinander angewiesen. Miija findet ihr persönliches Krafttier, sie übernimmt das Amt einer Schamanin und wird geachtet, sie verliebt sich in Morte, doch als Schamanin bleibt sie einsam.
Mit der Ankunft der Norweger in diesem Landstrich ändern sich die Zeiten für die angestammten Sámi, denn die Norweger wollen den Samen ihre Völkerrechte abnehmen und ihnen verbieten, ihre eigene Sprache zu sprechen. So wird es für Miija besonders schwierig, zwischen den Völkern zu vermitteln und sich für ihre Landsleute einzusetzen. Sie erkennt, was den Sámi fehlt und zusteht und fordert für sie Bildung, den Bau von festen Häusern aus Stein und die Anerkennung als Volksstamm. Ein Missionar stellt sich ihren Forderungen entgegen und daraus resultieren Probleme wie Gewalt und gegenseitiger Hass.
Dieser Roman öffnet uns die Augen für das Vorgehen der Norweger, die den Sámi ihre Rechte nahmen und sich ihr Land für ihre Zwecke aneigneten. Ein interessanter und unterhaltsamer Einblick über das Wirken einer Schamanin und in die Gewohnheiten und Lebensumstände der Sámi.