Emilienne Malfatto
Gebundenes Buch
Die Schlangen werden dich holen
Eine literarische Reportage aus Kolumbien
Übersetzung: Bührle-Gallet, Astrid
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Es ist ein Krieg, den niemand so nennt. In Kolumbien werden jedes Jahr Hunderte von Menschen ermordet, ohne dass die Öffentlichkeit Notiz davon nimmt.Warum musste Maritza sterben? Emilienne Malfatto geht einem Frauenmord an einer sozialen Aktivistin in Kolumbien und der Frage nach, wie es dazu kommen konnte. Sie beleuchtet die Hintergründe, indem sie mit Maritzas Familie und ihren Freund_innen spricht und an die Orte des Geschehens reist - oft unter gefährlichen Umständen. Auf der Suche nach der Wahrheit, gewährt Malfatto einen Einblick in eine Gesellschaft , die von Lügnern und gewalttÃ...
Es ist ein Krieg, den niemand so nennt. In Kolumbien werden jedes Jahr Hunderte von Menschen ermordet, ohne dass die Öffentlichkeit Notiz davon nimmt.
Warum musste Maritza sterben? Emilienne Malfatto geht einem Frauenmord an einer sozialen Aktivistin in Kolumbien und der Frage nach, wie es dazu kommen konnte. Sie beleuchtet die Hintergründe, indem sie mit Maritzas Familie und ihren Freund_innen spricht und an die Orte des Geschehens reist - oft unter gefährlichen Umständen. Auf der Suche nach der Wahrheit, gewährt Malfatto einen Einblick in eine Gesellschaft , die von Lügnern und gewalttätigen Männern systematisch unterdrückt wird. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, die kolumbianische Regierung, Drogenbosse und die Korruption im Land anzuklagen.
Diese fulminante literarische Recherche beweist, dass Schreiben die Macht hat, den Tätern nachzuspüren, um den Stimmen der Opfer Gehör zu verschaff en. Der besondere Blickund der persönliche Stil Malfattos erzeugen eine berührende Poesie.
Ausgezeichnet mit dem Prix Albert-Londre du Livre 2021.
»Eine mutige und notwendige Erzählung, die bewirkt, dass Maritza Quiroz Leiva und ihr Kampf nicht in Vergessenheit geraten.« babelio.com
»Malfattos Schreibstil ist von großer Schönheit. Aus einer journalistischen Recherche [...] macht sie eine tiefgründige und bewegende Geschichte, deren tragische Handlung mit atemberaubender Feinfühligkeit entwickelt wird.« #Sando
Warum musste Maritza sterben? Emilienne Malfatto geht einem Frauenmord an einer sozialen Aktivistin in Kolumbien und der Frage nach, wie es dazu kommen konnte. Sie beleuchtet die Hintergründe, indem sie mit Maritzas Familie und ihren Freund_innen spricht und an die Orte des Geschehens reist - oft unter gefährlichen Umständen. Auf der Suche nach der Wahrheit, gewährt Malfatto einen Einblick in eine Gesellschaft , die von Lügnern und gewalttätigen Männern systematisch unterdrückt wird. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, die kolumbianische Regierung, Drogenbosse und die Korruption im Land anzuklagen.
Diese fulminante literarische Recherche beweist, dass Schreiben die Macht hat, den Tätern nachzuspüren, um den Stimmen der Opfer Gehör zu verschaff en. Der besondere Blickund der persönliche Stil Malfattos erzeugen eine berührende Poesie.
Ausgezeichnet mit dem Prix Albert-Londre du Livre 2021.
»Eine mutige und notwendige Erzählung, die bewirkt, dass Maritza Quiroz Leiva und ihr Kampf nicht in Vergessenheit geraten.« babelio.com
»Malfattos Schreibstil ist von großer Schönheit. Aus einer journalistischen Recherche [...] macht sie eine tiefgründige und bewegende Geschichte, deren tragische Handlung mit atemberaubender Feinfühligkeit entwickelt wird.« #Sando
Emilienne Malfatto, geboren 1989, ist eine preisgekrönte Fotografin, Journalistin und Autorin. Sie studierte in Frankreich und Kolumbien und machte ihren Abschluss an der Journalistenschule von Sciences Po Paris. Anschließend ging sie zur AFP (Agence France-Press), zunächst in Frankreich, dann im Nahen Osten. Sie arbeitet als freie Journalistin und Fotografin, hauptsächlich im Irak, aber auch in Lateinamerika und Frankreich. Ihre Fotos wurden u. a. in der New York Times, der Washington Post und Le Monde veröffentlicht und international ausgestellt. Ihr Roman 'Möge der Tigris um dich weinen' wurde 2021 mit dem Prix Goncourt du premier roman ausgezeichnet. 'Die Schlangen werden dich holen' wurde 2021 mit dem Prix Albert-Londre du Livre ausgezeichnet, der für Bücher verliehen wird, die journalistischen Kriterien der Recherche oder der großen Reportage erfüllen. In ihrer Arbeit geht es um soziale, feministische und postkonfliktuelle Themen im Nahen Osten, in Lateinamerika und Europa.
Produktdetails
- welt bewegt
- Verlag: Orlanda Frauenverlag
- Originaltitel: Les serpents viendront pour toi
- Seitenzahl: 132
- Erscheinungstermin: 18. September 2024
- Deutsch
- Abmessung: 219mm x 133mm x 17mm
- Gewicht: 256g
- ISBN-13: 9783949545597
- ISBN-10: 394954559X
- Artikelnr.: 70387339
Herstellerkennzeichnung
Orlanda Buchverlag GmbH
Karl-Liebknecht-Str. 36
04107 Leipzig
mail@orlanda.de
»Malfattos Schreibstil ist von großer Schönheit. Aus einer journalistischen Recherche [...] macht sie eine tiefgründige und bewegende Geschichte, deren tragische Handlung mit atemberaubender Feinfühligkeit entwickelt wird.« #Sando
Ein Abbild der kolumbianischen Gesellschaft. Ein sehr lesenswerter Berichtsroman.
Warum musste Maritza sterben? Dieser Frage geht die Autorin und Journalistin Emilienne Malfatto mit detektivischem Gespür nach. War Maritza zur falschen Zeit am falschen Ort? Wie so oft in Kolumbien, wenn man …
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Ein Abbild der kolumbianischen Gesellschaft. Ein sehr lesenswerter Berichtsroman.
Warum musste Maritza sterben? Dieser Frage geht die Autorin und Journalistin Emilienne Malfatto mit detektivischem Gespür nach. War Maritza zur falschen Zeit am falschen Ort? Wie so oft in Kolumbien, wenn man zwischen die Fronten des Drogenkrieges gerät? Oder war sie als Sozial-Aktivistin ein Dorn im Auge der Regierung? War es ein Mord aus Habgier und Neid, obwohl Maritza kaum etwas besaß außer einer Parzelle Land?
Malfatto führt uns tief in den Dschungel Kolumbiens – ein Dschungel aus Korruption und unterschiedlichen Machtinteressen. Das Land ist reich an fruchtbarem Boden, hat eine üppige Vegetation. Kaffeesträucher, die dort so gut gedeihen, werden ausgerissen, um Platz zu machen für den Anbau von Marihuana und Kokain. Die Gegenden sind fest in einem mafiosen Clan. Daran reiben sich Paramilitärs, und auch die Regierung. Immer wieder werden von den Guerillas die Berghänge durchstreift, die Opfer unter den Zivilisten sind zahlreich. 200000.
Die Autorin beleuchtet das Umfeld von Maritza. Sie forscht nach, spricht mit Zeitzeugen, Bekannten und den Kindern der Getöteten. Nach und nach offenbart sie uns das Leben der Frau, von der Kindheit an bis zum Tag ihres Todes am 5. Januar 2019 in ihrem zweiundsechzigsten Lebensjahr. Mutter von sechs Kindern. Es war der fünfte Mord an einer sozialen Aktivistin binnen fünf Tagen. Das Motiv scheint vorerst klar, denn der Regierung und Polizei ist es einerlei. Es scheint sie nicht zu interessieren. Die Familie, total verängstigt, kümmert sich um das Nötigste und um ein Begräbnis. Steckt dennoch mehr dahinter?
Was auf den ersten Blick wie eine Tatsachenrecherche anmutet, ist in Wahrheit ein überzeugender Berichts-Roman, der den ganzen Sumpf der Korruption beleuchtet. Ein Thriller wäre nicht spannender. Oder schockierender. Denn hier werden tagtägliche Begebenheiten erzählt, bar jeder Fiktion.
Die Sprache ist eindrücklich, fließend, ein richtiger Genuss. Trotz der Schwere des Inhalts bewahrt sich der Text seine eigene Leichtigkeit, um die Kost einigermaßen gut verdauen zu können.
Maritzas ganzes Leben war ein Kampf. Ein Wechsel zwischen bitterster Armut, einer trostlosen Kindheit, und auch wieder Lichtblicke, wenn sie ihre eigene Finca bewirtschaften konnte. Zusammen mit ihrem Ehemann Alvaro war das Leben erträglicher. Aber ihm ereilte schon früh dasselbe Schicksal, als die Guerillas an deren Türe klopften, ein wenig die Gastfreundschaft auskosteten, besonnen miteinander redeten. Nur um dann Alvaro höflich aus dem eigenen Haus zu bitten. Die Schüsse prägten sich in den Ohrenzeugen ein.
Malfatto beschreibt eine Gesellschaft zwischen armer Landbevölkerung, reichen Patriarchen, korrupter Regierung und touristenverseuchten Stränden, die wir uns nicht annähernd vorstellen können. Kampf und Leid der Bevölkerung. Opfer zwischen den Mühlsteinen, ausgebeutet wie eh und je.
Lest das Buch! Schaut über den eigenen Tellerrand und denkt an die unzähligen armen Seelen, wenn ihre ein Tasse kolumbianischen Kaffee trinkt.
Ganz große Leseempfehlung für diesen preisgekrönten Roman.
PS: Der Titel des Buches erklärt sich im Roman! Kann hier nicht verraten werden.
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Erschütternd und sehr berührend
Da ich gestehen muss, den Verlag „orlanda“ bisher nicht gekannt zu haben, wurde es Zeit. Beim Lovelybooks-Award 2024 war dieser Roman: „Die Schlangen werden dich holen“ aufgelistet in der Sparte „Literatur“. Da ich …
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Erschütternd und sehr berührend
Da ich gestehen muss, den Verlag „orlanda“ bisher nicht gekannt zu haben, wurde es Zeit. Beim Lovelybooks-Award 2024 war dieser Roman: „Die Schlangen werden dich holen“ aufgelistet in der Sparte „Literatur“. Da ich längere Zeit in Kolumbien verbracht habe – wenn es auch schon länger her ist – war ich sehr neugierig, was es wohl mit dieser literarischen Reportage auf sich hätte. Und ja, vieles kam mir sehr bekannt vor und scheint leider immer noch aktuell zu sein.
Allem voran die Korruption (auch bei der Polizei) und die Armut. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, dass in Bogota die Geschäfte bei Ladenschluss Gitter herunterließen, dass man keinen Schmuck auf der Straße tragen sollte, dass es einen Riesengürtel an Slums um die Hauptstadt herum gab und immer noch gibt und auch Obdachlose ohne Ende. Denn die Reichen wohnten in eingezäunten Vierteln mit Personal und Security.
Die Autorin Emilienne Malfatto hat sich hereingewagt in diesen undurchdringlichen Dschungel – auch der Verlogenheit. Und der Angst. Angst vor Repressalien und natürlich vor Folter oder Mord. Verständlich, dass die Kinder der getöteten Maritza ihre Namen geändert haben und ihre Wohnorte geheim halten. Etliche Jahre zuvor wurden auch Maritzas Mann und ein Onkel ermordet und somit musste die Familie schleunigst diese Finca verlassen. Und damit auch die sichere Selbstversorgung.
Seit der Ermordung des Partners und des Vaters fast aller Kinder, ging es Maritza zunächst sehr schlecht. Sie nahm später dann an einem merkwürdigen Projekt teil mit Landzuordnung. Führte das schon zu ihrer Ermordung? Auch auf dieser Finca konnte der Rest der Familie nicht mehr bleiben und suchte zwangsweise Kontakt zur Verwandtschaft.
Die aufnehmende Verwandtschaft war allerdings wenig begeistert und die Kinder mussten teilweise weit verstreut aufgeteilt werden. Möglicherweise verständlich bei der Anzahl.
An mehreren Stellen hat die Autorin ein Riesenglück gehabt, mit dem Leben davongekommen zu sein.
„Letztlich lässt sich die Problematik folgendermaßen zusammenfassen: Jeder, der sich den Mächtigen oder ihren wirtschaftlichen Interessen – Drogenhandel, großen Energie-, Bergbau-, Landwirtschafts- oder sonstigen Projekten – in den Weg stellt, wird beseitigt. Es geht um zu viel Geld, als dass Menschenleben dabei ins Gewicht fallen könnten. Man könnte sogar noch weiter gehen und von einem Massaker sprechen, das die Behörden beharrlich verharmlosen – oder sogar glattweg leugnen. Die politischen und wirtschaftlichen Eliten, die das Land seit Generationen, seit Jahrhunderten fest im Griff haben, haben keinerlei Interesse daran, dass sich etwas ändert. Das Chaos kommt ihnen zugute.“ (S. 18)
Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn es lohnt sich auf jeden Fall, diesen (kurzen) Roman selbst zu lesen.
Fazit: Ich bin immer noch erschüttert, auch über die Hartherzigkeit der Menschen und ihre immerwährende Gier nach Profit um jeden Preis. Ein kleines, feines Büchlein, sehr schön gestaltet und sehr, sehr lesenswert. 5 verdiente Sterne.
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Maritza Quiroz
Ein Buch, welches einen Blick nach Kolumbien wirft, einen düsteren Blick. Emilienne Malfatto blickt hier auf den Tod und das Wirken von Maritza Quiroz Leiva, die 2019 ermordet wurde. Ein interessantes Buch. Es zeigt die Umstände in Kolumbien auf und zeigt wohin Macht und …
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Maritza Quiroz
Ein Buch, welches einen Blick nach Kolumbien wirft, einen düsteren Blick. Emilienne Malfatto blickt hier auf den Tod und das Wirken von Maritza Quiroz Leiva, die 2019 ermordet wurde. Ein interessantes Buch. Es zeigt die Umstände in Kolumbien auf und zeigt wohin Macht und Gier manche Menschen bringen können. Etwas, was in unserer Demokratie unbedingt mehr Beachtung verdient. Denn auch bei uns stehen von der Macht Besessene in den Startlöchern und warten auf ihre Chance.
Maritza Quiroz Leiva. Eine Frau. Eine Verstoßene. Eine Suchende. Eine Mutter. Eine soziale Aktivistin. Sie möchte, dass ihre Kinder es besser haben als sie selbst. Wird deswegen laut. Und fällt deshalb auf. Das klingt jetzt nicht so sehr aufrührerisch. Bedingt aber dennoch ihren Tod.
Auch dies zeigt die Verhältnisse, die sich in Kolumbien gebildet haben. Paramilitärs, Guerilla und auch gewöhnliche Kriminelle gehen ihren Weg, ohne nach rechts oder links zu schauen. Den eigenen Paranoias wird nachgegeben, aus der Verlustangst heraus, deshalb sterben Menschen. Nachbarn zinken Nachbarn an, wegen echten politischen Zielen, aber auch aus der Lust am Mord. Kriminelle verfolgen eigene Ziele, stecken ihren Machtbereich zur Verwirklichung ihrer eigenen Interessen ab und wehe man kommt ihnen zu nahe.
Echt schlimme Verhältnisse!
Und normal Sterbliche bewegen sich dazwischen und versuchen nirgendwo anzuecken, versuchen zu überleben. Ein schwieriges Unterfangen. Der Staat schaut zu, steckt selbst mittendrin und unternimmt nichts. Will man so etwas?
Die fehlende Bildung in dem Land, besonders auf dem Land, auf dem von den urbanen Zentren weit abgelegenen Land macht dieses Agieren der Mächtigen, der Machtvollen, der Gierigen erst möglich. Aber warum soll sich an daran auch etwas ändern, wenn die Korruption und der Machismo das Land beherrschen?
Emilienne Malfatto blickt hier auf die Gegend um die Sierra Nevada de Santa Marta, indigene Heimat der Arhuaco, Kogi, Wiwa und Kankuamo, Nachfahren der alten Tairona, aber die nebelverhangenen Berge bieten auch Unterschlupf für Andere, die ihre Ziele in der Abgeschiedenheit verfolgen können.
Emilienne Malfatto blickt hier auf die Familie von Maritza Quiroz, geht über diesen Blick dem Wirken der unerschrockenen Frau nach, zeigt darin aber genauso die Abgründe der kolumbianischen Gesellschaft auf und dies nicht etwa in der Vergangenheit, wo man solches Tun am liebsten verorten wöllte, sondern schaut in ihrem Buch auf das Heute. Denn der Mord an Maritza erfolgte 2019 und sie ist nicht die einzige ermordete Aktivistin im lateinamerikanischen Bereich. Dort grassiert momentan eine Mordwelle. Die Machtbesessenen wollen sich ihre Macht nicht nehmen lassen. Autokratie und Demokratie kämpfen einen blutigen Kampf.
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Die Autorin gibt der ermordeten Menschenrechtsaktivistin Maritza Quiroz Leiva eine unvergessliche Stimme
Dieses Buch gehört zu denen, die man lesen und weiterempfehlen sollte. Es gibt so viele Menschen, die Gutes getan haben, für soziale Gerechtigkeit gekämpft haben und aufgrund …
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Die Autorin gibt der ermordeten Menschenrechtsaktivistin Maritza Quiroz Leiva eine unvergessliche Stimme
Dieses Buch gehört zu denen, die man lesen und weiterempfehlen sollte. Es gibt so viele Menschen, die Gutes getan haben, für soziale Gerechtigkeit gekämpft haben und aufgrund dessen ermordet worden sind, ohne, dass die Welt von ihnen erfahren hat. Und dieses Buch verleiht der ermordeten Aktivistin Maritza eine Stimme, eine Stimme die so wichtig ist, nicht zuletzt auch, um auf lebende Aktivisten und Missstände aufmerksam zu machen.
Die Autorin Emilienne Malfatto arbeitet das Leben Maritzas auf und richtet sich in ihrer Berichterstattung an Maritza selbst. Wir lernen ihre Familie kennen, ihre Werte, ihr Umfeld. Das Buch ist sehr informativ, nicht nur, weil man über die Misslage aufgeklärt wird, vielmehr auch, wegen der Beschreibungen und Veränderungen einer Region über die Jahrzehnte hinweg. Ferner gibt es grausame Einblicke in das angsterfüllte, unterdrückte Leben unter den feindlich gegenübergestellten Paramilitärs und Guerillas, aber auch anderen organisierten Kriminelle werden benannt.
Sachlich und doch emotional: Klare fünf Sterne!
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Erzählerische Reportage
Die Schlangen werden dich holen. - Eine literarische Reportage aus Kolumbien.
Den Untertitel kann man Ernst nehmen. Es ist kein Roman, aber mehr als Reportage, denn es ist erzählend aufgebaut.
Die Autorin recherchiert in Kolumbien über eine Frau, die …
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Erzählerische Reportage
Die Schlangen werden dich holen. - Eine literarische Reportage aus Kolumbien.
Den Untertitel kann man Ernst nehmen. Es ist kein Roman, aber mehr als Reportage, denn es ist erzählend aufgebaut.
Die Autorin recherchiert in Kolumbien über eine Frau, die Aktivistin war und ermordet wurde. Es ist die Zeit als das Paramilitär und die linksgerichtete Guerilla-Organisation FARC sich bekämpften und die Bevölkerung darunter leiden musste. 2019 wurde Maritza ermordet.
Emilienne bereist die Gegend, trifft Maritzas Familie und Täter aus beiden Lagern.
Der Text ist so erzählt, dass die Autorin die verstorbene immer wieder anspricht. Das fand ich zu penetrant, es hat mich leicht gestört. Auch war mir manche Passagen zu wenig konkret. Vielleicht hätte etwas mehr Reportage dem Buch doch gut getan. Davon abgesehen, gab es schon einiges an Informationen über ein Land, das uns deutschen Lesen überwiegend wenig bekannt sein dürfte. Man muss hoffen, dass sich die Lage für die Menschen und die Menschenrechte durch die neue Regierung langfristig verbessern wird. Aber das bleibt abzuwarten.
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