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Bewertungen

Insgesamt 77 Bewertungen
Bewertung vom 05.07.2018
Die Charité
Schweikert, Ulrike

Die Charité


ausgezeichnet

Berlin im Jahr 1831: Die junge Elisabeth tritt ihre Ausbildung zur Pflegerin in der Charite an. Als die Cholera ausbricht erlebt sie hautnah, wie machtlos die Ärzte dagegen sind. Besonders Professor Dieffenbach und einige andere Ärzte forschen Tag und Nacht um der Epidemie Einhalt zu gebieten. Elisabeth muß miterleben, wie Tausende Menschen sterben. 

Auch die Hebamme Martha kämpft für die werdenden Mütter, die zahlreich am Kindbettfieber sterben. Dazu muß sie noch allein für ihren Sohn sorgen. Sie wünscht sich für ihn eine gute Schulbildung, damit er einmal ein besseres Leben hat. 

Gräfin Ludovica besitzt alles, was man für Geld kaufen kann. Sie ist aber in einer unglücklich Ehe gefangen. Ihr einziger Halt ist die Liebe zu Professor Dieffenbach, obwohl diese niemals mehr als nur Freundschaft sein darf. 

Alle diese drei Frauen haben eines gemeinsam: Sie interessieren sich sehr für die Medizin und könnten mit ihrem Wissen darüber den Menschen helfen. Doch weil sie Frauen sind, müssen sie mit ansehen, wie einige Ärzte hilflos im Dunkeln tappen, wenn es darum geht neue Wege in der Medizin zu gehen. Besonders Elisabeth ist hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe zur Medizin und zu einem jungen Arzt. Sie muß jetzt eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben beeinflussen wird. 

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Die Mühe um die medizinischen Inhalte so genau zu beschreiben, muß gewaltig gewesen sein. Und eben weil alle Operationen und Krankheiten so genau beschrieben werden, ist das Buch nichts für schwache Nerven. Es ist wirklich streckenweise sehr, sehr bildhaft geschrieben. Das tut der Qualität des Buches aber keinen Abbruch, eher das Gegenteil ist der Fall. Der Leser erfährt dadurch, wie elendig die Menschen damals gelebt haben und wie jämmerlich sie gestorben sind. Vielleicht regt das Buch einmal dazu an darüber nachzudenken, wie gut die medizinische Versorgung heute ist. Das verdanken wir zum großen Teil den damaligen Ärzten, die unermüdlich geforscht haben. 

Dieses Buch wird mir auf jeden Fall in sehr guter Erinnerung bleiben!

Bewertung vom 30.06.2018
Die Bücherjäger
Husemann, Dirk

Die Bücherjäger


ausgezeichnet

Konstanz im Jahre 1417. Papst Johannes muß fliehen. Sein engster Vertrauter Poggio ist zusammen mit Oswald von Wolkenstein auf der Jagd nach alten Texten, so daß er nicht vor der drohenden Gefahr gewarnt werden kann. Oswald überredet Poggio in einem Kloster am Bodensee nach alten Büchern zu suchen. Dort werden sie jedoch nicht mit offenem Armen empfangen. Während der Abt sich nicht über ihren Aufenthalt dort freut, hilft ihnen Agnes. Diese hält sich im Kloster versteckt und sie führt Poggio zu einem angeketten Buch. Kurz darauf verschwinden Agnes und Oswald mit dem Buch. Der Abt weiß um die Gefahr des Buchinhaltes für die Welt und bittet Poggio um Hilfe.


Das Buch hat mir wirklich wunderbar gefallen. Es ist einfach faszinierend, wie Dirk Husemann hier Realität mit Fiktion verwebt. Beides ergänzt sich zu einer wirklich gelungenen Geschichte, die von Beginn bis Ende spannend ist. Zwischendurch gibt es immer wieder ein paar Szenen, die den Leser zum Lachen bringen werden. Die Charaktere sind bunt gemischt und man findet sympathische und eher unsympathische nebeneinander. Der Autor beschreibt diese durch einen ganz tollen Schreibstil, so daß man von jedem einzelnen ein ganz genaues Bild vor Augen bekommt. Aber auch die Örtlichkeiten sind hier perfekt beschrieben, so daß beim Lesen ein Film vor Augen abläuft. Besonders gelungen: Zum Schluß erteilt der Autor noch eine Lehre für das Leben - aber diese wird hier nicht verraten!


Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

Bewertung vom 15.06.2018
Die Schlingen der Schuld
Warner, Dave

Die Schlingen der Schuld


ausgezeichnet

Im australischen Broome wird ein deutscher Auswanderer mit gespaltenem Schädel aufgefunden.  Seine Identität ist zunächst nicht bekannt. Die einzige Spur stellt sein T-Shirt dar. Es ist vom HSV. Daniel Clement bekommt diesen Fall zur Aufklärung. Doch er hat neben diesem Fall auch noch sein Privatleben aufzuräumen. Er kam von Perth nach Broome, um in der Nähe seiner Tochter zu sein, die bei seiner geschiedenen Frau lebt. 


Das Buch ist spannend und hält die Spannung auch bis zum Schluß.  Der Autor schreibt in zwei Zeiten. Zum einen die Vergangenheit in Deutschland, zum anderen die australische Gegenwart. Beide Ebenen ergeben zum Schluß einen guten Abschluß und waren für mich gleich spannend. Die Spur zum Täter ist nie eindeutig, es gibt mehrere Spuren, die früher oder später allesamt ins Leere laufen und man erfährt wirklich erst zum Schluß die Lösung des Falles. Schön empfand ich die Beschreibung Australiens. Ich konnte mir Land und Leute richtig gut vorstellen und fühlte mich direkt in das Land versetzt. Die Charaktere sind ebenso wunderbar ausgearbeitet. Ich bekam direkt eine Vorstellung von ihnen und empfand die Darstellung des privaten Daniel als sehr gut. Seine Entwicklung habe ich gern verfolgt!

Bewertung vom 03.06.2018
Das Licht der Welt / Die Ärztin Bd.1
Sommerfeld, Helene

Das Licht der Welt / Die Ärztin Bd.1


ausgezeichnet

Ricarda wächst auf Schloß Freystetten auf. Ihr Vater ist dort Gärtner und ihre Mutter Köchin. Obwohl Ricarda intelligent und wissbegierig ist, hat sie als Mädchen im Jahr 1876 wenig Möglichkeiten ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Als sie die Enkelin des alten Grafen vor dem Ertrinken rettet, ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie darf mit Komtess Henriette nach Berlin fahren, damit sie dort eine gute Schulbildung bekommt. Die Komtess ist eine der ersten weiblichen Ärzte in Deutschland und behandelt in Berlin die Damen der Gesellschaft. Ricarda ist begeistert von dem Gedanken, daß sie auch einmal Ärztin werden könnte. Sie sieht aber auch das Elend abseits der noblen Straßen von Berlin. In ihr reift der Plan, genau diesen armen Leuten zu helfen. Da sie in Deutschland als Frau nicht studieren darf,  müßte sie in die Schweiz fahren, um sich ihren Traum zu erfüllen. Die Entscheidung fällt ihr schwer, denn sie hat sich inzwischen in einen Medizinstudenten verliebt. Kann die Liebe der jungen Leute diese Trennung aushalten?


Dieses Buch ist ein flammendes Plädoyer für die Gleichberechtigung der Frauen. Es ist traurig, wie lange die Menschheit gebraucht hat um festzustellen, daß Frauen gleichwertige Menschen sind. Der modernen Frau von heute werden sich wahrscheinlich die Nackenhaare sträuben, wenn sie die Meinung einiger Herren in diesem Buch lesen muß. Das Schlimmste aber ist, daß die meisten Frauen diese Meinung noch unterstützen. Man erlebt hier den Kampf um Anerkennung durch die Charaktere Henriette und Ricarda wirklich hautnah.  Dies alles ist Helene Sommerfeld gelungen in eine unheimlich spannende und wunderschöne Geschichte zu verpacken. Besonders bemerkenswert ist es, wie sie es schafft die medizinischen Behandlungen der damaligen Zeit zu beschreiben. Dies gelingt ihr sehr eindringlich und man hat eine deutliche Vorstellung davon, wie die Menschen damals leiden mußten. Da ist man wirklich froh, in der heutigen Zeit zu leben, besonders bei den Zahnbehandlungen. Die Handlung des Romans insgesamt wird nie langweilig. Sie zieht den Leser sofort in seinen Bann und man möchte das Buch gar nicht mehr weglegen. Deshalb freue ich mich schon riesig auf den zweiten Teil!

Bewertung vom 26.04.2018
Eine Insel zwischen Himmel und Meer
Wolk, Lauren

Eine Insel zwischen Himmel und Meer


ausgezeichnet

Die kleine Crow wird als Baby von Osh am Strand aufgefunden. So kam es, daß Crow auf der kleinen Insel vor Massachusetts einzig mit Osh und der Bewohnerin der Nachbarinsel, Miss Maggie, groß wird. Doch es kommt der Zeitpunkt, an dem Crow mehr über sich erfahren möchte. Eines Nachts sieht sie auf einer unbewohnten Nachbarinsel ein Feuer. Dort war früher ein Krankenhaus für Leprakranke. Sie überredet Osh und Maggie mit ihr zu dieser Insel zu fahren. 

Das Buch ist einfach wunderschön. Trotzdem es wohl als Jugendbuch geschrieben wurde, hat es auch mich als erwachsenen Menschen gepackt und berührt. Man spürt richtiggehend wie sehr Osh an Crow hängt und das er alles für Sie tun würde. Der Schreibstil ist nicht typisch Jugendbuch, es ist durchaus auch für die Älteren gut zu lesen.

Bewertung vom 25.04.2018
Die amerikanische Prinzessin
Zijl, Annejet van der

Die amerikanische Prinzessin


ausgezeichnet

Allen Tew betritt am 13. April 1927 die Mauretania mit Ziel Europa. Sie läßt ihr gesamtes altes Leben hinter sich. Doch ihr neues Leben wird für sie sehr zufriedenstellend. Zu guter Letzt wird sie sogar die Patentante von Königin Beatrix. 

Mit diesem Buch erlebt man als Leser ein Stück bewegende Geschichte. Der geschichtliche Hintergrund ist sehr gut recherchiert und lehrhaft. Man wird Zeuge des Wirtschaftsbooms und der Revolution, erlebt den Krieg fast hautnah mit und bewundert dabei diese starke Frau. Durch den wunderbaren Schreibstil, der die Details sehr gut beschreibt, hat man ein Gefühl für die damalige Zeit und kann sich sehr gut vorstellen, wie das Leben sich für Allene gestaltete. Die Autorin hat hier wunderbar geschichtliche Fakten vermittelt.

Bewertung vom 25.04.2018
All die Jahre
Sullivan, J. Courtney

All die Jahre


sehr gut

Die Schwestern Nora und Theresa wandern aus ihrem irischen Heimatort aus. Sie zieht es nach Boston. Nora wird dort von ihrem schon dorthin ausgewandert Freund Charlie erwartet, sie heiraten und bekommen vier Kinder. Theresa wird ebenfalls schwanger, zieht sich danach jedoch in ein Kloster zurück. Der Kontakt der beiden Schwestern bricht ab. Erst als Nora ihren Sohn Patrick verliert, nehmen beide Schwestern wieder Kontakt miteinander auf und haben viel aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. 

Das Buch "All die Jahre" ist brwegend, ohne jedoch auf die Tränendrüse zu drücken. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und es kam trotz des Inhaltes nie ein Kitschgefühl auf. Die Charaktere sind wunderbar dargestellt und man kann das Gefühlschaos der so unterschiedlichen Schwestern verstehen.

Bewertung vom 11.04.2018
Das Eis
Paull, Laline

Das Eis


ausgezeichnet

Als die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes Ausschau nach Eisbären hslten, müssen sie etwas anderes, schreckliches, entdecken. Beim Kalben eines Eisberges wird eine Leiche freigelegt. Wie sich heraus stellt, ist es die Leiche des Umweltaktivisten 
Tom Harding, der zusammen mit seinem Freund Sean Cawson in einer Eishöhle war, als diese teilweise einstürzte. Tom kam dabei ums Leben.Nun werden die Erinnerungen wieder geweckt, denn Sean macht sich noch immer Vorwürfe darüber, daß er Tom nicht helfen konnte. 

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und man muß sich stark konzentrieren, um nicht durcheinander zu kommen. Es gab zu Beginn doch Stellen, an denen ich noch einmal ein Stück zurück mußte, da ich den Absatz schlicht überlesen habe. Doch nach ein paar Seiten Einlesezeit klappt auch dies. Das Buch vermittelt ein ernstes Thema und sollte sowieso nicht einfach so weggelesen werden. Es sollte nachdenklich machen, auch wenn es hier um einen spannenden Fall geht. 

Bewertung vom 31.03.2018
Wolfswut
Gößling, Andreas

Wolfswut


ausgezeichnet

Lotte erbt von ihrem Vater eine angemietete Lagerhalle. Was sie dort findet, läßt sie erschaudern. In mehreren Fässern befinden sich Leichenteile. Durchweg von Frauen, Körperteile wurden bei lebendigem Leib abgetrennt und Fleischstücke aus ihnen herausgerissen. Das LKA mit Kira Hallstein steht vor einem schwierigen Fall. 

Bei diesem Buch darf man gar nicht darüber nachdenken, daß es anhand einer wahren Begebenheit geschrieben wurde. Denn diese Tatsache macht alles noch schauerlicher. Hier wird eine Brutalität beschrieben, die man sich nicht vorstellen mag. Der Autor hat diese Tat in einen wirklich guten Kriminalroman geschrieben. Er schreibt alles sehr genau (an manchen Stellen hätte es auch etwas ungenauer sein dürfen) und dies Buch ist wirklich nichts für sensible Leute.

Bewertung vom 28.03.2018
Ostseerache / Pia Korittki Bd.13
Almstädt, Eva

Ostseerache / Pia Korittki Bd.13


ausgezeichnet

Flora wurde als 12jährige beschuldigt, am Tod von Simon, dem Sohn der Nachbarn, Schuld zu sein. Doch Flora hat keinerlei Erinnerungen daran, daß Simon beim Spielen umgekommen ist. Sie wurde in eine Psychiatrie eingewiesen, ihr Vater begang Selbstmord. Ihre Mutter kapselt sich komplett von ihr ab, es gab keinerlei Kontskt. Doch nun erlitt die Mutter einen Herzinfarkt und liegt im Krankenhaus. Sie bittet Flora um Hilfe und diese kehrt nach langer Zeit in ihr Heimatdorf zurück. Als sie in ihrem Elternhaus Unterlagen über den Fall Simon findet, beginnt sie zu recherchieren. Doch bei den Dorfbewohnern stößt Flora auf Ablehnung, sie können ihr nicht verzeihen. Einzig ihre Nachbarin Nicole begegnet ihr ohne Vorurteile. Doch dann wird Nicole vergiftet und die Kripo Lübeck rund um Pia Korittki beginnen ihre Ermittlungen.

Dies ist bereits der 13. Band der Serie rund um Pia Korittki. Und auch dieser gefällt mir so gut wie alle vorher! Man muß nicht alle Bände der Serie kennen, um hier alles zu verstehen. Eva Almstädr erläutert die wissenswerten Vorgeschichten sehr gut, ohne dabei jedoch den Kenner der Serie zu langweilen. So schafft es auch der Neuling sich perfekt einzufinden. Die Handlung ist auch hier wieder sehr spannend und es werden viele falsche Fährten gelegt, wodurch der Spannungsbogen bis zum Schluß kontinuierlich hoch gehalten wird. Für mich einfach perfekt. Die Fälle sind in sich abgeschlossen und das Privatleben nimmt zwar eine Rolle ein und entwickelt sich sehr schön weiter, aber wie gesagt, es wird erläutert. Die Entwicklung des Charakters Pia ist sehr interessant und im Laufe der Jahre ist sie mir sehr vertraut geworden. Dadurch hat diese Serie bei mir schon einen Kultstatus erworben und der neue Band ist jedes Jahr eines meiner Highlights, auf das ich mich sehr freue. Eva Almstädr schreibt einfach wundervoll locker und bildhaft. Man kann sich sowohl die Charaktere, die hier halt die typische Dorfgemeinschaft mit Ecken und Kanten spiegelt, als auch die wunderschöne Gegend rund um Lübeck sehr gut vorstellen. Für mich war dieser Lokalkolorit schon ein kleines Stückchen Vorgeschmack auf den Sommerurlaub!

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