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Maestra Bd.1
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Zwischen Prada, Chanel und Barock

Die britische Autorin L.S. Hilton geht mit einem lustgetriebenen und seelenkalten Thriller an den Start, der in der Welt der Milliardäre und der Kunst spielt

Judith Rashleigh, die Protagonistin in dem Thriller "Maestra" (Piper) aus der Feder von L.S. Hilton, ist eine junge, gut aussehende Engländerin, welche die Kunst liebt. Vor allem die italienische Barockmalerin Artemisia Gentileschi hat es der Mittzwanzigerin angetan - und insbesondere deren Bild "Judith enthauptet Holofernes". An einer Stelle des Romans lässt die britische Autorin ihre Icherzählerin über das Sujet des berühmten Bildes aus dem 16. Jahrhundert philosophieren:

"Wenn man das fein emaillierte Schwert an Holofernes' Hals betrachtet, sieht man, dass es dort nicht feierlich oder suggestiv angelegt wird, sondern in einem ganz uneleganten Winkel im Fleisch sitzt, ein eher ungeeigneter Winkel für eine elegante Komposition. Denn die Waffe wird geführt von der Hand einer Frau, die in der Küche schon Hühnern den Kopf abgeschnitten und Kaninchen den Hals umgedreht hat. Judith schlachtet ihn regelrecht, mit grimmiger Entschlossenheit säbelt sie durch die Sehnen, ihre muskulösen Arme sind ganz angespannt bei dieser Anstrengung. Der Anblick hat etwas Häusliches - die Schlichtheit des Lakens, die unschönen Blutspritzer, ein seltsames Gefühl von Stille. Das ist Frauenarbeit, sagt Artemisia damit ungerührt. So was machen wir jeden Tag."

Hollywood hat sich die Rechte dieser verstörenden und amoralischen Geschichte gesichert

Das Bild ist so etwas wie das Leitmotiv dieses Thrillers, der in der englischsprachigen Welt bereits als die neue große Entdeckung und als nächster literarischer Tabubruch nach "Fifty Shades of Grey" gefeiert wird. In mehr als 35 Ländern wurde "Maestra" bis heute verkauft, Hollywood hat sich bereits die Rechte an dieser verstörenden, packenden und zutiefst …mehr
Autorenporträt
Hilton, L.S.L.S. Hilton wuchs in Nordengland auf, studierte Englische Literatur in Oxford und anschließend Kunstgeschichte in Paris und Florenz. Danach zog es sie nach Key West, New York, Paris und Mailand, wo sie als Journalistin, Kunstkritikerin und Rundfunksprecherin arbeitete. Vor Kurzem ist sie nach England zurückgekehrt. Sie lebt mit ihrer Tochter in London.Kuhn, WibkeWibke Kuhn, geb. 1972, arbeitete nach dem Studium der Skandinavistik und Italianistik zunächst im Verlag. 2004 machte sie sich als Übersetzerin selbstständig und studierte Neogräzistik, Finnougristik und Slavistik. Sie übersetzt skandinavische, italienische und niederländische Romane und Sachbücher (u.a. Stieg Larsson und Jonas Jonasson) und lebt in München.
Mit der weiblichen Antiheldin des Thrillers "Maestra" hat die Autorin L.S. Hilton eine rätselhafte und polarisierende Hauptfigur geschaffen

"Niemand fragt, wie James Bond über bestimmte Dinge fühlt. Warum sollte ein weiblicher Charakter anders sein? Warum kann keine Frau mit ihrem Körper tun, was sie will, ohne dass man ihre Emotionen diskutiert?" Das sagte die britische Autorin L.S. Hilton über ihre literarische Figur Judith Rashleigh unlängst in einem Interview. Man bemerkt gleich den leicht schnoddrigen Ton, den der neue Star der internationalen Thriller-Szene in die Antworten legt. Tatsächlich scheint die 40-Jährige mit der jungen Kunstexpertin aus dem Roman "Maestra" (Piper) eine weibliche Figur erschaffen zu haben, die polarisiert und die drängende Fragen aufwirft.

Die unscheinbare Angestellte wird zur Killerin

Wer ist diese Judith Rashleigh, die sich in Hiltons Psychothriller von einer zunächst unscheinbaren Angestellten eines Londoner Auktionshauses zu einer durchtriebenen Femme fatale mit psychopathischen Zügen wandelt, die in der Welt der Milliardäre und Glamourmarken ihren exponentiellen sexuellen Hunger und ihre innere Kälte und Härte dazu nutzt, eine angesagte Kunstmaklerin zu werden? Von Kritikern wurde Rashleigh bereits mit Anastasia Steele, der Heldin aus "Fifty Shades of Grey" verglichen, was selbst oberflächlich betrachtet kein guter Vergleich ist. Denn die Mittzwanzigerin Rashleigh ist alles andere als ein unschuldiges Mauerblümchen, das zunächst vor der Wucht ihrer ausgeprägten Sexualität zurückschreckt. Rashleigh liebt den Sex, den harten, ungezügelten Sex. Sie nimmt sich die Männer, die ihr gefallen. Und sie hat deswegen keine Gewissensbisse. Ganz im Gegenteil: Es ist ihre durch und durch unapologetische Art, die verstört. Und das betrifft nicht nur den Sex, sondern auch die kalkulierten Mittel, die sie einsetzt, um IT-Milliardäre oder sonstige Bonzen der Glitzer- und Glamourwelt um den Finger zu wickeln und um ihre Ziele zu erreichen. Die milliardenschwere Männerwelt, in der Rashleigh sich bewegt und die Frauen ebenso als Objekte begreift wie die sündhaft teuren Jachten, Autos und Perlweingetränke, wird von der Icherzählerin durchweg als abstoßend und widerwärtig dargestellt.

Die Kunst wurde für die junge Judith zur Flucht aus ihrem tristen Alltag

Hilton hat aber bereits betont, dass sie Rashleigh nicht als Extremfeministin verstanden wissen will, welche die brutalen Gesetze einer durchkapitalisierten Männerwelt dazu nutzt, sich ihren eigenen Weg zu erkämpfen. Was aber Rashleigh genau antreibt, was sie ist - darüber kann nach der Veröffentlichung des ersten von drei Bänden dieser Thriller-Trilogie nur spekuliert werden. Bis jetzt wissen wir, dass Rashleigh ein Emporkömmling aus Liverpool ist, der keine leichte Kindheit bzw. Jugend hatte - in einer Familie mit einerMutter, die dem Alkohol zuneigte. Die Kunst wurde für die junge Judith zur Fluchtaus einem tristen, kaputten Alltag. An einer Stelle im Buch erzählt sie: "Wenn ich früher die Schule geschwänzt hatte, war ich meistens mit dem Bus in die Stadt gefahren, zum Picton Reading Room in der Central Library oder zur Walker Art Gallery, denn diese stillen Räume atmeten für mich mehr als nur die Schönheit, die darin ausgestellt war. Sie waren - zivilisiert. Und Zivilisiertsein bedeutete, dass man sich mit den richtigen Dingen auskannte."

Judith: Nicht von Selbstmitleid getrieben, sondern von einer gärenden Wut ...

Allerdings ist bereits diese junge Judith nicht etwa von Selbstmitleid getrieben, sondern von einer gärenden Wut. Sie ist kein Opfer ihres eigenen Lebens, sondern eine Täterin, eine Selfmadefrau, die es an die Elite-Hochschule von Oxbridge schafft, wo sie ihren Abschluss macht, die bereits in jungen Jahren ihren Sextrieb hemmungslos auslebt und der es schließlich gelingt, bei einem renommierten Londoner Auktionshaus anzuheuern. Dort hat sie (noch) die Idee, dass sie es mit ihrem Talent, ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten nach oben schaffen kann, bis sie merkt, dass es auch ihrem Chef Rupert nicht wirklich um die Kunst geht, sondern darum, mit illegalen Geschäften Geld zu verdienen. An dieser Stelle nimmt die Wandlung Judiths ihren unheilvollen Lauf. Mit einem schwerreichen Stammgast des Klubs, in dem sie abends nebenher arbeitet, fliegt sie an die Französische Riviera. Sie beginnt sich das zu nehmen, was sie will - kalt berechnend und konsequent fokussiert. Die Maestra ist geboren ...