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Benutzername: buechertraumzeiten
Wohnort: Aachen
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Bewertungen

Insgesamt 40 Bewertungen
Bewertung vom 17.10.2020
Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht
Petkovic, Andrea

Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht


gut

Mich hat das Buch leider nicht sehr überzeugen können. Die Geschichten waren sehr sprunghaft und mir ist es schwer gefallen zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Zudem war mir der Tennis-Aspekt etwas zu intensiv und als "Nicht-Kenner" war mir das ganze dann doch etwas zu langatmig.

Der Schreibstil war sehr flüssig und somit hat sich das Ganze sehr angenehm lesen lassen. Die Länge der Kapitel war auch gut gewählt und hat im Schnitt 10 Seiten nicht überschritten.

Das Cover gefällt mir auch sehr gut und ich finde es passt sehr gut zum Thema.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch für Fans von Andrea Petkovic oder generell vom Tennis-Sport sehr interessant sein könnte und das man durch das eigene Fachwissen besser in das Buch hinein finden kann, bzw. sich besser mit der Person identifizieren kann.

Für meinen Teil kann ich dem Buch leider nur 3/5 Sterne geben.

Bewertung vom 15.10.2020
Aus schwarzem Wasser
Freytag, Anne

Aus schwarzem Wasser


ausgezeichnet

Ein neues Buch von Anne Freytag ist erschienen und dann zugleich auch noch ihr erster Thriller. Das hieß nur eins für mich: MUSS ICH UNBEDINGT HABEN! Und eins kann ich sagen, wer hier einen Standard-Thriller erwartet, der liegt ganz gewaltig falsch, nicht mit Frau Freytag.

Für mich gehört dieses Buch zu einem DER Bücher aus 2020. Ihr müsst es unbedingt lesen, wenn ihr erfahren wollt, was mit Maja und ihrer Mutter passiert ist und was die sich anbahnenden Naturkatastrophen damit zu tun haben. Es ist definitiv wie oben schon gesagt kein Standard-Thriller (ich würde schon eher von einem dystopischen Thriller sprechen) und man muss sich auf die Geschichte einlassen. Auch wenn das Buch etwas mehr als 600 Seiten hat, bin ich förmlich durch das Buch geflogen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Die Einteilung der Kapitel ist super gelungen und zu Annes Schreibstil muss ich ja eigentlich nicht mehr viel sagen, oder? Für alle diejenigen die Anne Freytag noch nicht kennen: lest es, genießt und fragt euch warum nicht jeder Autor so wunderbar schreiben kann. Ich vergebe volle 5/5 Sterne für dieses Meisterwerk!

Bewertung vom 11.10.2020
Just Like You
Hornby, Nick

Just Like You


sehr gut

Es ist das Jahr 2016, und Joseph, ein schwarzer 22-jährige aus Tottenham, arbeitet samstags bei einem Metzger. Er bekommt dort ständig die Anspielungen von ausgehungerten, liebeslustigen, weißen Frauen zu spüren. Eines Tages jedoch lernt er die hübsche, natürliche Lucy kennen, welche ihn bittet auf ihre Söhne aufzupassen. Joseph und Lucy haben einen Altersunterschied von rund 20 Jahren, aber trotzt allem, werden sie bald ein Paar. Joseph jedoch ist es etwas peinlich, öffentlich zu seiner älteren Freundin zu stehen und verweigert auch, sie seiner Mutter vorzustellen. Es herrscht also eine strikte Geheimhaltung der Beziehung und es kommt zu Spannungen zwischen den beiden, welche ihren Ursprung im Unterscheid des Alters, der Rasse und auch der Klasse haben. Beide glauben nicht an eine gemeinsame Zukunft, sondern leben eher im hier und jetzt, bis zu dem Zeitpunkt wo die vermeintliche Zukunft zuschlägt. Das bevorstehende Referendum des Brexit zieht sich zudem wie ein roter Faden durch das Buch und Joseph öffnet Lucys Augen für andere Perspektiven. Mit der Zeit fühlt diese sich immer weiter von ihren eigentlichen Altersgenossen entfernt, welche alle irgendwie mit ihren Privilegien unzufrieden sind.

Hornby hat einen echt humorvollen Roman geschaffen, welcher von paranoider Beobachtung bis hin zu quälenden Dinnerpartys gekennzeichnet ist. Man bekommt einen tiefen Einblick in den immer noch tiefsitzenden Rassismus von diversen Personengruppen, wie den Kunden von Joseph, als auch von der Polizei. Man hat es mit einer unterhaltsamen Erzählung über moderne Romantik zu tun und der Erzählstil ist sehr ironisch, intim und teilweise auch vulgär direkt. Es gibt zwar einige unnötige Klischees in diesem Buch, aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass mir der Roman sehr gut gefallen hat, ich zum Nachdenken angeregt wurde und insgesamt 4 von 5 möglichen Sternen vergebe!

Bewertung vom 10.10.2020
INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
Paolini, Christopher

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne


sehr gut

„Infinitum“ wurde von Christopher Paolini geschrieben und ist im September im Knaur Verlag erschienen. Das Buch wurde von vielen Fans, wie auch von mir sehnsüchtig erwartet, denn ich habe schon damals die Eragon-Reihe verschlungen und war nun sehr darauf gespannt, wie sich Paolini im Genre Science-Fiction schlägt.

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es ist sehr schön gestaltet und die Farben sind sehr stimmig. Die Kapitel sind relativ lang, da diese jedoch nochmal in kleinere Abschnitte gegliedert sind kann man jederzeit nach Belieben unterbrechen. Die Handlung ist schnelllebig und es gibt einen sehr schnellen Einstieg in die Geschichte. Die Sprache ist eher leicht und somit ist das Buch nicht schwierig, sondern eher flüssig, zu lesen. Die Erzählweise aus der 3. Person heraus hat mir auch gut zugesagt!

Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch gefallen hat und ich 4 von 5 möglichen Sternen vergebe!

Bewertung vom 09.10.2020
Capitana
Love, Melissa Scrivner

Capitana


weniger gut

Das erste Buch der Autorin, "Lola", habe ich sehr gemocht und war deshalb sehr aufgeregt, als es hieß das es eine Fortsetzung davon geben wird. Leider bin ich von "Capitana" etwas enttäuscht wurden. Lola möchte anscheinend Lily sein (Lily White). Und ja, es gibt in diesem Buch zwar auch wieder Machtspiele, Gewalt und Drogen, welche das erste Buch großartig gemacht hatten. Und ja, Lola möchte auch immer noch alles für jeden tun, ABER die einstige Latina Königin verschmäht nun Tortillas und ermutigt die weißen Freunde ihrer Tochter und dessen "weiße" Schule. Sie beschließt sogar, sich einen weißen Typen zu besorgen. Und ja, auch wenn sie selbst den Rassismus anerkennt, der auf dem "Spielplatz" herrscht, strebt sie am Ende immer noch nach Träumen von der perfekten weißen Nachbarschaft und einem Caffé Latte, der dazu passt...

Die verschiedenen Charaktere fand ich sehr gut, allerdings hat mir die angebliche Vielfältigkeit der Charaktere, die im Prinzip gar nicht so vielfältig waren, nicht so gut gefallen.

Für mich persönlich Endet die Reihe um Lola hier, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob es einen weiteren Band geben wird. Schade!

Bewertung vom 08.10.2020
Meine dunkle Vanessa
Russell, Kate Elizabeth

Meine dunkle Vanessa


sehr gut

Der Roman „Meine dunkle Vanessa“ ist aus dem US-amerikanischen ins deutsche übersetzt wurden und ist am 17. August in Deutschland im C.Bertelsmann Verlag erschienen. Geschrieben wurde das Buch von Kate Elizabeth Russell.

Ich gebe zu, dass ich sehr neugierig auf dieses Buch war, denn gefühlt hat man es auf ganz "Bookstagram" gesehen und jeder hatte eine andere Meinung dazu. Für meine Verhältnisse habe ich für meine Verhältnisse mit 7 Tagen, sehr lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Ich denke, dass dies der Tatsache geschuldet ist, welches Thema dieses Buch behandelt. Der ständig, aktiv beschriebene sexuelle Missbrauch von Vanessa durch ihren Lehrer, sowohl physisch als auch psychisch, hat mich sehr mitgenommen und beschäftigt. Die Autorin hat es jedoch geschafft das ganze so raffiniert zu verpacken, dass man unbedingt wissen möchte wie es mit den beiden weitergeht. Sehr hilfreich war dabei auch die Tatsache, dass man zwei verschiedene Handlungen hat, die jeweils zeitversetzt erzählt werden. Man erfährt im einen Handlungsstrang die Geschichte von Vanessa zur Zeit des Missbrauchs und im anderen Handlungsstrang, wie sie fast 16 Jahre später mit dem Geschehenen umgeht. Die letzten 100 Seiten hätte man meiner Meinung nach ruhig weglassen können und deshalb gebe ich dem Roman 4/5 möglichen Sternen!

Bewertung vom 04.10.2020
Der Junge aus dem Wald
Coben, Harlan

Der Junge aus dem Wald


weniger gut

Der neue Thriller von Harlan Coben »Der Junge aus dem Wald« ist am 24. August im Goldmann Verlag erschienen und ist das 33. Buch von ihm.

Dies war das erste Buch, welches ich von Harlan Coben gelesen habe und ich muss ehrlich sagen, dass es wahrscheinlich auch das letzte gewesen ist. Ich habe leider absolut nicht in die Handlung hinein gefunden und es war für mich nicht sonderlich spannend. Es gab sehr viele Charaktere, irgendwie wurden die einzelnen Handlungen nur grob jeweils angerissen und es wurde nicht wirklich ins Detail gegangen. Den Titel des Buches finde ich auch ein bisschen irreführend und nicht passend zur Geschichte. Leider gibt es von mir nur 2/5 Sternen für »Der Junge aus dem Wald«, weil die Idee hinter der Geschichte an sich nicht schlecht ist, die Umsetzung mir aber persönlich nicht zugesagt hat.

Bewertung vom 29.09.2020
NEBEL / HULDA Trilogie Bd.3
Jonasson, Ragnar

NEBEL / HULDA Trilogie Bd.3


ausgezeichnet

„Nebel“ ist der dritte und leider auch letzte Teil der Hulda-Trilogie, welche auf Island spielt. Geschrieben wurde das Buch von Ragnar Jónasson und ist im September 2020 im btb-Verlag erschienen.

Das Buch unterteilt sich in zwei separate Handlungsstränge. Wir befinden uns einerseits im Osten Islands und lernen das Bauern-Ehepaar Einar und Erla kennen, welche komplett eingeschneit und ohne Kontakt zur Außenwelt abgeschnitten sind. Es ist kurz vor Weihnachten und plötzlich befindet sich ein fremder Mann vor dem Haus der beiden und die spannende Frage ist nun: Was hat er dort zu suchen und wie kam er überhaupt zu den beiden? Der zweite Handlungsstrang beschreibt die Geschichte von Hulda, welche im Fall der verschwundenen Unnur ermittelt und sich diverse Probleme in ihrem Privatleben anbahnen. Ihr wird ein neuer Fall zugeordnet und sie soll nun in einem mysteriösen Fall ermitteln, bei welchem mehrere Leichen entdeckt wurden. Gleichzeitig möchte Sie aber auch weiterhin im Fall Unnur vorankommen und beginnt mit der Zeit immer mehr Zusammenhänge zwischen den beiden Fällen zu erkennen.

Für mich persönlich, war dieser Teil der beste der außergewöhnlichen, von hinten aufgerollten, Trilogie und hat zu einem echt gelungenen Abschluss bzw. Anfang beigetragen. Ich habe die ständig düster herrschende Stimmung geliebt und das Buch in weniger als zwei Tagen inhaliert. Wie immer war der Schreibstil sehr detailreich und somit hatte ich das Gefühl direkt beim Geschehen dabei zu sein. Selten hat mich eine Reihe so sehr gepackt wie diese und deshalb gebe ich auch diesem Teil wieder volle 5/5 Sterne! Falls ihr also auf düstere, isländische Noir-Krimis steht und auch gerne in die isländische Landschaft eintauchen wollt, dann zögert nicht länger und lasst euch in die Welt von Hulda Hermannsdóttir entführen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.09.2020
Die Spur des Schweigens
Fried, Amelie

Die Spur des Schweigens


sehr gut

„Die Spur des Schweigens“ ist ein, im August 2020, im Heyne Verlag erschienener Roman der deutschen Schriftstellerin Amelie Fried.

Die Geschichte unterteilt sich in zwei grobe Handlungsstränge. Der eine wird aus Sicht der Protagonistin Julia erzählt, welche Journalistin bei der Zeitung Gesundheit Heute ist und zu diversen, vermuteten sexuellen Übergriffen an einem bekannten deutschen Forschungsinstitut recherchiert. Der andere spielt zeitversetzt in der Vergangenheit und wird aus der Sicht von Julias vor Jahren verschwundenem Bruder erzählt, welcher als tot geglaubt gilt und nie von seinem Wanderurlaub aus Norwegen zurückgekehrt ist. Während Julias Recherche über die Vorfälle am Forschungsinstitut stößt sie auf diverse Hinweise und mögliche Verbindungen zu ihrem Bruder.

Auch wenn der Roman eine reine Fiktion ist, ist er meiner Meinung echt gut und vor allem sehr realistisch geschrieben. „Die Spur des Schweigens“ ist allerdings nicht nur auf die betroffenen, belästigten Personen bezogen, sondern noch auf weitaus mehr (an dieser Stelle möchte ich aber nicht zu viel verraten). Bei dem Buch hat man es mit einem sehr brisanten und wichtigen Thema zu tun, welches bisher viel zu wenig in der Literatur angegangen wird. Die verzweigte Geschichte um Julias Bruder bringt Spannung in die Story herein, auch wenn es gegen Ende des Buches sehr hervorsehbar war, was geschehen wird. Für mich, war das Buch in sich geschlossen und gelungen, auch wenn es sich an manchen Stellen etwas gezogen hat und man es mit 100 Seiten weniger wahrscheinlich genauso gut, oder vielleicht auch besser hätte gestalten können. Ich spreche für „Die Spur des Schweigens“ trotzdem eine absolute Leseempfehlung aus, weil das Thema rund um sexuelle Übergriffe, Machtmissbrauch und Schweigen, interessant und nicht einseitig beschrieben wurde. Von mir gibt es 4/5 Sterne!

Bewertung vom 23.09.2020
Heather, the Totality
Weiner, Matthew

Heather, the Totality


gut

„Heather, the totality“ ist geschrieben von Matthew Weiner und ist auch im deutschen unter dem Titel „Alles über Heather“ im Rowohlt Verlag, im Jahr 2019 erschienen.

Warum ich mir dieses Buch ausgesucht habe? – Ganz einfach: Ich habe es in der Mayerschen für 1€ auf dem Wühltisch entdeckt… Ich hatte von dem Autor zuvor noch nie etwas gehört gehabt, aber der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Zusätzlich dazu, ist der Autor, der Schöpfer der Serie „Mad Men“ und die habe ich schlichtweg geliebt. Also dachte ich mir – go for it!

Das Buch ist in der englischen Ausgabe in einem wunderschönen Hardcover Format erschienen und hat einen großartigen, durchsichtig-goldenen Schutzumschlag, welcher ein Gesicht verdeckt (vermutlich das von Heather). Was es mit der Geschichte auf sich hat? Auch wenn das Buch sehr schlank wirkt und mit seinen 138 Seiten nicht wirklich lang ist, ist der Inhalt umso größer. In wenigen Worten (und dies auch oft ohne die Hilfe von Dialogen), erzählt Matthew Weiner dem Leser eine ganze Menge. Karen und Mark sind ein etwas merkwürdiges Paar, aber zunächst hofft man als Leser, dass die beiden die wahre Liebe ineinander gefunden haben. Als jedoch ihre Tochter Heather zur Welt kommt, dreht sich alles nur noch um das Mädchen und es geht nicht mehr nur um Karen und Mark. Es geht darum, dass die beiden hart arbeiten, um so Heathers Zuneigung zu gewinnen und in einem manischen Wettbewerb zu einander stehen. Aber ist wirklich Heather wirklich das bezaubernde, unbefleckte Kind, für das es gehalten wird? Sie ist ihr Ein und Alles und sie würden alles tun, um sie als ihre „Sonne“ zu erhalten.

Ich habe den doch sehr spärlichen Schreibstil und die verschlüsselten Hinweise, welche Karen und Mark besser zu verstehen geben, sehr genossen. Insgesamt ist „Heather, the totality“ eine faszinierende Lektüre, welche mehr Fragen stellt als beantwortet werden. Es hat mir fast genauso viel Spaß gemacht, über das Buch nachzudenken, wie es eigentlich zu lesen, auch wenn es leider ziemlich schnell gelesen ist und es den Charakteren teilweise an Sympathie und Tiefe fehlt.