Blaue Augen - Harris, Joanne

Joanne Harris 

Blaue Augen

Roman

Übersetzung: Rupprecht, Uta
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Blaue Augen

Es war einmal eine Witwe, die hatte drei Söhne. Sie hießen Schwarz, Braun und Blau. Schwarz war der älteste, er war launisch und streitsüchtig. Braun war der mittlere, er war furchtsam und einfältig. Blau jedoch war der Liebling seiner Mutter. Und er war ein Mörder.
Ein Mann gesteht einen Mord, den er nicht begangen haben kann. Joanne Harris erzählt die Geschichte eines Jungen, der durch die Grausamkeit seiner Mutter zum Verbrecher wird.


Produktinformation

  • Verlag: List
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 491 S.
  • Seitenzahl: 491
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 143mm x 40mm
  • Gewicht: 691g
  • ISBN-13: 9783471350539
  • ISBN-10: 3471350535
  • Best.Nr.: 32471082
»Farbig; schauderhaft lesenswert und in Sachen Störungen aller Art gut recherchiert. « Main-Echo, Yvonne Pollnick, 28.05.11

"Farbig; schauderhaft lesenswert und in Sachen Störungen aller Art gut recherchiert. " Main-Echo, Yvonne Pollnick, 28.05.11
Joanne Harris, geboren 1964, hat eine französische Mutter und einen englischen Vater. Sie lebt als freie Schriftstellerin in England, wo sie auch aufgewachsen ist, und kennt Frankreich von zahlreichen Verwandtenbesuchen. Ihr Roman 'Chocolat' wurde verfilmt.


Leseprobe zu "Blaue Augen" von Joanne Harris

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Kundenbewertungen zu "Blaue Augen" von "Joanne Harris"

11 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.1 von 5 Sterne bei 11 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 25.10.2011 ***** sehr gut
B. B. oder wie er sich selbst in seinem Internetblog nennt – Blauauge – ist ein 42jähriger in sich gekehrter Mann, der noch immer bei seiner tyrannischen und gewalttätigen Mutter lebt. Nur in schriftlicher Form und vor allem über das Internet kann er richtig aus sich herausgehen.

Teils öffentlich, teils nur mit beschränktem Zugang reflektiert er sein bisheriges Leben in Form von Geschichten, wobei seinen Lesern überlassen bleibt, was davon Wahrheit und was reine Erfindung ist. Denn Blauauge stellt sich selbst als Mörder dar. Nicht nur zwei seiner Brüder, sondern auch viele Personen in seinem Umfeld finden auf merkwürdige Weise den Tod. Doch es gibt jemanden, der die Wahrheit kennt.

Durch die Vorstellung auf vorablesen.de und vor allem auch das interessante Cover mit dem unheimlichen, blauäugigen Jungen bin ich auf dieses Buch von Joanne Harris aufmerksam geworden. Es handelt sich um einen sehr tiefgründigen Roman, in dem nichts ist, wie es anfangs scheint. Die Erzählweise findet ausschließlich in Blog-Form statt, erst nur betrieben von Blauauge, später erhält der Leser auf diesem Weg auch Einblick in die Gedankenwelt von Albertine.

Zugegeben die erste Hälfte des Buches liest sich ein wenig mühselig. Man bleibt als Leser verwirrt zurück, weiß man am Ende doch gar nicht mehr, was ist nun tatsächlich passiert, was der Einbildungskraft eines fantasievollen Mannes entsprungen. Wirkliche Spannung kommt aus diesem Grund bis hierhin auch nicht auf. Nichtsdestotrotz geht eine enorme Faszination von der Geschichte aus, sodass man die Auflösung nicht verpassen möchte und daher weiter liest.

Doch dann nimmt die Handlung eine Wendung, die so absolut nicht zu erwarten war. Alles bisher Gelesene erscheint in einem neuen Licht, sodass man am liebsten noch mal von vorn beginnen möchte, um herauszufinden, ob der Autorin nicht doch ein Fehler unterlaufen ist.

Das Ende entpuppt sich dann als Wettlauf um Leben und Tod. Erkenntnisse kommen Schlag auf Schlag, die Handlungsweise diverser Nebencharakter bekommt einen Sinn, offene Fragen werden beantwortet. Und schließlich das Finale, das voller Überraschungen ist, aber dennoch befriedigt. „Blaue Augen“ ist eines dieser Bücher, bei dem Durchhalten wirklich belohnt wird.

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Bewertung von Mel.E aus L. am 28.07.2011 ***** ausgezeichnet
BLAUE AUGEN!

Ich habe mir das Buch ertauscht, weil ich das Cover wirklich total interessant gefunden habe und echt ansprechend fand. Diese strahlenden blauen Augen, denen ich das Gesicht weder Frau noch Mann zuordnen kann. Richtig tiefdringend und irgendwie mystisch!

Für mich das erste Mal, ein Buch zu Lesen, welches wie in einem Blog aufgebaut ist. Ist ja heute nichts Neues mehr, da wir ja im Internetzeitalter leben und die meisten wahrscheinlich Bloggen, Twittern oder Facebooken.

Mitunter ist es mir echt schwer gefallen und zwischendurch habe ich echt überlegt es zur Seite zu legen und etwas anderes anzufangen, weil ich diese ganzen Verwicklungen nicht verstanden habe. Ich habe aber durchgehalten *mirstolzaufdieschulterklopfe*und das ist auch gut so im Nachhinein, denn die Auflösung kommt erst zum Ende des Buches und auch erst dann habe ich genau verstanden, wieso die Geschichte so ist wie es ist und wo Fiktion und wo Wahrheit liegt.

Das offene Ende fand ich nicht gelungen, denn so hat das Buch keinen direkten Abschluss und das fand ich wirklich störend und habe die letzten 10 Seiten 10x gelesen, da ich dachte, ich habe vielleicht etwas überlesen.



Lesen würde ich es nicht noch einmal und ob ich es weiterempfehlen würde, lasse ich mal so dahingestellt!

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Bewertung von coffee2go aus Österreich am 21.04.2011 ***** gut
Kurze Inhaltszusammenfassung:
Eine kurze Inhaltsangabe über dieses Buch zusammenzufassen, finde ich nicht einfach: Es handelt von Gloria, einer Mutter, die drei Söhne hatte, wobei nur noch einer davon lebt und mit 42 Jahren, unverheiratet bei seiner Mutter wohnt. Er führt einerseits ein öffentliches, relativ unauffälliges Leben, trotzdem verbirgt er viele Geheimnisse, auch vor seiner Mutter. In einem Blog veröffentlicht er Geschichten aus seiner Vergangenheit und Fiktionen über Mordgedanken, etc. Gleichzeitig veröffentlichen in seinem Blog auch Personen aus seinem näheren Umfeld wahre und erfundene Geschichten, die sich teilweise inhaltlich vermischen.

Meine Meinung zum Buch:
Der Schreibstil der Autorin passt sehr gut für die Zielgruppe Jugendliche oder Personen, die selbst gerne in Web-Communities posten und lesen, da das Buch in „Geschichten“ unterteilt ist und in Blog-Form erzählt wird. Zusätzlich sind noch Kommentare von anderen Usern angeführt. Dadurch lässt sich das Buch auch recht schnell lesen und entspricht nicht unbedingt der üblichen Romanform.
Inhaltlich handelt das Buch von Manipulationen, Abhängigkeiten, Mordgedanken, unglücklicher Kindheit, Schuldzuweisungen und der Aufarbeitung von Lebensgeschichten und missglückten Beziehungen. Es stehen sehr stark die persönlichen Erlebnisse und Lebensgeschichten der einzelnen Personen im Vordergrund, aber auch Gerüche, Farben und Emotionen. Zwischenzeitlich wird es etwas langatmiger, da sich teilweise die Ereignisse aus der Vergangenheit wiederholen, aber am Ende kommt noch eine Wende, die ev. so nicht voraussehbar war.
Gefallen hat mir die Vermischung von wahren Erzählungen mit erdachten Geschichten, die im Blog gepostet wurden, sodass die Spannung gut aufrecht erhalten wurde und ich erst wieder herausfinden musste, was wirklich passiert ist und was Fiktion war. Dadurch wurde für mich die Spannung bis zum Ende aufrecht gehalten. Das tatsächliche Ende des Buches hat mir persönlich nicht so gut gefallen, da vieles ungeklärt bleibt und das Buch eher abrupt beendet wird, allerdings möchte ich vom Ende nicht zu viel verraten, da muss sich jedeR LeserIn selbst ein Bild machen.

Cover und Titel:
Das Cover finde ich durch die auffallende Gestaltung sehr gelungen, die stechend blauen Augen vermitteln den Eindruck, als ob sie den Betrachter direkt anstarren oder beobachten. Auch die Titelauswahl wird im Buch deutlich gemacht.

Mein Fazit:
Empfehlen kann ich das Buch für alle, die gerne über ihr Leben in Web berichten, aber auch für Personen, die sich für außergewöhnliche Fantasien und Gedanken ihrer Mitmenschen interessieren.

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Bewertung von frischling aus HTK am 29.03.2011 ***** ausgezeichnet
Interessant ist, dass in Form von Blogs berichtet wird (inklusive Stimmungslage und gehörtem Musiktitel des Schreibers) die Blauauge und Albertine posten, hinzu kommen noch einige andere User, die dem Leser nach und nach vorgestellt werden. Zurecht ist dieses Buch nicht als Krimi sondern als Literatur eingruppiert, denn der Leser muss sich Zeit nehmen und sich auf dieses Buch wirklich einlassen. Die Autorin spielt mit uns, indem sie gegen Ende die wahren Identitäten von BB und Albertine lüftet! Das hat mir an Joanne Harris' Stil zum wiederholten Mal gefallen. Sie schreibt keine bereits zig Male gehörten und gelesenen Geschichten nochmals auf, sondern kreiert eine ganz neue Welt, in die man sich einfinden muss.

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Bewertung von Avathea aus Großalmerode am 23.03.2011 ***** sehr gut
B.B. ist 42 Jahre alt und lebt noch bei seiner Mutter. Diese ist dominant und gewalttätig und da sie bereits zwei ihrer drei Söhne verloren hat, will sie zumindest ihren einzig verbliebenen nicht gehen lassen. B.B.s einzige Möglichkeit ein Stück weit aus der Umklammerung zu entfliehen besteht im Internet, wo er einen Blog betreibt in dem er das sein kann was er will - nämlich ein böser Bube und nicht Mamas Liebling. Seine täglichen Einträge behandeln vor allem das Thema Mord, denn zu einem Mörder wurde er von seiner Mutter gemacht und dies teilt er nun seinen Freunden in der virtuellen Welt mit. Eines Tages schließlich taucht auf seiner Seite eine Frau, die sich Albertine nennt, aus seiner realen Vergangenheit auf, die die Wahrheit über Blauauge kennt und somit das Bild vervollständigt. Ist B.B. wirklich ein Mörder und wird er seiner Mutter entkommen können?

An sich könnte ich noch viel mehr über den Inhalt des Buches schreiben, aber dies würde zu viel vorwegnehmen, auch wenn damit noch nicht das Ende oder gar zuviel preisgegeben werden würde. "Blaue Augen" muss man einfach selber lesen, um in die Welt der Täuschung und der Gedankenspiele von B.B. eintauchen zu können. Obwohl manche Blogeinträge mehr verwirren als aufklären ist man gewillt ständig weiter zu lesen, in der Hoffnung Blauauge auf die Schliche zu kommen. Ob dies am Ende gelingt ist nicht völlig sicher. Viele Themen, wie z.B. Synästhesie und Personen werden behandelt, die alle ineinander laufen und ein vielschichtiges und tiefgründiges Bild abgeben. Der Leser ist vollkommen gefangen in der Welt von B.B. und was schließlich Wahrheit oder Fiktion ist muss vielleicht jeder selbst entscheiden.

Fazit: ein spannender und vielfältiger Thriller, der den Leser in die tiefsten Abgründe von Menschenseelen blicken lässt, psychisch gewaltig und brutal. Für Fans des Genres Thriller, die mal etwas anderes als gewohnte Kost erleben möchten ist "Blaue Augen" von Joanne Harris genau das richtige und nur zu empfehlen!!

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Bewertung von Vorleserin aus Berlin am 23.03.2011 ***** sehr gut
Joanne Harris wurde mit ihren Werken „Chocolat“ und „Himmliche Wunder“ als Autorin schöner, tiefsinniger Literatur bekannt, deren Bücher eine gewisse Magie verströmten.

Mit ihrem neuen Werk „Blaue Augen“ schlägt sie ganz andere Saiten an: Blauauge, einer von drei Söhnen einer hoffnungslos zerstrittenen Familie, wohnt mit 42 Jahren noch zu Hause.. Nach außen führt er ein unauffälliges Leben, das den Wünschen seiner Mutter angepasst ist. Doch seine wahre Obsession ist der Internetblog. Mit Hilfe dieses Mediums beschreibt es seine Lust am Töten und welchen Anteil er am Tod seiner Brüder und manch einer ungeliebten Person hat.

Gerade rechtzeitig, wenn man als Leser genug Mordbeschreibungen gelesen hat, geht die Geschichte in die Tiefe. Seine Vergangenheit kommt Stück für Stück ans Licht, besondere Begabungen haben großen Einfluss auf den Werdegang.

Ist Blauauge wirklich der Mörder oder denkt er sich die Geschichte nur aus? Welche Rolle hat Albertine in seinem Leben gespielt? Wer ist Jenny Tricks?
Für diese Fragen hat die Autorin dem Leser einige Überraschungen bereit gelegt. Was Fiktion und was die wahre Geschichte von Blauauge ist, muss der Leser selbst herausfinden, dabei wird er seine Erkenntnisse im Laufe des Buches einige Male aktualisieren.

Ein ungewöhnliches Buch, das einem in den Bann zieht und nachdenklich werden lässt. Der flüssige Schreibstil und die immer tiefer gehenden Enthüllungen sorgen dafür, dass einem die knapp 500 Seiten nicht langweilig werden. Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, solang man nicht die Joanne Harris früherer Werke vor sich hat.

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Bewertung von Sonea84 aus Rastede am 19.03.2011 ***** ausgezeichnet
Inhalt :



In grober Erläuterung ist der Inhalt kurz zusammengefasst.

"Blauauge" schreibt auf seiner Internetseite einen teils öffentlichen und teils privaten Blog. Was "Blauauge" da schreibt erschüttert den Leser auf verschiedene Weise. Bei der öffentlichen Version des Blogs, kann man zusätzlich Kommentare anderer User lesen. Irgendwann scheint es, als habe man es durchschaut und alles fügt sich zusammen...es scheint zumindest so!



Aufbau :


Wie schon erwähnt, geht es in diesem Roman um einen Blog und in solch einer Form ist das Buch auch gestaltet. Man hat wirklich das Gefühl einen echten Blog zu lesen, wobei man zusätzlich noch die privaten Einträge lesen kann.

Am Anfang jeden Kapitels kann man sehen, ob der Eintrag öffentlich oder privat ist, in welcher Gefühlslage der Blogger ist und welches Lied er gerade hört. Das ganze Buch ist in insgesamt sechs Teile aufgeteilt, welche in einzelne Kapitel / Blogeinträge unterteilt sind. Jeder Teil ansich hat eine Überschrift, die während des Lesens bzw. nach Lektüre des Teils auch Sinn ergeben und wichtig sind.
Der Schreibstil ist irgendwie verschlungen und poetisch, aber nicht weltfremd! Einige Kapitel sind in der 1. Person , andere Kapitel in der 3. Person geschrieben. Der Leser wird teilweise auch direkt angesprochen ; als wäre alles "live".


Meine Meinung :


Oh man, jetzt wird es schwer! Es gibt einige Autoren, bei denen kann man die Bücher einfach nicht zu genau beschreiben, weil dies den wunderbaren Effekt des Romans schmälern würde. Joanne Harris ist so eine Autorin. Für alle die Frau Harris lieben sei gesagt, dass sie sich trotz der modernen und neuen Art des "Blog-Schreibens", ihrem Stil treu geblieben ist!

Dieses Buch ist an keiner Stelle langweilig, aber man muss aufmerksam lesen, denn jede Kleinigkeit ist von Bedeutung. Der Roman hat Elemente eines Thrillers, dass dem Leser eine Gändehaut verpasst und Momente der Ungläubigkeit auslöst. Und das Ganze ohne"blutig" zu sein!

Wie bei allen Joanne Harris Romanen gibt es Wendungen auf die man nicht gefasst ist, auch wenn man denkt Ahnungen zu haben. Man ist einfach nicht in der Lage das Buch weg zu legen, aus Angst etwas zu verpassen.

Besonders interessant war in diesem Roman, dass die Autorin das Phänomen der Synästhesie behandelt. Es bedeutet, dass der "betroffene" Mensch z.B. Farben schmecken kann oder zu bestimmten Wörten einen bestimmten Geschmack hat. Näher möchte ich darauf nicht eingehen (würde zu viel vorwegnehmen) , aber das erklärt z.B., dass die Blogeinträge durch Sinneseindrücke beherrscht werden. Dies bringt dem Leser die Hauptfigur näher, ohne das Leser und Figur verschmelzen.



Mich persönlich hauen Joanne Harris Bücher immer wieder um! So auch geschehen bei diesem hier! Man weiß nicht was auf einen zukommt. Die Geschichte nimmt einen einfach mit und man hat keine Chance ausser sich immer wieder überraschen zu lassen! Aber wie gesagt : Man muss gut aufpassen! Ein Kapitel quer gelesen und einem entgeht der Sinn des Roman und man verliert den Faden der Geschichte. Ich denke, es ist für den anspruchsvollen Leser genau das Richtige!
Was soll ich noch mehr sagen... Das Buch ist einfach der Hammer (aber von der Autorin erwartet man ja auch nichts anderes ;) ) Und das schöne an Joanne Harris Romanen, und somit auch an diesem, ist : sie sind einmalig und mit nichts zu vergleichen!!!

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Bewertung von Nefret am 19.03.2011 ***** sehr gut
Blauauge ist der Betreiber des Blogs bösebuben. Dort berichtet er von seinem Leben als einer von drei Söhnen einer gewalttätigen und dominanten Mutter und veröffentlicht Gewaltfantasien, in denen Mord eine große Rolle spielen.

Bereits das Schreiben einer Inhaltsangabe von Joanne Harris' neuestem Roman ist schwierig, da nicht zu viel verraten werden darf. Denn der Leser weiß bis zum Schluss nicht, was Realität und was Fiktion der Blogger im Internet ist. Am Ende ist nichts so, wie es am Anfang scheint. Joanne Harris und ihre Hauptfigur Blauauge spielen ein Spiel mit doppeltem Boden.

In der Anonymität des Internets treiben sich allerlei gestrandete und gequälte Seelen rum, die ihrer Fantasie und ihren Träumen freien Lauf lessen. Und wie so häufig im Internet, entspricht die wirkliche Person hinter ihrem Avatar nicht dem Bild, das sie ihren Freunden im Netz vorgegaugelt hat.

Ich bin mir nicht sicher, ob man Joanne Harris' Buch als Thriller bezeichnen kann. Denn die eigentliche Spannung besteht in der Frage, wer versteckt sich wirklich hinter den Verfassern der Blogeinträge und Kommentare und was sind ihre Intentionen?

Auch wenn "Blaue Augen" zwischendurch einen kleinen Hänger hat, empfehle ich, das Buch bis zum Ende zu lesen, denn der Leser wird schnell feststellen, dass er aufs Glatteis geführt wurde.

Interessant ist, wie Joanne Harris mit den Farben spielt. Blauauge ist Synästhetiker.

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Bewertung von sabatayn76 am 19.03.2011 ***** weniger gut
Laothoe populi, Tyria jacobaeae, Smerinthus ocellata, Actias luna

Inhalt:
B.B. lebt auch im Alter von 42 Jahren noch bei seiner Mutter. Im wirklichen Leben ist B.B. eher unscheinbar, er schreibt jedoch unter dem Namen blauauge bizarre Blog-Einträge, in denen es sich um Rache, Gewalt und Mord dreht.

Mein Eindruck:
In der Leseprobe hat mir der Blog-Charakter des Buches noch sehr gut gefallen, ich empfand dies als lebendig und authentisch. Je mehr ich gelesen habe, desto repetitiver und einfallsloser fand ich es, und bald war die anfängliche Begeisterung verflogen. Die zerfahrene Sprache hat dafür gesorgt, dass ich das Lesen als Last empfunden habe. Ich bin mir nicht sicher, ob die Autorin bewusst inkohärent geschrieben hat, um eine psychische Störung von B.B. zu veranschaulichen, oder ob dies eher unfreiwillig passiert ist und innovativ wirken soll.

Alles in allem habe ich mich eher durch das Buch geschleppt, hatte keinen Spaß an der Lektüre. Mich konnte das Buch nicht fesseln, und ich war froh, als ich am Ende angelangt bin, obwohl mir dies noch mit am besten gefallen hat.

Mein Resümee:
Trotz des spannenden Themas konnte ich dem Buch leider wenig abgewinnen und kann aufgrund der zerfahrenen Sprache keine Leseempfehlung aussprechen.

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Bewertung von sendorra aus Köln am 16.03.2011 ***** ausgezeichnet
B.B. betreibt eine Internetseite, auf der die Nutzer die Möglichkeit haben, Blogs zu schreiben, öffentlich, wie privat. Die Blogs handeln (wie die URL schon verrät) von bösen Buben. B.B. schreibt als "blauauge" selbst auf seiner Seite. Er schreibt über seine bösen Taten. Und die Mitglieder seiner Community laben sich an seinen morbiden Geschichten und Geständnissen, regen sich auf oder spekulieren über den Wahrheitsgehalt. Sicher vor den Augen seines Publikums führt er auch ein privates Online-Tagebuch. Und durchwühlt hinterrücks und geheim die privaten Einträge seiner User.
Die Einträge enthüllen nach und nach, wer hinter Blauauge steckt. Sie beleuchten eine lang vergessene Vergangenheit, verborgene Familiendramen, miefigen Kleinstadttratsch und wahre Tragödien. Realität und Wahrheit verweben sich dabei in den geposteten Geschichten. Was ist wahr? Was pure Fiktion? Wer ist wer?

Ich war sofort gefesselt. Schon nach dem ersten "Eintrag" wollte ich wissen, wie es weiter geht. Wollte erfahren, wer sich hinter den Usernamen der Kommentatoren versteckt und was sie als nächstes posten. Blauauge, der nach seinen eigenen Angaben mörderische Blogger, hat mich fasziniert. Mit dem Geständnis seiner Taten. Und dessen Widerruf. Alles nur erfunden? Alles nur Wunschvorstellung? Schon schnell stellte sich mir die Frage, was denn nun wahr ist, was erfunden, wo Realität und Fiktion zusammenlaufen. Wer ist blauauge wirklich? Was ist überhaupt wirklich? Was kann man glauben, in der großen weiten Welt des Netzes?

Es fällt mir schwer den Inhalt zusammenzufassen. Schnell hätte ich zuviel verraten. Die Story hinter den Blog-Einträgen ist verworren, vielschichtig, kommt nur nach und nach zu Tage - wenn überhaupt.
Der Leser erfährt nur das, was der Protagonist und die Userin namens Albertine in ihrem elektronischen Tagebuch festhalten. Lauter Geschichten in einer Geschichte. Immer wieder abgewandelt, so dass die Frage nach der Wahrheit immer lauter wird. Die Einträge, die nicht öffentlich sind, vermitteln dem Leser dabei immer wieder das Gefühl, doch zu wissen, was da passiert, passiert ist, passieren wird. Doch das Ganze hat mehr als nur einen doppelten Boden.

Die Themen, die dieses Buch anschneidet, sind grausam. Der Überbegriff "Kindesmisshandlung" bietet sich an, doch ist er zu oberflächlich, zu abgegriffen. Es geht um Mütter, die zu ehrgeizig, zu fordernd sind, die zu hohe Ansprüche stellen und auf verschiedenste Arten grausam agieren. Es geht um Kontrollsucht, den Drang besonders zu sein, zu gefallen, sich anzupassen. Es geht um Menschen mit Schwächen und um Menschen mit speziellen Begabungen. Und ganz besonders geht es um Schuld und darum, dass so Vieles im Leben nur Schein ist.
Womit wir beim das Buch beherrschenden Medium des Internets wären. Die meisten, die sich im Netz tummeln, meinen, sie wären anonym. Versteckt hinter ihrem flirrenden Bildschirm. Erzählen Dinge, die sie sonst nie erzählen würden. Wahre, Unwahre. Harris spielt wunderbar mit den Mechanismen der Internets. Und ganz im Sinne des schwer einzuschätzenden Mediums ist das Ende ist offen - zumindest in meinen Augen. Vielleicht ist es das aber auch nicht. Denn: "Nichts ist je zu Ende."

Ich habe die 491 Seiten verschlungen. Habe mich gefragt, was das soll, wo das Ganze hinführt. Hab mich veräppelt gefühlt und auf's Glatteis geführt. Harris entwirft ein spannendes Psychogeflecht. Fragt danach, wozu Menschen fähig sind und warum. Die Auflösung, wenn es denn eine ist, macht Sinn. Wenn es keine ist, auch.
Der Verlag sagt, es wäre ein Thriller. Das ist durchaus berechtigt. Wohler fühle ich mich allerdings mit der Einordnung als Drama. Falls Morde geschehen, dann sind sie eigentlich nicht das, was zählt. Die Bedeutung liegt in den Motiven und in dem, was sie auslöste. Im Menschlichen, im Zwischenmenschlichen.
Ein intensives, verworrenes, packendes Leseerlebnis, mehr Drama als Thriller. Absolut zu empfehlen.

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