Jacques Poulin
Gebundenes Buch
Volkswagen Blues
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Der kanadische Kultroman über eines der schönsten und ungewöhnlichsten Paare der Literatur, das in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, ist unvergesslich.Der Zufall führt sie zusammen. Jack Waterman, ein schweigsamer Träumer in der Schreibkrise, auf der Suche nach seinem Bruder Théo. Und die Halb-Innu Pitsémine, rastlos und lesewütig, wegen ihrer langen, dünnen Beine auch die Große Heuschrecke genannt. Mit einer Nähe, die nur Fremde verbindet, tun sie sich zusammen. Sie sichten alte Karten und Bücher, suchen das traurigste Chanson der Welt, und durchqueren ...
Der kanadische Kultroman über eines der schönsten und ungewöhnlichsten Paare der Literatur, das in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, ist unvergesslich.Der Zufall führt sie zusammen. Jack Waterman, ein schweigsamer Träumer in der Schreibkrise, auf der Suche nach seinem Bruder Théo. Und die Halb-Innu Pitsémine, rastlos und lesewütig, wegen ihrer langen, dünnen Beine auch die Große Heuschrecke genannt. Mit einer Nähe, die nur Fremde verbindet, tun sie sich zusammen. Sie sichten alte Karten und Bücher, suchen das traurigste Chanson der Welt, und durchqueren auf Théos Spur in Jacks altem VW-Bus den Kontinent, von Québec bis San Francisco. Mit seinem Kultroman über eines der ungewöhnlichsten Paare der Literatur ist der gefeierte kanadische Autor Jacques Poulin endlich auch hier zu entdecken. Eine Roadnovel voller Weite, erzählt mit feinem Witz und einer seltenen Wärme.
Jacques Poulin wurde 1937 in Saint-Gédéon-de-Beauce (Québec) geboren. Er studierte Psychologie und arbeitete als Übersetzer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Poulins mehrfach ausgezeichnetes und in zahlreiche Sprachen übersetztes Werk umfasst vierzehn Romane. Volkswagen Blues (1984) ist sein bekanntestes, mehrfach preisgekröntes Buch und ein moderner Klassiker der frankokanadischen Literatur.
Produktdetails
- Verlag: Hanser
- Originaltitel: Volkswagen Blues
- Artikelnr. des Verlages: 505/26761
- Seitenzahl: 251
- Erscheinungstermin: 21. September 2020
- Deutsch
- Abmessung: 210mm x 136mm x 30mm
- Gewicht: 382g
- ISBN-13: 9783446267619
- ISBN-10: 3446267611
- Artikelnr.: 59014467
Herstellerkennzeichnung
Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
info@hanser.de
"Ein schrulliges Amerika-Epos, eine mitreißende, komische Geschichte, in der sich die historischen Brüche des Kontinents erschließen." Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.20 "Dieser Roadtrip [...] schafft es irgendwie, schlau, leicht und melancholisch zugleich zu sein." Andreas Lesti, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.11.20 "Dieses herrliche Buch ist eine Feier der Weite und des Reisens, ein heiteres, leicht hippiemäßiges Werk, das in lässiger Sprache erzählt und sehr fesselnd ist. Eines der anregendsten Bücher aus Kanada, die jetzt erschienen sind." Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur, 05.10.20 "Eine tiefsinnige Reiseerzählung und die berührende Geschichte eines besonderen und kuriosen Paars." Claudio Campagna, NDR Kultur, 28.09.20
Jack Waterman, mäßig erfolgreicher Autor in einer Schaffenskrise, an einem Punkt angelangt, an dem die Vergangenheit an Bedeutung gewinnt. Insbesondere sein vor knapp zwanzig Jahren verschwundener Bruder Theo. Die einzige Spur ist eine unleserliche Postkarte, in Gaspé abgeschickt. …
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Jack Waterman, mäßig erfolgreicher Autor in einer Schaffenskrise, an einem Punkt angelangt, an dem die Vergangenheit an Bedeutung gewinnt. Insbesondere sein vor knapp zwanzig Jahren verschwundener Bruder Theo. Die einzige Spur ist eine unleserliche Postkarte, in Gaspé abgeschickt. Jack möchte ihn wiedersehen, und so macht er sich in seinem altersschwachen Bulli auf den Weg. Gleich zu Beginn seiner Tour gabelt er eine Anhalterin auf, die ihm im weiteren Verlauf nicht nur eine angenehme Reisebegleitung sondern auch eine wertvolle Hilfe sein wird. Pitsemine, die „Große Heuschrecke“, ist eine Halb-Innu, eine intelligente junge Frau, rastlos auf der Suche nach der wahren Geschichte der Ureinwohner und somit auch nach ihrer eigenen Identität.
Das Highlight dieses Romans sind für mich die Gespräche der Protagonisten, in denen sie sich über Literatur und die amerikanische Geschichte austauschen, nicht nur unterhaltsam sondern auch höchst informativ. Insbesondere der Blick Pitsemines zeigt einen gänzlich anderen Blick auf die gängige Geschichtsschreibung, was die Entdeckung Nordamerikas angeht. Die Motivationen der französischen Forscher mögen ja edel gewesen und einem wissenschaftlichen Interesse entsprungen sein, aber ihre Reisen bereiteten den Boden für all diejenigen, denen es in erster Linie nicht um die Entdeckung sondern um die Eroberung, die Inbesitznahme des Kontinents und seiner Ressourcen ging. Die Dezimierung und Vertreibung der Ureinwohner und damit auch die Zerstörung ihrer Identität wurde dabei billigend in Kauf genommen.
„Volkswagen Blues“ ist ein Klassiker der franko-kanadischen Literatur, der der Gattung der Road Novel zugeordnet wird. Und obwohl im Original bereits 1984 erschienen, wirkt der Roman noch immer zeitlos. Es ist eine melancholische Geschichte, in der die Suche nach dem Bruder gleichsam zu einer Suche nach dem kollektiven Gedächtnis und dem eigenen Selbst wird.
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In dem Roman geht es um einen Schriftsteller, der seinen Bruder sucht und sich mit seinem VW-Bus eine kanadisch-us-amerikanische Reise macht. Gleich zu Beginn nimmt er eine trampende junge Frau, eine Halb-Innu, und ihr kleines Kätzchen mit. Die beiden begeben sich nun gemeinsam auf die Suche …
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In dem Roman geht es um einen Schriftsteller, der seinen Bruder sucht und sich mit seinem VW-Bus eine kanadisch-us-amerikanische Reise macht. Gleich zu Beginn nimmt er eine trampende junge Frau, eine Halb-Innu, und ihr kleines Kätzchen mit. Die beiden begeben sich nun gemeinsam auf die Suche nach dem Bruder. Allerdings geht es auch um die Suche nach der Geschichte der Eingeborenen und der amerikanischen Siedler im 19. Jahrhundert.
Eine Liebesgeschichte der beiden Reisenden wird kurz angekratzt, aber zum Glück nicht weiterentwickelt. Das hätte den Roman, meiner Meinung nach, den Roman ins kitschige abrutschen lassen.
Aber so wird man auf eine spannende Reise durch Nordamerika mitgenommen und lernt einiges über die amerikanische Geschichte. Häufig nehmen die Protagonisten Bezug auf amerikanische Autoren, was mir teilweise aber ein bisschen viel war, da mir kaum einer der Namen etwas gesagt hat. Über die Protagonisten erfährt man an sich nicht so viel, was aber nicht schlimm ist, da somit der Fokus auf der eigentlichen Geschichte bleibt und nicht aufgebläht wird. Manchmal erscheinen mir einige Dinge/Entscheidungen ein bisschen wie „Deus ex machina“, aber alles in Allem ist diese Geschichte ein sehr netter, kurzer Roman, den man jedem Nordamerika- und Roadtrip-Fan empfehlen kann.
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In "Volkswagen Blues" macht sich ein Mann auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder Théo. Pitsémine, die er aufgabelt, begleitet ihn länger als erwartet. Zusammen folgen sie den Spuren amerikanischer Geschichte und den Spuren von Théo. Einen ganzen Sommer …
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In "Volkswagen Blues" macht sich ein Mann auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder Théo. Pitsémine, die er aufgabelt, begleitet ihn länger als erwartet. Zusammen folgen sie den Spuren amerikanischer Geschichte und den Spuren von Théo. Einen ganzen Sommer halten sie es miteinander aus.
So richtig fassen kann man diesen Roman nicht. Es ist ein gemütlicher Roadtrip von Quebec nach San Francisco. Es gibt ein zwei kleinere Reparaturen am Bulli, die vorgenommen werden müssen und an jedem Ort Spuren seines Bruders. Zwischen Pitsémine und Jack entwickelt sich schnell Nähe. Und trotz dieser Nähe ist da auch höfliche Distanz. Ein Roman, der einen zu umarmen scheint. Geschichtsträchtig, ruhig, und warm wie ein Sonnenstrahl. Zärtlich und charmant, liebenswürdig durch und durch, auch durch den stillen Begleiter Chop Suey. Ein Kater, der beide auf Schritt und Tritt begleitet. Zwischendrin auch voller Witz und Humor.
Was das Buch auch schafft: Man bekommt wieder Lust auf Geschichte. Und blättert vor und zurück. Eine Lektüre, die man nicht nur einmal in die Hand nimmt. Ein außergewöhnliches Reisepaar. Blindes Vertrauen, viel gemeinsame Zeit. Authentische Dialoge. Wenn sie nicht gerade witzig sind, dann auch gerne einmal nachdenklich stimmend und eher leise. Eine gute Lektüre für ein gemütliches Wochenende, um in die Geschichte der Siedler und Indianer einzutauchen.
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Ich bin hin- und hergerissen. Im Roadnovel Volkswagen Blues spricht der frankokanadische Autor Jacques Poulin wichtige Themen an, schöpft aber ihr Potential nicht aus. Würde der 1984 erschienene Roman auch heute noch zu einem modernen Klassiker werden & Preise erhalten? Ich bezweifle …
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Ich bin hin- und hergerissen. Im Roadnovel Volkswagen Blues spricht der frankokanadische Autor Jacques Poulin wichtige Themen an, schöpft aber ihr Potential nicht aus. Würde der 1984 erschienene Roman auch heute noch zu einem modernen Klassiker werden & Preise erhalten? Ich bezweifle das.
Jack Waterman, Schriftsteller in einer Schaffenskrise, sucht nach seinem Bruder Théo, den er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Einziger Anhaltspunkt ist eine Postkarte, aufgegeben in Gaspé im Osten Québecs. Hier trifft er auf Pitsémine, Große Heuschrecke genannt, die eine indigene Mutter hat. Sie schließt sich Jack an & gemeinsam durchqueren sie den nordamerikanischen Kontinent, Großteils entlang des Oregon-Trails, den im 19. Jhd. die Pioniere zurücklegten.
Jacks Suche nach Théo scheint vielmehr eine Suche nach der eigenen Identität zu sein. Dabei hält er sich an Kindheitserinnerungen fest: Théo verehrte ruhmreiche Pioniere. Jack muss während der Reise allerdings den Fall dieser Helden verarbeiten – die Große Heuschrecke spricht immer wieder die Gräuel an, die diese vermeintlichen Helden der indigenen Bevölkerung Amerikas angetan haben. Die teils längeren Monologe werden von Jack völlig unkommentiert im Raum stehen gelassen, er nennt sie „Unwetter“. Mir ist nicht klar geworden, ob das von Poulin gewollt war, oder ob er – wie Jack – unfähig ist, den Verbrechen seiner Vorfahren eine Reaktion entgegenzubringen? Auch Pitsémine wirkt dadurch unausgeschöpft, wo doch die Figur so interessant ist! Sie fühlt sich ausgeschlossen, weder weiß noch indigen. Schade, dass auch diese innere Zerrissenheit beinahe komplett unkommentiert bleibt.
Viel mehr Gewicht legt Poulin bei seiner weiblichen Protagonistin auf ihre „Offenherzigkeit“. Ein junges Mädchen, das ohne Fragen zu einem deutlich älteren Mann in den VW-Bus steigt & mit ihm monatelang den Kontinent durchquert, sich dabei regelmäßig vor ihm & anderen Männern auszieht. All das wird als komplett normales Verhalten dargestellt – so kann das nur von einem Mann geschrieben worden sein & erinnerte mich stark an ein von mir verhasstes Buch. Einzig Jacks Unbeholfenheit im Umgang mit Frauen hat die Situation leicht gerettet, aber wirklich besser macht es das Gesamtbild nicht. Ich hatte mir deutlich mehr erwartet.
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Der Roman „Volkswagen Blues“ wurde im Jahr 1984 von dem frankokanadischen Schriftsteller Jacques Poulin verfasst und wurde nun ins Deutsche übersetzt. „Volkswagen Blues“ erscheint am 21. September 2020 im Carl Hanser Verlag endlich in Deutschland.
Bei dem Roman hat …
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Der Roman „Volkswagen Blues“ wurde im Jahr 1984 von dem frankokanadischen Schriftsteller Jacques Poulin verfasst und wurde nun ins Deutsche übersetzt. „Volkswagen Blues“ erscheint am 21. September 2020 im Carl Hanser Verlag endlich in Deutschland.
Bei dem Roman hat man es mit einem etwas skurrilen, aber durch und durch charmanten und auch teilweise wütend wirkendem Roman zu tun. Es fiel mir beim Lesen etwas schwierig, den Roman in eine wirklich eindeutige Kategorie einzuordnen. In Erster Linie würde ich sagen, dass es sich hier um einen Roadtrip basierenden Roman handelt, welcher jedoch Einflüsse einer Liebesgeschichte hat und sich auch mit der Geschichte Amerikas und dem damit verbundenen Konflikt zwischen den Indianern und den Kolonisierenden befasst. Der Protagonist, ist der 40-jährige Schriftsteller Jack, welcher in seinem alten VW-Bus, auf der Suche nach seinem Bruder Théo ist. Auf seiner Suche begegnet Jack einer Tramperin, welche aufgrund ihrer langen beine den Spitznamen „Große Heuschrecke“ trägt. Die Heuschrecke ist Mechanikerin und immer mit ihrer schwarzen Katze unterwegs. Die Reise führt die beiden vom Osten Kanadas, quer durch Amerika, bis nach San Francisco.
Ein absolut interessanter, liebenswerter und mit Liebe zu Kanada und Amerika gefüllter Roman, in dem der kleine VW-Bus schon fast eine eigene Persönlichkeit einnimmt. Mir hat es sehr viel Freude bereitet dieses Buch zu lesen und ich hatte teilweise den Wunsch, den Reisenden selbst mit zu folgen. Die ganzen kleinen und feinen Nuancen haben dieses Buch somit für mich zu einem echten Pageturner gemacht, welcher ganz viel Aufmerksamkeit verdient hat!
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Ein gutes "Roadmovie"
Jack und ein Mädchen mit dem Spitznamen "die große Heuschrecke" machen sich in einem VW Bulli auf den Weg durch Amerika. Zwischendurch legen sie einige Zwischenstopps ein. Jack möchte seinen Bruder finden, den er viele Jahre nicht gesehen …
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Ein gutes "Roadmovie"
Jack und ein Mädchen mit dem Spitznamen "die große Heuschrecke" machen sich in einem VW Bulli auf den Weg durch Amerika. Zwischendurch legen sie einige Zwischenstopps ein. Jack möchte seinen Bruder finden, den er viele Jahre nicht gesehen hat. So beginnt für die beiden eine Reise durch geschichtsträchtige Orte.
Eigentlich gehört diese Sorte Buch nicht zu meinem "Beuteschema". Trotzdem fand ich das Buch recht interessant. Man erfährt einiges an geschichtlichen Begebenheiten. Vor allem zur indianischen Geschichte, da die große Heuschrecke zur Hälfte indianischen Ursprungs ist. Diese Sachen fand ich besonders interessant.
Ich fand es schade, dass man nicht so viel über die beiden Protagonisten erfährt. Für meinen Geschmack hätten es mehr Details sein dürfen.
Sprachlich ist dieses Buch verständlich geschrieben. Es ist aber trotzdem auch eine anspruchsvolle Lektüre. Ich musste mich beim Lesen sehr konzentrieren, durch die ganzen geschichtlichen Fakten. Es ist nichts, was man mal eben zwischendurch liest.
Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat.
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Als Jack Waterman, ein eher unbekannter Autor mit mäßigem Erfolg, vierzig wird, stellt er fest, dass ihm etwas in seinem Leben fehlt. Womit könnte er also besser beginnen als mit der Suche nach seinem Bruder Theo, von dem er seit etwa 20 Jahren nichts mehr gehört hat? Mit seinem …
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Als Jack Waterman, ein eher unbekannter Autor mit mäßigem Erfolg, vierzig wird, stellt er fest, dass ihm etwas in seinem Leben fehlt. Womit könnte er also besser beginnen als mit der Suche nach seinem Bruder Theo, von dem er seit etwa 20 Jahren nichts mehr gehört hat? Mit seinem alten Bulli macht Jack sich also auf den Weg und begegnet unterwegs Pitsémine, die in Begleitung ihres kleinen schwarzen Katers per Anhalter unterwegs ist. Schon bald stellen die beiden fest, dass sie ein gutes Team sind, und so suchen Jack und Pitsémine, die auch die "Große Heuschrecke" genannt wird, von nun an gemeinsam nach Theo. Dabei führen sie die Spuren, denen sie folgen, einmal quer durch die USA.
Das Buch hat mich etwas unschlüssig zurückgelassen. Im Großen und Ganzen hat es mir gut gefallen, Reisebücher sind toll und bei diesem hier verspürt man sofort die Lust, sich ebenfalls in einen alten Bus zu setzen und sich in Richtung Oregon Trail aufzumachen. Trotzdem haben mir verschiedene Dinge gefehlt. Zum Beispiel wurden zwar viele Orte und Schauplätze erwähnt, die Jack und die Große Heuschrecke bestaunen dürfen, mir waren da aber tatsächlich die Beschreibungen ein wenig zu knapp. Natürlich sind seitenlange Landschaftsbeschreibungen auch nicht gerade spannend, aber in den allermeisten Fällen wurde hier irgendwie vorausgesetzt, dass man im Kopf schon die passenden Bilder parat hat; was bei mir leider nicht immer der Fall war, und das hat es mir schwieriger gemacht, mich wirklich in die Umgebung hineinzufühlen. Ebenso dazu beigetragen hat der Schreibstil, der nicht schlecht ist, mich aber auch nicht überzeugen konnte. Ich konnte keine Nähe zu den Figuren aufbauen, und obwohl ich die beiden als Leser ja gewissermaßen auf ihrem Roadtrip begleitet habe, blieben sie mir merkwürdig fremd. Vielleicht hat da auch mit reingespielt, dass über Jack häufig nur als "der Mann" gesprochen wurde, und auch "Jack" ist eigentlich nur ein Pseudonym; wer er wirklich ist erfährt man nicht wirklich, auf seine Vergangenheit wird nur ganz knapp angespielt; vielleicht sollte das so, aber bei mir hat es verhindert, dass ich eine Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte.
Pluspunkte gibt es dafür, dass Bücher eine große Rolle spielen, es werden einige Werke amerikanischer und kanadischer Autoren erwähnt, das hat mir gut gefallen. Auch, dass immer wieder über die Geschichte bzw den Untergang der Indianerstämme gesprochen wurde, war spannend.
Mein Fazit also - ich weiß nicht. Ich glaube, das Buch hätte deutlich mehr Potenzial gehabt, als hier ausgeschöpft wurde. Das Ende lässt mich unbefriedigt zurück, denn die Botschaft wurde mir einfach nicht klar, ich weiß nicht, was mir dieses Buch sagen wollte. Um ein paar Stunden mal abzuschalten und sich auf einen kleinen gedanklichen Roadtrip zu begeben, ist es dennoch gut. Man kann es lesen, muss man aber auch nicht.
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Ich habe mir den kanadischen Kultroman über ein ungewöhnliches Paar, welches in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, schöner und spannender vorgestellt. Jack Waterman ist ein schüchterner, unbeholfener Schriftsteller in der Schreibkrise und auf …
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Ich habe mir den kanadischen Kultroman über ein ungewöhnliches Paar, welches in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, schöner und spannender vorgestellt. Jack Waterman ist ein schüchterner, unbeholfener Schriftsteller in der Schreibkrise und auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder Théo. Die Halbindianerin Pitsémine – wegen ihrer langen, dünnen Beine auch die Große Heuschrecke genannt – ist rastlos und ein Bücherwurm. Sie sichten alte Karten und Bücher hören zusammen Musik und suchen Théo durch den amerikanischen Kontinent.
Sicherlich ist es ein ungewöhnliches Paar – der eine schweigsam; die andere ein hageres Automechaniker-Mädchen mit ihren Kater Chop Suey. Aber mir war das Roadnovel mit zu wenigem Witz und dahinschleichender kurzer Geschichte erzählt, bei der sich bei mir keine Wärme eingestellt hat. Schön sind die Reisen in die Vergangenheit, die nebenbei erzählt werden, wenn die zwei mit ihrem alten VW-Bus über die damaligen Siedlerstraßen des Oregon-Trail fahren. Leider sind auch die Geschichten vom einst Bison tötenden Buffalo Bill oder dem Massaker an die Indianer richtenden Colonel Chivington sehr kurz erzählt und es entsteht für mich nie ein richtiger Lesefluss. Der fortwährend ungleiche Kampf französischstämmiger Siedler gegen die Indianer, zeit sich wie ein blutroter Faden durch die Fahrt, und der Bulli ist irgendwie der dritte Protagonist. Poulin schreibt melancholisch und in sehr kurzen Episoden und es ist am Ende egal, ob Waterman und die Große Heuschrecke den Bruder finden, denn sie lernen sich gemeinsam und die Geschichte der Nordamerikaner kennen. Für mich hätte das Ganze berührender sein können.
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Jack Waterman macht sich mit seinem altersschwachen Bulli auf, seinen lange verschollenen Bruder zu suchen. Seine Reise beginnt am nordöstlichsten Zipfel von Ouebec. Er liest die Tramperin Pitsemine und ihren Kater auf und nimmt beide mit auf seinen Trip. Der führt quer durch den Kontinent …
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Jack Waterman macht sich mit seinem altersschwachen Bulli auf, seinen lange verschollenen Bruder zu suchen. Seine Reise beginnt am nordöstlichsten Zipfel von Ouebec. Er liest die Tramperin Pitsemine und ihren Kater auf und nimmt beide mit auf seinen Trip. Der führt quer durch den Kontinent bis nach San Francisco. Eine Reise, die beide für immer verändern wird.
Der Kultroman des kanadischen Autoren Jacques Poulin ist im Original bereits 1984 erschienen. Wunderbar, das es dieses grandiose Buch nun auch in der deutschen Übersetzung gibt. Die Geschichte eines außergewöhnlichen Paares, das sich hier auf die Reise begibt. Die Darstellung der Protagonisten lässt noch viel Raum für eigene Gedanken. Eine flüssige Schreibweise, die Fantasie mit all ihrer Verrücktheit und Poesie lassen diese Lektüre zu einem ungewöhnlichen und spannenden Roman erscheinen. Ich habe dieses Buch sehr genossen.
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