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Benutzername: tinaliestvor.de
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Insgesamt 833 Bewertungen
Bewertung vom 07.08.2020
Berliner Briefe
Kerckhoff, Susanne

Berliner Briefe


ausgezeichnet

Susanne Kerckhoff ist mutig. Sie lässt sich auch, zumindest in einem Teil ihres kurzen Lebens, nichts vorschreiben. Im Gegenteil, sie dominiert die damalige Männerwelt der DDR.

1948 veröffentlicht Kerckhoff ihren halbfiktiven Roman. Für damalige Zeiten modern in kurzen Briefen verpackt, erzählt die junge Helene per Post ihrem Jungendfreund Hans ihre Sicht des Krieges.

Hans fehlende Antworten als emigrierter Jude aus Paris machen es dem Leser möglich, selbst auf Helenes Briefe zu antworten.

Aufrichtig und schonungslos offen berichtet Helene von der Sinnlosigkeit des Krieges und dem besonderen Ton, den die Nachkriegszeit vorgibt. Doch will man das so kurz nach der so schweren Kriegszeit lesen?

Kerckhoff beschließt, dass die Zeit reif für die Wahrheit ist. Sie hofft inständig auf den Sinneswandel der Menschen, nichtsahnend, dass sie mit ihrer journalistischen Art, gleichwohl erneut auf Gegenliebe stößt.

Sie muss sich wie Helene im Laufe der Zeit eingestehen, das Freiheit nicht wirklich Freiheit bedeutet und das auch in der DDR keineswegs der Feminismus frei gelebt werden kann.

Helene schreibt offen über ihre Hilflosigkeit an Hans. Dennoch leuchtet ein Innerer Funke, immer auf der Sehnsucht nach Freiheit und Hoffnung in ihr, der nur schwer zu löschen ist.

Helene, wie auch Susanne, gibt es keine Alternative. Während Susanne den Freitod wählt, bleibt Helenes Zukunft für den Leser offen. Man muss sich als Leser, wie auch schon bei Hans fehlenden Schreiben, die „Freiheit“ nehmen, selbst zu antworten.

Dank Peter Graf erfahren wir ein wenig mehr über diese mutige Frau, die ihren ganz eigenen Weg ging.

Bewertung vom 22.07.2020
Dips und Saucen - sweet & salty
Heß, Christina

Dips und Saucen - sweet & salty


sehr gut

Der nächste Grillabend steht bevor und wer kennt das nicht? Keine passenden Dips und Saucen parat?

Für Allergiker stellt sich hier jedoch auch gleich die Frage, darf ich alle Saucen die in ihren Flaschen und ihren hübsch adretten Etiketten auf dem Essenstisch stehen, auch essen? Denn dank vieler Inhaltsstoffe, die darin eigentlich nichts zu suchen haben, scheidet eine Saucenflasche nach der nächsten aus.

Wie wäre es also mal mit selber machen?

Gesagt, getan. Mit Christina Heß und ihren kleinen handlichen Buch „Dips und Saucen“ findet man mit Leichtigkeit für viele Gelegenheiten den passenden Dip oder die passende Sauce.

Man findet hier Klassiker wie Mojo Verde und Salsa Verde, aber auch die von mir so heiß geliebte Käsesauce für einen Nacho-Abend.

Ebenfalls sind der kulinarischen Weltreise keine Grenzen gesetzt. Ob klassisch britisch mit einem Gurkenrelish oder mexikanisch scharf, hier wird man fündig.

Für die Zutaten braucht man nicht tief in die Tasche zu greifen und die Rezeptanweisungen sind einfach und übersichtlich gehalten.

Für Allergiker lassen sich bestimmte Produkte leicht und einfach abtauschen. Neben den klassischen würzigen Dips und Saucen bietet Christina Heß auch ein paar süße Dips an.

Fazit:

Die nächste Grillparty oder die Einladung zum Brunch kann kommen. Tolle essbare Mitbringsel sind garantiert.

Bei einigen Rezepten jedoch ist mir die Zutatenliste zu Dosenlastig. Klar ist, wer saisonal kocht, bringt im Winter keinen Tomatensalsa auf den Tisch, wenn man nicht gerade die Ernte aus dem Sommer passend dazu eingekocht hat.

Gerne verzichtet man doch auf vorbehandelte Produkte und tauscht Zutaten wie Knoblauchpulver, was nebenbei bemerkt ein klassisches amerikanisches Streupulverprodukt mit Zusatzstoffen ist, mit frischen Produkten ab.

Und schon kann genascht und gedippt werden.

Danke für die Käsesauce. Sonst genieße ich die nur in den USA.

Bewertung vom 07.07.2020
Die fünfte Offenbarung
Billon, Pierre

Die fünfte Offenbarung


gut

Ein Vorgänger zu Dan Brown?
Die fünfte Offenbarung klingt nach einem spannenden historischen Thriller? Nicht ganz.
Verstörende Videos werden auf die Welt losgelassen. In diesen Snuff-Filmen werden die vermeintlichen Opfer zu Tode gefoltert. Da Geld bei den oberen Zehntausend ja keine Rolle spielt und die Langweile der größte Feind zu sein scheint, rollt der Rubel und das Geschäft läuft prächtig.
Die Kriminalpolizistin Kirsten wird mit dem Fall betreut. Mit wenig Hoffnung um Aufklärung macht sie sich dennoch ans Werk. Jedoch lassen diese scheußlichen Videos ihre alten Depressionen wieder aufflammen und stehen ihr im Weg.
Die Anbieter entpuppen sich als fanatische Sekte. Das Ziel dieser Mirandisten ist die Durchsetzung der fünften Offenbarung.
Kirsten ist jedoch nicht alleine hinter dieser Sekte her. Auch die Ärztin Laurence Descombes scheint in die Machenschaften verwickelt zu sein. Doch wie hängt eine frisch gerettete Geisel einer weiteren Sekte mit den Mirandisten zusammen?
Fazit:
Spätestens hier sollte sich der Leser daran gewöhnen, dass wechselnde Handlungsstränge bei Pierre Billon, unglaublich viele Nebenstories und Personen auftauchen und wieder in der Versenkung verschwinden. Wenig Hilfe bietet auch das mitgelieferte Personen- und Organisationsverzeichnis gleich vorweg.
Später stößt noch eine junge und engagierte Anwältin hinzu und das Ermittlungstrio scheint komplett. Doch jede einzelne Frau hat hier eine Last an Komplexen und Gefühlsduseleien mit sich zu tragen, die alleine schon einen Roman wert wären.
Um meine Eingangsfrage aufzuklären: Das hier ist kein Vorgänger zu Dan Brown. Der Klappentext weckt eine völlig irrige Vorstellung vom Inhalt.
Die Story an sich wäre sicherlich spannend und wäre dann sogar bei Grangé anzusiedeln. Doch mit drei völlig mit ihren Problemen belasteten Frauen kann hier irgendwie keine wirkliche Spannung aufkommen.
Was es mit der fünften Offenbarung und den Mirandisten eigentlich auf sich hat, muss man als Leser teilweise mutmaßen. Völlige Aufklärung und ein spannender Mystery-Thriller sieht deutlich anders aus.

Bewertung vom 06.07.2020
Mord in Sunset Hall
Swann, Leonie

Mord in Sunset Hall


sehr gut

Nach den beiden sehr erfolgreichen Schaf-Krimis mussten die Leser ein wenig länger auf einen neuen Krimi von Leonie Swann warten.

Mit Sunset Hall wagt sich Leonie Swann ohne Schafe auf neue Wege.

Sunset Hall ist ein kleines Herrenhaus, welches Agnes Sharp in eine kleine Wohngemeinschaft für Senioren umgewandelt hat.

Bewaffnet mit Hettie, der Schildkröte, einem Treppenlift, kleinem Garten und einer mürrischen Haushaltshilfe erleben die mehr oder weniger rüstigen Rentner gemeinsam ihre letzten Tage.

Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei. Im Gartenhaus liegt Lilith mit einer Kugel im Kopf. Beunruhigt ist die Rentnertruppe jedoch erst, als auch im Nachbaranwesen die alte Mildred ermordet aufgefunden wird.

Als die jüngere Charlie mit ihrem Hund Brexit einzieht, gibt diese ein neuen Takt vor. Der Gin fließt in rauen Mengen und Ausgehen steht auf dem Programm.

Gemeinsam beschließen sie bei einem unwürdig trockenen Hefezopf den abscheulichen Mord aufzuklären.

Doch wenn das mal so einfach wäre. Geplagt mit allerlei körperlichen Gebrechen hat die Ermittlertruppe samt Schildkröte Hettie auch noch mit ihren ganz kleinen privaten Geheimnissen zu kämpfen.

Erst als Marshalls Enkel vor der Tür steht, kann Agnes Plan ihren kuriosen Plan in die Tat umsetzen.

Mit der Schildkröte Hettie begibt sich der Leser auf eine skurrile Mörderjagd.

Mit feinem britischem Humor gelingt es Swann leicht, sich von den so beliebten Schafen als Mordermittler zu lösen.

Die mit allerlei Gebrechen gezeichneten Rentner schließt man schnell ins Herz. Der Trupp passt perfekt in die englische Provinz, wo sich allzu oft noch Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Schwarzer Humor, fiese kleine dunkle Geheimnisse und Mut machen diesen Krimi aus. Nur weil man alt ist und die Knochen mal hier und da knacken und ziepen, ist das noch lange kein Grund, sich aus dem Leben und der Gemeinschaft zu verabschieden.

Bewertung vom 30.06.2020
Im Kreis der Freunde (eBook, ePUB)
Binchy, Maeve

Im Kreis der Freunde (eBook, ePUB)


sehr gut

Mit Maeve Binchy kann man nichts verkehrt machen.
Benny und Eva Malone sind Sandkastenfreundinnen. Beide wachsen in dem verschlafenen Knockglen auf. Das Dorfleben schildert Maeve Binchy typisch. Neben Tratsch gibt es die ein oder andere schrullige Anekdote über die Bewohner. Klassisch irisch ist auch der Bezug zur katholischen Kirche.
Nach der Schulzeit beschließen beide, es mit einem Studium in Dublin zu versuchen.
Dort fügen sich beide in die Clique von Jack Foley und Nan Mahon ein. Das Studentenleben zur damaligen Zeit war teilweise besonnen und teilweise von diversen Umbrüchen umgeben.
Die beiden jungen Frauen benötigen mehr als einen Anlauf, um mit dem Wandel der Zeit klarzukommen.
Die Geschichte zieht so dahin, fast schon könnte man diese als langweilig erachten. Aber Maeve Binchy schreibt Bücher aus Überzeugung.
Man besinnt sich auf das Wesentliche! Hier geht es um Freundschaft, Vertrauen und die Beziehung der Menschen untereinander. Für Freundinnen, die auf Herzschmerz stehen, werden hier nicht fündig. Hier geht es um das wahre Miteinander.

Bewertung vom 26.06.2020
Am Anfang war dein Ende, 6 Audio-CDs
Kellerman, Faye

Am Anfang war dein Ende, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

Detective Peter Decker ermittelt in seinem vierundzwanzigsten Fall.

In Greenbury, New York stolpern zwei Jugendliche über einen Selbstmörder. Der junge brillante Mathematikstudent Elijah Wolf galt als zuverlässig und sehr ausgeglichen. Das ausgerechnet er sich selbst richtet, ist seinen Mitstudenten völlig unklar.

Decker beginnt mit seinem jungen Kollegen Adams, der kurz vor der Juraprüfung steht, zu ermitteln.

Die Eliteuniversität, an der Elijah studierte, entpuppt sich als wahres Haifischbecken. Erst verschwinden die Arbeitsunterlagen des toten Studenten und dann kommt es zu mehreren Einbrüchen.

Während Adams sich ein wenig zu sehr auf die junge Studententruppe einlässt, sorgen sich Rina und Decker um dessen Prüfung. Doch gerade Adams, der sich den Mathegenies an dieser Universität nicht gerade ebenbürtig fühlt, hat genau den richtigen Riecher.

Als dann ein weiterer Selbstmord auftaucht, sind Decker und Adams sich sicher, dass an dieser Universität irgendetwas nicht mit korrekten Dingen zugeht.

Die zweite Leiche entpuppt sich als junge und engagierte Mathematik-Professorin, die nebenbei sich mit diversen Formeln eine goldene Nase verdient hat.

Bei Faye Kellerman blickt man hinter die Fassade. Man betrachtet mit Peter Decker und seinem ausgewählten Team die ganze Szenerie des Mordes. Die Geschichte eines jeden Verdächtigen zählt und wird gehört.

Mit Rina, der Ehefrau Deckers und ihrem jüdischen Hintergrund betrachtet man die Dinge oft von einer ganz anderen Seite.

Das Hörbuch, gelesen von Thomas Balou Martin, macht den Fall extrem spannend und macht wie immer gleich Lust auf den nächsten Teil!

Man sollte jedoch unbedingt die korrekte Reihenfolge beim Lesen der Krimi-Reihe einhalten, da die Fälle doch ein wenig aufeinander aufbauen.

Bewertung vom 22.06.2020
Nur der Tod bringt Vergebung / Ein Fall für Schwester Fidelma Bd.1
Tremayne, Peter

Nur der Tod bringt Vergebung / Ein Fall für Schwester Fidelma Bd.1


ausgezeichnet

Im Jahr 664 ist die Welt im Umbruch. Im angesehenen Königreich Northumbrien stehen sich nunmehr zwei Fronten gegenüber.

Die Anhänger der Kirche Roms gelangen immer mehr an die Macht und drängen gegen die Lehren des hochangesehenen Kelten Columban von Iona.

Eine Synode wird in Whitby einberufen um eine endgültige Entscheidungen zu treffen.

Ausgerechnet dort wird die ehrwürdige Äbtissin Étain ermordet. Zwei weitere Morde an Gottesgläubigen folgen kurz darauf.

Welche der beiden Seiten ging hier also mit seiner Machtdemonstration zu weit? Schwester Fidelma muss her. Die für ihren Scharfsinn berühmte Nonne kämpft mit ihren ganz eigenen Waffen.

Hier trifft Fidelma auf Eadulf, ein abgesandter Mönch aus Rom. Dieser Sachse ermittelt ebenfalls und tritt somit Fidelma mehr als einmal auf die Füße.

Eadulf, ganz im Glauben Roms stehend, muss sich an Schwester Fidelma erst gewöhnen. Ihre Art der Ermittlung und ihr unglaubliches Rechtswissen bringen ihn mehrfach aus dem Konzept. Jedoch muss auch Fidelma schnell eingestehen, dass sie ihren kleinen persönlichen Feldzug gegen die römische Kirche mit einem ebenbürtigen Gegner zu tun hat.

Eadulf entpuppt sich ebenfalls als ausgezeichneter Ermittler.

Die Ermittlungen führen in etliche Sackgassen. Doch so schnell geben die beiden mit ihren Ermittlungen nicht auf.

Peter Tremayne hat mit Schwester Fidelma und dem Mönch Eadulf ein erstklassiges Ermittlerduo geschaffen.

Während Fidelma, adlig und freigeistig ihr Leben als Nonne im modernen Keltischen Stil führt, muss Eadulf mehr als einmal sich selbst bitter eingestehen, dass die Lehren Roms oft nicht der realen Welt außerhalb Roms entsprechen.

Macht lässt die Menschen verbittern und Kriege sind nur schwer zu verhindern.

Mit angehängtem Begriffsverzeichnis fällt es dem Leser leicht, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen und man fiebert ab der ersten Seite mit Spannung der Mordermittlung und neuen Fällen hingegen.

Bewertung vom 21.06.2020
Der Fall Alice im Wunderland
Martínez, Guillermo

Der Fall Alice im Wunderland


sehr gut

Mit großer Turbulenz endete das letzte Mathematik-Studienjahr für einige seiner Mitstudenten und Bekannte tödlich. Für den argentinischen Gaststudenten in Oxford fängt das neue Studienjahr somit ganz harmlos und normal an. Bis ihn Professor Arthur Seldom in ein Geheimnis einweiht.

Die ehrwürdige Lewis-Carroll-Bruderschaft steht vor einer wahnsinnigen Entdeckung. Die junge Doktorandin Kristin wurde von der Bruderschaft damit beauftragt, das Archiv und den Museumskatalog auf seine Vollständigkeit zu überprüfen. Die Nachkommen Carrolls waren mit dessen Neigungen nicht ganz einverstanden und seine Nichte zensierte eines seiner hinterlassenen Tagebücher, hinterließ jedoch scheinbar aus Reue eine Notiz.

In der Bruderschaft geht es seit dem hoch her. Die Veröffentlichung steht kurz bevor, dann jedoch verunglückt Kristin auf mysteriöse Art und Weise.

Arthur Seldom und sein argentinischer Doktorand sind gewarnt. Der Unfall entpuppt sich, dank mathematischer Unterstützung bei den polizeilichen Ermittlungen, als klassischer Mordversuch.

Doch wer will die Veröffentlichung dieses Lewis-Carroll Geheimnisses verhindern?

Die Bruderschaft ist in großem Aufruhr, stand doch auch noch die Herausgabe eines Sammelbandes bevor.

Lewis Carroll, selbst ein Fan großer mathematischer Rätsel, zeigt sich im Laufe der Ermittlungen selbst als Freund großer Verwirrspiele und ebnet dem Mörder somit den Weg.

Tags darauf wird der Verleger des neuen Sammelbandes vergiftet aufgefunden. Der Täter hinterließ eine Postkarte.

Die Bruderschaft ist gewarnt. Ein Serienkiller geht um….

Guillermo Martínez versteht es spielend, den Leser mit versteckten Rätseln zu beschäftigen. Man taucht ein in das traditionelle Oxford und in dessen altehrwürdige Bibliotheken. Geschickt in die Geschichte um Lewis Carroll und Alice im Wunderland verpackt, begibt man sich auf die Mördersuche. Doch bei Martínez ist nichts so wie es scheint. An jeder Ecke gibt es neue Wendungen und man steckt mehr als einmal in einem klassischen Whodoneit-Krimi fest, bis es den nächsten Hinweis auf das weiße Kaninchen gibt. Festzustellen bleibt, nur weil es weiß ist und hoppelt, muss es noch lange kein Kaninchen sein.

Bewertung vom 16.06.2020
Der fremde Tibeter / Shan ermittelt Bd.1
Pattison, Eliot

Der fremde Tibeter / Shan ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Mit Eliot Pattisons „Der fremde Tibeter“ steigen wir ein in eine spannende Krimireihe.

Ausgerechnet am heiligen Berg wird in Tibet eine Leiche gefunden. Nicht das dies schon ein Frevel ohne gleichen wäre, wurde der Leiche auch noch der Kopf abgetrennt.

Frevel und Misstrauen rufen den ehemaligen chinesischen Polizisten Chan auf den Plan. Er bekommt gnädigerweise Freigang aus seinem Straflager. Als Feind wurde er in die tiefste Provinz nach Tibet zum Straßenbau verbannt.

Die Zeit drängt. Eine amerikanische Delegation steht kurz vor dem Besuch. Das Land unter Chinas Regie soll sich in Glanz und Gloria zeigen. Da kann eine geköpfte Leiche auf einem heiligen Berg schon mal für Unruhe unter den unterdrückten tibetischen Einwohnern sorgen.

Chan, bepackt mit immensen Selbstzweifeln, soll nunmehr dieses „Problem“ lösen und den Täter zur Rechenschaft ziehen.

Für Chan wird schnell klar, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Mystik und uralter Glaube umgeben ihn. Er fühlt sich schnell in seine Kindheit zurückversetzt.

Der junge Ermittler führt nunmehr nicht mehr nur einen Kampf gegen den Chinesen so verhassten Tibeter, nein, er führt auch einen Kampf gegen sich selbst.

Eliot Pattison gelingt es spielend, in Chan den Menschen zu sehen, den sich der Autor wünscht. Seite um Seite keimt in einem die Rebellion gegenüber dieser Übermacht, die gnadenlos uralte Traditionen und friedlichen Glauben ausrotten wollen.

Ein spannender Krimireihenauftakt, der einem die tibetische Kultur ein wenig näher bringt und der Welt die Augen über das unglaubliche Leid der Tibeter öffnen soll.

Bewertung vom 14.06.2020
Das Worst-Case-Szenario-Survival-Handbuch
Piven, Joshua; Borgenicht, David

Das Worst-Case-Szenario-Survival-Handbuch


sehr gut

Trotz der über 250 Seiten hat man dieses Buch in kürzester Zeit verschlungen. Jedes Kapitel widmet sich bestimmten Fällen, zum Beispiel der Gefahr durch Tiere („Zähne und Krallen“), Kampftechniken („Die beste Verteidigung“) oder auch Naturkatastrophen im Kapitel „Notfälle“.
Die Autoren haben sich für die Zusammenstellung der Szenarien und deren Bewältigung Tipps und Tricks von Experten geholt.

Wer diese Experten sind, bleibt im Dunkeln.

Die entsprechenden Hinweise sind allerdings nachvollziehbar und, jedenfalls in der geschützten häuslichen Umgebung, für jeden durchführbar.

Nach der Lektüre ist man also für alle Ausnahmesituationen des Lebens gewappnet. Der durchschnittliche Mensch wird allerdings kaum in eine solche Situation kommen. Das wäre ja auch nicht wünschenswert!

Falls es doch der Fall sein sollte, dann wird man sich wohl nicht an die genauen Instruktionen in diesem Buch erinnern. Allerdings verpacken die Autoren grundlegende Verhaltensweisen so geschickt in die Fülle der Eventualitäten, dass vielleicht wenigstens die Grundlagen (Hilfe holen, Ruhe bewahren, Überblick verschaffen…) in einer Notsituation angewandt werden könnten.

Und auch wenn man nichts gelernt hat, so hat man doch zumindest ein kurzweiliges, interessantes Buch gelesen.

Außerdem: Man kann ja nie wissen...