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Benutzername: Mel.E
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Bewertungen

Insgesamt 990 Bewertungen
Bewertung vom 18.09.2018
Dark Lake
Bailey, Sarah

Dark Lake


sehr gut

"Dark Lake" ist ein wirklich gelungener Thriller, der seine Spannung nach und nach aufbaut, da er Lügen und Schuldgefühle beinhaltet, die sich erst im Verlauf der Story offenbaren. Ich empfand es als sehr gelungen eine Polizeibeamtin in den Fokus zu setzen, die ihre Vergangenheit sozusagen aufarbeitet. In Rückblenden wird die Vergangenheit Gemmas immer wieder eingeblendet, was die Vermutung zulässt, dass Gemma etwas zu verbergen hat. Der Tod einer ehemaligen Mitschülerin zeigt deutlich, dass Gemma nicht unvoreingenommen ist und sich dem aktuellen Fall entziehen sollte. Sie bleibt dran in diesem Wirrwarr aus Lügen. Rosalind Ryan, die Tote im See erscheint als Frau, die überall beliebt zu sein schien, aber auch sie hat eine Vergangenheit, die immer wieder eingeblendet wird. "Dark Lake" ist keinesfalls perfekt, aber es beschreibt das Leben, denn auch wir Menschen sind niemals perfekt genug, um nicht doch irgendwo anzuecken und Misstrauen zu säen. Faszinierend ist die Tatsache, dass hier eine Psychose durch die Zeilen schimmert, was letztendlich auch zum Mord führte. Ganz unschuldig an diesem Mord ist Gemma nicht, denn sie hat falsche Fährten gelegt, die sich erst spät offenbaren und mir als Leserin daher den Überraschungsmoment nahmen, denn sobald bekannt ist, aus welchen Motiven Gemma als junges Mädchen gehandelt hat, wird relativ schnell offensichtlich, warum Rosalind sterben musste. Es ist eine alte Schuld und auch Rache, die das Handeln der Menschen beeinflusst. Vielleicht auch Angst vor der Person, die unbewusst anderen Schaden zugefügt hat? Klar ist, dass Lügen immer kurze Beine haben und irgendwann offenbart werden, was sich in "Dark Lake" wieder einmal bestätigt hat. Im Gesamteindruck empfand ich den Thriller als gelungen, auch wenn er natürlich kleine Schwächen aufwies, dennoch empfand ich den Spannungsaufbau sehr gut und kann daher auch gerne eine Leseempfehlung vergeben. Ein klein wenig weniger Gemmas Privatleben zu reflektieren, hätte dem Thriller gut getan, ansonsten gibt es kaum erwähnenswerte Mängel, die ich aufführen könnte.

Bewertung vom 09.09.2018
Der Tod sitzt mit im Boot / Flavia de Luce Bd.9
Bradley, Alan

Der Tod sitzt mit im Boot / Flavia de Luce Bd.9


sehr gut

"Flavia de Luce - Der Tod sitzt mit im Boot" ist der 9. Band einer Buchreihe, die ich wirklich als gelungen erachte. Es ist nicht zwingend notwendig die vorherigen Bände zu lesen, ist aber empfehlenswert, um Flavias Gedanken, Emotionen und ihren Spürsinn zu verstehen. ich bin erstaunt über die Intelligenz dieses doch sehr jungen Mädchens, die in ein Abenteuer schlittert,, welches mit dem gewählten Titel des Buches sehr viel gemeinsam hat. Auch wenn man als Leser_in oftmals das Gefühl hat, dass die Story vor sich hin plätschert, ist ein gewisser Spannungsbogen vorhanden, der von Flavia vorangetrieben wird. Sie selbst hat einiges zu verarbeiten und ist immer noch in der Trauer um ihre Vater verstrickt. Der geplante Bootsausflug birgt eine Leiche und die Erkenntnis, dass dieser junge Mann nicht der Einzige ist, dessen ungewöhnlicher Tod aufgeklärt werden muss. Wie sich im Nachhinein herausstellt, eilt Flavia ihr Ruf voraus und ihr Spürsinn ist in dem Örtchen nicht unbedingt erwünscht, da Geheimnisse und Märtyrer ihren Weg kreuzen. Interessant ist auch, dass Flavia erst 12 Jahre alt ist und sich aber viel reifer verhält, als es ihrem Alter angemessen wäre. Ein Kind mit vielen eigenen Problemen, entwickelt regelrecht Kampfgeist, um einen oder auch mehrere Morde aufzuklären. Ich empfand es als sehr gelungen Flavia dabei zu betrachten wie sie mir chemische Vorgänge und Gifte erklärt. Dies geschieht so ganz nebenbei, ohne irgendwie herablassend zu wirken, denn Flavia eilt ihr Wissen voraus.
Dogger und die Schwestern Flavias nehmen im 9. Band auch einigen Raum ein, was mir gut gefallen hat. Trotz der Trauer um ihren Vater ist Flavias Spürsinn nicht verloren gegangen, sondern wirkt eher so, als wäre es eine gelungene Ablenkung vom Schmerz. Flavia gelingt es, den Mord aufzuklären und wie sollte es auch anders sein, bringt sie sich selbst in Gefahr, da ihr sehr daran gelegen ist, nicht im Ungewissen zu bleiben.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da "Flavia de Luce - Der Tod sitzt mit im Boot" ereut eine sehr gelungene Fortsetzung einer Buchreihe ist, die einen gewissen Charme auf mich ausübt, da die Protagonistin außergewöhnlich ist und auch der Schreibstil des Autors immer wieder aufs Neue begeistern kann. Eine Erzählung aus einer anderen Zeit, verknüpft mit Spürsinn und einem jungen Mädchen, welches einiges zu verarbeiten hat und dennoch auf ihre eigene Art und Weise befähigt ist, sich unbeliebt zu machen durch Fragen und dem Drang nach Aufklärung.

Bewertung vom 08.09.2018
Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte
Khong, Rachel

Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte


sehr gut

"Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" beinhaltet auf sanfte und amüsante Art die Verarbeitung einer Familientragödie. Die Tragödie ist sowohl daran festzumachen, dass Ruth von ihrem Freund / Verlobten verlassen wurde und in den Erinnerungen an die Beziehung festhängt, während ihr Vater an Alzheimer Demenz erkrankt ist und mehr und mehr Erinnerungen verliert. Die Verknüpfung dieser beiden Menschen ist wirklich faszinierend. Ruth bleibt vorerst ein Jahr, um ihre Wunden zu lecken, als auch ihre Mutter zu unterstützen, die komplett überfordert scheint mit der neuen Situation. Um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen wird hier Ernährung komplett umgestellt und dieses bewirkt nicht nur einmal den Unmut des Ehemanns / Vaters. Es ist mitunter witzig dem Verlauf der Erkrankung zu folgen, auch wenn es natürlich sehr hart für die betroffenen Familien ist. anzusehen, wie der Mensch nach und nach zerfällt. Der Autorin ist es gelungen einen einerseits humorvollen, als auch authentischen Roman zu schreiben, der keinesfalls überfordernd wirkt, sondern aufzeigt, dass nicht die Defizite des Menschen im Fokus stehen sollte, sondern der Mensch selbst. Es ist einerseits herrlich, auf der anderen Seite herzerweichend. Positiv ist, dass sich Ruths Vater nicht mehr an seine Affäre erinnert, noch an seinen hohen Alkoholkonsum. Es ist ein Neubeginn für alle, denn auch Ruth, die sich ihre Wunden lecken wollte, kann sich auf Neues einlassen und loslassen.
"Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" ist definitiv ein ganz besonderes Buch, dessen 256 Seiten sehr zügig gelesen werden können. Es erzählt Alzheimer ganz anders und dennoch unverblümt. Der Titel ist wunderbar gewählt, wenn auch der Originaltitel "Goodbye Vitamin" auch Platz in den Seiten gefunden hätte. Auch das Cover ist gut getroffen, da die meisten Vitamine im Obst zu finden ist, was sich mehrfach in der erzählten Story widerspiegelt.
Gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der bewusst macht, wie wichtig Erinnerungen sind und sie dennoch auch schmerzen können, da manches losgelassen werden sollte, während anderes nicht immer verwahrt werden kann.

Bewertung vom 07.09.2018
Manhattan Beach
Egan, Jennifer

Manhattan Beach


sehr gut

Als Leserin des Romans "Manhattan Beach" tauchte ich ein in einen zeitgenössischen Kontext, der über eine junge Frau berichtet, welche sich in einer Männerdomäne behaupten muss. New York in Kriegsjahren, wo Frauen wenig Rechte haben und wenig Ansehen besitzen, es sei denn, sie sind stark genug, um sich in der Männerwelt durchzusetzen. Anna ist dabei Vorzeigefrau, da sie innere und äußere Stärke besitzt. Nach dem Verschwinden ihres Vaters und den Verlust ihrer Schwester, zieht sich ihre Mutter zurück und Anna muss für sich alleine kämpfen in einer Zeit, die medizinisch gesehen wenig Fortschritt erreicht hat und Alleinerziehende wie Aussätzige behandelt werden. Ein Ehering wirkt wie ein Zauber auf seine Mitmenschen und als Witwe bekommt Frau noch einmal mehr Wert. Es zählt definitiv vorerst nicht, was du kannst, denn du bist eine Frau und stehst auf verlorenen Posten. Anna schafft es sich ihren Status als Taucherin zu erkämpfen und kann damit beeindrucken, da sie nicht mutlos wird, sondern weiter kämpft. Auch die Suche nach ihrem Vater gibt irgendwann Hinweise und diese sind zunächst erdrückend.

"Manhattan Beach" wird in mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen Annas Kindheit, in der sie ihren Vater oftmals begleitet und dabei auch auf Dexter Styles trifft, der in dieser Story einigen Raum einnimmt. Danach folgt Anna als junge Frau, die sich ihren Weg hart erkämpfen muss, da ihr mehrfach Steine in den Weg gelegt werden. Auch Eddie, Anas Vater trägt eine große Hauptrolle, da auch sein Leben und sein Werdegang beschrieben werden. Da die Protagonisten sehr deutlich beschrieben werden, wirkt "Manhattan Beach" insgesamt sehr lebendig. Es verfügt selbstverständlich auch über einige Längen, dennoch ist es ein sehr interessantes Buch über das Leben und Überleben mitten im Krieg. Das Interview mit der Autorin zu Beginn des Romans trägt dazu bei, vieles sehr authentisch wahrzunehmen. Da auch Umgebungen und die Unterwelt der 30er /40er Jahre sehr intensiv betrachtet werden, bekommt man einen guten Eindruck in diesen zeitgenössischen Kontext, wenn auch vieles Fiktion ist. Trotzdem gab es Frauen wie Anna, die sich ihren Lebensunterhalt hart erkämpfen und es schaffen in einer Männerwelt zu überleben. Es war sehr beeindruckend. Sehr gerne eine Leseempfehlung, da mir "Manhattan Beach" relativ gut gefallen hat, auch wenn ich es erneut als sehr bitter empfand, wie wenig Rechte Frauen hatten, verbunden mit Dankbarkeit in der heutigen Zeit leben zu dürfen.

Bewertung vom 05.09.2018
The Girl - ein tödlicher Sommer
Yorck, Anna

The Girl - ein tödlicher Sommer


sehr gut

"The Girl - Ein tödlicher Sommer" beinhaltet eine sehr faszinierenden Plot, da es nicht nur darum geht, den Kentucky Highway Killer zu entlarven, sondern auch die Entführung von Macys Mutter aufzuklären. Für mich als Leserin ist relativ schnell klar, wer der Entführer sein könnte, aber für die Beteiligten liegt diese Erkenntnis relativ lange im Ungewissen. Die erzeugte Spannung, die angefüllt ist von einer unerwiderten Liebe, einem fanatischen Gläubigen und seinen Anhängern, Mokassinschlangen und einem paranormalen Setting, wird durchwoben von Tod und Trauer. Der Autorin ist ein sehr interessantes Debüt gelungen, welches mich einige Zeit faszinieren konnte. Als Leserin konnte ich mich zwar nicht mit den Protagonisten identifizieren, da meine Jugendzeit ohne ausschweifende Party stattfand, dennoch ist die Lebensfreude der jungen Menschen spürbar, wobei die Angst vor dem Kentucky Highway Killer immer präsent ist. Sein Beuteschema ist immer gleich und daher überschatten Angst und Furcht das Leben der Jugendlichen spürbar. Es geht eine Gefahr umher, die nicht greifbar ist und dennoch verschwinden hier und da Mädchen, die selten aufgefunden werden. Interessant sind hierbei die Gedanken des Killers, die hier und da eingestreut werden. Es ist definitiv alles anders, als es im ersten Moment erscheint. Die Verwirrung die gestiftet wird, überträgt sich auch auf den Leser und kann sehr lange gehalten werden.
Der Titel "The Girl - Ein tödlicher Sommer" erscheint äußerst passend, denn Leichen säumen den Weg von Macy und auch wenn sie sich selbst in große Gefahr begibt, ist sie diejenige, die eine Aufklärung herbeiführt, da sie sich nicht mit der Arbeit der örtlichen Polizei zufrieden gibt. Der Entführer spielt ein grausames Spiel mit allen Beteiligten und hinterlässt wenig Spuren. Es scheint, als wäre er ganz nah und dennoch ganz weit weg in seinen Idealen und seiner Psychose, die rasch deutlich wird.
Mir erschien "The Girl - Ein tödlicher Sommer" als sehr ausgewogen in Spannung und einem doch sehr faszinierenden Setting. Auch emotional konnte die Story überzeugen, wenn auch Macy in ihrem Verhalten oftmals sehr naiv wirkt. Wenn man aber ihr Alter betrachtet, ist dieses ein ganz natürlicher Reifeprozess. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich mich sehr gut auf die Story einlassen konnte. Liebe macht eindeutig blind. Dieses ist mehrfach im Buch anzutreffen und daher empfinde ich meinen ausgewählten Titel für diese Rezension äußerst zutreffend.

Bewertung vom 30.08.2018
Julie Jewels - Silberglanz und Liebesbann
Meister, Marion

Julie Jewels - Silberglanz und Liebesbann


sehr gut

In "Julie Jewels - Silberglanz und Liebesbann" muss Julie schmerzlich erkennen, dass ein Zauber nicht immer hält, was er verspricht, besonders dann nicht, wenn er eigennützig gewebt ist und der Mensch, den man an sich bindet, vielleicht ganz anders agieren würde, wenn er nicht durch Zauber an mich gebunden wäre. Es ist herrlich chaotisch und sehr liebenswert dargestellt, wie sehr sich Julie bemüht, ihre Schmuckmagie zu nutzen. Da sie sehr unerfahren ist, geht vieles natürlich komplett in die Hose. Der zweite Band hat mir um Längen besser gefallen als der erste Band, da die Entwicklung von Julie wirklich magisch ist. Julie erkennt, dass Magie gefährlich ist, wenn sie nicht richtig genutzt wird, außerdem kann sie sich ihrer Mutter wieder annähern, was mir persönlich sehr zugesagt hat. Daria, ihre Großmutter verfolgt ihre eigenen Ziele und es ist rasch erkennbar, dass sie ihre Magie nicht selten dazu nutzt, um ihre eigenen Interessen zu nutzen, die nicht immer gut zu sein scheinen. Merle und Ben sind an Julies Seite, üben Kritik, zeigen dennoch oft Wertschätzung und sind einfach Freunde, was mir sehr gefällt. Es ist wichtig in einem Jugendbuch Dinge anzusprechen, die optimal auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Ich habe demnach nichts vermisst und konnte mich auf Julie besser einlassen als im ersten Band, da ich sie dort als naiv und egoistisch wahrnahm. Die Schmuckmagie nimmt Formen an und kann, wenn sie mit Köpfchen eingesetzt wird, in positive Energie sozusagen umgesetzt werden. Emotional kann dieser zweite Band einiges abdecken, denn Julie ist tatsächlich himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Es gefiel mir, welche Entscheidungen sie letztendlich trifft, denn es ist natürlich schön geliebt zu werden, aber dieses sollte aus freien Willen geschehen und nicht durch einen Liebesbann.
Auch das Cover kann erneut glänzen, da es wie ein Schmuckkästchen gestaltet ist. Die warmen Farben sprechen mich auch sehr an. Für junge Mädchen wird dieses sicherlich ein großer Anreiz sein, dieses Buch zu kaufen, aber letztendlich glänzt nicht nur die Optik, sondern auch der Inhalt.
Mir hat "Julie Jewels - Silberglanz und Liebesbann" sehr gefallen, da sich die Oberflächlichkeit, die ich im ersten Band wahrnahm komplett auflöst und Julie nachdenklich und reifer wirkt. Ich freue mich schon sehr auf "Julie Jewels - Mondsteinlicht und Glücksmagie", welcher im Frühjahr 2019 erscheint. "Julie Jewels - Silberglanz und Liebesbann" ist für die angegebene Zielgruppe ab 12 Jahren bestens geeignet und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 30.08.2018
Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde
Bishop, Sylvia

Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde


ausgezeichnet

"Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde" besticht durch einen sehr ansprechenden Titel, ein wunderbares Cover und einer Story, die wirklich überzeugt. Es ist ein Abenteuer, welches nicht nur von Mädchen gelesen werden sollte. Property, die Heldin des Kinderbuches ist sehr außergewöhnlich, da sie Dinge wahrnimmt, die andere übersehen würden. Sie schaut genauer hin, daher ist sie letztendlich diejenige, die dafür sorgt, dass nicht alles verloren ist, was ihnen durch Intrigen genommen werden soll. Die Familie steht vor dem Ruin, zumal sie zuvor eine gigantische Buchhandlung in einem Gewinnspiel gewonnen hatten. Durch einen Betrug stehen sie vor dem Nichts und Property ist diejenige, die den Verlust vereiteln kann.

Property ist das kleine Mädchen, welches im Buchladen vergessen wurde, um letztendlich bei den Fundsachen zu landen. Dieses ist der Aufhänger einer ganz ungewöhnlichen Familienkonstellation. Die Liebe zum Buch wird rasch deutlich und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und ideal für Erstleser. Natürlich ist "Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde" auch bestens geeignet vorgelesen zu werden und zum Verschenken natürlich ebenso. Auch die Schriftgröße ist angemessen und für die Zielgruppe junge Leser/-innen ab 8 Jahren angepasst worden. Die Illustrationen werten das Kinderbuch definitiv auf, um Personen, Geschehen und die Umgebung zu verdeutlichen.

Insgesamt ist "Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde" ein wirklich entzückendes Kinderbuch,welches mich begeistern konnte. Ich fand Property sehr interessant gezeichnet, da sie trotz ihrer kleinen Defizite für die Story gewinnbringend ist. Gerne eine Vorlese und - Leseempfehlung.

****,5 Sterne

Bewertung vom 30.08.2018
Prinzessin undercover - Geheimnisse
Glynn, Connie

Prinzessin undercover - Geheimnisse


sehr gut

“Prinzessin Undercover“ ist ein modernes Märchen, welches mir sehr gefallen hat. Die Grundidee ist nicht neu, dennoch geriet ich in den Bann der Story, da ich mir selbst als Kind gewünscht habe eine Prinzessin zu sein. Natürlich bedenkt man als Kind die Schattenseiten nicht, denn als Adelige steht man immer unter Beobachtung und kann sich kaum entfalten. Für Ellie bedeutet dies Verzicht und Anpassung. Wie gut, dass Lottie gerade eben dieses Leben führen möchte. Allerdings hat Prunk und Glitzer auch sehr viele unschöne Seiten, die ihr aber erst bewusst gemacht werden müssen. Es ist ein leichtes, Lottie in die Welt der Reichen und Schönen einzuführen, da Lottie sich anpassen kann, während Ellie nur auf Krawall gebürstet erscheint. Lottie wirkt definitiv naiv und der Glaube an das Gute im Menschen bringt sie mehrfach in unangenehme Situationen. Wie gut, dass ihr immer jemand zur Rettung eilen kann. Die Freundschaften, die sich entwickeln sind für den weiteren Verlauf der Story wichtig, um die Wertigkeit des Rollentauschs anzuzeigen. Die Situationen sind vorhersehbar, aber deswegen nicht weniger spannend. Schade ist, dass vieles ungeklärt bleibt und der Jugendroman recht offen endet. Für einen Mehrteiler nicht unüblich, daher wäre dies für mich kein Kritikpunkt, sondern eher Anlass auch den zweiten oder sogar dritten Band lesen zu wollen. Es gibt einiges, über das ich gerne mehr erfahren möchte. Es kann nicht angehen jemanden seine Identität zu stehlen und ihn abhängig zu machen, bzw. dahin zu erziehen sich selbst wenig wertzuschätzen und Gefühle komplett auszuschalten. Das dieses unmöglich erscheint, wird mehrfach deutlich und schürt daher meine Neugier sehr.
Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der auf mich wie ein modernes Märchen wirken konnte und mich begeistert hat. Natürlich sind einige Schwächen erkennbar, dennoch hat es Spass gemacht in eine doch sehr komplizierte fiktive Welt einzutauchen.

Bewertung vom 28.08.2018
Einmal Teenie und zurück
Brody, Jessica

Einmal Teenie und zurück


ausgezeichnet

"Einmal Teenie und zurück" ist ein Kinder - und Jugendbuch, welches aufzeigt, wie wichtig es ist, sich immer treu zu bleiben und sich nicht zu verbiegen, um Anerkennung zu finden. Addie / Adeline wünscht sich nichts sehnlicher, als 16 zu werden und als sie die Möglichkeit bekommt, nutzt sie die Magie, an die sie vorerst nicht glaubt, um ihren Wunsch in ein Schmuckkästchen einzuschließen. Über Nacht überspringt sie vier Jahre ihres Lebens und erkennt rasch, dass sie die Jahre, die sie verpasst hat schmerzlich vermisst. Am allerschlimmsten ist der Verlust ihrer besten Freundin Grace. Sie weiß lediglich vom Hörensagen, dass ein Streit für das Ende ihrer Freundschaft der Auslöser ist, aber alles andere hat sie nicht erlebt, da sie in einem Zeitraffer plötzlich Teenie ist. Sie darf sich schminken, geht zur Highschool und trifft sich mit Jungs. Am coolsten ist wahrscheinlich ihr Vlog, der sehr erfolgreich ist und viele Follower aufweist. Irgendwann ist Adeline ein Loser, der gemieden wird und sie merkt rasch, dass ihr neues Leben gar nicht so attraktiv erscheint, wie Adeline es vermutet hat. Es gibt vieles, was positiv daran ist, 16 Jahre alt zu sein, aber es gibt auch ganz vieles was verwirrt und auch verletzt. Leider kann sie sich nicht daran erinnern, wo sie den Schlüssel für das Schmuckkästchen versteckt hat, in dem ihr Wunsch eingeschlossen hat, denn das war die große Aufgabe, die sie bekam, immer auf den Schlüssel zu achten. Es ist also, als bliebe Adeline (eine Charta mit Schwester und Eltern sorgt dafür, nicht mehr mit dem unbeliebten Spitznamen "Addie" gerufen zu werden) immer ein Teenie und die Freundschaft zu Grace kann nicht mehr gekittet werden, da zuviel geschehen ist, was einen Neuanfang unmöglich macht.
Ich empfand das Kinder - und Jugendbuch sehr amüsant, aber auch nachdenklich stimmend. Addie findet sich unschwer in dem Leben eines Teenagers zurecht und einige Dinge die geschehen liegen auch daran, dass sie auf Biegen und Brechen versucht Freundschaften zu erneuern oder das beliebte Mädchen zu bleiben, welches sie nun ist. Das Scheitern ist vorprogrammiert. Als sie in der Schule gemieden wird, verstärkt sich das Gefühl und der große Wunsch, alles wieder rückgängig zu machen und da sie irgendwann herausfindet, was für das Scheitern der Freundschaft mit Grace verantwortlich ist, könnte sie diese Situation anders gestalten, sodass kein Streit entstehen kann. Addie hat das große Glück, einen schiefgegangenen Tag erneut zu erleben und nutzt diese Chance. Durch die Verwandlung in einen Teenager quasi über Nacht, kann sie dann auch als 12 Jährige einen kleines Stück Reife erlangen, da in ihr das Bewusstsein geweckt wird, dass es sich lohnt zu warten und die Vorteile die man als 16 Jährige hat auch förmlich überschlagen, wenn man niemals zuvor Französisch gesprochen hat im Unterricht, Trigonometrie nicht einmal aussprechen kann und natürlich trotz Führerschein nicht Auto fahren kann. Es ist mitunter sehr witzig, wie Addie in manchen Situationen agiert, denn es wirkt äußerst authentisch.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an ein Kinder - und Jugendbuch, welches mir sehr amüsante und auch nachdenklich stimmende Momente beschert hat. Für die angegebene Zielgruppe ab 10 Jahren ist es bestens geeignet, obwohl es wohl eher Mädchen ansprechen wird, was nicht nur dem rosa Cover geschuldet ist, sondern auch dem Inhalt. Mir hat es sehr gefallen, da ich mich zwar nicht immer mit Adeline identifizieren konnte, da ich in einem anderen Zeitalter ohne Handy und Vlog großgeworden bin, aber das eine oder andere Problem der Teens ist mir natürlich dennoch nicht unbekannt.

Bewertung vom 27.08.2018
Das andere Haus
Fleet, Rebecca

Das andere Haus


gut

"Das andere Haus" besticht durch sein eindrucksvoll rotes Cover, da es dadurch sehr eindrücklich und stimmig wirkt. Erst nach dem Betrachten widmete ich mich ausgiebig dem Klappentext. Es ist sehr überraschend, das dieses Verwirrspiel im Urlaubs - Domizil eine ganz andere Wendung nimmt als erwartet. Durch verschiedene Erzählstile und Zeitsprünge versteht es die Autorin zu verwirren. Für einen Psychothriller erschien mir die erzeugte Spannung leider ein klein wenig zu unangemessen. Die aufgezeigte Affäre und die Probleme einer Ehe sind natürlich rund, aber insgesamt gesehen, erschien mir die Story sehr dramatisch und wenig Psycho, um wirklich zu begeistern. Ich nahm eine gewisse Oberflächlichkeit wahr, die sich bis zum Ende hin durchzogen. Ich bin immer noch unsicher, wie ich den "Psychothriller" bewerten soll, denn ich fand ihn leider nur bedingt spannend. Für mich war vieles eindeutig, bis sich das Blatt dann wendet, was aber auch nicht überzeugen konnte. Tatsächlich habe ich mir einiges mehr versprochen und auch wenn die Story über Neuanfänge verfügt, die die Ehe von Caroline und Francis betrifft, ist es doch auch auf Lügen aufgebaut. Eine Lüge, die irgendwann aufgedeckt wird und die Grundstimmung verändert. Für mich als Mutter ist die Trauer absolut nachvollziehbar und auch der Hass, der mitunter förmlich aus den gelesenen Seiten schreit, dennoch ist es mir zu wenig, um emotional betroffen zu sein. Irgendetwas fehlt, um mich zu überzeugen. Die letzten 100 Seiten sind vollgespickt mit dramatischen Szenen und dennoch fehlt ein echter Funke, der leider nicht auf mich überspringen wollte. Bücher werden oftmals von seiner Leserschar anders wahrgenommen, daher sehe ich mich schon bei den Wenigen Leser_innen stehen, die das Buch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen werden. Mir waren die Protagonisten durch Drogenkonsum und Affären wenig sympathisch, was sich auch zum Ende hin nicht wandeln konnte. Für mich steht und fällt ein Buch oftmals mit seinen Protagonisten und in "Das andere Haus" war es mir kaum möglich mich mit ihnen zu identifizieren oder sie näher an mich heranzulassen. Woran dieses scheitert kann ich kaum benennen, da ich trotzdem wenig Mühe hatte das Buch zu beenden. Nur das Genre Psychothriller war für mich eindeutig nicht gegeben, auch wenn der eine oder andere Spannungsmoment natürlich vorhanden war, fehlte mir doch einiges, um zu überzeugen, daher kann ich dem Buch leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung geben und drei Sterne, da mehr für mich einer Lüge gleich käme. Eine Lüge oder einer Veränderung der schicksalhaften Tatsachen, die auch während des Lesens zum Vorschein kommen, dabei aber zu spät auftauchen, um mich zu überzeugen.