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Benutzername: aebbies.buechertruhe
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Bewertungen

Insgesamt 458 Bewertungen
Bewertung vom 11.06.2021
Große Elbstraße 7 - Das Schicksal einer Familie / Geschichte einer Hamburger Arztfamilie Bd.1
Serno, Wolf

Große Elbstraße 7 - Das Schicksal einer Familie / Geschichte einer Hamburger Arztfamilie Bd.1


ausgezeichnet

Im Jahr 1892 soll Vicki zur Haiden in Lübeck zur Lehrerin ausgebildet werden, was ihr jedoch schnell langweilig wird und sie deshalb heimlich nach Hamburg zurück fährt. Dort will sie sich nun allein durchschlagen. Dabei lernt sie den jungen Arzt Johannes Dreyer kennen, der gerade seine Stellung im Eppendorfer Krankenhaus verloren hat. Als in den Armenvierteln die Cholera ausbricht versuchen Johannes und Vicki alles, um den Menschen dort zu helfen. Eines Tages begegnet Vicki dabei ihrem Vater. Er ist Chefarzt im Eppendorfer Krankenhaus und hat kein Verständnis für den Wunsch seiner Tochter, ebenfalls Ärztin zu werden. Zudem verbietet er Vicki, sich weiter mit Johannes zu treffen. Als Vicki von einer Möglichkeit zur Ausbildung als Krankenschwester erfährt, ist ihr Entschluß schnell gefaßt. Sie will ihr Leben selbst bestimmen.

Der erste Teil der Familiensaga "Große Elbstraße 7" von Wolf Serno trägt den Titel "Das Schicksal einer Familie". Dieser Band ist zu Beginn nichts für Leser mit einem empfindlichen Magen. Wolf Serno beschreibt die Cholera in allen Einzelheiten. Das geht aber vorbei und danach erlebt der Leser den Kampf einer jungen Frau gegen Vorurteile und Zwänge. Die Argumente der Männer, mit denen sie die Frauen klein halten wollten, erscheinen heute einfach nur lächerlich. Den Frauen damals war aber bestimmt nicht zum Lachen zumute. Man merkt in dieser Geschichte aber ganz deutlich, daß sich die Zeiten allmählich ändern. Wolf Serno beschreibt dies alles auf sehr anschauliche Weise, so daß alles gut vorstellbar ist. Dies betrifft nicht nur das damalige Leben und die Cholera, auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Gerade Vicki ist sehr gut dargestellt, man erlebt hier, wie eine junge Frau rebelliert und sich ihr eigenes Leben aufbaut. Dieser Kampf gegen vorherrschende Meinungen imponiert. Bei diesem Buch merkt man deutlich, daß der Autor im Vorfeld gute Recherchearbeit leistet und gut vorbereitet in solch einen Roman startet. Alles, vom kleinsten Detail bis hin zum größten Gebäude, wirkt authentisch, die Handlungsweisen glaubhaft.

Dieses Buch lädt den Leser ein, ein paar spannende Jahre der deutschen Geschichte mitzuerleben. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht!

Bewertung vom 10.06.2021
FLEISCHESLUST IN UNTERFILZBACH
Adam, Eva

FLEISCHESLUST IN UNTERFILZBACH


ausgezeichnet

In Unterfilzbach geht es wieder rund! Der ehemalige Metzger Max Saxinger ist bekehrt - und von nun an Tierschützer und Kuhflüsterer. Mit seinen Praktiken zieht er der Tierärztin Marion Pauli die Kundschaft ab und überzeugt fast alle Unterfilzbacher zum Vegetarismus. Als er sich um den Stier Elmar des Huberbauern kümmern soll, liegt Max am anderen Morgen tot im Stall. Die Verdächtigen sind zahlreich und Hansi Scharnagl ist fest davon überzeugt, daß Kommissar Dietl ohne ihn mal wieder nicht in der Lage ist, den Fall aufzuklären....

Oh es ist einfach herrlich in Unterfilzbach. Dieser vierte Fall "Fleischeslust in Unterfilzbach" von Eva Adam hat mich grenzenlos begeistert. Hansi und seine Familie sind so richtig witzig. Frau Bettina, die ständig versucht ihrem Bärli das Fleisch auszureden, Hansi junior, der von Schwester Isabelle Beratung in Liebesdingen bekommt und Indira, die bald in Amerika studieren wird. Und natürlich Hansi, der sich von seinem Presssack nicht abbringen lässt. Doch Unterfilzbach hat noch so viel mehr Charaktere zu bieten. Allen voran die Dorfratsche Berta, die diesmal dringend Hilfe von Hansi benötigt und handzahm wird, die ganze Bauhof-Sippe und die Metzgersfamilie - ich liebe sie alle. Eva Adam gelingt es auf ganz geniale Art Humor zu verbreiten. Als das halbe Dorf Magen-Darm hatte, wurde das Toilettenpapier knapp - diese Szenen im Supermarkt kennt jetzt wohl jeder. Ihren Humor beweist Eva Adam auch bei der Wahl der Tiernamen. Ein Hängebauchschwein namens Schweinsteiger des Dorfwirtes und ein Schäferhund namens Paulaner des Getränkemarktbesitzers - da bleibt kein Auge trocken. Auf lockere Art erzählt die Autorin hier zum vierten Mal einen Kriminalfall, der ohne Hansi wahrscheinlich nie gelöst worden wäre. Und es gibt eine Menge Spuren, denen Hansi mit Hilfe von Sepp und Berta nachgehen muß, bis sie den Täter gefunden haben. Doch dies wäre Hansi und Berta fast zum Verhängnis geworden... Ich persönlich kenne alle Bände der Unterfilzbach-Reihe und habe mich sehr gefreut, auf alte Bekannte zu treffen. Aber auch die Leser, die Unterfilzbach noch nicht kennen, werden keinerlei Probleme haben, in die Handlung zu kommen. Die Bände sind jeweils abgeschlossen, zwar entwickeln sich die Charaktere weiter, aber Eva Adam sorgt dafür, daß alle wichtigen Details vermittelt werden. Ich hoffe sehr, daß Hansi noch viele Abenteuer bestehen darf - ich würde ihn auf jeden Fall begleiten!

Bewertung vom 08.06.2021
Heimat Natur
Haft, Jan

Heimat Natur


ausgezeichnet

Der Biologe Jan Haft ist vielfach ausgezeichneter Natur- und Tierfilmer. Begleitend zu seiner neuen Dokumentation erschien nun auch das Buch "Heimat Natur", in dem er den Leser auf eine Entdeckungsreise durch unsere schönsten Lebensräume mitnimmt. Gemeinsam mit ihm bereist man die verschiedenen Lebensräume von Nord- und Ostsee bis hinunter zu den Alpen. Diese Lebensräume lernt man hier anschaulich kennen. Man lernt einiges über ihre Entstehung und Geschichte, aber auch über die bekannten und weniger bekannten pflanzlichen und tierischen Bewohner. Hier begegnet man Tieren, von denen man noch nie vorher etwas gehört hat. Jan Haft hat eine wunderbare Art, jedem Leser die Schönheit der Natur näher zu bringen. Er schreibt so begeistert, seine Liebe zur Natur springt förmlich aus jedem Satz heraus. Als Leser bekommt man unweigerlich Lust, selbst auf Erkundungstour zu gehen. Seine Wortwahl ist für jedermann geeignet und auch Laien werden an diesem Buch ihre helle Freude haben. Dies ist ein wichtiger Aspekt, denn so erreicht Jan Haft viele Menschen, die sich vielleicht bisher nicht an solche Sachbücher herangetraut haben. Ein besonderes Highlight sind die zwei Abschnitte mit wundervollen Farbfotos, die dem Leser die Lebensräume auch visuell nahe bringen.

Jan Haft hat mich mit "Heimat Natur" begeistert und ich kann dieses Buch nur jedem Naturliebhaber (und denen, die es werden wollen) sehr ans Herz legen!

Bewertung vom 06.06.2021
Die Nibelungen
Wolf, Roman

Die Nibelungen


ausgezeichnet

Roman Wolf hat mit seinem Buch "Die Nibelungen" die wohl bekannteste, aber leider in den Hintergrund geratene, deutsche Sage neu interpretiert. Die Umsetzung zu einem Roman ist ihm tatsächlich sehr gut gelungen! Wer die Original-Sage eher trocken empfand, sollte sich hier nicht vom Genuß des Buches abschrecken lassen. Denn dieses Buch ist absolut spannend. Roman Wolf beschreibt Handlungsorte und deren Bewohner so lebensecht, daß man sich direkt in sie hineinversetzen kann. Man versteht ihre Handlungsweisen, bekommt ein Gespür dafür, wie sie manche Dinge empfunden haben. Diese Version der Nibelungen-Sage geht tiefer, als man es je gelesen hat. Der Autor läßt Dinge einfließen, die in der Sage nicht erwähnt werden, jedoch genau so geschehen sein könnten. Auch wird hier Brunhild und Krimhild mehr Beachtung geschenkt. Teile des Buches erlebt man aus ihrer Sicht, was für ein völlig neues Verständnis für die beiden Frauen und das Geschehen sorgt. Dies alles beschreibt der Autor auf sehr lebhafte und unterhaltsame Weise. Roman Wolf hat hier ein Nibelungen-Buch für jedermann geschrieben. Man kann leicht folgen, es ist sprachlich verständlich und tatsächlich kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Vielleicht erreicht Roman Wolf damit auch, daß sich wieder mehr Leser für die wunderbare alte Sage interessieren - das wäre ein schöner Nebeneffekt.

Bewertung vom 06.06.2021
Die Dame vom Versandhandel
Wolff, Ulrike

Die Dame vom Versandhandel


ausgezeichnet

Annie ist zu Zeiten des Wirtschaftswunders die heimliche Leiterin eines in Fulda ansässigen Versandhandels. Sie erweitert das Angebot um Möbel, Küchengeräte und Motorroller, während ihr Ehemann Kurt sich lieber dem Dressurreiten widmet. Doch Kurt hat ein Geheimnis tief in seiner Vergangenheit - und dies bedroht nun das Geschäft.

Ulrike Wolf spiegelt in dem Roman "Die Dame vom Versandhandel" den Aufstieg der Wirtschaft gekonnt wieder. Man merkt, hier wurde sehr gut recherchiert. Die Charaktere sind einfach unverwechselbar und zeitgemäß. Zunächst dachte ich, hier hätte "Neckermann" Pate gestanden, aber auf Josef Neckermann trifft man hier auch. Ebenso wie auf Hans-Günter Winkler und Halla. Diese Begegnungen haben mir viel Spaß bereitet und sorgten für Authentizität. Es paßt einfach alles zusammen. Annie ist natürlich die Sympathieträgerin, ohne sie würde die Firma schon längst nicht mehr existieren, da Kurt nur Interesse für die Reiterei zeigt. Das Buch überzeugt aber nicht nur durch seinen gut recherchierten Hintergrund, es ist auch sehr unterhaltsam geschrieben. Leicht lesbar mit einer Handlung, der man sehr schön folgen kann, reist man hier in eine Zeit, in der Kataloge noch den Stellenwert neu gewonnener Freiheit hatten. Und man kann diese Freiheit aufgrund des bildhaften Stils sehr gut nachvollziehen.

Für mich ist dieser Roman eine sehr empfehlenswerte Reise in eine Zeit, in der es den Online-Handel noch nicht gab - und man trotzdem zufrieden war.

Bewertung vom 04.06.2021
Die Mitte ist ein guter Anfang
Bloom, Franka

Die Mitte ist ein guter Anfang


sehr gut

20 Jahre lebt Eva nun schon ohne Trauschein mit Arne zusammen. Nun plötzlich macht er ihr, sehr zur Freude der gemeinsamen Tochter, einen Heiratsantrag. Doch Eva ist skeptisch. Mit fast 50 noch heiraten? Wo sich um sie herum alle Paare trennen? Außerdem hatte Arne mal eine Affäre. Eva beginnt über sich selbst nachzudenken und fragt sich, ob die Mitte des Lebens ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang ist.

"Die Mitte ist ein guter Anfang" von Franka Bloom ist ein kurzweiliger Sommerroman, der aber auch zum Nachdenken anregt. Franka Bloom schafft hier Charaktere, wie man sie auch im realen Leben antrifft. Gerade Eva mit ihren Gedanken und Sorgen wirkt sehr authentisch. Sie hinterfragt ihr Leben - und man kann ihre Gedankengänge gut nachvollziehen und hat Verständnis für ihre Sorgen. So würden wohl viele an ihrer Stelle reagieren. Doch trotz all dieser Probleme die hier gewälzt werden liest sich das Buch wie ein fröhlicher Roman. Franka Bloom thematisiert hier ein Thema, das viele irgendwann bewegt. Ab wann ist man zu alt für einen Neuanfang - ist man überhaupt jemals zu alt dafür? Das Resumee dieses Buches lautet klar: Nein! Man muß immer den Weg gehen, der einen glücklich macht. Dies vermittelt sie in diesem herzlichen Roman durch einen locker-leichten Schreibstil, der das Buch kurzweilig macht.

Dieser Roman ist die perfekte Sommerlektüre!

Bewertung vom 30.05.2021
Die Urlauber
Ward, Amanda Eyre

Die Urlauber


weniger gut

Die 71jährige Charlotte Perkins nimmt nach dem Tod ihrer besten Freundin an einem Schreibwettbewerb teil und gewinnt eine Kreuzfahrt für sich und ihre ganze Familie. Das ist eine gute Gelegenheit für Charlotte ihre drei erwachsenen Kinder Lee, Regan und Cord wieder zusammenzubringen. Jeder von ihnen schleppt ungelöste Probleme mit sich, will aber den anderen seine heile Welt vorgaukeln. Das gelingt nicht besonders gut und bald brechen Konflikte aus, die nicht so einfach zu lösen sind.

Das Buch "Die Urlauber" ist für mich eine einzige Enttäuschung. Von Cover und Klappentext her hatte ich eine amüsante Geschichte über eine Familie erwartet, die gemeinsam eine Kreuzfahrt macht. Klar, daß dabei Konflikte vorprogrammiert sind. Das hätte durchaus den Reiz an der Handlung ausmachen können, aber diese Familienmitglieder brauchen keinen Urlaub, sondern einen Psychiater. Amanda Eyre Ward hat aber auch jedes übliche Klischee bis zum äußersten ausgereizt. Das wirkt schon auf peinliche Art einfach lächerlich. Ich hatte stellenweise die Klimbim-Familie vor Augen. Dabei hat die Autorin es auch nicht geschafft, mir die Familie nahe zu bringen. Sie blieben fremd, es kam keinerlei Bezug zu ihnen, geschweige denn Sympathie zu jemandem von ihnen auf.

Leider muß ich hier sagen, daß ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, das mir so wenig gefallen hat.

Bewertung vom 29.05.2021
Wattenmeermord
Lund, Katja;Stephan, Markus

Wattenmeermord


ausgezeichnet

Jan Bender war jahrelang Kriminalkommissar in Essen, bis ein einschneidendes Erlebnis ihn dazu veranlasste als Polizist auf Pellworm zu arbeiten. Bei seiner Polizeiarbeit wird er tatkräftig von Tamme Hansen unterstützt, der sich für einen genialen Ermittler hält. Als genau vor Tammes Haus auf dem Deich eine Leiche gefunden wird, ist Tamme nicht mehr zu bändigen. Und auch seine Frau Laura hilft bei den Ermittlungen wo sie nur kann. Diese Hilfen finden bei den herbeigerufenenen Kriminalkommissaren aus Flensburg keinen Gefallen und bringen Jan in so manche unangenehme Situation...

Mit "Wattenmeermord" haben Katja Lund und Markus Stephan einen rundum gelungenen Regionalkrimi geschrieben. Dieser Krimi macht richtig Spaß! Angefangen bei den absolut sympathischen Charakteren, die allesamt sehr authentisch sind. Jan und Laura waren früher im Kommissariat ein eingespieltes Team - und sind es auch auf Pellworn noch. Man schließt sie sofort ins Herz und erfährt nach und nach die schreckliche Wahrheit für den Wechsel nach Pellworm. Dadurch versteht man die Ängste von Jan viel besser. Mein großer Favorit ist allerdings Tamme. Hier habe ich ein ganz klares Bild einer Person vor Augen und ich kann mir vorstellen, daß der Name Tamme Hansen nicht durch Zufall gewählt wurde. Hier soll man wohl automatisch Tamme Hanken vor sich sehen! An ihm gefällt mir seine Art. Er will bei den Ermittlungen helfen und gibt für seinen Freund Jan alles. Ein Highlight sind seine plattdeutschen Dialoge. Diese geben dem Buch das besondere Etwas, machen alles noch authentischer. Und bringen Humor in die Handlung, wenn Jan nichts versteht. Geschickt spinnt das Autorenduo hier eine alte Piratensage in die Handlung ein, die sehr interessant ist und ebenso wie die wunderschöne Landschaftsbeschreibung für Regionalität sorgt. Die Handlung verfügt über einen guten Spannungsbogen, der flach beginnt und stetig steigt, bis er zum Schluss seinen Höhepunkt erreicht. Wer allerdings wilde Verfolgungsjagden und Blutvergießen sucht, wird hier nicht glücklich. Dieser Krimi lebt durch eine ruhige Spannung, die erst am Ende für etwas höheren Blutdruck sorgt.

Für mich ist dieses Buch einfach perfekt. Es verfügt über alles, was einen sehr guten Regionalkrimi ausmacht und ich hoffe wirklich sehr, daß es noch mehr Fälle für Jan, Laura und Tamme geben wird!

Bewertung vom 27.05.2021
Besuch aus ferner Zeit
Webb, Katherine

Besuch aus ferner Zeit


ausgezeichnet

Bristol, heute: Liv erlebt gerade eine schwere Zeit. Sie hat ihr Baby verloren und ihr Vater ist spurlos verschwunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Liv will das nicht glauben. Sie zieht in das alte Haus ihres Vaters um ihn zu suchen. Dort merkt sie sofort, daß irgendetwas nicht stimmt. Die Möbel sind verschoben und ihr sonst so ordentlicher Vater hat ein ziemliches Durcheinander hinterlassen. Auch ein alter Mann gibt ihr Rätsel auf. Er taucht wie aus dem Nichts auf und will zwei völlig unbekannte Frauen sprechen. Als Liv nachts dann Stimmen und ein Baby weinen hört, glaubt sie den Verstand zu verlieren. Ist es ihrem Vater ebenso ergangen?

Bristol, 1831: Bethia ist mit einem einflussreichen Mitglied des Stadtrats verheiratet. Deshalb betreut sie das Armenhaus der Stadt. Sie setzt sich dafür ein, daß eine Bettlerin dort aufgenommen wird. Zu spät merkt sie, daß diese alte Frau ihre Vergangenheit kennt. Sie könnte Bethias Geheimnisse ans Tageslicht bringen. In Bethia reift ein perfider Plan, um die alte Bettlerin loszuwerden. Doch es ist zu spät. Die Schatten aus der Vergangenheit haben Bethia bereits eingeholt.

"Besuch aus ferner Zeit" von Katherine Webb besteht eigentlich aus zwei Geschichten. Wobei jede dieser Geschichten eine Klasse für sich ist. Man merkt aber schnell, daß die Gegenwart ohne die Vergangenheit gar nicht möglich wäre. Die Autorin erzeugt durch ihre dramatische Erzählweise eine mystische Stimmung. Sie beschreibt die Gefühle ihrer Charaktere so echt, daß man ihre Trauer, Sehnsucht und auch Wut hautnah miterlebt. In der Vergangenheit wird der Leser in eine Zeit versetzt, in der die Europäer sich ganz selbstverständlich für "die Krone der Schöpfung" hielten. In der Gegenwart muß man dann feststellen, daß sich dieses Denken in einigen Köpfen bis heute erhalten hat. Am Schluß bleiben einige Fragen offen. Das bewirkt, daß man dieses Buch nicht einfach weglegen kann, sondern noch länger darüber nachdenken muß. Dieses Buch wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben!

Bewertung vom 27.05.2021
Lieblingsplätze rund um Kiel
Lark, Karen

Lieblingsplätze rund um Kiel


ausgezeichnet

Kiel ist nicht nur wegen seiner Fährverbindungen nach Schweden und Norwegen eine Reise wert. Auch das dazugehörige Umland ist beliebt bei Einheimischen und Touristen. Diesem wirklich schönem Teil Deutschlands hat Karen Lark mit ihrem Buch "Lieblingsplätze rund um Kiel" eine Bühne geschaffen. Hier kann jeder für seine Interessen das richtige Ziel finden, egal ob es ein Ausflugsziel, ein Restaurant oder ein Freizeitpark sein soll. Bei den hier genannten 88 Tips ist garantiert etwas dabei! Der Leser beginnt seine Reise in Rendsburg, erobert die Ostseeküste über Eckernförde, Flensburg, Kappeln und Damp bis hinunter nach Travemünde und Timmendorfer Strand. Auf der westlichen Seite bereist man die Nordsee von Husum bis hinunter nach Friedrichskoog. Aber auch das Inland wird z. B. mit Plön, Preetz und Kellinghusen vorgestellt. Alle Ausflugsziele sind mit einer Nummer versehen, die sich auf der Karte zu Beginn und Ende des Buches wiederfindet. Die Ausflugsziele sind vielseitig. Man findet Naturschutzgebiete, Güter, Hofcafés, Restaurants, historische Orte, Museen, Wildparks und Aquarien ebenso wie besondere Brücken. All diese Lieblingsplätze werden auf einer Doppelseite vorgestellt, jeweils links mit einem ganzseitigen Foto und rechts mit einem kurzen, das Wichtigste vermittelnden Text. Dieser ist unterhaltsam und leicht zu lesen. Jeweils in blauer Schrift wird am Ende des Textes auf das ganz besondere Etwas des jeweiligen Ortes hingewiesen. Als kleines Extra findet der Bücherfreund am Ende des Buches eine kleine Auswahl an Krimis aus dem Gmeiner Verlag - passend zur Region.

Als treuer Fan dieser Region seit über 30 Jahren hat mir dieses Buch sehr viel Spaß bereitet. Ich konnte in Erinnerungen schwelgen, habe vieles wiedererkannt und tatsächlich noch sehr viel neues entdeckt! Wer diese schöne Region noch nicht kennt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Denn danach wird die Sehnsucht groß sein, alles "in echt" zu erleben. Und wer die Region genauso liebt wie ich - der wird mit diesem Buch einen Urlaub auf der heimischen Couch erleben und davon träumen, endlich wieder die Koffer packen zu können und sich auf den Weg machen zu dürfen - nach Kiel und seiner Umgebung.