Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: tinaliestvor.de
Wohnort: essingen
Über mich:
Danksagungen: 262 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 940 Bewertungen
Bewertung vom 26.07.2021
Big Sur
Rosteck, Jens

Big Sur


ausgezeichnet

Geschichten einer unbezähmbaren Küste

Ich gestehe, Big Sur ist die Gegend meiner Sehnsucht. Stets von Fernweh geplagt führt mich fast jeder Weg zurück an diese geheimnisvolle und atemberaubend schöne Küste.

Mit Alanis und ihrem Song steigen wir in ein Cabrio und schleichen den Highway One entlang. Man entschleunigt, unmittelbar nachdem man die erste Meile hinter sich hat und kann den Blick kaum auf der Straße lassen. Langsam fahren ist also vorprogrammiert und unabdingbar.

Über zahlreiche Prominente hinweg zu Legenden dieser Gegend gibt es viel zu erzählen. Allesamt Aussteiger aus einer nur scheinbar normalen Welt. Selbstfindung, Hoffnung und ein guter Schuss Skurrilität muss man schon mitbringen, um hier sich nicht selbst verlieren, sondern sich zu finden.

Anfänglich als Hippiekommune belächelt, reichen und mondänen Filmlegenden aus Hollywood als Rückzugsort schmackhaft gemacht ist dieser Küstenstrich bis heute das geblieben, was sie schon immer war. Eine dünnbesiedelte Gegend mit Charaktermenschen.

Bis der Highway überhaupt gebaut wurde, war schon großer Überlebenswille und Erfahrungsreichtum von Nöten, um in den versteckten Cabins sein Glück zu finden. Nach dem Bau gab es zwar eine etwas dichtere Besiedelung, aber der große Verkauf dieser Küstenlinie an den Tourismus hat nie stattgefunden.

Mit dem grandiosen Ausblick im Hinterkopf erfahren wir von Henry Miller, Joan Baez und weiteren musikalischen wie literarischen Stars, die dort ihr Glück versuchten. Bis hin zur Hollywood Kulisse, eine im Grunde nach schwer zu verfilmender Szenerie.

Besagter Küstenstrich hat mich in seinen Bann gezogen. Rauh, unbezähmbar und dennoch liebenswürdig kann man hier sein, wie man will. Es gilt das Motto: Einatmen – Ausatmen.

Jens Rosteck erzählt in seinem Schlussstein auch irgendwie von meiner Beziehung zu Big Sur. Diese Beharrlichkeit der Bewohner, den Drang nach Schutz und Erhaltung sowie diesem ungewohnten Gefühl von Freiheit – das kann nur Big Sur.

Weitgereist kann ich Jens Rostecks „Liebensbeziehung“ zu diesem langezogenen Fleckchen Erde voll und ganz unterschreiben.

Bewertung vom 25.07.2021
Die 100 besten Eco Hacks
Schickling, Katarina

Die 100 besten Eco Hacks


sehr gut

Einfach nachhaltig leben

Tipps und Tricks für den Alltag

Es ist höchste Zeit, die Welt zu retten und was hilft da mehr als zahlreiche praktische Tipps um mitzumachen?

Der erste Schritt für die Umwelt und unser Klima ist sicherlich unser Umgang mit unserem Essen. Über Regionalität, diverse Siegel und Ideen gegen Lebensmittelverschwendung geht es bis hin zum beliebtesten Volkssport des Sommers: Grillen.

Aber mit den Lebensmitteln kommt natürlich auch der Müll in unseren Haushalt. Wie vermeide ich sinnvoll Müll und wie entsorge ich diesen wieder richtig? Tja, Siegel über Siegel und wie kompostiere ich richtig, notfalls auch auf dem Balkon.

Doch was wären wir ohne das Reisen und das hinterlässt ja einen wirklich miesen CO2-Fußabdruck. Doch auch hier gibt es Tipps wie man klimaschonend reist und sogar den alltäglichen Städtetripp zu einem kleinen Umwelterlebnis machen kann.

Unsere politischen Klimaziele umfassen natürlich auch unseren Umgang mit dem Strom. Alles über grünen Strom und wie man möglichst den Verbrauch verringert gibt es in diesem Leseabschnitt inklusive Rechenbeispiele für Spülmaschine und Trockner.

Zum Schluss geht es noch um unser Konsumverhalten im Allgemeinen. Muss Online-Shopping sein und darf man sich auch mal einen Blumenstrauß gönnen?

Katarina Schickling verpackt unsere kleinen alltäglichen Umweltsünden in ein praktisches Register und bietet 100 Tipps und Tricks zur Vermeidung oder zumindest zur Reduzierung.

Ein praktischer kleiner und handlicher Ratgeber für den Einsteiger. Natürlich lohnt sich das Nachschlagewerk auch für Fortgeschrittene als Erinnerungsstütze und für weitere Recherchen.

Bewertung vom 24.07.2021
Frau und Geld
Sick, Helma;Fritz, Renate

Frau und Geld


ausgezeichnet

Wie Frauen finanziell unabhängig werden – Praxiswissen von Profis

Bin ich gut versorgt? Was ist, wenn ich mich scheiden lassen? Wie erbt man richtig? Tja, genau das sind Fragen, die man sich als Frau rechtzeitig stellen sollte und das hat so rein gar nichts mit Feminismus zu tun.

Grundabsicherung zur Vermeidung von Altersarmut sollte auch immer ein Thema von Frauen sein, auch wenn sich immer noch zu wenige Frauen um ihr eigenes Auskommen im Alter selbst kümmern.

Über zahlreiche Kapitel hinweg erhält man einen groben Einblick in die Welt der Finanzen. Ob Geldanlage, Versicherungen oder einfach die Rente im Alter, hier kann man nachschlagen und sich dann gezielt weiterinformieren.

Einleitend geht Collien Ulmen-Fernandes mit gutem Beispiel voran und macht deutlich, das Geld für Frauen in einer Partnerschaft mit Kind eine große Rolle spielen sollte.

Weiter geht es zu Traumszenarien der perfekten Ehe bis hin zur Scheidung und wie wir als Frau dabei von gut bis schlecht abschneiden.

Praktische Tipps gibt es auch zum Thema Altersvorsorge und für wen welches Modell in welcher Lebenssituation geeignet ist.

Interessant für mich war hauptsächlich das Kapitel 4 mit der Vermögensplanung. Wie spare ich richtig und was sind für mich die geeignetsten Anlagemodelle.

Aber was, wenn ich nicht sparen kann? Auch hierzu gibt es Tipps und Tricks.

Die beiden Autorinnen Helma Sick und Renate Fritz fordern mit ihrem praktischen Ratgeber die Frauen praktisch heraus, sich mit ihren eigenen Finanzen zu beschäftigen.

Ob man viel oder wenig in diverse Strukturen zu „verteilen oder anzulegen“ hat, macht deutlich, das jede Lebenssituation ausreichend betrachtet werden muss und man mit diesem Thema nicht alleine dasteht.

Ob eine Investition in eine Immobilie, ob in Gold oder gar das ganz große Geld an der Börse verdienen, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich finanziell gut abzusichern.

Ein praktischer Ratgeber mit vielen Tipps und Tricks der Grundlagenwissen einfach erklärt und einem Mut macht, die finanzielle Unabhängigkeit und den Sparstrumpf mal etwas genauer zu beleuchten.

Bewertung vom 20.07.2021
Das hatte ich mir grüner vorgestellt
Lehmann, Sebastian

Das hatte ich mir grüner vorgestellt


sehr gut

Mein erstes Jahr im Garten….

Als überzeugter Großstädter ist Sebastian Lehmann so einiges gewöhnt. Baustellenlärm tagein tagaus, hohes Verkehrsaufkommen und zu viele Menschen auf einem Quadratmeter.

Eines morgens sind beide so genervt, dass eine Alternative gefunden werden muss. Wegziehen kommt für beide beruflich nicht in Frage. Ein kleines Gartengrundstück würde für den Anfang doch reichen, oder?

Doch die Suche rund um Berlin scheint hoffnungslos, bis Freunde sie auf eine Datscha in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen.

Bekanntlich ist der Weg ja das Ziel und dieser führt direkt in die Natur. Vorbei an zahlreichen Rehen und anderem Getier präsentiert sich die Datscha durch die rosarote Brille als die neue Zukunft. Ein Ort der Stille, der Erholung und des Genusses.

Notariell besiegelt sind beide jetzt Gartenbesitzer und lernen ihren Nachbarn Heinz kennen, ein Urgestein der Kleingartensiedlung. Bewaffnet mit jeder Menge Sprüchen und einem Feinripp-Unterhemd, das auch schon bessere Tage gesehen hat, wird er zu einem unverzichtbaren Quell der Weisheit.

Es wird gepflanzt, gemäht und die Hecke gestutzt nur um am nächsten Freitag festzustellen, dass die Natur einen bereits wieder eingeholt, alles zerstört oder einen Schneckenplage vom Himmel geschickt hat. Tja und da wäre ja auch noch die Datscha. Das marode Wochenendhaus hat so seine ganz eigenen Probleme. Ob Veranda, defekte Elektroleitung oder ein Bad mit Platzproblemen? Gott sei Dank gibt es ja noch nebenan die sanierte Datscha von Freunden.

Als neue beste Kunden im Baumarkt frönen beide ihrem neuen Hobby und lassen dabei auch so manche Feder. Doch stets tragen beide das mit Fassung und dank Heinz auch mit großartigem Humor.

Sebastian Lehmann versteht es, seinen Alltag humorvoll zu verpacken. Als Autor zahlreicher Bücher gelingt es ihm spielend, das Leben in der Kleingartensiedlung so zu beschreiben, das eigentlich nur noch der lästige Gartenzwerg fehlt.

Jeder fängt mal neu an. Ob Kleingartensiedlung, Wespenalarm oder gar überdimensional große Spinnen, es lebe die Natur. Und ausgerechnet die macht uns allen nichts vor! Aber tröstet Euch, das zweite Jahr wird besser….

Bewertung vom 19.07.2021
Sonetschka und andere Erzählungen
Ulitzkaja, Ljudmila

Sonetschka und andere Erzählungen


sehr gut

Hier stehen Frauen im Vordergrund….

Ljudmila Ulitzkaja erzählt in ihrem Band von bemerkenswerten und bezaubernden russischen Frauen.

Mit viel Poesie und einem großen Herz schildert sie deren Erlebnisse, ob alltäglich oder einschneidend. Alle Frauen haben hier eines gemeinsam, sie kämpfen gegen die Widrigkeit des Lebens.

Die Leichtigkeit des Seins erfährt hier für mich eine ganz neue Bedeutung. Diese Geschichten über gewöhnliche Frauen, die ihren Alltag meistern wird, sprachlich gekonnt von Ulitzkaja verpackt.

Man spürt eine Begeisterung in den Worten, die man bei so manch anderer Geschichte vergeblich sucht. Wer hier reine hoffnungslose Romantik sucht, wird sie nicht finden. Dafür aber kurze Geschichten, die weise Ratgeber für das eigene Leben sein können, wenn man die Erzählerin nur machen lässt.

Nach der letzten Seite wird dem Leser schnell klar, dass Ljudmila Ulitzkaja damit spielend leicht der Durchbruch in der Literaturszene gelang. Zauberhaft erzählt, schonungslos offener Umgang mit der weiblichen Figur und eine bekennende Wahrheit macht diese Geschichten zu lesenswert.

Bewertung vom 16.07.2021
Heimliche Fährten / Armand Gamache Bd.6 (2 MP3-CDs)
Penny, Louise

Heimliche Fährten / Armand Gamache Bd.6 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

Inspector Gamache sucht die Ablenkung…
Teil 6 der kanadischen Chief Inspector Gamache Krimireihe!
Nachdem der letzte Einsatz zahlreiche Verluste in den Reihen der Mordkommission hinterlassen hat, beschließt Armand Gamache es erst einmal mit der Ruhe.
Gemeinsam mit seinem Hund Henry erholt er sich im winterlichen Québec bei seinem alten Freund und langjährigen Mentor. Tagsüber besucht er die naheliegende Bibliothek und schwelgt in alten französisch-englischen Schlachten. Abends genießen die beiden ausgiebig ihre Freundschaft und gutes Essen.
Doch dann wird in der Bibliothek durch reinen Zufall die Leiche eines Mannes im Keller gefunden. Obwohl der dort leitende Ermittler Gamache mehrfach um Hilfe bittet, schlägt er aus. Zu sehr ist er mit seinem letzten Fall beschäftigt.
Der Anschlag hat tiefe Spuren in den Körpern und in den Seelen des Ermittlerteams hinterlassen und braucht Zeit um zu heilen. Währen da nicht noch die täglichen Briefe aus Three Pines. Er beauftragt Jean Guy mit der endgültigen Lösung des Falles in dem kleinen verschneiten Dorfe.
Die Leiche in der Bibliothek entpuppt sich als berühmter selbsternannter Archäologe, der auf der Suche nach dem Grab von Champlain, dem Gründer Québecs mehrfach in Ungnade fiel und als Grabräuber galt.
Gamache kann einfach nicht anders und beginnt im Stillen zu ermitteln…

Stück für Stück arbeitet sich der Leser durch die schrecklichen Stunden des Attentats, durch die Gedankengänge Gamaches und geht mit Beauvoir auf die Suche nach innerem Frieden.
In Three Pines findet jeder genau das, was er braucht, um wieder ins Leben zu treten. Diese Gemeinschaft bietet Rückhalt, Freundschaft und gute Ratschläge.
Mit Louise Penny begibt man sich in dieses beschauliche kleine Dörfchen und glaubt dort angekommen zu sein. Liebreiz umgibt einen aber hinter der Fassade scheint genau dies stets auch das Böse heraufzubeschwören und das Chaos und der Terror stehen Tür an Tür.

Bewertung vom 15.07.2021
Die Rache der Baumeister
Urban, Milos

Die Rache der Baumeister


sehr gut

In Prag steht der Wechsel ins nächste Jahrhundert bevor. Das Volk ist in Feierlaune trotz diverser Unkenrufen und Weltuntergangstheorien.

Die Feierlaune wird durch eine Reihe von Morden getrübt.

Die Ermittlungen stehen vor einem Rätsel. Die einzige Verbindung dieser Morde scheint der Ablageort. Alle Leichen wurden ausschließlich in der mittelalterlichen Altstadt gefunden. Aber wurden sie hier auch ermordet? Direkt in unmittelbarer Nähe befanden sich immer bedeutende gotische Bauwerke.

Das ruft den ehemaligen Polizisten Svach auf den Plan. Der hat so seine ganz eigenen Methoden und wird dabei in tiefgläubigen Prag nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen. Frisch suspendiert soll ausgerechnet er diesen mysteriösen Fall lösen.

Svach stößt dabei auf ein einen deutschen Restaurator, der eigenwillig nach gotischem Vorbild die zahlreichen Kirchen saniert.

Als ob der Restaurator nicht schon genug Hysterie in den Fall bringen würde, taucht auch noch eine mysteriöse geheime Bruderschaft auf, die Svach das Leben und die Ermittlungen erschweren.

Mit diesen Gegenspielern muss sich Svach mehr als einmal unter Beweis stellen.

Milos Urban erzählt von wunderschönen Bauwerken, gotischer Kunst und mystischen Plätzen. Er überlässt Svach sich selbst und legt schonungslos seine bisherigen Fehler offen. Man ist versucht, Svach irgendwie zu mögen, aber es fällt mir wirklich schwer. Die Geschichte ist verworren und niemand schient so wirklich durchzublicken, die Leichen im Keller der Tatverdächtigen sind zahlreich.

An den Erzählstil von Milos Urban und der Beschreibung seiner Protagonisten muss man sich erst gewöhnen, dann jedoch kann man die Faszination, mit der Urban von Prag erzählt, gut nachvollziehen.

Bewertung vom 14.07.2021
Generation A
Coupland, Douglas

Generation A


sehr gut

Eine Welt, wie wir sie vielleicht in nächster Zeit schon vorfinden werden: Eine Welt ohne Bienen. Dadurch sind natürlich auch einige blühende Pflanzen verschwunden, die auf die Bestäubung angewiesen waren.

Obst gibt es immer noch: Handbestäubt durch den Menschen, daher teuer, meist verkrüppelt und eher selten. Doch ganz scheinen die Bienen nicht verschwunden zu sein, denn innerhalb kurzer Zeit werden fünf junge Menschen, verteilt über die ganze Welt, von Bienen gestochen.

Wissenschaftler versuchen nun dem Geheimnis der Bienen und warum ausgerechnet diese fünf Personen gestochen wurden auf den Grund zu gehen…

Mehr will ich hier erst einmal nicht verraten!

Ein Ökothriller, so liest man es auf dem Klappentext. Auch der Beginn des Romans weist erst einmal in diese Richtung. Doch dann schlägt die Geschichte eine ganz andere Richtung ein, so dass die Bienen letztendlich nur als Aufhänger dienen. Letztendlich ist es vielleicht eher ein gesellschaftskritischer Roman, denn im Kern geht es darum, dass die Menschen die Achtung der Natur und auch ihr Mitgefühl, ihre sozialen Bindungen, zu verlieren drohen. Die fünf „Auserwählten“ bauen dagegen eine ganz besondere Bindung zueinander auf.

Generation A von Douglas Coupland hat in meinen Augen einen völlig falschen Stempel aufgedrückt bekommen! So werden Erwartungen an den Roman aufgebaut, die wie Seifenblasen zerplatzen müssen! Der Roman selbst ist stellenweise sehr witzig geschrieben und hat mich über weite Teile gefesselt.

Leider ist das Ende des Romans sehr skurril und abrupt. Der Leser bleibt fragend zurück.
Eine Leseempfehlung nur für Fans von Douglas Coupland und Leser, die Absurditäten nicht fürchten.

Bewertung vom 11.07.2021
Was hat das Universum mit mir zu tun?
Lesch, Harald

Was hat das Universum mit mir zu tun?


ausgezeichnet

Kann mir jemand mal die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest geben?

Ja, Harald Lesch kann!

Komprimiert auf gerade einmal etwas mehr als zweihundert Seiten packt der Autor die Entstehung des Universums, unseres Sonnensystems und auch die Antwort auf die Fragen, wie und wieso sich das Leben auf unserem Planeten entwickeln konnte.

Selten habe ich so viel neues Wissen zwischen zwei Buchdeckeln gefunden.

Harald Lesch entführt den Leser dabei nicht nur in die Weiten des Weltraums, sondern auch in den Mikrokosmos, in die Welt der Atome, Neutrinos und der Quantenmechanik.

Es ist schon sehr erstaunlich, wenn man erfährt, wie viele Einflüsse und Zufälle nötig waren, damit ein Felsenplanet in der Größe der Erde entsteht, der auf einer stabilen Umlaufbahn um die Sonne unterwegs ist, und zwar in einer Entfernung, die eine Temperatur zulässt, die ein Leben erst ermöglicht.

Von den anderen Bedingungen, die ebenfalls Voraussetzungen für das Leben sind, ganz zu schweigen! Dabei verliert er allerdings niemals den Boden unter den Füßen und passt immer auf, dass er den „normal“ gebildeten Leser auf seiner Reise mitnimmt.

Zur Unterstützung dieser Mammutaufgabe gibt es zu Beginn jeden Kapitels einen QR-Code, der einen Link zu einem kleinen Video enthält, das die Inhalte desselben anschaulich und mit weiteren Erklärungen des Autors wiedergibt.

Das Wissen, dass sich die Menschheit mit Hilfe wissenschaftlicher Experimente, Beobachtungen und der Sprache der Mathematik über unsere kosmische Welt erworben hat, ist fast schon unglaublich und eine Leistung, die die Menschen über unsere Mitgeschöpfe erhebt.

Trotzdem bleiben wir immer ein Teil dieser Welt und werden ohne unseren Heimatplaneten nicht überleben können.

Harald Lesch betont dies in seinem Buch immer wieder und mahnt zu einem verantwortungsvollen, sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen.

Was hat das Universum mit mir zu tun? Die Frage lautet: Was kann ich heute für das Universum tun!

Vielen Dank für dieses überaus lehrreiche Buch!

Bewertung vom 08.07.2021
Teufelsberg / Kommissar Wolf Heller Bd.2
Kellerhoff, Lutz Wilhelm;Kellerhoff, Lutz W.

Teufelsberg / Kommissar Wolf Heller Bd.2


sehr gut

Berlin, Ende 1950. Kommissar Wolf Heller ist rund um die Uhr mit seiner krebskranken Frau beschäftigt, während die Linken in der Stadt das Ruder wieder kräftig drehen.
Heller erhält einen Beschattungsauftrag und ist mit seinem Wagen vor Ort. Doch anstatt sich auf das besagte Haus zu konzentrieren, kann er das Kindergeschrei von Gegenüber nicht mehr ertragen. Er klopft bei der sichtlich überforderten Mutter.
Als er von seinem ungeplanten Einsatz in der Nachbarschaft zurückkommt, ist sein Überwachungsopfer tot. Die Frau des Richters wurde brutal ermordet. Nicht dass das schon schlimm genug wäre, nein, die Tote war auch noch eine Jüdin.
Die Stadt hält den Atem an und Heller steckt in Schwierigkeiten. Während sich die verschiedenen Behörden einen Grabenkrieg liefern, ist Heller extrem motiviert, den Mörder zu finden. Sein schlechtes Gewissen treibt ihn an und er zeigt sich dadurch nicht gerade von seiner besten Seite.
Alte Bekannte tauchen auf der Verdächtigenliste auf. Ausgerechnet Louise Mackenzie ist die Nichte der Toten. Die junge linke Amerikanerin lässt kein gutes Haar an Heller. Als sich dann auch noch ihr Onkel erschießt, wird sie leichtsinnig und gerät in die Fänge eines Spionagerings.
Mit Lutz Wilhelm Kellerhoff gibt es kein Entkommen. Heller ermittelt, getrieben von Angst um seine Frau und mit schlechtem Gewissen in alle Richtungen. Die Jugend plant einen Aufstand nach dem nächsten und die Polizei wie auch der Staatsschutz sind heillos überfordert. Wie schon im ersten Teil gibt es gewagte Szenen, dubiose Ansätze der Polizei und wäre da nicht noch ein russischer Spion, der keine Gnade kennt.
Bisher erschienen von Lutz Wilhelm Kellerhoff in der Krimireihe Wolf Heller
- Die Tote am Wannsee
- Teufelsberg
Die Bücher lassen sich jedoch auch gut unabhängig voneinander lesen.