»Das Leben ist ein Privileg«, sagte ich.»Das Leben ist ein Privileg?«, fragte Noah erstaunt.»Ja«, sagte ich.Noah zog die Luft ein, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er drehte sich zu Fred und den anderen um und fragte: »Wo zum Henker hast du denn den kleinenGandhi hier her?« Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn...
»Das Leben ist ein Privileg«, sagte ich.»Das Leben ist ein Privileg?«, fragte Noah erstaunt.»Ja«, sagte ich.Noah zog die Luft ein, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er drehte sich zu Fred und den anderen um und fragte: »Wo zum Henker hast du denn den kleinenGandhi hier her?« Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn du hast nur das eine Leben.
Hagen, ZoeZoe Hagen, geboren 1994, steht regelmäßig mit ihren Texten auf der Bühne. 2014 wurde sie deutsche Vize-Meisterin der U20-Poetry Slammer. Ihr Debüt schrieb sie mit 17 Jahren binnen weniger Wochen. Damals hätte sie sich über mehr Glühwürmchen in ihrem Leben gefreut.
Produktdetails
- Ullstein Taschenbuch 28694
- Verlag: Ullstein TB
- 2. Aufl.
- Seitenzahl: 192
- Altersempfehlung: ab 14 Jahren
- Erscheinungstermin: 9. März 2016
- Deutsch
- Abmessung: 205mm x 135mm x 18mm
- Gewicht: 264g
- ISBN-13: 9783548286945
- ISBN-10: 3548286941
- Artikelnr.: 44120600
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Beeindruckendes Roman-Debüt einer 17-Jährigen
Antonia ist 15 Jahre alt, verletzt sich selbst und leidet unter Bulimie. Die Einsamkeit und die Leere in ihrem Inneren bekämpft sie mit Essen, das sie regelmäßig erbricht, um sich danach wieder hundeelend zu fühlen. Eine …
Mehr
Beeindruckendes Roman-Debüt einer 17-Jährigen
Antonia ist 15 Jahre alt, verletzt sich selbst und leidet unter Bulimie. Die Einsamkeit und die Leere in ihrem Inneren bekämpft sie mit Essen, das sie regelmäßig erbricht, um sich danach wieder hundeelend zu fühlen. Eine zufällige Begegnung mit Fred verändert schließlich ihr Leben. Fred und seine Freunde bezeichnen sich selbst als der “Club der verhinderten Selbstmörder”, denn Noah, Fabien, Amira, Lynn und Fred eint genau das: Sie alle haben bereits Suizidversuche hinter sich. Antonia wird herzlich in ihren Kreis aufgenommen, lernt Freundschaft kennen und Vertrauen. Sie ist glücklich – allerdings nur für eine relativ kurze Zeit…
Mit 17 Jahren schrieb Zoe Hagen ihren Roman “Tage mit Leuchtkäfern”. Inzwischen ist die Berlinerin 21. Ihr 192-seitiges Debüt ist seit dem 14. März 2016 im Handel erhältlich.
Das Buch der jungen Autorin über ein Mädchen im Teenageralter ist dennoch kein klassisches Jugendbuch, sondern ein Roman für sämtliche Altersgruppen. Sowohl die Sprache als auch die Dialoge sind ohne Frage jugendlich, aber dieses Buch erzählt keine seichte Geschichte über typische Teenie-Probleme. “Tage mit Leuchtkäfern” ist eine einfühlsame Lektüre mit Tiefgang. Sie ist mit wundervollen Sätzen gespickt, die den Leser von Zeit zu Zeit immer wieder innehalten lassen und nachdenklich machen. “Nicht jeder, der lacht, ist glücklich. Wie heißt es so schön? Manchmal lacht man auch nur, um nicht zu weinen.” (aus “Tage mit Leuchtkäfern”, Seite 72)
Eine bedeutende Rolle, wenn auch nur in Zitatform, kommt dem französischen Schriftsteller Gustave Flaubert zu. Dank Noah wird Antonia quasi zum Fan des Verfassers von “Madame Bovary”. Einen modernen Kontrast zum etwas (Verzeihung!) angestaubten Monsieur Flaubert bilden Songtexte von Jack Johnson. Nichts verdeutlicht die vermeintlichen Gegensätze des Buches besser, denn Jugend und Anspruch schließen sich nicht aus. Das stellt Zoe Hagen in ihrem Debüt eindeutig unter Beweis.
Der Roman wird in Tagebuchform erzählt. Antonia adressiert ihre Einträge an Gott, obwohl sie nicht religiös ist. Sie meint damit vielmehr eine Kraft, “die alles irgendwie zusammenhält”. Dieser Kraft gewährt sie ungefilterte Einblicke in die Abgründe ihrer Seele, aber sie berichtet auch von den schönen Momenten, die sie gemeinsam mit ihren Freunden erlebt. Insofern ist “Tage mit Leuchtkäfern” eine emotionale Achterbahnfahrt. Antonia beeindruckt mit schonungsloser Ehrlichkeit, in erster Linie sich selbst gegenüber. Das macht sie, die starke und zugleich – in psychischer Hinsicht – schwache Hauptfigur des Buches, unglaublich sympathisch. Bei aller Schwermut verfällt sie nicht pausenlos in Selbstmitleid, was für weitere Pluspunkte sorgt.
Mit einem wahren Paukenschlag neigt sich das Buch schließlich seinem Ende zu – aber mehr wird auf gar keinen Fall verraten!
Wer eine besondere Lektüre sucht, wird mit “Tage mit Leuchtkäfern” fündig. Zoe Hagens Erstling ist vieles: Traurig, bedrückend, erschreckend, klug, modern – vor allem aber: Einzigartig!
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
“Tage mit Leuchtkäfern” ist ein dünnes Werk in Form eines Tagebuchs. Einige Seiten sind nur halb beschrieben. Es lässt sich rasch lesen. Doch es ist nicht zu unterschätzen, denn in jedem Satz steckt die geballte Kraft von Emotionen – mal mit Mühe …
Mehr
“Tage mit Leuchtkäfern” ist ein dünnes Werk in Form eines Tagebuchs. Einige Seiten sind nur halb beschrieben. Es lässt sich rasch lesen. Doch es ist nicht zu unterschätzen, denn in jedem Satz steckt die geballte Kraft von Emotionen – mal mit Mühe zurückgehalten, mal regelrecht herausgeschrien.
Gandhi, so wird die Protagonistin von ihren Freunden getauft, schreibt an Gott. Nicht unbedingt an den Gott, den wir aus der Bibel kennen. Vielmehr steht Gott für sie für die Kraft, die alles zusammenhält. In ihren Einträgen driftet Gandhi immer wieder in Erinnerungen ab, von denen sie bruchstückhaft erzählt. Der Leser hüpft wie auf einem Puzzle von einem Puzzleteil zum nächsten, erlebt Fragmente ihres Lebens und baut sich daraus ein Bild. Das Spannende daran ist, dass jeder es sich wahrscheinlich etwas anders zusammenbauen wird.
Mich hat vor allem überrascht, dass dieses dünne Buch von einer noch dazu so jungen Autorin schon auf 20 Seiten mehr Tiefgang hat, als so manche andere Bücher auf 200 Seiten nicht. Wir begleiten Gandhi ein dreiviertel Jahr ihres Lebens mit der Krankheit. Über den Beginn und vor allem die Ursache der Krankheit erfahren wir wenig – sie ist einfach da. Schwerpunkte bilden das Verhältnis zu ihrer Mutter und natürlich zu ihren neuen Freunde.
Durch Zufall lernt sie Fred kennen, der sie spontan zu sich nach Hause einlädt. Diese Wohnung und seine Freunde werden schnell zu Gandhis Refugium, zu einem Strohhalm, der sie über Wasser hält. Die Freunde geben sich gegenseitig Halt. Es ist eine beinahe zu perfekte Traumwelt, was jedoch zur Stimmung des Buches passt. Denn wir rücken in der Erzählung von der “realen Welt” ab und begeben uns in die Sicherheit dieser neuen Welt, in der alles in Ordnung ist.
“Tage mit Leuchtkäfern” birgt keine Überraschungen, die Geschichte empfand ich als vorhersehbar. Das ist jedoch einerlei. Das Erlebte von Gandhi und ihren Freunden ist gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll. Lässt man sich darauf ein, kann man jedoch nachspüren wie es ist, ständig Angst zu haben.
Die Tagebuchform erlaubt einen ganz intimen Einblick in die komplizierte und wankelmütige Psyche von Gandhi. Zoe Hagen wählt für ihre Protagonistin offene Worte und beschreibt ganz rundheraus wie es ist, an Bulimie zu leiden. Dabei schafft sie es, mit wenigen Worten treffend die belastende Gefühlsspirale, in der Gandhi gefangen ist, zu beschreiben.
Was mir sehr gut gefallen hat, sind die vielen Momente des Innehaltens. Zoe Hagen konzentriert sich auf die kurzweiligen Momente und erzielt mit kleinen Sätzen große Wirkung.
Die Freunde Noah, Fred, Amira, Lynn und Fabien halten zusammen. Sie stützen sich gegenseitig und helfen auch Gandhi. Sie alle haben Dinge erlebt, die dazu führten, dass sie sich das Leben nehmen wollten. Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen? – sind sie äußerst humorvoll, liebevoll, durchgeknallt und lebensfroh und versuchen, ihre Last zu tragen.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, allerdings sind nicht alle detailliert herausgearbeitet. Noah, der Poet, und Fred, mit seinem Liebeskummer, stechen aus der Masse besonders hervor. Den besten Bezug hatte ich zu Noah, der mich zudem an Neil aus “Der Club der toten Dichter” erinnerte – eine Figur, die ebenso philosophisch, sensibel und konsequent ist.
Die Freunde sind für die Geschichte jedoch am ehesten als Gesamtheit zu betrachten. Eine Gemeinschaft, die etwas Flüchtiges und Weltfernes an sich hat. Sie gibt Gandhi Halt und ist für sie da, solange es notwendig ist.
Bücher über Bulimie sind wichtig, da sie über diese ernste Krankheit aufklären. Dieses Buch aber ist meines Erachtens besonders wichtig, da es vor allem den Gefühlszustand einer betroffenen Person mal sensibel, mal sachlich, düster und hoffnungsvoll – also in all seinen Facetten – beschreibt. Dabei findet Zoe Hagen berührende und aufrichtige Worte, ohne Kitsch, aber voller magischer Momente.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
INHALT
Die 15-jährige Berlinerin Antonia, genannt Gandhi, hasst ihr Leben und vor allem ihre ach so perfekte Mutter.
Elterliche Zuneigung und Wärme kennt sie nicht und vermisst diese sehr. Infolge flüchtet sich Gandhi in Bulimie und beginnt sich zu ritzen. Die innere Leere und ihr …
Mehr
INHALT
Die 15-jährige Berlinerin Antonia, genannt Gandhi, hasst ihr Leben und vor allem ihre ach so perfekte Mutter.
Elterliche Zuneigung und Wärme kennt sie nicht und vermisst diese sehr. Infolge flüchtet sich Gandhi in Bulimie und beginnt sich zu ritzen. Die innere Leere und ihr Außenseitertum ist groß.
Erst als sie eines Tages Fred und dessen Freunden Amira, Lynn, Noah und Fabien begegnet, erfährt sie Verständnis und wahre Freundschaft. Doch Fred & Co sind keine gewöhnlichen jungen Erwachsenen, sondern bilden den geheimen "Club der verhinderten Selbstmörder". Wird Gandhi gerade durch sie wieder Freude am Leben gewinnen und die Bulimie besiegen können?
MEINUNG
"Tage mit Leuchtkäfern" ist das erste Buch der deutschen Jungautorin Zoe Hagen, das ich bisher gelesen habe. Es hat mir ausgesprochen gut gefallen, mich regelrecht positiv überrascht. Warum?
Erstens, Zoe Hagen schreibt im Tagebuchstil, was ich so nicht erwartet hätte und bei Romanen eher ungewöhnlich ist. Doch Ich-Erzählerin und damit Tagebuchschreiberin Gandhi konnte im Laufe der Handlung damit überzeugen. Man lernt sie und ihre Sorgen bzw. Nöte dadurch viel intensiver und authentischer kennen. Ich mochte besonders ihre direkte bis flapsige Sprache, die perfekt zu ihrem widersprüchlichen Charakter passte. Auch Gott als Adressat ihrer Briefe bzw. Tagebucheinträge lässt sich mit ihrer zwiespältigen Art erklären, denn obwohl sie Atheistin ist, schreibt sie ausgerechnet ihm. Was für eine Ironie des Schicksals!
Zweitens, Zoe Hagen beschönigt in ihrer Geschichte die Realität bzw. schmerzliche Vergangenheit von Gandhi, Fred etc. nicht, sondern nennt Dinge schonungslos offen beim Namen. Und obschon alle Charaktere Schlimmes durchgemacht haben, können sie miteinander lachen und das Leben genießen. Diese Freundschaft lässt Gandhi wieder ans Leben glauben und ist besser als jede Therapie.
Drittens, jede der verschiedenen Figuren ist anders gestaltet, sprich, hat einen anderen Charakter bzw. bestimmte Spleens. So liebt der nihilistische Noah alte Musik und Gustave Flaubert, fabuliert einfach gern. Fred hingegen ist etwas verrückt und macht schon mal spontan im Winter einen Schneeengel. Fabien kommt aus Frankreich und sagt zu allem "C'est la vie". Mir haben diese unterschiedlichen Charaktere sehr gefallen, auch wenn man nicht über jede Figur alles erfährt. Sie haben der Geschichte Farbe und Heiterkeit verliehen.
Viertens, Weltliteratur (Flaubert und Catull) wurde an passenden, meist philosophischen Stellen in die Handlung eingebunden, was das Niveau des Buchs ungemein gesteigert hat. Zudem kam dadurch Tiefe in die Story.
Fünftens, das Cover wurde sehr stimmungsvoll und ansprechend designt. Es harmoniert bestens mit dem Inhalt und wird die junge Leserschaft sicher anziehen.
Hier ein paar Zitate zur Einstimmung:
"Denn manchmal ist die Illusion schöner als die Realität, die Realität nichts als die schlechte Kopie der Vorstellung."
"Für meine Wunden heute gibt es keine Pflaster. Sie sind in mir, ich verblute innerlich und schaue mir dabei zu und kann doch nichts ändern."
"Nun fühle ich es, und mein Herz droht zu zerreißen, und ich bin wütend und zufrieden zugleich, und ich sehe, atme und weine und lache, aber mehr als das spüre ich: Ich lebe."
FAZIT
Ein authentisches Buch über Lebensverdruss und -lust. Absolute Leseempfehlung!
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Andere Kunden interessierten sich für
