Ehrenwort - Noll, Ingrid

Ingrid Noll 

Ehrenwort

Roman

Buch mit Leinen-Einband
 
8 Kundenbewertungen
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Ehrenwort

Drei Generationen unter einem Dach: Student Max, die Buchhändlerin Petra, Ingenieur Harald und Willy Knobel, hochbetagt. Trautes Heim, Glück allein? Zwischen Maxiwindeln und mörderischer Eisenstange spielt diese bitterböse Kriminalkomödie. Ingrid Noll erzählt von einer Familie, die das Altern anpackt auf unkonventionelle Art.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 335 S.
  • Seitenzahl: 336
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 25mm
  • Gewicht: 348g
  • ISBN-13: 9783257067606
  • ISBN-10: 3257067607
  • Best.Nr.: 29528243
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Der alte Willy Knobel stirbt einfach nicht. Dabei hatten die Ärzte ihm nach einem Sturz nur noch wenige Wochen gegeben. Sonst hätte seine Schwiegertochter Petra ihn doch nie in ihrem Zuhause aufgenommen. Inzwischen will sie ihn genauso dringend loswerden wie ihr Mann, der noch nie ein gutes Verhältnis zu seinem Vater hatte. Unabhängig voneinander stellen sie dem Alten tödliche Fallen, doch nie mit dem erwarteten Erfolg. Nur Max, der Sohn des Hauses, begegnet dem Großvater menschlich. Auch wenn er den 90-jährigen ab und zu beklaut, um dem Kleinkriminellen Falko Schutzgeld zahlen zu können. Am Ende gibt es sogar eine Leiche - und es ist natürlich nicht Willy. Die Krimiautorin Ingrid Noll inszeniert in ihrem 13. Roman eine fast alltägliche Familientragödie: die Pflege eines Angehörigen. So absurd die Entwicklungen auch klingen, durch das perfekte Maß an Distanz in ihrem Schreibstil glaubt man Noll, und es wirkt ebenso realistisch. Damit ist "Ehrenwort" nicht einfach nur ein Unterhaltungsroman, sondern eine subtil gesellschaftskritische Satire. (ve)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Im wesentlichen befasst sich Rezensentin Rose-Maria Gropp in ihrer Rezension des jüngsten Romans der spät, aber höchst erfolgreich zur Tat geschrittenen Krimiautorin Ingrid Noll mit dem Buch, nicht mit der Hörbucheinlesung durch Peter Fricke (die findet sie aber, wie sie im kurzen letzten Absatz versichert, kongenial toll). Und dies Buch ist, versichert sie, doch etwas anders geraten als die Vorgänger. Mitten hinein gehe es in diesem Generationendrama um einen unerwünschten Vater in deutsche Spießerhöllen, die Mordgedanken gebären. Bei aller gewohnten Komik, die die Autorin der Situation abzugewinnen versteht, sei das ganze aber deutlich bitterer und wohl auch realistischer als die bisherigen Werke. Manchmal ergebe das zwar ein bisschen "zu viel an verdichtetem Familienschrecken", insgesamt aber ist es, versichert Gropp, ein ausgesprochen böses Vergnügen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ingrid Noll, geb. 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. 'Die Häupter meiner Lieben' wurde, wie andere ihrer Romane, erfolgreich verfilmt. Im September 2000 kam 'Kalt ist der Abendhauch' in die Kinos. 2005 erhielt Ingrid Noll den Friedrich-Glauser-Preis.

Kundenbewertungen zu "Ehrenwort" von "Ingrid Noll"

8 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 8 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(4)
***** sehr gut
 
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Bewertung von Nina aus Wald am 03.03.2013 ***** ausgezeichnet
Ingrid Noll und ihren schwarzen subtilen Humor muss man lieben. Keine grausigen Mordszenen, kein Blut, aber dafür Spannung kombiniert mit hinreißendem Witz. Das gilt auch für "Ehrenwort". Familie Knobel ist eine ganz normale bürgerliche Familie mit den ganz normalen Problemen. Die wachsen, als sich der 90-jährige Opa Willi den Oberschenkelhals bricht, ins Krankenhaus kommt und sich sein Gesundheitszustand rapid verschlechtert. Also zieht er zu Sohn Harald, Schwiegertochter Petra und Enkel Max. Die Freude über den neuen Mitbewohner hält sich in Grenzen, vor allem bei Harald, zumal sich der bereits Totgeglaubte wieder bestens erholt und seinen Anteil am Familienleben einfordert. Da entwickelt sich schon der eine oder andere nicht ganz gesetzestreue Gedanke, wie man den Opa wieder loswerden könnte. Seltsame Dinge samt einiger ungeplanter Sterbefälle passieren, zumal jeder in der Familie etwas zu verbergen hat, nur der Opa raucht von allen Ereignissen unberührt seine Zigarren. Eine empfehlenswerte Lektüre, die Kurzweil und manches Schmunzeln garantiert.

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Bewertung von Sisu aus Oyten am 12.01.2012 ***** sehr gut
Bevor ich diese Bewertung abgegeben habe, habe ich einige andere Bewertungen überflogen. Den Inhalt der Erzählung gebe ich daher hier nicht wieder, das haben viele andere schon sehr schön beschrieben.
Auch wenn es Kritiker gibt die Ingrid Nolls Buch Ehrenwort als nicht so toll bewerten. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Zwei Abende habe ich mit diesem Buch verbracht, oft geschmunzelt und vor meinem inneren Auge, konnte ich mir gut vorstellen, wie ein Film daraus wird.
Es ist die kleine kriminelle Energie, der schwarze Humor der plötzlich in den Alltag einer ganz normalen Familie auftaucht. Vielleicht ist es kein literarisches Meisterwerk, aber die Erzählung hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten. Ich kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von R.E.R. am 22.02.2011 ***** ausgezeichnet
Ein echt gemeines Lesevergnügen

Willi Knobel kommt nach einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus. Zunächst erholt sich der neunzigjährige gut, dann aber verschlechtert sich sein Zustand. Schwiegertochter Petra und Enkel Max beschließen den Sterbenden für die letzten Wochen bei sich aufzunehmen. Nur Harald will seinen verhassten Vater nicht im Haus haben. “Es wird ja nicht mehr lange dauern. Und gegen eine baldige Erbschaft hast du bestimmt nichts einzuwenden.” Mit diesen Worten beendet seine Frau die Diskussion. Durch die liebevolle Pflege seines Enkelsohnes erholt sich der Alte jedoch. Und bald denkt nicht nur Harald darüber nach, wie man den immer rüstiger werdenden Rentner unauffällig loswerden könnte.

Ingrid Nolls “Ehrenwort” habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Und mich dabei prächtig amüsiert. Der Roman ist ein Feuerwerk bitterbösen schwarzen Humors. Spritzig und flott formuliert, kurzweilig und in seinen kuriosen Wendungen überraschend. Das er neben der reinen Unterhaltung auch Stoff zum Grübeln bietet, liegt daran dass Noll zu Papier bringt, was andere nicht einmal zu denken wagen.

In der Familie Knobel haben alle etwas zu verbergen. Es bleibt nicht ohne Folgen, dass Max von dem Kleinkriminellen Falko erpresst wird, sich in dessen Ex-Freundin Jenny verliebt, welche dann ausgerechnet als Pflegerin die Betreuung des Großvaters übernimmt. Auch Harald kann kaum mit der Wahrheit ans Licht, welcher Zusammenhang wirklich hinter dem Unfalltod der zweiten Pflegekraft Kriemhild und seinem missglücktem Selbstmordversuch besteht. Und Petras Nerven halten dem Druck einen Liebhaber verheimlichen und anonyme Drohanrufe abwehren zu müssen auch nicht stand. Kein Wunder wenn einem im Zustand nervös überreizter Nerven das Eisenrohr “ausrutscht“.

Unbeschadet geht aus diesen Verwicklungen einzig der Großvater hervor, der sich ungeachtet des um ihn herum herrschenden Chaos glänzend erholt und mit seinen Marotten die ohnehin geplagten Familienmitglieder zum Wahnsinn treibt. Wie bei Noll gewohnt gibt es wieder eine Menge ungeplante Leichen, die zum Teil höchst kompliziert entsorgt werden müssen. Deren man sich teilweise aber auch sehr bequem und vor allem unerkannt entledigen kann.

Trotz ihres makaberen Inhaltes stößt einem die Geschichte nicht vor den Kopf. Der Ausgleich gelingt Noll durch die warmherzige Beschreibung der Beziehung zwischen Großvater und Enkel. Sie zeigt das die Pflege eines alten und kranken Menschen nicht nur Last und Pflicht ist, sondern die Möglichkeit einer engeren Bindung einschließt und Erfüllung bringen kann.

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Bewertung von bbqueen aus Calw am 28.11.2010 ***** ausgezeichnet
Fantastisch, lustig, wortgewandt, spannend, schwarzer Humor vom Feinsten, ... dieses Buch hat alles. Eine anscheinend normale intakte Familie mit ihren dunklen Geheimnissen. Viele Alltagsprobleme einer 'normalen' Familie werden hier angesprochen. In einigen Themen findet sich der ein oder andere mit Sicherheit selber.
Ich habe so gelacht und geschmunzelt. Köstlich dieses Buch. Jammerschade für jeden, der es nicht gelesen hat.

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Bewertung von nh aus Augsburg am 22.09.2010 ***** sehr gut
Der 90-jährige Willy Knobel verletzt sich nach einem Sturz in seinem Haus schwer und wird nach kurzem Krankenhausaufenthalt in der Wohnung seines Sohnes Harald aufgenommen. Lange soll es mit dem Alten eh nicht mehr gehen, der Arzt gibt Willy nur ein paar Wochen, doch Enkel Max bewirkt bei seinem Opa wahre Wunder mit seiner Puddingkur und bringt ihn wieder auf die Beine. Harald und seiner Frau Petra ist die Sache ein Dorn im Auge und bald werden Mordgedanken wach. Ingrid Noll ist die vielleicht beste Erzählerin Deutschlands. Sie schafft es immer wieder scheinbar harmlose Ereignisse mit schwarzem Humor zu kombinieren und spannend zu erzählen. Die Krimigeschichte in Nolls neuestem Werk "Ehrenwort" rückt zwar bisweilen etwas in den Hintergrund, der Leser erfährt jedoch allerhand über die einzelnen Probleme und Problemchen der Protagonisten.

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 17.09.2010 ***** sehr gut
Ingrid Noll ist bekannt für ihre ungewöhnlichen und oft etwas bösen Geschichten, die aber meist in wunderbar idyllischer Umgebung spielen. Dieses Mal hat sie sich die Altenpflege und die Pflege Alter zu Hause vorgenommen – ein Thema, das ihrer Schreibe denkbar viel Raum bietet. Arglistige Gedanken um das Erbe werden da schon mal fix in die Tat umgesetzt, und schon erwischen wir uns selbst dabei, wie wir bei dem einen oder anderen Mord ein Auge zudrücken, damit Nolls sympathischen Alltagshelden aus unliebsamen Situationen heil wieder herauskommen. Jeder hat dort schließlich sein kleines Geheimnis: die Mutter ihren Lover, Sohn Max seinen Erpresser und der Vater den besten Freund, dem er einen Riesenauftrag zuschustern möchte. Einzig Schwester Mizzy hat das Nest verlassen und lebt in Berlin glücklich ihre lesbische Beziehung, was aber in der Familie auch nur begrenzte Begeisterung auslöst. Und selbst wenn die Geschichte manchmal ihre Länge hat, kommt man beim Zuhören voll auf seine Kosten - der Schauspieler Peter Fricke liest die Story mit viel Humor und süffisanter Sympathie für all die schrägen Familienmitglieder. Idyllisch-böse Unterhaltung à la Noll.

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Bewertung von Miss XY aus Bad Berka am 16.09.2010 ***** sehr gut
Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht. Deshalb nimmt Harald seinen vermeintlich todkranken Vater Willy widerwillig bei sich auf. Das lohnt sich natürlich, schließlich hat dieser ein Haus zu vererben, so das Argument von Haralds Frau Petra. Auch im Rest der Familie wird es nicht langweilig. Enkel Max schläft mit Pflegerin Jenny, welche ein dunkles Geheimnis hütet. Als sich Willy dann noch wieder erholt, wollen die Verwandten mit dem Sterbeprozess ein wenig nachhelfen.
Ich fand den Roman dank der witzigen Familie und deren Handlungen sehr unterhaltsam. Ein humorig- gemeiner Familienkrimi bei dem es nie langweilig wird. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Krankheit Demenz ein wenig akzeptabler angegangen und beschrieben werden sollte. Sonst gut!

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 20.08.2010 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch habe ich in einer Nacht verschlungen. Der Autorin ist mit "Ehrenwort" ein Buch gelungen, von dem man nicht mehr lassen kann. Eingentlich ist es die traurige Geschichte eines 90 - jährigen Mannes. Der weisen Autorin allerdings ist es gelungen diese Geschichte humorvoll und zugleich nachdenklich machend, aufzuschreiben.

Willy Knobel lebte bis zu seinem 89. Lebensjahr allein in seiner Wohung. Aber dann war der Witwer in seiner Küche ausgerutscht und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Schon nach wenigen Tagen ist klar, der Mann hat nur noch wenige Tage zu leben.

Sein 20 - jähriger Enkel Max beschließt ihn in die elterliche Wohnung zum Sterben zu holen. Aber Willy Knobel macht allen einen Strich durch die Rechnung. Max gelingt es seinem Großvater mit Pudding wieder Lebensgeister einzuhauchen. Indess planen Willys Sohn und dessen Frau Mordpläne. Sie wollen den Alten möglichst schnell los werden.

Bei einem Mordversuch stirbt nicht Willy, sondern eine Schwester des täglich zu Willy kommenden Pflegedienstes. Dennoch ist dieses bewegende Buch kein Krimi, eher eine Bestandsaufnahme aus einem Mehrgenerationenhaus.

Das Zusammenleben, das Aufeinandereinstellen ist schwer. Dazu kommen die Heimlichkeiten von Max und seiner Freundin. Und doch gibt Max für mich hier die beste Figur ab. Ohne ihn wäre der Großvater längst tot.

Max ist der einzige wirkliche Gesprächspartner für seinen Opa. Er erzählt ihm auch, was sich bisher niemand traute, dass seine Schwester lesbisch ist und inzwischen in Berlin wohnt. Inzwischen geht es Willy Knobel sogar wieder so gut, dass er mit seinem Enkel einen Doppelgeburtstag plant. Beide zusammen werden 111 Jahre alt. Sie meinen diese Schnapszahl müsse begossen werden und genehmigen sich hin und wieder mal ein Schnäpschen.

Dieses Buch lässt den Leser nicht so schnell wieder los. Es ist erstaunlich wie leicht es sich bei der Vielzahl der Probleme lesen lies und es wirft Fragen auf: Wer wird sich um mich kümmern wenn ich mal 90 bin? Wie sieht mein Eheleben aus? Habe ich noch Ziele?



Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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