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Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus. Als ein gefälschtes Meisterwerk zur Versteigerung steht, hält sie das zunächst für ein Versehen. Doch kaum macht sie den Galeristen auf den Fehler aufmerksam, wird sie gefeuert. Und Judith beschließt, die Hintergründe des millionenschweren Kunstbetrugs aufzudecken, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben. Ein riskantes Spiel, an dem sie immer mehr Gefallen findet - und zwar so sehr, dass Judith den Spieß umdreht und sich das nimmt, was ihr zusteht. Selbst wenn sie dafür über Leichen gehen muss.…mehr

Produktbeschreibung
Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus. Als ein gefälschtes Meisterwerk zur Versteigerung steht, hält sie das zunächst für ein Versehen. Doch kaum macht sie den Galeristen auf den Fehler aufmerksam, wird sie gefeuert. Und Judith beschließt, die Hintergründe des millionenschweren Kunstbetrugs aufzudecken, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben. Ein riskantes Spiel, an dem sie immer mehr Gefallen findet - und zwar so sehr, dass Judith den Spieß umdreht und sich das nimmt, was ihr zusteht. Selbst wenn sie dafür über Leichen gehen muss.
  • Produktdetails
  • Piper Taschenbuch Bd.31109
  • Verlag: Piper
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 2. Mai 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 118mm x 27mm
  • Gewicht: 269g
  • ISBN-13: 9783492311090
  • ISBN-10: 3492311091
  • Artikelnr.: 46433332
Autorenporträt
L.S. Hilton wuchs in Nordengland auf, studierte Englische Literatur in Oxford und anschließend Kunstgeschichte in Paris und Florenz. Danach zog es sie nach Key West, New York, Paris und Mailand, wo sie als Journalistin, Kunstkritikerin und Rundfunksprecherin arbeitete. Vor Kurzem ist sie nach England zurückgekehrt. Sie lebt mit ihrer Tochter in London.
Krimi des Monats Mai 2016
Zwischen Prada, Chanel und Barock

Die britische Autorin L.S. Hilton geht mit einem lustgetriebenen und seelenkalten Thriller an den Start, der in der Welt der Milliardäre und der Kunst spielt

Judith Rashleigh, die Protagonistin in dem Thriller "Maestra" (Piper) aus der Feder von L.S. Hilton, ist eine junge, gut aussehende Engländerin, welche die Kunst liebt. Vor allem die italienische Barockmalerin Artemisia Gentileschi hat es der Mittzwanzigerin angetan - und insbesondere deren Bild "Judith enthauptet Holofernes". An einer Stelle des Romans lässt die britische Autorin ihre Icherzählerin über das Sujet des berühmten Bildes aus dem 16. Jahrhundert philosophieren:

"Wenn man das fein emaillierte Schwert an Holofernes' Hals betrachtet, sieht man, dass es dort nicht feierlich oder suggestiv angelegt wird, sondern in einem ganz uneleganten Winkel im Fleisch sitzt, ein eher ungeeigneter Winkel für eine elegante Komposition. Denn die Waffe wird geführt von der Hand einer Frau, die in der Küche schon Hühnern den Kopf abgeschnitten und Kaninchen den Hals umgedreht hat. Judith schlachtet ihn regelrecht, mit grimmiger Entschlossenheit säbelt sie durch die Sehnen, ihre muskulösen Arme sind ganz angespannt bei dieser Anstrengung. Der Anblick hat etwas Häusliches - die Schlichtheit des Lakens, die unschönen Blutspritzer, ein seltsames Gefühl von Stille. Das ist Frauenarbeit, sagt Artemisia damit ungerührt. So was machen wir jeden Tag."

Hollywood hat sich die Rechte dieser verstörenden und amoralischen Geschichte gesichert

Das Bild ist so etwas wie das Leitmotiv dieses Thrillers, der in der englischsprachigen Welt bereits als die neue große Entdeckung und als nächster literarischer Tabubruch nach "Fifty Shades of Grey" gefeiert wird. In mehr als 35 Ländern wurde "Maestra" bis heute verkauft, Hollywood hat sich bereits die Rechte an dieser verstörenden, packenden und zutiefst amoralischen Geschichte gesichert.

Kunstkrimi und sehr expliziter erotischer Thriller: "Maestra"

Judith arbeitet als Kunstexpertin in einem angesehenen Auktionshaus, sie liebt Sexpartys und abends verdient sie sich Geld als Bardame in einem Klub für betuchte Geschäftsmänner dazu. Immer mehr entfremdet sie sich von ihrem Job in der Kunstwelt, in der sie gehofft hatte, es ganz nach oben zu schaffen. Eines Tages entdeckt sie, dass ihr Chef illegale Geschäfte mit den Kunstwerken betreibt. Sie wird gefeuert - und von da an wird ihr Leben zu einem reißenden Strudel, der sie in eine leblose und amoralische Welt der Reichen und Schönen zieht, die für Prada, Rolex und Chanel, für Jachten und schnelle Autos ein Vermögen ausgeben, die aber auf der menschlichen Seite eher minderbemittelt sind. Schöne Frauen sind in dieser Männer-Macho-Welt lediglich Objekte. Judith, die scheinbar von einer unterschwelligen Wut getrieben ist, macht sich ihre Schönheit, Verschlagenheit und ihre seelische Kälte zunutze, um sich von Milliardären in Rom oder an der Französischen Riviera finanziell aushalten und sexuell befriedigen zu lassen. Aber sie verfolgt einen Plan. Und für den ist diese Psychopathin bereit, auch über Leichen zu gehen, über viele Leichen. "Ich konnte Dinge aushalten, die andere nicht aushielten", sagt Judith in dem Roman zu sich selbst, "und das bedeutete letztlich, dass ich sie auch tun konnte." Judith will zu einer gefragten Kunstmaklerin werden und dafür ist sie bereit, alles Moralische und Menschliche in sich zu zerstören.

Ist Kunst ein Akt der Zivilisiertheit oder doch nur ein Geschäft für die Mafia ...?

Dass die zahlreichen Sexszenen so eingehend und explizit beschrieben werden wie auch die sündhaft teuren Kleider, Taschen und anderen Accessoires von Judith oder eben die Kunstwerke hat System. Schließlich ist es die obsessive Beschäftigung mit Marken, mit der Körperlichkeit oder mit Lust, die in dieser Glamourwelt zählt. Anfangs hält Judith die Beschäftigung mit der Kunst noch für einen Akt der Zivilisiertheit. Aber genau das verkehrt sich im Laufe dieser düsteren und schmerzvoll kalten Geschichte, in der Judith selbst zum Motor einer seelenlosen Barbarei wird, in der sie schließlich vom FBI, von der Mafia und von ihren eigenen gefährlichen Dämonen gejagt wird.

Wie die Autorin L.S. Hilton, die sich bis dato ein gewisses Renommee als Historikern und als Autorin von historischen Erzählungen erschrieben hat, ihrer Antiheldin literarisch auf die Pelle rückt und deren sukzessiven Lebens- und Seelenwandel zu erzählen weiß, ist tatsächlich gekonnt - und daher mitreißend zu lesen. Die Wahl der Themen (Sex, Milliardäre, Kunstmarkt) ist für diese Geschichte selbstredend kalkuliert, um damit ein Millionenpublikum zu erreichen. Allerdings weiß Hilton diese explosive Mixtur auch entsprechend explosiv in Szene zu setzen, um nicht dem Vorwurf einer talentlosen Trittbrettfahrerin anheimzufallen. Und natürlich hat "Maestra" kein Ende. Schließlich ist die Geschichte auf drei Teile angelegt. Auf die Fortsetzungen muss man gespannt sein.

Alles zum Krimi des Monats
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Steril, glatt, furchtbar kultiviert geht es zu in der Welt der Schönreichen. Und heillos erotisch. "50 Shades" lassen grüßen. Oder "American Psycho". Nur ist Hiltons ruchlos manipulative Heldin Judith Rashleigh keine Serienkillerin. Und anders als Bret Easton Ellis scheint Hilton kaum am Sittenbild einer morbid-hedonistischen Konsumgesellschaft interessiert. Allenfalls kratzt sie an der schimmernden Monoi-Oberfläche. Rashleigh nutzt Sex als Waffe. Ihr "Frausein" hat sie gelehrt, "sich im Zweifelsfall dumm zu stellen". Als Persönlichkeit bleibt sie blass. Ihren Job bei einem Londoner Auktionshaus verliert sie, weil sie einen Kunstschwindel aufdecken will. Trotzdem lässt sie nicht locker und bringt sich so zwischen lauter Vuitton-Regenmänteln, Saint-Laurent-Clutches und Tiepolo-Fresken in tödliche Gefahr. Vanida Karuns nasale Diktion ist gewöhnungsbedürftig, hin und wieder verschleift sie Silben. Ansonsten aber spricht sie Rashleigh so, wie diese sich gibt: mit kühler, rauchiger Sinnlichkeit. Fast ein bisschen verächtlich, hart, selbstgefällig, aber auch verführerisch süß, wenn's denn sein muss. Ein Klangmantel der Eitelkeiten, den sie souverän abstreift, sobald sie in andere Rollen schlüpft.

"Intelligenter Erotikthriller", barrois.de, 08.05.2017