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Benutzername: Mel.E
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Bewertungen

Insgesamt 1269 Bewertungen
Bewertung vom 07.04.2021
Amari und die Nachtbrüder / Amari Bd.1
Alston, B. B.

Amari und die Nachtbrüder / Amari Bd.1


sehr gut

Illegale Magierin
"Amari und die Nachtbrüder" ist ein magisches Fantasy - Abenteuer, welches mir sehr zugesagt hat. Durch die angenehme Schriftgröße war es gut zu lesen und konnte förmlich durch die Seiten schweben. Gerade die Protagonistin Amari wuchs mir schnell ans Herz, da sie eine sehr starke Persönlichkeit ist, die trotz vieler Verletzungen durch Mitschüler_innen ein gesundes selbstwertgefühl entwickelt, was hin uns wieder zwar schwächelt, aber insgesamt dazu führt, über sich hinauszuwachsen. Mir gefiel. das Amari ihre Ecken und Kanten besitzt und eine große Liebe zu ihrem älteren Bruder Quinton. Er ist es auch, der ganz viel Potential in seiner Schwester sieht und sie daher zu einem Auswahlverfahren in einer magischen Sommerakademie anmeldet. Dort muss sie sich behaupten lernen und ihre magischen Fähigkeiten unter Kontrolle bringen.
Geschrieben für junge Leser_innen, wobei auch die ältere Generation ihre wahre Freude haben wird. Eine magische Welt voller interessanter Kreaturen und Begebenheiten, die letztendlich ihren eigenen Charme entwickelt. Amari bekommt im Kampf gegen das Böse, was ihr auch helfen wird, ihrem verschollenen Bruder immer mehr auf die Spur zu kommen, aber nicht jeder ist das, was er vorgibt zu sein und letztendlich wird das Lügengerüst enttarnt. Es geht um Macht und zeigt auf, welche Gefahren durch Gier entstehen. Die komplette Machtübernahme der Anderswelt, die von normalen Menschen nicht gesehen wird und doch besteht, zumindest in dieser herrlich fiktiven Geschichte.

Mir gefiel das Cover auf Anhieb. Der Klappentext tat sein übriges und so abgetaucht in die Geschichte, zeigt sich wieder einmal großes Geschick bei der Auswahl meiner Bücher. Die abgebildete Kristallkugel nimmt innerhalb der Story ein klein wenig Raum ein und zeigt Amaris magisches Geschick, was auf große Ablehnung stoßen wird und sie letztendlich erneut ausgrenzt. Gute Freunde die ihr wohlgesonnen sind, geben dem Mobbing eine Wendung, die aufzeigen, nicht alleine zu sein mit Problemen und Ängsten. wobei es schön wäre, wäre es auch im echten Leben so einfach.

"Amari und die Nachtbrüder" ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, die ein großes Potential hat weitergeschrieben zu werden. Ich bin mir unsicher darüber, ob weitere Bände in Planung sind, wäre aber hocherfreut darüber und würde gerne erneut in Amaris Abenteuer eintauchen. Die erschaffene Welt des Autors ist farbenfroh und so bildlich dargestellt, das ich gut in die Story hineinfand und sie mir fast schon zu schnell beendet war.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an ein Kinderbuch, welches dem Lesealter 10 - 12 Jahren absolut angemessen ist. Ich bin diesem Alter zwar schon lange entwachsen, würde aber meinen Kids dieses Buch bedenkenlos zur Verfügung stellen.

Fazit: Ein gelungenes magisches Abenteuer mit einer mutigen Protagonistin, die über sich hinauswächst und hier und da auch Grenzen überschreitet, um ihren Bruder zu retten.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.04.2021
Fair Play
Gulden, Kerstin

Fair Play


sehr gut

Wenn dein Handy dein Leben bestimmt - Zukunftsmusik der jüngeren Generation?

"Fair Play" ist ein erschreckend ehrlicher Jugendroman, der sich mit einem nachhaltigen Leben beschäftigt und dabei eskaliert. Die App, die die Schüler installieren, um an einem Wettbewerb teilzunehmen nimmt plötzlich soviel Raum ein, das aus Freunden Feinde werden, um einen Sieg einzustreichen. Es wird manipuliert und gelogen, nur, um nicht ins Rot zu fallen oder Grün zu bleiben.

Letztendlich zeigt sich die Macht, die die App nimmt immer mehr und es ist wie ein Sog, dem man sich schlecht entziehen kann. Wer nicht zu Fair Play gehört, ist Foul Player und wird ausgegrenzt und regelrecht gemobbt. "Fair Play" erinnert mich ein klein wenig an "Die Welle", auch wenn die Thematik eine komplett andere ist. Sich hier und da bewusst zu machen, wie mein persönlicher Konsum aussieht, wie ich nachhaltiger einkaufe und lebe, mich ernähre, meine Internet . und Handynutzung einschränken kann, ist definitiv sinnig, aber mich komplett auf eine App zu verlassen, die mir anzeigt, wann ich besser Fahrrad als Bus oder Auto fahren sollte, um die Umwelt nicht weiter zu belasten, ist erschreckend, dennoch stimmt dieser Roman nachdenklich. Zum einen ist es unsere Welt, der ich durch mein Verhalten Schaden zufüge und zum anderen ist es die App "Fair Play", die ich sehr realistisch gestaltet finde, da ich mich auch dabei erwische, wie sehr das Internet mein Leben bestimmt. Auch die Beobachtungen innerhalb meiner Arbeit mit Kindern - und Jugendlichen zeigt dieses sehr deutlich. Instagram und Tic Toc sind nur einige Beispiele dafür, sich stundenlang auf diversen Seiten aufzuhalten und das Leben komplett darauf auszurichten. Mit unserer Umwelt werden sich sicherlich weniger Menschen beschäftigen, als mit Mode, Stars und Sternchen, oder?

Insgesamt ein Jugendroman, der mir sehr zugesagt hat. Ich empfand die Handlung mitunter sehr erschreckend, aber eben auch authentisch dargestellt, da der Wettbewerb irgendwann komplett Überhand nimmt und einige Schüler_innen sich darin komplett verlieren. Die unterschiedlichen Protagonisten sind gelungen dargestellt, da sie ihr Leben innerhalb der Story verändern und ihre Oberflächlichkeit des Anfangs verlieren. Durch die Perspektivwechsel ist der Roman sehr lebendig gehalten und sagt mir daher sehr zu.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich "Fair Play - Spiel mit oder du verlierst alles" sehr bewusst gelesen habe und mein eigenes Verhalten hier und da genauer unter die Lupe genommen habe. Es geschieht ganz unbewusst und beginnt schon dabei, ob ich Milch in meinem Kaffee trinke oder auf andere Produkte zurückgreife, die eher nachhaltig sind als Kuhmilch. Insgesamt hat mich der Jugendroman nachdenklich stimmen können und da ich die Story insgesamt sehr realistisch dargestellt empfand, wenn auch mitunter sehr ausufernd und einem sehr traurigem Ende, kann ich doch sagen, das ich gerade im Bezug auf die Zielgruppe junger Leser_innen ab 14 Jahren, diesen Roman als sehr wertvoll erachte.

Bewertung vom 07.04.2021
Die Erfindung von Alice im Wunderland
Hunt, Peter

Die Erfindung von Alice im Wunderland


sehr gut

In Ausführlichkeit nicht zu überbieten
"Die Erfindung von Alice im Wunderland" ist ein sehr gelungenes, detailliertes Sachbuch, welches "Alice im Wunderland" gut porträtiert. Durch die beigefügten Bilder, wirkt das Buch lebendig und ansprechend. Die Größe des Buches empfand ich als sehr angenehm in den Händen, ebenfalls die Griffigkeit des ausgewählten Papiers, welches in Druck gegangen ist, da es das Buch doch um einiges hochwertiger erscheinen lässt. So ist es auch nicht ganz so dramatisch, dass das Buch in recht angenehmer Schriftgröße und lediglich aus 120 zu lesenden Seiten besteht, was den doch recht hohen Preis rechtfertigt. Hier werden sicherlich Fans des Autors Lewis Carol (geboren 1832 als Charles Ludwidge Dodgson) sehr angesprochen werden und eine ganz eigene Stimmung wahrnehmen, die Alice betreffen. Eine Story, die außergewöhnlich ist und auch viel Aussage besitzt, die hinter den Sätzen versteckt sind.
Interessant ist hierbei, die Entstehung des Buches und die Hintergründe die dazu führten, wobei ich dieses mitunter mühsam zu lesen empfand, da sehr ausführlich beschrieben, dennoch gelingt es Peter Hunt immer wieder mein Interesse zu wecken. Es liest sich heraus, das Lewis Carol als Mathematiker und Diakon oftmals auch satirisch schrieb, auch wenn die Grundidee aus einer persönlichen Bekanntschaft mit Alice entsprungen ist. Hinzu kommt das Talent der Fotografie, welches sich innerhalb des Buches wiederfinden konnte.
Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung und weise erneut darauf hin, dass dieses Buch nur ansprechend auf Fans wirken wird. Es ist auch definitiv kein Kinderbuch, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick darauf hinweisen könnte. Stilistisch hochwertig und durch die Fotografien, Dokumente und andere Zeitzeugen wirkt das Buch seiner Zeit angemessen. Wer Hintergründe zu "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" sucht, wird definitiv fündig werden. Optisch definitiv ein Buch, welches punkten kann, auch wenn ich es hier und da etwas zu überladen empfand.

Bewertung vom 05.04.2021
Klaras Schweigen
Storks, Bettina

Klaras Schweigen


sehr gut

Wahrhaftigkeit schmerzt weniger
Der Klappentext zu "Klaras Schweigen" sprach mich sehr an, sodass ich mich sehr darauf freute, in diese Geschichte einzutauchen und Familiengeheimnisse zu entdecken. Klaras Leben hat mich zutiefst berührt, denn ein Drama fügt sich in das andere, zumal die damalige Zeit Frauen wenig Entscheidungsfreiheiten zugestanden hat. Klara bekommt die Möglichkeit bei ihrem Onkel zu leben und sich handwerklich weiter zu entwickeln. All das, was ihr Vater ihr untersagt hat. Dieses sind nur kleine Bruchteile ihres Lebensweges und ich bin entsetzt, wie viel Macht Eltern auf ihre Kinder ausüben und ihnen durch Verblendung eher schaden als nutzen. Emanzipation war ein Fremdwort und gerade im Beispiel von Klara zeigt sich, wie grausam Eltern agieren können. Selbst Glück wird ihr nicht zugestanden, sondern abgelehnt.
Sehr spannend waren für mich die Einblicke in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, wovon mir vieles unbekannt war. Ich konnte eintauchen in eine Deutsch - Französische Liebesgeschichte, die leider irgendwann endet. Klara offenbart diese erst nach einem Schlaganfall, als sie anfängt Französisch zu sprechen und ihre Enkeltochter auf die Spur ihrer eigenen Vergangenheit führt. Es wird eine außergewöhnliche Reise, die mitunter auch schmerzhaft ist. Manche Aussprachen sollten unbedingt geführt werden, bevor der Mensch an Schuldgefühlen zerbricht. Auch für Miriam werden Dinge aufgedeckt, die schwer zu verarbeiten sind, dennoch macht sie sich auf der Suche nach der großen Liebe ihrer Großmutter.
"Klaras Schweigen" ist ein Roman der viele Einblicke in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bietet und auch die Not der Menschen darstellt. In Klaras Leben ist es die Flucht aus einem Elternhaus, heraus aus der Gewalt und Unbeherrschtheit des Vaters. Der Titel des Buches passt letztendlich sehr gut, da Schweigen eine große Macht entwickelt und aufzeigt, das es dem Menschen nicht immer nur Gutes hervorbringt und von einem Moment zum anderen in großes Unglück stürzen lässt. Hier werden einige dramatische Bereiche abgedeckt und zeigen auf, das es für Klara auch einen anderen Weg gegeben hätte, wenn das Schicksal ihr nicht Übel mitgespielt hätte. Die unerwünschte Liebe zwischen der französischen Besatzung und den deutschen Frauen war mir nicht bekannt, was den Roman als sehr interessant, mit vielen neuen Aspekten für mich, erzählen konnte. Durch die unterschiedlich dargestellten Perspektiven von Zeit und Person wirkt "Klaras Schweigen" authentisch und ich konnte mich gut darauf einlassen. Die aufgezeigten Dramen innerhalb des Lebens von Miriam und Klara geben Lebendigkeit, auch wenn es mitunter schmerzlich ist, die Wahrheiten aber ausgesprochen werden sollten, um innerlich Ruhe zu finden.

Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da ich mich gut auf die Story einlassen konnte und vieles innerhalb der Erzählung als sehr spannend empfunden habe. Man fliegt während des Lesens förmlich durch die Zeit und kann sich am Ende über Aussprachen freuen, die einem Happy End gleichen.

Bewertung vom 01.04.2021
Einer muss doch anfangen!
Milstein, Werner

Einer muss doch anfangen!


sehr gut

Mutiges Engagement und leider doch gescheitert
"Einer muss doch anfangen" ist ein ganz wunderbar gewählter Titel dieses Sachbuchs anlässlich des 100. Geburtstages am 9.5. von Sophie Scholl. Eine junge Frau, die aus der breiten Masse derer tritt, die sich nicht trauten sich gegen das damalige Regime zu stellen. So zeigt sich wieder einmal ganz intensiv die Oberflächlichkeit des Menschen, wobei ich da nicht wertend auftreten möchte, da ich nicht weiß, wie mein eigenes Verhalten gewesen wäre in einer Zeit des Angst und Schreckens und einer Zeit, in der ich niemanden hätte vertrauen können. Manche Menschen müssen aufgrund ihres Engagements gehört werden und daher war ich sehr interessiert daran, Sophie Scholl noch intensiver kennenzulernen. Die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" sollte jedem bekannt sein, da sie zu unserer deutschen Geschichte gehört und aufzeigt, das eben nicht alle Mitläufer waren.
Viele Hintergründe werden aufgedeckt und durch Tagebücher und andere Dokumente als Zeuge des damaligen Geschehens genutzt. Es ist authentisch dargestellt und geht mitten ins Herz, wobei gesagt sein muss, das nicht alles im Leben der Sophie Scholl als Vorbild dient. Positiv anzumerken ist, das die Eltern von Hans und Sophie komplett hinter ihren Kindern stehen, dies aber eher aus dem Hintergrund heraus tun.
Mir hat sehr gefallen, das der Glaube immer wieder Bestand hat und sich positiv auswirken kann in Denken und Handeln. Was mir missfiel sind die vielen Rechtschreibfehler innerhalb des Buches, die zwar den Lesefluss nicht stören, aber hin und wieder irritieren, zumal man ein Lektorat voraussetzt bevor ein Buch auf den Markt kommt.
Viele Fotos beleben das Sachbuch und geben Einblick in das Leben der Sophie Scholl und lässt sie um einiges lebendiger wirken. Hin und wieder sieht man, das Sophie eher unangepasst ist durch Äußerlichkeiten, die da wäre kurzes Haar und anderer Kleidungsstil. Dieses fällt ins Auge wenn eine Gruppe von Mädchen abgelichtet worden ist. Auch auffällig ist, das der Blick der jungen Frau immer abweisend erscheint. Ein Lächeln sucht man vergeblich. Vielleicht ist es auch einfach ein Blick in das Leben einer sehr nachdenklichen jungen Frau?
Insgesamt empfand ich "Einer muss doch anfangen" als sehr interessant dargestellt und definitiv lehrreich, sodass ich mir sicher bin, das dieses Buch auch im Schulunterricht gelesen werden kann ohne die Zielgruppe junger Menschen zu überfordern oder zu langweilen. Ein Sachbuch über die Geschichte empfinde ich als wichtig, damit Kriege und Menschenhass keine Macht mehr über uns haben können.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich bis auf Kleinigkeiten "Einer muss doch anfangen" als recht gelungen erachtet habe. Eine junge Frau, die tapfer bis zum Ende ihr Ziel verfolgt, eben nicht alles hinzunehmen, was um sie herum geschieht und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Bewertung vom 28.03.2021
Das Faultier bewegt sich wie Opa
Dignös, Eva;Schnitzler, Katja

Das Faultier bewegt sich wie Opa


sehr gut

Das Sachbuch "Das Faultier bewegt sich wie Opa" sprach mich sehr an, da ich im Bezug auf Kindersprüche auch Twitterperlen oder ähnliches lese, da es mich sehr amüsiert, wie Kinder oftmals die Welt sehen und dieses auszudrücken vermögen, nichtsahnend, Eltern auch mal zu beschämen oder an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Als Mutter sind mir diverse Aussagen und Weltanschauungen bekannt und über manchen Klopper meiner Kids können wir heute noch Tränen lachen. Mein liebster Spruch ist heute noch Lottas (ein Kinderbuch von Astrid Lindgren) :" Wie war das denn damals für Dich auf der Arche, Tante Berg?" Kinder sind einfach herrlich in ihrem Denken und Handeln, auch wenn sie uns dabei mehrfach fast den Verstand rauben. Manchmal ärgere ich mich sehr, das ich vieles meiner Kinder nicht verschriftlicht habe, denn es hätte ebenfalls in das Buch "Das Faultier bewegt sich wie Opa" gepasst. Eine eigene Aussage, die meine Mutter immer wieder erwähnt ist diese: "Uroma, dein Gesicht sieht aus wie ein Baum." Sie hatte sehr viele Falten und das hat mich als Kind sehr gegruselt.
Insgesamt ist "Das Faultier bewegt sich wie Opa" gestaltet wie ein Erziehungsratgeber mit witzigen Einblicken in die Kinderseele, die Gut und Böse hier und da noch nicht unterscheiden kann oder weiß, wann es vielleicht besser wäre, den Mund zu halten. Das sind Dinge, die ihnen irgendwann anerzogen werden und das unverblümte Herausplatzen von Bemerkungen, wird sich leider regulieren. Ehrlichkeit schätze ich sehr und ich würde mir wünschen, wir wären alle mal ein klein wenig mehr Kind, wobei es dann natürlich auch zu Missverständnissen mit unseren Mitmenschen geben würde, denn einem Erwachsenen verzeiht man sicherlich nicht ganz so schnell und reagiert beleidigt und verletzt.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich mich wirklich köstlich amüsiert habe. Die Kindersprüche sind in unterschiedliche Themen eingeteilt und wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich gerne mehr der Kinderausagen gelesen, als die Recherchen zu diversen Themen der Autorinnen. Es war nett, aber hätte ich halt einfach nicht gebraucht. Nichtdestotrotz eine charmante, amüsante Lektüre für zwischendurch, die mächtig Spaß gemacht hat

Bewertung vom 28.03.2021
Perfect Girl / Valentines Bd.2
Smale, Holly

Perfect Girl / Valentines Bd.2


sehr gut

"Die Valentines - verdammt berühmt. Perfect Girl" ist der zweite Band einer Jugendbuchreihe, der mir sehr zusagt. Während im ersten Band das Leben der jüngsten Schwester Hope beleuchtet wird, ist es hier Faith, die uns teilhaben lässt an den Schattenseiten des Ruhms. Vielleicht ist es übertrieben dargestellt, aber ich denke, ein Hauch von Wahrheit ist vorhanden, denn als Star bist du immer den Medien ausgesetzt und musst dich präsentieren. Schlimm ist, wenn dir die Begabung fehlt, die deine Familie ausmacht und du es hasst auf der Bühne zu stehen. Selbst dein Freund ist eine Farce und benutzt dich lediglich, um selbst im Rampenlicht zu stehen. Mir gefällt, das sich Faith innerhalb der Story behaupten lernt und sich wehrt gegen Ruhm und Macht. Viele Wahrheiten werden bekannt und zeigen auf, wie verletzlich Faith und ihre Geschwister sind und zeigen auch den Grund auf, warum ihre Mutter es nicht schafft sich aus ihrer Depression zu erholen. Es ist ein schmerzliches Erkennen, aber auch eine gelungene Selbstfindung, die beweist, das Faith stark genug ist, sich ihren eigenen Weg zu bahnen. Die Wege, die sie wählt sind zwar nicht immer verständlich und definitiv außergewöhnlich, zeigen aber auch einen starken Willen sich nicht immer nur anzupassen. Zuvor war Faith immer die Brave und hat sich n Ordnungen und Regeln gehalten. Sie streift dieses ab wie eine alte Haut und das ist, was "Die Valentines - verdammt berühmt. Perfect Girl" sehr lebendig macht.
Meine Erwartungen an das Jugendbuch "Die Valentines - verdammt berühmt. Perfect Girl" wurden mehr als erfüllt. Ich bin sehr erfreut, das ich nicht in Glanz und Glamour eingetaucht bin, so wie das Cover es vorgaukelt, sondern eine Story las, die auch Tiefgang besitzt. Eine junge Frau, die Traumata erlebt innerhalb der Familie strampelt sich frei und geht ihre eigenen ungewöhnliche Wege, auch wenn dieses oftmals mit Schmerz geebnet wird. Aber nur so kann die Seele heilen und das ist wunderbar wiedergegeben.
Das empfohlene Lesealter ab 12 Jahren empfinde ich als absolut angemessen. Die Schriftgröße und auch die Kürze der Kapitel laden einfach dazu ein, gelesen zu werden. Auch das Cover ist sehr ansprechend für die Zielgruppe gewählt. Die Story an sich ist zwar anders als der Klappentext es erzählt, macht das Jugendbuch meiner Meinung nach aber umso wertvoller. Es zeigt sich einfach, das es niemals gelingen kann, Menschen in eine Form zu pressen, in die sie nicht passen und dadurch sehr unglücklich sind. So perfekt, wie Faith im ersten Band der Buchreihe geschildert wurde, ist sie auf keinen Fall und das ist, was das Lesen so angenehm machte.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da "Die Valentines - verdammt berühmt. Perfect Girl" keineswegs oberflächlich bleibt, sondern eine Story zu erzählen weiß, die nachdenklich stimmt und aufzeigt, wie hart das Leben als Star ist, da einem immer jemand auf den Fersen ist, der über dich berichten will und du keine Chance hast, dich selbst zu entwickeln, es sei denn du brichst aus. Holly Smale ist es grandios gelungen dieses Leben wiederzuspiegeln, wenn auch komplett übertrieben, aber ansonsten wäre schnell Langeweile aufgekommen. So ist die Story rund erzählt und ich freue mich schon sehr auf Band 3 und hoffe ich kann Mercy ein klein wenig besser kennenlernen, die bisher in meinen Betrachtungen nicht sehr gut weggekommen ist. Trotzdem wirkt sie interessant genug, die Reihe weiter zu verfolgen.

Bewertung vom 28.03.2021
Darf ich dich jetzt behalten?
Money-Coutts, Sophia

Darf ich dich jetzt behalten?


sehr gut

"Du bist der Zuckerstreusel auf meinem Donut"

Ich habe keine Ahnung, warum mich das Cover spontan an meinen ausgewählten Titel für meine Rezension erinnert, aber nachdem ich den Roman gelesen habe, erscheint er absolut passend, auch wenn die Liebesgeschichte ihre Tücken und Macken hat, zeigt sich, das Liebe unberechenbar ist. Was mit einem One - Night - Stand beginnt, endet in einer chaotischen Familiengründung und lässt mich mehr als einmal laut auflachen. Herrlich verrückt , da Lil Chao scheinbar anzieht wie ein Magnet. Man darf "Darf ich dich jetzt behalten?" nicht ernst nehmen und darin liegt auch der komplette Charme dieses Romans. Es gab eine Zeit, da habe ich fast ausschließlich nach diesem Genre gegriffen und kann nicht einmal sagen, warum ich mittlerweile viel, viel weniger Liebesromane lese. Es ist so erfrischend und lenkt vom Alltag ab, gibt einfach ein rundum gutes Gefühl.
Mir hat "Darf ich dich jetzt behalten?" unverwechselbare Lesestunden beschert, da ich mich zwar erst an Lil gewöhnen musste, da ich Menschen, die Fettnäpfchen magnetisch anziehen nicht immer sympathisch finde und eben auch oft zu gewollt komisch dargestellt. Dieses ändert sich schnell und ich litt mit ihr. Nicht jede Frau wird das Glück haben, weiterhin Kontakt zum Kindsvater zu haben, aber Max Rushbrooke verhält sich absolut vorbildlich.
Urkomisch und mitunter wenig glaubhaft, aber dennoch so einlullend, das mir das Lesen wirklich Spaß gemacht hat. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung an diesen Frauenroman, der natürlich absolut vorhersehbar ist und dennoch genauso endet, wie ich es mir für Lil gewünscht hätte. Ein Roman der definitiv zum Träumen einlädt und dennoch auch Situationen beinhaltet, die einem die Hände über den Kopf zusammenschlagen lassen. Wirklich lesenswert, da er den Alltag vergessen lässt und für ganz viel Ablenkung sorgen wird.

Bewertung vom 27.03.2021
Die irischen Schwestern
Alexander, Tamera

Die irischen Schwestern


sehr gut

"Die irische Schwestern" ist ein weiterer Roman der Autorin Tamera Alexander, der mir sehr zugesagt hat. Die historischen Ereignisse innerhalb der Story erzählen davon, wie sinnlos Kriege sind und wie viel Leid und Schmerz damit einhergehen werden. Junge Männer, die angehalten sind, sich in den sicheren Tod zu begeben, tun diesen Schritt durch Gehorsam und hinterlassen tiefe Wunden bei ihren Hinterbliebenen. Wie sinnlos dieses Unterfangen und das Sterben unzähliger Männer war, wird hier sehr eindrücklich preisgegeben. Wer das Cover genau betrachtet, wird auf dem hinteren Buchdeckel viele Gräber erkennen, die einen gewissen Teil dieser lebhaft erzählten Geschichte einnehmen wird. Der Versuch allen Gefallenen ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen hat mich tief getroffen und dennoch auch Gewissheit für die Familien geschaffen, die Antworten suchen über den Verbleib ihrer Lieben, die nach einer großen, entsetzlichen Schlacht nicht nach Hause zurückgekehrt sind. So ergeht es Catriona, die auf Bitten ihres Zwillingsbruders Ryan aus Irland nach Amerika auswandert. Da sie und ihre jüngere Schwester Nora in Irland ihre komplette Familie verloren hat, steht die Entscheidung fest und Catriona macht sich auf die Suche nach ihrem Bruder, dessen letzter Brief seinen Aufenthaltsort auf der Carnton Plantage in Franklin bestimmt. Leider verliert sich jede Spur und Catriona muss befürchten, das auch Ryan gefallen ist. Der Weg, den die beiden Schwestern eingehen ist steinig und die Sturheit und das unmögliche Verhalten Noras machen das Zusammenleben nicht einfach. Nora ist mir sehr unsympathisch, was sich leider auch nach Beenden des Romans nicht geändert hat. Natürlich bekommt man irgendwann Verständnis für das Verhalten des Kindes, aber das doch sehr unreife Verhalten würde mich in den Wahnsinn treiben und ich wäre nicht so gelassen damit umgegangen wie Catriona. Diese versucht ihrer Schwester ein besseres leben zu ermöglichen und scheitert zunächst einmal kläglich. Letztendlich zeigt sich ein traumatisiertes, verletzliches Kind, was aber meine ursprüngliche Meinung nicht mehr ändern konnte.
Als die beiden Schwestern komplett mittelos dastehen, kommt unerwartet Hilfe. Wade, der sich den Posten als Vorsteher auf dem Anwesen der Carltons gesichert hat, greift Catriona und Nora unter die Arme, was nur möglich ist durch die Gastfreundschaft der Plantagensitzer. Sehr berührend hierbei ist auch die Lebensgeschichte der Angestellten Tempy, die für mich diejenige war, die die Story am meisten belebt hat. Die historischen Ereignisse innerhalb der Süd - und Nordstaaten bewegen mich zutiefst. Sie werden in "Die irischen Schwestern" zwar nur angeschnitten, aber wer über die Sklaverei Bescheid weiß und das Grauen, was damit einhergeht, wird sicherlich zwischen den Zeilen lesen können.
Für mich ein weiterer Roman, der mich ermutigt und mir die Gewissheit gibt, das alles einen Sinn hat. Für Catriona wird diese Reise in eine andere Welt ein dramatischer Neuanfang, der Wunden heilen lässt, Verzeihen lehrt und Gewissheit über den Verbleib von Ryan bietet. Das angepriesene Falschgeld des Klappentextes nimmt weniger Raum ein als vermutet. Im Mittelpunkt stehen die beiden Schwestern, was manchmal leicht ermüdend wirkt. da ich nicht immer das Handeln und Denken verstehen konnte.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der die Nachwehen des Bürgerkrieges gekonnt in Szene setzen konnte. Die eingeflochtene Liebesgeschichte bietet ein klein wenig Schönheit in all den Schreckens. Das Aufeinandertreffen der Familie am Ende war definitiv mein Highlight des Romans und wird innerhalb meiner Erinnerungen an diesen Roman immer vorherrschend sein.

Bewertung vom 26.03.2021
Das Leben ist zu kurz für irgendwann
Geraghty, Ciara

Das Leben ist zu kurz für irgendwann


ausgezeichnet

Wahre Freundschaft und ein Stück Selbstfindung

"Das Leben ist zu kurz für irgendwann" ist ein Roman, der wirklich nachdenklich stimmt, da er das Leben an sich beleuchtet und dabei auch oftmals schmerzlich bewusst macht, wie wertvoll Leben ist und wir als Mensch uns selbst verlieren. Anhand der Protagonisten wird schnell klar, das gerade im Bezug auf Terry, diese sich ausschließlich der Belange ihrer Familie widmet und sich dabei komplett aus den Augen verloren hat. Innerhalb der Story wächst sie über sich hinaus, auch wenn ihr Vater weiterhin Demenz haben wird und einen hohen Pflegebedarf hat und Iris ihre MS auch nicht besiegen wird. Zwei wahnsinnig scheußliche Erkrankungen, die hier aufeinandertreffen und sich dennoch ergänzend auf die Story legen.
Der Klappentext erzählt reichlich und bietet daher wenig Überraschung, wobei die Reise, die Terry nun spontan mit demenzkranken Vater unternimmt, um Iris Vorhaben der Selbsttötung in Zürich zu vereiteln, ist mitunter sehr amüsant, wobei auch ganz viel Traurigkeit zu erspüren ist. Wie schon erwähnt, wächst Terry über sich hinaus, indem sie sich Dinge zutraut und auch erkennt, das sie nicht nur Hausmütterchen sein möchte, was ich wirklich als gelungen empfand. Ihre Kinder und ihr Ehemann sind dermaßen unselbstständig und nur auf ihre Fähigkeiten als Mutter und Ehefrau fixiert, das es einem fast schon schlecht werden könnte. Absolutes Klischee -> Frau sorgt für Haushalt und Kinder und der Mann verdient den Lebensunterhalt. Wo aber bleibt Terry?
Ich finde den Titel des Romans sehr ansprechend und passend zur Story. Das Leben ist zu kurz für irgendwann wird sich gerade für Terry bewahrheiten, da sie endlich beginnt zu leben und sich nicht mehr klein machen lässt. Die Reise nach Zürich bietet ganz viele Gelegenheiten zu überdenken, wer sie wirklich ist und wer sie sein möchte. Wenn auch dieser Roman kein wirkliches Happy End aufweist, ist es Terrys eigene Selbstfindung, die hier wahre Schönheit verspricht.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der sich traut Tabuthemen anzusprechen und diese gelungen miteinander zu verknüpfen. Was ich selbst über die Methoden innerhalb der Schweiz denke, lasse ich außen vor, denn es ist nur ein kleiner Bruchteil und überwiegt nicht. Es sind die Menschen und vielen Begegnungen, die hier beleben und auch oftmals erfrischend wirkten.