Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Mel.E
Wohnort: L.
Über mich: Mein Blog: http://melbuecherwurm.blogspot.de/
Danksagungen: 506 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1199 Bewertungen
Bewertung vom 03.08.2020
Quälender Hass
Castillo, Linda

Quälender Hass


sehr gut

"Quälender Hass" ist ein weiterer Band einer gelungenen Thrillerreihe der Autorin Linda Castillo, die ich in jedem Sommer sehnlichst erwarte. Mir gefällt der Spannungsaufbau und das Leben der amischen Gemeinden in Painters Mill. Eine Gemeinschaft, die Kate Burkholder während der Rumspringa verlassen hat. Sie ist selbst als Amische aufgewachsen und daher mit deren Gepflogenheiten vertraut, was das Lesen sehr authentisch macht. Der grausame Mord hingegen passt nicht zu dem Glaubensleben der Amischen und wirft viele Fragen auf. Was mich bedrückt ist die Entführung eines 9-Jährige Mädchen, welches aufgrund der Vermischung der nahen Gene an einer Behinderung leidet. Amische heiraten untereinander, sodass der Verwandschaftsgrad oftmals nahe beieinander liegt. Wieder einmal ein sehr gelungener Thriller, der mich sehr packen konnte. Brutal, aufregend und nicht sofort ersichtlich, das ist es, was Linda Castillos Thriller so besonders macht. Für mich absolut ein Muss, mich fast von Anfang an dieser Thrillerreihe zu widmen. Es ist der 11. Band und es wird definitiv nicht langweilig in Painters Mill.
Es ist ein absolutes Drama, was sich hier abspielt, wobei nicht alle Beteiligten involviert werden in das Geschehen, sondern halten sich lediglich an das, was der Bischof geplant hat. Nicht immer sind diese Entscheidungen richtig, was sich schnell erkennen lässt. Eine junge Familie leidet, was sich in Hass und Mordlust verwandelt. Ein krankhafter Wahn, der den Schmerz der Familie sehr gut widerspiegelt, wobei das Töten zu viel Raum einnimmt, um innerlich heilen zu können. Niemand hat das Recht sich so einzumischen, wie hier geschehen. Es ist meiner Meinung nach mehr als grenzüberschreitend und nachvollziehbar, nicht zur Ruhe zu kommen und dem Warum nachgehen zu wollen. Die Art und Weise wie es geschieht ist definitiv barbarisch.
Der Titel "Quälende Wut" ist daher absolut passend gewählt. Da beschauliche, harmonische Cover scheint eher unpassend, da es nicht unbedingt auf einen Thriller hinweist. Dieses ist auch bei den vorherigen Bände nicht ersichtlich, lediglich der Autorenname würde mich im Buchhandel zu diesem Buch greifen lassen.
Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung, da auch "Quälende Wut" eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen vermag, die zwar nicht für alle Beteiligten ein gutes Ende zu vernehmen vermag, aber dennoch irgendwie ein Happy End hat, welches mich zufrieden stellt. Alles andere hätte mich überfordert.

Bewertung vom 02.08.2020
Die Perlenfarm
Marklund, Liza

Die Perlenfarm


sehr gut

Im Paradies verloren

Leider fühlte ich mich im Paradies verloren, auch wenn der Anfang der Story wirklich traumhaft ist durch die Kulisse der beschriebenen Südseeinsel und den Apnoetauchern, die ihren Lebensunterhalt durch die Aufzucht von Perlen beschreiten. Kiona, die Protagonistin des Romans ist eine starke Persönlichkeit, die die Liebe findet und sich auf eine Weltreise begibt, um diese zu retten. Für mich ist unverständlich, dabei Muttergefühle außen vor zu lassen, aber das sind lediglich einige Gedanken, die mir während des Lesens gekommen sind. Kiona sucht Antworten, die sie letztendlich auch finden wird, dabei wird sie aber alles verlieren, was ihr wert und teuer ist und das ist leider das, was mich nicht gänzlich überzeugt.
Der Roman verfügt ebenso über einige Längen, was durch die erzeugte Spannung ab Mittelteil des Buches wieder etwas aufgehoben wurde. Gänzlich überzeugt bin ich allerdings nicht, da meine Erwartung eine ganz andere war. Das idyllische Cover zeigt nur einen kleinen Anteil dessen, was die Story ausmacht, denn es wird nicht nur Manhiki, eine Insel der Cookinseln, sondern wird letztendlich eine Weltreise. Diese ist ausgeschmückt und zeigt Gefahren auf, die nicht sofort ersichtlich waren. Politik und Macht nehmen irgendwann soviel Raum ein, das die Liebesgeschichte Erik und Kiona komplett verblasst. Kiona wirkt irgendwann wie die weibliche Form von James Bond und das wirkt tatsächlich sehr aufgesetzt, wobei die Cleverness Kionas auf der anderen Seite auch fasziniert, da sie ihren Gegnern immer einen Schritt voraus scheint.
Was ganz wunderbar beginnt, verliert sich irgendwann komplett in einem Krimi / Thriller, dessen Anteile das zuvor erlebte Leben auf der Perlenfarm komplett unterdrückt. Kiona, die sich mit Schuldgefühlen quält nach dem Tod ihrer Schwester, verliebt sich in einen Schiffbrüchigen mit gefährlichen Geheimnissen, um ihm dann in die Welt hinaus zu folgen. Eine gelungene Grundidee, deren Ausgang mich dann leider total erschlägt, da ich mir für Erik und Kiona definitiv ein Happy End gewünscht hätte. So verblasst die Liebesgeschichte komplett und lässt einen bitteren Nachgeschmack zurück, da sich Kiona komplett neu ordnen muss in einem Leben, welches frei ist von Gefahr und Verfolgung.
Ich vergebe eine eingeschränkte Leseempfehlung, da mich dieses Katz - und Mausspiel irgendwann nur noch ermüdet hat. Der Klappentext hat schon einiges verraten, dennoch hatte ich mir erhofft, ein klein wenig mehr Urlaubsfeeling zu erhaschen, denn wer träumt nicht von einem Leben fern ab der Zivilisation auf einer entfernten Südseeinsel? Ein klein wenig der Atmosphäre konnte ich erhaschen, aber leider zu wenig, um auf mich überzeugend zu wirken.

3,5 Sterne

Bewertung vom 31.07.2020
Das Spiel - Es geht um Dein Leben / Björk und Brand Bd.1
Beck, Jan

Das Spiel - Es geht um Dein Leben / Björk und Brand Bd.1


sehr gut

""Das Spiel - Es geht um dein Leben" zeigt die Bösartigkeit und zeugt von krankhaften Wahn innerhalb eines Spiels, welches nicht sofort ersichtlich ist, wer sich als Spielleiter entpuppen wird. Der Spannungsbogen ist gleich von Beginn ab spürbar und bescherte mir mehrfach Gänsehaut des Grauens durch Brutalität und Wertverlust. Ein Menschenleben auszulöschen und dieses zu dokumentieren durch Bilder ist zwanghaft und absolut gestört. Wer steckt hinter diesen barbarischen Taten? Ist es die Gier nach dem Jagdpreis oder reine Mordlust?
Ein Thriller, der wirklich unter die Haut geht und definitiv viele Momente des Grauens auslöst. Schon der Klappentext versprach Hochspannung, sodass ich schon vorher wusste, worauf ich mich einlassen werde. Durch die sehr gelungenen Einblicke in das Leben der unterschiedlichen Protagonisten, wirkt der Thriller sehr lebendig. Emotionen wie Ängste sind gut verpackt und glaubwürdig geschildert. Der Wunsch nach Wärme und Liebe bezüglich Mavie sind nachvollziehbar, wenn man ihr trostloses Elternhaus betrachtet. Was sie erlebt, würde eine Vielzahl an Menschen in ihrem Inneren zerbrechen lassen. Für mich war es wichtig, das gerade ihr Leben eine Wende nimmt, mit der ich zufrieden gestellt werden kann, denn dieses Trauma ihrer Kindheit und Jugendzeit, braucht einiges an Verarbeitung, zumal sie auch in den Fokus der Jäger rückt.
"Das Spiel - Es geht um dein Leben" ist der erste Band einer Thrillerreihe und für mich ist jetzt schon klar, das ich den Autor Jan Beck genauer unter die Lupe nehmen werden, da ich weitere Thriller absolut in Erwägung ziehe. Das Ermittlerduo Inga Björk und Christian Brand ergänzen sich hervorragend und auch die erzeugte Spannung sorgte für jede Menge Gänsehaut vor Entsetzen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da meine hohen Erwartungen fast voll erfüllt wurden.

Bewertung vom 27.07.2020
Die verlorene Frau
Gunnis, Emily

Die verlorene Frau


ausgezeichnet

Tragisches Familiendrama


Im Original heißt dieser Roman "The Lost Child", welches ebenso passend erscheint wie der übersetzte Titel "Die verlorene Frau", denn beides wäre zutreffend. Hier vereinen sich mehrere Schicksale, die am Ende zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Es ist dramatisch und liest sich mitunter wie ein Krimi. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, da mich die Story sehr schnell gepackt hat, auch wenn ich nicht gleich begriffen habe, warum Rebecca zum Beispiel kaum Kontakt zu ihrer älteren Tochter Jessie aufbauen kann. Durch die schmerzlichen Erfahrungen in ihrer Kindheit wirkt Rebecca wie jemand, der es nicht schafft Liebe zu empfinden, wobei es letztendlich alles andere als das ist und sie ihr Kind nur schützen möchte. Zunächst unbegreiflich, aber irgendwann erklärbar. Es entwickelt sich rasant eine gewisse Faszination, was natürlich auch daran liegt, das ein todkrankes Baby involviert wurde, welches unbedingt ärztliche Hilfe benötigt. Die vererbte Psychose, wo will ich einfach mal nennen, bringt Jessie dazu, aus dem Krankenhaus zu fliehen, wobei sie ihr Kind nun in echte Gefahr bringt und sollte es nicht rechtzeitig gefunden werden, ist dieses kleine Mädchen zum Sterben verurteilt. Dieses ist mit ein Grund, warum ich mich kaum von dem Buch trennen konnte, da mir das Schicksal aller Beteiligten sehr nahe ging und gerade zum End hin, empfand ich die Stimmung fast schon unerträglich. Manche Wahrheiten stimmen einfach traurig.

"Die verlorene Frau" ist absolut kein Buch für einfach mal so zwischendurch, da es echtes Drama beinhaltet. Lebenslügen werden aufgedeckt und stimmen nachdenklich. Die Rückblenden lassen den Roman lebendig wirken und geben Einblicke in andere Zeiten. Zeiten, in denen Männer sich ihrer Frauen relativ rasch entledigen können, sobald sie anders ticken als andere oder vielleicht einfach nur an einer postnatalen Depression leiden. Alles, was rufschädigend sein könnte, wird beseitigt, wenn man das nötige Kleingeld vorzuweisen hat, ist das Einweisen in eine Klinik sehr einfach und wirkungsvoll. Die Umstände, die von dort beschrieben werden, sind erschütternd und geben Einblicke in medizinische Barbarei, was wirklich abstoßend wirkt.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich ab der ersten Seite dem Schreibstil verfallen war. Die angenehmen und unangenehmen Erfahrungen der doch recht unterschiedlichen Frauen nahm mich von Anfang an gefangen. Wunderbar ist, das Aussprachen und Vergebung stattfinden können, um Neuanfänge zu schaffen und diverse Ängste loszuwerden. Viele kleine und große Dramen erschüttern und faszinieren gleichermaßen und machen "Die verlorene Frau" zu einem echten Erlebnis, wobei auch das Genre Krimi angebracht gewesen wäre.

Bewertung vom 26.07.2020
14 Minuten gelogene Wahrheit
Lyu, Sarah

14 Minuten gelogene Wahrheit


sehr gut

"14 Minuten gelogene Wahrheit" ist ein Jugendbuch, welches dem Lesealter von 14 Jahren absolut angemessen erscheint, wobei die Protagonisten des Buches um einiges älter sind als die Zielgruppe junger Leser_innen und einige Gemeinsamkeiten daher fehlen werden. Der Suche nach Liebe und Anerkennung und auch diverse Darstellungen innerhalb der Familie und der Rivalität unter Geschwistern, die hier recht gelungen dargestellt wurde, werden auch auf die Leserschar übertragbar sein. Die Streiche, die Elise und Remy anderen spielen, sollten definitiv nicht als Vorbild genommen werden, da sie absolut überspitzt sind und auch krankhaft dargestellt wurden, zumal Rache nehmen an Freunden, die sich anders orientieren oder betrügen, oder auch unfairen Lehrern und Lehrerinnen, sollten so niemals ausgeübt werden. Manchmal geht der Schuss definitiv nach hinten los, was der Autorin gut gelungen ist in ihrer Darstellung, wobei viele andere Faktoren hier eine große und bedeutsame Rolle spielen, was nicht gleich ersichtlich ist. Für mich war von Anfang an klar, das die Freundschaft von Remy und Elise nicht gesund ist, da eine gewisse Abhängigkeit erspürbar wird und sich dieses im Nachhinein bestätigt.

Mir hat sehr zugesagt, das ab der ersten Seite eine gewisse Spannung erzeugt wurde, die sich durch das komplette Buch ziehen konnte. In Rückblenden wird immer mehr deutlich, wie viel Druck Elise auf Remy ausübt und in ihrer Liebe zu Jack im Weg steht. Sie will in Remys Leben präsent sein und daher kämpft sie oftmals mit sehr unfairen Mitteln. Die Nacht, in der Jack starb, hat Remy komplett ausgeblendet, sodass nicht ersichtlich ist, wo sie Wahrheit oder Lüge miteinander vermischt. Sie sagt einige Unwahrheiten, aber nur aus dem Grund, da ihr 14 Minuten fehlen. 14 Minuten, die über Leben und Tod entschieden haben. Die Aufklärung ist letztendlich glaubhaft und gibt den perfekten Abschluss, wobei ich mit meinen Vermutungen absolut auf dem richtigen Weg war und es mir somit wenig Überraschungsmomente geboten hat.

Letztendlich ist "14 Minuten gelogene Wahrheit", welches aufzeigt, wie schnell man sich als junger Mensch an die falschen Personen bindet und deren Hilfeschreie zwar wahrnimmt, aber zu schwach ist, sich dagegen aufzulehnen, sodass diese sich in unser Leben massiv drängen können. Es entsteht eine gewisse Abhängigkeit und Bindungen, denen man sich schwer entziehen kann. Die Suche nach Liebe und Anerkennung ist deutlich hervor gehoben und zeigt eine gelungene Suggestion und Obsession auf, die schon an Wahnsinn grenzt. Letztendlich wird es Neuanfänge geben, da sich auch in Remys Leben einige Wendungen geben wird, ihre Familie betreffend. Der Konkurrenzkampf unter den Geschwistern endet, da Aussprachen stattfanden und auch die Lieblosigkeit der Eltern untereinander kann beendet werden. Schade nur, das ein Mensch dafür ein Leben lassen musste, um für Remy neue Wege zu ebnen.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich den Roman insgesamt zwar verstörend fand, da es oft krankhaft, regelrecht fanatisch und zwanghaft wirkt, dennoch erlebte ich auch eine Protagonistin, die sich letztendlich erinnert und daher der Wahrheit am Ende näher ist, als der Lüge.

Bewertung vom 26.07.2020
Lovely Mistake
Stankewitz, Sarah

Lovely Mistake


sehr gut

"Lovely Mistake" ist der zweite Band einer Buchreihe, wobei ich gestehen muss, das es mir sehr leicht gefallen ist in die Story hineinzufinden, auch wenn ich "Perfectly Broken" nicht kannte. Molly und Troy sind ganz bezaubernde Protagonisten, die sofort jede Menge Sympathiepunkte einheimsen konnten. Beide tragen ihr Päckchen an Sorgen und Trauer, sodass durch Höhen und Tiefen des Lebens nicht nur ein schnöder, stinknormaler Liebesroman entsteht, sondern auch ganz viel Wertschätzung an das Leben bereit gehalten wird.
Logisch, das vieles vorhersehbar ist. was sich von anderen Liebesschnulzen nicht abhebt, aber dennoch ist "Lovely Mistake" ganz anders, denn es erzählt sehr viel von Verletzlichkeit und den Ängsten immer und immer wieder das zu verlieren, was einem ganz viel bedeutet. Vielleicht hat Molly daher zunächst eine Beziehungsphobie? Hinzu kommen die Erlebnisse und Erfahrungen, die Molly mit Männern gemacht hat, sodass Troy erst einmal absolut keine Chance hat Molly nahe zu kommen. Diese blockt alles ab und stellt wirklich dämliche Regeln auf, die definitiv nicht eingehalten werden können, wenn das Herz sich nach Berührungen sehnt. "Nicht nackt" vor dem Mitbewohner rumzulaufen, kann man gewiss eher einhalten, wenn man diesen nicht um den Verstand bringen möchte. Molly übertreibt maßlos und dieses macht sie umso liebenswerter, denn sobald sie ihre Geschichte erzählt, wirkt es nicht mehr albern oder kindisch, sondern nachvollziehbar. Troy, dessen Beziehung zu seiner Mutter auch einige Risse aufweist, lernt zu vergeben und kann für sich persönlich Neuanfänge wagen. Für Molly wird es noch die eine oder andere Erfahrung geben, die mir schlicht das Herz zerreißt und ja, ich habe gerade zum Ende hin, als es wirklich kitschig und schmalzig wurde, einige Tränchen vergossen, da "Mother´s Heaven" mir sehr nahe ging. Vielleicht, weil ich selber Mutter bin?
Insgesamt empfand ich "Lovely Mistake" als sehr stimmungsvoll und konnte mich relativ schnell mit den Protagonisten anfreunden, wobei auch Chase und Brooklyn mich sehr neugierig auf ihre Liebesgeschichte machen. Ein Mann, der mir am Abend regelmäßig vorliest? Ein Traum ♥
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung und freue mich sehr, das die tiefen Narben heilen können und ganz viel Platz für Neuanfänge geschaffen wurde.

Bewertung vom 25.07.2020
SOS - Mission Blütenstaub
Kuhn, Esther

SOS - Mission Blütenstaub


ausgezeichnet

"SOS - Mission Blütenstaub" ist ein sehr gelungenes Kinder - und Jugendbuch, dessen Nachhaltigkeit unbezahlbar ist. Auch wenn die Story mitunter sehr abenteuerlich wirkt, lässt sich zwischen den Zeilen definitiv nachlesen, wie wichtig Bienen für den Kreislauf der Natur sind. Hinzu kommt das nutzlose Dasein von Steingärten, welches ich hier nicht als verwerflich darstellen möchte, da Gärten immer Geschmackssache sind, aber für Bienen und andere Insekten sind fehlende Blüten und Blumen allgemein tödlich. Obst und Gemüse werden von Insekten bestäubt, vielleicht ist uns das nicht bewusst? Ein ganz sensibles Thema, welches absolut kindgerecht wiedergegeben wurde.

Ein großes Thema ist Allergien, die für Merle eine große Herausforderung darstellen und sie in ihrer Freiheit und Entwicklung komplett einschränken. Durch einen Bienenstich ändert sich für Merle einiges und ihr Leben wird um einiges leichter, Hinzu kommt die Tatsache, das sie sich mit einer Biene unterhalten kann, auch gefährliche Pollen werden für sie sichtbar. Um Hugo bei dem Erhalt des Bienenstocks seines Großvaters zu unterstützen geht Merle einige Risiken ein, um hinterher festzustellen, das es auch in ihrem Leben einige Veränderungen geben wird.

Eine abenteuerliche Story, die untermalt wird mit Freundschaft und Zusammenhalt von einigen Protagonisten, wird untermalt mit Naturschutz, was mir sehr zugesagt hat. Hugo ist ein wunderbarer junger Mann, der die Werte seines Großvaters übernimmt und daher auch den Bienenstock erhalten will, obwohl seine Mutter ihm einige Steine in den Weg stellt. Der Verkauf des Schrebergartens ist finanziell notwendig und bricht mir das Herz, da Hugo den Verlust einer sehr wichtigen Bezugsperson immer noch verarbeitet. Seine Kenntnis über Bienen und Honig sind phänomenal und haben einen hohen Lerneffekt. Insgesamt spielen viele Faktoren miteinander, um dann letztendlich doch als Sieger hervorzutreten in allen Punkten der Rettung.

Eine absolute Leseempfehlung, da ich die Nachhaltigkeit wahrnahm und jede Menge gelernt habe, was die Zucht von Bienen betrifft und ebenso die Darstellung der Wertigkeit derer, WOW! Die Kinder lassen sich zur Bienenrettung einiges einfallen, was mich nachdrücklich beeindruckt hat.

Bewertung vom 13.07.2020
Flashback - Was hast du damals getan?
Bartz, Andrea

Flashback - Was hast du damals getan?


sehr gut

"Flashback - Was hast du damals getan?" versprach durch den Klappentext eine interessante, spannende Story. Leider weist der Thriller einige Längen auf, die das Lesen wirklich erschwerten. Hinzu kommen Protagonisten denen ich wenig Sympathie aufbringen kann. Sobald Drogen und Alkohol im Spiel sind, bin ich raus, da ich das Verhalten und Benehmen von Menschen, die sich dermaßen zudröhnen einfach unangenehm finde. Dieses erklärt zumindest den Titel des Thrillers, da Lindsey wenig Erinnerungen an den Abend hat, an dem sich Edie das Leben nahm. In vielen Rückblenden wird das Denken und Handeln der damaligen Clique beleuchtet, wobei sich schnell Oberflächlichkeit herauskristallisiert, da der Tod der Freundin hier und da unter den Teppich gekehrt wird. Lindsey macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und bringt sich dadurch selbst in Gefahr. Nicht einen Moment lang hätte ich das Ergebnis ihrer Suche vor Augen gehabt, da für mich irgendwann ganz klar war, das Lindsey Edie erschossen hat und es wie Selbstmord hat aussehen lassen. Lindsey ist als Person so facettenreich, das es mich nicht gewundert hätte. Es ist aber alles ganz anders, sodass im letzten Drittel das Buch richtig an Fahrt aufnimmt und endlich auch Spannung erzeugt. Psychotisch und letztendlich rund erzählt. Leider ist zuvor das Lesen eher zäh, sodass ich mich nicht wie in einem Thriller fühlte.

Die beschriebene Hipster - Szene langweilte mich ehrlich gesagt ein klein wenig, denn keiner der beschriebenen Personen ist wirklich tätig, sondern lebt in den Tag hinein, feiert, feiert, feiert. Hinzu kommt dann noch Molly eine Partydroge, was ich als sehr abschreckend empfinde, zumal schnell klar wird, wie schnell man abstürzt und sich hinterher nicht erinnern kann. Wie äußerst seltsam, wenn einem Erinnerungen fehlen. Für Lindsey nichts besonderes, denn sobald sie sich abschießt, wird sie eklig und gemein und kann sich nicht mehr an ihre eigenen Aggressionen erinnern. Es ist leider etwas zu aufgesetzt und unglaubwürdig. Ich habe leider auch nach Beenden des Buches nicht verstanden, wie so und weshalb ihre Eltern dermaßen auf sie eingewirkt haben und zu dieser Verwandlung geführt haben.

Insgesamt ein echt guter Plot mit mittelmäßiger Ausführung, da die Spannung leider erst im letzten Drittel aufgebaut wird und die Story zuvor sehr lieblos vor sich hingeplätschert hat.

3,5 Sterne

Bewertung vom 13.07.2020
Dein Platz in meinem Herzen
Toon, Paige

Dein Platz in meinem Herzen


sehr gut

"Dein Platz in meinem Herzen" ist der 11. Roman der Autorin, wobei ich nicht alle gelesen habe, aber einige sind es doch gewesen. Mir gefällt der runde, atmosphärische Schreibstil, der zwar mitunter leicht kitschig ist, aber absolut herzerwärmend. Dieser Roman ist absolut vorhersehbar, was mich zwar in meinem Lesefluss nicht störte, ich aber dennoch darauf hinweisen muss, das es keinen wirklichen Überraschungseffekt geben wird. Die Story plätschert relativ sanft vor sich hin und Bridget die Protagonistin erlebt einen echten Wandel ihrer Persönlichkeit. Sie, die mir sehr oberflächlich erschien aufgrund zahlreicher Männerbekanntschaften trägt ein sehr großes Päckchen mit sich herum, das ihr Handeln begreiflich macht. Mir als Frau hat es sehr weh getan und ich verstehe nun, warum Bridget Angst davor hatte sich zu binden. Sie verschenkt mehrfach ihr Herz und es gibt Männer die trampeln darauf herum oder Bridget selbst zieht die Reißleine sobald es ernst wird. Nun bloggt sie über ihre Bekanntschaften / Liebesbeziehungen und lässt alle Welt teilhaben an dem, was sie erlebt hat. Letztendlich hat sie das Ziel, sich immer mehr Stückchen ihres Herzens zurückzuerobern. Ein schwieriges Unterfangen, zumal sie auch noch den Job hat als Ghostwriterin einen Roman zu beenden, da die erfolgreiche Autorin verstorben ist. Solch ein Angebot kann man nicht ausschlagen, oder?

"Das Problem daran, jemandem sein Herz zu schenken ist, das man es nie ganz zurückbekommt. Selbst wenn die Liebe längst erloschen ist, besitzt derjenige immer noch ein kleines Stück davon. Insofern ist die erste Liebe auch die innigste, denn nur dieses Mal liebt man von ganzem Herzen. Im wahrsten Sinne des Wortes." Zitat aus dem Prolog

Zu Beginn des Romans war es mir, als hätte ich ein De ja vu, da ich kurz vorher einen Thriller las, in dem auch eine Frau aufgefordert wird ein Buch zu beenden. Letztendlich entwickelt sich "Dein Platz in meinem Herzen" komplett anders, aber anfangs war ich leicht irritiert.

Der Titel des Romans ist äußerst passend gewählt, denn jeden Menschen, den wir zu lieben glauben, gehört ein Stück unseres Herzens. Es sich zurückzuholen ist dadurch sehr gelungen, da Bridget in Australien mit Elliot ihrer ersten großen Liebe erneut eine Beziehung beginnen möchte, soll niemand anders ihr Herz gehören. Elliot soll ihr Herz komplett und in einem Stück erhalten, so der ursprünglcihe Plan. Es kommt natürlich alles anders und Cornwall, in dem Bridget nun einen neuen Job antritt, trifft sie auf den Ehemann der verstorbenen Nicole und deren kleinen Tochter. Durch das Lesen von Nicoles Tagebüchern kommt sie dieser immer näher und auch die Gefühle für Charlie ändern sich.

Insgesamt ein sehr geglückter Liebesroman, den ich gerne weiterempfehlen möchte. Cornwall ist einfach als Schauplatz ideal gewählt und birgt einfach eine ganz besondere Stimmung. Ich fühlte mich wohl und bin zufrieden, da ich meine schlechte Meinung über Bridget und ihr Liebesleben komplett revidieren konnte. Unsympathische Protagonistinnen machen eine Buch einfach schlecht. Hier steckt ein ganz besonderes Problem dahinter, welches sich nicht auflöst, aber durch die Liebe zu Charlie ein Geschenk für Bridget bereithält, welches für sie ausgeschlossen schien *seufz* Letztendlich Ende Gut, alles Gut und mein Leserherz zufrieden gestellt.

Bewertung vom 13.07.2020
Nur noch ein bisschen Glück
Ahrnstedt, Simona

Nur noch ein bisschen Glück


sehr gut

"Nur noch ein bisschen Glück" ist eine herzerwärmende Liebesgeschichte, die vor Kitsch und Schmalz förmlich trieft, absolut vorhersehbar ist und deren beschriebene Leidenschaft, man sich schwer entziehen kann. Ich fühlte mich wohl auf dem Land mit verrückten Ziegen, einem Bauern, der ein großartiger Vater ist und einer Frau, die zu sich selbst finden muss, um der Liebe eine Chance geben zu können. Anfänglich wirkt Stella sehr oberflächlich und kopflos, was darauf zurück zu führen ist, dass das Leben sie maßlos enttäuscht hat und sie zu ihren Wurzeln finden muss. Die Autorin nutzt hierfür viele kleine Begebenheiten, um diese im Nachhinein nahtlos ineinander zu fügen. Viele Klischees erfüllen sich und dennoch ist das Lesen wie Urlaub. Die frische Landluft und der gewählte Schauplatz in Schweden gibt diesem Roman echte Schönheit, wobei die Liebesgeschichte, die sich nach und nach entwickelt ebenfalls eine große Bedeutung innehält, um sich als Leser_in mächtig wohlzufühlen.
Das harmonisch gestaltete Cover irritiert ein klein wenig, denn von Harmonie ist mitunter nichts zu spüren, denn alle beschriebenen Protagonisten tragen ihr kleines oder auch großes Päckchen. Stella, die sehr verletzt wurde, mischt das kleine Örtchen Laholm mächtig auf und stößt oftmals auch auf Gegenwind. Sie kann sich durch ihr sympathisches Wesen behaupten und hier und da, die Menschen um sich herum um den Finger wickeln. Die anfängliche Oberflächlichkeit verfliegt und eine sehr empathische Frau kommt zum Vorschein, die in einigen Menschen das Beste hervorholen kann. Stella sieht den Menschen und blickt nicht durch sie hindurch.
Wirklich gelungen empfand ich das Einfließen wichtiger Themen wie Mobbing und das Nutzen von sozialen Medien. Auch hier hat Stella ihre Hand im Spiel und kann einige böse Vorhaben abwiegeln, auch wenn sie es sich dadurch mit dem arroganten Erik verdirbt, der als Vater und Ehemann mächtig versagt hat, denn sein Frauenbild ist absolut nicht tragbar. Erik und seine Familie wird hier als Widerlinge beschrieben und nimmt daher dem Friede - Freude - Eierkuchen Eindruck ein klein wenig an Bedeutung, was aber absolut passend erscheint in der heutigen Zeit. Menschen, die sich so verhalten, dürfen nicht straffrei bleiben, da sie der Harmonie des Ortes absolut schaden.
Thor, alleinerziehend und eigentlich glücklich in seiner Rolle als Bauer und Vater, wird durch Stellas Erscheinen sehr schnell aus der Fassung gebracht. Sich zu verlieben stand nicht auf dem Plan, zumal die Abmachung war, sich lediglich zu vergnügen. Manchmal gehen solche Absprachen gründlich schief. Schön ist es, diesen wunderbaren Mann und Vater näher kennenzulernen und dabei auch teilzunehmen an Versöhnung und Aussprachen innerhalb der Familie. Mitunter ist es nicht von Vorteil, Dinge nicht anzusprechen, da sie der inneren Heilung der Betroffenen im Weg stehen.
"Nur noch ein bisschen Glück" ist insgesamt ein sehr gelungener, wenn auch vorhersehbarer Roman. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da ich die rasante Entwicklung der Liebesgeschichte sehr mochte, hinzu kommen die vielen kleinen und großen Begebenheiten die Thor und Stella als Menschen definitiv hervorheben. Ein Roman zum Abschalten, der eine Story erzählt, die wirklich außergewöhnlich schön war und eben auch äußerst sensibel von Neuanfängen berichtet, die absolut herzerwärmend sind. Es passiert innerhalb der Story sehr, sehr viel, was aber nicht erschlägt, sondern äußerst passend dargestellt wurde, da letztendlich ein Großteil der beschriebenen Personen miteinander harmonieren wird.