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Benutzername: Mel.E
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Bewertungen

Insgesamt 1047 Bewertungen
Bewertung vom 16.03.2019
Staat X
Wahl, Carolin

Staat X


sehr gut

Grenzüberschreitung Deluxe
"Staat X - Wir haben die Macht" zeigt sehr deutlich die Verstrickungen der Grenzüberschreitungen und Gier nach Macht innerhalb eines Projektes, welches letztendlich komplett aus dem Ruder läuft. Eine geniale Grundidee, wenn Lug und Betrug nicht gleich schon zu Beginn Menschen in ihre Fänge genommen hätte. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, welches mich schon direkt ab der ersten Seite fasziniert hat. Parallelen zu "Die Welle" sind definitiv vorhanden, dennoch beinhaltet "Staat X - Wir haben die Macht" eine vollkommen andere Story, die dennoch aufzeigen kann, wie schnell wir mit dem Strom schwimmen und uns anpassen wollen. Es ist die Gier nach Anerkennung, die hier zum Tragen kommt und letztendlich wird auch nicht vor Korruption und Gewalt Halt gemacht. Die unterschiedliche Darstellung der Charaktere ist sehr gelungen und gibt dem Jugendbuch recht schnell Authentizität.
Caroline Wahl hat hier eine fiktive Welt erschaffen, die bedrückend wirkt und vor Hochspannung trotzt. Es war nicht vorhersehbar, wie sich Staat X entwickelt, obwohl gleich der Prolog voller Grauen steckt. Relativ schnell wird klar, dass sich manches zu einem Eigenleben entwickelt und nachdem die Ersten festgenommen werden, das Gefängnis seine Gefangenen aufweist und Strafprozesse erfolgen, ist es wie eine Kettenreaktion. Staat X entwickelt ein hohes Gewaltpotential und Bedrohungen, Zerstörung und Wut erfolgt.
Jeder Schüler / jede Schülerin hat eine Aufgabe, die für die jeweilige Person zugeschnitten scheint. Steuern müssen bezahlt werden und selbst eine eigene Währung, der Xeros ist vorhanden. Jahrelange Vorbereitungen auf diese außergewöhnliche Schulwoche prägen diejenigen, die hinter diesem Projekt stehen, aber letztendlich sind ihnen die Hände gebunden und alles scheint aus dem Ruder zu laufen. Die angenehme Atmosphäre des Beginns schwindet relativ rasch und gibt einem angespannten Gefühl Raum. wie schwer muss es sein, niemanden mehr vertrauen zu können? Gelungen ist, dass familiäre Begebenheiten auch ihren Platz finden, um die Personen noch greifbarer zu gestalten. Für manche Menschen ist Anerkennung innerhalb der Gesellschaft oder Familie unabdingbar.
Der Jugendroman "Staat X - Wir haben die Macht" ist für die gewählte Zielgruppe ab 14 Jahren komplett angemessen. Es stimmt nachdenklich, da die Frage immer wieder aufkommt, wie mein eigenes Verhalten innerhalb von Staat X gewesen wäre. Junge Menschen finden sich in einem fiktiv gestalteten Staat wieder, der nicht von Lehrern überwacht wird, diese sind zum Teil nur Zuschauer und lassen die Kids gewähren. Letztendlich ein sehr gefährliches Spiel und eigentlich auch logisch, dass dieses trotz guter Planung ein Eigenleben entwickeln kann. Auch wenn die Grundfesten bestehen, ist es eine Arbeit mit Menschen und das Verhalten dieser lässt sich definitiv nicht planen. Absolut gelungen und treffend dargestellt, daher eine absolute Leseempfehlung, da ich mich gleich ab der ersten Seite des Romans in die Story hineindenken konnte. Ein ungutes Gefühl am Ende bleibt, aber die Tatsache, das Begebenheiten ausgesprochen wurden und Gerechtigkeit einzieht, gibt dem Schrecken eine Wendung, die ich als sehr gelungen erachte.

Bewertung vom 13.03.2019
Der Honigbus
May, Meredith

Der Honigbus


ausgezeichnet

"Der Honigbus" hat mich ganz tief innen sehr berührt und die letzten Worte des Romans zu Tränen gerührt. Jedes Kind hat ein Anrecht darauf geliebt zu werden und in Meredith Leben ist es ihr Großvater, der seine Bienenvölker dazu nutzt, seine Enkelin auf das Leben vorzubereiten. Dieses Buch ist so viel mehr als nur die Herstellung von Honig und die Beobachtung der Lebens - und Arbeitsweise der Bienen. Ich bin fasziniert davon, welche Intelligenz Bienen besitzen und wie akkurat sie miteinander agieren, um ihren Stock am Leben zu erhalten. Es ist nicht nur die reine Honigproduktion, sondern ein gigantischer Vorgang, in dem jede Biene ihre Aufgabe hat. Für mich war "Der Honigbus" nicht das erste Buch über Bienen, dennoch wurden mir erneut Sachverhalte eines Bienenstocks vor Augen geführt, die ich scheinbar vergessen hatte. Hinzugefügt der Überlebenskampf von Meredith und ihrem jüngeren Bruder gibt dem Roman "Der Honigbus" einen sehr intensiven, negativen Beigeschmack. Süß wie Honig hätte allerdings auch nicht zufriedengestellt, wobei körperliche Gewalt mich tatsächlich immer wieder erschlägt, da ich dieses selbst erfahren musste und die Verarbeitung dessen, sicherlich mein ganzes Leben bestehen wird. Hinzu kommt eine depressive Mutter, die unterstützt durch ihre Mutter, regelrecht dahinsiecht und sich in ihrem Selbstmitleid suhlt. Es ist im Nachhinein sicherlich verständlich, aber auf der anderen Seite gibt es da zwei junge Menschen, die ihre Mutter gebraucht hätten. Opa und die Bienen haben vieles ersetzt, aber eben nicht alles. Eine gesunde Familie sieht definitiv anders aus. Es war sehr erschreckend, die Lieblosigkeit der Mutter wahrzunehmen und auszuhalten. Wie viel schlimmer ist es für Meredith und ihren jüngeren Bruder? Wie sollen sie zu gesunden Erwachsenen reifen? Es sind die Bienen und ihr System im Bienenstock, die immer wieder neuen Lebensmut schenken, auch wenn das Leben für die Kinder hart und ungerecht erscheint. Es hat mir sehr gefallen, das Drama der Kindheitheitserlebnisse verknüpft mit Bienen mitzuerleben.
Für mich ist "Der Honigbus" schon jetzt ein Lesehighlight 2019. Ein Buch, welches mich zutiefst berührt hat und letztendlich auch zum Weinen gebracht hat. Nicht aus Trauer, sondern durch die Schönheit der abschließenden Worte. Das es sich im Memoiren der Autorin handelte, wurde mir erst später bewusst und hätte mich emotional wahrscheinlich noch mehr erschlagen. Es fiel mir nicht immer leicht mich auf die Story einzulassen, da ich selbst ähnliches zu verarbeiten habe, dennoch ist mir die Wertigkeit der gelesenen Worte all zu oft bewusst geworden. "Der Honigbus" ist definitiv ein ganz besonderes Buch, welches ich zu gegebener Zeit erneut lesen werde. Absolute Leseempfehlung an einen für mich wahren Buchschatz.

Bewertung vom 12.03.2019
Stella
Würger, Takis

Stella


gut

"Stella" von Takis Würger spaltet die Meinungen der Leser_innen und erweckte dadurch meine Neugier. Definitiv war es nicht das Cover, welches mich angesprochen hätte, denn ehrlich gesagt empfinde ich dieses als nichtssagend und wenig ansprechend, Es war die Story, die sich hinter dem Titel "Stella" verbirgt und letztendlich hinterließ es mich auch ziemlich geschockt. Der zweite Weltkrieg bekommt erneut einen bitteren Beigeschmack und wird auf eine ganz andere Art und Weise betrachtet wie üblich. Die Wahrheit, die letztendlich hinter der Frau Kristin / Stella verbirgt ist erschreckend und war für mich nicht einen Moment ersichtlich. Erkennbar ist schnell, dass sie jüdischer Abstammung ist somit in großer Gefahr, aber die Dinge, die sie am Leben erhalten, empfinde ich als menschenverachtend, wobei ich mir kein Urteil bilden möchte, da ich selbst nie in solchen Situationen gesteckt habe.

Positiv ist, dass sich die 224 Seiten zügig lesen lassen. Der Schreibstil ist einfach und man fliegt förmlich durch den Roman. Die Schlagzeilen, die immer wieder einfließen, sind interessant und zeigen auf, das Verrat eine große Rolle spielt. Als ich den Sinn dahinter erkannte, war ich erstaunt, da ich diese Seite des Krieges und der Verfolgung noch nicht kannte, zumindest nicht bewusst. Es erweckt ein ganz neues Bewusstsein auf den Schrecken und die Ängste der Menschen der damaligen Zeit, da sie letztendlich immer mit einem Bein im Grab standen, da selbst Nachbarn oder Freunde Verstecke auffliegen ließen. Auf mich wirkte "Stella" sehr erdrückend und da es auf eine wahre Begebenheit beruht, deutlich mehr.

Stella / Kristin als Protagonistin empfand ich als relativ oberflächlich und nichtssagend bis zu dem Zeitpunkt als ihre Tarnung auffliegt. Selbst dann, als sie ihre Eltern nicht retten kann, bleibt sie eine Verräterin und lässt sich auch nicht überzeugen in die Schweiz zu flüchten. Ich habe nicht verstanden, warum sie nicht gemeinsam mit Friedrich ein neues Leben beginnen wollte, um Berlin und dem Schrecken des Krieges den Rücken zu kehren. Vielleicht nutzt der Autor diese vielen offenen Fragen, die bis zum Ende blieben dazu uns nachdenklich zu stimmen?

Ich bin weder zufrieden, noch unzufrieden nach Beenden des Buches, da ich keine Sympathie für Stella / Kristin empfinden konnte und Friedrich mir einfach blind vor Liebe zu sein schien, bis er Entscheidungen trifft, die ihm eine Art von Selbstsicherheit zurück gaben. Für ihn ist es einfach in den Schoss der Familie zurückzukehren. Stella hat alles verloren und vielleicht ist dieses auch der Grund dafür, weiterhin im Verrat leben zu wollen? So abgehackt wie meine Rezension empfand ich auch das Ende und die vielen offenen, unbeantworteten Fragen lassen mich letztendlich eine eingeschränkte Leseempfehlung vergeben.



★★★

Bewertung vom 09.03.2019
Alexandra
Bell, Natasha

Alexandra


sehr gut

Für mich war "Alexandra" im letzten Drittel ein Thriller, der mich total aufgeregt und wütend gemacht hat. Die herbeigeleitete Irreführung empfand ich als wirklich gelungen, dennoch erschien mir der Charakter der Protagonistin im Nachhinein als absolut skrupellos, selbstliebend und wahnsinnig. Mir würden sicherlich noch viele andere Worte einfallen, um Alexandra zu beschreiben, aber ich belasse es dabei und halte mich kurz. Ich war tatsächlich schockiert, dass es möglich ist außergewöhnliche Wege zu gehen, um ans Ziel zu gelangen und dabei keine Rücksicht auf Verluste zu nehmen. Ich bin Alexandras Wahnsinn komplett erlegen und das sollte mich eigentlich zufrieden stellen, tut es aber nicht, denn ich war am Ende des Thrillers einfach nur enttäuscht über die innere Haltung eines Menschen, wobei der Wahn natürlich gut zum Ausdruck gekommen ist. Es war letztendlich nicht wie es scheint, sondern lediglich Irreführung des Lesers / der Leserin. Es bleiben gefühlsmäßig einige Menschen auf der Strecke nachdem Alexandra verschwindet. Das Leid ist greifbar, sowohl bei den Kindern, als auch beim Ehemann Marc. Plötzlich wird ein gutes Leben komplett auf den Kopf gestellt, Trauer und Ungewissheit über den Verbleib der Mutter und Ehefrau geben sich die Hand. Wie soll man so weiterleben, wenn man nicht hier und da Hilfe bekommt? Marc ist auf sich alleine gestellt und muss irgendwann weitermachen, indem er die Fürsorge der Kinder übernimmt und seine Arbeit wiederaufnimmt, um den Unterhalt zu bestreiten. Die Eindrücke in seine Hoffnungen, die im Buch sehr präsent sind, geben dem Thriller eine ganz besondere Note. Es wirkt, als wäre er als Seelenverwandter seiner Frau immer noch davon überzeugt, das seine Frau lebt, auch wenn nun immer mehr Zeit vergeht und selbst die Polizei den Fall zu den Akten legt.
Das Konstrukt aus Kunst und Lügen ist gewaltig und hat mich am Ende überzeugt. Manche Längen und Ausschweifungen werden benötigt, um "Alexandra" einen würdigen Rahmen zu bieten. Die Briefe von Amalia geben dem Thriller eine ganz besondere Note, um auf das Lügengeflecht rein zu falle, um letztendlich erbost über soviel Niedertracht zu sein, denn als nichts anderes kann ich die Story empfinden. Wohlwollend sich selbst gegenüber, niederträchtig gegenüber Menschen, die lieben. Der absolute Knaller und daher absolut gelungen in meinen Augen.
Die Buchvorstellung des Verlages durch eine E-Mail ließ meine Neugier wachsen. Das Cover selbst empfand ich dagegen als sehr blass, obwohl es im Nachhinein darauf hinweist, dass sich alles nur um Alexandra dreht und nichts anderes wirklich Platz hat. Man könnte es Wahnsinn nennen oder eben auch erschreckende Selbstliebe und Egoismus. Ich war definitiv am Ende begeistert, da ich komplett auf Lebenslügen reingefallen bin, die sich die Autorin erdacht hat.
Gerne eine Leseempfehlung an einen Thriller, der vielleicht zu unblutig erscheint, aber auf emotionaler Ebene ganz viel rausreißen konnte. Ich empfand das Konstrukt, welches Alexandra um sich baut sehr gelungen, auch wenn es mich abstößt, da ich Handlungen nicht nachvollziehen kann, aber da es sich um eine fiktive Story handelt, gelingt es mir, darüber hinwegzusehen und meinen inneren Fokus darauf zu setzen, die Irreführung der Autorin wohlwollend anzuerkennen und wahrzunehmen. Es ist ihr gelungen mich letztendlich für all den Wahn in "Alexandra" zu begeistern.

Bewertung vom 09.03.2019
Der Herzschlag der Steine
Morland, Isabel

Der Herzschlag der Steine


ausgezeichnet

Meine Leidenschaft fürs Lesen begann erneut mit diversen Romanen inmitten der schottischen Inseln, den Highlands und der Magie, welches sich dann in meinen Lesefreuden auch auf weitere Genres ausdehnen konnte. "Der Herzschlag der Steine" war wie ein Nachhausekommen und sehr angenehm für mich als Leserin. Ich konnte mich rasch auf das Schicksal der Protagonisten einlassen und genoss die Atmosphäre und die Mystik des Ortes, indem Ailsa aufgewachsen ist. Mir ist schon nach ihrer Ankunft klar, dass sie nicht nach Toronto zurückkehren wird, denn ihr Mann erscheint mir gleich schon zu Beginn als unnahbar und lieblos. Eigentlich ist Aisla nur zurückgekehrt, um den Nachlass ihrer Mutter zu ordnen. Es ist schon sehr bald eine logische Folge, dass sie sich dem Zauber und der Magie ihrer Heimat nicht entziehen kann. Eine wunderbare Aufzeichnung einer Vergangenheit und einer Liebe, die in Jugendjahren zerstört wurde. "Der Herzschlag der Steine" packt sowohl durch Mystik, als auch durch eine Liebesgeschichte, die aber eben auch verknüpft ist mit großen Schuldgefühlen und der Macht der Vergebung, des Verzeihen. Mir hat es sehr gefallen, dass emotional viele Ebenen ihren Ausdruck finden und endlich nach einigen Jahren die Wahrheit ans Licht kommt, um Heilung zu schenken. Nicht nur Blair, Grayson und Ailsa haben in "Der Herzschlag der Steine" ihren Auftritt, sondern auch einige andere interessant gezeichnete Personen. Insgesamt eine abgerundete, wohltuende Story, dich sich für mich gelohnt hat. Ich verschlang den Roman innerhalb kürzester Zeit und fühlte mich wie schon erwähnt, absolut Heimatverbunden. Ich liebe Schottland und das wird wohl immer ein Grund sein, diverse Romane, die dort spielen zu lesen und zu genießen. Es ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre, mit einer wunderbaren Umgebung, genug Mystik und einem echten Wohlgefühl. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 09.03.2019
Das Schweigemädchen
Norebäck, Elisabeth

Das Schweigemädchen


sehr gut

"Das Schweigemädchen" ist lange Zeit nicht durchschaubar. Trotz einiger Verdachtsmomente empfand ich den Plot als sehr gelungen, da ich mich zwar auf dem richtigen Weg meiner Vermutungen befand, aber letztendlich doch erschlagen wurde von Wahn und Obsession. Grandios und packend erzählt. Eine Frau, deren Tochter verschwindet, als sie einen kurzen Moment nicht hinsieht. Innerlich ist sie eine gebrochene Frau und völlig logisch, dass sie in vielen jungen Mädchen ihre Tochter Alice sieht. So ganz utopisch erscheint mir Stellas Wahn nicht. Nun ist es Isabelle, eine Patientin, die ihrer Schwägerin Maria zum Verwechseln ähnlich sieht und auch das Elfenohr ihrer Tochter Alice aufweist. Stella hat eine neue Familie gegründet, aber trauert immer noch um ihre Tochter, die nun schon Erwachsen sein müsste. Der Thriller ist wirklich verrückt und führt mich zunächst auf völlig falsche Fährten, bis ich dann letztendlich begriff und sich ein Grauen in mir einschleichen konnte. Emotional erzählt und an manchen Stellen auch überfordernd, da ich es scheinbar mit dem Münchhausen Syndrom zu tun habe oder auch anderen Psychosen, die wirklich gut dargestellt sind. Was nicht passend scheint, ist der Titel des Thrillers "Das Schweigemädchen", es sei denn man zieht Isabelles Schweigen in die Beziehung zu ihrer Mutter mit ein, dann könnte es doch stimmig sein.
Letztendlich ist "Das Schweigemädchen" ein Thriller ganz nach meinem Geschmack, obwohl es mich immer wieder überfordert, wenn Gewalt und Misshandlung an Kindern zum Vorschein kommen. Trotzdem ist der Wahn und das obsessive Verhalten sehr gut eingefangen und blickt einen Blick auf eine Mutter frei, die bereit ist, alles für ihr Kind zu geben, selbst ihr Leben, Das Ende gibt neuen Mut und Hoffnung und hat tatsächlich etwas wie ein Happy End parat, was mir sehr zusagte. Ich flog förmlich durch die Seiten und bin immer noch einige Tage später völlig fasziniert von der Story, die eigentlich logisch erschien, mich aber trotzdem oftmals im Dunkeln ließ, bis hin zu dem Zeitpunkt, als es endlich Erlösung auf alle Fragen gibt. Gerne eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.02.2019
Schwarz wie Erde / Vanitas Bd.1
Poznanski, Ursula

Schwarz wie Erde / Vanitas Bd.1


sehr gut

Ein Buch der Autorin Ursula Poznanski zu lesen ist oftmals ein echter Lesegenuss, daher freute ich mich sehr über die Zusage an einer Leserunde teilzunehmen. "Vanitas - Schwarz wie Erde" ist zunächst erst einmal ein Thriller, der eher nichtssagend erscheint, da er verwirrt und mäßige Spannung aufgebaut wird. Im letzten Drittel des Buches klären sich die Fragen, die sich der Leser / die Leserin stellt, sehr rasant und das, was zuvor eher eine Oberflächlichkeit darstellte, gibt dem Thriller eine echte Bedeutung. Eine Bedeutung, die sich mir als frauenfeindlich und barbarisch aufzeigt. Es ist somit also kein Wunder, weshalb Menschen so agieren und nicht anders, wobei natürlich Mord nicht gerechtfertigt wird. Es zeigt sich echter Wahnsinn im Geschehen. Wie schon erwähnt, plätschert die Story zunächst leicht vor sich hin und bietet wenig Spannung, eher Unverständnis in vielen Bereichen. Erst als ich begriff, was sich hier als gelungener Plot herauskristallisiert, trifft "Vanitas - Schwarz wie Erde" wieder einmal mein Leserherz. Zuvor war ich nicht ganz überzeugt von einer Protagonistin, die ihre eigene Beerdigung inszeniert und dadurch eigenartig und fremd auf mich wirkt. Wirklich warm geworden mit bin ich mit Carolin bis zum großen Shodown am Ende keineswegs. Sie bleibt definitiv unnahbar und ich habe leider auch nicht kapiert, warum gerade sie erneut als Polizeispitzel eingesetzt wird. Ihr Leben ist weiterhin in Gefahr und sie begeht einige grobe Fehler, die sie aus ihrer Versenkung erwecken könnten. Es hätte mich auch sehr interessiert, warum sie untertauschen muss, denn ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit werden nur oberflächlich eingestreut.
Die Sprache der Blumen zu nutzen, um miteinander in Kontakt zu treten, empfand ich als sehr gelungen. Manchmal muss man tatsächlich vorsichtig sein, was für Blumen man verschenkt. Dieses war mir nicht bewusst und ist äußerst interessant dargestellt. Auch den Titel "Vanitas" habe ich mir ergoogelt und die beste zutreffende Aussage über das Wort ist die "Offensichtliche Täuschung", die wiederum sehr gut zu der inszenierten Beerdigung passt.
Ursula Poznanski bleibt ihrem Stil eindeutig treu, denn zum Ende hin erscheint die Story logisch und hebt auf, dass sich der Spannungsbogen erst im letzten Drittel des Buches erhöht. Vieles erschließt sich nun und lässt eine methodische Planung der Autorin erkennen. Zunächst verwirrend und dann mit einem Ergebnis, welches wirklich fasziniert. Der Mensch ist in der Lage viele Sprachen zu sprechen und das ist tatsächlich hochkarätig erzeugt worden. Diese Form der Kommunikation zu nutzen, um ein Ergebnis zu erzielen oder Mitteilungen zu übermitteln, wäre niemals in meinem Fokus getreten, Anfangs leider etwas zäh und zum Ende hin überzeugend. Gerne eine Leseempfehlung!

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Bewertung vom 27.02.2019
Enthüllungen / Prinzessin undercover Bd.2
Glynn, Connie

Enthüllungen / Prinzessin undercover Bd.2


ausgezeichnet

"Prinzessin Undercover - Enthüllungen" ist der zweite Band einer geplanten fünfteiligen Buchreihe. Mir gefällt sowohl Optik des Covers, als auch der Inhalt der Story. Es ist für junge Mädchen ab 12 Jahren absolut geeignet. Es ist nicht nur eine schnöde Prinzessinnengeschichte, sondern viel mehr. Freundschaft, Intrigen, Familie und die Suche nach der eigenen Identität sind nur einiges, was Connie Glynn in ihrem Roman verarbeitet und wird die Zielgruppe junger Leserin dadurch sicherlich zur Genüge ansprechen können. Ein modernes Märchen, welches wirklich ansprechend auf mich wirkt.

Der Spannungsbogen ist hoch und zwischen den Zeilen ist eine gewisse Magie spürbar, denn auch das Wort "Enthüllungen", wird ganz viel Raum einnehmen können. Ich las innerhalb kürzester Zeit voller Begeisterung, da ich vielleicht auch insgeheim gerne Prinzessin wäre, aber andererseits den Prunk und die Tatsache, immer unter Beobachtung zu stehen, dann doch nicht sonderlich attraktiv finde. In "Prinzessin Undercover - Enthüllungen" sind es gleich zwei junge Frauen, die lieber andere Pläne verfolgen würden, als sich auf dem Präsentierteller zu begeben, aber wozu hat man eine beste Freundin, die all zu gerne die Rollen tauscht?

Lottie Pumpkin ist absolut loyal und eine Freundin, die sich jedes Mädchen wünscht. Sie selbst hat auch unerfüllte Träume und dennoch kommt sie ihrem Wunsch nach Familie in diesem Band sehr nahe. Es hat mich gefreut und ich erhoffe mir im nächsten Band mehr darüber zu erfahren.

Die Protagonisten sind insgesamt sehr detailliert beschrieben und als Leserin nimmt man ihre Ecken und Kanten wahr, dennoch sind sie gerade dann, wenn es benötigt wird, treu und mitunter nehmen Geschehnisse dann eine Wendung, die so nicht erwartet wurden. Überhaupt ist Loyalität und eine gewisse Selbstaufgabe ein großer Bestandteil dieses Buches, da erwartet wird, seine Sehnsüchte und Wünsche zu unterdrücken. Indem Lottie Wünsche ausspricht kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, welches ihrem Diadem / Krone (Erbstück ihrer verstorbenen Mutter) eine ganz andere Bedeutung gibt und den Fokus auf Lottie noch verstärkt.

Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung an einen Roman, der auf mich wie ein modernes Märchen wirken konnte und mich komplett begeistert hat. Natürlich sind einige Schwächen erkennbar, dennoch hat es Spaß gemacht, in eine doch sehr komplizierte, fiktive Welt einzutauchen. Der zweite Band hat mir ein klein wenig besser gefallen, da er rasant und spannend aufgebaut wurde und viel Raum zur Interpretation lässt. Ich warte nun sehnsüchtig auf den dritten Band der Buchreihe und erhoffe mir somit, noch mehr Glanz und Glamour, aber eben auch ganz viel Abenteuer und vielleicht auch ein klein wenig Liebe?

Bewertung vom 27.02.2019
Lieber woanders (eBook, ePUB)
Brasch, Marion

Lieber woanders (eBook, ePUB)


sehr gut

"Lieber woanders" ist eine Story, die sich aus kleinen Bausteinen zusammensetzt, die letztendlich ein Gesamtbild ergeben, welches zunächst für den Leser / die Leserin nur aus Vermutungen besteht. Die knapp 160 Buchseiten sind rasant gelesen und geben den Blick auf die menschliche Psyche sehr authentisch frei, Die Protagonisten sind in ihrer Schuld oder auch ihrer Trauer sehr gefangen und es wäre zumindest für die eine Person hilfreich endlich auszusprechen, was belastet, um "frei" zu werden, auch wenn es dadurch vielleicht zu einer Strafe kommt. Was wirklich Belastendes geschehen ist, wird erst zum Ende hin wirklich deutlich und gibt einen Einblick darauf, wie schwer man an Schuld zu tragen hat, wenn man sie in sich vergräbt. Es verändert und wird auch deutlich anhand derer, die das Leben mit uns teilen. In diesem Fall wäre eine Aussprache, die letztendlich erfolgt befreiend. Rettet aber leider keine Ehe, da diese durch Schuld zerrüttet ist und manchmal der Zeitpunkt eines "zu spät" deutlich gemacht wird,
"Lieber woanders" kann man definitiv als Titel so deuten, dass es manchmal besser wäre "Lieber woanders" zu sein oder Dinge umkehren zu wollen, auch wenn sich das Schicksal oft nicht umkehren lässt, selbst wenn dieses der größte Wunsch wäre, um grobe Fehler des Lebens auszubessern. es geht um große Schuld und Trauer, was wirklich meisterlich wiedergegeben wird. "Lieber woanders" lebt von Andeutungen und Vermutungen, die letztendlich eine Aufklärung findet, die schmerzlich ist und das Leben einiger Menschen verändert, da grob fahrlässig gehandelt wurde, ohne zurückzublicken auf das, was hinterlassen wird. Hier wurden definitiv einige Grenzen überschritten.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der nachdenklich stimmt und die Tücken der Entscheidungen, die wir täglich treffen verdeutlicht. Vielleicht ist es nicht ganz so krass in unserem Leben wie in "Lieber woanders", dennoch müssen auch wir täglich unsere Entscheidungen überdenken, wobei manche gut und andere wiederum schlecht für uns sein könnten.

Bewertung vom 27.02.2019
Sonne, Moon und Sterne
Schützsack, Lara

Sonne, Moon und Sterne


sehr gut

Midlife Crisis und andere Pubertätssymptome

"Sonne, Moon und Sterne" erzählt auf eigenwillige Art und Weise eine Sommergeschichte, deren Hauptdarsteller Gustav (ein doch recht eigenwilliger Name für ein Mädchen) und Moon sind. Moon ist neu an der Schule und kleidet sich wie ein Mädchen mit Glitzerleggings und allerlei Schnickschnack, während Gustav kurze Haare trägt und mit Glitzer und Mädchenkram nichts anfangen kann. Ich vermutete nach den ersten Seiten eine Transgender Geschichte, die in die allgemeine Diskussion der Medien gut passen würde. Diese Gedanken zerschlagen sich aber relativ schnell, auch wenn Moon weiterhin ein Glitzerfreak bleiben wird. Moon hat ebenso wie Gustav sein Päckchen zu tragen und es dehnt sich nicht auf die Geschlechterrolle aus. Irgendwann nimmt man sie einfach nicht mehr wahr und akzeptiert die beiden Protagonisten innerhalb ihres Chaos, welches allerdings eher auf das Elternhaus der beiden gerichtet ist. Gustavs Eltern befinden sich in der Midlife Crisis, Gustav nennt es Pubertät der Eltern, was sehr passend erscheint und Moons Mutter Yella ist depressiv und befindet sich in Stimmungen, so nennt es Moon. Mir hat es gefallen, dass es kein Friede, Freude, Eierkuchen Kinderbuch ist, sondern letztendlich viele Probleme beim Namen nennt. Eltern, die sich auseinandergelebt haben, ältere Geschwister, die sich mit Jungsproblemen, Pickeln und Partys ohne Eltern herumschlagen und alleinerziehende Mütter, die noch studieren und wenig Geld zur Verfügung haben, sodass der Sohn Pfandflaschen sammelt vor dem Freibad. Das Freibad wird zum Treffpunkt von Moon und Gustav, denn da der Urlaub nach Dänemark geplatzt ist, muss Gustav sich irgendwie die Zeit vertreiben.
Es ist aber auch ein Buch, welches den Tod und Verlust eines Haustieres beinhaltet und damit auch Trauer miteinbezieht. Ich vermute, dass viele Kinder, die sich in dem Lesealter von 10 Jahren befinden, sich vielleicht hier und da mit Moon und Gustav identifizieren können, denn es zeigt ganz deutlich die Probleme auf, die Kinder in diesem Alter haben. Ich sehe ganz deutlich meine Töchter vor mir, die sich ebenso wie Gustav dafür schämen plötzlich Besitzerinnen von "Erbsen" zu sein, die man am besten mit weiten T-Shirts verdeckt. Manchmal trägt man den ersten BH aber auch mit Stolz. Pubertät und die Veränderungen, die der Körper nun macht, ist auch ein großes Thema, wobei es nur Ansatzweise integriert wird in die Story und dennoch immer wieder präsent wird.
Für mich ist "Sonne, Moon und Sterne" eher im Bereich eines Mädchenbuches anzusiedeln, denn der Fokus liegt eindeutig auf Gustav und ihrer Familie. Es hat mir gefallen, denn es ist ein absolut untypisches Kinderbuch und daher faszinierend, da sich die Story ganz anders entpuppt als erwartet. Es sind die vielen kleinen und großen Überraschungen, die dem Buch eine ganz besondere Note geben. Gerne eine Leseempfehlung!