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Benutzername: tinaliestvor.de
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Insgesamt 692 Bewertungen
Bewertung vom 22.03.2019
Blackwood - Briefe an mich, 2 MP3-CDs
Sabbag, Britta

Blackwood - Briefe an mich, 2 MP3-CDs


ausgezeichnet

Gesine Nowak hat es nicht gerade besonders leicht. Als ihre Mutter plötzlich verstirbt wird sie von ihrer Tante im fernen Irland aufgenommen. Ihrer Heimatstadt Wien nachtrauernd hängt sie nun im kleinen irischen Blackwood fest und hier ticken die Uhren ganz anders.

Bei ihrem nächtlichen Fluchtversuch wird sie von Arian Mary, dem reichen und unverschämt gut aussehnenden Sohn der ortsansässigen Butterdynastie, gerettet.

Um Gesine ist es seit dieser verhängnisvollen Nacht geschehen. Die ersten Schultage enden ebenfalls in einem Desaster als sie die Hauptrolle für die anstehende Schulaufführung erhält und sich so Arians Freundin Lilian zur Feindin macht.

Beim ortsansässigen Radiosender wird Gesines Leben schonungslos offen gelegt. Ihre Unwissenheit über die irischen Sitten und dem Umgang mit den ortsansässigen Mythenwesen bringen das Heimweh- und trauergeplagte Leben ganz schön durcheinander.

Als Großstädterin belächelt sie das Verhalten und die alten Sitten, bis sie einen mysteriösen Brief, ausgerechnet von sich selbst, in ihrem alten Schreibtisch findet.

Mit Britta Sabbag wagen wir einen Schritt in die irländische Mythenwelt und in das verliebte Herz eines jungen Mädchens. So viele Gefühle, die beherrscht und auch ausgelebt werden wollen machen es dem Hörer leicht, Gesine zu mögen.

Man fiebert mit Gesine im Haus der Marys um Arians Liebe, kämpft mit ihr gegen die fiese Lilian und hofft natürlich ganz und gar auf ein lupenreines Happy End.

Doch Gesines Geschichte scheint keineswegs leicht erzählt. Die endlose Trauer über den Tod der Mutter macht den völligen Neustart des hübschen aufgeweckten Mädchens schwer. Umgeben von Neugier, Freundschaft und Liebe schafft es die Magie jedoch, dass man dieses kleine irische Kaff Blackwood nach all den bestandenen Abenteuern in sein Herz zu schließen.

Man erkennt sich selbst in Gesine und in den Bewohnern von Blackwood wieder.

Milena Karas vertont witzig und mit viel Energie Gesines „Überlebenskampf“ auf dem irischen Land und verzaubert den Hörer mit ihrer Stimme.

Bewertung vom 18.03.2019
Dress like a Parisian
Guinut, Aloïs

Dress like a Parisian


ausgezeichnet

Der Style-Guide für perfekten französischen Chic!

Okay, gleich nach den ersten Seiten und einem Blick in den großen Spiegel verrät mir, dass ich mich heute wie eine Biene angezogen habe und dies so ganz diesem hübsch aufgemachten Ratgeber entspricht. Hier geht es also darum, wie man seine Kleidung trägt und nicht unbedingt darum, was und von welcher Marke oder Designer man trägt.

Quer durch Paris nimmt Aloïs Guinut die Leserin mit auf eine Modereise und irgendwie auch auf eine kleine Reise zu sich selbst. Ohne Wertung und mit viel Witz macht einem die Autorin schnell klar, auf was es ganz genau bei dem Pariser Style ankommt.

Inspirieren lassen darf man sich von ausgewählten Bildern, auf denen sich nicht nur Models oder It-Girls sehen lassen, sondern Frauen wie Du und ich sich in ihrem Lieblingsoutfit zum passenden Thema zeigen.

Hier kommt es also auf das Zusammenspiel an. Welche Farbe passt zu welchem Style und mit welchen Basics gelingt einem ein guter Look? Auf über 240 Seiten wird man fündig, sicherlich dank auch dem Hinweis auf Insideradressen und einem kleinen Bekenntnis zum Thema Nachhaltigkeit.

Nichts ist nachhaltiger als Kleidungsstücke, die ausgezeichnet passen und die man gut kombiniert Jahre lang mit Liebe trägt.

Final endet natürlich alles mit einem kritischen Blick in den Kleiderschrank, im Schuhregal und beim Schmuck. Eines wird schnell klar, chic und edel muss nicht unbedingt auch teuer oder trendy sein.

Mit Aloïs Guinot begebe ich mich also auf eine Style-Reise und muss erleichtert feststellen, dass ich doch das eine oder Schmuckstück im Parisian-Style in meinem Kleiderschrank auftaucht und wahrscheinlich nach einer anstehenden Räumungsaktion dort auch wieder hineinwandert. Klassiker mit einander zu kombinieren ist nicht so einfach und leicht wie ich immer dachte, hier allerdings wird man mit Tipps und Tricks schnell und einfach unterstützt.

Voila!

Bewertung vom 16.03.2019
Insekten: Das große Summen
Diterlizzi, Angela

Insekten: Das große Summen


ausgezeichnet

Mit „Das große Summen“ habe ich mich erstmals überhaupt mit der Bedeutung des Wortes Reim beschäftig. Dieses sprachliche Phänomen, welches auf dem Gleichklang von Silben beruht, macht dieses hübsch aufgemachte Kinderbuch zu einem wahren Meisterwerk.
In diesem zauberhaft gestalteten Hardcover finden Kinder ab dem Alter von 3 Jahren alles, was krabbelt, summt und brummt.
Hier werden die Insekten kindgerecht in Reimen beschrieben, die sich leicht einprägen und zu einem gemeinsamen Leseerlebnis und Wissenserlebnis machen.
Jetzt kann es also losgehen! Mit einer Lupe bepackt können nun im eigenen Garten, auf der nächsten Wiese oder im Wald Insekten näher und eingehend betrachtet werden.
Von der Assel bis zur Zecke findet man hier allerlei Getier und lernt so spielerisch die Natur und deren Geschöpfe kennen.

Bewertung vom 11.03.2019
Roter Rabe / Max Heller Bd.4 (1 MP3-CD)
Goldammer, Frank

Roter Rabe / Max Heller Bd.4 (1 MP3-CD)


ausgezeichnet

Max Heller kämpft in Dresden im Jahr 1951 an mehreren Fronten. Ein scheinbarer Selbstmord von zwei Zeugen Jehovas in Polizeigewahrsam weckt Hellers Neugierde, als der frisch erholt von seinem Familienurlaub mit seiner Frau Karin und der Tochter Anni zurückkehrt.

Schnell merkt Heller, das hinter dem Tod mehr zu stecken scheint und beginnt zu ermitteln. Die Russen schieben ihm schnell einen Riegel vor, stehen die Toten doch im Verdacht, Spione gewesen zu sein.

Karin erhält die Reiseerlaubnis nach Westdeutschland und so muss Heller gleichzeitig auch noch sein Familienleben organisieren. Nachts meldet sich unverhofft ein alter russischer Weggefährte, der Heller klar macht, dass er hier in ein Wespennest aus Spionage, Attentätern und Menschen übelster Sorte gestochen hat.

Alles deutet auf einen übermächtigen Spion der Amerikaner hin, die mit ihrem „Roten Raben“ den Russen und natürlich auch der DDR den Kampf ansagen.

Als in Dresden der Schmuggel mit Uranerz auffliegt, sehen Werner und Peter, seine Assistenten einen Zusammenhang, doch beide verschwinden darauf hin spurlos.

Heller ist sich nach weiteren Toten, einem jugendlichen Schmugglerpärchen und mysteriösen Zeitungsannoncen nicht mehr sicher, wer hier der eigentliche Strippenzieher ist. Der verlorene Krieg, das spurlose Verschwinden seiner Mitarbeiter und der Auftritt mehrerer Geheimdienste machen es ihm in seinen Ermittlungen nicht leicht.

Als zuhause plötzlich alles aus den Fugen gerät und Karin im Westen verschollen bleibt, beginnt Heller, den Fall mit ganz anderen Augen zu betrachten.

Frank Goldammer hat mit Max Heller eine spannende Krimireihe rund um das Ende des zweiten Weltkrieges in Dresden geschaffen. Max Heller ist so begnadet anständig, das Konfrontationen mit ehemaligen Kriegstreibern, dem treibenden und tonangebenden KGB sowie den Menschen in seiner Umgebung nicht ausbleiben. Man befindet sich mit Max und seiner Familie stets in dem Zwiespalt der Trennung Deutschlands. Auf der einen Seite der aufblühende Westen und auf der anderen Seite das leidgeplagte von den Russen kontrollierte Volk des Ostens.

Ein würdiger vierter Teil!

Bewertung vom 10.03.2019
Am Ende bleiben die Zedern (eBook, ePUB)
Jarawan, Pierre

Am Ende bleiben die Zedern (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Was bleibt von uns übrig, wenn wir immer auf der Suche sind? Diese Frage muss sich Samir fast täglich selbst stellen.

Auf der Flucht aus dem Libanon verschlägt es die Familie nach Deutschland. Erst in einer Turnhalle, dann im Flüchtlingsheim und dann dank des Engagements des Vaters geht es erstmals in ein eigenes Heim. Samir wächst als Kind in einer behüteten Familie auf. Deutschland hat sich als Chance für die Familie herausgestellt und auch die engen Freunde Hakim und dessen hübsche Tochter Yasmin profitieren von der Flucht.

Heimweh prägt jedoch den Vater Samirs so sehr, dass er beginnt, diesem wunderbare Geschichten aus dem fernen Libanon zu erzählen. Nichtsahnend, das Samir diese Geschichten irgendwann zu einer Flucht vor sich selbst und seinem Leben führen werden.

Eines Tages verschwindet der Vater spurlos und Samir verfällt in eine Starre, mit der er nicht wirklich umgehen kann. Die Familie löst sich auf, all die schönen Geschichten kleben an ihm und er kann sich nicht von ihnen lösen um sich selbst zu befreien.

Yasmin schlägt ihm eine Reise in den Libanon vor um dort nach seinem Vater zu suchen und mit seiner Vergangenheit endlich abzuschließen.

Dort jedoch trifft er, begleitet von einem begnadeten Taxifahrer, auf seine restliche Familie, alte Freunde seines Vaters und macht eine überraschende Entdeckung.

Mit Jarawan begeben wir uns in ein Land, was von Krieg und Machtkämpfen der Politik und dem Militär lange Jahre unterjocht und unterdrückt wurde. Viele Menschen sind spurlos verschwunden, einigen gelang die Flucht in ein scheinbar besseres Leben.

Einzig die alten Geschichten halten Samir am Leben und er lässt sich ganz nah auf den Libanon ein. Zwiegespalten bereist er die mystischen Stätten und begreift, dass die Geschichten keine Erfindungen seines Vaters wahren.

In „Am Ende bleiben die Zedern“ begibt man sich mit Samir auf eine Suche und hinein in eine Geschichte, die einen durch ein zerrüttetes Land und einen großen Zwiespalt der Kulturen führt. Man begibt sich in ein Land, welches lernen muss, seine eigene Geschichte zu bewahren.

Bewertung vom 09.03.2019
Mord im Zeichen des Zen / Kommissarin Louise Boni Bd.1
Bottini, Oliver

Mord im Zeichen des Zen / Kommissarin Louise Boni Bd.1


ausgezeichnet

Ein mysteriöser asiatischer Mönch in Sandalen und traditioneller Robe treibt bei Freiburg durch ein Schneegestöber.

Bottinis Auftakt der Krimireihe rund um die Ermittlerin Louise Bonì startet düster. Der neue Einsatz vertreibt Louises Schatten und ganz nach ihrem Sinn muss sie sich jetzt nicht mit ihrer eigenen Vergangenheit in dunklen Wintertagen beschäftigen.

Der Mönch, verwirrt und auf der Flucht, verschwindet in den verschneiten Wäldern schneller als er wieder auftaucht und so muss Louise einiges an Mühen aufbringen, um ihn zu fassen.

Verletzt und sichtlich gehetzt kann sie ihn endlich fassen und gerät dabei in einen Strudel, dem sie nur mit sehr viel Alkohol entgegen treten kann. Das führt wiederum zu ihrer Suspension, welche aber Louise von ihrem Vorhanden, diesem mysteriösen Mönch das Leben zu retten nicht abhält.

Oliver Bottini lässt den Leser in diesem Auftaktkrimi an allem zweifeln. Der Mönch schweigt und das beharrlich. Mit unsäglicher Geduld, die Louise selbst bei sich ganz neu entdeckt, tritt sie ein in eine Welt, die ihr auch durch eigenes Desinteresse verborgen blieb.

Die Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens, der Hoffnung und der verlorenen Liebe treiben nunmehr Louise mehr an, als der Alkohol ihr sonst Auftrieb verschafft.

Der Mörder allerdings treibt weiter sein Unwesen und bringt damit Louises Kollegen in tödliche Gefahr, einzig um ein lukratives Geheimnis zu bewahren.

Mit „Mord im Zeichen den Zen“ kämpft man mit den dunkelsten Dämonen und gerät als Leser in Zugzwang. Das Buch kurz mal aus der Hand legen? Auf gar keinen Fall!

Bewertung vom 05.03.2019
Knochenjagd / Tempe Brennan Bd.15
Reichs, Kathy

Knochenjagd / Tempe Brennan Bd.15


ausgezeichnet

Im fünfzehnten Teil der Thriller-Reihe hat es Tempe gleich mit einer schrecklichen Entdeckung zu tun. In einer heruntergekommenen Mietwohnung findet die Anthropologin gleich drei verweste und teils mumifizierte Babyleichen.

Gemeinsam mit Detective Ryan ermittelt sie die Mordursache, aber wo ist die Mutter. Die Recherchearbeit beginnt und führt Brennan ausgerechnet in die Arme von Ollie, einem alten Bekannten. Er und Ryan treffen wie zwei alte Haudegen aufeinander und Brennan hat nur Mühe, dazwischen Luft zu schnappen. Ollie bringt sie dank einer Sondereinheit der kanadischen Polizei, die sich um Vermisste und Personen mit erhöhtem Risiko befasst, schnell auf die Spur der Mutter.

Das Trio reist der Mutter von Wohnort zu Wohnort nach und trifft dabei auf ehemalige Freunde, alte Liebhaber und sonstige traurige Gestalten, die mit unverkennbarer Sicherheit nicht nur den Schutz der Mutter im Sinn hatten.

Eine weitere Kindermumie bringt die Presse auf die Spur und das Trio in eine verlassene Gegend in der Nähe von Edmonton. Völlig losgelöst von der eigentlichen Ermittlung treten die Drei dank der Presse in einen familiären Abgrund, der seinesgleichen sucht.

Im Kampf gegen die eigenbrötlerischen Einwohner, dubiosen Tierschutzorganisationen und schießwütigen Gangstern bleibt es spannend.

Kanadas Norden liegt brach. Der längst vergangene Goldrausch hat aber dank eines genialen Forschers nunmehr die Diamantensucher aufmerksam gemacht. Die indigenen Gemeinschaften sind sich der Diamantenvorkommen auf ihren Grundstücken zwar bewusst, kämpfen aber durch Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und einem Großaufkommen an Drogen mehr gegen sich selbst als gegen die mächtigen Konzerne, die hier schon lange ihre Finger nach Land und Claims ausgestreckt haben.

Tempe und ihre beiden Ermittler müssen eine Nuss nach der anderen knacken nur um erneut festzustellen, dass hier ein geschickter Fährtenleger am Werk ist.

Mit Begeisterung fiebert man auch wie in den vorhergehenden Fällen der Lösung des Falles entgegen. Kathy Reichs vergisst dabei nie, gekonnt auf die Missstände in den diversen Staaten und Ländern hinzuweisen. Die Bedrohung der indigenen Bevölkerung durch die hohe Arbeitslosigkeit, der Gier nach den vorhandenen Diamantenvorkommen sowie der Ausbeutung von Kultur und schon vergessenen Traditionen wiegen schwer. Mit offenen Augen und ohne Schuldzuweisungen gelingt es Kathy Reichs mit „Knochenjagd“ erneut, die Geschichte mit anderen Augen zu sehen.

Bewertung vom 04.03.2019
Nächstes Jahr in Havanna (eBook, ePUB)
Cleeton, Chanel

Nächstes Jahr in Havanna (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Marisol begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Als ihre innig geliebte Großmutter stirbt, wünscht sich diese sehnlichst, dass ihre Asche den Weg nach Kuba zurückfindet.

Mit einem Rechercheauftrag für ein Reisemagazin und der Asche ihrer Großmutter begibt sich Marisol nach Havanna. Dort angekommen wird sie bei Ana, einer alten Freundin ihrer Großmutter Elisa aufgenommen. Luiz, Universitätsprofessor und Rebell der Familie Anas spielt den Reiseführer und merkt schnell, das Marisol nicht nur eine eingebildete reiche amerikanische Touristin ist.

Marisol begreift schnell, warum Elisas Herz so an Kuba hing und die Flucht nach Amerika so schmerzhaft war.

Als Elisas Vermächtnis in Form von geheimen Briefen an ihren Liebsten in die Hände von Marisol gelangen, beschließt Marisol trotz vieler Warnungen, sich auf die Suche nach der wahren Liebe ihrer geliebten Großmutter zu machen.

Mit Marisol und Elisa begibt sich der Leser auf eine innige Reise nach Kuba. Hart umkämpft, rebellisch und von viel Leid geprägt, zeigt sich diese atemberaubende Stadt als eherne Festung, für die es sich als kubanisches Volk stets zu kämpfen lohnte.

Unterdrückung, Verstaatlichung, Gewalt und Folter stehen an der Tagesordnung. Vertrauen, Liebe und Hoffnung findet man nur im Verborgenen.

Elisas Vergangenheit und das ihrer großen Familie zeigt einem die von Rebellion und Umschwüngen geplagten Insel. Flucht scheint die einzige Überlebenschance, Florida scheint so nah.

Marisol hingegen ist sich der andauernden Gefahr erst bewusst, als sie sich in Luiz verliebt und hautnah zu spüren bekommt, was Rebellion bedeutet. Mutig, voller Hoffnung und mit einem klaren Ziel vor Augen, tritt Marisol immer mehr in die Fußstapfen ihrer Großmutter und die Vergangenheit schließt sich in einem tiefen Kreis von Flucht und einer unbekannten neuen Zukunft.

Chanel Cleeton hat mit „Nächstes Jahr in Havanna“ einen wunderschönen Roman über Liebe, Vergangenheit und Rebellion geschaffen. Während man den Mut von Elisa bewundert, rebelliert man mit Luiz und lüftet mit Marisol dunkle Familiengeheimnisse. Eine Hommage an Havanna, an eine lange vergangene Zeit und an die Freundschaft.

Bewertung vom 03.03.2019
Lügenmeer
Kliem, Susanne

Lügenmeer


ausgezeichnet

Magnus kehrt nach langen Jahren in das kleine idyllische Strandbad zurück. Es lässt sich nicht vermeiden, dass er sogleich erkannt wird. Vor Jahren wurde er des Mordes an seiner damaligen Freundin Milla beschuldigt und eckt trotz Freispruch bei seinen alten Freunden an.

Während Annik, die nur in den Ferien zu seiner alten Clique gehörte sich über seine Rückkehr freut, begegnet ihm Svenja mit Skepsis und mit einer seltsamen Art von Neugierde.

Magnus will mit seiner Vergangenheit endlich aufräumen und neu anfangen. Er nimmt die angebotene Hilfe von Svenja dankend an und trifft sich auf deren Anraten mit Annik. Beide kommen sich schnell näher obwohl Milla auch noch Jahre nach deren tragischem Tod immer wieder einen Keil zwischen Freundschaft, Liebe und der Hoffnung auf einen Neubeginn treibt.

Annik, die sich mit der Widerspenstigkeit ihrer totkranken Tante Mechthild nur schwer abgeben kann, findet in Magnus scheinbar jemand, der ihre Gewissensbisse versteht.

Die alte Clique ist bemüht, die Freundschaft wieder aufleben zu lassen, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass man die Vergangenheit nicht einfach so ruhen lassen kann.

Mit Susanne Kliem begeben wir uns auf Spurensuche. Magnus, der Schwiegermutterliebling kann Milla, der Pfarrerstochter einfach nicht widerstehen. Milla hingegen weiß genau, was sie will und wickelt damit nicht nur Magnus um den Finger.

Ein intrigantes Spiel beginnt und einzig Milla begreift nach und nach, wer hier eigentlich die Fäden in der Hand hat.

Aus der Sicht von Annik, Svenja und dem vermeintlichen Mörder Magnus erleben wir die damalige Mordnacht erneut, tauchen ein in ein Netz aus Lügen, Intrigen und längst totgeschwiegenen Sünden, die es dem Leser nicht leicht machen, einen wahrhaft Schuldigen zu finden.

Ständig treibt einen die Frage um, wer hat Schuld und wer ist hier das Opfer. Geschickt führt uns Susanne Kliem mit „Lügenmeer“ in eine hübsche Kleinstadt, deren Bewohner es überaus gekonnt verstehen, die Vergangenheit mit all ihrer Lügen auch dort zu lassen.

Bewertung vom 26.02.2019
Klara & Delfi
Möhrke, Corinna

Klara & Delfi


ausgezeichnet

Kopfkino, das Ende der Angst!

Die kleine Klara schließt mit dem verletzten jungen Delfin Delfi Freundschaft. Sie toben im Meer, spielen ausgelassen und freuen sich über ihr Beisammensein.

Klara merkt jedoch, obwohl Delfis Wunden äußerlich fast vollkommen verheilt sind und nur wenige Narben noch sichtbar, dass irgendetwas Delfi bedrückt.

Spielerisch arbeitet sie sich zu Delfis Problem vor und greift dabei auf die Kopfkino-Methode zurück. Aus eigener Erfahrung heraus lernte sie, dank der Methode ihrer Mutter, mit der eigenen Angst umzugehen. Jetzt bringt sie auch Delfi damit auf den Weg zu innerer Freiheit.

Delfi hat Probleme mit der Tiefe des Ozeans und fürchtet sich mit Klara hinab zu tauchen. Doch die wunderbare Freundschaft zu Klara und der erlernten Kopfkino-Methode steht nunmehr der völligen Freiheit und dem Weg aus der eigenen Angst nichts mehr im Weg.

Ein Buch das Mut macht, auf sich selbst zu hören und sich auch auf die eine umgebende Angst einzulassen.

Mit viel Feingefühl und bunten hell leuchtenden Farben erzählt uns Corinna Möhrke mit „Klara & Delfi“, wie man seine eigene Angst dank einfacher Methode besiegen kann.