Caroline Schmitt
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Monstergott (eBook, ePUB)
Roman »Oh Gott, ist das ein gutes Buch!« Benjamin von Stuckrad-Barre
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Eigentlich haben Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde - dem göttlich funkelnden Safespace, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter.Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben.Est...
Eigentlich haben Ben und Esther alles, was sie brauchen: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und wichtige Funktionen in ihrer Gemeinde - dem göttlich funkelnden Safespace, in dem der Pastor teure Sneaker trägt, seine Frau Highlights aus der Predigt auf Instagram teilt und Gott uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, und so weiter.
Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben.
Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernstgenommen werden als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verlorengeglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt.
Monstergott erzählt von zwei Geschwistern, für die es überlebenswichtig wird, ihren Glauben und seine Regeln infrage zu stellen - und damit alles, was sie kennen.
Doch Ben hat ein Problem, das zwischen ihm und seinem göttlichen Vater steht. Niemand weiß davon, nicht mal seine Schwester Esther. Je verzweifelter er sich aus den Fängen der Sünde befreien will, desto mehr tyrannisiert sie sein Leben.
Esther hat ihr Leben lang gelernt, dass sich die Frau unterordnet. Das steht in der Bibel. Das ist Gottes Wille. Aber sie will endlich ernstgenommen werden als eigenständiger Mensch und als Musikerin. Als sie einen verlorengeglaubten, aber nie vergessenen Menschen von früher wiedertrifft, spürt sie einen Hunger nach der Welt da draußen, die gar nicht so verdorben wirkt.
Monstergott erzählt von zwei Geschwistern, für die es überlebenswichtig wird, ihren Glauben und seine Regeln infrage zu stellen - und damit alles, was sie kennen.
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Caroline Schmitt, Jahrgang 1992, studierte Journalismus an der University of the Arts London. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Journalistin für Deutschlandfunk Kultur und die Deutsche Welle. 2023 erschien ihr literarisches Debüt Liebewesen.
Produktdetails
- Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.
- Seitenzahl: 320
- Erscheinungstermin: 28. August 2025
- Deutsch
- ISBN-13: 9783843736725
- Artikelnr.: 73783647
»Mit viel Gespür für Zwischentöne reißt Caroline Schmitt der Religion zwischen Gebet und Doppelmoral die Maske runter [...].« Linn Könnecke emotion 20250901
»Caroline Schmitt erzählt von einer ganz eigenen Welt, die liebevoll und grausam zugleich sein kann, und lässt ihre Protagonist:innen als komplexe, widersprüchliche Figuren erscheinen.« Lena Nanut An.schläge 20251105
Traumatische Begegnungen
Ben und Esther sind Geschwister, die sich gut verstehen, gegenseitig aufeinander achten und immer füreinander da sind. Sie teilen sich ein Zuhause und leben in Wohngemeinschaft.
Seit frühester Jugend werden sie, durch ihr Elternhaus forciert, mit den strengen …
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Traumatische Begegnungen
Ben und Esther sind Geschwister, die sich gut verstehen, gegenseitig aufeinander achten und immer füreinander da sind. Sie teilen sich ein Zuhause und leben in Wohngemeinschaft.
Seit frühester Jugend werden sie, durch ihr Elternhaus forciert, mit den strengen Regeln eines allmächtigen Gottes konfrontiert, sind aktiver Teil einer strikt auf die Worte der Bibel ausgerichteten Glaubensgemeinschaft. Jeden Schmerz, den sie erleiden, versuchen sie durch Worte aus der Heiligen Schrift zu erklären. Wegweisend dabei ist ein äußerlich attraktiv erscheinender und modisch gekleideter Pfarrer, der seine Gemeinde sektenähnlich führt und begleitet. Seine Predigten gleichen einem inszenierten musikbegleitendem Spektakel mit strengen Worten der Mahnung zur Abkehr jeglicher Verfehlungen im Alltag, die den religiösen Vorstellungen ihres Gottvaters widersprechen. Gesellschaftliche Freiheiten werden als abscheuliche Sünde gewertet. Dieser Konflikt zwischen dem Arbeitsalltag mit freiheitlich denkenden und handelnden Menschen und den mentalen Einschränkungen im privaten Lebensbereich führt zu traumatischen Belastungen und schreit nach Emanzipation.
Caroline Schmitt setzt den Fokus in ‘Monstergott‘ auf religiös abhängige Menschen, die in ihrem Gedankengut und ihren Handlungen stark eingeschränkt werden und einen inneren, erbitterten Seelenkampf austragen. Ihre Sprache ist klar, mitunter eigenwillig mit schnell wechselnden Gedanken und szenischen Darstellungen, aber immer ehrlich und sogleich schonungslos ansprechend. Sie zeigt deutlich die Verletzlichkeit der menschlichen Persönlichkeit in ihrem Drang nach unabhängiger Entwicklung.
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Die Geschwister Esther und Ben leben in einer streng strukturierten Freikirche, deren Weltbild und Regeln ihr ganzes Leben bestimmen. An der Spitze steht ein Pastor, der nach außen hin cool und modern wirkt – mit Sneakern und einer Cap mit der Aufschrift „Ostersonntag …
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Die Geschwister Esther und Ben leben in einer streng strukturierten Freikirche, deren Weltbild und Regeln ihr ganzes Leben bestimmen. An der Spitze steht ein Pastor, der nach außen hin cool und modern wirkt – mit Sneakern und einer Cap mit der Aufschrift „Ostersonntag Mindset“ –, während seine Frau die Predigthighlights auf Social Media teilt. Doch hinter dieser Fassade beginnt es zu bröckeln: Esther stößt zunehmend an die engen Grenzen der Gemeinde, während Ben von einem lange verdrängten Geheimnis eingeholt wird.
Caroline Schmitt hat mit Monstergott einen grandiosen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, das Cover greift die Thematik stimmig auf. Besonders beeindruckend ist, wie es der Autorin gelingt, durch detailreiche und teils dogmatisch geschilderte Szenen ein dauerhaftes Gefühl der Absurdität dieser Glaubensgemeinschaft zu erzeugen. So gibt es etwa die „Zweierschaft“, in der sich Gemeindemitglieder gegenseitig bestärken sollen, beim Verlangen nach pornographischen Inhalten den Browser sofort zu schließen. Auch das skurrile Dating-Traktat „Best of der christlichen Literatur zum Umgang mit ADAGs (Angehörigen des anderen Geschlechts)“ zeigt den ironisch-kritischen Blick, den Schmitt auf diese Welt richtet.
Zugleich behandelt der Roman ernste Themen wie Doppelmoral, Machtmissbrauch, Sexualität und Emanzipation im Glauben. Besonders stark ist, wie die unterschiedlichen Perspektiven von Esther und Ben die Spannungsfelder innerhalb der Gemeinde deutlich machen. Zahlreiche eingearbeitete Bibelzitate zeugen außerdem von gründlicher Recherche und verleihen dem Buch zusätzliche Authentizität.
Ich habe Monstergott mit großem Interesse gelesen und oft geschmunzelt. Für mich ist dieser Roman eine klare Leseempfehlung!
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Ben liegt in einer Turnhalle, die eine kleine christliche Gemeinde gemietet hat. Zwei Männer knien neben ihm und beschwören Gott, er möge sich seiner bemächtigen und den Teufel aus ihm heraustreiben, so Ben wieder Gottes treuer Diener werden könne. Für diese Prozedur …
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Ben liegt in einer Turnhalle, die eine kleine christliche Gemeinde gemietet hat. Zwei Männer knien neben ihm und beschwören Gott, er möge sich seiner bemächtigen und den Teufel aus ihm heraustreiben, so Ben wieder Gottes treuer Diener werden könne. Für diese Prozedur nahm Ben 200 Kilometer auf sich, weil er dringend wieder auf den rechten Pfad kommen muss.
Ben hat alle Sommerferien mit seiner eigenen Gemeinde verbracht. Sie haben in Zelten geschlafen, musiziert und sich gemeinsam Gott genähert. Die Bibel hat er schon unzählige Male gelesen, er hat mehrere Ausgaben. Gerade erarbeitet er sich wieder das Lukasevangelium. Gott hat ihn erwählt, zum Glück.
Diese bedingungslose unverdiente Liebe macht ihn fertig. Vergebung als Selbstverständlichkeit. Das Kreuz als Versprechen. Und alles, was Gott im Gegenzug wollte, war ein reines Herz, das sich nach ihm verzehrte.“
Das einzige Problem sind Bens Neigungen, wegen denen er schon in der Schule gehänselt wurde.
Im Lobpreisteam am Wochenende, spielt Ben das Keyboard, seine ältere Schwester Esther singt. Der Priester spricht die Tagesandacht und möchte, dass jeder sich eine Sache überlegt, um die er Gott bitten möchte. das Anliegen wird auf einen weißen Zettel geschrieben und an das große Holzkreuz im Eingangsbereich gehängt, das Symbol für ihrer aller Erlösung. Esther und Ben hatten den Glauben mit der Muttermilch aufgesogen. Sein Weg zum Herrn begann vor fünfzehn Jahren. Damals hatten sie noch in der Fußgängerzone gesungen und getanzt und Freunden von der guten Nachricht erzählt.
Esthers beste Freundin Hannah war zum ersten Mal nicht bei der Freizeit dabei, weil sie mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen steckte. Genau wie Esther hat Hannah sich bisher den körperlichen Freuden weitestgehend versagt. Masturbation enttäuscht Gott. Der körperliche Austausch erst nach dem Ehegelübde ist für alle das Höchstgebot.
Fazit: Caroline Schmitt hat in ihrem zweiten Roman eine sektenähnliche Kirchengemeinde verhandelt. Sie zeigt die Sicht ihrer Protagonist*innen Esther und Ben abwechselnd in mehreren Kapiteln. Beide hadern mit der Unvereinbarkeit ihrer Gefühle der ersten Leidenschaften und dem Dienen Gottes. Sie erleben innerhalb der Gemeinde Zugehörigkeit, Sicherheit, aber auch Manipulation und Abhängigkeit. Die Obsessionen, denen sie in der realen Welt begegnen,widersprechen dem reinen Herzen und das zerreißt sie fast. Während Ben seinen Begierden mit Selbstkasteiungen begegnet, stört Esther sich gewaltig an ihrer Rolle als Frau, die Gott ihr angeblich abverlangen soll, wie der Pastor insistiert. Zwischendrin kommt ein Knaller, der mir emotional vieles abverlangt und mich lautstark vor mich hinschimpfen lässt. Das Ende ist ein echter, hoffnungsfroher Mutmacher. Die Autorin hat mich wieder mit ihren Held*innen leiden und kämpfen lassen und das kann sie gut, wie sie in ihrem Debüt „Liebewesen“ schon gezeigt hat, das ich gefeiert habe.
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Warum der angebissene Apfel als Titelbild gewählt wurde, ist angesichts des Themas des Buches leicht nachvollziehbar. Wir begleiten Esther und Ben, zwei Geschwister, die seit ihrer Geburt in einer (konservativen) Freikirchen-Gemeinde leben. Zwar ziehen beide viel aus der Gemeinschaft und ihrem …
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Warum der angebissene Apfel als Titelbild gewählt wurde, ist angesichts des Themas des Buches leicht nachvollziehbar. Wir begleiten Esther und Ben, zwei Geschwister, die seit ihrer Geburt in einer (konservativen) Freikirchen-Gemeinde leben. Zwar ziehen beide viel aus der Gemeinschaft und ihrem Glauben, jedoch merkt man als Leser schnell, dass sich die Geschwister Konflikten stellen müssen, denen sie lieber aus dem Weg gehen würden. Während Esther mit den patriarchalen zu kämpfen hat, zweifelt Ben aus ganz anderen Gründen an seiner Verbindung zu Gott.
Man sagt stummer Schmerz sei der schlimmste, da er unentdeckt bleibt. Ich finde, dies beschreibt den Leidensweg der Geschwister sehr gut. Dabei ist das Buch keine Kritik an Gott oder der (christlichen) Religion. Vielmehr wendet sich das Buch gegen Machtstrukturen, die leider viel zu oft auf religiöse Ideologien gestützt werden. "Monstergott" bespricht die negativen Auswirkungen vom Versuch, einem Ideal gerecht zu wirken, das man einfach nicht erfüllen kann bereits im Titel. Auch der gütigste Gott wird furchteinflößend, wenn er jeden einzelnen Gedanken darauf kontrolliert, ob er frei von Sünde ist.
Einen Stern Abzug gab es dafür, dass ich manche Rückblenden nicht direkt als solche einordnen konnte und manche Persönlichkeitsentwicklungen sehr sprunghaft und (für mich unrealistisch) schnell erfolgen.
Trotzdem war das Buch ein einprägsames Leseerlebnis. Nicht nur aufgrund des lockeren und flüssigen Schreibstils von Caroline Schmitt. Alle Figuren, nicht nur Esther und Ben, wirken sehr lebendig. Ich hatte durchgehend das Gefühl, dass ich den meisten der Persönlichkeitstypen im realen Leben bereits begegnet bin.
Das Buch zeichnet sich besonders durch seine zunächst subtile, dann sehr laute Kritik aus.
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Vorne weg: Ich bin großer Fan von "Liebewesen" gewesen und der Erzählstil von Caroline Schmitt gefällt mir sehr, aber der Inhalt des Buches war nicht meins, so garnicht.
Die beiden Hauptprotagonisten, Ben und Esther, führen ein Leben in einer Gemeinde mit starkem …
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Vorne weg: Ich bin großer Fan von "Liebewesen" gewesen und der Erzählstil von Caroline Schmitt gefällt mir sehr, aber der Inhalt des Buches war nicht meins, so garnicht.
Die beiden Hauptprotagonisten, Ben und Esther, führen ein Leben in einer Gemeinde mit starkem Bezug zu Jesus Christus. Themen wie Selbstbefriedigung, Sex vor der Ehe, der erste Orgasmus werden hier thematisiert. Das konnte man der Leseprobe schon entnehmen, und auch wenn mir bewusst war, dass das eigentlich nicht meine Themen sind, wollte ich dem Buch eine Chance geben.
Leider hat es mich nicht wirklich abgeholt. Ich habe keine Verbindung zu den Personen aufbauen können. Es war einfach in die Geschichte reinzukommen und der Schreibstil an sich hat mir auch gefallen, aber packend fand ich es nicht. Daher fand ich gut, dass das Buch nur 260 Seiten hat.
Definitiv eine interessante Herangehensweise an das Thema, aber leider für mich nur drei Sterne.
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Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder von einem gewissen Humor durchzogen ist.
Einfach herrlich.
Im Mittelpunkt stehen …
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Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder von einem gewissen Humor durchzogen ist.
Einfach herrlich.
Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Ben und Esther, die fest in ihrer Freikirche und ihrem Glauben verwurzelt sind.
Doch nach und nach treten Widersprüche und Erfahrungen zutage, die sie dazu bringen, ihren Glauben zu hinterfragen - auf ganz unterschiedliche Weise.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der feministische Aspekt von Esthers Geschichte. Ihre Sehnsucht nach einem selbstbestimmten und selbstverwirklichenden Leben ist absolut nachvollziehbar, und die innere Spannung, die sich daraus ergibt, dass ihr Glaube - oder Gott selbst - ihr im Weg zu stehen scheint, ist sehr eindringlich geschildert.
Ben hingegen hat mich mit seiner inneren Zerrissenheit tief berührt und ich habe bis zum Schluss mit ihm gefühlt und auf ein gutes Ende gehofft.
Ich fand es total spannend, in anderen Rezensionen zu lesen, wie realistisch die Darstellung des Lebens in einer Freikirche empfunden wird.
Da fehlte mir persönlich der Erfahrungshintergrund - umso interessanter war dieser Einblick für mich.
Im Vergleich zu Schmitts Debüt 'Liebewesen' reicht 'Monstergott' für mich nicht ganz heran. 'Liebewesen' hatte mich damals komplett mitgerissen.
Ich finde der Einstieg in 'Monstergott' war etwas zäh, aber dann nimmt die Geschichte deutlich an Tiefe und Tempo auf.
Alles in allem ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle - vor allem denjenigen die sich für Glaube, Identität und Selbstbestimmung interessieren.
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Esther und Ben wachsen in einer sogenannten charismatischen Gemeinde auf. Das Leben dort scheint harmonisch und glücklich zu sein. Doch es hat einen Preis. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich, wie sich der Alltag der Geschwister oder besser gesagt, ihr gesamtes Leben dem sogenannten Willen …
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Esther und Ben wachsen in einer sogenannten charismatischen Gemeinde auf. Das Leben dort scheint harmonisch und glücklich zu sein. Doch es hat einen Preis. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich, wie sich der Alltag der Geschwister oder besser gesagt, ihr gesamtes Leben dem sogenannten Willen Gottes unterzuordnen haben. Doch wer bestimmt, was Gottes Wille ist oder besser, wer maßt sich an, ihn zu kennen? Zweifel werden nicht geduldet. Esther, die eine Leitungstätigkeit anstrebt, wird vom Pastor auf ihre gottgewollte Rolle als Frau verwiesen. Frauen haben sich den Männern unterzuordnen. Bibelstellen hat der Pastor genug, um seine Sicht zu begründen. Esthers durchaus auch biblisch begründete Einwände werden ignoriert. Ben dagegen sollen die „Dämonen“ ausgetrieben werden, die ihn vom „rechten Weg“ abbringen. Dafür ist jedes auch noch so absurdes Mittel recht.
Esther und Ben sind in ihrem Glauben stark verwurzelt, aber das Fundament ihres Glaubens bekommt Risse. Sie müssen sich entscheiden, weiter fremdbestimmt zu werden oder ihren Glauben zu hinterfragen und selbstbestimmt zu leben. Rückhalt haben sie bei ihren Eltern und wenigen guten Freunden außerhalb der Gemeinde.
Mich haben die Lebensgeschichten von Esther und Ben sehr berührt. Caroline Schmitt schildert ihre Protagonisten und ihr Lebensumfeld sehr lebendig und authentisch. Auch wenn es sich um eine fiktive Erzählung handelt, gibt es ähnliche Schicksale und Praktiken in einigen Freikirchen. Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt weiter.
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Gebundenes Buch
Also ehrlich gesagt, bin ich ein wenig ratlos. Sicherlich ist es ein interessantes Buch, aber irgendwie plätschert es für mich so vor sich her. Da ich bereits viele Bücher zu dem Thema gelesen habe, ist dieses nicht unbedingt eines, dass ich zu meinen Favoriten zählen würde. …
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Also ehrlich gesagt, bin ich ein wenig ratlos. Sicherlich ist es ein interessantes Buch, aber irgendwie plätschert es für mich so vor sich her. Da ich bereits viele Bücher zu dem Thema gelesen habe, ist dieses nicht unbedingt eines, dass ich zu meinen Favoriten zählen würde. Die Handlung mutet einer Sekte an, deren Vorgehen gebetsmühlenartig an die Gemeinde weitergegeben wird. Das I-Tüpfelchen ist der moderne Pfarrer, der selber den menschlichen Gelüsten nicht abgeneigt ist. Nun ja…
Ben und Esther, zwei Geschwister leben in einer Wohngemeinschaft zusammen und haben ein denkbar gutes Verhältnis. Ihr Leben ist geprägt von der christlichen Lehre, die ihnen bereits als Kinder vermittelt und zu einem wichtigen Bestandteil ihres Daseins geworden ist. Sowohl Ben und Esther hadern mit einigen dieser Lehren und versuchen verzweifelt Lösungen für sich zu finden.
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Gebundenes Buch
Über Zugehörigkeit und Glauben, Schuld und Selbstbefreiung: 4,5⭐️
Nachdem mir Caroline Schmitts Debütroman „Liebewesen“ sehr gut gefallen hatte, war ich schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman mit dem sicher polarisierenden Titel „Monstergott“. Auch …
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Über Zugehörigkeit und Glauben, Schuld und Selbstbefreiung: 4,5⭐️
Nachdem mir Caroline Schmitts Debütroman „Liebewesen“ sehr gut gefallen hatte, war ich schon sehr gespannt auf ihren neuen Roman mit dem sicher polarisierenden Titel „Monstergott“. Auch der Roman selbst wird gewiss widersprüchliche Gefühle bei den Leser*innen hervorrufen.
Erzählt wird die Geschichte der Geschwister Esther und Ben. Sie wuchsen in einem sehr religiösen Umfeld auf, gehören auch als junge Erwachsene noch derselben konservativen Freikirche an. Der Glauben und die Gemeinde bestimmen seit jeher ihr gesamtes Leben, ihre Freizeitgestaltung, ihren Freundeskreis und ihr soziales Umfeld. In diesem „Safe Space“ ist äußerlich alles hip und modern, der charismatische Pastor trägt teure Sneakers, seine Frau teilt die Highlights der Predigten auf Instagram.
Doch Ben hat ein Problem, ein Geheimnis, von dem noch nicht einmal seine ihm ansonsten sehr nahestehende Schwester weiß. Mit allen Mitteln versucht er, sich aus den „Fängen der Sünde“ zu befreien, doch immer wieder scheitert er daran.
Esther dagegen hat von Klein auf gelernt, dass Frauen fürsorgliche Wesen sind und sich im Leben stets unterordnen muss, so steht es auch in der Bibel geschrieben. Doch sie möchte endlich als eigenständiger Mensch wahrgenommen werden, möchte als Musikerin nicht nur die Gottesdienste gestalten, sondern erfolgreich sein. Als sie ihren früheren Freund Paul wiedersieht, gerät ihre Glaubenswelt ins Wanken und ihr Lebenshunger erwacht.
Die starren Regeln der Glaubensgemeinschaft, der Alltag der Geschwister und ihre Überzeugungen – all das weckte sehr gemischte Gefühle in mir. Ich denke, viele werden solch ein Leben nicht nachvollziehen können. Doch das ist gar nicht nötig, um das Buch gut zu finden.
Caroline Schmitt hat für ihren Roman ein „unbequemes“ Thema gewählt, mit dem eventuell nicht jede*r etwas anfangen kann. Doch auch für nicht-religiöse Menschen ist die Geschichte gut nachfühlbar.
Die Autorin schreibt sehr klug und feinfühlig. Sie schafft es, dass man sich gut in die Gedanken und Gefühle der Protagonist*innen hineinversetzen kann, auch wenn man ihre Ansichten selbst nicht teilt.
Besonders gegen Ende hin überzeugt das Buch durch die gelungene Darstellung der Selbstbefreiung der Geschwister.
„Monstergott“ ist gewiss kein Feel-Good-Roman, keine einfache Lektüre. Es ist ein aufrüttelndes und kluges Buch, das uns einen Blick öffnet in die Strukturen strenger religiöser Gemeinschaften (und auch die Bigotterie, die oft dahinter steht!) - und den Mut bzw. schweren Weg, sich daraus zu lösen.
4,5⭐️
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Gebundenes Buch
Die Geschwister Ben und Esther gehören seit ihrer Kindheit zu einer Freikirche. Sie versuchen, ihr Leben für Jesus zu leben, folgen den Regeln ihrer Kirche und engagieren sich dort auch so viel es ihnen möglich ist. Die Kirche scheint auf den ersten Blick sehr modern zu sein, mit …
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Die Geschwister Ben und Esther gehören seit ihrer Kindheit zu einer Freikirche. Sie versuchen, ihr Leben für Jesus zu leben, folgen den Regeln ihrer Kirche und engagieren sich dort auch so viel es ihnen möglich ist. Die Kirche scheint auf den ersten Blick sehr modern zu sein, mit einem coolen, offensichtlich aufgeschlossenem Pfarrer und einer Social Media Präsenz. Aber Esther muss erkennen, dass sie sich als Frau in der Gemeinde nicht so entfalten kann, wie sie es möchte, und Ben, dass Sexualität sich in der Gemeinde nur auf Mann und Frau bezieht und er sich in eine andere Richtung entwickelt…
Die Autorin bringt in dem Buch alles auf den Punkt. Wie sie das tägliche Leben der Geschwister zwischen Glauben und moderner Arbeitswelt und später die Gewissenskonflikte der beiden beschreibt, ist beeindruckend und sehr glaubhaft.
Beim Lesen von „Monstergott“ musste ich oft an das Lied von Genesis „Jesus, he knows me“ denken, da an einigen Stellen das „do as I say, don’t do as I do“ und die Bigotterie sehr offensichtlich werden. Gleichzeitig kann man als Leser aber auch nachvollziehen, warum Ben und Esther die Gemeinde als Heimat ansehen und warum es so schwer ist auszusteigen.
Das Ende fand ich ein bisschen zu abrupt, ich hätte gerne gewusst, wie die beiden in ihren „neuen“ Leben klarkommen, aber das hätte den Rahmen des Romans wahrscheinlich gesprengt und ändert nichts daran, dass das Buch absolut lesenswert ist.
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