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Benutzername: Nina
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Bewertungen

Insgesamt 38 Bewertungen
Bewertung vom 26.12.2014
Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8


ausgezeichnet

Eine tote Baronin in Schloss Grimmbart, die Hochzeit von Sohn Markus und seiner japanischen Freundin Yumiko und eine neue Chefin aus Niedersachsen, die Ordnung in das Allgäuer Kommissariat bringen will. Für Klufti bieten sich jede Menge Möglichkeiten, in interkulturelle Fettnäpfchen zu treten. Und obwohl er sich - unterstützt von Gattin Erika und Intimfeind Dr. Langhammer - redlich bemüht, möglichst vielen auszuweichen, bleiben Missverständnisse nicht aus. Dazu gibt es einen bis zum Schluss spannenden Kriminalfall, der Kluftingers Spürnase ganz und gar beansprucht. Dem Autorenduo ist es einmal mehr gelungen, dem Leser ein paar höchst vergnügte Stunden zu bereiten. Für Klufti-Fans ist auch dieser turbulente achte Krimi ein absolutes Muss. Viele Schmunzler und sogar spontane Lacher sind garantiert, auch wenn am Ende eine himmelhoch jauchzende Hochzeitsfeier in krassem Gegensatz zur berührenden Lösung des Falls steht. Sehr empfehlenswert.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.12.2014
Das Rosie-Projekt
Simsion, Graeme

Das Rosie-Projekt


sehr gut

Don Tillmann ist ein Perfektionist. Er ist hochintelligent, sportlich, erfolgreich, und er hat einen Tagesablauf, der bis in die letzte Sekunde getaktet ist. Genauer: Don Tillmann hat das Asperger Syndrom. Er weiß, dass er in mancher Hinsicht anders tickt, als andere, aber er hat sich mit dieser Situation arrangiert. War er doch in der Schule schon wegen seines seltsamen Verhaltens der Klassenclown. Freunde sind in Dons Leben eine Rarität. Gene ist einer davon, und dessen Frau Claudia. Beziehungen zu Frauen sind für Don von vornherein zum Scheitern verurteilt. Trotzdem sucht er eine Ehefrau. Sie soll, damit die Gefahr des Scheiterns nicht so groß ist, einem Ideal entsprechen, das Don vor dem ersten Treffen via Fragebogen erkundet. Durch Zufall trifft Don Rosie. Sie entspricht in keinster Weise seinen Idealvorstellungen und kommt als Kandidatin für das Ehefrauenprojekt nicht in Frage, aber sie hat ein Problem, das ihn, den Genetiker, interessiert. Rosie sucht ihren Vater. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche...
Am Anfang erscheint das Buch langatmig. Zu oft werden die minutengetakteten Tagesabläufe wiederholt. Für Autisten der Alltag, für den nichtautistischen Leser eine Zumutung, deren erzählerischen Hintergrund er erst später versteht, nämlich an der Stelle, als Don versucht, mit viel Anstrengung sein Leben zu ändern, um Rosie für sich zu gewinnen. Bis es soweit ist, erlebt der Leser eine turbulente Geschichte, die an der Gefühlswelt von Menschen mit Asperger Syndrom teilhaben lässt. Den erhobenen Zeigefinger hinsichtlich Behinderung und Inklusion gibt es nicht, es bleibt bis zum Schluss dem Leser überlassen, wie viel Sympathie er für Don in seiner anderen Art empfinden will. Lesenswert, wenn man Geduld hat und akzeptieren kann, dass manchmal schon ein Versuch ein Stück Happyend sein kann.

3 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.11.2014
Und dann kam Paulette
Constantine, Barbara

Und dann kam Paulette


ausgezeichnet

Die Frau ist schon vor Jahren verstorben und der Sohn ist mit seiner Frau und den beiden Buben ausgezogen, um in der Stadt ein Restaurant zu betreiben. Jetzt lebt Ferdinand allein im großen Bauernhaus. Seine Nachbarin Marceline kennt er kaum, aber als ihm eines Tages ihr Hund zuläuft, besucht er sie, um das Tier zurückzubringen. Er sieht, dass Marceline in ärmlichen Verhältnissen lebt und versucht, sich mit dem Verkauf von eigenem Gemüse über Wasser zu halten. In einer Unwetternacht stürzt das Dach von Marcelines Haus ein und Ferdinand bietet ihr an, bei ihm zu wohnen, bis das Haus repariert ist. Nach und nach ziehen auch sein Freund Guy, der den Tod seiner Frau nicht verwinden kann, und die verängstigten alten Schwestern Lumiere ein. Als Krankenpflegerin ergänzt Muriel, die soeben ihre Wohnung verloren hat, die Wohngemeinschaft und auf der Suche nach einem jungen Mann, der Marceline bei der Pflege ihres Gartens helfen kann, stößt Ferdinand bei Student Kim auf offene Ohren. Die ungewöhnliche Wohngemeinschaft, zu der auch etliche Tiere gehören, rauft sich zusammen. Ein kurzweiliges Buch mit traurigen und heiteren Episoden, das berührt und zum Nachdenken anregt, auch, wenn sich der Leser nicht unbedingt mit der aktuellen Thematik des Lebens im Alter auseinander setzen will. Am Ende gesellt sich noch Paulette zur Hausgemeinschaft und man kann nur hoffen, dass es bald eine Fortsetzung der Geschichte gibt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.11.2014
Ein ganzes halbes Jahr
Moyes, Jojo

Ein ganzes halbes Jahr


sehr gut

Als der junge erfolgreiche Will nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist, macht das Leben für ihn keinen Sinn mehr. Seiner Mutter verspricht er, es noch ein halbes Jahr zu versuchen, dann will er Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Die verzweifelten Eltern engagieren Lou, eine außergewöhnliche Frau aus völlig anderen sozialen Verhältnissen als Krankenpflegerin. Sie soll Will wieder Lebensmut machen. Lou setzt alles daran, Will umzustimmen und ihm zu beweisen, dass das Leben auch im Rollstuhl lebenswert ist. Im Gegenzug zeigt der weltoffene Will der jungen Frau, wie sie mehr aus ihrem Leben machen kann. Im Lauf der Handlung kommen sich beiden jungen Menschen auch in ihren Gefühlen näher. Trotzdem kann am Ende des halben Jahrs nichts Wills Entschluss ändern. Er will sterben. Was Lou noch für ihn tun kann, ist, ihn auf diesem letzten Weg zu begleiten. Will bedankt sich auf seine Weise und ermöglicht Lou ein eigenständiges Leben. Ein sehr anrührendes Buch, das bei aller Tragik nicht nur auf die Tränendrüse des Lesers drückt, sondern auch voller komischer Episoden ist. Sicher keine heitere Urlaubslektüre, dazu ist die Thematik und die Handlung viel zu ernst, aber ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

5 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.10.2014
Der Sommer der Blaubeeren
Simses, Mary

Der Sommer der Blaubeeren


sehr gut

Ellen Branford hat alles erreicht, was man sich wünschen kann. Sie ist eine erfolgreiche Anwältin in New York und sie ist mit Hayden Croft verlobt. Einem gut aussehenden Mann aus einer alten Familie mit besten Aussichten für eine politische und berufliche Karriere. Kurz vor der bereits pompös geplanten Hochzeit stirbt Ellens Großmutter Ruth. Auf dem Totenbett nimmt sie Ellen das Versprechen ab, einen Brief zu überbringen. Dorthin, wo Ruth als Kind und als junge Frau gelebt hat, in ein kleines Städtchen am Meer weit im Norden. Den Brief soll sie einem alten Mann bringen, den Ruth als junge Frau gekannt hat. Ellen macht sích auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter. Bei dieser Reise voller Überraschungen erfährt ihr eigenes Leben eine Wendung, die Ellen niemals für möglich gehalten hätte. Auch die Vorliebe für Blaubeermuffins gehört für Ellen zu den Veränderungen, mit denen sie erst in Einklang kommen muss. Eine ansprechende und bei aller Leichtigkeit nicht oberflächliche Liebesgeschichte ohne großen Anspruch an die grauen Zellen für sonnige Urlaubstage, aber durchaus auch für kuschelige Winterabende. Weglegen mag man das Buch, wenn man sich erst mal über Ellens erstes Erlebnis am Meer herzhaft amüsiert hat, jedenfalls nicht mehr.

5 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.09.2014
Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe
Böhm, Michael

Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe


ausgezeichnet

So hat sich Herr Dr. Petermann seinen Ruhestand vorgestellt. Der pensionierte Manager mit Kontakten, wohin man sie auch immer braucht, hat sein Traumhaus in einem kleinen ruhigen Ort an einem bayrischen See gefunden. Mit der einheimischen Bevölkerung versteht er sich gut, und wenn er mal Abwechslung sucht, fährt er zu einem kleinen Tete à Tete nach München. Alles ist perfekt, bis Hans-Dieter das Nachbarhaus von seinem Großvater erbt und die Beschaulichkeit im Ort tüchtig durcheinander wirbelt. Zu tüchtig für Herrn Petermann, der über die Ereignisse in der Ich-Form berichtet. Und noch einer ist ihm im Weg, nämlich der zwielichtige Geschäftspartner seines Sohnes. Herr Petermann, der schon im Beruf durch analytisches Denken erfolgreich war, lässt sich etwas einfallen und löst die beiden Probleme auf seine Weise. Dabei läuft ihm auch noch die Puppenmacherin Magdalena über den Weg. Ein Krimi und doch keiner, spannend und witzig und dabei auch noch sprachlich anspruchsvoll geschrieben. Die perfekte Lektüre.

Bewertung vom 01.09.2014
Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Kaiser, Vea

Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam


ausgezeichnet

Iiiih, Blasmusik, aber der Titel führt in die Irre. Das Buch von Vea Kaiser ist einfach hinreißend. Ein kleines Dorf auf einem Berg, ein Völkchen, das sich schon immer gern von denen im Tal unterschieden hat, und darin eingebettet die Geschichte von Johannes und dessen Großvater, die sich vom Rest der Bevölkerung auf merkwürdige Art unterscheiden, ihren Weg in der Fremde suchen und schließlich doch zurückkehren. Schuld an allem ist ein Bandwurm, der den Großvater zum Forscher und schließlich sogar zum Arzt werden lässt. Was in dem kleinen Dorf dort oben so alles an Skurrilem passiert, drückt auf die Lachmuskulatur. Dazu alles in einer tollen Sprache voller Wortwitz geschrieben und ergänzt von geschichtlichen Rückblicken. Mehr sei nicht verraten, einfach lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.05.2014
Wer mordet schon am Bodensee?
Obermaier, Ernst

Wer mordet schon am Bodensee?


gut

Elf Krimis und 125 Freizeittipps von Bodensee, Hegau und Linzgau - so lautet der Untertitel zum Buch. In elf mehr oder weniger spannende Kriminalkurzgeschichten, die allesamt von Hauptkommissar Karle Eisele und Inspektor Dirk Hodapp gelöst werden, sind sehr viele Hinweise auf Sehenswürdigkeiten am Bodensee eingebettet. Für Touristen, die Anregungen für ihren Aufenthalt am See suchen, mag das Buch vielleicht eine nette Lektüre an einem Regentag sein. Ansonsten gibt es bessere Krimis und bessere Reiseführer und in allen Touristikbüros rund um den See bessere Broschüren für die Freizeitgestaltung. Der Autor hat es mit seiner Intensivwerbung für die Region sicher im Sinne seiner Heimat gut gemeint, aber mein Lieblingsautor im Heimatgenre wird er sicher nicht. Auch da gibt es Besseres.